[0001] Die Erfindung betrifft ein Taschenwerkzeug mit einem länglichen, als Griff dienenden
und einen Aufnahmebereich für in eine Funktionsposition aus dem Griff herausführbare
Funktionsteile aufweisenden Körperelement.
[0002] Derartige Taschenwerkzeuge sind beispielsweise als Taschenmesser bekannt, mit zwei
als Heft dienenden, einander gegenüberliegenden Schalen, zwischen denen ein oder mehrere
Funktionsteile, wie Messerklingen, Korkenzieher, Schraubendreher und dgl. ausschwenkbar
angeordnet und im wesentlichen durch Federdruck im ein- oder ausgeschwenkten Zustand
gehalten sind. Diese sind in den unterschiedlichsten Ausführungsformen bekannt. Sie
weisen zumeist mehrere, z. B. über Nietbolzen verschwenkbar angeordnete Funktionsteile
auf, deren Funktionsflächen als Messerklinge, Dosenöffner, Nagelfeile, Korkenzieher
und dergleichen ausgebildet sind. Darüber hinaus sind auch Taschenmesser bekannt,
welche die verschiedensten Werkzeuge als Funktionsteile beinhalten. So sind beispielsweise
unterschiedliche Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendrehergrößen oder verschiedene
Größen von Innen- und Außensechskantschlüsseln an einem Taschenmesser angeordnet.
Diese Funktionsteile befinden sich zwischen parallel zueinander liegenden Platinen,
die über Nietbolzen miteinander verbunden sind und von denen die äußeren mit jeweils
einer der beiden Schalen abgedeckt sind. Die Schalen prägen zum einen das optische
Erscheinungsbild eines Taschenmessers, sind zum anderen aber auch für die Ergonomie
und Griffigkeit verantwortlich. Zudem ist es bekannt, die Schalen mit Einschubkanälen
zu versehen, die beispielsweise Zahnstocher, Pinzetten oder Reinigungsnadeln für Spritzdüsen
von Kraftfahrzeug-Scheibenwaschanlagen aufnehmen.
[0003] Die Ausstattung von Taschenmessern mit für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke
geeigneten Funktionsteilen findet ihren Niederschlag auch darin, daß bekannte Taschenmesser
mit einem Schreibgerät kombiniert sind. Solche Taschenmesser unterliegen einem hohen
Montageaufwand und verursachen demnach eine kostenintensive Herstellung.
[0004] Vorbekannte Taschenwerkzeuge, vorzugsweise Taschenmesser, weisen üblicherweise seitlich
ausschwenkbare Funktionselemente auf die seitlich aus der Kontur des Gehäuseelementes
teilweise herausstehen und in an sich bekannter Weise mit den Fingerspitzen greifbar
sind. Sie sind gegen Federn verschwenkbar gelagert, so daß sowohl in der eingeschwenkten
Transport- oder Lagerposition als auch in der ausgeschwenkten Funktionsposition eine
Haltekraft wirkt. Diese wird durch die elastischen Elemente aufgebracht und läßt sich
aber nicht steuern. So kann es vorkommen, daß die Funktionselemente bei der Benutzung
versehentlich einklappen. Darüber hinaus ermüden die Federn mit der Zeit, was sich
weiterhin ungünstig auswirkt. Ein weiterer Nachteil verschwenkbarer Funktionselemente
besteht darin, daß diese üblicherweise um eine Achse verschwenkbar sind und somit
nur in bedingtem Maße Torsionskräfte aufnehmen. Auch lassen sich Funktionselemente
bei vorbekannten Taschenwerkzeugen nicht einhändig öffnen und schließen. Bei manchen
Spezialmessern läßt sich die Messerklinge durch die Entspannung einer vorgespannten
Feder einhändig öffnen, jedoch üblicherweise nicht mehr einhändig schließen. Andere
Funktionselemente sind in Schlitze in den Schalen oder im Körperelement eingesteckt
und entnehmbar. Üblicherweise werden Taschenwerkzeuge für bestimmte, allgemeine Funktionen
ausgelegt und in den seltensten Fällen sind Taschenwerkzeuge für spezielle Einzelaufgaben
ausgelegt, da dies mit zu hohen Kosten verbunden ist. Insbesondere sind keine Taschenwerkzeuge
für mehrfache Funktionen im Bereich des Golfsportes bekannt.
[0005] Ausgehend vom vorbekannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein Taschenwerkzeug der gattungsgemäßen Art bereitzustellen, welches verschiedene
Funktionselemente aufweist, die zu unterschiedlichen Zwecken im Golfsport verwendbar
sind, welches wirtschaftlich herstellbar und leicht zu bedienen ist.
