[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerüst für eine Schalung zur Herstellung einer
Voute bei Bauwerken aus gießfähigen Materialien, beispielsweise aus Beton.
[0002] Unter Vouten werden im Bauwesen Abschrägungen eines Überganges zwischen einer Bodenplatte
oder einer Deckenplatte einerseits und einer vertikal stehenden Wand andererseits
verstanden. Wird das Bauwerk aus einem gießfähigen Material gefertigt wie beispielsweise
Beton, so muß zur Herstellung einer solchen Voute eine Schalung vorbereitet und erstellt
werden, was mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist.
[0003] Aufgabe und Ziel der Erfindung ist es daher, ein Gerüst für eine solche Schalung
vorzuschlagen, bei dessen Einsatz der Schalungsaufwand verringert werden kann. Zur
Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung gekennzeichnet durch einen ersten horizontal
angeordneten Träger, an welchem mehrere in horizontaler Richtung voneinander distanzierte
und gegenüber einer Horizontalen schräg angeordnete Hohlprofile vorgesehen sind, an
deren freien Enden außenseitig Widerlager zur Festlegung eines zweiten horizontalen
Trägers vorgesehen sind und von diesen Hohlprofilen Stützprofile aufgenommen sind,
die gegenüber den sie aufnehmenden Hohlprofilen teleskopartig verschiebbar und gegeneinander
arretierbar sind.
[0004] Aus der DE 31 28 831 A1 und der DE-AS 24 60 742 sind Schalungen zur Herstellung von
kegelstumpf- und pyramidenförmigen Wänden gezeigt. Bei diesen nicht gattungsgemäßen
Einrichtungen sind ebenfalls mehrere in horizontaler Richtung voneinander distanzierte
und gegenüber einer Horizontalen schräg angeordnete Träger vorgesehen, zwischen denen
horizontale Träger befestigt werden.
[0005] Um die Erfindung zu veranschaulichen, werden, ohne die Erfindung dadurch einzuschränken,
Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die Ansicht eines Gerüstes und
Fig. 2 dessen Seitensicht;
die Fig. 3 und 4 das Hohlprofil in Seitensicht und Ansicht;
die Fig. 5 und 6 das Stützprofil in Seitensicht und Draufsicht;
Fig. 7 ein Detail, Blickrichtung Pfeil A in Fig. 1;
Fig. 8 in Seitensicht ein Gerüst ähnlich Fig. 1, jedoch in einer anderen Ausgestaltung.
[0006] Das Gerüst weist einen ersten horizontalen Träger 1 auf, der als Kastenträger mit
rechteckigem Querschnitt ausgebildet ist. An der Unterseite dieses Trägers 1 sind
in gleichmäßigem Abstand über dessen Länge L jeweils paarweise L-förmige Leisten 3
angeschweißt, und zwar in der Weise, daß ihre frei auskragenden Schenkel gegeneinander
gerichtet sind, wodurch ein nach unten offenes, hinterschnittenes U-Profil gebildet
wird. An den Enden dieses Trägers 1 sind horizontal liegende Rohrhülsen 4 an den Seitenwangen
angeschweißt, die zur Verbindung von in horizontaler Richtung aufeinanderfolgenden
Trägern dienen. An der Oberseite 5 dieses ersten kastenartigen Trägers 1 sind kegelförmige
Positionierungselemente 6 festgelegt, die mit hier nicht dargestellten Schalungsrahmen
für Schalungstafeln zusammenwirken und diese positionieren, wenn eine Schalung mit
diesem Gerüst aufgebaut wird. In horizontalen Abständen, die den Abständen der die
U-Profile bildenden Leisten 3 entsprechen, sind von der Seitenwange des Trägers 1
ausgehende, keilförmige Einschnitte 7 vorgesehen, die stirnseitig an ihrer offenen
Seite von Laschen 8 überbrückt sind, die mit der Seitenwange des Trägers 1 verschraubt
sind, wobei zumindest eine Bohrung einer solchen Lasche 8, die der Aufnahme einer
Befestigungsschraube dient, als Langloch ausgebildet ist.
