[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Granulat, das besonders gut Wasser aufnimmt und
im Innern weiterleitet wodurch zum Teil eine Volumenzunahme erfolgt, so daß das Granulat
als Sprengmittel für gepreßte Formkörper, wie Tabletten, geeignet ist.
[0002] Sprengmittel für Tabletten oder Granulate sind Hilfsstoffe, die den Zerfall von Tabletten
oder des Granulats bei Kontakt mit Flüssigkeiten, insbesondere Wasser positiv beeinflussen.
Dabei soll sowohl der Zerfall von Tabletten in grobe Teile als auch nachfolgend ein
Zerfall in kleinere Partikel bewirkt und beschleunigt werden.
[0003] Als Sprengmittel für Tabletten sind eine Vielzahl anorganischer und organischer Substanzen
bekannt, zum Beispiel anorganische Stoffe wie Bentonite, auch Persalze, Acetate, Alkalicarbonate/Hydrogencarbonate
und Zitronensäure. Zu den bekannten organischen Verbindungen gehören Stärke, modifizierte
Stärke und Stärkeabbauprodukte, Cellulose, Celluloseether, wie Methylcellulose Hydroxypropylcellulose
und Carboxymethylcellulose, Poly(meth)acrylate, Polyvinylpyrrolidon und quervernetztes
Polyvinylpyrrolidon, Alginate, Gelatine und Pectine.
[0004] Bei Tabletten, die aus vorgefertigten Compounds gepreßt werden, besteht die Notwendigkeit,
den Zerfall in die ursprünglichen Compounds und nachfolgend auch in Einzelbestandteile
zu beschleunigen.
[0005] Bei Tabletten, die aus nicht vorgefertigten Compounds gepreßt werden, entsteht beim
Verpressen häufig eine sehr hohe Dichte, die bei Kontakt mit Wasser den gewünschten
Zerfall der Tablette verzögert. Dies ist häufig unerwünscht, weil sich Bestandteile
dann nur mit Verzögerung lösen.
[0006] Aus WO98/40463 ist ein Sprengmittelgranulat und seine Verwendung in wasch- oder reinigungsaktiven
Formkörpern, wie Tabletten, bekannt, welches ein hohes Adsorptionsvermögen für Wasser
und eine Korngrößenverteilung aufweist, bei der mindestens 90 Gew.% eine Partikelgröße
von mindestens 0,2 mm und maximal 3 mm haben. Das Granulat enthält vorzugsweise 25-100
Gew.% Sprengmittel, wie Stärke, Stärkederivate, Cellulose, Cellulosederivate, Alginsäure,
Carboxylmethylamylopectin, Polyacrylsäure, Polyvinylpyrrolidon und Polyvinylpolypyrrolidon.
Nach der Lehre dieses Patentes wirkt sich das Vorhandensein von anionischen oder nichtionischen
Tensiden negativ auf die Tablettenzerfallszeit aus. Das Granulat wird durch herkömmliche
Weise hergestellt, wie Sprühtrocknung. Heißdampftrocknung wässriger Zubereitungen
oder durch Granulieren, Pelletierung, Extrusion oder Walzenkompaktierung pulverförmiger
Bestandteile.
[0007] In WO 96/06156 wird ein Verfahren zur Herstellung von Wasch- oder Reinigungsmitteltabletten
beschrieben. Als Sprengmittel werden Citronensäure bzw. Citrate, Bicarbonate und Carbonate.
Bisulfat und Percarbonat, mikrokristalline Cellulose, Zucker, Sorbit oder quellfähige
Schichtsilikate von der Art der Bentonite oder Smektite genannt. Die Sprengmittel
werden in Mengen von 1 bis 25 Gew.% als Einzelrohstoff oder als Compound eingesetzt.
[0008] DE-A-44 04 279 beschreibt folgende Sprengmittel für Wasch- oder Reinigungstabletten:
Stärke, Stärkederivate, Cellulose, Cellulosederivate, mikrokristalline Cellulose,
Salze polymerer Polyacrylate oder Polymethacrylate, Methylcellulosen, Hydroxypropylcellulosen
bzw. Methylhydroxypropylcellulosen. Auch Acetate oder Percarbonate werden als Sprengmittel
genannt. Die Anwendungsmengen betragen bis zu 15 Gew.%. Da als Builder wasserlösliche
Silikate eingesetzt werden, können mit einer Kombination aus Poly(meth)acrylaten und
nichtionischen Celluloseethern schon Mengen von 1 Gew.% zu sehr guten Ergebnissen
führen.
