1 Anwendungsbereich der Erfindung
1.1 Allgemeine Anwendung
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und darauf basierende Vorrichtungen
als Erdbebenschutz zur Schadensverhinderung an Gebäuden und sonstigen Objekten.
[0002] Die erfindungsgemäßen Lasttrag-Vorrichtungen, neuartige Erdbebenschutz-Module sind
relativ einfach auszuführende Tragstrukturen, die jeweils einen Laststützpunkt eines
Gebäudes oder anderen Objekts tragen, z.B. jeweils anstelle einer Säule.
[0003] Die Erdbebenschutz-Module auf der Basis virtueller Pendel können für sehr verschiedene
Anwendungen entworfen werden zur Abstützung von leichten bis zu schwersten Objekten.
[0004] Diese Erdbebenschutz-Module basieren auf einem neuen Verfahren, virtuelle Pendel
zu gestalten und sind besonders vorteilhaft einzusetzen zur erdbebenunempfindlichen
Lagerung und Stützung von Gebäuden und Strukturen aller Art, von Mobilheimen bis zu
Wohnhäusern, Einkaufszentren, Parkhäusern, Krankenhäusern, Wolkenkratzern, Türmen,
Brücken, Hochstraßen, Wasser-Hochbehälter, Lagertanks, Silos, Seilbahnen und Seilbahnmasten,
Hochspannungsmasten, Beleuchtungseinrichtungen, Industrie-, Chemie- und Nuklear-Anlagen,
Rohrbrücken und hochgelegte Rohrstraßen, Pipelines oder sonstiger Objekte, um sie
von den horizontalen Erdbebenbewegungen und Beschleunigungen zu isolieren und vor
den daraus hervorgerufenen Kräften und den zerstörerischen Einwirkungen zu schützen.
[0005] Besonders bei der Errichtung von sicherheitssensitiven Anlagen, bei denen Zerstörungen
oder Beschädigungen zu weitergehenden Folgeschäden führen können, wie bei nukleartechnischen
Einrichtungen und Chemieanlagen mit gefährlichen Stoffen hat die Sicherung gegen Erdbebenschäden
eine besonders wichtige Bedeutung.
[0006] Das System ist auch besonders für Brücken geeignet. Es werden die Probleme völlig
beseitigt, für die bisher bekannte Systeme keine Lösung bereitstellen.
[0007] Auch bringt die Anwendung des Erdbebenschutz-Systems Vorteile bei Industrieeinrichtungen
mit empfindlichen Produktionsprozessen, wie in der Chip-Fertigung.
[0008] Der Schutz der Objekte ist hierbei so weitgehend, daß die zu schützenden Gebäude
oder Anlagen von der Bodenbewegung völlig isoliert werden und auf derselben Stelle
in Ruhelage bleiben, selbst bei Erdbeben größter Magnitude.
[0009] Der so weitgehende Schutz wäre auch besonders nützlich bei Krankenhäusern, die bei
Erdbeben nicht schnell evakuiert werden können und die im Katastrophenfall ungestört
in Funktion bleiben können, wenn bereits Katastrophenopfer medizinisch zu versorgen
sind. Operationen würden sogar während eines starken Nachbebens nicht behindert.
[0010] Die Anwendung der vorliegenden Erfindung verringert die Gefahr der Bodenverflüssigung,
die bei Erdbeben und bestimmten Bau-Untergründen auftreten kann, in hohem Maße, weil
die reaktive Wirkung der Gebäudemasse auf den Untergrund bei Bodenschwingungen auf
extrem geringe Werte reduziert wird.
[0011] Die Wirkung einer Explosion in der Nähe eines durch ein System entsprechend der vorliegenden
Erfindung gestützten Objekts wird ebenfalls gemindert.
[0012] Hängende Objekte wie Beleuchtungseinrichtungen, von denen Brandgefahren und Gefährdungspotential
ausgehen, lassen sich durch Aufhängung an virtuellen Pendeln auch vor Beschädigung
oder Zerstörung schützen.
[0013] Objekte auf Pfählen und Masten, die durch Erdbeben auch gefährdet sind, können durch
das erfindungsgemäße Verfahren auch geschützt werden.
[0014] Schwingungstilgung an Türmen, hohen Masten und Industrie-Kaminen durch aktiv oder
passiv bewegte Massen läßt sich ebenfalls vorteilhaft mittels virtueller Pendel erreichen.
[0015] Das Erdbebenschutz-Modul auf der Basis virtueller Pendel ist ein Basis-Isolations-System,
eine kompakte, passiv wirkende, lasttragende Vorrichtung, die im Untergeschoß oder
Erdgeschoß eines Gebäudes eingebaut wird. Das System verhütet die Übertragung von
Schwingungen und Stößen des Erdbodens auf das gestützte Objekt bei Erdbeben. Durch
das Erdbebenschutz-Modul wird ein Gebäude von allen Bewegungen des Untergrunds entkoppelt.
[0016] Zusätzlich hat das System folgende Charakteristiken: Es zentriert sich selbst und
erlaubt keine horizontalen Verschiebungen durch geringere Kräfte, die durch Wind oder
Sturm verursacht werden. Für hohe Gebäude verhindert vertikale Steifheit eine Nickneigung.
Bei Gebäuden bis zu einem bestimmten Verhältnis von Höhe zu Breite kann wahlweise
eine weitere Komponente eingebaut werden, um auch vertikale Schwingungen zu absorbieren.
Das System kann für jede notwendige horizontale Schwingamplitude ausgelegt werden.
Das Erdbebenschutz-Modul läßt sich wartungsfrei gestalten.
[0017] Bei geringer Bauhöhe ermöglicht ein solches Erdbebenschutz-Modul dem getragenen Objekt
eine große Schwingweite in allen Richtungen und hat eine lange Periodendauer der Eigenschwingung.
Die maximal auf den Baukörper oder das getragene Objekt einwirkenden Beschleunigungen
werden reduziert auf Werte kleiner als 0,01g. Dies ist mathematisch ermittelt und
das System danach auslegbar. Die Erwartungen wurden durch Modell-Versuche auf einem
Rütteltisch auf Anhieb bestätigt.
[0018] In einem extrem starken Erdbeben, wie sie gelegentlich auch in gewissen Regionen
vorkommen, reicht der Schutz bisheriger Schutzsysteme und der konventionellen Design-Methoden
entsprechend den Bauvorschriften nicht aus, Zerstörungen sind beträchtlich.
[0019] Im Gegensatz hierzu hat bei Anwendung des Erdbebenschutz-Systems auf der Basis virtueller
Pendel die Magnitude eines Bebens, die Schwingweite und die Schwingfrequenz des Bodens
keinen Einfluß auf das Verhalten des Systems und die geradezu ruhende Lage eines durch
die neuen Erdbebenschutz-Module mit langer Periodendauer der Eigenschwingung getragenen
Objekts.
1.2 Nachrüstung bestehender Häuser
[0020] Die nachträgliche Ausrüstung mit Erdbebenschutz-Modulen ist ebenfalls möglich.
[0021] Bei bestehenden Gebäuden in Skelettbauweise ist die Nachrüstung grundsätzlich gut
möglich, und in vielen Fällen läßt sie sich relativ einfach durchführen.
[0022] Bei alter Bausubstanz in Massivbauweise ist die Erdbebenertüchtigung durch Nachrüstung
grundsätzlich auch möglich. Mit konventionellen Mitteln ist eine solche Maßnahme jedoch
mit einem relativ hohen Aufwand verbunden.
[0023] Mit einem neuartigen in Entwicklung stehenden Verfahren und dafür vorgesehenen speziellen
Maschinen und Ausrüstungen für die Nachrüstung mit Erdbebenschutz-Modulen wird es
möglich werden, in einem hochmechanisierten Arbeitsablauf die Erdbebenertüchtigung
von bestehenden und auch antiken Gebäuden und anderen Objekten mit dieser neuen Erdbebenschutz-Technologie
wirtschaftlich und rationell mit vertretbaren Kosten durchzuführen. Dieses innovative
Nachrüstverfahren wird bei Gebäuden sowohl auf normalen Böden als auch auf Felsgrund
gebauten Häusern anwendbar sein.
2 Hintergrund
[0024] Die Kontinentalplatten-Verschiebung, ein Phänomen der Geophysik, erzeugt immer wieder
vorkommende Erdbeben.
Weltweites Problem durch Erdbeben
[0025] Da Erdbeben sehr häufig viele Todesopfer fordern und immense volkswirtschaftliche
Schäden verursachen, ist eine Verbesserung der Sicherheit gegen Erdbebenauswirkungen
wünschenswert. Es sollten Möglichkeiten geschaffen werden, die geeignet sind, zukünftig
das Problem weitgehend zu entschärfen. Allein in diesem Jahrhundert sind ca. 1,6 Millionen
Menschen ums Leben gekommen. Weltweit sind mehr als 40 Länder von Erdbeben ständig
bedroht.
[0026] Diesen Gefahren soll mit der vorliegenden Erfindung der Schrecken genommen werden.
Angewandte Mechanik aus der Physik macht dies möglich und entschärft die Gefährdung
aus der Geophysik.
3 Stand der Technik
3.1 Bauvorschriften zur Erdbebensicherheit
[0027] Die Gebäude-Konstruktionsrichtlinien in erdbebengefährdeten Regionen berücksichtigen
in der Regel eine festgelegte geringere Erdbebenstärke, wie sie aus statistischen
Betrachtungen in häufigeren Vorkommnissen wahrscheinlich ist, und bestimmen danach
die Auslegung für die notwendige Festigkeit der Gebäudestrukturen.
[0028] Hierbei werden zunehmend besonders Möglichkeiten berücksichtigt, die darauf abzielen,
in bestimmten Bereichen der Gebäudestruktur Elastizitäten vorzusehen, wodurch bei
elastischen Verformungen der Gebäudetragstruktur die Kräfte, die durch die Struktur
zu übertragen sind, örtlich gemindert werden können, dadurch daß die darüber befindlichen
Masseanteile des Gebäudes durch die elastischen Verformungen gegenüber der einleitenden
Bewegung zurückbleiben und hierdurch die Spitzenwerte der Beschleunigungen reduziert
werden.
[0029] Bei einem Erdbeben, bei dem die den Bauvorschriften zugrundeliegenden Belastungswerte
überschritten werden, ist Beschädigung oder Zerstörung der Gebäude und Gefahr für
Menschenleben zu erwarten, wie Erdbebenvorkommnisse der letzten Zeit deutlich gezeigt
haben.
[0030] Man muß somit feststellen, daß die Methoden der erdbebensicheren Auslegung der Gebäude
durch entsprechende Berechnung und Dimensionierung bei stärkeren Beben unzureichend
sind.
[0031] Nach den Erdbebensicherheits-Bauvorschriften werden sogenannte Referenzbeben definiert,
für die nach den Methoden der Auslegungsberechnung eine Sicherheit für die zugrundegelegten
Lastfälle nachgewiesen werden muß.
[0032] Die hierbei zu treffenden Annahmen bezüglich des Gebäudeverhaltens und der Struktur-Elastizitäten
haben einen hohen Grad an Unsicherheit.
[0033] Die diesen Referenzbeben zugrundeliegenden Beschleunigungen werden bei realen Beben
häufig überschritten, mitunter auch erheblich.
[0034] Eine Auslegung auf solche Extremfälle wäre ohnehin technisch nicht durchführbar.
Bei Extrembeben versagen alle konventionell gestalteten Strukturen.
[0035] Die bisherige Meinung der Fachwelt, daß die zerstörerischen Einflüsse der Erdbodenbewegungen
und der hierdurch einwirkenden Kräfte auf ein Bauwerk durch eine äußerst feste Konstruktion
oder durch Anwendung von elastischen und schwingungsdämpfenden Gliedern ausgeschaltet
werden können, hat sich augenscheinlich nicht bestätigt.
[0036] Auch die Vorstellung, daß durch Reibung bzw. Dämpfung ein schädlicher Einfluß aus
der Erdbebenbewegung gemindert werden kann, erscheint aussichtslos.
[0037] Die Berechnungsmethoden nach den gesetzlichen Baunormen gehen von stark vereinfachten
Lastfall-Modellen aus. Diese vereinfachten Verfahren liefern auch ungenügende Genauigkeit
der Resultate. Es ist auch nicht möglich, durch Analyse herauszufinden, welches Bauteil
als erstes versagen wird und damit ein Einstürzen des Gebäudes einleitet. Diese Auslegungsberechnungsmethoden
für Gebäude können allenfalls dazu dienen, daß in jeweiligen Regionen regelmäßig wiederkehrende
schwache Erdbeben von den Gebäuden ohne gefährdende Schädigungen ertragen werden.
[0038] Die Schlußfolgerung daraus ist, daß diese Methoden unzureichend sind, wirklich erdbebensichere
Gebäude zu erstellen.
[0039] Die umfangreichen Zerstörungen durch Erdbeben weltweit auch in jüngster Zeit, die
materiellen Schäden und nicht zuletzt die Opfer an Menschenleben machen deutlich,
daß es Ziel sein muß, eine Verbesserung des Erdbebenschutzes zu erreichen.
3.2 Bewertung konventioneller Methoden zur Erdbebensicherheit
[0040] Der Schwerpunkt eines Baukörpers liegt durchweg oberhalb seiner Grundfläche. Die
Bewegung der Basis muß also auf den Schwerpunkt des Gebäudes übertragen werden. Die
durch den Baukörper zu leitende Kraft in Form von Schub ist die Reaktion der Trägheit
der Masse in der Größe des Produkts aus Masse und der auf die Masse einwirkenden Beschleunigung.
[0041] Abhängig von dem zur Anwendung gelangten Baustoff können bei irgendeiner Größe der
auftretenden Beschleunigung die Grenzwerte der Festigkeit der Struktur erreicht und
überschritten werden.
[0042] Deswegen ist bei einer üblichen starr mit der Basis verbundenen Gebäudestruktur keine
wirkliche Erdbebensicherheit erreichbar.
[0043] Bei irgendeiner Erdbebenstärke und der damit verbundenen Beschleunigung wird jede
Gebäudestruktur, die über Fundamente fest mit der Basis verbunden ist oder nur geringe
Verschiebbarkeit gegenüber der Basis zuläßt, versagen müssen.
[0044] Auch die Vorstellung, daß durch Reibung bzw. Dämpfung ein schädlicher Einfluß aus
der Erdbebenbewegung gemindert werden kann, erscheint bei stärksten Beben aussichtslos.
[0045] Von der Energie, die durch die Erdbebenbewegung in das Gebäude transferiert wird,
kann der Anteil, welcher der Zerstörungsarbeit durch Wegführen, oder richtiger ausgedrückt,
durch Umwandlung in Wärme z. B. durch Dämpfung entzogen werden könnte, nur bei einem
relativ geringen Prozentsatz bleiben. Bei starken Beben kann eine angewendete Dämpfungsreibung
die zerstörerische Wirkung eines Erdbebens nicht verhindern.
[0046] Moderne Lösungen, wie elastische Stahlrahmen-Konstruktionen, die einen kostspieligen
Schaden beim Northridge-Erdbeben erlitten, und Basis-Isolations-Systeme, sollen einen
gewissen Prozentsatz der Energie absorbieren oder wegleiten, die die Erdbewegungen
auf die Struktur eines Gebäudes übertragen. Jüngste Studien des U.S. Geological Survey
und des California Instituts of Technology (CalTech) drücken die Befürchtung aus,
daß auch diese Art von Gebäuden möglicherweise beschädigt werden oder sogar zusammenbrechen
könnten im Falle eines wirklich starken Erdbebens, wenn sie nahe genug zum Epizentrum
liegen.
3.3 Fundament-Isolation der Gebäudestruktur
[0047] Das Bemühen, die Erdbebensicherheit für Gebäude zu erhöhen, hat zu einer großen Zahl
von neuen Lösungen geführt, die ihren Niederschlag finden in den Patent-Veröffentlichungen.
[0048] Unter den technischen Lösungen zur Sicherung von Gebäuden gegen Erdbebenschäden sind
Einrichtungen bekannt, die zusätzlich zur üblichen Strukturauslegung und Bemessung
nach Regelwerken zur Anwendung kommen, die das Gebäude vom Fundament trennen und über
bewegliche Auflager verbinden oder über Glieder mit Gelenken stützen.
[0049] Eine Gruppe von technischen Lösungen, die zu Fundament- oder Basis-Isolations-Systemen
gehören, ermöglichen dem Baukörper gegenüber der Basis eine Beweglichkeit in gewissen
Grenzen. Alle Lösungen übertragen durch Reibung und Dämpfungskräfte in das getragene
Gebäude Schubkräfte, die bei hohen Frequenzen und großen Schwingweiten auch kritisch
werden können. Einige dieser Lösungen übertragen keine negativen Vertikalkräfte und
sind damit nicht für schlanke Hochbauten und Türme geeignet.
[0050] Bei einer Art der Fundament-isolation wird der Baukörper auf horizontal elastischen
Blöcken gelagert, die aus horizontal geschichteten Lamellen aus wechselweise Stahl
und Kautschuk bestehen. ( US-Patents 4,527,365 ; 4,599,834 ; 4,593,502 ) Diese Blöcke
haben vertikal eine hohe Lastaufnahmefähigkeit und ermöglichen horizontal eine Verschiebbarkeit
der oberen gegenüber der unteren Platte des Isolationsblocks, haben aber horizontal
einen sehr begrenzten Hub der Beweglichkeit. Mit zunehmender Verschiebung aus der
Mittellage nimmt die Steilheit der Federkennung zu, es erfolgt eine Versteifung der
Blöcke mit Wirkung auf die Gebäudestruktur durch Anstieg der Schubkraft, die von der
Basis auf den Baukörper übertragen wird. Hierdurch können in Extremfällen auch durch
die Versteifung der Gummiblöcke Schäden an Struktur und Interieur entstehen.
[0051] Diese Blöcke haben bei starken Erdbeben den Nachteil eines horizontal zu geringen
Hubs in der seitlichen Beweglichkeit, wodurch auch noch Gefährdungen des Bauwerks
auftreten können. Außerdem sind diese Elastikblöcke nicht in der Lage, nennenswerte
negative Vertikallasten aufzunehmen. Es besteht die Gefahr des Abreißens.
[0052] Bei Lagerung von Gebäuden auf solchen horizontal elastischen Blöcken werden die Spitzenwerte
der Beschleunigungen gemindert durch Federung und Dämpfung. Die Übertragung der Bewegung
des Bodens auf das Gebäude erfolgt dennoch in einem bestimmten Ausmaß. Übersteigt
die horizontale Schwingamplitude des Bodens den seitlichen Federhub der horizontal
elastischen Blöcke, so wird die Geschwindigkeit des Bodens in voller Größe durch die
Stahl-Elastomer-Blöcke auf das gestützte Objekt übertragen und es besteht die Gefahr,
daß die Blöcke zwischen den Stahllamellen abscheren.
[0053] Bei großen Schwingamplituden des Bodens können die Bewegungen des auf Elastomer-Blöcken
gestützten Baukörpers erheblich sein, und die Bewegungen des Gebäudes in oberen Bereichen
können durch eine Art Peitscheneffekt verstärkt werden.
[0054] Bei einer anderen Art von Fundament-Isolation wird der Baukörper auf der Basis über
rollende oder gleitende Körper gestützt, die sich zwischen zwei konkaven Platten oder
einer ebenen und einer konkaven Platte bewegen können, so daß dieser Stützpunkt des
Gebäudes auf der oberen Platte sich bewegt wie an einem Pendel aufgehängt. ( US Patents
4,644,714 ; 4,881,350 ) Diese Vorrichtungen übertragen keine Negativkräfte und sind
nicht zur Aufnahme von Kräftepaaren aus Biegemomenten am Bauwerk geeignet.
[0055] Bei der Abstützung über Rollkörper ergeben sich Probleme im Hinblick auf die damit
verbundenen hohen Hertz'schen Pressungen an den Berührungsflächen. Hierdurch werden
besondere Anforderungen an die Materialien und die Oberflächen der beteiligten Bauteile
gestellt. Außerdem können bei dieser Art der Abstützung keine negativen Kräfte übertragen
werden.
[0056] Es können auch zwischen ebenen Platten Stützkörper angeordnet sein, deren Krümmungsradius
an den Berührungsflächen zu den Platten größer ist als die Höhe des Körpers. ( DPA
Offenlegungsschrift 2021031 )
