[0001] Die Erfindung betrifft ein Wasserabflußsystem, insbesondere ein Wasserabflußsystem
für Dachflächen, und besonders ein solches System, welches verhindert, daß Regenwasser,
welches auf einer Fläche niedergeht, in im wesentlichen unverminderter Menge und ohne
zeitliche Verzögerung abfließt.
[0002] Die Versiegelung des Bodens führt insbesondere in Städten dazu, daß die bei starken
Regenfällen niedergehende Wassermenge von der Kanalisation nicht bewältigt werden
kann. Als Folge hiervon kommt es zu Überschwemmungen von Straßen, Bürgersteigen usw..
Herkömmliche Gebäudebedachungen leiten das auf ihnen niedergegangene Regenwasser praktisch
vollständig und ohne zeitliche Verzögerung vom Dach wieder ab. Dagegen erfolgt die
Abgabe des Regenwassers von begrünten Dächern mit zeitlicher Verzögerung. Der Grund
hierfür liegt darin, daß die Pflanzen und das Substrat, auf welchem die Pflanzen angepflanzt
sind, Regenwasser speichern und nur verzögert abgeben. Zudem ist die Menge des abgegebenen
Wassers geringer, da ein Teil der Niederschlagsmenge über die Bodenfläche verdunstet
und ein anderer Teil von den Pflanzen verbraucht wird. Gegenüber herkömmlichen, nicht
bepflanzten Dächern weisen begrünte Dächer also den Vorteil auf, daß der auf ihnen
niedergegangene Niederschlag in reduzierter Menge und mit zeitlicher Verzögerung an
die Kanalisation abgegeben wird.
[0003] Der Aufbau des Pflanzsubstrats für die Dachbegrünung unterscheidet sich je nach Art
der Pflanzen, welche auf dem Dach angepflanzt werden sollen. Es sind sowohl ein- als
auch mehrschichtige Aufbauten bekannt. Üblicherweise gilt, daß die Anzahl der Schichten
zunimmt, je anspruchsvoller die Pflanzen werden. Sollen beispielsweise Stauden, Sträucher
oder Bäume gepflanzt werden, sind üblicherweise mehrschichtige Aufbauten erforderlich,
und um die Pflanzen hinreichend mit Wasser zu versorgen, ist eine Anstaubewässerung
notwendig. Ein Schichtaufbau für eine derartige Intensivbegrünung umfaßt also ein
Wasserreservoir, aus dem die Pflanzen kontinuierlich mit Feuchtigkeit versorgt werden
können.
[0004] Fig. 5 zeigt einen derartigen Schichtaufbau für die Intensivbegrünung mit Wasseranstau.
In der Figur ist ein Teilquerschnitt durch die auf dem Dach aufgebrachten Schichten
im Bereich um ein Wasserabflußrohr 1 dargestellt, welches in einem mit einem Deckel
20 verschlossenen Schacht 19 angeordnet ist. Mit Hilfe des Wasserabflußrohres 1 wird
Überschußwasser vom Dach in die Kanalisation abgeleitet. Die Menge des Überschußwassers
ist, verglichen mit einem unbegrünten Dach, wegen der Retentionseigenschaften der
auf der Dachfläche 2 aufgebrachten Schichtstruktur 8 und der Bepflanzung 7 reduziert.
Abhängig vom Schichtaufbau und den verwendeten Materialien können Wasserabflußmengen
eingestellt werden, die zwischen 0 und 70 % des auf der Dachfläche niedergegangenen
Wassers liegen.
Um die Pflanzen 7 ausreichend mit Wasser versorgen zu können, ist im Schichtaufbau
8 ein Wasserreservoir 12 vorgesehen. Innerhalb des Schichtaufbaus 8 ist ein Wasserleitprofil
angeordnet, das den Schichtaufbau in vertikaler Richtung entwässert und den Fluß des
Wassers in der Dachebene begünstigt. Zwischen Wasserleitprofil und Dachfläche 2 sind
eine Wurzelschutzbahn 13 und eine Schutzlage 14 vorhanden, die ein Vordringen der
Pflanzenwurzeln in Richtung auf die Dachfläche verhindern und so die Dichtigkeit des
Daches gewährleisten. Oberhalb des Wasserleitprofils 12 ist eine Drainschicht 15 angeordnet,
welche verhindern soll, daß sich im Wurzelbereich der Pflanzen 7 Staunässe bildet,
welche das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigen kann. Durch eine Filtermatte 16 von
der Drainschicht 15 getrennt, befindet sich das Pflanzsubstrat 17, das eigentliche
Wachstumssubstrat für die Pflanzen 7.
[0005] Der maximale Wasserstand, der sich im Wasserreservoir 12 des Schichtaufbaus 8 einstellen
kann, wird durch die Ausgestaltung des Wasserabflußsystems im Bereich des Wasserabflußrohres
1 vorgegeben. In dieses Wasserabflußrohr ist ein Innenrohr 4 eingesteckt und gegen
das Wasserabflußrohr 1 mit Hilfe von zwei Dichtringen 18 wasserdicht abgeschlossen.
Das zylindrische Innenrohr 4 ist so in das Wasserabflußrohr 1 eingesteckt, daß seine
obere Stirnseite in einer Höhe oberhalb der Dachfläche 2 liegt, welche dem gewünschten
maximalen Wasserstand im Schichtaufbau entspricht. Fällt Niederschlag auf das begrünte
Dach, gelangt das Überschußwasser, welches nicht von den oberen Schichten des Schichtaufbaus
8 und den Pflanzen 7 aufgenommen wurde, in das Wasserreservoir 12. Dort staut es sich
solange auf, bis sich der durch die Position des Innenrohres 4 vorgegebene maximale
Wasserstand eingestellt hat. Weiteres Wasser 3, welches in das Wasserreservoir 12
gelangt, fließt über das Innenrohr 4 über, gelangt durch die obere Öffnung des Innenrohrs
4 in das Innere des Rohres hinein und fließt von dort durch das Wasserabflußrohr 1
vom Dach ab. Ist der maximale Wasserstand also einmal erreicht, wird alles zusätzlich
in das Wasserreservoir 12 gelangende Überschußwasser 3 ungehindert und ohne zeitliche
Verzögerung in die Kanalisation abgeleitet. Der Durchmesser des Innenrohres ist so
groß, daß der maximale Wasserstand praktisch nie überschritten wird, da alles überschüssige
Wasser ungehindert und unverzögert abfließt. In diesem Fall ist also kein Wasserrückhalt
mehr gewährleistet, und die Grenzwerte für die vom Dach abgeleiteten Abwassermengen
können nicht mehr eingehalten werden.
[0006] Bei der herkömmlichen Gestaltung der Abflußsysteme von Dachaufbauten mit Intensivbegrünung
ist also - trotz der Vorteile die ein begrüntes Dach gegenüber einem nicht begrünten
Dach bietet - nicht in jedem Fall gewährleistet, daß die vorgeschriebenen Abwasserwerte
eingehalten werden und ein ausreichender Wasserrückhalt sichergestellt werden kann.