[0009] In der europäischen Patentanmeldung EP 0 846 756 A1 werden Tablettensprengmittel
in die Tablette und bevorzugt in die äußere feste Hülle der Tablette eingearbeitet.
Bevorzugt werden Kombinationen aus löslichen Säuren und Alkalicarbonaten verwendet.
Weitere mögliche Sprengmittel können dem

Handbook of Pharmaceutical Excipients (1986) entnommen werden. Als Beispiele werden
genannt: Stärke (modifizierte Stärke Natrium-Stärke-Gluconate), Gummi (Agar, Guar,
und andere), Cellulose, Carboxymethylcellulose, Alginate, Siliziumdioxid, Ton, Polyvinylpyrrolidon,
Polysaccharide und Ionenaustauscherharze.
[0010] Aus EP-A-0 552 766 sind Waschmitteltabletten bekannt, die Sprengmittel enthalten,
die nach vier verschiedenen Mechanismen funktionieren: Quellung, Porosität / Kapillarwirkung,
Deformation und chemische Reaktion. Beschrieben werden Stärke, Stärkederivate, Carboxymethylstärke,
Natrium-Stärke-Glycolate, Cellulose und Cellulosederivate, Carboxymethylcellulose,
vernetzte modifizierte Cellulose, mikrokristalline Cellulose und verschiedene organische
Polymere wie Polyethylenglykol, und vernetzte Polyvinypyrrolidone und anorganische
Quellungsmittel wie Bentonite. Ebenso genannt werden Kombinationen aus organischen
Säuren und Bicarbonaten der Carbonate von Alkalimetallen.
[0011] EP 0 628 627 A1 beschreibt einen wasserlöslichen, wasserenthärtenden Builder in Form
einer Tablette. Dabei werden als Sprengmittel Kombinationen aus Citronensäure und/oder
teilneutralisierten Polymeren und Carbonat und /oder Bicarbonat oder ein unlösliches
Polyvinylpyrrolidon eingesetzt.
[0012] In einer weiteren europäischen Patentanmeldung (EP 0 799 886 A2), werden Waschmitteltabletten
beschrieben, die als Sprengmittel Stärkederivate, Cellulose-Compounds, Polyvinylpyrrolidon-Compounds,
Polyvinylpolypyrrolidon-Compounds, Bentonit-Compounds, Alginate Gelatine und Pectine
enthalten können. Zur weiteren Verbesserung der Lösezeit wird der Zusatz einer polyfunktionalen
organischen Carbonsäure, wie Maleinsäure, Äpfelsäure, Citronensäure oder Weinsäure
zusammen mit Carbonaten oder Bicarbonaten empfohlen.
[0013] Aus dem Stand der Technik ist kein Sprengmittel bekannt, das sich durch eine nichtlineare
Quellkinetik auszeichnet und es ist nirgends die Verwendung von Tensiden, bevorzugt
gelbildende oder mit Wasser verdickende Tenside, im Sprengmittel erwähnt. Die Verlängerung
der Tablettenzerfallszeit durch bestimmte Tenside wird bisher als Nachteil beschrieben.
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, ein in Wasser schnell und stark quellendes Granulat
zu schaffen, so daß es als Sprengmittel für gepreßte Formkörper geeignet ist, um deren
Zerfall bei Kontakt mit Wasser zu fördern und die im Stand der Technik beschriebenen
Nachteile, wie die Erhöhung der Tablettenzerfallszeiten durch anionische und nichtionische
Tenside zu beheben.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein verdichtetes Granulat, enthaltend Stärke und/oder
Stärkederivate und feinteilige Polymere/Copolymere von (Meth)acrylsäure oder Salzen
derselben und ein oder mehrere flüssige, mit Wasser gelbildende oder verdickende Tenside.