[0057] Hierdurch wird die obere Platte, ein Stützpunkt des Getragenen, beim pendelnden Abrollen
des Stützkörpers angehoben und es entsteht auch ein Bewegungsverhalten des Stützpunktes
wie an einem Pendel hängend. Die Schwingweiten solcher Lösungen sind schon bei mittleren
Erdbeben unzureichend. Die Eigenschwingung dieser Lösungen liegen zu nahe bei den
möglichen Erdbebenschwingungen, eine hinreichende Schwingungsentkopplung entsteht
nicht, Resonanzschwingung ist möglich, Negativkräfte können nicht übertragen werden.
[0058] Bei einer weiteren Art der Fundament-Isolation werden Stützpunkte der Gebäudestruktur
an Pendeln aufgehängt. ( US Patents 1,761,321 ; 1,761,322 ; 2,035,009 ; 4,328,648
) Der Ausführung großer Pendellängen sind praktische Grenzen gesetzt. Die Schwingungsentkopplung
von der schwingenden Basis ist unzureichend.
[0059] Durch die Pendelgeometrie ist das Bewegungsverhalten des Systems festgelegt. Die
Abmessung der Pendel bestimmt die Periodendauer der Eigenschwingung. Der Grad der
Verschiedenheit der Eigenschwingung von der Schwingung des Bodens bestimmt das Bewegungsverhalten
der an Pendeln aufgehängten Masse des Baukörpers.
[0060] Wird ein Gegenstand oder ein Baukörper an Pendeln aufgehängt wie in den Beispielen
nach FIG.2. FIG.3 oder FIG.4, so hat dieser ein eigendynamisches Bewegungsverhalten
wie ein mathematisches Pendel. Die Masse des Gebäudekörpers oder des Objekts 1 wird
anteilig entsprechend der Massenverteilung auf die verschiedenen Stützpunkte im unteren
Gelenkpunkt 3 des Pendels 2 durch die Erdgravitation und evtl. eine zusätzliche Beschleunigung
als Kraft wirksam. Die Pendel 2 werden an einem oberen Gelenkpunkt 4 von einer adäquat
ausgestalteten Stützstruktur 5 getragen. Die Gelenke 3 und 4 sind entweder Kugelgelenke
oder Kardangelenke und erlauben dem Pendel Schwenkbewegungen in zwei Achsen, relativ
zur Last tragenden Aufhängung und relativ zum getragenen Objekt oder Gebäude. Das
Bewegungsverhalten der gezeigten Beispiele läßt sich reduzieren auf das Modell des
mathematischen Pendels.
[0061] Bei allen zitierten Lösungen handelt es sich um schwingungsfähige Systeme, deren
Eigenschwingungen in der Nähe von Erdbeben-Anregungsschwingungen liegen. Bei maximal
auftretenden Amplituden der Erdbebenschwingung ist ein Resonanzfall im Erdbeben-Frequenzbereich
nicht ausschließbar, wobei zusätzliche Probleme entstehen, die Gefährdungen des Gebäudes
hervorrufen können.
[0062] Macht das Gebäudesystem in der Nähe der Resonanzschwingung zur Erdbeben-Schwingung
noch zusätzlich Kippbewegungen zur Hochachse des Gebäudes, so erfahren die dem Erdboden
weiter entfernt liegenden Gebäudeteile eine Zunahme der Beschleunigung und der daraus
resultierenden Belastungskräfte.
[0063] Mit hochelastischen Isolatoren zwischen dem Gebäudeoberteil und seinem Fundament
und einer damit verbundenen horizontal weichen Lagerung des Baukörpers lassen sich
bei stärksten Erschütterungen mit dieser Anordnung dennoch keine vollkommen zufriedenstellenden
Ergebnisse erzielen, wenn die Frequenzentkoppelung nicht weitreichend genug ist.
[0064] Die mögliche Nähe der Resonanzschwingung zu möglicher Schwingung des Erdbeben-Antwortspektrums
lassen große Amplitudenverstärkungen in oberen Gebäudeteilen aufkommen.
[0065] Hierdurch ist es möglich, daß die von solchen Vorrichtungen getragenen Baukörper
mit der entsprechenden Frequenz in verstärktes Schwingen geraten.
[0066] Bei solchen Vorgängen sind auch noch Gebäudeschäden möglich, und die Gefahr bleibt
bestehen, daß bewegliche Einrichtungsgegenstände innerhalb des Gebäudes hin und her
geschleudert werden und damit auch Schäden und Gefährdungen von Personen herbeiführen
können.
3.4 Abgrenzung der neuen Lösung zum Stand der Technik
[0067] Bei besonders starken Erdbeben, mitunter BigShake oder MegaShake genannt, wird der
Schutz der bekannten Schutzsysteme und aller anderen konventionellen Design-Methoden
entsprechend den Bauvorschriften nicht ausreichend sein und sie werden versagen. Zerstörungen
und die Anzahl von Todesopfern können katastrophale Ausmaße annehmen. Es hat Beben
mit mehreren Hunderttausend Toten gegeben.
[0068] Bekannte Lösungen der Basisisolation ermöglichen der Gebäudestruktur gegenüber der
Basis eine Verschiebbarkeit in engen Grenzen. Mit größer werdenden Schwingamplituden
nimmt bei bekannten Schutzsystemen der Grad der Impuls-Reduktion ab. Bei Extrembeben
besteht die Möglichkeit des Versagens.
[0069] Abgrenzend von bekannten Erdbebenschutz-Systemen ist die erfindungsgemäße Lösung
weder eine Roll-, Gleit- oder Elastomer-Vorrichtung, die Energie absorbiert oder wegleitet,
es ist ein Impuls nicht weiterleitendes System, das freie Bewegung gegenüber der Basis
in jeder Richtung zufäßt, es erfolgt keine Energieabsorbtion oder -verteilung. Die
erfindungsgemäße Lösung bewirkt, daß keine Übertragung der Bodenbewegung und kein
Energietransfer auf das Gebäude erfolgt.
[0070] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß horizontale Erdbebenschwingungen der
Basis nicht auf das Bauwerk übertragen werden, das Objekt der oszillierenden Erdbebenbewegung
der Basis nicht mehr folgen kann und das Gebäude in Ruhelage bleibt. Erdbebenschäden
werden effektiv verhütet.
[0071] Die Erdbebenfrequenz und die Eigenfrequenz der von virtuellen Pendeln getragenen
Struktur sind so weit entkoppelt, daß die Bewegung des Bodens nicht auf die gestützte
Struktur übertragen werden kann. Das Prinzip ist ohne Änderung des Verhaltens voll
wirksam bei jeder Erdbeben-Schwingfrequenz. Aus der in Ruhelage verbleibenden getragenen
Masse wirken keine Reaktionskräfte aus Beschleunigungen auf die Gebäudestruktur zurück.
Es entstehen keine Beschädigungen an dem Gebäude oder dem Interieur, selbst bei dem
denkbar stärksten Erdbeben.
[0072] Dagegen übertragen elastomere Lager und reibungsbehaftete Gleitlager doch noch nicht
geringe Schubkräfte in die Gebäudestruktur, was im Extremfall auch kritisch werden
kann. Auch wenn im Einzelfall die Struktur noch standhält, so können die Beschädigungen
im Inneren des Gebäudes beträchtlich sein.
[0073] Während Basis-Isofations-Lager mit Wälzkörpern, Elastomer-Blöcken oder Gleitfüßen
keine vertikale Zuglasten aufnehmen können, sind Erdbebenschutz-Module auf der Basis
virtueller Pendel geeignet, negative Vertikallasten zu übertragen.
[0074] Das erfindungsgemäße Erdbebenschutz-System ist ein perfektes Basis-Isolations-System,
eine kompakte, passiv wirkende, lasttragende Vorrichtung, die im Untergeschoß oder
Erdgeschoß eines Gebäudes eingebaut wird und das freie Bewegung gegenüber der Basis
in jeder Richtung zuläßt, wobei dennoch Windkräfte abgestützt bleiben.
[0075] Das perfekte Verhalten der Erdbebenschutz-Module wird nicht beeinflußt von der Impulsgröße,
der Magnitude des Erdbebens, der Basisbeschleunigung, der Schwingweite und der Frequenz
der Erdbeben-Schwingung, ob harmonisch oder disharmonisch. Das Ergebnis ist immer
dasselbe; das Gebäude steht still, es bewegt sich nicht. Alle Ansprüche werden mathematisch
gestützt.
[0076] Das erfindungsgemäße Erdbebenschutz-Modul ist keine Vorrichtung, die Energie aufnimmt,
oder weiterleitet, sondern eine Vorrichtung, die keinen horizontalen Impuls überträgt
und Verschiebungen gegenüber der Basis frei zuläßt. Es ist möglich, die Schwingungen
des gestützten Objekts, die ein Erdbeben verursacht, auf nahezu Null (weniger als
0,01 g) zu reduzieren, unabhängig von der Stärke des Erdbebens und unabhängig von
den Frequenzen und Amplituden der Erdbewegung. Folglich wird keine Energie aus der
Erdbewegung auf das Gebäude übertragen. Die Scherungskräfte, die auf das Gebäude einwirken,
werden reduziert auf belanglose Werte.
[0077] Selbst stärkste Erdbeben würden keine Schäden an der Struktur, der Fassade oder im
Inneren des Gebäudes verursachen. Eine Person im Gebäude würde möglicherweise noch
nicht einmal bemerken, daß sich ein Erdbeben ereignet hat.
[0078] Die Schutzfunktion für das Gebäude ist so weitgehend, daß unabhängig von der Stärke
eines Erdbebens keine Kräfte mit zerstörerischer Wirkung auf das Gebäude übertragen
werden können. Mit der neuen Methode ist es möglich, ein Verhalten des so gestützten
Objekts zu erzielen, daß es nahezu in Ruhelage verbleibt, auch wenn der Boden mit
großen Amplituden und hohen Beschleunigungen sich bewegt.
[0079] Elastomer-Lager und Reibungs-Gleitlager haben keine Aufnahmefähigkeit für vertikale
Zuglasten. Wenn ein Erdbeben hohe vertikale Beschleunigungen hervorruft, können Beschädigungen
der Lager oder der Struktur entstehen oder gar ein Abheben von der Lagerstelle mit
schwerwiegenden Folgen bewirken. Diese Probleme stehen der Anwendung solcher Basis-Isolatoren
bei schlanken Hochhäusern entgegen, die Kippmomente bei starkem Wind oder bei Erdbeben
durch hohe Beschleunigungen der Basis bei großen Bewegungsamplituden erfahren können.
[0080] Erdbebenschutz-Module in Form virtueller Pendel lösen dieses Problem von Abhebekräften
durch formschlüssige Verbindung des Gebäudes mit dem Fundament selbst bei größten
Schwingweiten der Basis.
[0081] Mit dieser neuen Technologie ist es nun auch möglich, die höchsten Hochhäuser vollständig
von Erdbebenbewegungen zu isolieren.
[0082] Ein solcherart geschütztes schlankes Hochhaus erfährt keinen Peitscheneffekt durch
Erdbeben, keine Fenster bersten, im Innern fliegen keine Einrichtungsgegenstände umher.
[0083] Aufgrund seines Design-Prinzips ist ein Hochhaus mit dieser Technologie ebenso stabil
und robust wie ein konventionell konstruiertes Stahl-Skelett-Bauwerk mit dem zusätzlichen
Vorzug, daß es die Bodenbewegungen nicht mitmacht und somit keine Verformungen mit
Ausbaubeschädigungen erfährt und somit perfekte Erdbebensicherheit erhält.
[0084] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, Gebäude und Objekte auf Stützvorrichtungen zu
lagern, die für den Laststützpunkt eine Bewegungsmöglichkeit herstellen wie das untere
Ende eines Pendels mit langer Periodendauer und somit ein virtuelles Pendel darstellt,
wird seismische Sicherheit auf ein Niveau von Perfektion gebracht.
[0085] Maximale Bewegungsauslenkungen bei bekannten Isolatoren sind bei starken Erdbeben
nicht ausreichend. Werden diese Werte überschritten, kann das Gebäude beschädigt oder
zerstört werden.
[0086] Selbst nahe dem Epicenter starker Beben, wo große Schwingweiten des Bodens vorkommen
können, die alle bisher existierenden Schutzsysteme überfordern können, bietet das
erfindungsgemäße System Sicherheit, weil es für größte Schwingamplituden ausgelegt
werden kann.
[0087] Das System der vorliegenden Erfindung erfüllt eine hohe Schutzfunktion, indem die
von der Basis auf das Gebäude übertragbare horizontale Beschleunigung auf bedeutungslose
Werte von weniger als 0,01 g begrenzt wird.
[0088] Mit diesem Leistungsvermögen und der Systemcharakteristik bietet die hier dargestellte
Erdbebenschutz-Technologie im Vergleich zur bereits vorhandenen Technik einzigartige
vorteilhafte Eigenschaften.
[0089] Es ist kein weiteres Verfahren bekannt, welches vergleichbares Verhalten bewirkt.
[0090] Mit diesem neuen revolutionierenden Prinzip ist der Durchbruch zur Lösung des weltweiten
Problems gelungen, der Bedrohung durch Erdbeben erfolgreich zu begegnen.
4 Übersicht der Erfindung
[0091] Die Erfindung stellt ein Basis-Isolations-System dar und ist eine kompakte, passiv
wirkende, lasttragende Vorrichtung, die im Fundament oder Erdgeschoß eines Gebäudes
eingebaut wird. Das System verhindert die Übertragung von Schwingungen und Stößen
des Erdbodens auf das gestützte Objekt.
[0092] Das geschützte Gebäude wird durch die neuartige Tragkonstruktion vollständig von
der horizontalen Bewegung des Bodens isoliert, die Eigenschwingung des Objekts von
der schwingenden Basis dissonant entkoppelt.
[0093] Erdbebenschäden werden effektiv verhütet. Das Prinzip des virtuellen Pendels ist
wirksam bei jeder Erdbeben-Schwingfrequenz und jeder Erdbeben-Basisbeschleunigung
und kann für jede erforderliche Schwingamplitude ausgelegt werden.
[0094] Die nach dem Verfahren des virtuellen Pendels gestaltete Tragvorrichtung kann für
jede erforderliche Schwingamplitude und für alle in Frage kommenden Vertikallasten
ausgelegt und wartungsfrei gestaltet werden. Die Vorrichtung ist geeignet für die
Erdbebensicherung von Objekten jeglicher Art, um sie von den Bodenschwingungen abzukoppeln,
und läßt sich einsetzen, um bestehende Objekte durch Nachrüstung erdbebensicher zu
machen.
[0095] Diese neu definierte Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß dem Anspruch 1 und eine
Vorrichtung gemäß dem Anspruch 2 gelöst. Dabei ist der Baukörper oder das zu schützende
Objekt auf Tragkonstruktionen, die hier Erdbebenschutz-Module genannt werden, gelagert,
die mit dem Boden über ein durchgehendes gemeinsames Fundament oder auch über jeweils
einzelne Fundamentgründungen für das einzelne Erdbebenschutz-Modul fest mit dem Boden
verbunden sind. Diese Erdbebenschutz-Module tragen den Baukörper an mehreren Punkten
und ermöglichen ihm an den Stützpunkten auf den Erdbebenschutz-Modulen ein räumliches
Bewegungsverhalten in allen Richtungen mit großer Schwingamplitude mit geringer Rückstellkraft,
die nur minimale Beschleunigungen begründet.
[0096] Bevorzugte Weiterbildungen sind durch die abhängigen Ansprüche eingeführt.
[0097] Die Erfindung stellt ein erdbebenunempfindliches Tragsystem dar zur Lagerung und
Stützung von Strukturen aller Art wie Gebäude, Brücken, Türme, Industrie- und Nuklear-Anlagen
oder sonstiger Objekte, das zwischen Fundament und getragener Struktur angeordnet
ist und verhindert, daß diese den wechselnden horizontalen Erdbebenbewegungen und
Beschleunigungen und den daraus hervorgerufenen Kräften aus der Dynamik der schwingenden
Bewegung ausgesetzt wird, um sie so vor den zerstörerischen Einwirkungen durch Erdbeben
zu schützen.
[0098] Für die Dämpfung oder Tilgung vertikaler Erdbebenschwingungen kommen im Bedarfsfall
mechanische, hydropneumatische oder viskoelastische Federungssysteme mit sehr flacher
Federkennung in Kombination mit der Lagerung durch virtuelle Pendel zur Anwendung.
4.1 Aufgabenstellung und Zielsetzung
[0099] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Erdbebensicherung bereitzustellen, um ein Gebäude oder Objekt so weitgehend von
der Bewegung des Bodens zu isolieren, daß unabhängig von der Stärke eines Erdbebens
keine Kräfte mit zerstörerischer Wirkung auf das Gebäude übertragen werden können.
[0100] Es muß Resonanzfreiheit des Gebäudes bei Bodenschwingungen erreicht werden und die
Eigenfrequenz des Objekts in seiner Lagerung muß von der Schwingfrequenz des Bodens
so unterschiedlich sein, daß beide Schwingsysteme voneinander entkoppelt und die horizontalen
Beschleunigungs- und Stoßkräfte aus der Bewegung des Bodens nicht mehr auf den Gebäudekörper
übertragen werden.
[0101] Sind die Frequenzen der Erdbebenschwingung und die des Eigenschwingverhaltens der
Tragkonstruktion mit der getragenen Struktur verschieden um den Faktor 20 und höher,
so ist nicht mehr zu erwarten, daß die wesentlich höherfrequente Anregung durch den
Boden ein Schwingen des Getragenen herbeiführt. Im übrigen wäre ein Schwingen der
getragenen Struktur mit einer Periodendauer von 20 Sek. und länger nicht mehr bedeutsam
in Hinblick auf eine Gefährdung der Struktur. Ein solch träges Verhalten und die hiermit
verbundenen geringen Beschleunigungen sind kaum noch physisch wahrnehmbar.
4.2 Deduktion zur Lösung der sich stellenden Aufgabe
[0102] Vorab dienen die folgenden grundsätzlichen Betrachtungen zur Herleitung der angestrebten
Lösung des Problems.
[0103] Ausgangspunkt der Überlegung ist die Aufhängung einer Masse an Pendeln.
[0104] FIG.5 Die Masse 1 wirkt wie eine Punktmasse am unteren Ende des Pendels. Wird die am unteren
Ende des Pendels angreifende Masse
1 um einen Betrag
e aus ihrer statischen Ruhelage verschoben, so erfährt sie gleichzeitig eine Anhebung
um den Betrag h, weil das Pendel
2 mit der Länge
I mit dem unteren Pendelende
3 einen Kreis um den oberen Aufhängepunkt
4 mit dem Radius
r = I beschreibt. Da die Bewegungen in jeder Richtung zweiachsig erfolgen können, beschreibt
das untere Pendelende, der Aufhängepunkt der Masse eine von oben gesehen konkave sphärische
Fläche.
[0105] Die Anhebung der Masse
1 um den Betrag h führt dazu, daß die Masse eine höhere potentielle Energie erhält.
Bei Verschwinden der Krafteinwirkung, die zur Auslenkung der Masse
1 um den Betrag e und zur Anhebung der Masse um den Betrag h geführt hat, bewirken
die Zugkraft im Pendel
Z und die Kraft aus der Erdgravitation und der Masse (m • g) eine resultierende Rückstellkraft
R, welche die Masse am Pendelende
3 in die mittlere Ruhelage zurückführt. Hierbei überschwingt die Masse
1 die Ruhelage, und durch Reibungsdämpfung kommt das Schwingen zum Stillstand.
[0106] Die gleichen Relationen treten auf, wenn nicht die Masse aus ihrer Ruhelage bewegt
wird, sondern auch, wenn der obere Aufhängepunkt
4 des Pendels
2 über die Tragstruktur
5 durch seitliches Bewegen der Basis
6 verschoben wird. Hierdurch erfährt das Pendel zunächst eine Schrägstellung durch
Zurückbleiben der aufgehängten Masse aufgrund der Trägheit, und die Masse wird hierbei
angehoben. Die dann einsetzende Bewegung der Masse erfolgt nach dem Schwingverhalten
des Pendels.
[0107] Hierbei ist die Kreisfrequenz der Schwingung
g Gravitationsbeschleunigung
l Länge des Pendels
[0108] Das Schwingverhalten des Pendels ist also ausschließlich durch die Pendellänge bestimmt.
[0109] Die Pendelfrequenz ist

