[0001] Die Erfindung betrifft ein Holzbehandlungsverfahren, bei welchem lignocellulosehaltige
Materialien eine festgelegte Zeitdauer in heißem Öl eingetaucht werden.
[0002] Ein Holzbehandlungsverfahren der vorstehenden Art ist Gegenstand der DE 1 000 592.
Das in dieser Schrift erläuterte Tränkverfahren dient dazu, Holz möglichst rasch mit
Öl oder anderen Tränkmitteln zu durchtränken, um Eigenschaften des Holzes zu verändern.
Durch Einsatz von Hochfrequenz soll das Durchtränken bei einer Temperatur des Ölbades
von 200 °C in wenigen Minuten möglich sein. Durch ein solches Verfahren lässt sich
die Resistenz gegenüber holzzerstörenden Pilzen nur erhöhen, sofern man dem Öl entsprechende,
biozide Mittel zusetzt.
[0003] Die Behandlung von Holz in heißem Öl, welches zum Schutz vor Fäulnis und Blaufäule
ein biozides Mittel enthält, ist beispielsweise in der DE 30 43 659 Al beschrieben.
Solche Mittel sind jedoch aus Gründen des Umweltschutzes bedenklich und können zu
gesundheitlichen Schäden führen.
[0004] Aus der DE 29 16 677 ergibt sich, dass es zum Holzschutz auch bekannt ist, das Holz
in einem Autoklaven unter Schutzgas 0,5 h bis 8 h Temperaturen von über 180 °C auszusetzen.
Durch diese Wärmebehandlung soll sich eine gute Pilzbeständigkeit und Dimensionsstabilität
des Holzes ergeben. Die Behandlung von Holz in einem Autoklaven erfordert jedoch relativ
teure Anlagen und ist deshalb in kleineren Betrieben nicht durchführbar. Die thermische
Umwandlung von Holz hat gegenüber anderen Holzschutzverfahren, beispielsweise der
Kesseldruckimprägnierung den Vorteil, dass die konservierende Wirkung durch die Hitze
zustande kommt, so dass man keine für die Umwelt bedenklichen bioziden Mittel einsetzen
muss und auch nicht oder schlecht tränkbares lignocellulosehaltiges Material über
den gesamten Querschnitt vergüten kann. Nachteilig bei dieser Art der Hitzebehandlung
ist jedoch insbesondere, dass bei den benötigten hohen Temperaturen (160-260°C) in
Gasatmosphäre aufgrund der relativ schlechten Wärmeübertragung von Gasen und der Empfindlichkeit
des gesamten Vergütungsprozesses häufig eine inhomogene Vergütung mit teilweise verringerter
Resistenz gegenüber holzzerstörenden Pilzen erreicht wird.
[0005] Besonders verbreitet ist als Holzschutzverfahren die Kesseldruckimprägnierung. Dabei
werden die zu schützenden Holzprodukte in einem Kessel unter einem Druck von 7 - 14
bar bei Normaltemperaturen in eine Salzlösung eingetaucht, bei der es sich häufig
um ein Chromat-Kupfersalz-Borat-Gemische oder anderes chromhaltiges Gemisch handelt.
Die Druckimprägnierung hat sich zwar als sehr wirksames Holzschutzverfahren erwiesen,
jedoch bestehen gegen die Verwendung von schwermetallhaltigen Lösungen zunehmend Bedenken
aus Gründen des Umweltschutzes, weil nicht auszuschließen ist, dass diese Stoffe im
Laufe der Zeit aus dem Holz ausgewaschen werden und dadurch in den Erdboden und in
das Grundwasser gelangen. Bei der Durchführung des Verfahrens kann es zu einer Gefährdung
der damit betrauten Personen und zu einer Umweltschädigung durch Abwässer kommen.
Holzschutzverfahren der vorstehenden Art sind bei Holzprodukten empfehlenswert, die
der Witterung ausgesetzt sind, beispielsweise bei Holzbauten, Zäunen oder im Freien
aufzustellenden Bänken.
[0006] Vor längerer Zeit wurde in der Literatur auch schon darüber berichtet, als Wärmeträger
flüssiges Metall zu verwenden und das Holz in ein heißes Metallbad zu tauchen, um
insbesondere eine Erhöhung der Dimensionsstabilität und Resistenz gegenüber holzzerstörenden
Pilzen zu erreichen. Solche Verfahren fanden jedoch keine Verbreitung, weil sie zu
keinen befriedigenden Ergebnissen führten.