Der hier verwendete Ausdruck "Stärke/Stärkederivate" schließt auch die Gruppe der
Polygalactomannane ein.
[0015] Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird die Stärke / Stärkederivat in Kombination
mit in Wasser quellbarer hochreiner Cellulose / Cellulosederivat verwendet.
Es können bis zu etwa 95 Gew.% der Stärke durch Cellulose und oder Cellulosederivate
ersetzt werden. Vorzugsweise beträgt das Gewichtsverhältnis von Stärke/Stärkederivat
: Cellulose/Cellulosederivat von 10 : 1 bis 1 : 10, ganz besonders bevorzugt sind
Gewichtsverhältnisse von 5 : 1 bis 1 : 5.
Bei dieser Ausführungsform der Erfindung wird die in Wasser quellbare, bevorzugt hochreine
Cellulose in Form mikrokristalliner Gefüge eingesetzt, wobei die übermolekularen Strukturelemente
die Form von Fibrillen aufweisen, in deren Längsrichtung sich kristalline und amorphe
Bereiche abwechseln können. Als besonders geeignet haben sich Fibrillen nativer Cellulose
mit einer maximalen Länge von 300 µm erwiesen. Es können sowohl mikrokristalline als
auch amorphe feinteilige Cellulose / Cellulosederivate und Mischungen derselben verwendet
werden.
[0016] Die feinteilige Cellulose weist vorzugsweise Schüttgewichte von 40 g/l bis 300 g/l,
ganz besonders bevorzugt von 65 g/l bis 170 g/l auf. Werden bereits aufgranulierte
Typen verwendet, liegt deren Schüttgewicht höher und kann von 350 g/l bis 550 g/l
betragen. Die Schüttgewichte der Stärke/Stärkederivate können im Bereich von 50 g/l
bis 1000 g/l, bevorzugt im Bereich von 100 g/l und 800 g/l liegen.
[0017] Die Teilchengröße der feinteiligen Cellulose kann zwischen 30 µm und 200 µm betragen,
im Falle von aufgranulierten Typen liegt die mittlere Teilchengröße zwischen 350 µm
und 800 µm.
[0018] Die erfindungsgemäß einzusetzenden Polysaccharide vom Typ Stärke/Stärkederivate können
verschiedener Herkunft sein, beispielsweise Stärke von Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln
und Leguminosen. Auch die entsprechenden Mehle mit cellulosischen Pflanzenbestandteilen
können verwendet werden.
[0019] Bevorzugt werden kaltquellende bzw. kaltlösliche Stärken eingesetzt. Polygalaktomannane,
wie beispielsweise Guar oder Johannisbrotkernmehl weisen diese Eigenschaft bereits
im nativen Zustand auf und können direkt oder nach geringfügiger Modifizierung eingesetzt
werden.
[0020] Von Natur aus nicht kaltwasserqellenden Stärken werden bevorzugt in Form ihrer Derivate
verwendet. Chemisch derivatisierte Stärken enthalten vorzugsweise Substituenten. die
durch Ester- oder Ethergruppen in ausreichender Zahl an die Polysaccharidketten angeknüpft
sind, um die Kaltwasserquellbarkeit zu vermitteln.
[0021] Stärken, die mit ionischen Substituenten wie etwa Carboxylat-, Hydroxyalkyl- oder
Phosphatgruppen modifiziert haben sich als besonders vorteilhaft erwiesen und sind
deshalb bevorzugt. Des weiteren können kaltwasserquellende Stärken vom Typ der abgebauten
Stärken verwendet werden, beispielsweise Säure-, Enzym- und oxidativ abgebaute Stärken
bzw. dextrinierte Stärken. Oftmals ist es für das Quellvermögen von Vorteil, wenn
die Stärkederivate durch eine Kombination von Abbau und chemischer Substitution modifiziert
werden.
[0022] Zur Verbesserung des Quellverhaltens hat sich auch die Verwendung von leicht anvernetzten
Stärken bewährt. Auch alkalisch behandelte Stärken können wegen ihrer Kaltwasserlöslischkeit
verwendet werden.