[0110] Die Schwingungszeit beträgt

[0111] Eine große Pendellänge bedeutet also eine geringe Pendel-Schwingfrequenz und eine
lange Periodendauer einer Schwingung.
[0112] Sind die Schwingfrequenz des Pendels und die Schwingfrequenz der Basis sehr verschieden,
so werden die Bewegungen voneinander weitgehend entkoppelt.
[0113] Wird z. B. der obere Aufhängepunkt des Pendels durch eine horizontale Schwingung
der Basis im Falle eines Erdbebens mit einer Frequenz üblicherweise zwischen 0,5 Hz
und 2 Hz bewegt und hat das Pendel bei einer großen Länge eine sehr niedrige Eigenfrequenz
gegenüber der Erregungsfrequenz, so vermag die Masse des Objekts der Bewegung der
Basis nicht mehr zu folgen, sie verbleibt nahezu auf der Stelle. Wenn die Masse sich
mit sehr geringer Geschwindigkeit bei einer langen Periodendauer der eigenen Schwingung
in Bewegung setzt, erfolgt bereits mit wesentlich höherer Frequenz eine Deplacierung
des Aufhängepunkts des Pendels in der entgegengesetzten Richtung bevor sich der Massepunkt
wesentlich von seiner ursprünglichen Lage entfernt hat. Diese Umkehrung vollzieht
sich bei anhaltender Schwingung im ständigen Wechsel, so daß die Masse nahezu auf
derselben Stelle verbleibt.
[0114] Um die gewünschte Entkopplung zu erreichen, werden große Pendellängen erforderlich.
[0115] Der Realisierung besonders großer Pendellängen stehen jedoch praktische Gesichtspunkte
entgegen.
[0116] Das bis hier betrachtete Pendel, welches an seinem oberen Ende gelenkig aufgehängt
ist, stellt ein stabiles Tragelement dar, da es eine stabile Lage oder Ruhelage mit
tiefster Schwerpunktlage der getragenen Masse selbsttätig durch die Gravitations-Beschleunigung
anstrebt.
[0117] Die Realisierung eines sogenannten virtuellen Pendels, das eine geringe Bauhöhe ermöglicht,
aber die Wirksamkeit eines Pendels großer Pendellänge und damit eine lange Periodendauer
einer Schwingung hat, basiert auf dem Prinzip, daß die Wirkung von stabilen, die Masse
anhebenden und labilen, die Masse absenkenden Tragelementen in einer Weise gekoppelt
wird, daß der anhebende, stabilisierende Einfluß geringfügig aber hinreichend überwiegt.
[0118] Bei einem stabilen Tragelement strebt eine getragene Masse im Bereich seiner Bewegungsfreiheit
unter dem Einfluß einer Gravitations-Beschleunigung die Lage geringster potentieller
Energie an.
[0119] Ist eine Masse durch eine Bahn oder Fesselung z. B. durch ein Pendel so in der Bewegungsmöglichkeit
geführt, daß eine Deplacierung aus der Ruhelage ihre potentielle Energie erhöht, so
kehrt sie unter dem Einfluß der Gravitations-Beschleunigung in ihre ursprüngliche
Ruhelage zurück.
[0120] Die Lage der Masse ist stabil.
[0121] Wird bei Deplacierung der Masse aus der Ausgangslage durch die vorgegebene Bewegungsbahn
die potentielle Energie verringert, so strebt die Masse unter Einfluß der Gravitations-Beschleunigung
einer weiteren Verringerung der potentiellen Energie zu.
[0122] Die Lage der Masse ist instabil.
[0123] Mit der Koppelung und Überlagerung beider Einflüsse, der stabilen und der labilen
Masseverlagerung wird durch geeignete Wahl der geometrischen Größen der Koppelglieder
erreicht, daß die resultierende Bewegung der Masse zu einer geringen Anhebung und
nur geringfügigen Erhöhung der potentiellen Energie führt, woraus eine langsame Rückführung
in die Ruhelage und somit eine lange Periodendauer der Eigenschwingung resultiert.
[0124] Dies ist die Wirkung eines langen Pendels.
[0125] Wenn erfindungsgemäß physikalisch kein langes Pendel vorhanden ist, jedoch die Wirksamkeit
eines langen Pendels mit langer Periodendauer erreicht wird, so ist hier die Rede
von einem virtuellen Pendel langer Periodendauer.
[0126] Das sogenannte virtuelle Pendel hat bei geringer Bauhöhe jedoch die Wirksamkeit eines
langen Pendels mit langer Periodendauer der Eigenschwingung.
[0127] Wenn nun bei einer konstruktiv verfügbaren Raumhöhe und einer davon abhängigen Länge
l des Pendels
2 die Anhebung
h zu groß wird, so muß die Anhebung durch additive Überlagerung eines negativen Wertes
also einer Absenkung eine resultierende geringe Anhebung erreicht werden, die dem
Zielergebnis entspricht. Dies ist möglich, wenn man ein stabiles, hängendes Pendel
und instabiles stehendes Pendel in geeigneter Weise miteinander koppelt und bei einer
horizontalen Auslenkung der gekoppelten Stützglieder deren jeweiligen vertikalen Hübe,
der einmal positiv und einmal negativ ist, addiert.
[0128] Da der Hubverlauf beider Stützglieder über der horizontalen Auslenkung harmonisch
verläuft, weil sie unmittelbar von einer Kreisfunktion abhängen, so ist die Differenz
beider Vertikalhübe ebenfalls über der horizontalen Auslenkung im Verlauf harmonisch,
was der Anwendung des Prinzips für die Zielsetzung entgegenkommt.
[0129] FIG.6 veranschaulicht diesen Zusammenhang. Der Massepunkt
3 des stabilen Pendels
2 mit der Länge
l erfährt bei der horizontalen Auslenkung
e die Anhebung
h.

[0130] Das obere Ende des stehenden instabilen Pendels
7 mit der Länge
ls wird über der horizontalen Auslenkung
es und den Betrag
S vertikal abgesenkt.

[0131] Werden die Vertikalbewegungen beider Stützglieder addiert, erfolgt eine resultierende
Anhebung mit dem Betrag
hres.
[0132] Die Relationen von α: β und e : e
s werden beeinflußt von der Art der benutzten Koppelung und der frei wählbaren Relation
von l:
ls.
[0133] In der unmittelbaren Addition der Vertikalhübe der stabilen und labilen Stützpendel
werden die Zusammenhänge im Ergebnis, wie in FIG.6 dargestellt, erreicht.
[0134] Die Koppelung der stabilen und labilen Stützpendel kann in unterschiedlichster Art
geschehen. Es können durch Hebeleinflüsse zu den Anhebungen und Absenkungen proportional
übersetzte Beträge an den Stützelementen oder an den Koppelgliedern benutzt werden,
um geeignete Laststützpunkte zu definieren, die durch die Koppelung unter dem gemeinsamen
Einfluß der proportionalen Anhebung und Absenkung beider Arten von Stützpendeln die
gewünschte Anhebung erfahren.
[0135] FIG.7 Die horizontale Auslenkung
ep des gewählten Laststützpunktes des unteren Endes des virtuellen Pendels ist eine
Funktion oder in erster Näherung proportional zu der Auslenkung e am hängenden stabilen
physischen Pendel.
[0136] Ebenso sind die Anhebung und die überlagerte Absenkung des Laststützpunktes, des
unteren Endpunkts des virtuellen Pendels Funktions- oder Proportionalwerte der Anhebung
oder der Absenkung der Massewirkpunkte an den hängenden stabilen und den stehenden
labilen physischen Pendeln.
[0137] Die Anhebung h
p des Massewirkpunktes
P am virtuellen Pendel in Funktion über der Auslenkung aus der Mittellage entspricht
in erster Näherung einer Kreisbahn und zweiachsig pendelnd beschreibt der Punkt
P eine Ortsfläche in Form einer von oben gesehen konkaven Sphäre.
[0138] Der Krümmungsradius ρ ist die Länge I
p des virtuellen Pendels.
[0139] FIG.8 Das Stützelement
2 stellt ein stabiles, hängendes Pendel mit der Länge
Ih dar und Stützelement
7 ein labiles, stehendes Pendel mit der Länge I
s.
[0140] Beim hängenden Pendel, Stützelement
2 wird das frei bewegliche Ende des Pendels beim Pendeln um den Winkel α angehoben
um den Betrag
h. Beim stehenden Pendel, Stützelement
7 wird bei einer Pendelbewegung um den Winkel β das frei bewegliche Ende des Pendels
abgesenkt um den Betrag
s. Beim hängenden Pendel, Stützelement
2 beschreibt das freie Ende eine von oben gesehen konkave sphärische Fläche. Beim stehenden
Pendel, Stützelement
7 beschreibt das freie Ende eine von oben gesehen konvexe sphärische Fläche.
[0141] FIG.9 Erfindungsgemäß werden nun das hängende Pendel, Stützelement
2 und das stehende Pendel, Stützelement
7 mittels eines Koppelelements
8 gekoppelt. Beim gekoppelten Pendeln beider Pendel wird der Teil des Koppelelements
8, der nah am stehenden Pendel, Stützelement
7 ist, abgesenkt. Der Teil des Koppelelements
8, der näher am hängenden Pendel, Stützelement
2 ist, wird während des Pendelns angehoben.
[0142] Auf irgendeinem Teil des Koppelelements
8 mit der Länge
c wird an einem Punkt
P des Koppelelements
8 im Teilungsverhältnis von a zu b der Lagerpunkt
P des getragenen Objekts während des Pendelns beider gekoppelter Stützelemente in beiden
Bewegungsrichtungen im Bereich der zugrunde gelegten Horizontalamplitude um geringe
Strecken angehoben.
[0143] Dies wird beeinflußt von der Wahl der Größen und der Verhältnisse zueinander von
l
s, l
n, c und dem Verhältnis a zu b. Eine geringere Länge l
h des hängenden Pendels, Stützelement
2 führt bei gleichem Pendelausschlag
e zu einer größeren Anhebung
h des Pendelendes. Eine Vergrößerung der Länge
ls des stehenden Pendels, Stützelement
7 führt bei gleicher Auslenkung
e zu einer Verringerung der Absenkung
s. Die Wahl der Lage des Punktes
P auf dem Koppelelement
8 mit der Länge
c im Teilungsverhältnis a zu b erfolgt so, daß die Anhebung des Punktes
P bei der Auslenkung
e des hängenden Pendels, Stützelement
2 in jedem Fall positiv wird aber minimal bleibt. Wird das Koppelelement
8 durch entsprechende Lagerung daran gehindert, sich um die Hochachse
H zu drehen, so gelten die bis jetzt gemachten Betrachtungen gleichermaßen auch, wenn
das Pendeln der Stützelemente
2 und
7 sich in einer anderen Richtung ereignet, wie FIG.10, welche die Situation in der
Draufsicht zeigt, veranschaulicht.
[0144] F1G.10 Das Koppelelement
8 ist in fest mit der getragenen Masse verbundenen Lagern
B drehbar um die Achse
Q gelagert und dadurch an einer Drehung um die Hochachse
H gehindert. Das freie Ende des hängenden Pendels, Stützelement 2 beschreibt eine von
oben gesehen konkave sphärische Fläche
K. Das stehende Pendel, Stützelement
7 beschreibt in der Draufsicht eine von oben gesehen konvexe Sphäre
V. Bei Auslenkung des freien Endes des hängenden Pendels, Stützelement
2 um einen Betrag
e in jedwelcher Richtung wird der Punkt
P des Koppelelements
8 und somit die Achse
Q in gleicher Weise angehoben wie bei einer Auslenkung in Richtung der X-Achse.
[0145] Der Gelenkpunkt des Koppelelements
8 am Stützelement
7 erfährt ebenso eine Absenkung in jedwelcher Richtung der Auslenkung der Pendel, Stützelemente
2 und
7 wie in der Richtung der X-Achse. Damit erfährt der Punkt
P auf dem Koppelelement
8 bei einer Auslenkung der gekoppelten Pendel in jedwelcher Richtung eine Anhebung.
[0146] Wie FIG.9 zeigt, bewegt sich der Punkt
P wie der freie Endpunkt eines hängenden langen Pendels mit der Länge
lv, er stellt das freie Ende eines virtuellen Pendels großer Länge dar.
[0147] FIG.11 Bei einer Auslenkung
e des Koppelelements
8 in FIG.9 aus der Ruhelage um den Betrag
e und einer Anhebung des Punktes
P um den Wert
hp wird nach FIG.11 die Länge des virtuellen Pendels

[0148] Die Kreisfrequenz des virtuellen Pendels ist

[0149] Die Pendelfrequenz des virtuellen Pendels ist

[0150] Die Periodendauer der Schwingung des virtuellen Pendels ist

[0151] Die maximale Geschwindigkeit des Punktes
P des freien Endes des virtuellen Pendels beträgt

[0152] Die maximale Beschleunigung des freien Endes des virtuellen Pendels und damit des
hierdurch gestützten Objekts beträgt

[0153] Die Stützelemente
2 können ebenso bei annähernd gleicher Wirksamkeit auch aus Seilstrukturen bestehen
und dabei auf gelenkige Aufhängungen verzichten, sofern die Stützelemente
2 bei allen Belastungsfällen nur durch Zugkräfte belastet werden.
[0154] FIG.12 zeigt eine Variante des Prinzips.
[0155] Neben der Wahl der Relationen von
Ih zu
Is, und a zu b läßt sich über einen Winkel γ des Wirkhebels
b des Koppelelements
8 und ebenso auch durch Einführung eines Winkels am Wirkhebel
a des Koppelelements
8 die Charakteristik der Anhebung des Punktes
P beeinflussen und damit die wirksame Länge des virtuellen Pendels bestimmen.
[0156] Die Auslegung der Dimensionen kann so erfolgen, daß die wirksame Länge
Iv des virtuellen Pendels ein Vielfaches der Bauhöhe der das Objekt stützenden Vorrichtung
beträgt.
[0157] Hierdurch ist es möglich, daß die Schwingfrequenz des virtuellen Pendels und seine
von ihm getragene Masse m sehr wesentlich niedriger liegt als die Schwingfrequenz
der Basis 6 bei Auftreten von durch Erdbeben hervorgerufenen horizontalen Bewegungen.
[0158] Dies bedeutet eine Entkopplung der Lage des von den virtuellen Pendeln getragenen
Objekts von den horizontalen Bewegungen des Bodens.
[0159] Die maximal auf den Baukörper oder das getragene Objekt einwirkenden Beschleunigungen
ergeben sich aus dem Bewegungsverhalten des mathematischen Pendels gemäß Gleichung
(
10).
[0160] Durch entsprechende Auslegung und Dimensionierung ist es möglich, diese maximale
horizontale Beschleunigung auf so geringe Werte zu reduzieren, daß sie vom Menschen
nicht mehr physisch wahrnehmbar ist. Diese Wirksamkeit ist unabhängig davon, welche
horizontalen Beschleunigungen die Basis 6 durch ein Erdbeben erfährt.
[0161] Die Magnitude eines Bebens hat keinen Einfluß auf die geradezu ruhende Lage eines
durch virtuelle Pendel großer wirksamer Pendellänge und langer Periodendauer getragenen
Baukörpers.
[0162] FIG.13 entspricht im Grundprinzip der Lösung nach FIG.9 und FIG.12. Hierbei wird jedoch
der Hebel mit der Wirklänge
b von dem Hebel mit der Länge
a getrennt und erhält eine eigene einachsige Lagerung in höherer Position an der Laststütze
Lw, die anteilig die getragene Masse
m stützt.
[0163] Bei dieser Lösung nehmen das hängende stabile Stützelement Pendel
2 und das stehende labile Stützelement Pendel
7 mit ihren jeweiligen Wirklängen
Ih und
Is einen größeren Anteil von der verfügbaren Raumhöhe in Anspruch. Dadurch wird erreicht,
daß bei gleich großem maximalen Winkelausschlag der zweiachsig gelenkig gelagerten
Stützelemente
2 und
7 die verfügbare horizontale Schwingweite des Systems in Relation zur vertikalen Raumhöhe
vergrößert wird.
[0164] Der Träger, Koppelelement
8, wird über die Koppelstütze
8a, die beidseitig einachsig gelenkig gelagert ist, mit dem Träger, Koppelelement
8b, verbunden, das seinerseits einachsig gelenkig an der Laststütze gelagert ist und
sich zweiachsig gelenkig gelagert auf dem labilen Stützelement, dem stehenden Pendel
7, abstützt. Das Bewegungsverhalten entspricht dem Schema nach
FIG.7 und
FIG.8.
[0165] FIG.14 und
FIG.15 zeigen in zwei Richtungen die Schwingweitenmöglichkeit der getragenen Masse gegenüber
der Basis.
[0166] FIG.16 zeigt die Schwingmöglichkeit des getragenen Objekts gegenüber der Basis in drei Bewegungsphasen
mit einem Schwinghub
S.
[0167] FIG.17 stellt dar, wie bei einem Schwinghub
S der Basis
6 und des mit der Basis verbundenen virtuellen Lagerpunkts
Cv des virtuellen Pendels
Pv das stabile Stützelement, das hängende Pendel
2, durch die Pendelschwenkbewegung den unteren Laststützpunkt um den Betrag h anhebt
und wie das labile Stützelement, das stehende Pendel
7, den oberen Laststützpunkt um den Betrag
s absenkt, während das getragene Objekt
O eine Anhebung
hp entsprechend der Hubbewegung des virtuellen Pendels
Pv erfährt.
[0168] FIG.18 Bei diesem Beispiel wird ein System mit einem Koppelelement
9 in der Form eines Dreiecks betrachtet.
[0169] FIG.19 zeigt die Draufsicht des Systems nach FIG.18. Das dreieckige Koppelelement
9 ist an drei schräg unter einem Winkel δ angeordneten an drei Stützpunkten
10 an der Basis
6 zweiachsig gelenkig aufgehängten Stützelementen
11 zweiachsig gelenkig gelagert.
[0170] Wird an einer Seite des Koppelelements
9 ein Stützelement
11 an seinem unteren Gelenkpunkt
12 angehoben, dadurch daß sein oberer Stützpunkt
10 durch Verschiebung der Basis
6 vom Zentrum des Koppelelements
9 weg nach außen verschoben wird, und dadurch, daß das Koppelelement
9 wegen seines Beharrungsvermögens und der im Zentrum
13 auf dem Koppelelement
9 abgestützten Masse eines Objekts gegenüber der Bewegung der Basis
6 zurückbleibt, so werden über das Koppelelement
9 auf seiner gegenüberliegenden Seite die unteren Gelenkpunkte
12 der angelenkten Stützelemente
11 aufgrund der Schrägstellung in der Ausgangslage der Stützelemente
11 abgesenkt.
[0171] Da wegen der unter dem Winkel δ geneigten Ausgangslage der Stützelemente
11 die Absenkung auf einer Seite des Koppelelements
9 geringer ist als die Anhebung auf der gegenüberliegenden Seite, erfährt das Zentrum
13 des Koppelelements
9 eine Anhebung.
[0172] Das Verhältnis der Anhebung des Koppelelements
9 auf einer Seite zu der Absenkung auf seiner gegenüberliegenden Seite wird beeinflußt
durch die Wahl des Winkels δ bei der mittleren Ruhelage des Koppelelements
9 und der Wahl der Relationen der geometrischen Größen der Stützelemente und des Koppelelements.
[0173] Bei omnidirektionaler Verschiebung der Basis bewegt sich das Zentrum
13 des Koppelelements
9 auf einer Ortsfläche in der Form einer nach oben offenen konkaven Fläche, mit dem
Krümmungsradius p.
[0174] Das Zentrum
13 des Koppelelements
9 bewegt sich wie an einem virtuellen Pendel mit der Länge ρ aufgehängt. Das Zentrum
13 des Koppelelements
9 erfährt bei einer Verschiebung um den Betrag ε eine Anhebung um den Betrag
h, und das Koppelelement
9 eine Schrägstellung um den Winkel ζ.
[0175] FIG.20 ist mit dem Koppelelement
9 ein vertikales Stützelement
14 mit der Höhe
Ip im Zentrum
13 fest verbunden, so stellt diese Einheit für sich allein ein stehendes physikalisch
instabiles Pendel dar, weiches unterhalb seiner physischen Ausdehnung virtuell zweiachsig
gelenkig gestützt und bei Kippen um den unteren momentanen Drehpunkt durch die Koppelung
über Koppelelement
9 an die Stützelemente
11 in FIG.19 um den Betrag
h angehoben wird.
[0176] Der stütz-bzw. Lagerpunkt
P der zu stützenden Masse am oberen Ende des Stützelements
14 mit der Höhe
Ip in Einheit mit dem Koppelelement
9 erfährt durch das Kippen um den Winkel ζ eine relative Absenkung um den Betrag

