[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem
Gut, mit einem Tisch zur Aufnahme des Gutes, wobei ein hinteres Tischteil das zu schneidende
Gut und ein vorderes Tischteil das geschnittene Gut aufnimmt, ferner mit einer im
Bereich des hinteren Tischteiles angeordneten Vorschubeinrichtung für das Gut, einem
Seitenanschlag für das Gut, sowie einem oberhalb des Tisches angeordneten Portalrahmen,
der ein Messer zum Schneiden des Gutes, einen auf das zu schneidende Gut absenkbaren
Preßbalken und auf der dem vorderen Tischteil zugewandten Seite ein Bedienfeld und
ein Anzeigefeld aufweist.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der EP 0 056 874 A1 oder der DE
196 37 027 A1 bekannt. Bei solchen Vorrichtungen zum Schneiden von in Stapeln vorliegenden
Bogen, insbesondere aus Papier, Pappe, Folien oder dergleichen, insbesondere bei Sammelbogen,
muß der Vorschuß des Sattels unter das Messer sehr genau sein, um sicherzustellen,
daß der Stapel vom Messer jeweils an der gewollten Trennlinie geschnitten wird. Bereits
geringe Verschiebungen, zum Beispiel Maßabweichungen durch Papierverzug, können dazu
führen, daß der Schnitt des Messers nicht an der gewollten Trennlinie erfolgt, sondern
von dieser verschoben ist. Speziell bei Sammelbögen hätte dies zur Folge, daß in die
einzelnen Muster hineingeschnitten würde. Um dies zu verhindern, werden die Sammelbögen
derart bedruckt, daß die einzelnen Muster nicht direkt aneinander zu liegen kommen,
sondern zwischen diesen Abstände verbleiben. Es ist damit allerdings nötig, zwischen
den Hauptschneidevorgängen Zwischenschnitte vorzusehen. Analog dazu werden vor dem
Schneiden von Stapeln deren Randflächen beschnitten. Nach erfolgten Randschnitten
liegt der zu schneidende Stapel in einer definierten Form bzw. Abmessung vor, was
auf die Exaktheit der nachfolgenden Hauptschneidevorgänge entscheidenden Einfluß hat.
[0003] In der Praxis ist es dem die Vorrichtung Bedienenden nur mit erheblichem Aufwand
möglich, die exakte Positionierung des zu schneidenden Gutes auf dem hinteren Tischteil
zu überwachen. Wegen des ausladenden vorderen Tischteiles muß der Bedienende sich
weit über dieses lehnen, um den bzw. die zu schneidenden Stapel gegen die Vorschubeinrichtung
zu bewegen bzw. unter dem Messer hindurchzugreifen, um den bzw. die zu schneidenden
Stapel an dem Seitenanschlag auszurichten. Der Bedienende wird oftmals Ausrichtvorgänge
unnötigerweise wiederholen, da er den Bereich des hinteren Tischteiles und damit die
bereits erfolgte exakte Anlage des zu schneidenden Gutes nicht erkennen kann.
[0004] Die vom Bediener auf dem hinteren Tischteil zu überwachenden Vorgänge, um Qualitätsmängel
auszuschließen, sind unterschiedlichster Art. Es können zum Beispiel die beim Schneiden
von Sammelbögen nebeneinanderliegenden Stapel im Bereich ihrer oberen Blattlagen an
der Vorschubeinrichtung hochlaufen, es können Stapel verschoben sein, einzelne Blätter
können verschoben sein, beispielsweise durch Blasluft, die die oberen Blattlagen verziehen.
Insbesondere dann, wenn die Schnittbögen nicht mit Schnittmarken bednickt sind, ist
dem Bediener kaum eine Überwachung des hinteren Tischteiles möglich, weil die einzelnen
Blattlagen ohne sichtbare Bezugsmarkierung ineinander lauten.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art so weiter zu bilden, daß der Bediener präzise die Anlage des Schneidgutes erfassen
kann, und es somit nur dann, wenn das Schneidgut nicht genau an der Vorschubeinrichtung
und/oder dem Seitenanschlag anliegt, erforderlich ist, eine Korrektur der Position
des Schneidgutes vorzunehmen.
[0006] Gelöst wird die Aufgabe bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch,
daß im Bereich des hinteren Tischteiles mindestens eine Überwachungskamera zur Überwachung
der Anlage des Schneidgutes im Bereich der Vorschubeinrichtung und/oder des Seitenanschlages
vorgesehen ist, wobei das Life-Bild der Kamera im Anzeigefeld einblendbar ist.