[0006] Insbesondere soll ein Werkzeug bereitgestellt werden, bei dem für die Ausübung des
Golfsportes verwendbare Funktionselemente einhändig bedienbar sind und auch Hebel-
und Torsionskräfte zumindest im üblichen Maße aufnehmen können.
[0007] Darüber hinaus soll eine verbesserte Steuerung der Haltekräfte sowohl in der Transport-
als auch in der Funktionsposition ermöglicht werden.
[0008] Zur technischen
Lösung dieser Aufgabe wird ein gattungsgemäßes Taschenwerkzeug dadurch weitergebildet, daß
im Körperelement eine durch einhändige Betätigung zwischen einer Transportposition
und einer Funktionsposition bewegbare und in beiden Positionen verrastbare Pitchgabel
angeordnet ist.
[0009] Das erfindungsgemäße Taschenwerkzeug weist eine einhändig zwischen einer Transportposition
und einer Funktionsposition bewegbare Pitchgabel auf. Diese ist in der Transportposition
vollständig im Körperelement untergebracht und läßt sich in eine Funktionsposition
herausbewegen. Pitchgabeln werden im Golfsport vorrangig dazu verwendet, auf dem Grün
sogenannte Pitchmarken auszubessem, also Balleinschlagsenken. Zu diesem Zweck werden
die Pitchgabeln unter Aufbringung von Hebe- und Drehbewegungen in der Grasoberfläche
des Grüns bewegt.
[0010] Gemäß einem vorteilhaften Vorschlag der Erfindung ist die Pitchgabel längsverschiebbar
in einer Gabelführung im Körperelement angeordnet. Das Körperelement hat in an sich
bekannter Weise zwei äußere Seitenschalen, zwischen denen im wesentlichen parallel
zueinander liegende Platinen angeordnet sind. In erfindungsgemäßer Weise ist die Pitchgabel
in einer als Führungsplatte ausgebildeten und im wesentlichen parallel zu einer Seitenschale
angeordneten Platine längsverschiebbar angeordnet. Die Pitchgabel läßt sich somit
an einer schmalen Seitenfläche des Taschenwerkzeugs ausschieben. In vorteilhafter
Weise ist zu diesem Zweck mit der Pitchgabel ein im wesentlichen quer zur Führungsplatte
angeordneter und eine der Seitenschalen durchragender Bedienstift vorgesehen. Dieser
Bedienstift läßt sich somit von einer der Oberfläche eine der Seitenschalen ergreifen
und längsverschieben, wobei die Pitchgabel ebenfalls längsverschoben wird. Vorzugsweise
läßt sich die Pitchgabel sowohl in der in das Körperelement eingezogenen Transportposition
als auch in der aus dem Körperelement ausgeschobenen Funktionsposition automatisch
im Körperelement verrasten. Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, parallel
zur Führungsplatte eine Rastplatte anzuordnen, welche Rastnuten aufweist, in die das
federelastische Element der Pitchgabel einrastet. Dieses federelastische Element kann
der federelastisch an der Pitchgabel ausgebildete Bedienstift sein, wobei die Federelastizität
quer zur Führungsplatte wirken kann. Der Bedienstift läßt sich federelastisch durch
Druck von der Seitenschale aus eindrücken und somit ein Rastelement, welches elastisch
mit der Pitchgabel verbunden ist, aus einer Rastnut herausdrücken. In der Seitenschale
ist gemäß einem vorteilaften Vorschlag der Erfindung eine Längsnut ausgebildet, in
welcher der Bedienstift geführt wird. Die Längsnut kann am Boden einer in der Seitenschale
ausgebildeten Senke ausgeführt sein, so daß in dieser Senke ein auf den Bedienstift
aufgesetzter Bedienknopf geführt ist. Durch die Verwendung des federelastischen Elementes
an der Pitchgabel wird somit keine separate Feder für die Verrastung der Pitchgabel
in unterschiedlichen Positionen benötigt. Die Gabelführung kann ein Führungsplatte
mit Ausnehmungen für die Pitchgabel sein. Die Führungsplatte kann jedoch auch durch
Einzelelemente gebildet werden. So können zwei oder mehr einzelne Führungselemente
zu einer Führungsplatte zusammengesetzt werden. Zwei identische Elemente können spiegelverkehrt
zur Längsmittellinie ausgerichtet werden und einen Führungsbereich für die Pitchgabel
bilden. Die Pitchgabel ist als plattenförmiges Element ausgebildet. Dieses Element
kann vorzugsweise aus rostfreiem Stahl gebildet sein. Dadurch kann die Pitchgabel
sehr dünn gehalten werden, beispielsweise ≤ 1 mm, so daß ein leichtes und vor allem
schonendes Eindringen in den teuren Spezialrasen des Golfgrunds gewährleistet ist.