und eine zusätzliche exzentrische Verlagerung

[0177] Die gesamte exzentrische Verlagerung des Punktes P wird


[0178] Die resultierende Anhebung des Punktes
P wird


[0179] FIG.21 Der Punkt
P, das obere Ende des Stützelements
14, bewegt sich auf einer nach oben offenen konkaven Fläche mit einer flachen Wölbung.
Diese Wölbungskrümmung und die Reststabilität wird von den Relationen der Abmessungen
der einzelnen Glieder der Baugruppe zueinander, insbesondere durch die Größe der vertikalen
Länge bestimmt.
[0180] Die Wahl der Größe
Ip wird begrenzt durch die Höhe, bei welcher das System instabil wird. Die Vorrichtung
nach FIG.21 stellt ein virtuelles Pendel dar zur zweiachsig gelenkig gelagerten Abstützung
eines Objekts im Punkt
P, so als wenn das Objekt an einem langen Pendel mit der Länge
Iv beziehungsweise ρ aufgehängt wäre, mit der Bewegungsfähigkeit auf einer gekrümmten
Fläche mit dem Krümmungsradius ρ.
[0181] Mit
e und h
p aus den Gleichungen (
14) und (
15) wird die Länge des virtuellen Pendels aus der Beziehung nach Gleichung (
6) bestimmt.
[0182] Des weiteren gelten die Gleichungen (
7) bis (
11).
[0183] Die Stützelemente
11 können ebenso bei annähernd gleicher Wirksamkeit auch aus Seilstrukturen bestehen
und dabei auf gelenkige Aufhängungen verzichten, sofern die Stützelemente
11 bei allen Belastungsfällen nur durch Zugkräfte belastet werden.
[0184] Dieser Laststützpunkt an den Erdbebenschutz-Modulen hat eine räumliche Bewegungsmöglichkeit,
als wäre er das untere Ende eines sehr langen Pendels. Er bewegt sich also in einer
flach gewölbten virtuellen sphärischen Schale.
[0185] In dieser Schale strebt der Laststützpunkt immer der tiefsten Stelle, dem Zentrum
der Schale zu.
[0186] Je flacher die Schale gekrümmt ist, umso geringer ist die aus der Erdanziehung hervorgerufene
Rückstellkraft zur Mitte hin und umso langsamer bewegt sich der Laststützpunkt in
Richtung zum Zentrum.
[0187] FIG.22 zeigt ein weiteres Beispiel eines nach im Anspruch
1 definierten Verfahren gestalteten virtuellen Pendels.
[0188] An mit der Basis
6 verbundenen Tragstrukturen 5 werden mindestens zwei oder mehrere zweiachsig gelenkig
gelagerte stabile Stützelemente, vertikal parallel hängende Pendel
2 gehalten, die einen an ihrem unteren Ende gelagerten Träger, oder ein Plattform-Koppelelement
8 tragen.
[0189] Im Zentrum des Koppelelements
8 ist ein in einem Vertikallast aufnehmenden Lager
59 gehaltenes vertikales Stützelement
14 angeordnet, das sich an seinem unteren Ende um zwei waagerechte Achsen schwenkbar
in einem Gelenklager
43 axial verschiebbar, horizontal abstützt. in diesem Gelenklager
43 kann das vertikale Stützelement
14 um horizontale Achsen kippen.
[0190] Das Zentrum des Lagers
59 hat die gleiche räumliche Bewegungsfähigkeit wie die unteren Enden der hängenden
Pendel
2 mit der Länge
Ih und erfährt bei horizontaler Auslenkung
e eine Anhebung um den Betrag
h.
[0191] Das obere Ende des vertikalen Stützelements 14 erfährt in Einheit mit seiner Lagerung
im Lager
59 die Anhebung
h, der sich gleichzeitig die Absenkung
se überlagert. Die resultierende Anhebung ist h
res = h - s
e.
[0192] In dem Beispiel der FIG.22 wird für das obere Ende des Stützelements
14 die resultierende Anhebung negativ, es erfolgt also eine Absenkung. Dieser obere
Punkt wäre somit als Laststützpunkt negativ.
[0193] Der obere Punkt beschreibt bei Verlagerung aus der Mittellage in allen Richtungen
eine von oben gesehen konvexe Fläche, wie das obere Ende eines am unteren Ende gelagerten
Pendels. Dies bildet ein umgedrehtes, instabiles virtuelles Pendel mit der Länge
lvi.
[0194] Das Stützelement
14 ist bei vertikaler Belastung am oberen Ende in dieser Dimensionierung in Relation
zu den Dimensionen der anderen gekoppelten Elemente
2 und
8 instabil.
[0195] Für sich allein ist das Stützelement 14 ohne Koppelung an andere Elemente ohnehin
instabil. Erst durch Koppelung an andere Elemente, deren stabilisierender Einfluß
unter Lasteinwirkung überwiegt, wird das Gesamtsystem stabil und bildet als Tragvorrichtung
ein virtuelles Pendel.
[0196] Es muß, um Laststütz-Stabilität zu erzielen, die Länge
Io so gewählt werden, daß eine positive Anhebung
hres des oberen Punktes entsteht. Damit bewegt sich der Laststützpunkt in einer von oben
gesehen konkaven Fläche. Dieser so gewählte Laststützpunkt mit dem Abstand
lp von dem Lagerpunkt
59 erfährt bei Verlagerung aus der Mittellage eine geringe Anhebung
hp und stellt den Endpunkt eines virtuellen Pendels mit der Länge
lv dar.
[0197] FIG.23 zeigt die Krümmungen der Bewegungsbahnen der Traglastpunkte der hängenden Pendel
2, des Zentrums des Koppelelements
8 und des Laststützpunktes am oberen Ende des vertikalen Stützelements
14.
[0198] FIG.23a, 23b, 23c zeigen Bewegungsphasen des getragenen Objekts
1 relativ zur Basis
6 in den Extremlagen und überlagert.
[0199] FIG.24 stellt in schematischer Darstellung ein virtuelles Pendel nach dem in FIG.22 und
23c erklärten Wirkungsprinzip dar, wobei die Stellung in Mittellage gezeigt wird sowie
die Bewegungsphasen der Basis
6 in Relation zum getragenen Objekt 1. Bei der schwingenden horizontalen Verlagerung
e der Basis
6 durch Erdbeben erfährt das getragene Objekt
1 durch das virtuelle Pendel eine Anhebung um den geringen Betrag
hp.
[0200] Die Relation der Größe des Schwinghubs
s der Basis
6 zur Bauhöhe des Erdbebenschutz-Moduls H
M zeigt, daß bei einer durchschnittlichen Geschoßhöhe bereits relativ große Schwingweiten
des Systems möglich sind.
[0201] Das Bewegungsverhalten entspricht dem des mathematischen Pendels. Die Zeitdauer der
Eigenschwingung wird nur durch die wirksame Länge des virtuellen Pendels bestimmt.
[0202] Das Uhrenpendel zeigt dies anschaulich.
[0203] Bewegt sich der mit der schwingenden Basis verbundene obere Aufhängepunkt des Pendels
bei einem Erdbeben schnell hin und her, so kann die an dem unteren Ende des virtuellen
Pendels hängende Masse wegen seiner durch das Pendel bestimmten Bewegungs-Trägheit
der schnellen Umkehr der Bewegung des oberen Aufhängepunktes nicht mehr folgen. Bei
schnellem Wechsel der Bewegungsrichtung verbleibt die getragene Masse nahezu auf der
Stelle.
4.3 Ergebnis der Problemlösung
[0204] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Schritten gemäß Anspruch
1 und die daraus abgeleiteten und beschriebenen Vorrichtungen gelöst.
[0205] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung bilden die Gegenstände der Unteransprüche.
[0206] Die Erfindung gewährleistet eine Resonanzfreiheit des Gebäudes bei Bodenschwingungen
durch Erdbebenbewegungen, wobei die horizontalen Beschleunigungs- und Stoßkräfte aus
der Bewegung des Bodens nicht mehr auf den Gebäudekörper übertragen werden. Dies stellt
damit einen integralen Erdbebenschutz sicher, der auch bei stärksten horizontalen
Bodenschwingungen den Baukörper oder das Objekt zuverlässig schützt.
[0207] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es bei entsprechender Wahl der Auslegungsparameter
möglich, ein Verhalten des gestützten Objekts zu erzielen, daß es nahezu in Ruhelage
verbleibt, auch wenn der Boden mit großen Amplituden und hohen Beschleunigungen sich
bewegt.
[0208] Das zur Anwendung gelangende Verfahren bewirkt, daß die Periode der Eigenschwingung
so verlängert wird, daß die damit verbundene Bewegungsträgheit dazu führt, daß das
Objekt der oszillierenden Erdbebenbewegung der Basis nicht mehr folgen kann. Der Schutz
der Objekte ist hierbei so weitgehend, daß die zu schützenden Gebäude oder Anlagen
in Ruhelage bleiben, selbst bei Beben größter Magnitude.
[0209] Die Wirksamkeit ist mathematisch transparent nachweisbar.
[0210] Die Funktion der Erfindung und der integrale Schutz konnte bereits durch Modell-Simulation
mit Beschleunigungen bis 1,2 g demonstriert werden.
[0211] Somit wird das Objekt gegenüber der horizontalen Bewegung des Bodens vollständig
isoliert, es handelt sich also um eine wirkungsvolle Basis-Isolation durch Abstützung
über eine Tragstruktur, die bei geringer eigener Bauhöhe an den Stützpunkten dem getragenen
Objekt die räumliche Bewegung ermöglicht, als hinge es an sehr langen Pendeln. Die
Abstützung erfolgt somit über virtuelle Pendel langer Periodendauer.
[0212] Die Auslegungsparameter sind in weiten Grenzen wählbar. Hierdurch kann der Unterschied
zwischen der Frequenz der Eigenschwingung des Systems und den Frequenzen üblicher
Erdbebenschwingung frei bestimmt und so groß gewählt werden, daß die Schwingsysteme
des Gebäudes und der Basis weitestgehend entkoppelt werden, so daß die getragene Struktur
in Ruhelage verbleibt.
[0213] Da der Baukörper den schnell wechselnden Bewegungen des Bodens nicht folgt, werden
auch keine aus Beschleunigungen hervorgerufenen Massenkräfte wirksam. Es entstehen
keine gefährlichen Schubspannungen und Erdbebenschäden werden verhütet.
[0214] Erdbebenschutz-Module in Form virtueller Pendel bieten einen effektiven Schutz selbst
gegen Erdbeben mit größter Magnitude und mit dem größten Zerstörungspotential. Erstmals
ist es möglich, jede Art von Gebäuden auch Hochhäuser und andere Strukturen völlig
erdbebensicher zu planen und ebenso bestehende Objekte nachzurüsten.
[0215] Die Gebäudemasse hängt gleichsam an virtuellen Pendeln mit großer wirksamer Pendellänge,
wobei der Aufhängepunkt hoch über dem Gebäude im Raum sich befindet.
[0216] Das neuartige Erdbebenschutz-Modul realisiert das Bewegungsverhalten eines sehr langen
Pendels ohne eine große vertikale Erstreckung zu haben, es stellt damit ein virtuelles
Pendel mit großer wirksamer Pendellänge dar. Mit einer nur geringen Bauhöhe findet
es in einer Geschoßhöhe Platz und kann zu ebener Erde oder im Keller angeordnet werden.
[0217] Der obere Aufhängepunkt des virtuellen Pendels ist durch das Erdbebenschutz-Modul
mit der Basis fest verbunden.
[0218] Eine an einem sehr langen Pendel hängende Masse kann sich nur langsam bewegen. Die
Zeit für eine Schwingung ist groß. Die Periodendauer einer Schwingung kann mit dieser
Technik frei gewählt und die Bauteile danach ausgelegt werden z. B. für 20 Sekunden
oder länger. Die Zeit einer Erdbebenschwingung liegt typischerweise im Bereich von
0,5 bis 2 Sekunden. Wenn sich der Aufhängepunkt des Pendels schnell oder sprunghaft
verlagert, so folgt eine an dem Pendel hängende Masse in die neu bestimmte Position
nur mit der Geschwindigkeit, die dem Schwingverhalten des Pendels großer Länge entspricht.
[0219] Die Magnitude des Erdbebens hat keinen Einfluß. Es spielt keine Rolle, wie schnell
die Erde sich bewegt, wie stark das Fundament des Gebäudes beschleunigt wird, wie
hoch oder wie niedrig die Frequenz der Erdbebenschwingung ist oder wie harmonisch
oder disharmonisch die Bewegung abläuft, das Ergebnis ist immer dasselbe.
[0220] Die auf das Gebäude übertragbare Beschleunigung wird reduziert auf Werte von weniger
als 0,01 g, ein Wert, der physisch kaum wahrgenommen wird.
[0221] Die schützende Wirksamkeit dieses Prinzips ist immer gleich bei allen vorkommenden
Bodengeschwindigkeiten und Beschleunigungen.
[0222] So bewegt sich auch bei den allerstärksten Erdbeben das Gebäude ebenso wenig wie
bei schwachen Beben.
[0223] Bei der erfindungsgemäßen Lösung werden keine Energien umgeleitet, umgewandelt oder
absorbiert, vielmehr wird keine Bewegungsenergie in den Baukörper übertragen.
[0224] Da dem Baukörper keine schnell wechselnden Bewegungen aufgezwungen werden, werden
auch keine aus Beschleunigungen hervorgerufenen Massenkräfte wirksam, Erdbebenschäden
werden verhütet.
[0225] Somit wird das Objekt gegenüber der horizontalen Bewegung des Bodens vollständig
isoliert, es handelt sich also um eine höchst wirkungsvolle Basis-Isolation.
[0226] Aus diesem Grund werden auch keine erdbebenbedingten konstruktiven Verstärkungsmaßnahmen
für die Gebäudestruktur notwendig, wie sie für Standard-Bauweisen durch Bauvorschriften
zum Erdbebenschutz gefordert werden.
[0227] Eine Modell-Simulation hat die vorausberechnete und erwartete Wirkungsweise bereits
unter Beweis gestellt.
4.4 Stark verringerte Reibung bei horizontaler Verschiebung
[0228] Bei der vorliegenden Erfindung wird die physikalisch vorhandene Reibung an den Lagerstellen
der Strukturelemente der konstruktiven Lösung, bedingt durch den prinzipiellen Aufbau
der Problemlösung nur stark reduziert wirksam bei der effektiven Reibung, die als
Verschiebewiderstand der bewegten Masse in Erscheinung tritt.
[0229] Es stellt sich ein extrem niedriger effektiver Reibungskoeffizient ein. Hierdurch
werden somit auch durch Reibung keine nennenswerten Beschleunigungskräfte von der
Basis auf den getragenen Baukörper übertragen. Das Gebäude hat demzufolge somit auch
eine leichte Verschiebbarkeit gegenüber der Basis. Windkräfte können das getragene
Objekt aus seiner Mittellage des Bewegungsbereichs verschieben und damit in einer
Richtung bei Auftreten von Basisverschiebung bei Erdbeben den verfügbaren Schwingausschlag
relativ zur Basis verkürzen.
[0230] Die Konzeption der Tragstruktur der neuen Lösung führt dazu, daß die physikalisch
wirksame Reibung durch einen hohen Reduktionsfaktor auf sehr geringe Werte reduziert
wird. Der Verschiebewiderstand ist