[0007] An der Unterseite 2 dieses horizontalen Trägers 1 sind nun schräg stehende Hohlprofile
9 vorgesehen, die hier nach unten gerichtet sind. Diese einen rechteckigen Querschnitt
aufweisenden Hohlprofile 9 tragen an ihrem oberen Ende eine Platte 10, wobei die Ebene
dieser Platte 10 und die Längsachse des Hohlprofiles 9 einen spitzen Winkel miteinander
einschließen. Unter Zwischenschaltung eines Stützsteges 11 sind diese beiden Teile
miteinander verschweißt. An der einen Längsseite des Hohlprofiles 9 sind seitlich
auskragende Laschen 12 vorgesehen, deren Unterseite mit der Unterseite des Hohlprofiles
9 bündig liegt und die je eine Bohrung zur Aufnahme einer Befestigungsschraube besitzen,
mit welcher eine hier nicht dargestellte Schaltafel befestigt werden kann. Im unteren
Bereich dieses Hohlprofiles 9 sind Bohrungen 18 in einer Reihe mit einer Teilung t
vorgesehen, wobei diese Teilung beispielsweise 40 mm betragen kann. An der Außenseite,
ebenfalls im unteren Bereich des Hohlprofiles 9, ist ein Widerlager 13 aus einem Winkelprofil
angeschweißt, dessen vertikaler Schenkel 14 eine Gewindebohrung, hier in Form einer
angeschweißten Mutter 15 aufweist. In dieses Hohlprofil 9 ist ein Stützprofil 16 teleskopartig
einsetzbar, das ebenfalls einen rechteckigen Querschnitt besitzt und das an seinem
unteren Ende eine Fußplatte 17 mit Bohrungen trägt. Dieses Stützprofil 16 besitzt
ebenfalls eine Reihe von Bohrungen 19, wobei jedoch die Teilung T dieser Lochreihen
etwas größer gewählt ist als die Teilung t des Hohlprofiles 9. Beträgt beispielsweise
die Teilung t 40 mm, so werden für die Teilung T 50 mm vorgesehen. Dank dieser Teilungswahl
ist eine kleinstufige Längenveränderung dieses Stützprofiles möglich. Die teleskopartig
ineinander steckbaren und gegeneinander verschiebbaren Hohlprofile werden bei deckungsgleicher
Lage von Bohrungen 18 und 19 durch einen hier nicht dargestellten und gezeigten Arretierungsbolzen
miteinander verbunden.
[0008] Diese Hohlprofile 9 mit den von ihnen aufgenommenen Stützprofilen 16 werden nun in
der Weise mit dem horizontalen Träger 1 verbunden, daß die Platten 10 in die durch
die Leisten 3 gebildeten U-Profile eingeschoben werden. In diesen Platten 10 sind
Bohrungen vorgesehen, durch welche eine Befestigungsschraube einsteckbar und eindrehbar
ist, um die Platte 10 bzw. das Hohlprofil 9 mit dem Träger 1 fest zu verbinden. Die
Platte 10 kann abgeschrägte Seitenkanten haben, wodurch das Einschieben und Einfädeln
dieser Platte in diese U-Profile erleichtert wird. Falls die zu fertigende Voute nicht
gerade, sondern bogenförmig verläuft, so kann der horizontale erste Träger 1 gebogen
werden: zu diesem Zweck werden die Schrauben 20 der Laschen 18 gelöst und jeweils
die beiden, einen keilförmigen Einschnitt 7 begrenzenden Abschnitte des Trägers 1
gegeneinander gebogen und anschließend die Schrauben 20 wieder festgezogen. An der
einen Seitenwange des Trägers 1 wird ein Streifen 22 einer Schaltafel festgeschraubt
(Fig. 2). An der Unterseite der Hohlprofile 9 werden Schaltafeln 21 befestigt. Mit
den Widerlagern 13 wird ein gerader oder gebogener zweiter Träger 23 verschraubt.
Mehrere in der beschriebenen Weise vorbereitete Gerüste einschließlich Schaltafeln
werden dann zu einer Schalung zusammengefügt. Der beschriebene Schalungsteil wird
dann mittels Befestigungsschrauben, die durch die Bohrungen in den Fußplatten 17 gesteckt
und mit einer Fundamentplatte verbunden werden, festgelegt.
[0009] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Platte 10 und das Hohlprofil 9 unter
Zwischenschaltung eines Stützsteges 11 starr miteinander verbunden. Grundsätzlich
ist es denkbar, zwischen diesen beiden Teilen eine scharnierartige Verbindung vorzusehen,
so daß der Winkel zwischen diesen beiden Teilen verstellbar und einstellbar ist. Dies
ist allerdings mit einem konstruktiven Mehraufwand verbunden. Zu diesem Zweck jedoch
können hier vertikale Schraubspindeln eingesetzt werden. Sind beim gezeigten Ausführungsbeispiel
die jeweils paargeordneten L-förmigen Leisten 3, die die U-Profile für die Aufnahme
der Platten 10 bilden, an der Unterseite des Trägers 1 vorgesehen, so ist es denkbar,
diese an einer Seitenwange des im Querschnitt rechteckigen Trägers anzuordnen. Der
Winkel zwischen der Platte 10 und der Längsachse des Hohlprofiles 9 ist hier spitzwinkelig,
da das beispielsweise beschriebene Gerüst für eine Innenschalung vorgesehen ist. Ist
das Gerüst für eine Außenschalung vorgesehen, so wird der erwähnte Winkel stumpfwinkelig
ausgebildet, dies unter Beibehaltung des prinzipiellen und vorstehend beschriebenen
Aufbaues. Eine solche Anordnung zeigt Fig. 8, die einer Darstellung des Gerüstes nach
Fig. 2 entspricht. Unter Berücksichtigung des vorstehend im einzelnen Dargelegten
bedarf diese Fig. 8 keiner weiteren Erörterung.