Darüber hinaus kann das plattenförmige Element durch einen Öffnungsschlitz auch dem
Körperelement bewegt werden, der gegenüber der Pitchgabel sehr enge Toleranzen hat.
Dadurch wirkt der Öffnungsschlitz als Abstreifer für an der Pitchgabel befindlichen
Sand, Dreck und dergleichen.
[0011] Gemäß einem weiteren vorteilhaften Vorschlag der Erfindung weist das Taschenwerkzeug
einen Ballmarker auf Ballmarker sind üblicherweise tellerförmige oder münzförmige
Platten, die zur Markierung einer Ballposition auf einem Grün eingesteckt werden.
Gemäß einem vorteilhaften Vorschlag der Erfindung ist der Ballmarker in einer Seitenschale
entnehmbar eingesetzt. Zu diesem Zweck kann die Seitenschale eine tellerförmige Ausnehmung
aufweisen, in welcher der Ballmarker positioniert wird. Um den Ballmarker unverlierbar
am Taschenwerkzeug anzuordnen, wird vorgeschlagen, daß die Seitenschale und wenigstens
ein Teil der Platinen eine von einer Seitenkante her offene Nut aufweist, in welche
der am Ballmarker angeordnete Haltestift eingeschoben wird. Eine der Platinen kann
gemäß einem vorteilhaften Vorschlag der Erfindung im Bereich der Aufnahmenut für den
Haltestift des Ballmarkers federelastisch ausgebildet sein, so daß der Ballmarker
in der im Taschenwerkzeug eingesetzten Position verrastbar ist. Vorzugsweise ist der
federelastische Bereich für den Haltstift des Ballmarkers in der Führungsplatte für
die Pitchgabel ausgebildet. Es ist somit auch für den Ballmarker keine zusätzliche
Feder erforderlich. Der Ballmarker kann einhändig aus dem Körperelement herausgeschoben
und gleich an die gewünschte Position gesetzt werden. Zum Verbessern des Ausschiebens
des Ballmarkers kann vorgesehen sein, daß eine Bediensenke in der Seitenplatte des
Körperelements ausgebildet ist. Alternativ ist es auch möglich, den Ballmarker nicht
durch Einklemmen des Haltestiftes am Werkzeug anzuordnen, sondern beispielsweise den
Ballmarker nur als tellerförmiges Element auszubilden, welches in einer Ausnehmung
oder einer Senke der Seitenschale elastisch einsetzbar ist. Die elastische Kraft kann
beispielsweise auf den Umfang des Ballmarkers wirken. Eine derartige Ausführung ist
wirtschaftlich günstiger.
[0012] Sowohl der Ballmarker als auch der Bedienknopf für die Pitchgabel sind vorzugsweise
in der gleichen Seitenschale angeordnet und können beide einhändig bedient werden.
Durch die Längsführung der Pitchgabel ist diese auch dazu ausgelegt, in beschränktem
Maße Hebelkräfte und auch Torsionskräfte aufzunehmen. Zu diesem Zweck wird ihr in
der Funktionsposition im Körperelement verbleibendes Ende zwischen zwei Platinen und
den zwei seitlichen gehärteten Führungen für die Pitchgabel präzis geführt und festgehalten.