erreichbar sind Werte: µ
red = 0,002 ...... 0,004
[0231] Hierdurch werden auch über die noch wirksame Reibung nur sehr geringe Kräfte zur
Beschleunigung der gestützten Masse übertragen.
[0232] In keinem Fall darf durch diesen Einfluß der mögliche Schwingausschlag kleiner werden
als die eventuelle Schwingamplitude eines Erdbebens oder gar zu Null werden.
[0233] Es ist also notwendig zur primären Aufgabe, das zu schützende Objekt von den Bodenbewegungen
isoliert zu tragen, zusätzlich in die Gesamtlösung Elemente zu integrieren, weiche
die zentrierte Ausgangslage bei Einsetzen von Erdbebenschwingungen sicherstellen.
4.5 Zentrierung des getragenen Objekts und Windkraftabstützung
[0234] Die Bewegung der Lagerpunkte des getragenen Objekts auf den Erdbebenschutz-Modulen
erfolgt in einer sehr flachen, von oben konkaven sphärischen Fläche, wobei die Sphäre
keinen exakten Kugefschatenausschnitt darstellt, sondern nur näherungsweise. Die Krümmung
der Fläche ist über der Auslenkung aus der Mittellage nicht konstant, was aber der
Funktionalität des Systems keinen Abbruch tut. Aufgrund der Anhebung bei vollem Ausschlag
erfolgt eine Rückstellkraft durch die Gravitation, wodurch eine selbstzentrierende
Wirkung des Lagerpunktes bewirkt wird. Allerdings erfolgt die Rückführung in die Mitte
nicht vollständig aufgrund der vorhandenen Reibung, obwohl sie sehr gering ist.
[0235] Der horizontal wirksame Schub, die Rückstellkraft bei Auslenkung aus der Mittellage
aus der Massenkraft des an virtuellen Pendeln hängenden Objekts ist
SH horizontaler Schub durch Gravitation
m getragene Masse
g Erdbeschleunigung
e Auslenkung von der Mittellage
lv Länge des virtuellen Pendels
[0236] Der horizontale Widerstand durch Reibung gegen Verschiebung ist
WH horizontaler Widerstand gegen Verschiebung
µred reduzierter Reibungskoeffizient
[0237] Der horizontale Widerstand gegen Verschiebung ist bedingt durch die Konzeption der
Erdbebenschutz-Module extrem niedrig.
[0238] Der Reibungs-Koeffizient wird reduziert im Verhältnis der halben Lagerdurchmesser
der Pendellagerungen der Stützelemente zu der wirksamen Länge der Pendel.
[0239] Der reduzierte Reibungskoeffizient wird
µ Reibungskoeffizient der Lagerausführung der Pendel
DL Durchmesser der Lager der Stützelemente, Pendel
LP Länge des Stützelements, Pendels
[0240] Da auslegungsgemäß die Krümmung der Bewegungsfläche des Endpunktes des virtuellen
Pendels wegen der angestrebten Wirkung der Entkopplung von den Bodenbewegungen im
Mittelbereich sehr flach ist, entsteht dennoch trotz der extrem niedrigen Reibung
nach Ausschwingen eine Hysterese mit einer horizontalen
[0241] Ablage von der Mittellage
AH horizontale Ablage vom Mittelpunkt
[0242] Die Konzeption der Erdbebenschutz-Module läßt es zu, daß die vorzusehenden Schwingweiten
großzügig ausgelegt werden können, so daß im Falle von extremen Bodenbewegungen genügend
Freiraum zum Schwingen relativ zur Basis vorhanden ist, auch wenn die Ausgangslage
zur Schwingung nicht der Mittelpunkt war. So kann unter dem Einfluß von Driftung durch
Windkräfte und durch das jeweilige Ausschwingen nach einem Beben die Position des
Gebäudes verschieden sein. Wo dies nicht stören würde, könnte man ohne eine zusätzliche
Zentrierung des Gebäudes und Abstützung gegen Windkräfte auskommen. Wo aber die Forderung
besteht, daß das Gebäude immer auf dem gleichen Punkt bleibt, ist eine zusätzliche
Einrichtung zur exakteren Zentrierung notwendig.
[0243] FIG.25 zeigt eine einfache Lösung einer Horizontal-Abstützung. Eine solche Vorrichtung wird
an mindestens zwei Stellen des Gebäudes benötigt, kann aber auch in die einzelnen
Erdbebenschutz-Module integriert werden.
[0244] Eine vorgespannte Zugfeder
41 ist mit ihrem unteren Ende mit der Basis verbunden. An ihrem oberen Ende trägt die
Zugfeder den Zapfen
42, der in ein sphärisches Gelenklager
43 axial verschiebbar hineinragt, welches fest mit der getragenen Struktur verbunden
ist. Die Zugfeder
41 ist soweit vorgespannt, daß die horizontale Hebelkraft in der Höhe des Gelenklagers
43 der maximal erwartbaren Windkraft entgegenwirkt, ohne daß durch Biegung der Zugfeder
41 und Abheben der Windungen auf einer Seite der Feder der Zapfen
42 eine Schrägstellung erfährt. Erfolgt jedoch eine horizontale Bewegung der Basis gegenüber
der getragenen Gebäudemasse durch ein Erdbeben mit einer hohen Beschleunigung, wodurch
ein Impuls aus der Gebäudemasse entsteht, der die Wirkung von Windfast deutlich übersteigt,
so wird durch das hervorgerufene Moment über den Hebel des Zapfens
42 die Feder
41 gebogen. Die Basis erfährt gegenüber dem Gebäude eine Verlagerung ε. Bei weiterer
Verschiebung nach Überwindung dieses Anfangsmoments nimmt die Größe der Kraft nicht
mehr linear, sondern degressiv zu. Auf diese Weise wird die Reaktionskraft aus der
Feder über den Schwinghub
S klein gehalten.
[0245] Diese Horizontal-Abstützung kann auch in umgekehrter Anordnung Anwendung finden,
wobei das Gelenklager
43 mit der Basis
6 verbunden oder in dem Fundament bündig eingelassen ist, und das Ende des Zapfens
42 mit der Feder
41 hängend an einer getragenen Gebäudestruktur
51 befestigt ist.
[0246] FIG.26 zeigt eine vergleichbare Lösung zur Zentrierung des Gebäudes mit einem Federblock
48 aus Elastomer-Werkstoff. Bei entsprechender Dimensionierung des Federblocks ist das
Verhalten vergleichbar mit der Lösung in FIG.25. Nur ist kein ausgeprägtes Losbrechmoment
wirksam. Von Anfang an erfolgt die Bewegung stetig in Abhängigkeit von der Horizontalkraft.
Die umgedrehte Anordnung ist auch bei dieser Ausführung möglich.
[0247] FIG.27 zeigt eine Vorrichtung zur Zentrierung des Gebäudes, bei der eine Haltevorrichtung
50 sich an mindestens zwei Punkten fest verbunden unter der getragenen Gebäudestruktur
51 befindet. Eine in einem Kugelbett
49 gelagerte Rollkugel
44 wird in einen Zentriertrichter
45 durch eine Feder
47 mit der Vertikalkraft
Fv gedrückt, die mit der maximal erwartbaren durch Luftkräfte am Gebäude bewirkten Horizontalkraft
Fh im Gleichgewicht steht.
Fv Vertikalkraft
Fh Horizontalkraft
γ Öffnungswinkel des Zentriertrichters
[0248] Wird die Kraft
Fv größer, als sie durch Windkraft hervorgerufen werden kann, und die dann aus dem Impuls
beim Erdbeben herrührt, wird durch horizontales Verschieben des Zentriertrichters
45 mit der Basis
6 die Rollkugel
44 gegen die Feder
47 über einen Kolben
52 zurückgedrückt und gelangt in den Bereich des Zentriertrichters
45 mit abnehmender Neigung beziehungsweise größer werdenden Öffnungswinkel γ. Hierdurch
nimmt die horizontal übertragbare Kraft ab und wird Null, sobald die Kugel den Bereich
des Trichters verläßt und auf der ebenen Fläche rollt.
[0249] Das durch den Kolben
52 verdrängte Fluid gelangt über ein Rückschlagventil
53 in einen externen Vorratsbehälter oder in den integrierten Ausgleichsraum
55. Beim möglichen Zurückfedern wird die Geschwindigkeit des Ausfahrens des Kolbens dadurch
gebremst, daß das Fluid nur über eine Drosselblende
30 zurückfließen kann.
[0250] Beim schnellen Schwingen der Basis landet die langsam zurückkommende Rollkugel
44 nicht wieder im steileren Zentrum des Zentriertrichters
45, sondern im Bereich mit geringer Neigung. Demzufolge sind die übertragbaren horizontalen
Kräfte gering.
[0251] Wenn das Schwingen zum Stillstand kommt, setzt sich die Rollkugel 44 im steileren
Bereich des Zentriertrichters ab und zentriert das getragene Objekt mit der dann wieder
wirkenden erhöhten horizontalen Haltekraft
Fh.
[0252] Fig.28 stellt eine andere Form der Gebäudezentrierung und Windkraftabstützung dar. Zwischen
einer Seitenwand eines Gebäudeuntergeschosses
22 und einer Fundamentwand 20 an der Basis 6 sind an zwei sich gegenüberliegenden Seiten
mindestens zwei und an den übrigen beiden Seiten eines rechteckigen Gebäudes mindestens
je ein Abstützelement, Horizontalabstützung
24 angeordnet. Die Horizontalabstützung
24 ist in der vertikalen Draufsicht der horizontalen Lage dargestellt, wobei die Laufrichtung
der Rolle
25 horizontal ist und auf gleicher Höhe der vertikalen Fundamentwand
20 verläuft. Alle übrigen Objekte der schematischen Darstellung sind in horizontaler
Sicht eines vertikalen Schnitts gezeigt. Die Horizontalabstützung
24 besteht aus einem Hydraulik-Zylinder
40 mit voll gegen Anschlag ausgefahrener Kolbenstange, die an ihrem Ende mit einem Fahrwerk
versehen ist mit einer Rolle
25 oder mehreren Rollen. Zwischen Rolle und einer Lamelle
26 an der Wand der Basis als Rollbahn ist ein minimaler Luftspalt vorgesehen bei genau
zentriertem Gebäudeunterteil innerhalb der Basis. Die Rollrichtung der Rollen ist
horizontal ausgerichtet. Damit die Kolbenstange mit dem Rollenfahrwerk seine Richtung
beibehält, ist das Ende der Kolbenstange mit dem Zylinder
40 über ein Kniegelenk-Gestänge als Drehsicherung verbunden. Wenn die Wand des Fundaments
20 sich auf das Untergeschoß
22 des Baukörpers zubewegt, wird über die Rolle
25 und Kolbenstange der Kolben in den Zylinder
40 eingefahren und verdrängt darin vorhandenes Fluid und fördert es in einen oder mehrere
Hydraulik-Akkumulatoren
127, die als Membran-, Blasen- oder Kolbenspeicher ausgebildet sein können, und verdichten
auf der anderen Seite der Membran 28 ein Gas, Luft oder Stickstoff. Damit wirkt der
Hydraulik-Zylinder wie eine Federstütze mit Gasfederung. Ist die Kolbenstange voll
ausgefahren gegen den mechanischen Anschlag im Zylinder
40, so befindet sich ein über die Kolbenstange gesteuertes Regelventil
29 in Öffnungsstellung. Der Gasdruck in den Akkumulatoren drückt das Fluid durch die
Drosselblende
30 über das geöffnete Ventil in den Rücklauf zum Vorratsbehälter
32. Wird die Kolbenstange durch die Annäherung der Fundamentwand
20 an das Untergeschoß
22 des Gebäudekörpers in den Zylinder eingefahren, so wird das Regelventil
29 geöffnet und aus der Druckleitung
33 gelangt Fluid in die Hydraulik-Akkumulatoren
27, so daß sich ein Druck aufbaut solange, bis die daraus resultierende Kraft im Zylinder
die Kolbenstange ausfährt und den Gebäudekörper wieder in seine Nullstellung bringt.
Somit wird das Gebäude in seine Mittelstellung gebracht. Dieser Vorgang ist wirksam,
wenn durch Windkraft das Gebäude wegen seiner leichten Verschiebbarkeit gegenüber
der Basis aus seiner Mittelstellung geschoben wird. Da die Windkräfte sich nicht sprunghaft
ändern, sondern zum Auf- und Abbau immer eine gewisse Zeit notwendig ist, ist der
Vorgang mit dem Zufluß und Abfluß von Fluid über die Drosselblende hinreichend schnell,
um den Regelvorgang beim Sollwert, das heißt, das Gebäude in der Mittelstellung zu
halten. Erfolgt die Annäherung der Basiswand an das Gebäude in schnellerer Folge,
wie dies beim Erdbeben der Fall sein würde, so sind mit dem schnellen Einfedern des
Kolbens und damit Öffnen und jeweils Schließen des Ventils in schneller Folge über
die Drosselblende
30 die Zu- und Abflüsse von Fluid in das Luftfeder-System und wieder heraus gering.
Die Gasfederkraft im Zylinder 40, die mit der jeweiligen Luftkraft zunächst in Balance
war, variiert durch die flache Federkennung und das Ein- und Ausströmen durch die
Drosselblende
30 in der Frequenz des Bebens bei Bewegen des Kolbens und des Regelventils
29 nur gering. Das System kann so ausgelegt werden, daß diese zur Beschleunigung wirksam
werdenden Kräfte so klein bleiben, daß sie bezogen auf die Gebäudemasse nur sehr geringe
wirksame Beschleunigungen in schneller Folge im Wechsel der Frequenz des Bebens zur
Folge haben. Das Hydraulik-System wird zentral versorgt aus einem Vorratsbehälter
32 und über eine Pumpe
36, die von einem Motor
34 angetrieben wird, der über einen Druckregelschalter
35 gesteuert wird. Die Energieversorgung für den Antrieb könnte autonom durch Solar-
oder Windenergie bereitgestellt werden. Die Hydraulik-Energie wird in einer Batterie
von Hydraulik-Druckspeichern
38 gepuffert, so daß die Leistung der Pumpe
36 gering gehalten werden kann. Während eines Bebens steht reichlich externe Energie
zur Verfügung, die in dieser Anlage gleichzeitig genutzt werden kann, so daß in einer
Variante der Kolben der Horizontalabstützung mit einer Kolbenpumpe
37 kombiniert wird. Während der schnellen Bewegung der Basis gegenüber dem Baukörper
fördert somit diese Kolbenpumpe
37 Fluid aus dem Vorratsbehälter
32 in die Druckspeicher
38 und deckt damit den Massenstrom ab, der dadurch entsteht, daß Fluid aus dem Federungssystem,
bestehend aus Zylinder
40 und Akkumulator
27, über die Drosselblende
30 durch das mit der Frequenz des Bebens während einer Halbschwingung öffnende Regelventil
29 in den Rücklauf fließt.
[0253] Fig.29 zeigt eine Horizontalabstützung über eine Schwinge
39. Mit einer solchen Ausführung sind besonders große Schwingausschläge und Abstandsänderungen
zur Fundamentwand möglich. Die Schwinge
39 ist an einem am Gebäudekörper befestigten Gestell
46 gelagert und über einen Zylinder
40 oder mehrere Zylinder an der Gebäudewand des Untergeschosses
22 abgestützt und trägt am Ende ein Rollenfahrwerk mit einer oder je nach Abstützungslast
mehreren Rollen
25, die sich auf einer Lamellen-Laufbahn
26 an der Wand des Fundaments
20 bewegen können. Anstelle von Rollen können auch Gleitschuhe Verwendung finden mit
entsprechenden Gleitwerkstoffen. An dem Gestell
46 befindet sich ein Regelventil
29, welches von der Schwinge
39 betätigt wird und die gleiche Funktion hat, wie in dem Beispiel nach Fig.28. Im übrigen
entspricht die hydraulische Ausrüstung dem Beispiel in Fig.28.
[0254] Auch diese Vorrichtung wird pro Bauwerk in mindestens sechs Exemplaren benötigt,
um die Soll-Lage des Gebäudes in drei Achsen, nämlich in zwei horizontalen und einer
vertikalen Achse zu erhalten. Diese Schwingausführung der Horizontatabstützung ermöglicht
große Beträge der Schwingweite des Gebäudes gegenüber der Basis.
[0255] Das Federungssystem, bestehend aus dem Hydraulik-Zylinder
40 und nachgeschalteten Hydraulik-Akkumulatoren wie dem Beispiel gemäß Fig.28, hat ohne
äußere horizontale Verschiebekräfte durch Wind eine Anfangs-Federkennung nach der
Funktion

wobei
f der Federweg ist. Bei größeren Federwegen erfolgt die Kennlinie nicht linear, sondern
aufgrund der Verdichtung des Gases entsprechend der Funktion einer polytropen Kompression.
Bei wechselnder Verlagerung des Fundaments gegenüber dem getragenen Baukörper um den
Betrag ε wird die durch die Federung entstehende Kraft
ΔF0 wirksam als Beschleunigungskraft auf die Baukörpermasse. Bei Wind steigt die Abstützkraft
des Systems entsprechend der Windkraft selbsttätig an, wie im Beispiel nach Fig.28
beschrieben, ohne daß der Baukörper sich wesentlich in seiner Lage verändert hat.
Erfolgt nun, während eine Windlast
Fw abgestützt wird, gleichzeitig eine Bewegung durch Erdbeben und eine Verlagerung der
Basis gegenüber dem Gebäude um den Betrag ε, so steigt die Kraft in dem Abstütz-Federungssystem
an nach der Funktion

[0256] Diese Funktion hat eine etwas höhere Steilheit als die, die vom Nullpunkt ausgeht,
weil sich das Verhältnis von verdrängtem Fluid-Volumen bei Einfederung zum Gasvolumen
verändert hat. Bei der Einfederung um den Betrag ε ist nun die Abstützkraft um den
Wert Δ
FW angestiegen und nur diese Differenzkraft Δ
FW wirkt sich als Beschleunigungskraft auf die Gebäudemasse aus und ist nicht viel größer
als die Kraft Δ
F0 bei Windstille.
[0257] Fig.30 stellt im wesentlichen eine gleiche Horizontalabstützung über eine Schwinge dar,
wie sie für Fig.29 beschrieben ist. Diese Vorrichtung ist zusätzlich ausgerüstet mit
einer Kolbenpumpe, die zwischen der Schwinge
39 und dem Gestell
46 angeordnet ist wie der Zylinder
40. Die Kolbenpumpe
37 hat die gleiche Funktion, wie sie bei der Vorrichtung gemäß Fig.28 beschrieben ist.
[0258] FIG.31 zeigt das Prinzip eines Zentrier- und Windkraftkompensations-Systems, bei dem unter
den Untergeschossen eines Gebäudes
51, das von Erdbebenschutz-Modulen
56 gestützt wird und das gegenüber der Fundamentwand
20 gegen Windkraft durch Zentrierung und Windkraft-Haltevorrichtungen
27 horizontal abgestützt wird, ein separater Gebäudeteil mit einem oder mehreren Untergeschossen
22 von dem oberen Gebäude getrennt auf eigenen Erdbebenschutz-Modulen
56 vertikal gestützt wird.
[0259] Da dieser Gebäudeteil
22 besonders reibungsarm und setbstzentrierend gelagert und keiner Winddrift ausgesetzt
ist, benötigt er auch keine Windkraft-Haltevorrichtung, ist immer in seiner Mittelstellung
auch bei schwingender Basis und dient als Lage-Referenz für die Zentrierung. Durch
mechanische oder berührungslose Distanzmessung in zwei Achsen zwischen jeweils zwei
Referenzpunkten
60 am jeweils oberen und unteren Gebäudeteil wird die Stellgröße für die Regelung der
Windkraft-Haltevorrichtung
27 ermittelt.
4.6 Vertikale Schwingungsisolation des gestützten Objekts
[0260] Für Bauwerke mit einem bestimmten Verhältnis der Höhe zur Breite, bei denen keine
gravierende Kippneigung der Gebäude-Hochachse besteht, kann eine zusätzliche Einrichtung
vorgesehen werden, um vertikale Beschleunigungen zu reduzieren oder weitgehend zu
eliminieren.
[0261] Dies wäre vorteilhaft bei Krankenhäusern und Industrieeinrichtungen mit empfindlichen
Produktionsprozessen und bei Chemie- und Nuklearanlagen.
[0262] Ein mit dieser Technologie gestütztes Gebäude bleibt nahezu still im Raum stehen.
[0263] Die Massenträgheit des Gebäudes gegenüber den Beschleunigungen der horizontal schwingenden
Basis ruft als Reaktion Schubkräfte in der Gebäudestruktur hervor, die bei Erdbeben
häufig zur Überschreitung der in den Baustoffen ertragbaren Schubspannungen führen.
Die durch die Horizontalschwingungen bedingten Scherkräfte sind hauptsächlich Ursache
für das Versagen der Gebäudestruktur. Dagegen werden vertikale Beschleunigungen von
einem Gebäude eher, ohne Schaden zu nehmen, ertragen, weil bei der Festigkeitsauslegung
eines Gebäudes den statischen Eigen- und Betriebslasten über einen Sicherheitsfaktor
oder Werkstoff-Anstrengungsgrad ein Lastvielfaches hinzugerechnet wird. Somit resultiert
aus der Vertikalbeschleunigung der Basis im allgemeinen keine Strukturgefährdung,
es sei denn, daß bei Überschreiten von 1g-Vertikalbeschleunigung bei ungenügender
Befestigung das Objekt aus seiner Fundamentverankerung gerissen wird und durch weitere
Einflüsse geschädigt wird.
[0264] Wird dennoch eine vertikale Schwingungsdämpfung als zweckmäßig erachtet, so kann
das Erdbebenschutz-Modul mit einer zusätzlichen Vertikal-Federung ausgerüstet werden.
[0265] FIG.32 zeigt schematisch ein Beispiel einer Federung der getragenen Gebäudestruktur
51. Die Gebäudestütze
16 ist als Hydraulikzylinder
64 mit integriertem Niveauregelschieber
61 ausgebildet und trägt auf der Kolbenstange
62 die Traglast. Am unteren Ende des Zylinders ist das Koppelelement
8 des Erdbebenschutz-Moduls einachsig gelenkig gelagert. Die Schwinghebel
63 wirken als Drehsicherung für den auf- und abgleitenden Zylinder
64, damit das Koppelelement
8 keine Drehung um die Vertikalachse machen kann.
[0266] Der Zufluß des Fluids erfolgt über den Druckanschluß
65, über den Rückfluß
66 wird der Fluid-Kreis der Federungsstütze entlastet. Der Zylinderdruckraum
67 ist über den Leitungsanschluß
68 mit einem oder mehreren Hydraulik-Druckspeichern
38 verbunden. Mit dem Volumen der Hydraulik-Druckspeicher wird die hydropneumatische
Federkennung bestimmt.
[0267] Wenn über dem Hub des Zylinders durch eine Vertikalbewegung der Basis das Volumen
des im Zylinder verdrängten Fluids im Verhältnis zum Volumen im Hydro-Druckspeicher
gering ist, so steigt der Druck im Hydraulik-Druckspeicher nur gering an.
[0268] Der Quotient aus Druckanstieg zum Ausgangsdruck stellt den Beschleunigungsgrad bezogen
auf 1g dar, mit dem die getragene Masse eine Vertikalbeschleunigung bei vertikalen
Bodenbewegungen erfährt. Durch entsprechende Auslegung kann so jede gewünschte Beschleunigungs-Reduzierung
erreicht werden. Besonders vorteilhaft lassen sich mit viskoelastischen Fluids sehr
flache Federungskennungen erzielen.
[0269] FIG.33 zeigt eine der Ausführung nach FIG.32 vergleichbare Vertikalfederung, nur daß hier
die Federstütze 69 auf einem Erdbebenschutz-Modul
56 nach dem Schema gemäß FIG.21 gestützt ist, in das eine Zentrier- und Windkraft-Abstützvorrichtung
70 nach dem Schema gemäß FIG.25 integriert ist. Die Hydraulik-Anschlüsse
65, 66, und
68 sind wie im Beispiel nach FIG.32 Zu- und Rückfluß für das Fluid sowie die Verbindung
zu Hydraulik-Druckspeichem
38.
4.7 Erdbebensicherung von Objekten auf Pfählen durch virtuelle Pendel
[0270] Objekte wie Beleuchtungskörper oder Anzeigetafeln auf Masten oder Pfählen laufen
bei starken horizontalen Bodenschwingungen Gefahr abzuknicken oder abzubrechen, da
Bewegungsverstärkung und Zunahme von maximaler Beschleunigung durch Schwingungsresonanz
entstehen kann.
[0271] Während die Basis bei Bodenschwingungen in horizontaler und vertikaler Richtung im
wesentlichen in ihrer Lage der Ausgangslage parallel bleibt, so erfährt das obere
Ende eines Pfahles oder Mastes als Basis eines Objekts oder eines Erdbebenschutz-Moduls
eine zusätzliche Bewegungsachse durch Biegung des Pfahls und eine Neigung der erhöhten
Basis durch Schiefstellung, wie.
[0272] FIG. 34 dies veranschaulicht. Die Größe der an der Mastspitze getragenen Masse hat einen
starken Einfluß auf das Schwingverhalten des Mastes. Das Biegemoment aus der Massenreaktionskraft
bei Horizontal-Beschleunigung ist bei Masten ohne Toplast geringer und nur durch die
eigene Masse verursacht, die Biegung und der Neigungswinkel des oberen Ende des Mastes
werden geringer.
[0273] Wird zwischen Mastende und getragenem Objekt ein Erdbebenschutz-Modul angeordnet,
so wird die Mastspitze nur noch zusätzlich durch die Masse des Erdbebenschutz-Moduls
belastet, die wesentlich geringer sein kann als die Masse des getragenen Objekts.
Der Biegewinkel des Mastendes wird dadurch geringer.
[0274] Damit das getragene Objekt nicht der noch vorhandenen Neigungsänderung des Mastendes
ausgesetzt wird, weil ein dadurch bedingtes Schütteln um eine Kippachse das Objekt
dennoch gefährden oder funktionsuntüchtig machen kann, muß auch die restliche Neigungsänderung
durch ein Erdbebenschutz-Modul kompensiert oder wenigstens weitgehend verringert werden.
[0275] FIG.35 zeigt die Lateralansicht und einen Teilschnitt einer Erdbebenschutz-Vorrichtung am
oberen Ende des Mastes
71. Die Vorrichtung stützt den Träger
72, der zur Aufnahme von z.B. Beleuchtungskörpern dienen kann.
- FIG.35a
- stellt einen Querschnitt zur Fig.35 dar und
- FIG.35b
- zeigt die Draufsicht.
[0276] Der Mast trägt am oberen Ende vier Tragarme
73, von denen je zwei Arme einen Holm
74 tragen, an deren vier Enden jeweils ein hängendes Pendel
2 zweiachsig gelenkig befestigt ist.
[0277] Der Träger
72 wird über zwei Stützen
75 auf zwei Koppelelementen
8 einachsig gelenkig gelagert. Die Koppelelemente
8 hängen zweiachsig gelenkig gelagert an zwei Pendeln
2 und werden an einem dritten Punkt zweiachsig gelenkig gelagert von einem stehenden
Pendel
7 gestützt, das mit seinem unteren Ende zweiachsig gelenkig auf dem oberen Ende des
Mastes gelagert ist. Die Stützelemente, Pendel
2 und Pendel
7 sind räumlich geneigt so angeordnet, daß bei Neigung der Achse des oberen Mastendes
von der Vertikalen weg der Träger
72 in etwa in waagerechter Position bleibt. Durch Schwingungsentkopptung des Trägers
72 mit seinen Traglasten von der von der Basis angeregten Schwingung des Mastes wirken
die getragenen Massen nicht mit Reaktionskräften auf den Mast zurück und vermindern
seine Belastung.
[0278] FIG.36 stellt eine Schwingungsisolation zum Erdbebenschutz für eine Beleuchtungseinheit
auf einem Pfahl
71 dar, bei dem ein virtuelles Pendel nach dem Prinzip gemäß schematischer Darstellung
in FIG.21 Verwendung findet.
[0279] Am oberen Pfahlende sind drei Haltearme
76 in diesem Beispiel in Form eines Ringes, die jeweils am oberen Scheitelpunkt an einem
zweiachsig gelenkigen Lager ein Stützelement
11, ein schräg angeordnetes Pendel tragen. Am unteren Gelenkpunkt
12 wird ein Koppelelement
9 gestützt, das in vertikaler Draufsicht FIG.36a als dreistrahliger Stern erscheint.
Das Koppelelement
9 trägt an seiner Spitze in einer kardanischen Lagerung
77 einen Stützkörper
78, an dem drei oder mehr Speichen
79 angeordnet sind, die mit einem Ring 80 verbunden sind, der mehrere Lampen 81 trägt.
[0280] Die Pendel
9 können auch wie in FIG.36b als Seil
83 ausgeführt sein.
[0281] Ein elastisches Wellrohr stellt die elektrische Durchführung für die Verbindung zwischen
Pfahl
71 und Lampen
81 her.
[0282] FIG.37 zeigt ein zweites Beispiel der Anwendung eines virtuellen Pendels nach dem in FIG.21
dargestellten Prinzip für die Schwingungsentkoppelung eines Lampenträgers
82 vom schwingenden Pfahl
71, dessen Eigenschwingung der Basisschwingung des Bodens überlagert ist.
[0283] Der Pfahl
71 trägt am oberen Ende drei Haltearme
76 an denen jeweils Pendel
11 entweder als starres Stützelement mit zweiachsig gelenkigen Lagern an beiden Enden
gestaltet oder als einfache Seilstruktur ausgebildet, ein Koppelelement
9 in Form eines Dreibeins tragen, das an einer kardanischen Lagerung
77 einen hängenden Stützkörper
78 trägt, der fest mit drei Haltearmen
76 als Lampenträger verbunden ist.
[0284] FIG.38 Bei dieser Ausführung einer schwingungsentkoppelten Lagerung einer Lampengruppe auf
einem Pfahl wird ein virtuelles Pendel benützt, das auf dem Prinzip nach FIG.23 beruht.
Drei oder mehr Haltearme
76 am oberen Ende des Pfahls
71 tragen mit Seilen
83 oder alternativ mit Pendeln mit beidendig kardanischen Lagern ein Koppelelement
8 mit stemförmig angeordneten Tragarmen
73 entsprechend der Anzahl der Pendel.
[0285] Im Zentrum
13 des Koppelelements
8 ist das vertikale Stützelement
14 kardanisch gelagert. Das untere Ende des Stützelements
14 ist im Pfahl
71 radial abgestützt zweiachsig gelenkig und axial verschiebbar gelagert.
[0286] Im oberen Ende des Stützelements
14 ist in einer kardanischen Lagerung ein Lampenträger
82 mit mehreren Tragarmen
73 zur Halterung von Lampen
81 gelagert.
[0287] FIG.39 zeigt eine Variante mit der Anwendung des gleichen Prinzips wie im Beispiel nach
FIG.38. Hierbei sind die Haltearme 76 innerhalb der Anordnung der Pendel positioniert.
Die Pendel aus Seilen
83 oder Pendel mit beidendigen zweiachsig schwenkbaren Gelenken tragen einen Ring
80, der über Speichen
79 im Zentrum des Rings eine Nabe
84 trägt, in der in einer kardanischen Lagerung
77 das vertikale Stützelement
14 gehalten ist. Im übrigen entspricht die Ausführung der des Beispiels in FIG.38.
4.8 Erdbebensicherung von hängenden Objekten durch virtuelle Pendel
[0288] Hängende Objekte an Gebäudedecken, wie z.B. Lampen, Schau- und Anzeigetafeln geraten
bei Gebäudeschwingungen ebenfalls ins Schwingen. Hängende Objekte stellen selbst Pendel
dar und haben bei üblichen Dimensionen die Möglichkeit in Resonanzschwingung zu geraten.
Die Schwingausschläge werden groß, die Objekte können an der Decke anschlagen, beschädigt
oder zerstört werden und mitunter abreißen: Die Gefährdung durch hängende elektrische
Objekte besteht in der Gefahr, durch elektrische Kurzschlüsse, Brände auszulösen.
Schwere hängende Objekte, wie große Lüster in Sälen und Hallen stellen bei Abreißen
auch eine Gefährdung für Personen dar.
[0289] Bei bestehenden Gebäuden, kann es daher auch sinnvoll sein, solchen hängenden Objekten
das Gefährdungspotential zu nehmen, indem man sie an virtuellen Pendeln aufhängt.
[0290] FIG.40 zeigt die Aufhängung einer Beleuchtungseinheit an einem virtuellen Pendel nach dem
Prinzip gemäß FIG.21.
[0291] An drei an der Raumdecke an Eckpunkten eines gleichseitigen Dreiecks befestigten
Seilen
83 (Kabeln), die schräg dem gemeinsamen Zentrum nach unten sich nähernd geneigt angeordnet
sind, wird ein Rohrgestell in Form einer dreiseitigen umgedrehten Pyramide
85 getragen. in der Spitze der Pyramide ist zweiachsig gelenkig, in einfachster Form
mittels zweier ineinander verketteten Ringe eine Stange
86 als Träger von Lampen aufgehängt.
[0292] FIG.41 zeigt eine Lampe, an einem virtuellen Pendel großer Länge hängend, vergleichbar mit
dem Beispiel nach FIG.40. Hierbei besteht das Koppelelement
9 aus drei Haltearmen
76, die die Kanten einer dreiseitigen Pyramide bilden.
[0293] FIG.42 Die Leuchten
87 sind in Reihe an jeweils zwei virtuellen Pendeln nach dem Schema gemäß FIG.11 aufgehängt.
Das stabile Stützelement
2 ist ein an der Decke aufgehängtes Pendel in Form eines zweiachsig gelenkig befestigten
Stabes, Seils oder Kette und stützt ein Ende des Koppelelements
8. Eine Tragstruktur
5 aus vier Gliedern in Form von Stäben, Seilen oder Ketten, die an der Decke befestigt,
wie die Kanten einer umgedreht hängenden Pyramide angeordnet sind, bilden den Stützpunkt
88 für den unteren zweiachsig gelenkigen Lagerpunkt des instabilen Stützelements
7, das am oberen Ende zweiachsig gelenkig mit dem anderen Ende des Koppelelements
8 verbunden ist. Am Koppelelement
8 hängt einachsig gelenkig gelagert die Laststütze
89, an der vertikal federnd die Leuchte
87 aufgehängt ist.
4.9 Schwingungstilgung durch Massen an virtuellen Pendeln
[0294] Hochhäuser, schlanke Türme, hohe Masten und Kamine werden durch Erdbeben und starken
Wind zu Querschwingungen angeregt, die kritische Auswirkungen haben können. Um die
mit der Verformung einhergehenden Ausschlagspannungen zu mindern und Materialermüdung
vorzubeugen, werden sehr wirkungsvoll Schwingungstilger benutzt, die Schwingweite
zu verringern. Hierbei werden Zusatzmassen am Kopf des Bauwerks oder bei schlanken
Kaminen und abgespannten Masten an Stellen, wo die größten Schwingamplituden auftreten,
eigenschwingfähig angeordnet und mit dem Gebäude über federnde Stützglieder und Dämpfer
verbunden oder durch aktive Systeme bewegt, um über die Antriebsreaktionskräfte der
Zusatzmasse der Schwingungstilger der Eigenbewegung des Gebäudes entgegenzuwirken.
[0295] Für die Stützung dieser Zusatzmassen lassen sich virtuelle Pendel vorteilhaft einsetzen.
Bei geringstem Raumbedarf lassen sich virtuelle Pendel in einfacher Weise für jede
gewünschte Eigenfrequenz der gestützten Tilger-Masse durch freie Wahl der Auslegungsparameter-Relationen
gestalten.
[0296] Bei aktiv angetriebenen Schwingungstilgern ist bei Verwendung virtueller Pendel die
sehr geringe Reibung der Masse-Aufhängung und die beliebig gestaltbare Eigenschwing-Periode
von Vorteil.
[0297] FIG.43 stellt einen passiven Schwingungstilger in einem Turm dar. Drei virtuelle Pendel
Pv nach dem Prinzip entsprechend FIG.11 stützen die Tilger-Masse
90. Federnde Dämpfer
91 stützen die Masse horizontal gegen die Gebäudemasse ab.
[0298] FIG.44 Das dargestellte aktive Schwingungstilger-System besteht aus der Tilger-Masse
90, die von drei virtuellen Pendeln
Pv nach dem Prinzip entsprechend FIG.11 gestützt wird. Die Referenz-Masse
92 ist auf drei virtuellen Pendeln gestützt nach dem Prinzip entsprechend FIG.21, die
sehr reibungsarm und mit geringer Mittellage-Hysterese und sehr langer Eigenschwing-Periode
ausgelegt sind.
[0299] Sensoren
93 für die Lageerfassung der weitgehend in beiden Horizontalachsen von der Bewegung
der Gebäudestruktur abgekoppelten Referenz-Masse
92 in Bezug auf die Gebäudelage liefert über eine Regelung die Stellgröße für die Bewegung
der Tilger-Masse 90 über Aktuatoren 94.
[0300] FIG.45 zeigt das Schwingungstilger-System mit Stützung der Tilger-Masse
90 durch drei virtuelle Pendel
Pv nach dem Prinzip entsprechend FIG.13 wie es für ein aktives oder auch passives System
Verwendung finden kann. Die zugbelasteten Stützelemente sind in diesem Beispiel mit
Seilen ausgeführt.
[0301] FIG.46 zeigt die Stützung der Tilger-Masse 90 oder Referenz-Masse
92 bei einem aktiven System auf drei virtuelle Pendel
Pv nach dem Prinzip entsprechend FIG.21. Die stabilen Stützelemente
11 sind in diesem Beispiel als Seilstruktur ausgeführt.
[0302] FIG.47 Bei dem Schwingungstilger-System für Rohr-Masten ist die Tilger-Masse
90 in Form eines Rings außerhalb des Mastes angeordnet und durch drei virtuelle Pendel
Pv nach dem Prinzip entsprechend FIG.11 gestützt. Das stabile Stützelement, Pendel
2 greift nicht direkt an dem Koppelelement
8 an, sondern wird durch eine nicht als Pendel wirksame Verlängerung
95 über einen Zwischenhebel
96 in eine höhere Ebene verlagert und spart dadurch in radialer Erstreckung in Anspruch
genommenen Raum ein, was den Luftwiderstand verringert. Durch die Verkleidung
97 wird die Funktion des Schwingungstilgers nicht durch Windkräfte überlagert.
[0303] FIG.48 Bei dem passiven Schwingungstilger-System für einen Gitter-Mast ist die Tilger-Masse
90 zur Minderung des Luftwiderstands in Form einer flachen Ring-Scheibe um den Mast
herum angeordnet und durch drei virtuelle Pendel
Pv nach dem Prinzip entsprechend FIG.11 gestützt. Die Rückfederung erfolgt neben der
Selbstzentrierung durch die virtuellen Pendel
Pv durch Federn
98 an dem Fußgelenk des instabilen Stützelements
7. Die Dämpfung erfolgt durch eine Reibscheibe
99. Die stabilen Stützelemente
2 sind als Seil ausgebildet.
[0304] Damit die Funktion nicht durch Luftkräfte beeinträchtigt wird, ist die Tilger-Struktur
weitgehend durch eine aerodynamisch widerstandsarme Verkleidung
97 abgedeckt.
4.10 Verminderung der Gefahr der Bodenverflüssigung (Liquefaction)
[0305] Starke Verringerung der Gefahr der Bodenliquidierung
[0306] Bei schwingendem Boden rufen die wechselnden Momente aus der Gebäudemasse schwellende
Fundamentlasten hervor, die bei bestimmten Untergründen eine Bodenerweichung und Minderung
der Tragfähigkeit der Böden zur Folge haben, so daß Gebäude in den Untergrund absinken
können.
[0307] Da durch virtuelle Pendel gestützte Gebäude von horizontalen Schwingungen des Bodens
nahezu vollständig isoliert werden, wird die Gebäudemasse keinen horizontalen Beschleunigungen
ausgesetzt, es entstehen keine Reaktionskräfte aus Kippmomenten der Gebäudemasse,
so daß die Effekte, die zur Bodenerweichung führen, vermieden oder im Grenzbereich
verringert werden.
[0308] Die Reaktionskräfte der Gebäudemasse verursachen unter Vibrationen bei gewissen Untergründen
Boden-Verflüssigung mit fatalen Auswirkungen. Die Böden werden hochviskoses Liquid
und die Gebäude kippen oder versinken im Boden. Ist die Masse des Gebäudes geringer
als die Masse des Erdreichs, das von dem Volumen-Anteil des im Boden eingebetteten
Bauwerks eingenommen wird, so schwimmt das Gebäude bei Liquefaction auf und erhebt
sich aus dem Boden. Durch Erdbebenschutz-Module auf der Basis virtueller Pendel wird
die Massen-Reaktionskraft des Gebäudes auf 3/1000 reduziert. Liquefaction wird in
Grenzfällen verhindert.
[0309] Bei horizontalen Schwingungen des Bodens wird der statischen Last im Fundament ein
mit der Schwingung synchron die Richtung wechselndes Kräftepaar überlagert zur Aufnahme
des Gebäudekippmoments aus der Beschleunigung der Gebäudemasse.
[0310] Die wechselnde Zusatzlast an den Fundamentkanten aus der Beschleunigung der Gebäudemasse
ist
m Masse des Gebäudes
a Beschleunigung im Schwerpunkt des Gebäudes
hm Höhe des Schwerpunkts des Gebäudes über der Fundament-Kippkante
W größter Abstand der Fundament-Kippkanten in Richtung der Bodenschwingung
[0311] Die wechselnden Bodenpressungen erzeugen in feuchten Böden eine Pumpwirkung auf das
Wasser im Boden. Hierdurch wird die Haftreibung zwischen den Bodenkörpern wie Sand
und Kies durch pulsierende Flotation zwischen den Körpern verringert, der Boden wird
zu einem viskosen Fluid, der Boden wird zu einem Brei verflüssigt.
[0312] Gebäude können im Boden versinken und bei Unsymmetrie der Vorgänge auch umkippen.
[0313] Bei der erfindungsgemäßen Stützung von Objekten tritt die voran dargestellte Reaktionswirkung
der getragenen Masse nicht auf, weil sie keiner nennenswerten Beschleunigung ausgesetzt
wird. Die statischen Fundamentlasten werden nicht mit Wechsellasten aus Kippmomenten
überlagert. Die Gefahr der Bodenverflüssigung wird in hohem Maße verringert.