[0007] Die erfindungsgemäße Gestaltung der Vorrichtung verbessert die ergonomischen Bedingungen
für den Bediener sowie die Schnittqualität des Schneidgutes erheblich. Alle Ausrichtvorgänge
des zu schneidenden Gutes kann der Bediener in relativ aufrechter Arbeitsposition
vollführen und es sind Korrekturvorgänge bei nicht exakter Ausrichtung des zu schneidenden
Gutes nur dann erforderlich, wenn ihm über die Einblendung des Life-Bildes die unzureichende
Ausrichtung des Schneidgutes im Bereich des hinteren Tischteiles dargestellt wird.
Nur in diesem Fall muß der Bediener beispielsweise unter dem Portalrahmen hindurchgreifen
und mittels eines Nutzenwinkels die Korrektur der seitlichen Ausrichtung des bzw.
der zu schneidenden Schneidgutstapel vornehmen, oder aber von vorne den bzw. die Schneidgutstapel
mittels des Nutzenwinkeis an der Vorschubeinrichtung ausrichten. Aufgrund der indirekten
Überwachung des hinteren Tischteiles mittels des Life-Bildes, das im Anzeigefeld eingeblendet
wird, werden unnötige Arbeiten im Schneidprozeß vermieden, womit eine wesentliche
Steigerung der Schneidqualität und der Schneidleistung der Vorrichtung einhergeht.
Das Arbeiten an der Vorrichtung gestaltet sich für den Bedienenden ergonomisch wesentlich
günstiger.
[0008] Vorteilhaft erfolgt die Einblendung des Life-Bildes der im Bereich des hinteren Tischteiles
angeordneten Kamera im Anzeigefeld nur während der Ausrichtvorgänge des zu schneidenden
Gutes an der Vorschubeinrichtung und/oder dem Seitenanschlag. Dies stellt eine Bedienerführung
insofern dar, daß die Einblendung des Life-Bildes für den Bediener als Aufforderung
dahingehend zu sehen ist, nur in dieser Situation die Ausrichtung des Schneidgutes
im Bereich des hinteren Tischteiles zu überwachen bzw. bei unzureichender Ausrichtung
korrigierend einzugreifen. Eine weiter optimierte Bedienerführung ist dann gegeben,
wenn das Life-Bild nur bei einer Fehlausrichtung des Gutes an der Vorschubeinrichtung
und/oder dem Seitenanschlag eingeblendet wird. Der Bediener kann sich damit vollständig
auf den Schneidprozeß und die Bedienung der Schneidmaschine konzentrieren, wobei ihm
die Einblendung des Life-Bildes signalisiert, daß ein Ausrichtvorgang nur unzureichend
erfolgt ist und somit eine Korrektur des zu schneidenden Gutes an der Vorschubeinrichtung
und/oder dem Seitenanschlag erforderlich ist. Es ist insbesondere vorgesehen, daß
die Schnittauslösung des Messers bei einer Fehlausrichtung des Gutes an der Vorschubeinrichtung
und/oder dem Seitenanschlag unwirksam ist. Der Bediener kann somit mit der Maschine
nur schneiden, wenn das Schneidgut ordnungsgemäß an der Vorschubeinrichtung und/oder
dem Seitenanschlag ausgerichtet ist. Dies trägt erheblich zur Qualitätsverbesserung
des geschnittenen Produktes bei.
[0009] Grundsätzlich kann im Anzeigefeld ein separater Monitor zur Einblendung des Life-Bildes
vorgesehen sein. Eine bevorzugte Gestaltung sieht allerdings vor, daß die Schneidvorrichtung
ein Display aufweist, das der grafischen Darstellung unterschiedlicher Maschinen-
oder Arbeitsabläufe dient, wobei in das Display das Life-Bild der Kamera einblendbar
ist. Hierbei kann die grafische Anzeige im Display während des Einblendens des Life-Bildes
teilweise oder ganz durch das Life-Bild ersetzt werden. Ersetzt das Life-Bild nur
teilweise die grafische Anzeige im Display, können im verbleibenden Bereich des Displays
gleichzeitig die wichtigsten Betriebs- und Zustandsfunktionen der Vorrichtung weiterhin
wiedergegeben werden.