[0007] Unter der Bezeichnung "Royal Treatment" oder "Royal Verfahren" (ähnlich DE 3043659
A1) ist auch schon ein Holzschutzverfahren bekannt geworden, bei welchem Holz in ein
Ölbad mit einer Temperatur von 130°C bis 140°C eingetaucht wird. Diese Temperatur
wird dabei gewählt, um ein besseres Eindringen des Öls in das Holz und eine gute Oberflächenbehandlung
zu ermöglichen. Der Holzschutz wird jedoch durch eine vorherige Behandlung mit bioziden
Mitteln erreicht, da bei dieser Temperatur noch keine thermische Umwandlung von Holz
im notwendigen Umfang stattfindet
[0008] Die Verringerung der Viskosität durch Erwarmung von Ölen wird seit Jahren auch bei
der Imprägnierung von Teerölen praktiziert (z B DE 4112643). Wärmebehandlungen werden
auch zur zusätzlichen Härtung modifizierter pflanzlicher Öle in imprägniertem Holz
(z B. WO 96/38275) benutzt. Diese Verfahren sind jedoch nur bei leicht trankbaren
Holzarten anwendbar; schwertränkbare Holzarten können nicht vergütet werden.
[0009] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Holzsbehandlungsverfahren mit Konservierenden
Wirkung der eingangs genannten Art zu entwickeln, welches zu einer möglichst hohen,
gleichmäßigen Schutzwirkung des Materials über den gesamten Querschnitt führt, jedoch
nicht die Verwendung gesundheitlich oder aus Gründen des Umweltschutzes bedenklicher
Stoffe erforderlich macht, vorteilhafte Eigenschaften des Holzes möglichst wenig verändert
und welches mit einer möglichst einfachen Anlage durchgeführt werden kann.
[0010] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zur kontrollierten, thermischen
Umwandlung die Zeitdauer der Ölbehandlung mehrere Stunden und die Temperatur des Ölbades
180°C bis 260° beträgt.
[0011] Durch das erfindungsgemäße Verfahren kommt es genau wie bei der thermischen Behandlung
unter Schutzgas zu einer konservierenden Wirkung, ohne dass hierzu aus Gründen des
Umweltschutzes bedenkliche Holzschutzmittel verwendet werden müssen. Da als Wärmeträger
jedoch statt Schutzgas heißes Öl verwendet wird, kann man bei der Durchführung des
Verfahrens mit relativ einfachen Einrichtungen arbeiten, so dass auch kleinere Betriebe
das erfindungsgemäße Verfahren anwenden können. Im Gegensatz zu anderen Holzschutzverfahren,
deren Schutzwirkung auf der Imprägnierung mit verschiedenen Substanzen basiert, können
mit diesem Verfahren auch schwertränkbare, lignocellulosehaltige Materialien wie z.B.
Fichte, Pappel oder Bambus durch die thermische Umwandlung über den gesamten Querschnitt
homogen vergütet werden, da keine Substanzen in das Material eingebracht werden müssen.
Der Schutzeffekt wird durch thermische Umwandlung der lignocellulosehaltigen Substanz
hervorgerufen, das Öl dient als Wärmeüberträger und schirmt das zu vergütende Material
vor Sauerstoffeinwirkung ab. Austretende Gase verhindern das Eindringen des Öles während
der thermischen Vergütung, so sind z.B. nur wenige Millimeter von Holz ölgetränkt
und können abgehobelt werden, so dass ölfreie vergütete Holzprodukte hergestellt werden
können Bei Bedarf können leicht tränkbare Holzarten wie z.B. Kiefernsplintholz durch
Abkühlen des Öles nach der thermischen Behandlung imprägniert werden.
[0012] Es zeigte sich, dass die erfindungsgemäße Behandlung in Öl sehr homogen ist und zusätzlich
zur erhöhten Resistenz gegenüber holzzerstörenden Pilzen sich eine hohe Dimensionsstabilität
des Holzes ergibt.