[0007] Dies gilt in verstärktem Maß für Dächer, welche keine Dachbegrünung aufweisen. Bei
nichtbegrünten Dachflächen war es bisher grundsätzlich unerwünscht, daß es zu einem
Anstau von Regenwasser auf dem Dach kam. Abgesehen von der Verschlammung und Verkrustung
der Dächer bestand die Gefahr, daß Frostdruck und Bewegungen einer auf dem Dach gebildeten
Eisdecke zu einer Beschädigung der Dachkonstruktion und zu Undichtigkeiten des Daches
führten. Auch auf Kiesdächern war daher der Anstau von Wasser bislang unerwünscht.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Waserabflußsystem anzugeben, das eine verbesserte Wasserretention aufweist
und den unkontrollierten Ablauf von Wasser von einer Fläche weitestgehend verhindert.
[0009] Die Erfindung soll vermeiden, daß überhöhte Abwasserspitzen auftreten und vorgegebene
Abwasserwerte nicht eingehalten werden können. Das erfindungsgemäße Wasserabflußsystem
soll sich insbesondere für begrünte Dächer eignen und sicherstellen, daß trotz einer
verzögerten Wasserabgabe in die Kanalisation keine dauerhafte Staunässe entsteht,
welche das Pflanzenwachstum beeinträchtigen könnte. Andererseits soll sich das erfindungsgemäße
Wasserabflußsystem auch für die Verwendung auf unbegrünten Dächern, Terrassen usw.
eignen und eine vergleichmäßigte Wasserabgabe sicherstellen. Schädigungen des Untergrunds
durch Frostdruck oder Reibung einer Eisdecke sollen vermieden werden. Zudem sollte
das erfindungsgemäße Wasserabflußsystem an die örtlich vorgefundenen Bedingungen sowie
an die beabsichtigte Anwendung, beispielsweise an die Art der Bepflanzung, flexibel
anpaßbar, dabei aber einfach aufgebaut sein.
[0010] Die Lösung dieser Aufgaben gelingt mit dem Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 1. Weitere
Ausbildungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Die Erfindung betrifft außerdem
die Verwendung des Wasserabflußsystems gemäß Ansprüchen 21 und 22.
[0011] Im einzelnen betrifft das in Anspruch 1 beanspruchte Wasserabflußsystem ein System,
welches wenigstens ein Wasserabflußrohr, durch welches auf einer Fläche befindliches
Wasser abgeleitet wird, sowie ein über die Fläche vorstehendes Innenrohr umfaßt. Wasserabflußrohr
und Innenrohr sind dicht schließend miteinander verbunden, so daß von der Fläche ablaufendes
Wasser im wesentlichen ausschließlich über das Innenrohr in das Wasserabflußrohr gelangt.
Erfindungsgemäß ist das Innenrohr so ausgebildet, daß nur ein vorgegebener, begrenzter
Anteil des Wassers, welches durch das Innenrohr in das Wasserabflußrohr einleitbar
ist, pro Zeiteinheit in das Innenrohr und von dort in das Wasserabflußrohr gelangen
kann.
[0012] Im Unterschied zu den Wasserabflußsystemen des Standes der Technik wird also diejenige
Menge an Wasser, welche auf einer zu entwässernden Fläche niedergegangen ist und welche
- gegebenenfalls nach Überschreiten eines vorgegebenen maximalen Wasserstands auf
der Fläche - von der Fläche abgeleitet werden soll, nicht ohne zeitliche Verzögerung
und so schnell wie möglich von der Fläche abgeleitet, sondern der Abfluß des überschüssigen
Wassers erfolgt mit zeitlicher Verzögerung, so daß ein Großteil des über das Innenrohr
in das Wasserabflußrohr abzuleitenden Wassers zunächst auf der Fläche zurückgehalten
wird. Dies wird dadurch erreicht, daß die Fläche der Durchgangsöffnungen, durch welche
das abzuleitende Wasser in das Innenrohr eintreten kann, derart begrenzt wird, daß
nicht sofort alles abzuleitende Wasser in das Innenrohr eintreten kann. Die Durchlaßfläche
für das Wasser wird dabei so gewählt, daß nur die gewünschte Menge an Wasser pro Zeiteinheit
über das Innenrohr abfließen kann. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß nicht sofort
alles auf der Fläche befindliche und durch das Innenrohr ableitbare Wasser von der
Fläche abgeleitet wird. Vielmehr kann ein definierter und verlangsamter Wasserabfluß
sichergestellt werden, der es ermöglicht, eventuell vorgegebene Abwasserwerte einhalten
zu können.
[0013] Durch geeignete Wahl der Ausgestaltung des Innenrohres eignet sich das erfindungsgemäße
Wasserabflußsystem sowohl für Flächen, auf denen ein Wasseranstau vorgesehen ist und
überschüssiges Wasser dann mit zeitlicher Verzögerung durch das Innenrohr abgeleitet
wird, sobald ein bestimmter Wasserstand überschritten ist, als auch für Fälle ohne
Wasseranstau, bei denen mit der erfindungsgemäßen zeitlichen Verzögerung das auf der
Fläche befindliche Wasser möglichst vollständig abgeleitet werden soll.
[0014] Die zeitlich verzögerte Ableitung überschüssigen Wassers kann in einer Ausbildungsform
der Erfindung dadurch erreicht werden, daß das Innenrohr an seinem über die Fläche
vorstehenden Ende offen ist und der Innendurchmesser des Innenrohres so gewählt wird,
daß sich die gewünschte Abflußmenge pro Zeiteinheit einstellt. Ein entsprechendes
Wasserabflußsystem kann beispielsweise grundsätzlich wie das in Fig. 5 dargestellte
System aufgebaut sein. Jedoch wird der Einlaßquerschnitt für das abzuleitende Wasser
sehr viel geringer sein als derjenige des Systems des Standes der Technik, bei welchem
ein unverzögerter Abfluß des überschüssigen Wassers beabsichtigt war. Das erfindungsgemäße
Innenrohr, welches im Zusammenhang mit der in Fig. 5 dargestellten Anordnung verwendet
werden kann, kann über seine gesamte Länge einen einheitlichen Innendurchmesser aufweisen,
oder aber es ist nur in einem Teilbereich auf einen geeigneten Innendurchmesser verengt.
[0015] Bei der beschriebenen Variante des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystemes ist es
möglich, daß sich bei einem sehr verlangsamten Ablauf des Wassers und bei sehr starken
Niederschlägen ein sehr hoher Wasserstand auf der zu entwässernden Fläche einstellt.