[0013] Weil bei harten oder gefrorenen Böden die Tees nicht ohne weiteres gesetzt werden
können, ist gemäß einem weiteren vorteilhaften Vorschlag der Erfindung ist an dem
Taschenwerkzeug ein neuartiges Werkzeug in Form eines Teelochers angeordnet. Dieser
ist vorzugsweise als ausschwenkbares Funktionselement gegen die Kraft einer Feder
gelagert und zwischen einer in das Körperelement eingeklappten Transportposition und
einer aus dem Körperelement herausgeklappten Funktionsposition verschwenkbar. Die
Feder dient dabei dazu, einerseits eine Haltekraft in der Transportposition gegen
unbeabsichtigtes Ausklappen, andererseits eine Federkraft in der ausgeklappten Funktionsposition
gegen unbeabsichtigtes Einklappen bereitzustellen. In an sich bekannter Weise wird
das Funktionselement mit seinem Talon gegenüber einer Blattfeder bewegt. Mit der Erfindung
wird zur Verbesserung der Haltekräfte vorgeschlagen, daß die Bewegungskante zwischen
dem Talon des Funktionselementes und der Blattfeder als Nocken-/Nockenbahn-Paar ausgebildet
ist. Während an einem der beiden Element wenigstens ein Rastnocken positioniert ist,
kann das jeweils andere Element eine Nockensenke aufweisen, und zwar so positioniert,
daß in der gewünschten Endposition der Nocken in der Nockensenke verrastet ist. Dadurch
wird eine erhöhte Haltekraft bereitgestellt. In vorteilhafter Weise ist am Talon des
Teelochers ein Nocken ausgebildet, der in einer Nockensenke an der Blattfeder in der
ausgeklappten Position einrastet. Dabei kann die Nockensenke vorzugsweise an einem
der Enden der Führungsbahn an der Feder ausgebildet sein. In vorteilhafter Weise sind
sowohl für die Transportposition als auch für die Funktionsposition je ein Nocken
am Talon de Teelochers ausgebildet, die mit jeweiligen Nockensenken an der Feder zusammenwirken.
Dadurch lassen sich durch die Dimensionierungen der Nocken und der Nockensenken die
jeweiligen Haltekräfte kontrollieren und voreinstellen, so daß auch bei einer Ermüdung
der Feder immer noch eine ausreichende Haltekraft des Funktionselementes gewährleistet
ist. Der Teelocher, der zum Bohren von Löchern in der Bodenoberfläche verwendet wird,
ist somit gegen unbeabsichtigtes Einklappen während der Bedienung gesichert.
[0014] Der Teelocher kann in vorteilhafter Weise um weitere Funktionselemente ergänzt sein,
beispielsweise um einen Kapselheber oder dergleichen. Eine Längskante des Teelochers
ist scharf geschliffen, die gegenüberliegende Längskante zur Versteifung des Lochers
gerundet abgewinkelt. Die dadurch entstandene Längsrille ist zu einer sehr praktischen
Nagelfeile ausgebildet. Die Spitze des Teelochers ist so ausgeführt, daß sie zum Reinigen
der Golfschläger-Rillen verwendet werden kann. Weiterhin können in dem erfindungsgemäßen
Taschenwerkzeug weitere Funktionselemente wie Messerklinge, Schere und dgl. als verschwenkbare
Funktionselemente angeordnet sein. Auch bei diesen kann in vorteilhafter Weise eine
Rastnocken-/Rastsenken-Anordnung zwischen Talon und Feder ausgebildet sein. Auch kann
das erfindungsgemäße Taschenwerkzeug entnehmbare Funktionselemente wie Pinzetten,
Zahnstocher, Kugelschreiber und dgl. aufweisen, wozu vorzugsweise die Seitenschale
geeignet ist, in der nicht der Bedienknopf für die Pitchgabel geführt ist.
[0015] Das Körperelement ist vorzugsweise ergonomisch geformt. Um gut verwendbar zu sein,
ist es wichtig, daß der Ballmarker und die Pitchgabel einhändig bedienbar sind. Dazu
muß das Taschenwerkzeug insgesamt gut in der Hand liegen, während die Bedienung der
Elemente vorzugsweise mit dem Daumen erfolgt. Um die Pitchgabel und gegebenenfalls
auch den Teelocher gut in den Boden einzubringen und dort bewegen zu können, weist
das Werkzeug vorzugsweise auch hintergreifbare Bereiche auf, so daß auch in Längsrichtung
gut eine Kraft unter Aufbringung des notwendigen Gefühls aufgebracht werden kann.
Diese Forderung steht zunächst im Gegensatz zu dem Wunsch, das Taschenwerkzeug insgesamt
so klein wie möglich ausgestalten zu können. In der eingeschwenkten Position liegen
überlicherweise viele Funktionsteile seitlich am Taschenwerkzeug an, so daß sie mit
Fingerspitzen erfaßbar und ausschwenkbar sind. Gemäß der Erfindung wird vorgeschlagen,
diese Funktionselemente elastisch in das Körperelement einrücken zu können, um die
äußere ergonomische Form des Körperelements zu erzeugen. Nach Entlastung bewegen sich
die Funktionselemente wieder in ihre Normalposition zurück, in welcher sie ergreifbar
und ausschwenkbar sind.