[0013] Aufgrund der guten Wärmeübertragung von Ölen werden im Gegensatz zu Hitzebehandlungen
in Gasatmosphäre Vorteile bei thermischen Behandlungen größerer Mengen lignocellulosehaltiger
Produkte erzielt, da bei den erforderlichen hohen Temperaturen gleichmäßigere Behandlungsbedingungen
im gesamten Reaktorraum möglich sind. Aus dem Holz austretende flüssige Baumharze
und Pyrolyseprodukte sind in den pflanzlichen Ölen gelöst und können zusammen mit
dem Öl weiter verwertet werden. In diesem Verfahren wird kein Wasser bzw. Wasserdampf
zur Vergütung benötigt, wodurch der Wasserverbrauch minimal ist. Materialkosten und
Anlagen, die bei Verfahren mit Inertgas entstehen, entfallen ebenfalls.
[0014] Auch die erforderliche Erwärmung des Öls ist für holzverarbeitende Betriebe meist
ohne wesentliche zusätzliche Kosten möglich, da in solchen Betrieben häufig Abfallholz
anfällt, welches zur Erzeugung der erforderlichen Wärme verbrannt werden kann. Das
erhitzte Öl kann am Ende der Behandlung abgepumpt werden, wodurch die im Öl gespeicherte
Wärmeenergie schnell mit geringen Energieverlusten zu anderen Reaktorbehältern transferiert
werden kann. Die hohen Öltemperaturen von 180-260 °C führen erfindungsgemäß bei Kontakt
mit feuchten lignocellulosehaltigen Produkten zu keinerlei Rissbildung. So wurden
z.B. sägefrische, groß dimensionierte Fichtenkanteln mit den Abmessungen 100x100x1350
mm
3 in heißem Rapsöl über den gesamten Querschnitt rissfrei im Ölbad thermisch umgewandelt.
[0015] Praktisch erprobt wurde das erfindungsgemäße Verfahren bisher bei Kiefern- und Fichtenholz,
wobei in Laborversuchen eine verbesserte Dimensionsstabilität und erhöhte Resistenz
gegenüber holzzerstörenden Pilzen festgestellt wurde. Als Behandlungsdauer reichen
meist einige Stunden; die Vergütungsdauer ist jedoch abhängig von der Materialfeuchte
und den Dimensionen und kann bei entsprechend hohen Werten mehrere Tage betragen.
Praktisch erprobt und als ausreichend herausgefunden wurde eine Behandlungsdauer von
4,5 Stunden an Proben mit den Abmessungen 50x25x15 mm
3 und einer Ausgangsholzfeuchte von 6%.
Beispiel
[0016] Frisches, unbehandeltes Kiefern- (
Pinus sylvestris L.) und Fichtenholz (
Picea abies L. Karst.) wurde auf die in Tabelle 1 angegebenen Maße zugeschnitten. Für die Öl-Hitzebehandlung
wurden die Proben mit einer Holzfeuchte von 6% bei drei Temperaturen (180°C, 200°C
und 220°C) drucklos in einem Ölbad aus gepresstem, raffiniertem Leinöl unter Sauerstoffabschluss
erwärmt. Nach Erreichen der gewünschten Temperatur wurden die Holzproben für 4,5 h
in das heiße Öl eingetaucht. Die Proben kühlten in dem Ölbad 15 Minuten ab. Vergleichsproben
wurden bei entsprechenden Temperaturen in Luftatmosphäre ebenfalls 4,5 h im Trockenschrank
behandelt (für die Behandlung in Luft wird kein Schutzanspruch erhoben).
Tabelle 1.
| Abmessungen der Proben |
| Art der Prüfung |
Rißbildung/Oberfläche/ Massen |
Dimensions-veränderung/ASE |
Biege E-Modul/Bruch-Schlagarbeit |
Resistenz gegenüber C. puteana |
| Holzart |
Kiefernsplint |
Kiefernsplint |
Kiefernsplint |
Kiefernsplint Fichte |
| [mm3] |
40x70x100 |
20x20x10 |
10x10x150 |
15x25x50 |
Ergebnisse:
[0017] Massenveränderung: Die Massenzunahme WPG (Weight Percent Gain) der öl-hitze-behandelten Proben betrug
50-70 % (Tabelle 2). Die in Luftatmosphäre hitzevergüteten Proben wiesen Massenverluste
in Abhängigkeit von der Behandlungstemperatur von bis zu 10% auf Da der Ölanteil eine
Massenzunahme bewirkte, ließ sich ein möglicher Holzsubstanzverlust als Folge der
Öl-Hitzebehandlung nicht genau bestimmen.