[0010] Erfindungsgemäß wird der Bediener damit ein Life-Bild im Bereich des von ihm gut
einsehbaren Anzeigefeldes eingeblendet, wobei er aufgrund der Übertragung eines Life-Bildes
unmittelbar die Situation des Schneidgutes im Bereich des hinteren Tischteiles, die
Korrektur und schließlich das exakte Ausrichten des zu schneidenden Gutes an der Vorschubeinrichtung
und/oder dem Seitenanschlag überwachen kann.
[0011] Die Überwachung des hinteren Tischteiles kann apparativ auf unterschiedlichste Art
und Weise bewerkstelligt werden. Vorzugsweise sind über die Breite des hinteren Tischteiles
mehrere Überwachungskameras vorgesehen. Zweckmäßig überlappen sich die Überwachungsbereiche
der Kameras, wobei die einzelnen Kameras einen in Vorschubrichtung des Gutes orientierten
Streifen des hinteren Tischteiles überwachen. Deren Bilder können als Einzelbilder
oder als Gesamtbild im Display dargestellt werden. Die jeweilige Überwachungskamera
kann beispielsweise an der Vorschubeinrichtung montiert und zusammen mit dieser verfahrbar
sein. Eine solche Gestaltung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die exakte Ausrichtung
des zu schneidenden Gutes an der Vorschubeinrichtung zu überwachen ist. Es ist auch
denkbar, die jeweilige Überwachungskamera stationär bezüglich des hinteren Tischteiles
zu lagern, womit sie einen definierten Bereich des hinteren Tischteiles überwacht.
Dies kann insbesondere bei der Überwachung der Anlage des jeweiligen Schneidgutstapels
am Seitenanschlag von Vorteil sein. Die Überwachungskamera bzw. die Überwachungskameras
können das hintere Tischteil von oben und/oder von der Seite überwachen. Es ist gleichfalls
denkbar, die Überwachungskamera bzw. die Überwachungskameras so zu positionieren,
daß sie im hinteren Tischteil verfahrbar gelagert sind. Dies ermöglicht es, mit einer
Kamera sowohl die Anlage an der Vorschubeinrichtung als auch am Seitenanschlag zu
überwachen.
[0012] Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Überwachungskamera
bzw. die Überwachungskameras von hinten den zwischen der Vorschubeinrichtung und einem
Seitenanschlag gebildeten Stapel überwachen. Die Aufnahmerichtung der Kamera bzw.
der Kameras verläuft damit im wesentlichen horizontal. Bei dieser Anordnung der Überwachungskamera
werden auch solche Fälle sicher erfaßt, bei denen das obere Blatt des zu schneidenden
Stapels ordnungsgemäß am Vorschubsattel und dem zugeordneten Seitenanschlag anliegt,
nicht jedoch die darunter befindlichen Blätter dieses Stapels. Die Kamera kann in
diesem Fall auch die hintere Stapelfläche einsehen. Sie blickt durch den Spalt zwischen
dem Vorschubsattel und dem Seitenanschlag des Hintertisches.
[0013] Als besonders sinnvoll wird es angesehen, wenn die mindestens eine Überwachungskamera
schwenkbar ist. So kann beispielsweise vorgesehen sein, die Kamera aus der vertikalen
Blickachse, in der sie von oben den Schneidgutstapel erfaßt, in die horizontale Blickachse
zu verschwenken, so daß die hintere Stapelfläche von hinten eingesehen werden kann.
Diese Gestaltung läßt sich konstruktiv besonders einfach bewerkstelligen, indem die
Kamera in einem Ständer gelagert ist, der mittels eines Schwenkmotors verschwenkbar
ist, insbesondere um 90°.
[0014] Aufgrund der gegebenenfalls variablen Entfernung des zu überwachenden Objektes, somit
des zu überwachenden Bereiches des zu schneidenden Gutes, sollte die jeweilige Überwachungskamera
mit einer Optik variabler Brennweite ausgestattet sein. Aufgrund einer Zoom-Funktion
ist es dem Bediener möglich, den ihn interessierenden Überwachungsbereich als vergrößertes
oder verkleinertes Life-Bild im Anzeigefeld einzublenden.