[0023] Eine weitere Gruppe der erfindungsgemäß einsetzbaren kaltwasserquellbaren Stärken
sind die nativen Stärken, die durch eine physikalische Behandlung die Kaltquellbarkeit
erlangt haben. Dazu zählen beispielsweise Extruderstärken und Walzentrocknerstärken.
[0024] In Kombination mit Stärke(derivate) und gegebenenfalls Cellulose(derivaten) sind
feinteilige Polymere von (Meth)acrylsäure oder Copolymere von (Meth)acrylsäure oder
Salze derselben oder Mischungen von derartigen Polymeren oder Copolymeren oder Salzen
derselben mit hohem Wasseraufnahmevermögen im Granulat enthalten. Als besonders geeignet
haben sich lineare Polymere von (Meth)acrylsäure, Copolymere von (Meth)acrylsäure
oder Salze derselben mit gewichtsmittleren Molekulargewichten von 5.000 bis 70.000
und quervernetzte Polymere von (Meth)acrylsäure, Copolymere von (Meth)acrylsäure oder
Salze derselben mit gewichtsmittleren Molekulargewichten von 1.000.000 bis 5.000.000
erwiesen. Bei den Copolymeren handelt es sich vorzugsweise um Copolymere von (Meth)acrylsäure
und Maleinsäure oder Maleinsäureanhydrid, die beispielsweise 40 bis 90 Gew.% (Meth)acrylsäure
und 60 bis 10 Gew.% Maleinsäure oder Maleinsäureanhydrid enthalten, deren relative
Molmasse, bezogen auf freie Säuren, zwischen 3.000 und 100.000, vorzugsweise 3.000
bis 70.000 und ganz besonders bevorzugt 5.000 bis 50.000 beträgt.
[0025] Als gut geeignet haben sich auch ter- und quattropolymere Polycarboxylate erwiesen,
hergestellt aus (Meth)acrylsäure, Maleinsäure und Vinylalkohol oder Vinylalkoholderivaten,
oder solche aus (Meth)acrylsäure, ethylenisch ungesättigen Sulfonsäuren und Zuckerderivaten,
oder solche aus (Meth)acrylsäure, Maleinsäure, Vinylalkoholderivaten und sulfonsäuregruppenhaltigen
Monomeren
[0026] Die Salzbildung erfolgt vorzugsweise mit Kationen von Alkalimetallen, Ammoniak und
Aminen, bzw. deren Mischungen.
[0027] Die feinteiligen Polymeren/Copolymeren von (Meth)acrylsäure oder Salzen derselben
der vorstehend beschriebenen vernetzten Derivate haben vorzugsweise eine mittlere
Teilchengröße von 45 µm bis 150 µm. Ganz besonders bevorzugt sind Teilchengrößen von
45 µm bis 90 µm.
[0028] Teilchen mit mittleren Teilchengrößen über 150 µm zeigen zwar eine gute Sprengwirkung,
sind nach dem Quellen jedoch zu groß, werden beim Waschen abfiltriert und sind auf
dem Textilgut nach der Wäsche visuell als Teilchen sichtbar.
[0029] Stärke(derivate) und gegebenenfalls Cellulose(derivate) werden mit Polymeren/Copolymeren
von (Meth)acrylsäure oder Salzen derselben im Granulat kombiniert, das Gewichtsverhältnis
kann von 100:0,5 bis 100:30, vorzugsweise von 100:1 bis 100:20 betragen, ganz besonders
bevorzugt ist ein Gewichtsverhältnis von 100:1 bis 100:10, am günstigsten ist ein
Gewichtsverhältnis von 100:3.
[0030] Als weiteren wesentlichen Bestandteil enthält das Granulat ein oder mehrere flüssige,
mit Wasser gelbildende oder verdickende Tenside, ausgewählt aus der Gruppe der nichtionischen,
anionischen oder amphoteren Tenside.