Tabelle 2:
| Massenveränderung durch die Behandlung [%] |
| |
180°C Öl |
180°C Luft |
200°C Öl |
200°C Luft |
220°C Öl |
220°C Luft |
| Kiefer |
51, 28 |
-1,94 |
40,87 |
-2,93 |
42,14 |
-8,46 |
| Fichte |
18,00 |
-1,99 |
12,42 |
-2,86 |
9,97 |
-8,24 |
[0018] Rissbildung, Oberfläche: Keine der in Öl thermisch behandelten Holzproben wies Risse auf. Die Oberflächen
waren homogen braun gefärbt, im Gegensatz zu den Oberflächen der luftgetrockneten
Proben, die aufgrund von auslaufendem Harz fleckige Verfärbungen aufwiesen.
Dimensionsveränderungen
[0019] Die Probenabmessungen verringerten sich sowohl durch die Öl-Hitzebehandlung als auch
durch die Hitzebehandlung in Luftatmosphäre in Abhängigkeit von der Behandlungstemperatur,
wobei die Maße in tangentialer Richtung stärker abnahmen als in radialer Richtung
(Tabelle 3). Bei 200°C waren die Dimensionsveränderungen infolge der Öl-Hitzebehandlung
in tangentialer Richtung etwas größer als bei der Hitzebehandlung in Luftatmosphäre.
Tabelle 3:
| Dimensionsveränderungen durch die Behandlung [%] |
| |
180°C Öl |
180°C Luft |
200°C Öl |
200°C Luft |
220°C Öl |
220°C Luft |
| rad |
0,04 |
-0,07 |
-0,43 |
-0,62 |
-1,14 |
-1,89 |
| tan |
-0,20 |
-0,29 |
-0,86 |
-0,74 |
-1,63 |
-2,76 |
Verringerung der Quellung und Schwindung (ASE)
[0020] Die Verbesserung der ASE von Proben, die bei 220°C behandelt wurden, lag für beide
Behandlungsarten in ähnlicher Größenordnung bei etwa 40% (Tabelle 4). Der Grad der
Verbesserung war dabei abhängig von der relativen Luftfeuchte. Mit zunehmender Luftfeuchtigkeit
verringerte sich die ASE, wobei mit höheren Temperaturen behandelte Proben geringere
Unterschiede aufwiesen als mit niedrigeren Temperaturen behandelte Proben.
Tabelle 4
| ASE [%] |
| |
180°C Öl |
180°C Luft |
200°C Öl |
200°C Luft |
220°C Öl |
220°C Luft |
| ASE 20/35 |
29 |
41 |
43 |
37 |
44 |
46 |
| ASE 20/65 |
21 |
27 |
35 |
28 |
40 |
41 |
| ASE 20/85 |
19 |
22 |
31 |
27 |
38 |
40 |
Biege-E-Modul/Bruchschlagarbeit
[0021] Die höchsten Biege-E-Module bei Proben mit einer Öl-Hitzebehandlung wurden bei 200°C
mit mehr als 11000 N/mm
2 erreicht (Tabelle 5). Die aus der Literatur bekannten Werte für den Biege E-Modul
von unbehandeltem Nadelholz wurden mit beiden Vergütungsverfahren nicht verringert.
Dagegen nahm die Bruchschlagarbeit mit steigender Behandlungstemperatur stark ab,
jedoch bei Öl-Hitzebehandlung weniger als bei Behandlung in Luftatmosphäre (Tabelle
6).
Tabelle 5
| Biege-E-Modul N[/mm2] |
| 180°C Öl |
180°C Luft |
200°C Öl |
200°C Luft |
220°C Öl |
220°C Luft |
Kontrollen |
| 10259 |
10029 |
11002 |
9801 |
10162 |
9445 |
9986 |
Tabelle 6
| Bruchschlagarbeit [%] |
| 180°C Öl |
180°C Luft |
200°C Öl |
200°C Luft |
220°C-Öl |
220° C Luft |
Kontrollen |
| 82,45 |
62,89 |
59,8 |
50,84 |
50,84 |
37,02 |
100,00 |
Resistenz gegenüber Coniophora puteana.