[0016] Mit der Erfindung wird ein wirtschaftlich herstellbares und einfach, insbesondere
auch einhändig bedienbares Taschenwerkzeug mit Funktionselementen für den Golfsport
bereitgestellt. Insbesondere die erfindungsgemäße Pitchgabelanordnung erlaubt auch
die Ausübung geringfügiger Hebel- und Torsionsbewegungen, was funktional erforderlich
ist. Die Ausbildung von Rastnocken und Rastsenken zwischen Teelocher und der dazugehörigen
Feder erhöhen die Bediensicherheit und verbessern die Funktionalität, da insbesondere
ein unbeabsichtigtes Einklappen des Teelochers während der Benutzung weitestgehend
vermieden ist. Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit schlägt die Erfindung eine
weitere Verbesserung der Federn vor. Während herkömmlich die Federn gegenüber Gegenlagerelementen
an den Platinen gegengelagert werden müssen, weisen die Federn nunmehr an geeigneten
Stellen Nocken auf, die gegen die Nocken benachbarter Federn gegengelagert werden
können. Somit kann auf spezielle Gegenlagerpunkte in den Zwischenplatinen weitestgehend
verzichtet werden.
[0017] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
anhand der Figuren. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine explosionsartige Darstellung eines Ausführungsbeispiels für ein Taschenwerkzeug
mit für den Golfsport geeigneten Funktionselementen und
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel für eine Rastnocken-/Rastsenken-Anordnung zwischen Klingen-Talon
und Feder.
[0018] Fig. 1 zeigt in explosionsartiger Darstellung die Einzelelemente eines Taschenwerkzeugs
1. Die obere und die untere Oberfläche des Taschenwerkzeugs werden durch Seitenschalen
2, 3 gebildet, vorzugsweise aus Kunststoff. Zwischen diesen sind parallel zu den inneren
Oberflächen der Seitenschalen Zwischenplatinen 4 und, zwischen diesen, Funktionsplatinen
5, 6 mit Funktionselementen angeordnet. In an sich bekannter Weise werden die Platinen
und die Seitenschalen mittels Nietstiften 7 und Nietringen 8 verbunden. In der unteren
Seitenschale 3 sind in Längsrichtung verlaufende Nuten 9 in der inneren Oberfläche
ausgebildet, in die entnehmbar eine Pinzette 10 und ein Zahnstocher 11 einschiebbar
sind. Die Nuten sind durch die aufgesetzte Zwischenplatine 4 verschlossen. In der
Funktionsplatine 6 ist eine Pitchgabel 12 geführt. Die Funktionsplatine ist durch
seitliche Führungsschienen gebildet, in denen die Pitchgabel 12 längsverschiebbar
ist. Die Führungsschienen werden durch zwei identische, zur Längsmittellinie des Körperelementes
spiegelverkehrt angeordnete Elemente gebildet. Diese sind vorzugsweise Stanzteile.
Die Führungsschienen haben entlang der Führungsbahn Ausnehmungen, um die Reibungskräfte
möglichst gering zu halten. Die beiden Führungsschienen sowie die oberhalb und unterhalb
der Pitchgabel angeordneten Zwischenplatinen 4 bilden einen vorderen Führungsschlitz,
durch welchen die Pitchgabel 12 aus dem Körperelement herausgeschoben und wieder in
dieses eingezogen wird. Die Führungsplatinen 4 und die Führungsschienen 6 sind möglichst
eng an der plattenförmigen, vorzugsweise aus rostfreiem Stahl gebildeten Pitchgabel
12 angeordnet, das diese als Abstreifer für an der Pitchgabel befindlichen Dreck,
Erde und dergleichen beim Einziehen der Pitchgabel dienen können. Die Pitchgabel hat
im gezeigten Ausführungsbeispiel einen durch Biegen und Stanzen erzeugten Bedienstift
13. Die im wesentlichen T-förmige Ausstanzung wird am freien Ende zur Erzeugung des
Bedienstiftes aufgebogen. Der Bedienstift kann geschlitzt und mit einem Rastkopf versehen
sein, so daß auf diesen ein Bedienknopf 14 aufsteckbar ist. Der Bedienknopf hat vorschlagsgemäß
eine golfballartige Oberfläche. Der Bedienknopf 14 wird in einer Senke 16 in der oberen
Schale 2 geführt. Er sitzt auf dem Bedienstift 13, der eine Längsnut 15 in der oberen
Schale 2 durchragt. Wie im gezeigten Ausführungsbeispiel zu sehen ist, ist das freie
Ende des Bedienstiftes 13 in Richtung der oberen Schale 2 aufgebogen. An diesen schließt
sich ein Quersteg an, und an diesen wiederum ein Federarm, der leicht aufgebogen ist.