[0031] Die nichtionischen Tenside sind ausgewählt aus Alkylpolyglucosiden, Fettsäure-Alkylolamiden,
Fettsäure-Polyethylenglykolestern, Fettaminoxethylaten, Fettalkoholethoxylaten mit
3-15 Mol Ethylenoxid oder Propylenoxid, Fettsäureglyceriden. Sorbitanestern, Saccharoseestern,
z.B. Saccharosepalmitat, Pentaaerythrit-Partialester, die auch ethoxyliert sein können,
sowie Alkylphenol-Polyethylenglykolethern und Phenolpoly - ethylenglykolethern (wenn
diese im jeweiligen Land eingesetzt werden dürfen)
[0032] Die anionische Tenside sind ausgewählt aus Alkylsulfaten, linearen und verzweigten
Alkybenzolsulfonaten, Alkylglycerolethern, Fettalkoholpolyethylenglycolethersulfaten,
Paraffinsulfonaten, Alpha-Olefinsulfonaten, Sulfosuccinaten. Phosphorsäureestern und
Fettalkoholethercarboxylaten.
[0033] Die amphoteren Tenside sind ausgewählt aus Cocosfettsäureamidopropylbetain, modifizierten
Imidazolinen und Fettsäureamidderivaten mit Betainstruktur.
[0034] Das Mengenverhältnis von Stärke(derivaten) und gegebenenfalls Cellulose(derivaten)
und/oder Polymeren/Copolymeren von (Meth)acrylsäure oder Salzen derselben : Tensid
kann von 100:1 bis 10:1 betragen. Bevorzugt sind Mengenverhältnisse von 100:2 bis
100:5.
[0035] Völlig überraschend wurde gefunden, daß bei Anlagerung der erfindungsgemäßen Tenside
an Stärke(derivate) und gegebenenfalls Cellulose(derivate) die Quellwirkung der erfindungsgemäßen
Sprengmittelgranulate deutlich verbessert wird. Dies ist besonders überraschend, da
viele konzentrierte Tenside bei Kontakt mit Wasser zur Gelbildung neigen und die Benetzung
und Quellung des Sprengmittelgranulates eher behindert sein sollte. Gelbildung oder
verdickende Wirkungen hat man z.B. bei Fettalkoholethoxylaten, Seifen, Fettalkylethersulfaten
und Fettalkylsulfaten beobachtet.
[0036] Die gelbildenden oder mit Wasser verdickenden Tenside können anionisch, amphoter
oder nichtionisch sein, besonders bevorzugt sind nichtionische Tenside.
[0037] Es hat sich deshalb als besonders vorteilhaft erwiesen, die flüssigen Tenside zunächst
in direktem Kontakt mit der/(den) Stärke(derivaten) und gegebenenfalls Cellulose(derivaten)
zu bringen und daran anzulagern und dann die feinteiligen Polymere / Copolymere von
(Meth)acrylsäure oder deren Salze in die Mischung derart einzubringen, daß die Polymerteilchen
an den Fibrillen der Cellulose / Stärke(derivate) haften.
[0038] Die Mischung der erfindungsgemäßen Granulatbestandteile, Stärke(derivate) und gegebenenfalls
Cellulose(derivate) und Polymere/Copolymere von (Meth)acrylsäure und nichtionische
Tenside wird dann mit üblichen Verfahren granuliert. Beispielsweise können Mischer
der Firmen Vomm, Lödige, Schugi, Eirich, Henschel oder Fukae eingesetzt werden.
[0039] Für das Quell- und Wasseraufnahmeverhalten des erfindungsgemäßen Granulats ist die
abschließende Verdichtung wesentlich. Das Verdichten unter Anwendung von Druck kann
auf verschiedene Weise erfolgen.
[0040] Als besonders geeignet hat sich die Verdichtung auf Walzwerken erwiesen, deren Walzen
mit unterschiedlicher Umdrehungsgeschwindigkeit laufen, so daß die Druckeinwirkung
auf das Granulat im Walzenspalt noch durch Friktion ergänzt wird. Dies führt zur Ausbildung
von schuppenartiger Struktur und Ausrichtung der Stärke(derivate) und gegebenenfalls
anisotroper Cellulose(derivate) im Granulat.
[0041] Diese Ausrichtung kann eine der Ursachen für das besonders günstige quellkinetische
Verhalten dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Granulate sein.
[0042] Die Verdichtung des Granulats soll vorzugsweise derart sein, daß das verdichtete
Granulat eine Schüttdichte von 100 g/l bis 800 g/l, bevorzugt von 200 g/l bis 600
g/l, ganz besonders bevorzugt von 300 g/l bis 500 g/l aufweist.