[0022] Die Resistenz von Fichte und Kiefer gegenüber dem Braunfäulepilz
Coniophora puteana wurde bei Temperaturen über 200°C erhöht. Dabei wurde bei öl-hitze-behandelten Proben
ein deutlich geringerer Masseverlust ermittelt als bei luft-hitze-behandelten Proben.
Für Kiefernsplint wurde bei Anwendung von 200°C Öl-Hitzebehandlung ein Masseverlust
von weniger als 2% festgestellt, dagegen bei Fichte wurde erst bei 220°C eine entscheidende
Erhöhung der Resistenz erzielt (Tabelle 7). Unbehandelte Fichtenkontrollen hingegen
wiesen einen Masseverlust von 48%, Kiefernkontrollen einen von 40% auf.
Tabelle 7
| Masseverluste nach 19 wöchiger Exposition hitzebehandelter Proben nach DIN EN 113
(Pilz: Coniophora puteana) |
| |
Öl-Hitzebehandlung |
Luft-Hitzebehandlung |
| |
Kiefernsplint |
Fichte |
Kiefernsplint |
Fichte |
| Behandlung |
[g] |
[%] |
[g] |
[%] |
[g] |
[%] |
[g] |
[%] |
| 180°C |
1,1 |
13,0 |
1,2 |
15,0 |
2,3 |
25,0 |
2,5 |
31,2 |
| 200°C |
0,1 |
1,9 |
1,1 |
13,1 |
1,0 |
15,8 |
2,2 |
26,7 |
| 220°C |
0,1 |
2,0 |
0,0 |
0,0 |
0,9 |
11,0 |
0,4 |
5,5 |
[0023] Da das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelte lignocellulosehaltige Material
eine erhöhte Dimensionsstabilität hat, halten Anstriche auf der Holzoberfläche besser
als auf unbehandeltem Material.
[0024] Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelte lignocellulosehaltige Material
hat durch die Ölbeladung bei der späteren Bearbeitung gegenüber nach den bisher bekannten
Verfahren behandeltem Material unter anderem den Vorteil, dass es leichter spanend
zu bearbeiten ist und in ihm Nägel leichter eingetrieben werden können. Hinzu kommt,
dass durch das Öl die Entstehung von gesundheitlich bedenklichem Feinstaub verhindert
oder zumindest stark vermindert wird. Die Ölbeladung kann bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren leicht dem jeweiligen Verwendungszweck der Produkte angepasst und beispielsweise
für in den Erdboden einzubringende Holzprodukte höher gewählt werden als für solche,
die nur der Bewitterung ohne Erdkontakt ausgesetzt sind.
[0025] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass das Öl nach
der Behandlung sehr schnell absorbiert wird, so dass sich bereits wenige Minuten nach
der Behandlung eine trockene Oberfläche der Holzteile ergibt.
[0026] Die bei der Hitzebehandlung in Gasatmosphären oftmals auftretenden Harzflecken auf
der Holzoberfläche werden bei der erfindungsgemäßen Behandlung in einem Ölbad vermieden,
weil dort das auslaufende Harz sich im Öl gleichmäßig verteilt.
[0027] Praktisch erprobt wurde Leinöl und Rapsöl, wobei sich vergleichbar gute Schutzwirkungen
erzielen ließen.
[0028] Eine unerwünschte Versprödung des lignocellulosehaltigen Materials lässt sich verringern,
wenn die Wärmebehandlung in einem Ölbad unter Ausschluss von Sauerstoff erfolgt.
[0029] Das Öl kann neben der Funktion als Wärmeübertrager auch die Funktion eines Oberflächenbeschichtungsmittels
übernehmen, wenn das Flüssigkeitsbad nach der Wärmebehandlung mit dem darin befindlichen
Material abgekühlt und dieses anschließend bei Raumklima klimatisiert und dann auf
60 bis 180°C erwärmt wird. Durch diese Abkühlung und anschließende Erwärmung entsteht
auf Holzoberflächen ein geschlossener, ausgehärteter Ölfilm. Hierdurch lässt sich
zugleich erreichen, dass die durch das Öl entstehende Braunfärbung der Oberfläche
dauerhafter ist, während ansonsten geölte Holzoberflächen in der Natur rasch ausbleichen.