In einigen Fällen kann es jedoch erwünscht sein, daß ein bestimmter maximaler Wasserstand
nicht überschritten wird. Dies gilt beispielsweise dann, wenn auf der zu entwässernden
Fläche eine Bepflanzung vorhanden ist, deren Wurzeln durch einen zu hohen Wasserstand
und Staunässe im Wurzelbereich beschädigt werden können. Um den Anstieg des Wasserspiegels
über den maximal erwünschten Wasserstand hinaus zu verhindern, kann im Bereich der
zu entwässernden Fläche ein Notablauf vorhanden sein. Durch diesen Notablauf wird
Wasser, welches nach Erreichen des maximal erwünschten Wasserstandes auf die zu entwässernde
Fläche niedergeht, sofort und ohne zeitliche Verzögerung von der Fläche abgeführt.
Der Einlaß des Notablaufes liegt dabei bezüglich der Höhe weiter von der zu entwässernden
Fläche entfernt als die Eingangsöffnung(en) des Innenrohres. Der Auslaß des Notablaufs
kann beispielsweise entweder in die Kanalisation münden, oder das überschüssige Wasser
wird an der Gebäudefassade abgeleitet.
[0016] In einer zweiten erfindungsgemäßen Variante, welche alternativ oder aber auch ergänzend
zu der vorstehend beschriebenen Variante eingesetzt werden kann, wird der verzögerte
Wasserablauf dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß im Rohrmantel des Innenrohrs, in
dem Bereich, in welchem das Innenrohr über die Fläche vorsteht, wenigstens eine Durchgangsöffnung
vorhanden, durch welche das auf der Fläche stehende Wasser ins Innere des Innenrohrs
durchtreten und von dort durch das Wasserabflußrohr abfließen kann. Vorzugsweise weist
das Innenrohr eine Vielzahl von Durchgangsöffnungen auf.
[0017] Anzahl und Größe der Durchgangsöffnungen werden zweckmäßig so gewählt, daß pro Zeiteinheit
eine vorgegebene Menge Wasser von der Fläche ablaufen kann. So kann sichergestellt
werden, daß pro Zeiteinheit nur eine begrenzte Menge an Wasser von der zu entwässernden
Fläche abläuft und die vorgegebenen Abwasserwerte eingehalten werden. Selbstverständlich
können auch mehrere erfindungsgemäße Wasserabflußsysteme auf einer Fläche verwendet
werden.
[0018] Um zu verhindern, daß unkontrolliert Wasser in das Innenrohr eindringt, ist das Innenrohr
zweckmäßig an seinem oberen, über die Fläche vorstehenden Ende verschlossen. In einer
alternativen Ausführungsform kann das Innenrohr so lang ausgebildet sein, daß es weiter
über die zu entwässernde Fläche vorsteht als der zu erwartende maximale Wasserstand
auf dieser Fläche. In beiden Fällen wird verhindert, daß Wasser nach dem Überschreiten
der maximal vorgesehenen Anstauhöhe durch das obere, offene Ende des Ableitungsrohrs
einer bekannten Entwässerungsanordnung, wie sie im Zusammenhang mit Figur 5 beschrieben
wurde, unkontrolliert abläuft.
[0019] Das erfindungsgemäße Wasserabflußsystem kann sowohl zur Entwässerung von Flächen
verwendet werden, auf denen der Anstau eines definierten Wasserreservoirs vorgesehen
ist, als auch auf solchen Flächen, von denen das Wasser vollständig ablaufen soll.
Im ersteren Fall wird das Innenrohr nur in seinem oberen Endbereich mit einer oder
mehreren Durchgangsöffnungen versehen, während in dem Bereich, welcher der zu entwässernden
Fläche benachbart ist, keine Öffnungen vorgesehen sind. Der über die Fläche vorstehende
Bereich des Innenrohres wird dabei in einer Höhe nicht mit Durchgangsöffnungen versehen,
welche der maximal gewünschten Stauhöhe des Wassers auf der Fläche entspricht. Bis
zu dieser Höhe kann also auf der Fläche niedergehendes Wasser angestaut werden. Steigt
der Wasserspiegel über dieses Niveau, fließt das Wasser durch die wenigstens eine
Durchgangsöffnung ins Innere des Innenrohres und von dort über das Wasserabflußrohr
von der Fläche ab. Wie erwähnt, kann die Abflußmenge pro Zeit durch geeignte Wahl
der Anzahl und Größe der Durchgangsöffnungen auf das für die zugeordnete Einzugsfläche
gewünschte Maß eingestellt werden, so daß ein kontinuierliches Abfließen des Wassers
sichergestellt ist.
[0020] Soll andererseits kein Wasserreservoir auf der Fläche verbleiben, wird das Innenrohr
auch in seinem unteren Bereich mit Durchgangsöffnungen versehen, so daß das gesamte
auf der Fläche angestaute Wasser allmählich über das Innenrohr abfließen kann.
[0021] Die Erfindung bietet zudem den Vorteil, das Wasserabflußsystem gezielt an die jeweils
vorgefundenen Bedingungen und Anwendungsgebiete anpassen zu können. Beispielsweise
können die örtlichen Niederschläge sehr stark differieren und es zweckmäßig erscheinen
lassen, die Abflußmengen entsprechend einzustellen. Besonders wichtig ist dies im
Fall begrünter Dachflächen, bei denen Staunässe zu einer Beeinträchtigung des Pflanzenwachstums
führen kann. Andererseits kann es gerade in trockeneren und niederschlagsärmeren Gebieten
zweckmäßig sein, auf den begrünten Flächen niedergehendes Wasser länger für die Pflanzen
zur Verfügung zu halten und so deren Wachstum positiv zu beeinflußen. Dies gilt insbesondere
für extensiv begrünte Flächen. Auch unterschiedliche Arten von Schichtaufbauten für
die Dachbegrünung sowie unterschiedlicher Arten der Bepflanzung machen unterschiedliche
Arten der Be- und Entwässerung erforderlich. Gelegentlich kann auch eine Anpassung
der Entwässerung an die jahreszeitlich unterschiedlichen Bedingungen zweckmäßig sein.
[0022] Die Erfindung ermöglicht eine einfache Anpassung des Wasserabflußsystems an die beschriebenen
Bedingungen. So kann die Anstauhöhe des Wassers auf der zu entwässernden Fläche auf
einfache Weise dadurch eingestellt werden, daß die Höhe desjenigen Bereiches des Innenrohres,
der von Durchgangsöffnungen frei bleiben soll, entsprechend gewählt wird. Bei der
ersten erfindungsgemäßen Variante, bei welcher die Abflußmenge über den Innendurchmesser
des Innenrohres gesteuert wird, wird die Anstauhöhe des Wassers über die Höhe geregelt,
mit welcher das Innenrohr über die Fläche vorsteht.