[0043] Die erfindungsgemäßen Sprengmittelgranulate sind in den Formkörpern in Mengen von
0,5 Gew.% bis 10 Gew.% enthalten, vorzugsweise 2 Gew.% bis 7 Gew.% und besonders bevorzugt
3 Gew.% bis 6 Gew.%.
Das spezifische Wasseraufnahmevermögen des erfindungsgemäßen Granulats kann gravimetrisch
wie folgend bestimmt werden:
[0044] Eine definierte Granulatmenge (z.B. 2.00 g) wird in einen dünnen Papierbeutel, wie
einem Teebeutel eingeschweißt und in ein Gefäß mit einem Überschuß an Wasser getaucht.
Nach 3 Minuten Eintauchzeit wird der Beutel aus dem Wasser herausgenommen und 10 Minuten
zum Abtropfen aufgehängt. Der Beutel wird gewogen und aus der Gewichtsdifferenz eines
nassen Beutels mit und ohne Granulat die Wasseraufnahme bestimmt. Für die Bestimmung
kann destilliertes Wasser oder Wasser mit definierter Härte verwendet werden.
[0045] Die auf diese Weise bestimmbare Wasseraufnahme beträgt vorzugsweise 500 bis 2000
%
[0046] Das erfindungsgemäße verdichtete Granulat zeichnet sich durch eine besondere Quellkinetik
aus, die Ausdehnung ändert sich in Abhängigkeit von der Zeit nicht linear und soll
nach möglichst kurzer Zeit ein bestimmtes Niveau erreichen. Besonders von Interesse
ist das Quellverhalten in den ersten 10 Sekunden nach Berührung mit Wasser, wenn das
Granulat als Sprengmittel für Formkörper verwendet werden soll.
[0047] Vorzugsweise beträgt die Volumenzunahme nach 5 Sekunden 55 Vol.% bis 225 Vol.%, wobei
bei höherer Verdichtung, d.h. höherem Schüttgewicht, die Volumenzunahme größer ausfällt.
Nach 10 Sekunden beträgt die Volumenzunahme vorzugsweise 75 Vol.% bis 270 Vol.%, wobei
ebenfalls die Volumenzunahme mit steigendem Schüttgewicht zunimmt.
[0048] Bei einem Schüttgewicht von 250 g/l bis 350 g/l beträgt die Volumenzunahme nach 5
Sekunden Berührung mit Wasser von 55 Vol.% bis 100 Vol.% und nach 10 Sekunden von
75 Vol.% bis 130 Vol.% Bei einem Schüttgewicht von 400 g/l bis 500 g/l beträgt die
Volumenzunahme nach 5 Sekunden von 200 Vol.% bis 225 Vol.% und nach 10 Sekunden von
230 Vol.% bis 270 Vol.%.
[0049] Zur Bestimmung der Quellgeschwindigkeit und der Quellhöhe unter Belastung werden
3,00 g Granulat in ein zylindrisches Kunststoffgefäß mit einem Innendurchmesser von
60 mm gegeben und mit einem wasserdurchlässigen Vlies abgedeckt. Die Schichtdicke
des Granulates beträgt je nach Schüttgewicht 1- 3 mm. Auf das Vlies wird ein beweglicher,
durchbohrter Stempel mit einem Gewicht von 58 g aufgesetzt und mit einem Wegmeßinstrument
verbunden das den Weg des Stempels in Abhängigkeit von der Zeit aufzeichnet. Durch
Zugabe von 50 ml Wasser wird das Granulat zum Aufquellen gebracht und die dadurch
ausgelöste Verschiebung des Stempels (Weglänge) in Abhängigkeit von der Zeit bestimmt
und graphisch ausgewertet.
[0050] Abbildung 1 zeigt ein Diagramm für die Quellkinetik von bekannten Sprengmitteln und
erfindungsgemäßen Granulaten.
[0051] Tabelle 1 enthält die entsprechenden Meßwerte.