[0015] Die vorbeschriebene Einblendung des Life-Bildes nur bei einer Fehlausrichtung des
Gutes an der Vorschubeinrichtung und/oder dem Seitenanschlag wird gemäß einer bevorzugten
Weiterbildung der Erfindung dadurch erreicht, daß die Überwachungskamera mit einer
Einrichtung zur Bildverarbeitung gekoppelt ist, mittels der die Anlage des Gutes an
der Vorschubeinrichtung und/oder dem Seitenanschlag ermittelbar ist. Derartige Einrichtungen
zur Bildverarbeitung sind aus dem Stand der Technik bekannt und erlauben eine flexible
Kantenerkennung. Fällt die von der Überwachungskamera erfaßte Kante des zu schneidenden
Gutes nicht mit der vorgegebenen Kantenposition an der Vorschubeinrichtung bzw. dem
Seitenanschlag zusammen, wird dies von der Einrichtung zur Bildverarbeitung ermittelt
und an das Anzeigefeld der Schneidmaschine weitergegeben und dort das Life-Bild der
Kamera eingeblendet. Ist der Ausrichtfehler behoben worden und liegt damit das zu
schneidende Gut exakt an der Vorschubeinrichtung und/oder dem Seitenanschlag an, erfaßt
dies die Einrichtung zur Bildverarbeitung und blendet das Life-Bild im Anzeigefeld
aus.
[0016] Weitere Merkmale der Erfindung sind in der Beschreibung der Figuren und den Figuren
selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, daß alle Einzelmerkmale und alle Kombinationen
von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich sind.
[0017] In den Figuren ist die Erfindung anhand einer Ausführungsform beispielsweise dargestellt,
ohne auf diese beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Schneidmaschine, von der Bedienerseite gesehen,
- Figur 2
- in schematischer Darstellung eine Seitenansicht der Schneidmaschine,
- Figur 3
- in schematischer Ansicht eine Draufsicht der Schneidmaschine,
- Figur 4
- eine vergrößerte Darstellung des Displays der Schneidmaschine,
- Figur 5
- eine Draufsicht des hinteren Tischteiles mit einer Detaildarstellung einer fehlerhaften
Ausrichtung des zu schneidenden Gutes am Vorschubsattel und einem Seitenanschlag,
und
- Figur 6
- eine Seitenansicht der Schneidmaschine in schematischer Darstellung, ähnlich der Darstellung
in Figur 2, jedoch mit einer in vertikaler und einer in horizontaler Achse wirksamen
Überwachungskamera, ferner die Blicksituation dieser beiden Kameras.
[0018] Die gezeigte Schneidmaschine 1 dient dem Schneiden von gestapeltem, blättrigem Gut
8, insbesondere solchem aus Papier, Pappe, Folien oder dergleichen. Die Schneidmaschine
1 weist einen Ständer 2 mit oberem Portalrahmnen 3 auf, ferner einen Tisch 4, der
hinten auf Stützen 28 ruht, sowie dessen der Aufnahme des Schneidgutes 8 dienende
Tischfläche 5 sich senkrecht zur Ebene des Zeichnungsblattes erstreckt. Im Portalrahmen
3 ist ein absenk- und anhebbares Messer 6 gelagert, hinter dem ein Preßbalken 7 gleichfalls
im Portalrahmen 3 heb- und senkbar gelagert ist. Das Messer 6 und der Preßbalken 7
sind über nicht dargestellte Mittel in vertikaler Richtung, gemäß Pfeil A, absenk-
und anhebbar.Im Bereich des hinteren Tischteiles 9 ist eine Vorschubeinrichtung 10
vorgesehen, die einen in bekannter Art und Weise ausgebildeten Vorschubsattel 11 mit
vorderem Rechenabschnitt 21 aufweist, der dem Vorschieben des zu schneidenden Schneidgutes
8 in Richtung des Pfeiles B dient. Die dem Bediener zugewandte Seite des Vorschubsattels
11 verläuft parallel zur Schneidebene des Messers 6. Der Vorschubsattel 11 ist im
Bereich des hinteren Tischteiles 9 vor-und zurückverfahrbar. Im Bereich beider Seiten
ist das hintere Tischteil 9 mit sich im wesentlichen über dessen Länge erstreckenden
Seitenanschlägen 12 zum Ausrichten des Schneidgutes 8 an dem einen oder anderen Anschlag
12 versehen.