In der darüber liegenden Zwischenplatine 4 sind Rastnuten 17 und 18 ausgebildet. In
zusammengebautem Zustand läßt sich die Pitchgabel einfach hin- und herverschieben,
wobei durch leichten Druck auf den Bedienknopf 14 durch die Federelastizität der Bedienstift
13 in die Ebene der Pichtgabel gedrückt wird, so daß die Pichtgabel vorgeschoben werden
kann, bis der Bedienstift 13 in der Rastnut 17 anschlägt. Läßt man den Bedienknopf
14 nun los, wird durch die Federelastizität der Quersteg am Bedienstift 13 in die
Rastnut 17 eingeführt, so daß die Pichtgabel in ihrer Funktionsposition verrastet
ist. Durch die großflächige Ausbildung des im Taschenwerkzeug 1 befindlichen Teils
der Pichtgabel 12 hält diese auch Hebel- und Torsionsbewegungen gut aus. Durch Druck
auf den Bedienknopf 14, welcher sich über den Bedienstift 13 fortsetzt, wird der Quersteg
aus der Rastnut 17 in die Ebene der Pichtgabel gedrückt und diese läßt sich wieder
in die hintere Position bewegen, wo der Quersteg hinter der Rastnut 18 in der Transportposition
der Pitchgabel verrastet.
[0019] Ein tellerförmiger Ballmarker, perspektivisch und in Seitenansicht dargestellt, mit
nur teilweise erkennbarem Haltestift läßt sich in eine Ausnehmung 20 in der oberen
Seitenschale 2 einlegen. Die Ausnehmung 20 kann in Richtung der Senke 16 auch senkenförmig
weitergeführt sein, um das einhändige Ausschieben des Ballmarkers 19 zu erleichtern.
Besonders wesentlich ist dabei, daß die Gesamtkontur der Seitenschale 2 dadurch komplettiert
wird und das Taschenwerkzeug dadurch ein besonders formschönes Äußeres erhält. In
der Senke 20 der Seitenschale 2 ist eine Nut 21 ausgebildet, die sich in den Nuten
22 der Zwischenplatinen 4 und auch in der Nut 23 der Funktionsplatine 6 fortsetzt.
[0020] Die durch zwei Federarme gebildete Nut 23 in der Funktionsplatine 6 dient zum Einklemmen
des von dem Ballmarker 19 abstehenden Stiftes. Der Ballmarker läßt sich somit einhändig
beispielsweise mit Daumendruck aus der Nut schieben und an der gewünschten Stelle
positionieren. Dazu muß die Kraft der Federnut 23 überwunden werden, wenn der am Ballmarker
angeordnete Stift gerade aus der Nut 21, 22, 23 weg vom Taschenwerkzeug 1 herausgeschoben
wird.
[0021] Alternativ ist es auch möglich, den Ballmarker nicht durch Einklemmen des Haltestiftes
am Werkzeug anzuordnen, sondern beispielsweise den Ballmarker nur als tellerförmiges
Element auszubilden, welches in einer Ausnehmung oder einer Senke der Seitenschale
elastisch einsetzbar ist. Die elastische Kraft kann beispielsweise auf den Umfang
des Ballmarkers wirken. Eine derartige Ausführung ist wirtschaftlich günstiger.
[0022] Die weiterhin gezeigte Funktionsplatine 5 wird in an sich bekannter Weise durch Funktionselemente
wie eine Messerklinge 25 oder eine Schere 26 mit einer entsprechenden Abdeckung gebildet.
Die Abdeckung schützt das Werkzeuginnere gegen Verschmutzung. Die Messerklinge umfaßt
eine gegen die Kraft einer Feder seitlich ausschwenkbare Klinge und die Schere 26
ist ebenfalls gegen die Kraft einer Feder seitlich ausschwenkbar. Mit 24 ist ein Teelocher
bezeichnet, bei dem ein Klingenelement 27 gegenüber der Feder 28 seitlich ausschwenkbar
gelagert ist, und zwar im gezeigten Ausführungsbeispiel parallel zur Messerklinge
25 angeordnet ist. Die Klinge 27 hat eine zum Ausbilden eines wesentlichen vertikalen
Loches in einem Boden vorgesehenes Stechelement, so daß ein Loch für ein sogenanntes
Tee vorbereitet werden kann. Im hinteren Bereich kann ein weiteres Funktionselement
ausgebildet sein, beispielsweise ein Flaschenöffner oder dergleichen. Im hinteren
Bereich der Klinge 27 ist diese um eine Achse 29 ausschwenkbar angeordnet. Der hintere
Bereich wird als Talon bezeichnet.