[0023] Die Schnelligkeit, mit welcher auf der Fläche angesammeltes Wasser von dieser Fläche
abgeleitet wird, kann, wie bereits beschrieben, durch geeignete Wahl der Anzahl und
Größe der Durchgangsöffnungen im Innenrohr oder den Durchlaßquerschnitt des Innenrohres
eingestellt werden. Entsprechend ergibt sich hieraus der Zeitraum, über welchen angestautes
Wasser auf der Fläche zur Verfügung bleibt und beispielsweise von auf dieser Fläche
wachsenden Pflanzen aufgenommen und genutzt werden kann. Dabei kann trotz verbesserter
Retentionseigenschaften verhindert werden, daß sich Wasser dauerhaft anstaut, da durch
die Konstruktion des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems für einen kontinuierlichen
Wasserabfluß gesorgt ist, wenn der Wasserstand eine vorgegebene Höhe übersteigt. Schädigungen
von Bepflanzungen auf der Fläche durch ständige Staunässe können somit vermieden werden.
[0024] Für die Anpassung des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems an die jeweiligen örtlichen
Gegebenheiten geht man zweckmäßig so vor, daß das erforderliche Retentionsvermögen
des Systems bzw. die geeignete Wasserabflußmenge pro Zeit anhand der für die Region
verfügbaren Niederschlagsmengen und deren zeitlicher Verteilung ermittelt wird. Die
erforderlichen Niederschlagswerte sind beispielsweise von den regionalen Wetterstationen
erhältlich. Anordnung, Anzahl und Größe der Durchgangsöffnungen bzw. der Innendurchmesser
des Innenrohres können zweckmäßig mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems errechnet
werden, wobei von bekannten und bewährten Systemen und Verwendungen als Standard ausgegangen
werden kann. In dem Berechnungsprogramm können zusätzlich folgende weitere Parameter
berücksichtigt werden: die Art der Bepflanzung; die Wasserrückhalteeigenschaften der
zu entwässernden Fläche; Wasserverlust durch Verdunstung; die Art des Schichtaufbaus
bei einer Dachbegrünung sowie die Wasserretentionseigenschaften dieses Schichtaufbaus;
die gewünschten maximalen Abflußmengen pro Zeiteinheit oder gegebenenfalls vorgeschriebene
Abflußmengen pro Jahr.
[0025] Die Verteilung der Durchgangsöffnungen entlang des Innenrohrs muß erfindungsgemäß
nicht gleichmäßig sein. Vielmehr können sich Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen
in axialer Richtung des Innenrohrs ändern. Auf diese Weise läßt sich ein zeitlich
veränderlicher Wasserabfluß einstellen.
[0026] Beispielsweise kann es bei begrünten Dachflächen zweckmäßig sein, bei einem sehr
hohen Wasserstand für einen zunächst schnelleren Abfluß des Wassers zu sorgen. Dies
gelingt dadurch, daß Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen in Richtung auf
den oberen Endbereich des Innenrohres hin zunehmen. Auf diese Weise kann verhindert
werden, daß sich über längere Zeit ein hoher Wasserstand auf dem Dach einstellt, der
durch Staunässe im Wurzelbereich zu einer Schädigung der Bepflanzung führt. Ist dagegen
der Wasserstand auf ein nicht mehr schädliches Niveau abgesunken, kann ein verlangsamter
Abfluß des Wassers vom Dach zweckmäßig sein, um die Pflanzen über einen längeren Zeitraum
mit einem Wasservorrat zu versorgen.
[0027] Um eine Anpassung des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems an die jeweils vorgefundenen
örtlichen Bedingungen oder die sich jahreszeitlich ändernden Bedingungen zu ermöglichen,
ist das Wasserabflußsystem besonders bevorzugt so ausgebildet, daß sich Lage, Anzahl
und/oder Größe der Durchgangsöffnungen variabel verändern lassen.
Hierzu kann einerseits das Innenrohr im Wasserabflußrohr verschiebbar angeordnet sein.
Verschiebt man beispielsweise ein Innenrohr, dessen über die zu entwässernde Fläche
vorstehender Bereich mit Perforationen versehen ist, in Längsrichtung im Wasserabflußrohr
nach oben oder unten, verändert sich hierdurch die Anzahl der Durchgangsöffnungen,
durch welche Wasser über das Innenrohr in das Wasserabflußrohr abfließen kann. Bei
weiter aus dem Wasserabflußrohr herausgezogenem Innenrohr stehen mehr Durchgangsöffnungen
zur Verfügung, und entsprechend vergrößert sich die Wassermenge, welche pro Zeiteinheit
von der Fläche abfließen kann.
[0028] Verwendet man dagegen ein Wasserabflußsystem mit einem definierten Wasseranstau,
kann man durch Verschieben des Innenrohrs im Wasserabflußrohr die Wasserstandshöhe
gezielt einstellen, je nachdem, wie weit der nicht perforierte Teil des Innenrohrs
aus dem Wasserabflußrohr herausgezogen wird.
[0029] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Wasserabflußsystem
mit einem weiteren Rohr ausgestattet, welches radial innerhalb oder außerhalb des
Innenrohres angeordnet ist und an diesem anliegt. Innenrohr und weiteres Rohr sind
dabei gegeneinander verschieb- und/oder verdrehbar.
Das weitere Rohr kann einerseits frei von Durchgangsöffnungen sein und dann dazu dienen,
bei einem Wasseranstau die maximale Anstauhöhe des Wassers auf der zu entwässernden
Fläche einzustellen, oder es kann dazu verwendet werden, eine oder mehrere Durchgangsöffnungen
im Innenrohr ganz oder teilweise abzudecken und so die Abflußmenge an Wasser einzustellen.
[0030] In einer anderen Variante weist auch das weitere Rohr eine oder mehrere Durchgangsöffnungen
auf. Zweckmäßig ist diese wenigstens eine Durchgangsöffnung des weiteren Rohres so
angeordnet, daß sie sich mit einer zugehörigen Durchgangsöffnung des Innenrohres überlagern
läßt. Durch Verschieben und/oder Verdrehen des weiteren Rohres und des Innenrohres
gegeneinander kann dann die Anzahl und/oder Größe der resultierenden Durchgangsöffnungen
durch beide Rohre stufenlos variiert und den Erfordernissen angepaßt werden.
[0031] Um die den jeweiligen Anforderungen entsprechende Einstellung der beiden Rohre zueinander
zu erleichtern, kann auf dem Innenrohr und/oder dem weiteren Rohr eine Skala vorhanden
sein. Die Skala kann beispielsweise so aufgebaut sein, daß sich ihr die Position der
beiden Rohre zueinander für bestimmte, vorgegebene Abflußmengen entnehmen läßt. Zusätzlich
oder alternativ hierzu kann die Skala einen Anhaltspunkt dafür bieten, wie sich die
Position der beiden Rohre zueinander bei Anwendung in bestimmten Schichtaufbauten,
Flächengrößen, bestimmten Klimazonen, bestimmten Jahreszeiten, bei bestimmten Arten
von Bepflanzungen usw. ändert. Die beschriebene bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Wasserabflußsystems ermöglicht es, ein und dasselbe System auf eine Vielzahl von Anwendungen
anzupassen. Das System ist also äußerst flexibel einsetzbar, ohne dabei kompliziert
aufgebaut zu sein.