[0019] Seitlich des dem Bediener zugewandten vorderen Tischteiles 13 des Tisches 4 sind
zwei Lichtschrankengitter 14 angeordnet, die den Messerbereich der Schneidmaschine
gegen unbefugtes Hantieren in diesem Bereich absichern. Oberhalb des Schneidmessers
6 ist auf der Bedienerseite des Portalrahmens 3 ein Bedienfeld 15 mit Eingabe- und
Steuertasten 16 sowie ein Anzeigefeld 17, das als Display ausgebildet ist, angeordnet.
In der Frontseite des Tisches 4 befinden sich schließlich zwei Schnittauslösetasten
18 sowie im Bodenbereich der Schneidmaschine 1 ein Fußhebel 19 für die Schnittandeutung.
[0020] Figur 1 zeigt den bei angehobenem Messer 6 durch die zwischen diesem und der Tischfläche
5 gebildete Öffnung 20 sichtbaren vorderen Rechenabschnitt 21 des Vorschubsattels
11, an dem das zu schneidende Gut ausgerichtet wird. Nur durch diese gebildete Öffnung
20 ist dem Bediener der Bereich des hinteren Tischteiles 9 der Schneidmaschine 1 einsehbar,
um die Anlage des zu schneidenden Schneidgutes 8 am Vorschubsattel 11 und/oder am
jeweiligen Seitenanschlag 12 zu überwachen.
[0021] Die Figuren 2 und 3 veranschaulichen, daß drei Überwachungskameras 22 über Lagerstege
32 mit dem Vorschubsattel 11 verbunden sind, die oberhalb des Vorschubsattels 11 positioniert
sind und deren nach unten gerichtete Objektive 23 den Bereich des Rechenabschnittes
sowie einen davor befindlichen Bereich bildlich überwachen. Eine Überwachungskamera
22 ist im Bereich der halben Breite des hinteren Tischteiles 9 positioniert und überwacht
vor dem Vorschubsattel 11 einen mittleren Überwachungsbereich 24, während die beiden
anderen Überwachungskameras 22 im Bereich der beiden Seiten des hinteren Tischteiles
9 angeordnet sind und vor dem Rechenabschnitt 21 Überwachungsbereiche 25 abdecken,
die auch die Seitenanschläge 12 betreffen.
[0022] Figur 4 zeigt das bedienerseitige Display 17, in das das von den drei Überwachungskameras
22 aufgenommene Life-Bild 26 eingeblendet ist, wobei es einen Teil der grafischen
Anzeige im Display 17 ersetzt. Diese grafische Anzeige dient üblicherweise der Anzeige
der für den Schneidvorgang bzw. das Schneidprogramm relevanten Betriebs- und Zustandsfunktionen.
Funktionen, die während der Ausrichtvorgänge des zu schneidenden Gutes im Bereich
des hinteren Tischteiles 9 nur von sekundärer Bedeutung sind, werden vom Life-Bild
26 ausgeblendet.
[0023] Dem in das Display 17 eingeblendeten Life-Bild 26 sind stilisiert der Vorschubsattel
11 mit Rechenabschnitt 21, die beiden Seitenanschläge 12 sowie vier in Vorschubrichtung
des Vorschubsattels 11 orientierte Schneidgutstapel 8 zu entnehmen. Das Life-Bild
26 veranschaulicht dem Bedienenden, daß alle vier Schneidgutstapel noch nicht richtig
bezüglich des linken Seitenanschlags 12 und des Vorschubsattels 11 ausgerichtet sind,
wie es in Figur 2, siehe Kreis X, gezeigt ist, der einen Spalt 29 zwischen dem Rechen
21 und dem Schneidgut 8 hervorhebt. Der Bediener erkennt, daß er die vier Schneidgutstapel
mittels des Nutzenwinkels sowohl an den linken Seitenanschlag 12 als auch gegen den
Vorschubsattel 11 schieben muß. Über das Life-Bild 26 wird ihm unmittelbar angezeigt,
wann er die exakte Ausrichtung des zu schneidenden Gutes 8 am Seitenanschlag 12 und
am Vorschubsattel 11 erreicht hat. Er kann umgehend den Schneidprozeß einleiten, das
heißt die beiden Schnittauslösetasten 18 bewegen, wobei dann das Life-Bild 26 ausgeblendet
wird und nach dem Absenken des Preßbalkens 7 der Schnitt erfolgt. Ist im Schneidprozeß
erneut das Ausrichten des Schneidgutes erforderlich, wird ihm dies durch Einblenden
des Life-Bildes 26 signalisiert.