Tabelle 1
| Quellkinetik verschiedener Materialien |
| Schüttdichte [g/l] |
70 |
90 |
90 |
300 |
300 |
450 |
450 |
| |
Cellulose |
V 1 |
M1 |
V2 |
M2 |
V3 |
M3 |
| Zeit [Sec] |
Weg [mm] |
Weg [mm] |
Weg [mm] |
Weg [mm] |
Weg [mm] |
Weg [mm] |
Weg [mm] |
| 0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| 1 |
0,10 |
0,20 |
0,35 |
0,30 |
0,70 |
0,80 |
1,30 |
| 2 |
0,20 |
0.40 |
0,50 |
0,60 |
1,40 |
1,20 |
2,00 |
| 3 |
0,30 |
0.60 |
0,75 |
0,90 |
1,70 |
1,50 |
2,30 |
| 4 |
0,35 |
0,70 |
0,95 |
1,00 |
1,90 |
1,60 |
2,45 |
| 5 |
0,40 |
0,85 |
1,10 |
1,10 |
2,10 |
1,70 |
2,50 |
| 6 |
0,42 |
1,00 |
1,40 |
1,15 |
2,30 |
1,72 |
2,60 |
| 7 |
0,44 |
1,10 |
1.50 |
1.20 |
2,40 |
1.80 |
2,70 |
| 8 |
0,46 |
1,20 |
1,65 |
1,25 |
2.45 |
1,82 |
2.75 |
| 9 |
0,48 |
1,35 |
1,80 |
1,40 |
2,48 |
1,83 |
2,80 |
| 10 |
0,48 |
1,40 |
1,95 |
1,50 |
2,50 |
1,85 |
2,90 |
| 11 |
0,49 |
1,45 |
1,98 |
1,60 |
2,50 |
1,90 |
2,90 |
| 12 |
0,50 |
1,50 |
2,00 |
1,65 |
2,52 |
1,92 |
3,00 |
[0052] Die Zusammensetzung der Muster V1 bis V3 ist wie in Tabelle 3, Beispiel 1.
[0053] Die Zusammensetzung der Muster M1 bis M3 ist wie in Tabelle 3, Beispiel 6.
Tabelle 2
| Volumenausdehnung in Vol.% |
| |
Cellulose |
V1 |
M1 |
V2 |
M2 |
V3 |
M3 |
| Schüttdichte in g/l |
70 |
90 |
90 |
300 |
300 |
450 |
450 |
| Volumenzunahme |
|
|
|
|
|
|
|
| nach 5 Sec Vol.% |
5 |
14 |
18 |
61 |
110 |
210 |
240 |
| nach 10 Sec Vol.% |
6 |
23 |
35 |
83 |
140 |
242 |
270 |
[0054] Die Formulierung V1 hat die Zusammensetzung von Beispiel 1 in unverdichteter Form.
Die Formulierung M1 hat die Zusammensetzung von Beispiel 6 in unverdichteter Form.
Mit V2, M2 sind Proben bezeichnet, die nach dem Mischen in einer Walzenpresse auf
ein Schüttgewicht von 300 g/l verdichtet wurden. Mit V3 und M3 sind Proben bezeichnet,
die nach dem Mischen auf ein Schüttgewicht von 450 g/l mittels Walzenpresse verdichtet
wurden.
[0055] Man erkennt deutlich die verbesserte Performance der verdichteten Proben, wobei die
Volumenzunahme nach 5 Sec vorzugsweise mindestens 95% beträgt, besonders bevorzugt
≥ 150%.
[0056] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zum Herstellen eines
verdichteten Granulats, das Stärke(derivate) und gegebenenfalls in Wasser unlösliche,
jedoch quellbare hochreine Cellulose und feinteilige Polymere/Copolymere von (Meth)acrylsäure
oder deren Salze und ein oder mehrere flüssige Tenside enthält, durch Mischen von
Stärke(derivat) und gegebenenfalls hochreiner Cellulose mit den Tensid(en) und Einmischen
der Polymeren/Copolymeren, Granulieren und anschließendes Verdichten des Granulats
unter Ausrichtung der Stärke(derivate) und gegebenenfalls Cellulose(derivate).