[0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform, bei welchem das Wasserabflußsystem
ein im Wasserabflußrohr verschiebbares Innen- und/oder weiteres Rohr umfaßt, ist im
oberen Endbereich von Innenrohr und/oder weiterem Rohr ein Schwimmkörper vorhanden.
Dieser Schwimmkörper sorgt dafür, daß Innenrohr und/oder weiteres Rohr entsprechend
dem auf der zu entwässernden Fläche vorherrschenden Wasserstand im Wasserabflußrohr
auf- und abbewegt werden. Diese Anordnung kann dazu beitragen, unabhängig vom herrschenden
Wasserdruck einen gleichbleibenden Wasserabfluß zu gewährleisten. Bei einem feststehenden
Rohr, dessen oberes Ende mit einem Deckel verschlossen ist und welches in seinem oberen
Bereich über eine vorgegebene Höhe eine bestimmte Anzahl von Durchgangsöffnungen aufweist,
ändert sich die Abflußmenge an Wasser abhängig davon, wie hoch der Wasserüberstand
oberhalb der Durchgangsöffnungen ist. Mit zunehmendem Wasserstand erhöht sich der
Wasserdruck auf das Rohr, und entsprechend steigt die Wassermenge, welche durch die
Durchgangsöffnungen abfließt. Verwendet man dagegen ein entsprechendes Rohr mit einem
perforierten oberen Abschnitt und einem perforationsfreien unteren Abschnitt, welches
an seinem oberen Rand mit einem Schwimmkörper versehen ist, bleibt der Wasserdruck
unabhängig vom Wasserstand konstant, da das Rohr entsprechend dem schwankenden Wasserstand
mitbewegt wird.
[0033] Um die Wartung des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems zu ermöglichen oder um die
gewählten Einstellungen im Laufe der Zeit verändern zu können, weist das erfindungsgemäße
System zweckmäßig einen Schacht auf, in welchen das Innenrohr hineinragt und welcher
das Innenrohr mit einem Abstand zu diesem umgibt.
Bei einem System mit Wasseranstau befindet sich der Stauraum zur Aufnahme des Wassers
zweckmäßig im Bereich um dasjenige Ende des Schachtes, welches der zu entwässernden
Fläche benachbart ist. Stauraum und das Innere des Schachtes stehen dann über wenigstens
einen Durchlaß miteinander in Verbindung.
Bei Verwendung des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems zur Entwässerung von begrünten
Flächen können oberhalb des Stauraums wenigstens eine Drainschicht und/oder ein Einschichtsubstrat
und/oder wenigstens eine Pflanzsubstratschicht angeordnet sein.
[0034] Die Erfindung soll nachfolgend am Beispiel von Dachflächen als zu entwässernden Flächen
unter Bezugnahme auf eine Zeichnung näher erläutert werden. Darin zeigen schematisch
- Fig. 1a
- einen Querschnitt durch ein Kiesdach im Bereich eines erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems;
- Fig. 1b
- das im Wasserabflußsystem gemäß Fig. 1a verwendete Innenrohr in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch ein Kiesdach im Bereich eines weiteren erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems;
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch ein Dach mit Intensivbegrünung im Bereich eines weiteren Beispiels
eines erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems;
- Fig. 4
- zwei Komponenten eines erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems in zusammengesetztem
und nicht zusammengesetztem Zustand und
- Fig. 5
- ein Wasserabflußsystem des Standes der Technik im Querschnitt.
[0035] Figur 1a beschreibt ein erfindungsgemäßes Wasserabflußsystem, welches auf einem Kiesdach
verwendet wird. Das erfindungsgemäße Wasserabflußsystem entspricht in einigen Merkmalen
dem in Zusammenhang mit Fig. 5 beschriebenen System des Standes der Technik. Um Wiederholungen
zu vermeiden, sollen übereinstimmende Bestandteile nicht erneut beschrieben werden.
In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche Teile.
[0036] Der wesentliche Unterschied des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems, welches in
Fig. 1 dargestellt ist, zu dem Wasserabflußsystem des Standes der Technik gemäß Fig.
5 besteht in der Ausgestaltung des Innenrohres 4. Während das Innenrohr des Systems
gemäß Fig. 5 oben offen ist und in seinem Rohrmantelbereich keine Durchgangsöffnungen
aufweist, ist das Innenrohr 4 des erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems in demjenigen
Bereich, welcher über die Dachfläche 2 vorsteht, mit einer Vielzahl von Durchgangsöffnungen
5 versehen, die gleichmäßig über diesen Bereich des Rohres verteilt sind. Zudem ist
das Innenrohr 4 in seinem oberen Bereich verschlossen (vgl. Fig. 1b). Auf diese Weise
wird verhindert, daß bei einem sehr hohen Wasserstand überschüssiges Wasser von oben
in das Innenrohr eindringen und unkontrolliert abfließen kann. Alternativ wäre es
möglich, das Innenrohr 4 über den maximal zu erwartenden Wasserstand hinaus nach oben
zu verlängern, so daß auch dann, wenn das Innenrohr oben unverschlossen ist, kein
Wasser von oben in das Rohrinnere eintreten kann. Für den Fall, daß dennoch einmal
der Wasserstand so hoch steigt, daß ein Überlaufen des Wassers über das obere Bohrende
zu befürchten ist, kann auf der Dachfläche knapp unterhalb des oberen Endes des Innenrohres
ein Notablauf für überschüssiges Wasser vorgesehen sein, so daß ein Anstieg des Wasserspiegels
bis zum oberen Rohrende vermieden wird.
[0037] Figur 1 zeigt die Verwendung eines erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems auf einem
Kiesdach, bei dem bisher ein sofortiger Abfluß des auf dem Dach niedergegangenen Wassers
erwünscht war, um zu verhindern, daß sich bei Frost eine Eisdecke auf dem Dach bildet,
welche durch Frostdruck und Bewegungen zu einer Schädigung des Daches und letztlich
zu Undichtigkeiten hätte führen können. Bislang wurde also von einem Kiesdach das
Wasser ohne zeitliche Verzögerung und in nicht reduzierter Menge direkt an die Kanalisation
abgegeben.
Die Erfindung erlaubt im Gegensatz hierzu, das auf dem Kiesdach niedergegangene Wasser
eine bestimmte Zeit lang zurückzuhalten, nur eine vorbestimmte Menge an Wasser pro
Zeiteinheit vom Dach abfließen zu lassen und zudem die abgegebene Wassermenge dadurch
zu reduzieren, daß das Wasser eine Zeitlang auf dem Dach verbleibt und von dort verdunsten
kann. Ermöglicht wird dies dadurch, daß durch geeignete Wahl der Anzahl und/oder Größe
der Durchgangsöffnungen 5 des Innenrohres nur eine vorbestimmte Menge an auf der Dachfläche
2 niedergegangenem Wasser pro Zeiteindurch die Durchgangsöffnungen in das Innere des
Innenrohres heit und von dort über das Wasserabflußrohr 1 in die Kanalisation gelangt.
Da jedoch kontinuierlich Wasser durch die Durchgangsöffnungen 5 abläuft, kommt es
nicht zur Bildung einer geschlossenen Eisdecke auf dem Dach, so daß sich auch Schädigungen
durch Frostdruck oder Bewegungen dieser Eisdecke nicht einstellen.
[0038] Das Innenrohr 4 ist in einem Schacht 19 angeordnet, der mit einem abnehmbaren Deckel
20 verschlossen ist. Auf diese Weise ist das erfindungsgemäße Wasserabflußsystem auch
nach dem Einbau auf dem Dach von außen zugänglich und kann gewartet werden. Die beschriebene
Konstruktion ermöglicht es zudem, die gewünschten Wasserabflußmengen noch vor Ort
zu verändern. Hierzu kann beispielsweise das über die Dichtringe 18 im Wasserabflußrohr
1 befestigte Innenrohr in axialer Richtung auf- und abbewegt werden. Dadurch ändert
sich die Anzahl der Durchgangsöffnungen 5, welche von abfließendem Wasser durchströmbar
sind. Entsprechend ändert sich auch die Menge des pro Zeiteinheit abfließenden Wassers.
[0039] Die in Fig. 1 gezeigte Anordnung wird für die Entwässerung eines Kiesdachs verwendet.
Sie eignet sich jedoch gleichermaßen beispielsweise für die Entwässerung gekiester
Bodenflächen, von Terrassen, Balkonen oder auch bepflanzten Flächen wie insbesondere
extensiv begrünten Dachflächen. In letzterem Fall wäre angrenzend an den Schacht 19
anstelle der Kiesschicht 21 eine Pflanzsubstratschicht vorhanden.
[0040] Um zu verhindern, daß grobe Teilchen in den Schacht und in das Wasserabflußsystem
geschwemmt werden, wird das ablaufende Wasser durch in den Schacht einmündende Drän-
oder Filterrohre auf das Wasserabflußsystem geleitet. Die Filterrohre 22 sind netzartig
untereinander verbunden und an den vom Schacht abgelegenen Enden verschlossen. Das
ablaufende Wasser tritt durch seitliche Schlitze in die Filterrohre ein.
[0041] Figur 2 zeigt ein Beispiel einer extensiven Dachbegrünung, bei welcher eine andere
Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems verwendet wird. Das Wasserabflußsystem
entspricht im wesentlichen demjenigen, welches im Zusammenhang mit Fig. 1 besprochen
wurde. Nur der obere Endbereich 6 des Innenrohres 4 weist Durchgangsöffnungen 5 auf.
Außerdem ist am oberen Ende des Innenrohres ein Schwimmkörper 11 angeordnet. Dieser
Schwimmkörper bewirkt, daß das Innenrohr je nach Wasserstand mehr oder weniger weit
aus dem Wasserabflußrohr 1 herausgezogen wird. Dies hat zur Folge, daß unabhängig
von der Höhe des Wasserstandes der Wasserdruck, mit welchem das Wasser durch die Durchgangsöffnungen
5 in das Innenrohr 4 einströmt, praktisch konstant bleibt. Es wird also auf diese
Weise erreicht, daß auch die vom Dach abfließende Wassermenge sich über die Zeit praktisch
nicht ändert, selbst wenn die Niederschlagsmengen stark variieren. Die Einhaltung
der Abflußmenge ist deshalb in besonders konstanter Weise gewährleistet.
[0042] Um eine gute Beweglichkeit des Innenrohres 4 im Wasserabflußrohr 1 sicherzustellen,
wird hier anstelle der Dichtringe eine andere Befestigungsart eingesetzt. Das Innenrohr
4 ist mit einem geringen Zwischenraum in das Wasserabflußrohr eingesteckt. Der Zwischenraum
ist mit einem dünnen Wasserfilm ausgefüllt, auf dem das Innenrohr im Wasserabflußrohr
auf und ab gleiten kann.
[0043] Figur 3 zeigt die Verwendung eines erfindungsgemäßen Wasserabflußsystems im Zusammenhang
mit einer intensiven Dachbegrünung mit Wasseranstau. Um den Pflanzen 7 eine ausreichende
Wasserversorgung zu gewähren, ist im Schichtaufbau 8, welcher auf der Dachfläche 2
angeordnet ist, ein Wasserreservoir 12 vorhanden. Die maximale Wasserstandshöhe, mit
welchem sich das Wasser 3 auf die Dauer innerhalb des Schichtaufbaus 8 ansammeln kann,
wird durch die Höhe des weiteren Rohres 9 vorgegeben. Sobald diese maximale Wasserstandshöhe
überschritten ist, fließt ein vorgegebener Anteil des Wassers 3 durch die Durchgangsöffnungen
5 des Innenrohres 4 ab, welches in das weitere Rohr 9 eingesteckt ist. Die Abflußmenge
pro Zeiteinheit wird erneut über die Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen
5 gesteuert.
[0044] Die gezeigte Anordnung stellt sicher, daß sich auf dem Dach niedergehendes Wasser
nicht über längere Zeit mit einem Niveau über der gewünschten maximalen Wasserstandshöhe
befinden kann. Gleichzeitig wird jedoch verhindert, daß überschüssiges Wasser unkontrolliert
vom Dach abläuft. Durch den kontinuierlichen Ablauf des überschüssigen Wassers wird
außerdem verhindert, daß sich dauerhafte Staunässe bilden kann, welche das Pflanzenwachstum
beeinträchtigt. Bei besonders empfindlichen Pflanzen kann es jedoch zweckmäßig sein,
die Drainschicht 15, welche durch die Filtermatte 16 vom Pflanzsubstrat 17 getrennt
ist, zu vergrößern, um so das Pflanzsubstrat 17 und die auf ihm wachsenden Pflanzen
7 weiter vom Wasserreservoir 12 zu entfernen.
[0045] Außerdem kann es sich als vorteilhaft erweisen, die im Schichtaufbau verwendeten
Materialien an den veränderten Wasserrückhalt anzupassen. Beispielsweise können Materialien
mit einem größeren Porenvolumen eingesetzt werden, die das reichlicher zur Verfügung
stehende Wasser besser aufnehmen können. Der verbesserte Wasserhaushalt erlaubt die
Bepflanzung mit anspruchsvolleren Pflanzen, als dies bisher bei vergleichbaren Schichtaufbauten
möglich war - und zwar sowohl bei intensiver als auch bei extensiver Begrünung. Es
bietet sich zudem eine Bepflanzung an, die an einen erhöhten Wasservorrat gut angepaßt
ist. Beispielhaft können Pflanzen aus dem Teichrand- und Flußuferbereich genannt werden
wie Binsen oder Schilf.
[0046] In Fig. 4 ist eine besonders bevorzugte Ausgestaltung von weiterem Rohr 9 und Innenrohr
4 dargestellt. Die gezeigte Ausbildung der beiden Teile ermöglicht es auf besonders
einfache Weise, das erfindungsgemäße Wasserabflußsystem an die vorgefundenden Bedingungen
und die bezweckte Anwendung anzupassen.
Figur 4a zeigt ein Innenrohr 4, welches an seinem oberen Ende verschlossen ist und
in seinem Rohrmantel mehrere schlitzförmige Durchgangsöffnungen 5 aufweist.
[0047] Figur 4b zeigt ein zugehöriges weiteres Rohr 9, welches an beiden Seiten offen ist
und in seinem Rohrmantel ebenfalls schlitzförmige Durchgangsöffnungen 10 aufweist.
Der Außendurchmesser des weiteren Rohres 9 entspricht im wesentlichen dem Innendurchmesser
des Innenrohres 4, so daß das Innenrohr, wenn es auf das weitere Rohr aufgesteckt
wird, an diesem anliegt.
[0048] Figur 4c zeigt Innenrohr 4 und weiteres Rohr 9 im zusammengesetzten Zustand. Dabei
sind beide Rohre so gegeneinander verschoben, daß die Durchgangsöffnungen 5 und 10
jeweils teilweise miteinander zur Deckung kommen. Dadurch ergibt sich eine gemeinsame
Durchgangsöffnung durch beide Rohre, durch welche Wasser ins Innere der Rohre treten
und von dort in ein (nicht gezeigtes) Wasserabflußrohr 1 weitergeleitet werden kann.
Durch Verschiebung und/oder Verdrehen des Innenrohres auf dem weiteren Rohr 9 kann
die Größe der resultierenden Durchgangsöffnungen durch beide Rohre praktisch stufenlos
variiert werden. Auf diese Weise lassen sich die Abflußmengen, welche durch die gezeigte
Anordnung pro Zeiteinheit abfließen können, auf sehr einfache Weise auf die gewünschten
Werte einstellen. Die gezeigte Anordnung eignet sich deshalb für eine Vielzahl von
Anwendungen, ohne daß Veränderungen an den einzelnen Komponenten des erfindungsgemäßen
Wasserabflußsystems vorgenommen werden müssen.
Um die Einstellung der beiden Rohre 4, 9 zueinander zu vereinfachen, können auf dem
Innenrohr 4 und/oder dem weiteren Rohr 9 Skalierungen vorhanden sein, die jedoch zur
Vereinfachung in der Darstellung nicht gezeigt sind.
[0049] Die nachfolgenden Tabellen sollen, für verschiedene Anwendungsbeispiele, den Einfluß
der Größe der Durchgangsöffnungen im Innenrohr auf die abfließende Menge an Wasser
pro Zeiteinheit verdeutlichen.
[0050] In allen in den Tabellen angegebenen Anwendungsbeispielen wurden Innenrohre verwendet,
die unmittelbar oberhalb der zu entwässernden Dachfläche eine einzige Durchgangsöffnung
von entweder 5 oder 6 mm Durchmesser aufwiesen.
[0051] In Tabelle 1 wurde für eine Grundfläche von 100 m
2 jeweils die Zeit gemessen, die für verschieden hohe Wasserstände jeweils zur vollständigen
Entwässerung der Fläche benötigt wurde. Der Wasserstand war dabei jeweils niedriger
als die Schichthöhe des Speichermediums, welches auf der Dachfläche aufgebracht war.
Als Speichermedium wurden Kies und Blähschiefer der angegebenen Körnungen verwendet.
Wie sich Tabelle 1 entnehmen läßt, hängt die Zeit, für welche das auf der Dachfläche
befindliche Wasser auf dieser zurückgehalten wird, einerseits von der Art des Speichermediums
und andererseits vom Wasserstand und vom zur Verfügung stehenden Abflußquerschnitt
ab. Die Ablaufgeschwindigkeit reduziert sich mit abnehmendem Abflußquerschnitt und
zunehmender Speicherfähigkeit des Speichermediums. In jedem Fall sind die Abflußverzögerungswerte
jedoch um ein Vielfaches höher als für die Systeme des Standes der Technik, bei denen
Wasser praktisch unverzögert in die Kanalisation abgeführt wird.
[0052] Tabelle 2 zeigt eine genauere Aufschlüsselung der Abflußverzögerung von Dachflächen
mit Blähschiefer 2/11 als Speichermedium. Für verschiedene Flächengrößen sind jeweils
die Abflußgeschwindigkeiten bis zur nächst niedrigeren Anstauhöhe aufgelistet. In
der ersten Zeile (Anstauhöhe = 11 cm) ist also jeweils die Zeit in Minuten angegeben,
die erforderlich ist, um den Wasserstand auf 9 cm zu reduzieren, darauf folgt in der
zweiten Spalte die Zeit, die zur Verringerung des Wasserstandes von 9 auf 7 cm erforderlich
ist, usw.. In den letzten drei Zeilen sind die aufaddierten Werte angegeben, also
diejenige Zeit, die erforderlich ist, um von der Fläche das Wasser mit einer Anstauhöhe
von 11 cm vollständig ablaufen zu lassen.
[0053] Die angegebenen Werte zeigen, daß es möglich ist, den Ablauf des Wassers von der
Dachfläche gegenüber herkömmlichen Systemen ganz erheblich zu verlängern. Dies ermöglicht
einerseits die Einhaltung vorgegebener Abwasserwerte, und andererseits steht das auf
dem Dach zurückgehaltene Wasser für eventuell vorhandene Bepflanzung länger zur Verfügung.
Durch diesen erhöhten Wasservorrat kann das Wachstum der Pflanzen auf dem Dach positiv
beeinflußt werden. Zudem kann die Ablaufgeschwindigkeit des Wassers gezielt dadurch
beeinflußt werden, daß die Anordnung, Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen
des Innenrohrs und/oder der Innendurchmesser des Innenrohres des erfindungsgemäßen
Wasserabflußsystems in der vorstehend beschriebenen Weise eingestellt werden. Das
erfindungsgemäße Wasserabflußsystem kann damit auf einfache Weise an die vorgefundenen
Bedingungen und die beabsichtigte Verwendung gezielt angepaßt werden.