[0024] Die Übertragung des von den Kameras 22 aufgenommenen Bildes zum Display 17 erfolgt
über übliche aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannte Mittel. Eine gewünschte
Änderung der Brennweite der bei den Überwachungskameras 22 Verwendung findenden Linsen,
erfolgt gleichfalls in bekannter Art und Weise, wie bei Überwachungskameras mit variabler
Brennweite.
[0025] Figur 5 zeigt in der Draufsicht das hintere Tischteil 9 mit den beiden Seitenanschlägen
12 und dem Vorschubsattel 11. Der hintere Bereich des zu schneidenden Gutes 8 ist
um das große Abstandsmaß Y vom linken Seitenanschlag entfernt angeordnet, während
der vordere Bereich des Schneidgutes 8 in geringerem Abstand zu diesem Seitenanschlag
12 positioniert ist. Das Schneidgut liegt demnach schief bezüglich dieses Seitenanschlages
12. Andererseits liegt das Schneidgut 8 mit seinem hinteren Ende im Bereich des linken
Seitenanschlages 12 am Vorschubsattel 11 an und ist aufgrund der Schräglage mit seinem
dem diesem Seitenanschlag 12 abgewandten Bereich mit dem großeren Abstandsmaß X zum
Vorschubsattel 11 positioniert. Im Eckbereich von Vorschubsattel 11 und linkem Seitenanschlag
12 ist die verfahrbare Überwachungskamera 22 positioniert, die mit einer nicht gezeigten
Einrichtung zur Bildverarbeitung gekoppelt ist. Der Meßbereich der Überwachungskamera
22 ist in Figur 5 mit einem Kreis 30 veranschaulicht. Mittels der Einrichtung zur
Bildverarbeitung ist die Anlage des Gutes 8 an der Vorschubeinrichtung 10 und/oder
dem Seitenanschlag 12 ermittelbar. Eine derartige Überwachungskamera mit Einrichtung
zur Bildverarbeitung wird beispielsweise unter der Bezeichnung "Nais Micro-Imagechecker
M100/M200" durch die Firma Matsushita Electric Works Ltd. vertrieben. Dieser ist mit
der Funktion des Kantenfinders ausgestattet und erlaubt eine flexible Kantenerkennung
bzw. kann eventuelle Maßabweichungen oder die Ausrichtung eines Objektes erkennen.
Die Überwachungskamera mit der Einrichtung zur Bildverarbeitung ist so geschaltet,
daß das Lifebild 26 nur bei einer Fehlausrichtung des Gutes 8 an der Vorschubeinrichtung
10 und/oder dem Seitenanschlag 12 eingeblendet wird.
[0026] Figur 6 veranschaulicht, in Anlehnung an die Darstellung der Figur 2, die Anordnung
zweier Überwachungskameras 22, die, auf die Vorschubrichtung des Schneidgutes 8 bezogen,
den rechten Bereich des hinteren Tischteiles 9 überwachen. Selbstverständlich können
weitere Überwachungskameras 22 vorgesehen sein, die im Sinne der Darstellung in Figur
3 den mittleren und linken Tischbereich des hinteren Tischteiles 9 erfassen. Die Figur
6 verdeutlicht, daß die eine Überwachungskamera 22, entsprechend der Darstellung in
Figur 2, oberhalb des Vorschubsattels 11 positioniert ist und dessen nach unten gerichtetes
Objektiv 23 den Bereich des rechten Abschnittes sowie einen davor befindlichen Bereich
bildlich überwacht. Eine zweite, gleichfalls im Vorschubsattel 11 gelagerte Überwachungskamera
22 ist hinter dem Vorschubsattel 11 im Bereich zwischen diesem und dem rechten Seitenanschlag
12 positioniert. Das horizontal gerichtete Objektiv 23 dieser Überwachungskamera 22
erfaßt den Spalt 33 zwischen dem Vorschubsattel 11 und dem Seitenanschlag 12 und damit
über die Höhe des zu schneidenden Stapels 8 die exakte Anordnung der einzelnen Blätter
31 des Stapels. Der Einblendung des Blickfeldes der vertikal orientierten Überwachungskamera
22 im oberen Bereich der Figur 6, dort rechts, ist zu entnehmen, daß das von dieser
Überwachungskamera erfaßte obere Blatt 31 des Schneidgutstapels 8 exakt am Vorschubsattel
11 und dem rechten Seitenanschlag 12 anliegt. Dem links davon dargestellten Blickfeld
der horizontal orientierten Überwachungskamera 22 ist zu entnehmen, daß zwar die beiden
oberen Blätter 31 des Stapels 8 exakt am rechten Seitenanschlag 12 anliegen, von den
darunter befindlichen Blättern aber diverse nicht an diesem Seitenanschlag ausgerichtet
sind. In diesem Fall wird zweckmäßig dem Bediener nur das die Fehlausrichtung anzeigende