[0023] Das beschriebene Taschenwerkzeug 1 mit der Pitchgabel 12, dem Ballmarker 19 und dem
Teelocher 24 stellt ein durch eine integrierte Oberfläche äußerst formschönes, wenigstens
hinsichtlich der Pitchgabel und dem Ballmarker einhändig zu bedienendes und äußerst
funktionelles Werkzeug dar, welches im Golfsport gute Dienste leistet. Die Herstellung
ist wirtschaftlich und die entsprechenden Kraftaufnahmen zweckgemäß.
[0024] In der Funktionsplatine 5 ist zu sehen, daß die beiden Federn 28 mit etwa halber
Länge ausgebildeten Nocken gegeneinander gelagert sind. Durch diese Gegenlagerung
entfallen entsprechende Gegenlager an den Zwischenplatinen. Dadurch ist es in wirtschaftlicher
Weise möglich, im gezeigten Ausführungsbeispiel identische Zwischenplatinen 4 zu verwenden.
[0025] Fig. 1 zeigt auch, daß der Mittelbereich des Körperelementes eingeschnürt ist, so
daß zumindest im Kopfbereich, aus dem die Pitchgabel herausschiebbar ist, eine T-förmige
Verbreiterung ausgebildet ist. In der Funktionsposition lassen sich diese Verbreiterungen
hintergreifen. Zu diesem Zweck werden die Funktionselemente 24, 25 und 26 so ausgebildet
daß diese elastisch in das Körperelement eindrückbar sind, nach Entlastung jedoch
wieder in ihre gezeigte Normalposition zurückbewegt werden. Somit kann die besonders
ergonomische Form des Taschenwerkzeugs durch die Federbeweglichkeit der Funktionselemente
unterstützt werden.
[0026] Eine Besonderheit zur Steuerung und zur Verbesserung der Haltekräfte bei ausschwenkbaren
Funktionselementen ist in Fig. 2 gezeigt. Fig. 2 zeigt den Talon 30 der um die Achse
29 schwenkbaren Klinge 27 sowie den entsprechenden Endbereich der Feder 28. In der
in Fig. 1 dargestellten Position des Funktionselementes 24 ruht die Klinge 27 mit
ihrem Ruheanschlagsbereich 31 auf dem Ruheanschlagsbereich 32 der Feder 28. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel ist ein Nocken 33 am Klingentalon 30 dabei in einer Nockensenke
34 an der Feder eingerastet. Somit ergibt sich in Abhängigkeit von der Größe des Nockens
33 und der Federkraft eine entsprechende Haltekraft in der Transportposition, also
der eingeschwenkten Position der Klinge. Der Winkel 35, beispielsweise zwischen 22°
und 37°, ist dabei entscheidend für die Kraft, die aufgewandt werden muß, um den Nocken
33 aus der Senke 34 herauszuhebeln. Entsprechend muß der Winkel 36 der Nockensenke
34 angepaßt sein, beispielsweise in einem Bereich zwischen 20° und 35°. Wird nun die
Klinge ergriffen und durch Kraftaufwand die Haltekraft überwunden, so daß der Nocken
33 aus der Nockensenke 34 herausgehoben wird, läuft die Bewegungsbahn 37 am äußersten
Ende des Klingentalons durch den Ruheanschlag 32. Diese Kulissenführung bewirkt eine
saubere Ausschwenkbewegung der Klinge 27 gegenüber der Feder 28. Schließlich gelangt
der im gezeigten Ausführungsbeispiel mit 38 bezeichnete Nocken am Klingentalon in
die Nockensenke 39 an der weiteren Federkante. Die Höhe des Anschlags 42 definiert
dabei die ausgeschwenkte Klingenposition. Auch in diesem Nocken-/Senkenpaar sind die
Winkel 40 am Nocken 38 am Klingentalon 30 und der Winkel 41 an der Nockensenke 39
an der Feder 28 aufeinander abgestimmt, beispielsweise beide bei etwa 60°. Daraus
ergibt sich eine entsprechende Haltekraft der Klinge 27 in der ausgeschwenkten Position,
so daß beispielsweise ein unbeabsichtigtes Rücklappen der Klinge bei der Benutzung
weitestgehend ausgeschlossen ist.