[0314] FIG.49 Damit auch bei sehr weichen und nassen Böden die Gefahr für das durch virtuelle Pendel
Pv erdbebengeschützte Gebäude weiter vermindert wird, ist das Fundament als Basis für
Erdbebenschutz-Module so gestaltet, daß das Volumen des im Boden eingebetteten Gebäudeunterteils
entsprechend der Massedichte des örtlichen Bodens in Leichtbaugestaltung rigide gestaltet
und so groß bemessen ist, daß die Masse des verdrängten Bodens der Masse des Gesamtgebäudes
entspricht.
[0315] Damit die mechanischen Krafteinwirkungen auf das Fundament durch Kompressionswellen
im Boden gemindert werden, ist die Fundamentunterseite 100 gekrümmt zum Rand nach
außen ansteigend gestaltet.
[0316] FIG.50 Ist bei feucht weichen Böden unterhalb der Sedimentschicht in nicht zu großem Abstand
festerer Boden oder Felsgrund erreichbar, so ist die Ausführung des Fundaments gemäß
Darstellung entsprechend FIG.49 zusätzlich mit einer Pfahlgründung 103 ausgestattet.
4.11 Gebäudeabdichtung zwischen Basis und getragenem Objekt
[0317] FIG.51 Zwischen Außenwand des Untergeschosses, das im Erdreich eingebettet ist und bei Erdbeben
die horizontale Schwingbewegung des Bodens mitmacht und der von Erdbebenschutz-Modulen
nach dem Prinzip virtueller Pendel gestützten Gebäudestruktur
51, die auf der Stelle in Ruhelage verbleibt, ist eine Bewegungsfuge
113 vorgesehen, die jedoch keine Durchlässigkeit für Wind, Staub, Nässe und Ungeziefer
haben soll.
[0318] An einer Seite der Bewegungsfuge, vorzugsweise an der Oberseite sind Drahtbürstenstreifen
101 und Zwischenräume mit gestopfter lsolierwolle
104 verfüllt. An der gegenüberliegenden Seite ist ein Gleitrahmen
102 mit abgeschrägten Kanten justierbar montiert.
[0319] FIG.52 Sind die Erdbebenschutz-Module zusätzlich zur Unterdrückung von Vertikalschwingungen
mit einer Vertikalfederung und Dämpfung ausgerüstet, ist es notwendig, die Bewegungsfugendichtung
ebenfalls mit Vertikalfederung auszurüsten.
[0320] Gegen die schwingungsisolierte Gebäudestruktur
51 oder eine zusätzliche Gleitschutzlamelle
105 wird ein U-förmiger Dichtrahmen
106 durch Federelemente
107 z.B. in Form von Schrauben- oder Blattfedern gedrückt. Der Rahmen
106 wird durch das U-förmige Unterteil
108, das mit der Gebäudeuntergeschoß-Außenwand
22 fest verbunden ist, vertikal geführt und zum Unterteil mit durch Federkraft angestellte
gleitende Dichtleisten
109 abgedichtet. Der Dichtrahmen
106 wird durch vertikal nach oben durch Federn gedrückte Dichtleisten
109 und eine Stopfpackung
110 gegenüber der schwingungsisolierten Gebäudestruktur oder der Gleitschutzlamelle
105 abgedichtet.
4.12 Geringere Brandgefahr durch Verbesserung der Interface-Situation
[0321] FIG.53 Da die Gebäude-Masse beim Schwingen des Bodens horizontal im Wechsel der Frequenz
beschleunigt wird, wirkt die Reaktionskraft der Masse auf den Boden über vertikale
Flächen des im Erdreich eingebetteten Gebäude-Untergeschosses
22 eine Pressung aus. Abhängig von den entstehenden Flächenpressungen wird der Boden
gestaucht und entlastet, es entstehen zwischen den im Erdreich liegenden Versorgungsleitungen
111 und den im Gebäude befestigten Leitungsanschlüssen Zerrungen, die zu Leitungsbrüchen
führen können. Der Bruch von Gas- und Elektrofeitungen löst einen Brand durch Kurzschluß
aus. Diese häufige Brandursache kann dadurch vermindert werden, daß die Stauchungen
des Erdreichs und damit verbundene Zerrungen an Leitungen verringert werden, weil
die Flächenpressung zum Erdreich verringert wird und die Beschleunigungs-Reaktionskraft
nicht mehr aus der Masse des Gesamtgebäudes herrührt, sondern nur aus einem wesentlich
geringeren Anteil, nur der Masse des Gebäude-Fundaments. Die örtliche Bruchgefahr
verringert sich entsprechend.
[0322] Innerhalb des Gebäudes stellen flexible Leitungsverbindungen in hängenden U-Schleifen
112 sicher, daß bei Relativbewegung zwischen schwingender Basis und schwingungsisoliert
gestützter Gebäudestruktur 51 keine Leitungsschäden entstehen.
4.13 Tolerierung von Bodenspaltbildung unter Gebäuden
[0323] Sogar im ungewöhnlichsten Fall, daß entlang einer Spalte direkt unter einem Gebäude
beide Ränder sich in entgegengesetzter Richtung bewegen oder voneinander entfernen
und eine offene Spalte hinterlassen, kann das System dies tolerieren, weil die Module
unabhängig voneinander funktionieren und Veränderungen der Stützweite auf der Basis
ausgleichen.
[0324] Das System stellt dennoch Stabilität der getragenen Struktur bereit.
[0325] FIG.54 Der Teilungsabstand
t der Gebäudestützen an der getragenen Gebäudestruktur
51 ist durch feste Montage unveränderlich. Der Teilungsabstand der Erdbebenschutz-Module
56 auf dem Fundament
20 entspricht dem Teilungsabstand am Gebäudeoberteil.
[0326] Kommt es durch Erdbeben-Kompressionswellen zu einer Spaltbildung zwischen den Erdbebenschutz-Modulen
56, so vergrößert sich die Stützweite der Erdbebenschutz-Module
56 um die Spaltbreite
Sp. Die Erdbebenschutz-Module zentrieren als virtuelle Pendel wirkend den Laststützpunkt
im Zentrum seiner Schwingweite unterhalb seines virtuellen Aufhängungspunkts.
[0327] Werden die virtuellen Aufhängepunkte von zwei virtuellen Pendeln vergrößert, so nehmen
die miteinander fest verbundenen Laststützpunkte eine ausgleichende Stellung ein,
so daß die Abweichung vom ursprünglichen Mittellage-Punkt bei beiden virtuellen Pendeln
gleich ist.
4.14 Impact-Minderung bei Explosionen
[0328] Aufgrund des geringen Verschiebewiderstandes des getragenen Objekts gegenüber der
Basis kann erfindungsgemäß das Gebäude oder Objekt bei Luftkräften, welche die Staudrücke
stärkster Winde übersteigen, wie sie durch Explosionen in der Nähe eines Gebäudes
hervorgerufen werden können, in jeder Richtung ausweichen und somit die Wirkung der
Luftkraft-Momente verringern.
[0329] Die Windkraftabstützung stellt sich automatisch auf die Windkraft ein mit einer Regelstellgrößen-Änderungsgeschwindigkeit,
die den Erfordernissen der Wind kraftänderungsrate entspricht.
[0330] Ein Luftdruckanstieg aufgrund einer Explosion erfolgt in einer extrem kurzen Zeit,
innerhalb der kein nennenswerter Anstieg der Abstützkraft für die Windkraftkompensation
durch die selbsttätige Regelung erfolgt. Somit kann das Gebäude bei plötzlicher Beaufschlagung
mit einer Druckwelle bei geringer Gegenkraft zurückweichen, was den Impulsaustausch
nicht unbeträchtlich verringert.
5 Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0331]
FIG.1 ist die Darstellung eines Hauses, erfindungsgemäß gestützt auf Erdbebenschutz-Modulen,
die virtuelle Pendel großer Länge darstellen mit dem Bewegungsverhalten, als wäre
das Haus an langen Pendeln mit der Länge Iv, aufgehängt.
FIG.2 - FIG.4 zeigen Vorrichtungen zum Erdbebenschutz entsprechend dem Stand der Technik gemäß
Darstellungen aus den bezogenen Schriften.
FIG.5 veranschaulicht die schematische Darstellung und die benutzten Bezugszeichen und
Funktionsgrößen eines mathematischen Pendels, wie sie im Abschnitt "Deduktion zur
Lösung der sich stellenden Aufgabe" für die grundsätzlichen Betrachtungen benutzt
werden.
FIG.6 und FIG. 7 stellen die Überlagerung von anhebender und absenkender harmonischer Bewegung dar.
FIG.8 dient zur Erläuterung der Erfindung und zeigt in schematischer Darstellung eine Gegenüberstellung
von stabilen und labilen Pendeln als Stützglieder.
FIG.9 ist eine vereinfachte schematische Darstellung eines Beispiels für eine Vorrichtung,
die ein virtuelles Pendel großer Länge abbildet bei vergleichsweise geringer vertikaler
realer Erstreckung und veranschaulicht das Wirkprinzip zum Erhalt der Aufgabenlösung,
wonach ein Punkt dieses kinematischen Schemas als Stützvorrichtung für ein zu tragendes
Objekt dienen kann mit einem räumlichen Bewegungsverhalten, als wäre dieser Punkt
das schwingende Ende eines langen Pendels.
FIG.10 ist eine vereinfachte Darstellung der vertikalen Draufsicht auf das Schema von FIG.9.
FIG. 11 zeigt die benutzten Bezeichnungen zum Schema eines Pendels.
FIG.12 ist eine vereinfachte schematische Darstellung einer Variante des Schemas von FIG.9.
FIG.13 stellt ein virtuelles Pendel in einer Variante des Schemas von FIG.12 dar, bei dem
der Hebel zur Anlenkung des hängenden stabilen Pendels und der Hebel zur Anlenkung
des stehenden labilen Pendels in verschiedene Höhenebenen gelegt sind.
FIG.14 - FIG.16 zeigen das virtuelle Pendel von FIG.13 in verschiedenen Bewegungsphasen.
FIG.17 zeigt das virtuelle Pendel von FIG.13 in der Bewegungsrelation zur schwingenden Basis.
FIG.18 ist eine vereinfachte schematische Darstellung eines zweiten Beispiels einer anders
als im Beispiel in FIG.9 gestalteten Lösung zur Realisierung eines virtuellen Pendels.
FIG.19 stellt schematisch die vertikale Draufsicht zum Beispiel in FIG. 18 dar.
FIG.20 und FIG.21 zeigen in vereinfachter schematischer Darstellung eine Ergänzung zum Beispiel in
FIG.18 und FIG.19 zur Erzielung einer großen virtuellen Pendellänge.
FIG.22 ist eine schematische Darstellung von Varianten virtueller Pendel.
FIG.23, 23a, 23b, 23c zeigen das Schema eines virtuellen Pendels und Bewegungsphasen.
FIG.24 zeigt die Relativbewegung der Basis zum virtuellen Pendel.
FIG.25 zeigt in einer prinzipiell ausführbaren Form eine Zentrier- und Windkraft-Haltevorrichtung
für ein durch virtuelle Pendel getragenes Objekt.
FIG.26 ist die Darstellung einer Vorrichtung zur Zentrierung eines durch virtuelle Pendel
getragenen Objekts mittels eines Federblocks aus elastomerem Werkstoff.
FIG.27 ist eine Zentrier- und Windkraft-Abstützvorrichtung für ein durch virtuelle Pendel
gestütztes Objekt mittels einer Kugel, die durch Federkraft in einen Trichter gedrückt
wird.
FIG.28 zeigt eine vereinfachte Darstellung eines Schemas für ein hydropneumatisch betätigtes
System zur Zentrierung und Windkraftabstützung eines von virtuellen Pendeln getragenes
Objekt.
FIG.29 zeigt eine Vorrichtung zur Zentrierung und Windkraftabstützung eines von virtuellen
Pendeln getragenen Objekts mittels einer Schwinge, die sich durch hydropneumatische
Federkraft an der mit der Basis verbundenen Fundamentseitenwand abstützt.
FIG.30 zeigt die gleiche Vorrichtung wie FIG.29 mit zusätzlicher Integration einer Hydraulik-Pumpe,
die ihre Antriebsenergie aus der Bewegung der Basis bei Erdbeben bezieht.
FIG.31 zeigt ein System zur Gebäudezentrierung unter Windlast, wobei ein nicht dem Wind
ausgesetzter Gebäudeteil als Lage-Referenz dient.
FIG.32 gibt schematisch eine Vertikalfederung zur Beschleunigungsminderung wieder.
FIG.33 stellt ein Erdbebenschutz-Modul dar mit Vertikalfederung und Windkrafthaltung.
FIG.34 zeigt elastische Verformungen bei kritischen Schwingungen an Laternenpfählen.
FIG.35 zeigt ein virtuelles Pendel auf einer Mastspitze.
FIG.35a ist ein Querschnitt zu FIG.35.
FIG.35b ist die Draufsicht zu FIG.35.
FIG.36, 36a, 36b, zeigen eine Lampengruppe auf einem Pfahl mit Schwingungsisolation durch ein virtuelles
Pendel und Details.
FIG.37 - FIG.39 zeigen Varianten von schwingungsisolierten Laternen auf Pfählen.
FIG.40 und FIG.41 zeigen hängende Lampen mit Schwingungsisolation durch virtuelle Pendel nach dem Schema
von FIG.21.
FIG.42 zeigt die Aufhängung einer Leuchtenreihe an virtuellen Pendeln nach dem Schema von
FIG.9.
FIG.43 zeigt einen Schwingungstilger mit Stützung auf virtuellen Pendeln nach dem Schema
von FIG.9.
FIG.44 zeigt einen Schwingungstilger wie FIG.43 mit einer Lage-Referenz auf virtuellen Pendeln
nach dem Schema von FIG. 21.
FIG.45 zeigt die Stützung einer Schwingungstilger-Masse auf virtuellen Pendeln nach dem
Schema von FIG.13.
FIG.46 zeigt eine an virtuellen Pendeln nach dem Schema von FIG.21 hängende Masse einer
Schwingungstilger-Masse oder Lage-Referenz-Masse.
FIG.47 zeigt einen mit virtuellen Pendeln gestützten Schwingungstilger an einem Rohrmast.
FIG.48 zeigt einen mit virtuellen Pendeln gestützten Schwingungstilger an einem Gittermast.
FIG.49 zeigt ein Erdbebenschutz-Fundament als Basis für virtuelle Pendel.
FIG.50 zeigt ein Erdbebenschutz-Fundament mit Pfahlgründung als Basis für virtuelle Pendel.
FIG.51 zeigt die Abdichtung der Bewegungsfuge für schwingungsisolierte Gebäude.
FIG.52 zeigt die Bewegungsfugen-Abdichtung bei horizontaler und vertikaler Schwingungsisolation
eines Gebäudes.
FIG.53 zeigt die Interface-Situation für Versorgungsleitungen an einem schwingungsisolierten
Gebäude.
FIG.54 zeigt die Auswirkung eines Erdbebenspaltes zwischen Erdbebenschutz-Modulen mit dem
Prinzip virtueller Pendel.
FIG.55 zeigt ein Erdbebenschutz-Modul mit Einbau in das Untergeschoß eines Gebäudes als
Vorrichtung zum Tragen von Gebäuden und Objekten mit der Realisierung eines virtuellen
Pendels nach dem Prinzip von FIG.21.
FIG.56 zeigt die Einbausituation eines Erdbebenschutz-Moduls mit Vertikal-Federung im Untergeschoß
eines Gebäudes.
FIG.57 ist ein Erdbebenschutz-Modul, wie in FIG.55 gezeigt, mit Integration einer Zentrierund
Windkraft-Haltevorrichtung nach dem Schema von FIG.25.
FIG.58 ist ein Erdbebenschutz-Modul wie in FIG.55, kombiniert mit einem Elastomer-Block
als Zentrierfeder.
FIG.59 zeigt ein Erdbebenschutz-Modui mit ebenerdigem Einbau als Vorrichtung zum Tragen
von Gebäuden und Objekten mit der Realisierung eines virtuellen Pendels nach dem Prinzip
gemäß FIG.12.
FIG.60 zeigt den vertikalen Schnitt durch ein Gebäude, getragen von Erdbebenschutz-Modulen
wie in FIG.59 mit Darstellung der Lage der Abstütz-Vorrichtungen zur Zentrierung des
Gebäudes und zur Aufnahme von Windkräften.
FIG.61 ist ein horizontaler Schnitt durch das Untergeschoß eines Gebäudes und das Rahmen-Fundament
in der Ebene der Zentrier-Vorrichtung und zeigt die Anordnung der Abstützungen eines
Beispiels nach FIG.30.
FIG.62 zeigt eine Deplacierung der Basis mit Fundament relativ zum stillstehenden Untergeschoß
des Gebäudes in einer Bewegungsrichtung parallel zu einer Gebäudewand.
FIG.63 zeigt eine Deplacierung der Basis mit Fundament relativ zum stillstehenden Untergeschoß
des Gebäudes in einer Bewegungsrichtung unter einem Winkel zu einer Gebäudewand.
FIG.64, 64a, 64b zeigt virtuelle Pendel zur Stützung eines Hochhauses.
FIG.65 zeigt ein virtuelles Pendel zum Einbau in eine Beton-Basis nach dem Schema von FIG.21.
FIG.66 zeigt die Stützung einer Fahrbahn auf Pylonen über virtuelle Pendel.
Fig.67 zeigt die Stützung eines Pylons mit Stützung auf virtuellen Pendeln an der Basis.
FIG.68 zeigt die Stützung eines Gittermastes auf virtuellen Pendeln nach dem Schema von
FIG.21.
FIG.69 zeigt die Stützung einer Pipeline auf virtuellen Pendeln.
FIG.70 zeigt die Stützung einer Rohrbrücke auf virtuellen Pendeln.
6 Beschreibung von zweckmäßigen Ausführungen
[0332] FIG.1 zeigt, daß erfindungsgemäß ein Baukörper oder zu schützendes Objekt auf Tragkonstruktionen,
die hier Erdbebenschutz-Module
56 genannt werden, gelagert ist, die mit dem Boden über ein durchgehendes gemeinsames
Fundament oder auch über jeweils einzelne Fundamentgründungen für das einzelne Erdbebenschutz-Modul
fest mit dem Boden verbunden sind. Die Erdbebenschutz-Module tragen den Baukörper
und ermöglichen ihm an den Stützpunkten auf den Erdbebenschutz-Modulen ein räumliches
Bewegungsverhalten in einer Weise, die etwa einer solchen Bewegungsform gleicht, als
wäre das Objekt an sehr langen Pendeln aufgehängt, wodurch das Objekt nur minimale
Beschleunigungen erfährt. Bei seiner geringen Bauhöhe stellt ein solches Erdbebenschutz-Modul
ein virtuelles Pendel
Pv großer virtueller Länge
lv mit langer Periodendauer dar. Diese Tragkonstruktionen oder Erdbebenschutz-Module
sind so auslegbar, daß sie für jede gewünschte, oder erforderliche Amplitude einer
möglichen Bewegung ausgeführt werden können, so daß extremste horizontale Bodenbewegungen
sich nicht auf das getragene Objekt übertragen. Durch entsprechende Auslegung und
Dimensionierung kann erreicht werden, daß die Eigen-Schwingfrequenz des auf den Erdbebenschutz-Modulen
gelagerten Gebäudes um ein Vielfaches geringer ist, als die Schwingfrequenzen des
Bodens, wie sie üblicherweise bei Erdbeben auftreten.
[0333] FIG.55 zeigt ein Erdbebenschutz-Modul
56 in einer Ausführung nach dem Schema gemäß FIG.21 mit Einbau in das Untergeschoß eines
Hauses. Drei Stützelemente
11 haben an ihren Enden jeweils ein sphärisches Gelenklager
15 oder alternativ Kardangelenk oder Kugelgelenk
17 und sind an ihrem oberen Ende an einer Tragstruktur
5 zweiachsig gelenkig aufgehängt und tragen am unteren Ende das Koppelelement
9. Am oberen Ende des Koppelelements
9 ist die mit der getragenen Gebäudestruktur
51 verbundene Gebäudestütze
16 mit einem Kugelkopf
17 gelenkig gelagert. Ein Faltenbalg
18 aus Elastomer-Werkstoff oder Metall dichtet das Kugelkopflager hermetisch ab. Eine
gleitende Dichtung
19 dichtet den Spalt zwischen getragenem Baukörper, der sich gegenüber der Basis bewegen
kann, zum Gebäudeteil der Basis
6 ab.
[0334] FIG.56 zeigt ein Erdbebenschutz-Modul
56 nach dem Schema gemäß FIG.12 mit Einbau in das Untergeschoß eines Hauses. Die vertikale
Schwingungsisolation nach dem Schema entsprechend FIG.32 ist in die Gebäudestütze
16 integriert. Zur Anpassung an die Relativbewegung zwischen Basis und schwingungsisoliertem
Gebäudeoberteil ist die Gebäude-Spaltabdichtung
114 nach dem Schema entsprechend FIG.52 ausgeführt.
[0335] FIG.57 zeigt ein Erdbebenschutz-Modul
56 in der ähnlichen Ausführung wie FIG.55. Zusätzlich ist eine Zentrier- und Windkraftabstütz-Vorrichtung
57 integriert in der Bauweise gemäß FIG.25. Diese Lösung hat den Vorteil platzsparend
zu sein. Beide Funktionen, das Objekt zu tragen und es genau zu zentrieren und der
Windkraft eine Gegenkraft entgegenzustellen, werden in einer Einheit vereinigt.
[0336] FIG.58 zeigt ein Erdbebenschutz-Modul
56 mit einer weiteren Kombination der Trag- und Zentrier-Funktion. Die Zentrierung übernimmt
hier ein Elastomer-Federblock
48.
[0337] FIG.59 zeigt ein Erdbebenschutz-Modul in einer Ausführung nach dem Schema gemäß FIG.12 in
einer Schwerlastausführung für hohe Gebäude mit ebenerdiger Montage. Das hängende
Pendel
2 hat an beiden Enden jeweils ein sphärisches Gelenklager oder ein Kardangelenk und
ist an seinem oberen Ende aufgehängt an der Tragstruktur
5. Am unteren Lager des Pendels
2 ist der Träger
8 als Koppelelement gelagert. Das andere Ende des Koppelelements
8 stützt sich über ein Kugelgelenk
17 oder alternativ möglich auch über ein Kardangelenk oder sphärisches Gelenklager auf
dem stehenden labilen Pendel
7 ab. Das stehende Pendel
7 stützt sich über ein gleiches Gelenk
17 wie am oberen Ende ebenso am unteren Ende auf der Basis in diesem Fall dem Fundament
20 ab. An dem Träger
8 ist die Gebäudestütze
16 einachsig gelenkig gelagert abgestützt und trägt das Gebäude
1. Das Erdgeschoß des Gebäudes
1 hängt zusammen mit dem Untergeschoß
22 oder mehreren Untergeschossen an dem Gebäude 1. Der Zwischenraum
23 zwischen den Untergeschossen
22 und dem Fundament
20 an der Basis wird durch den Außenbereich des Erdgeschosses abgedeckt und der Bewegungsspalt
zum Fundament mit einer Gleitdichtung
19 abgedichtet. Die Verbindungen zur Versorgung und Entsorgung
21 des Gebäudes mit Wasser und Energie und zur Kommunikation sind zwischen der Fundamentbasis
20 und den Untergeschossen
22 des Gebäudes in einer U-Schleife hängend flexibel ausgeführt, so daß Relativbewegungen
zwischen Basis und Gebäude möglich sind, ohne daß die Verbindungen gefährdet werden
können.
[0338] FIG.60 zeigt einen vertikalen Teilschnitt eines Hochhauses mit der Abstützung durch Erdbebenschutz-Module
56 der Außenkante des Gebäudes entlang aufgereiht in der Bauweise gemäß FIG.59. In einer
Ebene
54 eines Untergeschosses
22 sind am Umfang des Gebäudes Horizontalabstützungen
24 angebracht nach dem Prinzip entsprechend FIG.29 oder FIG.30 mit den entsprechenden
hydraulischen Ausrüstungen gemäß FIG.28.
[0339] FIG.61 zeigt einen Horizontalschnitt durch ein Gebäude-Untergeschoß
22 und ein rahmenförmig um das Untergeschoß ausgebildetes Fundament 20 als Tragbasis
für die Erdbebenschutz-Module in einer Ebene
54 in FIG.60. An jeder Seite des Untergeschosses
20, das relativ zur Basis und damit verbundenen Fundament
20 in allen Richtungen beweglich oder verschiebbar ist, befinden sich an jeder Wand
je zwei Vorrichtungen zur Horizontal-Abstützung
24 gegen Windkräfte und zur genauen Mittelzentrierung des Gebäudes relativ zum Fundament.
Die Abstütz-Vorrichtungen entsprechen dem Schema nach FIG.30. Baut sich am oberen
Gebäudeteil eine Windkraft auf, so verbleibt das Gebäude in der gleichen Lage wie
in FIG.61 dargestellt. Die Abstützeinrichtungen reagieren auf geringste Einfederung
und erhöhen die Abstützkraft in den Federelementen solange, bis Gleichgewicht mit
der Windkraft vorhanden ist. Bei genauer Mittellage ohne äußere Kräfte durch Wind
ist zwischen den Laufrollen und der Fundamentwand ein geringfügiges Spiel vorgesehen.
Alle Feder-Zylinder sind voll ausgefahren bis zu ihrem hydraulisch gedämpften Anschlag.
[0340] FIG.62 Erfolgt eine Verschiebung der Basis in Richtung der dargestellten Pfeile
58 durch ein Erdbeben, so federn die Horizontafabstützungen