[0010] Dank des erfindungsgemäßen Gerüstes können sowohl gerade wie auch bogenförmig verlaufende
Vouten mit relativ geringem Schalungsaufwand gefertigt werden. Die Höhe dieses Gerüstes
ist dank der teleskopartigen Ausbildung der Hohlprofile 9 und 16 feinstufig einstellbar.
Sollten die zu fertigenden Vouten gegenüber der Horizontale stark unterschiedliche
Neigungen aufweisen, so ist es zweckmäßig, Hohlprofile 9 der beschriebenen Art in
mehreren Ausführungen vorzusehen, wobei jeweils der Winkel zwischen der Platte 10
und der Längsachse des Hohlprofiles unterschiedlich gewählt ist, sofern nicht solche
Hohlprofile eingesetzt werden, bei welchen dieser Winkel einstellbar ist.
Legende zu den Hinweisziffern:
[0011]
- 1
- erster Träger
- 2
- Unterseite
- 3
- L-förmige Leiste
- 4
- Rohrhülse
- 5
- Oberseite
- 6
- Positionierungselement
- 7
- keilförmiger Einschnitt
- 8
- Lasche
- 9
- Hohlprofil
- 10
- Platte
- 11
- Stützsteg
- 12
- Lasche
- 13
- Widerlager
- 14
- vertikaler Schenkel
- 15
- Mutter
- 16
- Stützprofil
- 17
- Fußplatte
- 18
- Bohrung
- 19
- Bohrung
- 20
- Schraube
- 21
- Schaltafel
- 22
- Streifen einer Schaltafel
- 23
- zweiter Träger
1. Gerüst für eine Schalung zur Herstellung einer Voute bei Bauwerken aus gießfähigen
Materialien, beispielsweise aus Beton, gekennzeichnet durch einen ersten horizontal
angeordneten Träger (1), an welchem mehrere in horizontaler Richtung voneinander distanzierte
und gegenüber einer Horizontalen schräg angeordnete Hohlprofile (9) vorgesehen sind,
an deren freien Enden außenseitig Widerlager (13) zur Festlegung eines zweiten horizontalen
Trägers (23) vorgesehen sind und von diesen Hohlprofilen (9) Stützprofile (16) aufgenommen
sind, die gegenüber den sie aufnehmenden Hohlprofilen (9) teleskopartig verschiebbar
und gegeneinander arretierbar sind.
2. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem dem ersten Träger (1) zugewandten
Ende der Hohlprofile (9) je eine Platte (10) angeordnet ist, die in am ersten Träger
(1) vorgesehene, hinterschnittene U-Profile einschiebbar ist.
3. Gerüst nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die die Platten (10) aufnehmenden
U-Profile an der Unterseite (2) des ersten Trägers (1) vorgesehen sind.
4. Gerüst nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (10) mit den Hohlprofilen
(9) starr verbunden, beispielsweise verschweißt sind.
5. Gerüst nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der von der Platte (10) und der
Längsachse eines Hohlprofiles (9) eingeschlossene Winkel verstellbar ist.
6. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur gegenseitigen Festlegung von
Hohlprofil (9) und Stützprofil (16) in diesen Reihen von Bohrungen (18, 19) vorgesehen
sind und durch deckungsgleich liegende Bohrungen (18, 19) ein Arretierbolzen einsteckbar
ist.
7. Gerüst nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen (18) der Reihen
im Hohlprofil (9) und jene im Stützprofil (16) unterschiedliche Teilungen (T, t) aufweisen.
8. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hohlprofil (9) und das Stützprofil
(16) aus Kastenprofilen gefertigt sind.
9. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das am freien Ende des Hohlprofils
(9) vorgesehene Widerlager (13) aus einem L-förmigen Winkelstück gebildet ist, wobei
der eine Schenkel (14) dieses Winkelstückes vertikal stehend angeordnet ist und eine
Gewindebohrung aufweist.
10. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Träger (1) als Kastenträger
mit rechteckigem Querschnitt ausgebildet ist und mehrere, in gleichmäßigen Abständen
voneinander angeordnete keilförmige Einschnitte (7) aufweist, die von seiner der Schalung
abgewandten Seite ausgehen und die offenen Seiten dieser keilförmigen Einschnitte
(7) von mit dem Träger (1) verschraubbaren Laschen (8) überbrückt sind.
11. Gerüst nach Anspruch 2 und Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die die hinterschnittenen
U-Profile bildenden Leisten (3) zur Aufnahme der Platten (10) im Bereich der keilförmigen
Einschnitte (7) angeordnet sind.
12. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Oberseite (5) des ersten
horizontalen Trägers (1) Positionierungselemente (6) zur Aufnahme und Positionierung
eines eine Schalungstafel tragenden Schalungsrahmens vorgesehen sind.
13. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Hohlprofilen (9) diese
seitlich überragende Laschen (12) mit Durchsteckbohrungen vorgesehen sind zur Aufnahme
von Schrauben, mit welchen Schaltafeln (21) an diesen Hohlprofilen (9) befestigbar
sind.