[0027] Die beschriebenen Ausführungsbeispiele dienen nur der Erläuterung und sind nicht
beschränkend. Insbesondere kann am Endes des Klingentalons auch nur ein Haltenocken
ausgebildet sein, um in einer der Endpositionen die Kraft zu erhöhen. Auch können
an der Feder Nocken und am Klingentalon Nockensenken ausgebildet sein. Auch sind entsprechende
Kulissenführungen gleichwirkender Art denkbar.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Taschenwerkzeug
- 2
- Seitenschale
- 3
- Seitenschale
- 4
- Zwischenplatine
- 5
- Funktionsplatine
- 6
- Funktionsplatine
- 7
- Nietstift
- 8
- Nietring
- 9
- Nut
- 10
- Pinzette
- 11
- Zahnstocher
- 12
- Pitchgabel
- 13
- Bedienstift
- 14
- Bedienknopf
- 15
- Nut
- 16
- Senke
- 17
- Rastnut
- 18
- Rastnut
- 19
- Ballmarker
- 20
- Ausnehmung
- 21
- Nut
- 22
- Nut
- 23
- Federnut
- 24
- Teelocher
- 25
- Messer
- 26
- Schere
- 27
- Klinge
- 28
- Feder
- 29
- Achse
- 30
- Talon
- 31
- Ruheanschlag
- 32
- Ruheanschlag
- 33
- Nocken
- 34
- Senke
- 35
- Winkel
- 36
- Winkel
- 37
- Bewegungsbahn
- 38
- Nocken
- 39
- Senke
- 40
- Winkel
- 41
- Winkel
- 42
- Anschlag
1. Taschenwerkzeug mit einem länglichen, als Griff dienenden und einen Aufnahmebereich
für in eine Funktionsposition aus dem Griff herausführbare Funktionsteile aufweisenden
Körperelement,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Körperelement eine durch einhändige Betätigung zwischen einer Transportposition
und einer Funktionsposition bewegbare und in beiden Positionen verrastbare Pitchgabel
angeordnet ist.
2. Taschenwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pitchgabel in Längsrichtung
des Körperelementes in einer Gabelführung verschiebbar angeordnet ist.
3. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
parallel zu Seitenschalen des Körperelementes eine Führungsplatte angeordnet ist,
in deren Ebene die Pitchgabel längsverschiebbar eingesetzt ist.
4. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
im wesentlichen quer zu einer Seitenschale des Körperelementes und diese durchragend
ein Bedienstift für die Pitchgabel angeordnet ist.
5. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Verrastung der Pitchgabel eine mit Rastausnehmungen versehene Rastplatte vorgesehen
ist.
6. Taschenwerkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verrastung durch
elastisch zusammenwirkende Elemente einerseits an der Pitchgabel und andererseits
an der Rastplatte gebildet ist.
7. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Pitchgabel ein plattenförmiges Element ist.
8. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Pitchgabel, das Rastelement und der Bedienstift einstückig ausgebildet sind.
9. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Bedienstift in einer der Seitenschalen in einer Führungsnut geführt ist.
10. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
dieses einen einhändig entnehmbaren Ballmarker aufweist.
11. Taschenwerkzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Ballmarker in einer
der Seitenschalen eingesetzt ist.
12. Taschenwerkzeug nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß der
im wesentlichen tellerförmige Ballmarker einen zentrisch abstehenden Haltestift aufweist,
welcher in einer Klemmnut im Körperelement einsetzbar ist.
13. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
dieses einen Teelocher aufweist.
14. Taschenwerkzeug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Teelocher als seitlich
ausschwenkbares Funktionselement mit einer Spitze und zusätzlichen Funktionsbereichen
ausgebildet ist.
15. Taschenwerkzeug nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß der
Teelocher mit seinem Talon gegen ein Federelement gelagert ist.
16. Taschenwerkzeug nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß am
Talon des Teelochers ein Rastnocken ausgebildet ist, welcher entlang einer Führungsbahn
des Federelementes geführt ist.
17. Taschenwerkzeug nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbahn eine
Rastsenke aufweist, in welche der Rastnocken am Talon des Teelochers der Endposition
des Teelochers einführbar ist.
18. Taschenwerkzeug nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rastnocken-/Rastsenkenkombination für beide Endpositionen ausgebildet ist.
19. Taschenwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Körperelement eine ergonomische Form und hintergreifbare Bereiche aufweist.
20. Taschenwerkzeug nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß ausschwenkbare Funktionselemente
in ihrer zum Körperelement eingeschwenkten Position elastisch in das Körperelement
eindrückbar sind.