[0030] Von Vorteil ist es, wenn das Öl eine Anfangstemperatur von mindestens 180°C hat.
Hierdurch wird eine schnelle energiesparende Vergütung möglich, ohne dass es zu einer
Rissbildung an der Holzoberfläche bei lignocellulosehaltigen Materialien auch mit
Feuchtegehalten über Fasersättigung und größeren Dimensionen kommt.
1. Holzbehandlungsverfahren mit Konservierenden Wirkung, bei welchem lignocellulosehaltige
Materialien eine festgelegte Zeitdauer in heißem Öl eingetaucht werden, dadurch gekennzeichnet, dass zur kontrollierten, thermischen Umwandlung die Zeitdauer der Ölbehandlung mehrere
Stunden und die Temperatur des Ölbades 180°C bis 260° beträgt.
2. Holzbehandlungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lignocellulosehaltige Materialien, nach der thermischen Umwandlung mit dem durch
die thermische Umwandlung veränderten Öl imprägniert werden.
3. Holzbehandlungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Öl eine Anfangstemperatur von mindestens 180°C hat.
4. Holzbehandlungsverfahren nach den Ansprüchen 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Öl ein Pflanzenöl verwendet wird.
5. Holzbehandlungsverfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Umwandlung in einem Ölbad unter Ausschluss von Sauerstoff erfolgt.
6. Holzbehandlungsverfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Umwandlung bei Drücken von 2 bar bis 14 bar erfolgt.
7. Holzbehandlungsverfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Flüssigkeitsbad nach Abschluss der thermischen Umwandlung abgekühlt wird, die
dann mit thermisch verändertem Öl imprägnierten Proben im Raumklima klimatisiert und
anschließend auf 60 bis 180°C bis zur Bildung eines ausgehärteten Ölfilmes in Luftatmosphäre
erwärmt werden.
1. Wood treatment process with preservative effect in which materials with a lignocellulose
content are dipped in hot oil for a set period, characterized in that, for controlled thermal transformation, the duration of the oil treatment is several
hours and the temperature of the oil bath is 180°C to 260°C.
2. Wood treatment process according to Claim 1, characterized in that after the thermal transformation, the materials with a lignocellulose content are
impregnated with the oil modified by the thermal transformation.
3. Wood treatment process according to Claim 1, characterized in that the oil has an initial temperature of at least 180°C.
4. Wood treatment process according to Claims 1, 2 or 3, characterized in that the oil used is a vegetable oil.
5. Wood treatment process according to at least one of the preceding claims, characterized in that the thermal transformation takes place in an oil bath in the absence of oxygen.
6. Wood treatment process according to at least one of the preceding claims, characterized in that the thermal transformation takes place at pressures of 2 bar to 14 bar.
7. Wood treatment process according to at least one of the preceding claims, characterized in that after completion of the thermal transformation the liquid bath is cooled, and the
specimens which are then impregnated with thermally modified oil are conditioned at
room temperature and are then heated to 60 to 180°C until a hardened oil film is formed
in an air atmosphere.
1. Procédé de traitement du bois avec effet de conservation, dans lequel des matières
contenant de la lignocellulose sont plongées dans de l'huile chaude pendant une durée
fixée, caractérisé en ce que, pour la conversion thermique contrôlée, la durée du traitement par l'huile est de
plusieurs heures et la température du bain d'huile est de 180 °C à 260 °C.
2. Procédé de traitement du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'après la conversion thermique, les matériaux contenant de la lignocellulose sont imprégnés
avec l'huile modifiée par la conversion thermique.
3. Procédé de traitement du bois selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'huile a une température initiale d'au moins 180 °C.
4. Procédé de traitement du bois selon les revendications 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que, comme huile, on utilise une huile végétale.
5. Procédé de traitement du bois selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la conversion thermique s'effectue dans un bain d'huile en l'absence d'oxygène.
6. Procédé de traitement du bois selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la conversion thermique s'effectue à des pressions allant de 2 bar à 14 bar.
7. Procédé de traitement du bois selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'après l'achèvement de la conversion thermique, le bain de liquide est refroidi, les
échantillons imprégnés d'huile thermiquement modifiée sont ensuite climatisés dans
le climat ambiant et, ensuite, chauffés dans l'air atmosphérique à une température
de 60 à 180 °C jusqu'à la formation d'un film d'huile durci.