[0057] Der erste Schritt des Verfahrens beinhaltet einen Misch- und Granulierungsvorgang.
bei dem Vorcompounds durch Agglomerationsverfahren hergestellt werden. Diese Vorcompounds
bilden eine rieselfähige und grobkörnige Ware, die einen bestimmten Feuchtegrad hat.
Im nächsten Schritt werden diese Vorcompounds mechanisch verdichtet. Die Produkte
können zwischen zwei Druckflächen in Walzenverdichtern, z. B. glatt oder profiliert,
verdichtet werden. Sind bestimmte Gleiteigenschaften vorhanden, so kann die Verdichtung
in Extrudern oder Flachmatrizenpressen zu Matrizen erfolgen. Der Ausstoß des Kompaktates
erfolgt als Strang. Verdichtungsmethoden in Matrizen mit Stempeln oder Kissenwalzen
ergeben Kompaktatformen wie Tabletten bzw. Briketts. Als Verdichtungsmaschinen können
Walzenkompaktoren, Extruder, Walzen- oder Würfelpressen, aber auch Granulierpressen
eingesetzt werden. Nachfolgend werden die groben, verdichteten Teilchen zerkleinert,
wobei z.B. Mühlen, Schnitzler oder Walzenstühle geeignet sind.
[0058] Das erfindungsgemäße Granulat nimmt bei Kontakt mit Wasser dieses rasch unter Volumenvergrößerung
auf und eignet sich deshalb als sogenanntes Sprengmittel für gepreßte Formkörper,
so daß diese in Wasser rasch zerfallen.
[0059] Die Erfindung schließt die Verwendung der verdichteten Granulate als Sprengmittel
für gepreßte Formkörper, beispielsweise Tabletten, Würfel, Kugeln und dergleichen
ein.
[0060] Besonders bevorzugt ist die Verwendung als Sprengmittel für Reinigungsmittelformulierungen,
Waschmittelformulierungen, Fleckensalze, Wasserenthärter in Tabletten- oder Würfelform.
[0061] Waschmitteltabletten und Reinigungsmitteltabletten für unterschiedliche Zwecke, im
Sanitärbereich oder für Geschirrspüler sind grundsätzlich bekannt.
[0062] Derartige Formkörper müssen eine ausreichende Stabilität und Festigkeit aufweisen,
um Handhabung, Verpackung und Lagerung zu ermöglichen, sollen jedoch bei Kontakt mit
Wasser rasch zerfallen, so daß die Bestandteile die gewünschte Wirkung entfalten können.
[0063] Aus diesem Grunde enthalten die gepreßten Formkörper häufig sogenannte Sprengmittel,
die aufgrund des Quellverhaltens und der Volumenzunahme den Zusammenhalt der Formkörper
aufheben und den Zerfall beschleunigen.
[0064] Derartige als Formkörper, wie beispielsweise Tabletten, ausgebildete Waschmittelformulierungen
enthalten in der Regel Gerüststoffe, Bleichmittel und Bleichaktivatoren, Tenside,
Tablettierhilfsmittel, Sprengmittel und weitere übliche Zusätze und Hilfsstoffe.
[0065] Als Gerüststoffe kommen Polyphosphate, Pyrophosphate, Metaphosphate oder Phosphonate,
Schichtsilikate, amorphe Silikate, amorphe Disilikate und Zeolith in Betracht. Weitere
Bestandteile des Buildersystems können Füllstoffe wie Alkalicarbonate, Bicarbonate
z.B. Natriumcarbonat oder Natriumhydrogencarbonat, Sesquiocarbonate, Natriumsulfat,
Magnesiumsulfat, oder Citrat, Citronensäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure und Apfelsäure
sein. Häufig werden als Hilfsgerüststoff Cobuilder und Dispergatoren mitverwendet.
Solche Cobuilder oder Dispergatoren können Polyacrylsäuren und deren Natriumsalze
sein.
[0066] Auch Copolymere aus (Meth)acrylsäure und Maleinsäure, Terpolymere und Quattropolymere
aus (Meth)acrylsäure, Maleinsäure, Vinylalkohol und sulfogruppenhaltigen Vinylverbindungen
können verwendet werden.
[0067] Insbesondere bevorzugt sind auch ter- und quattropolymere Polycarboxylate, hergestellt
aus (Meth)acrylsäure, