[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zum Schleifen von Körnerfrüchten, insbesondere
Reis, die dem bekannten Typ angehört, in welchem das zu schleifende Gut einen Ringraum
durchläuft, der außen durch einen Mantel und innenseitig von einem Schleifrotor begrenzt
ist. Der Mantel enthält Löcher oder Schlitze, durch die das Schleifmehl austreten
kann. Das zu schleifende Gut wird dem Ringraum an einem Ende zugeführt und am anderen
Ende von ihm abgeführt. Bei einer bekannten Maschine dieser Art (EP-B-521 452) sind
der Mantel und der Rotor zylindrisch ausgebildet und vertikal angeordnet. Das Gut
wird dem Ringraum am unteren Ende durch einen Schneckenförderer zwangsweise zugeführt.
Am oberen Ende tritt das behandelte Gut frei aus dem Ringraum aus. Die Füllung des
Ringraums wird durch die der Förderrichtung entgegengerichtete Schwerkraft gewährleistet.
Diese Anordnung hat den Nachteil, daß die Schleifbedingungen nicht optimal eingestellt
werden können. Die mit dem allmählichen Verschleiß des Rotors einhergehende Vergrößerung
der radialen Weite des Ringraums kann nicht ausgeglichen werden. Eine Anpassung der
Verfahrensparameter an unterschiedliche Eigenschaften des Schleifguts ist nicht möglich.
[0002] Das gilt auch bei bekannten Maschinen (offenkundige Vorbenutzung), bei denen der
zylindrische, vertikal angeordnete Ringraum von oben nach unten durchlaufen wird.
Das Gut wird ohne Zwangsförderung lediglich durch Schwerkraft zugeführt. Sein ungehinderter
Austritt am unteren Ende wird durch einen Gegendruckteller verhindert, der das untere
Ende des Ringraums verschließt und dem Austrittsdruck des Guts entgegen einem gewichtsbelasteten
Hebelwerk ausweichen kann. Die Erfahrung zeigt, daß trotz des Vorhandenseins des Gegendrucktellers
der Ringraum nicht vollständig gefüllt ist. Ebenso wie bei der vorgenannten Maschine
ist die Leistung verhältnismäßig gering, ist der Bruchanteil hoch und stellt sich
auch eine hohe Temperatur ein.
[0003] Es sind auch Maschinen bekannt (offenkundige Vorbenutzung), deren Ringraum konisch
ausgebildet ist. Dem obenliegenden, großdurchmeßrigen Ende wird das Gut durch Schwerkraft
zugeführt. Das untere, kleindurchmeßrige Ende ist offen. Eine vollständige Füllung
des Arbeitsraums, die eine Voraussetzung für hohe Leistung ist, läßt sich nicht erreichen.
Dieser Nachteil wird auch nicht durch den Vorteil der Verstellbarkeit der Ringraumweite
aufgewogen. Denn bei dem Versuch, die Leistung durch Verringerung der Ringraumweite
zu erhöhen, stellt sich eine zu hohe Arbeitstemperatur ein. Bessere Eigenschaften
ergeben sich auch dann nicht, wenn die Konusanordnung umgekehrt wird. Von anspruchsvollen
Herstellern werden deshalb heutzutage nur Maschinen mit zylindrischem Arbeitsraum
angeboten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei guter Einstellbarkeit der Verfahrensparameter
auf unterschiedliches Gut einen geringen Bruchanteil, geringe Temperatur und hohe
Leistung zu erzielen. Dies gelingt durch die Merkmale des Anspruchs 1 sowie vorzugsweise
die Merkmale der Unteransprüche.
[0005] Demnach zeichnet sich die Maschine dadurch aus, daß das Ende kleinen Durchmessers
des kegeligen Ringraums oben angeordnet ist. Die radiale Weite des Ringraums ist durch
axiale Verstellung des Rotors einstellbar. Trotz der von oben stattfindenden Gutzufuhr
ist ein Zwangsförderer vorgesehen. Das untere Ende ist durch ein nachgiebig ausweichendes
Verschlußglied verschlossen.
[0006] Es hat sich gezeigt, daß der Arbeitsraum (Ringraum) dieser Maschine vollständig gefüllt
gehalten werden kann und eine hohe Schleifleistung bei schonender Behandlung des Guts
erreicht wird.
[0007] Zweckmäßigerweise ist das am unteren Ende vorgesehene Verschlußglied von einem stumpfkegeligen
Ventilteller gebildet, der im folgenden als Gegendruckteller bezeichnet wird. Seine
Verschlußkraft wird durch Federn erzeugt. Anders als bei einem gewichtsbelasteten
Gegendruckteller kann dabei die Masse der vom herausdrängenden Gut zu bewegenden Teile
gering gehalten werden, so daß er rasch auf wechselnde Durchsatzverhältnisse reagieren
kann.
[0008] Der Zwangsförderer wird zweckmäßigerweise von einer mit dem Rotor drehverbundenen
Förderschnecke gebildet, oberhalb der ein nach oben hin sich erweiternder Vorratsraum
angeordnet ist. Die Erweiterung dieses Vorratsraums kann dadurch bewerkstelligt werden,
daß auf den Rotor bzw. die Schnecke ein Kegel aufgesetzt ist.
[0009] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird in Zusammenhang mit der Maschine ein
an sich bekannter (EP-B 521 452) Rotor verwendet, der über seine Länge verteilte Luftzufuhröffnungen
aufweist. Ferner kann der Arbeitsraum - wie gleichfalls bekannt - mit im wesentlichen
in Längsrichtung verlaufenden Bremsleisten versehen sein, die radial verstellbar sind,
um die Verfahrensparameter noch feiner einstellen zu können.
[0010] Der Kegelwinkel des Mantels und des Rotors liegt zweckmäßigerweise im Bereich zwischen
4 und 10°.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert,
die ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel in einem Halb-Längsschnitt schematisch veranschaulicht.
[0012] Auf der Grundplatte 1, die als Kasten (nicht gezeigt) zur Aufnahme weiterer Aggregate
ausgebildet sein kann, erhebt sich das Basisgehäuse 2 der Reisschleifmaschine. Darauf
ist bei 3 der untere Rand des konischen Mantels 4 befestigt, der von einem Blechteil
gebildet ist, das regelmäßige Löcher oder Schlitze in bekannter Weise enthält, deren
Weite geringer ist als die Größe der Reiskörner. Darüber erhebt sich das zylindrische
Kopfgehäuse 5, 6.
[0013] In dem Basisgehäuse oder dem die Grundplatte 1 bildenden Kasten ist in bekannter,
nicht näher dargestellter Weise ein Lager und ein Antrieb für die Rotorwelle 7 angeordnet,
die sich koaxial im Mantel 4 erstreckt und mit einer Reihe von Schleifringen den Rotor
8 bildet. Die Schleifringe bilden gemeinsam die kegelige Oberfläche des Rotors, die
parallel, d. h. mit konstantem Radialabstand, zu dem Mantel 4 verläuft. Zwischen den
einzelnen Schleifringen befinden sich Spalten 9, die eine Strömungsverbindung zu einem
Kanal 10 innerhalb der Rotorwelle 7 aufweisen, der an ein nicht gezeigtes Gebläse
angeschlossen ist. Während des Schleifprozesses wird aus den Spalten 9 ein kräftiger
Luftstrom in den Ringraum 11 eingeblasen. Dieser Ringraum 11 bildet den Arbeitsraum
der Maschine.
[0014] Es sind (nicht gezeigte) Einrichtungen zur axialen Verstellung des Rotors 8 gegenüber
dem Mantel 4 vorgesehen, die es gestatten, die radiale Weite des Arbeitsraums 11 je
nach Art des behandelten Guts und dem Verschleißgrad des Rotors 8 einzustellen.
[0015] Der Mantel 4 ist umgeben von einem Gehäuse 12, das mit dem Mantel 4 einen Raum 13
einschließt. Darin wird ein kräftiger Luftstrom erzeugt, der das Schleifmehl, das
durch die Öffnungen im Mantel 4 aus dem Arbeitsraum 11 in den Raum 13 übertritt, abführt.
[0016] Der Mantel 4 enthält in Richtung der Mantellinien verlaufende, in einer gemeinsamen
Ebene mit der Achse der Rotorwelle 7 liegende Schlitze, in denen sich Bremsleisten
14 befinden, die durch Einstellschrauben 15 mehr oder weniger weit radial in den Ringraum
11 eingeschoben werden können, um die Umlaufbewegung des Schleifguts in einstellbarer
Weise zu hemmen. Beispielsweise sind vier solcher Bremsleisten über dem Umfang angeordnet.
[0017] Oberhalb des Rotors 8 trägt die Rotorwelle 7 einen Schneckenförderer 21 mit Förderwindungen,
der das zu schleifende Gut aus dem darüber angeordneten Raum 22 während der Rotorbewegung
in den Arbeitsraum 11 zwangsfördert. In dem Raum 22 fließt das Gut der Einlauföffnung
des Schneckenförderers 21 unter seinem Eigengewicht zu, wobei durch die Wand des Kopfgehäuses
sowie durch einen auf den Förderer 21 aufgesetzten Kegel 23 geführt wird. Dieser dreht
sich mit dem Rotor. Die dadurch auf das anstehende Gut übertragene Bewegung bewirkt,
daß dies stets gleichmäßig der Einlaufseite des Förderers zufließt.
[0018] Am oberen Ende bildet der Kopfgehäuseteil 6 einen Flansch 24 zum Anschluß einer Gutzuführungsleitung,
ggf. unter Einschluß eines Absperr- oder Drosselorgans.
[0019] Der Rotor 8 wird unten durch einen inneren zylindrischen Kragen 30 abgeschlossen,
der von einem äußeren zylindrischen Kragen 31 des Basisgehäuses umschlossen und nach
unten hin überragt wird. Durch den zwischen dem zylindrischen Kragen 30, 31 eingeschlossenen
Ringraum dringt das behandelte Gut aus dem Arbeitsraum 11 heraus. Dabei steht es unter
einem Überdruck, der zum einen durch den Zwangsförderer 20, 21 und zum anderen durch
die konische Erweiterung des Arbeitsraums 11 bewirkt wird. Der untere Rand des äußeren
Kragens 31 wirkt mit einem kegelstumpfförmigen Blechring 32 zusammen, der durch über
den Umfang verteilte Federn 33 nach oben gegen den unteren Rand des äußeren Kragens
31 gezogen wird. Der Blechring 32 bildet den Gegendruckteller, der das untere Ende
des Arbeitsraums 11 verschließt und durch den Druck des zwischen den zylindrischen
Kragen 30, 31 herausdrängenden Guts gegen die Kraft der Federn 33 angehoben wird,
um das Gut in den anschließenden Raum 34 des Basisgehäuses zu entlassen. Von dort
aus kann das Gut abfließen oder abgefördert werden.
[0020] Der innere Kragen 30 braucht nicht bis zu dem Gegendruckteller herabzureichen. Dies
ist auch im allgemeinen nicht erwünscht, damit hinreichende räumliche Freiheit für
die axiale Verstellung des Rotors im Verhältnis zum Mantel 4 vorhanden ist. Mit dem
Gegendruckteller 32 können Führungsarme 35 verbunden sein, die mit der Rotorwelle
7, dem inneren Kragen 30 oder irgendeinem anderen Teil der Maschine zur axialen Führung
des Gegendrucktellers 32 zusammenwirken.
[0021] Der Kegelwinkel des Mantels 4 und des Rotors 8, d. h. der Winkel zwischen einander
diametral gegenüberliegenden Mantellinien dieser Teile, liegt zweckmäßigerweise in
der Größenordnung von 6°.
1. Maschine zum Schleifen von Körnerfrüchten, insbesondere Reis, in einem Ringraum (11)
mit vertikaler Achse, der außen von einem Durchbrechungen enthaltenden Mantel (4)
und innenseitig von einem zum Mantel koaxialen Rotor (8) begrenzt ist und dem das
zu schleifende Gut mittels eines Zwangsförderers (21) zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mantel (4) und der Rotor (8) kegelstumpfförmig und axial relativ zueinander
verstellbar sind, daß die Gutzuführung am oberen, engeren Ende des Mantels (4) vorgesehen
ist und das untere Ende des Ringraums (11) mit einem nachgiebigen Verschlußglied (32)
versehen ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußglied (32) von
einem federnd abgestützten, stumpfkegeligen Ventilteller gebildet ist.
3. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke der federnden Abstützung
(33) einstellbar ist.
4. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwangsförderer
von einer mit dem Rotor (8) drehverbundenen Förderschnecke (21) gebildet ist und oberhalb
derselben ein sich nach oben erweiternder Vorratsraum (22) angeordnet ist.
5. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb der Schnecke (21) auf
dem Rotor (8) ein Kegel (23) angeordnet ist.
6. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Rotor (8)
verteilt über dessen Länge Luftzuführungsöffnungen (9) vorgesehen sind.
7. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Mantel radial
verstellbare Bremsleisten (14) vorgesehen sind, deren Richtung überwiegend in Längsrichtung
des Mantels (4) verläuft.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Kegelwinkel
des Mantels und des Rotors zwischen 4 und 10° liegt.