Bild, somit das oben links gezeigte Bild, eingeblendet, so daß er die Fehlausrichtung
korrigieren kann. Erst wenn der zu schneidende Stapel 8 exakt - über seine gesamte
Höhe - sowohl am Seitenanschlag 12 als auch am Vorschubsattel 11 anliegt, wird dem
Bediener die Taste für die Schnittauslösung freigegeben. Mit der Schneidmaschine kann
somit nur dann geschnitten werden, wenn das Schneidgut exakt ausgerichtet ist, Fehlschnitte
können nicht vorkommen. Statt zweier Überwachungskameras 22 im interessierenden Bereich
des Vorschubsattels 11 kann eine schwenkbare Kamera 22 vorgesehen sein. Diese ist
über den Lagersteg 32 in einem nicht gezeigten Schwenkmotor gelagert, der im Vorschubsattel
11 gelagert ist.
1. Vorrichtung zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut, mit einem Tisch zur
Aufnahme des Gutes, wobei ein hinteres Tischteil das zu schneidende Gut und ein vorderes
Tischteil das geschnittene Gut aufnimmt, ferner mit einer im Bereich des hinteren
Tischteiles angeordneten Vorschubeinrichtung für das Gut, einem Seitenanschlag für
das Gut, sowie einem oberhalb des Tisches angeordneten Portalrahmen, der ein Messer
zum Schneiden des Gutes, einen auf das zu schneidende Gut absenkbaren Preßbalken und
auf der dem vorderen Tischteil zugewandten Seite ein Bedienfeld und ein Anzeigefeld
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des hinteren Tischteiles (9) mindestens eine Überwachungskamera (22)
zur Überwachung der Anlage des Schneidgutes im Bereich der Vorschubeinrichtung (10)
und/oder des Seitenanschlages (12) vorgesehen ist, wobei das Life-Bild (26) der Kamera
(22) im Anzeigefeld (17) einblendbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anzeigefeld ein Display (17) aufweist, in das das Life-Bild (26) der Kamera
(22) einblendbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß grafische Anzeigen (27) im Display (17) während des Einblendens des Life-Bildes
(26) teilweise oder ganz durch das Life-Bild (26) ersetzt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Life-Bild (26) nur während des Ausrichtens des Gutes (8) an der Vorschubeinrichtung
(10) und/oder dem Seitenanschlag (12) eingeblendet wird.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Life-Bild (26) nur bei einer Fehlausrichtung des Gutes (8) an der Vorschubeinrichtung
(10) und/oder dem Seitenanschlag (12) eingeblendet wird.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnittauslösung des Messers (6) bei einer Fehlausrichtung des Gutes (8)
an der Vorschubeinrichtung (10) und/oder dem Seitenanschlag (12) unwirksam ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß über die Breite des hinteren Tischteiles (9) mehrere Überwachungskameras (22)
vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwachungskamera bzw. die Überwachungskameras (22) das hintere Tischteil
(9) von oben und/oder von der Seite überwacht bzw. überwachen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwachungskamera bzw. die Überwachungskameras (22) von hinten den zwischen
der Vorschubeinrichtung (10) und einem Seitenanschlag (12) gebildeten Spalt (33) überwachen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Überwachungskamera (22) relativ zum hinteren Tischteil (9)
verfahrbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Überwachungskamera (22) an der Vorschubeinrichtung (10) montiert
und zusammen mit dieser verfahrbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Überwachungskamera (22) schwenkbar ist, insbesondere zwischen
einer Aufnahmerichtung von oben und von hinten.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweilige Überwachungskamera (22) mit einer Optik ausgestattet ist, deren
Brennweite veränderlich ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwachungskamera (22) mit einer Einrichtung zur Bildverarbeitung gekoppelt
ist, mittels der die Anlage des Gutes (8) an der Vorschubeinrichtung (10) und/oder
dem Seitenanschlag (12) ermittelbar ist.