24 an der Seite ein, wo sich die Fundamentwand
20 dem Gebäude nähert. Auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes heben die Abstützungseinrichtungen
24 von der Wand ab.
[0341] FIG.63 Bei Bewegung der Basis in einer nicht einer Gebäudekante parallelen oder dazu senkrechten
Richtung
58, federn die Abstützelemente an zwei Seiten ein und an den gegenüberliegenden Seiten
heben sie von der Wand ab.
[0342] FIG.64 zeigt einen Ausschnitt einer Außenansicht eines Hochhauses mit Stützung zu ebener
Erde im Sichtbereich auf Erdbebenschutz-Modulen
56 mit Anwendung des Prinzips virtueller Pendel. Die virtuellen Pendel nach dem Schema
entsprechend FIG.12 sind paarweise gespiegelt angeordnet. Die hängenden stabilen Pendel
2 werden paarweise zum Toleranzausgleich über einen in seiner Mitte einachsig gelenkig
gelagerten Ausgleichsträger
115 auf einer Säule
116 gestützt.
[0343] Die Anordnung der Erdbebenschutz-Module läßt erkennen, daß diese Ausführung zur Nachrüstung
bestehender Gebäude in Skelettbauweise geeignet ist. Die bestehenden Säulen werden
in dem Bereich der Lücke
G ersetzt durch Einfügen der Elemente des virtuellen Pendels.
[0344] FIG.64a und
FIG.64b stellen einen vertikalen Querschnitt zur Ansicht FIG.64 dar und zeigen den Außenabschluß
des Gebäudes zu ebener Erde mit der Bewegungstrennfuge und der Gebäude-Spaltabdichtung
114, wobei einmal die Erdbebenschutz-Module im Außenbereich des Gebäudes und einmal im
Inneren des Gebäudeabschlusses sich befinden.
[0345] FIG.65 zeigt ein virtuelles Pendel als Erdbebenschutz-Modul nach dem Prinzip entsprechend
FIG.21. In einem in eine Basis
6 einbetonierten Gehäuse
117 wird das vormontierte Modul als Einheit eingesetzt und über Flanschbefestigungen
verbunden. Die Laststütze
89 wird mit dem getragenen Objekt durch Flanschverbindung verbunden. Die stabilen Stützelemente,
Pendel
11 sind als Seil ausgeführt. Das Koppelelement
14 wird zur Abstützung von Windkräften über die Feder
118 zentriert und zur Aufnahme von vertikaler Negativbeschleunigung durch die Feder
119 niedergehalten. Die Laststütze
89 ist im Koppelelement
14 mit einem Kugelkopf
17 zweiachsig gelenkig gestützt und trägt über eine teleskopische Führung
120 und federnde Abstützung über mechanische Federung
126 oder alternativ pneumatische Federn die Objekt-Last.
[0346] FIG.66 zeigt eine Anordnung, einen auf Pylonen gestützten hochgelegten Fahrdamm
122 gegenüber der Pylon-Plattform
121 von Querschwingungen zu isolieren; auf diese Weise wird der Pylon in seiner Knick-Biegebelastung
des Schaftes entlastet, weil er nicht mehr aus Masse-Reaktionskräften aus Querbeschieunigungen
des Fahrdamms, sondern im wesentlichen nur durch seine eigene Masse und einem geringeren
Anteil der Erdbebenschutz-Modulmasse belastet wird. Die Ausführung der virtuellen
Pendel entspricht dem Prinzip entsprechend FIG.13. Sofern dieser Fahrdamm-Stützpunkt
ein Festlager ist, wird das Koppelelement mit horizontal wirkenden Federelementen
126 in seiner Mittelstellung gehalten. Erst, wenn die vorgegebene Federkraft überwunden
wird, wird freie Relativbewegung zwischen Fahrdamm
122 und Pylonplattform
121 möglich.
[0347] FIG.67 stellt die Schwingungsisolation eines Pylons
125 für hochgestellte Fahrdämme an der Basis dar. Das virtuelle Pendel basiert auf dem
Prinzip entsprechend FIG.9. In der dargestellten Form stellt diese Fahrdamm-Stütze
gleichzeitig ein Brückenloslager dar. Das stabile, hängende Pendel, Stützelement
2 wird aus zwei Zugstangen
123 und zwei Querträgern
124 gebildet.
[0348] FIG.68 zeigt einen Gittermast, der auf Erdbebenschutz-Modulen gestützt ist, die nach dem
Prinzip entsprechend FIG.21 gestaltet sind und mit Windkraftabstützung ausgerüstet
sind.
[0349] FIG.69 zeigt die Stützung eines Pipeline-Rohrs durch ein stabiles und ein labiles Pendel
2 und 7 entsprechend dem Schema, entsprechend FIG.9. Das Koppelelement
8 ist selbst als Rohrlager ausgebildet. Das Zentrum des Rohrquerschnitts beschreibt
bei horizontaler Verschiebung eine Bahn wie das untere Ende eines langen Pendels.
Die Aufhängung des Rohrs erfolgt an einem virtuellen Pendel. Das stehende Pendel
7 wird durch eine gegen einen Anschlag vorgespannte Feder 47 in der Vertikalstellung
gehalten. Erst bei einem vorbestimmten Kippmoment am Pendel
7 wird ein Zusammendrücken der Feder 47 erreicht und eine Bewegung des Stützsystems
möglich. Das Kippmoment wird derart vorbestimmt, daß nur Massen-Reaktionskräfte aus
Querbeschleunigungen entsprechend Erdbebengrößen die Bewegung herbeiführen.
[0350] FIG.70 stellt die Stützung einer Rohrbrücke, wie sie in Chemieanlagen und Raffinerien gebräuchlich
sind, auf virtuellen Pendeln dar. Die Laststütze
89 wird vom Koppelelement
8 gestützt, das vom stabilen Stützelement, dem hängenden Pendel
2 und dem labilen Stützelement, dem stehenden Pendel
7 gestützt wird.
1. Verfahren zum Schutz von Objekten, insbesondere Gebäuden, vor dynamischen Kräften
aus Beschleunigungen einer Basis (6) z. B. bei Erdbeben, wobei in einem das Objekt
(1) tragenden System die Wirkung von stabilen, in jeder horizontalen Richtung pendelnd
schwingfähigen, die Objektmasse anhebenden Stützelementen (2, 11) und von labilen,
in jeder horizontalen Richtung pendelnd schwingfähigen, die Objektmasse absenkenden
Stützelementen (7, 14) in der Weise durch Koppelung überlagert wird, daß bei wechselnder
horizontaler Bewegung der Basis (6) z. B. bei Erdbeben unter dem Einfluß einer Deplacierung
der mit der Basis (6) verbundenen Stützpunkte (10) der Stützelemente gegenüber der
Lage der trägen Masse des Objekts (1) eine nur geringe Anhebung der Objektmasse (1)
auf den Stütz-bzw. Lagerpunten (P) auf den Koppelgliedern oder kombinierten Stütz-
oder Koppelgliedern erfolgt, wodurch aufgrund einer geringen Neigung der relativ zur
Basis räumlichen Bewegungsbahn der Stütz-bzw. Lagerpunkte (P) eine nur geringe in
die Richtung der Ruhelage stabilisierende Rückstellkraft (FR) durch die der Gravitation ausgesetzte Objekt-Masse entsteht, woraus bei Auftreten
von hohen Querbeschleunigungen an der Basis dennoch eine nur geringe Objektbeschleunigung
mit langer Periodendauer der Eigenschwingung resultiert (FIG. 9, 12, 13, 16, 17, 21,
22, 23, 24).
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur schwingungsentkoppelten Lagerung eines Objekts (1), insbesondere eines Gebäudes
an seinen statischen Stützpunkten (10) gegenüber einer schwingenden Basis (6) zum
Schutz des Objekts (1) gegen Schwingungen der Basis (6) die Abstützungen des Objekts
(1) auf jeweils einer Vorrichtung an einem bestimmten Stütz-bzw. Lagerpunkt (P) auf
einem Koppelelement oder kombinierten Stütz- und Koppelelement (8, 9) erfolgt, das
seinerseits über nach allen Richtungen pendelnd gelagerte Stützelemente die es miteinander
koppelt, an der schwingenden Basis (6) abgestützt ist, wobei die Stützelemente ein
System von stabilen, in jeder horizontalen Richtung pendelnd schwingfähigen, die Objektmasse
anhebenden Stützelementen (2, 11 ), und von labilen, in jeder horizontalen. Richtung
pendelnd schwingfähigen, die Objektmasse absenkenden Stützelementen (7, 14) aufweisen
und wobei die Dimensionierung und Anordnung der Stützelemente in ihrer Ausgangslage
so getroffen ist, daß auf jedem Koppelelement oder kombinierten Stütz- und Koppelelement
an der Stelle für den Stütz-bzw. Lagerpunkt (P) des zu stützenden Objekts (1) eine
vergleichbare Bewegungsmöglichkeit in jeder horizontalen Richtung zustandekommt, wie
sie das freie Ende eines sehr langen in jeder Richtung zweiachsig schwingfähigen Pendels
in Form einer konkaven Kugelschale beschreibt, wodurch die Wirkung von in jeder Richtung
schwingenden virtuellen Pendeln entsteht (FIG. 9,-12, 13, 16, 17, 21, 22, 23, 24).
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (8, 9) an einer Anlenkseite der Stützelemente (2, 7, 11, 14) eine
Anhebung und an einer gegenüberliegenden Seite eine Absenkung erfährt und daß der
Stütz-bzw. Lagerpunkt (P) zur Abstützung des Objekts (1) auf dem Koppelelement (8,
9) bei einer zugrundegelegten Horizontalamplitude der schwingenden Basis (6) eine
nur geringe Bewegung ausführt, daß er eine flach gekrümmte, nach oben offene konkave
Ortsfläche beschreibt (FiG. 9, 12, 13, 16, 17).
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Stützelemente (2, 7, 11, 14) durch ein Koppelelement (8), (8b) jeweils zweiachsig
gelenkig verbunden sind, wobei ein Stützelement (2, 12) als ein am oberen Ende zweiachsig
gelenkig pendelnd an einem mit der Basis (6) verbundenen Stützpunkt (10) aufgehängtes
stabiles Pendel und das andere Stützelement (7, 14) als ein am unteren Ende auf der
Basis (6) zweiachsig gelenkig gelagertes stehendes labiles Pendel ausgebildet ist,
und daß das Koppelelement (8) an dem Objekt in einer waagerechten Achse gelagert ist,
so daß es relativ zu dem Objekt (1) keine Drehung um die Hochachse ausführen kann
(FIG. 9, 12, 13,16, 17).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (8) in ein weiteres Koppelelement (8b) gegliedert und über das
Koppelelement (8a) beidseitig einachsig gelenkig damit verbunden ist, und daß das
Stützelement (8b), welches einachsig gelenkig an der Laststütze (Wl) gelagert ist, sich auf dem labilen Pendel, Stützelement (7) zweiachsig gelenkig
stützt (FIG. 13 bis 17).
6. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß drei Stützelemente (11) an einem Koppelelement (9, 14) an drei Punkten am Umfang
zweiachsig gelenkig angelenkt, in der Ruhelage von dem Zentrum des Koppelelements
(9) weg nach oben schräg nach außen geneigt angeordnet und zweiachsig gelenkig an
der Basis (6) aufgehängt sind (FIG. 21).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Stütz-bzw. Lagerpunkt (P) zur Abstützung des Objekts (1), oberhalb einer durch
die drei Lagerpunkte (12) der Stützelemente (11, 14) an dem Koppelelement (9) gebildeten
Ebene angeordnet ist (FIG. 19, 20).
8. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (8), das mit mindestens zwei Stützelementen (2) zweiachsig gelenkig
verbunden ist, die jedes an ihrem oberen Ende zweiachsig gelenkig pendelnd an einem
mit der Basis (6) verbundenen Stützpunkt (10) in paralleler Anordnung aufgehängt sind,
in seiner Mitte ein Stützelement (14) trägt, das im Koppelelement (8) einachsig gelenkig
gelagert ist, wobei die Schwenkbewegung des Stützelements (14) in die Richtung der
Stützpunkte des Koppelelements (8) an den Stützelementen (2) zeigt, und das an seinem
unteren Ende unterhalb seiner Lagerung auf dem Koppelelement (8) zweiachsig gelenkig
und axial verschiebbar gelagert ist, und das oberhalb seiner Lagerung auf dem Koppelelement
(8) an einem zweiachsig gelenkigen Stütz-bzw. Lagerpunkt (P) das Objekt trägt (FIG.
22, 23, 24).
9. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Vorrichtung abweichend von der Ausführung nach Anspruch 8 das Koppelelement
(8) an mehreren symmetrisch angeordneten Stützelementen (2) in paralleler Lage gestützt
ist, und daß das Stützelement (14) auf dem Koppelelement (8) zweiachsig gelenkig gelagert
ist (FIG. 22, 23, 24).
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme von Windkräften unter dem getragenen Objekt (1) zwischen der Basis (6)
und dem Objekt (1 ) ein Querkräfte aufnehmender Stab angeordnet ist, bei dem ein Ende
des Stabes mit dem Ende einer an der Basis (6) oder an dem getragenen Objekt (1) nicht
gelenkig befestigten vorgespannten Zugfeder (41) nicht gelenkig fest verbunden ist
und dessen anderes Ende sich mit einem Zapfen (42) in einem an dem gegenüber sich
befindlichen Objekt (1) beziehungsweise an der Basis (6) befestigten in einem zweiachsig
schwenkbaren Lager (43) axial verschiebbar abstützt, wodurch die Lage von Objekt (1)
und Basis (6) relativ zueinander fixiert wird und eine relative Verschiebbarkeit zwischen
Basis (6) und Objekt (1) erst entsteht, wenn eine an dem Zapfen (42) wirkende Querkraft
eine durch die Vorspannung der Zugfeder (41) vorbestimmte Größe übersteigt (FIG. 25).
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem getragenen Objekt (1) zwischen der Basis (6) und Objekt (1) ein Querkräfte
aufnehmender Stab angeordnet ist, bei dem ein Ende des Stabes mit einem an der Basis
(6) oder an dem getragenen Objekt (1) fest verbundenen Federblock (48) aus elastomerem
Werkstoff fest verbunden ist und dessen anderes Ende sich mit einem Zapfen (42) in
einem an dem gegenüber sich befindlichen Objekt (1) beziehungsweise an der Basis (6)
befestigten in einem zweiachsig schwenkbaren Lager axial verschiebbar abstützt. wodurch
die Lage von Objekt (1) und Basis (6) relativ zueinander elastisch fixiert wird (FIG.
26).
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme von Windkräften unter dem getragenen Objekt (1) eine oder mehrere Haltevorrichtungen
(50) befestigt sind, womit jeweils eine in allen Richtungen drehbar gelagerte in einer
vertikalen Achse geführte Zentrierkugel (44) mit einer vorbestimmten Kraft einer mechanischen
oder hydropneumatischen Feder (47) nach unten in das Zentrum eines mit der Basis (6)
fest verbundenen Zentriertrichters (45) gedrückt wird, der einen von einem Anfangswert
in seinem Zentrum nach außen bis auf 180° zunehmenden, Öffnungswinkel aufweist, wodurch
eine formschlüssige Verbindung zwischen Objekt (1) und Basis (6) zustande kommt, die
in der Lage ist, bis zu einem von der Federkraft und dem Öffnungswinkel im Zentrum
des Trichters abhängigen Grenzwert horizontale Kräfte zu übertragen, bei dessen Überschreitung
die Zentrierkugel (44) vertikal gegen die Federkraft durch die Schräge des Trichters
angehoben wird und in den Bereich des flacher werdenden Trichters rollt, wobei die
horizontal übertragbare Kraft kleiner wird und außerhalb des Trichters Null wird,
so daß während Relativbewegungen zwischen Objekt (1) und Basis (6) bei Schwingungen
der Basis (6) durch Erdbeben nur geringe oder abhängig von der Schwingweite der Basis
(6) nahezu keine horizontalen Kräfte von der Basis auf das Objekt übertragen werden
(FIG. 17).
13. Vorrichtung nach Anspruch 12 zur Zentrierung eines durch die Eigenschaft seiner Lagerung
leicht horizontal verschiebbaren Objekts oder Gebäudes und Bereitstellung einer Haltekraft,
dadurch gekennzeichnet, daß eine vertikal geführte und in einem Rollkugelbett (49) gelagerte Zentrierkugel (44)
mit einer mechanischen oder hydropneumatischen oder viskoselastischen Federkraft in
einen Zentriertrichter (45) gedrückt wird, so daß eine an der Gebäudestruktur (51)
horizontal wirkende Windkraft keine Reaktionskraft im Berührungspunkt der Zentrierkugel
(44) im Zentriertrichter (45) hervorrufen kann, deren Vertikalkomponente (FV) die Zentrierkugel (44) in der vertikalen Führung gegen die Federkraft zurückdrücken
kann (FIG.27).
14. Vorrichtung, nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zentriertrichter (45) außerhalb des Kreises, den die Berührungslinie von Zentrierkugel
(44) im Kontakt in der tiefsten Lage mit dem Zentriertrichter (45) bildet, einen bis
auf 180° größer werdenden Öffnungswinkel (y) aufweist, so daß die horizontale Komponente
(FH) aus der Normalkraft im Berührungspunkt von Zentrierkugel (44) und Zentriertrichter
(45) vom Zentrum des Zentriertrichters (45) radial-nach außen abnimmt, wenn eine horizontale
Verschiebekraft, die größer als die maximale horizontale Windkraft ist, die Zentrierkugel
(44) in ihre vertikale Führung einfedem läßt und der Berührungspunkt zwischen Zentrierkugel
(44) und Zentriertrichter (45) radial nach außen im Zentriertrichter (45) wandert
(FIG. 27).
15. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zentrierkugel (44) in einer vertikalen Führung ungebremst gegen eine vertikal
wirkende Federkraft einfedern kann, wenn aus einer waagerechten Verschiebung des Zentriertrichters
(45) hervorgerufene Vertikalkraft (FV) die Federkraft übersteigt, und daß ein Zurückfedern der vertikalen Führung mit der
Zentrierkugel (44) durch hydraulische Drosselung auf eine geringe Geschwindigkeit
gebremst wird, so daß die Zeit für den Vollen Rückfederhub ein Vielfaches einer maximalen
Erdbeben-Schwingungsperiode beträgt (FIG. 27).
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme von Windkräften zwischen senkrechten Seitenwänden der Basis (6) und
auf gleicher Höhe liegenden Punkten des getragenen Objekts (1) rings um das in eine
Mulde in der Basis (6) hineinragende Objekt (1) herum verteilt mindestens drei Paare,
je ein Paar für die Bewegungs-Achsen, eines für vertikal und zwei für horizontal,
jeweils zum Objekt (1) paarweise spiegelbildlich angeordnete mit mechanischer oder
hydropneumatischer Feder (47) mit flacher Federkennung in Richtung auf die Seitenwand
des Fundaments bis zu einem vorbestimmten Anschlag an geeigneten Führungen ausfahrbare
Gleitschuhe oder Rollen (25) oder Mehrrollen-Laufwerke mit horizontaler Laufrichtung
rings um das Objekt (1) angeordnet sind (FIG. 28, 29).
17. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zur Sicherstellung ringsum gleichmäßig horizontaler Abstände zur
Seitenwand (20) der Basis bei geringster Einfederung durch Verschieben des Objekts
relativ zur Basis durch Windkraft selbsttätig, durch hydraulische Tastventile geregelt,
die Federkraft erhöht, bis volle Ausfederung in Sollstellung zentriert erreicht ist,
und bei Verlagerung der Basis während Einfederns bei Erdbebenschwingungen aufgrund
der flachen Federkennung die Abstützkraft gegen vorhandene Wind kraft nur gering erhöht
wird, so daß nur eine geringe Differenzkraft als Beschleunigungskraft mit Wirkung
auf die Objektmasse wirksam wird (FIG. 28, 29).
18. Vorrichtung nach Anspruch 16 und 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Relativbewegung zwischen dem mit der Basis schwingenden Fundament und der durch
virtuelle Pendel schwingungsisolierten Gebäudestruktur dazu benutzt wird, eine oder
mehrere Pumpen (37) für die Servoenergiegewinnung anzutreiben, die für sich einzeln
oder in Kombination mit Zentrier- und Windkraft-Abstützelementen, die mit der Relativbewegung
in Verbindung stehen, angeordnet sein können (FIG. 28, 30).
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein separat vom Hauptgebäude durch virtuelle Pendel schwingungsisoliert gestützter
Gebäudeteil außerhalb von Windbeaufschlagung als Lagereferenz für eine Lageregelung
des Hauptgebäudes unter Windbelastung dient (FIG. 31 ).
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Laststütze zwischen dem Stütz-bzw. Lagerpunkt (P) des virtuellen Pendels und
dem gestützten Objekt als vertikales Federbein mit einer Federung mit sehr flacher
Kennung und darauf abgestimmter Dämpfung gestaltet ist, wobei die Federelemente mechanischer,
hydraulisch-pneumatischer, oder fluidelastischer Art sein können (FIG. 32).
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6, 10 oder 20, dadurch gekennzeichnet, daß Vorrichtungen für die Windkraftabstützung und Vertikalfederung mit dem virtuellen
Pendel in einer Einheit zusammengefaßt sind (FIG. 33).
22. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (8) von virtuellen Pendeln auf Pfählen von zwei hängenden Pendeln,
Stützelementen (2) und einem stehenden Pendel, Stützelement (7) gehalten wird, und
daß die Stützelemente (2) und (7) räumlich schräg angeordnet sind, um die Schrägstellung
des Mastendes beim Schwingausschlag auszugleichen, damit der Lagerpunkt nicht im gleichen
Maße die Schrägstellung erfährt (FIG. 35, 35a, 35b).
23. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (9) seinen. Laststützpunkt (P) an der Unterseite hat und hängende
Objekte trägt und daß die Stützelemente (2, 11) aus Seilen bestehen (FIG. 37, 40,
42).
24. Vorrichtung nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützelemente (2) aus Seiten bestehen (FIG. 38, 39).
25. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das hängende Pendel, Stützelement (2) an einer Raumdecke hängt, die mit der Basis
über das Gebäude verbunden ist und daß das instabile Pendel, Stützelement (7) an seinem
Fußpunkt als Basis Von dem Knotenpunkt, der von vier oder drei an einer Gebäudedecke
hängenden schräg aufeinander zulaufenden Stäben, Seilen oder Ketten gebildet wird,
gestützt wird (FIG: 42).
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4, 5, 6 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens drei virtuelle Pendel eine Masse als Schwingungstilger tragen (FIG. 44,
45, 46, 47, 48).
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4, 5, 6, 8, 9 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß die stabilen hängenden Pendel durch Seile oder Ketten dargestellt werden (FIG. 36b,
37,38, 39, 40, 41, 42, 45, 46, 47, 48).
28. Vorrichtung als Basis für Erdbebenschutz-Module nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Fundament für den Aufbau der virtuellen Pendel an seiner Unterseite nach den
Außenkanten ansteigend gewölbt ausgeführt ist und als Basis für Erdbebenschutzmodule
dient (FIG. 49, 56).
29. Vorrichtung nach Anspruch. 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (8) unmittelbar Lagerung für ein Objekt darstellt (FIG.69).