TABELLE 1
| Übersicht der Abflußverzögerung in Abhängigkeit des Speichermediums und der Anstauhöhe
im Gegensatz zum Stand der Technik |
| |
Abflußverzögerung in Stunden je 100 qm Fläche |
| Anstauhöhe |
11cm |
9cm |
5cm |
3cm |
1cm |
11cm |
9cm |
5cm |
3cm |
1cm |
| Speichermedium |
Abflußquerschnitt 5 mm |
Abflußquerschnitt 6 mm |
| Kies 16/32 |
109 |
97 |
71 |
54 |
35 |
94 |
85 |
62 |
48 |
32 |
| Blähschiefer 4/16 |
129 |
115 |
83 |
63 |
41 |
111 |
100 |
74 |
57 |
38 |
| Blähschiefer 2/11 |
176 |
157 |
114 |
86 |
56 |
152 |
137 |
101 |
78 |
52 |
| ohne Abflußverzögerung |
je nach Speichermedium 0.1-1 Stunde |
TABELLE 2
| Abflußverzögerung in Abhängigkeit von Speichermedium (Blähschiefer 2/11) Abflußdrosselung
(5/6 mm) Flächengröße und Anstauhöhe |
| Anstauhöhe in cm |
Bohrung 5 mm |
50 qm |
100 qm |
150 qm |
200 qm |
| 11 |
56 |
560 |
1120 |
1680 |
2240 |
| 9 |
58 |
580 |
1160 |
1740 |
2320 |
| 7 |
71 |
710 |
1420 |
2130 |
2840 |
| 5 |
83 |
830 |
1660 |
2490 |
3320 |
| 3 |
92 |
920 |
1840 |
2760 |
3680 |
| 1 |
169 |
1690 |
3380 |
5070 |
6760 |
| Abflußverzögerung in |
Minuten |
5290 |
10580 |
15870 |
21160 |
| Abflußverzögerung in |
Stunden |
88 |
176 |
265 |
353 |
| Abflußverzögerung in |
Tagen |
3,7 |
7,3 |
11,0 |
14,7 |
| |
| Anstauhöhe in cm |
Bohrung 6 mm |
50 qm |
100 qm |
150 qm |
200 qm |
| 11 |
43 |
430 |
860 |
1290 |
1720 |
| 9 |
51 |
510 |
1020 |
1530 |
2040 |
| 7 |
56 |
560 |
1120 |
1680 |
2240 |
| 5 |
69 |
690 |
1380 |
2070 |
2760 |
| 3 |
78 |
780 |
1560 |
2340 |
3120 |
| 1 |
158 |
1580 |
3160 |
4740 |
6320 |
| Abflußverzögerung in |
Minuten |
4550 |
9100 |
13650 |
18200 |
| Abflußverzögerung in |
Stunden |
76 |
152 |
228 |
303 |
| Abflußverzögerung in |
Tagen |
3,2 |
6,3 |
9,5 |
12,6 |
1. Wasserabflußsystem, welches wenigstens ein Wasserabflußrohr (1) zum Ableiten von auf
einer Fläche (2) befindlichem Wasser (3) sowie ein über die Fläche vorstehendes Innenrohr
(4) umfaßt, welches mit dem Wasserabflußrohr (1) dicht schließend derart verbunden
ist, daß von der Fläche ablaufendes Wasser im wesentlichen ausschließlich über das
Innenrohr (4) in das Wasserabflußrohr (1) gelangt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) so ausgebildet ist, daß pro Zeiteinheit nur ein begrenzter,
vorgegebener Anteil der Gesamtmenge des durch das Innenrohr (4) ableitbaren Wassers
in das Wasserabflußrohr (1) einleitbar ist.
2. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) an seinem über die Fläche (2) vorstehenden Ende offen ist und
der Anteil an ableitbarem Wasser über den Innendurchmesser des Innenrohres (4) eingestellt
wird.
3. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) im Bereich seines über die Fläche (2) vorstehenden Rohrmantels
wenigstens eine Durchgangsöffnung (5) zum Durchlaß des von der Fläche ablaufenden
Wassers aufweist.
4. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) eine Vielzahl von Durchgangsöffnungen (5) aufweist.
5. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) in einem der Fläche (2) benachbarten Bereich keine Durchgangsöffnungen
aufweist und die wenigstens eine Durchgangsöffnung (5) in einem oberen Endbereich
(6) des Innenrohres vorhanden ist.
6. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) an seinem oberen, über die Fläche (2) vorstehenden Ende verschlossen
ist.
7. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) weiter über die Fläche (2) vorsteht als der zu erwartende maximale
Wasserstand auf der Fläche.
8. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen (5) oder daß der Innendurchmesser
des Innenrohres (4) in Abhängigkeit von den zu erwartenden örtlichen Niederschlagsmengen
und/oder von den jahreszeitlich zu erwartenden Niederschlagsmengen gewählt werden.
9. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen (5) oder daß der Innendurchmesser
des Innenrohres (4) in Abhängigkeit von einer auf der Fläche (2) vorhandenen Bepflanzung
(7) und insbesondere von dem die Bepflanzung tragenden Schichtaufbau (8) gewählt werden.
10. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen (5) in axialer Richtung des
Innenrohrs (4) ändern.
11. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß Anzahl und/oder Größe der Durchgangsöffnungen (5) in Richtung auf den oberen Endbereich
(6) des Innenrohres (4) hin zu- oder abnehmen.
12. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) im Wasserabflußrohr (1) verschiebbar angeordnet ist.
13. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 3 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß radial innerhalb oder außerhalb des Innenrohres (4) und an diesem anliegend ein
weiteres Rohr (9) angeordnet ist und beide Rohre gegeneinander verschieb- und/oder
verdrehbar sind.
14. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem weiteren Rohr (9) wenigstens eine Durchgangsöffnung (10) vorhanden ist.
15. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Durchgangsöffnung (10) des weiteren Rohrs (9) so ausgebildet
ist, daß sie mit einer zugehörigen Durchgangsöffnung (5) des Innenrohrs (4) überlagert
und durch Verschieben und/oder Verdrehen beider Rohre (4, 9) gegeneinander die Größe
der resultierenden Durchgangsöffnung durch beide Rohre verändert werden kann.
16. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf Innenrohr (4) und/oder weiterem Rohr (9) eine Skala vorhanden ist, welche
die Position der beiden Rohre (4, 9) zueinander in Relation zur Größe der wenigstens
einen resultierenden Durchgangsöffnung setzt.
17. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 12 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß im oberen Endbereich von Innenrohr (4) und/oder weiterem Rohr (9) ein Schwimmkörper
(11) angeordnet ist.
18. Wasserabflußsystem gemäß einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innenrohr (4) in einen Schacht (19) hineinragt, welcher das Innenrohr mit
einem Abstand zu diesem umgibt.
19. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich um das der Fläche (2) zugewandte Ende des Schachtes (19) ein Stauraum
(12) zur Aufnahme von Wasser (3) vorgesehen ist und Stauraum (12) und das Innere des
Schachtes (19) über wenigstens einen Durchlaß miteinander in Verbindung stehen.
20. Wasserabflußsystem gemäß Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß oberhalb des Stauraums (12) wenigstens eine Drainschicht (15) und/oder wenigstens
eine Pflanzsubstratschicht (17) angeordnet ist.
21. Verwendung des Wasserabflußsystems gemäß einem der Ansprüche 1 bis 20 zum Regulieren
des Wasserabflusses von Dachflächen oder Terrassen.
22. Verwendung des Wasserabflußsystems gemäß Anspruch 21 auf Kiesdächern und auf Dächern
mit intensiver und/oder extensiver Dachbegrünung.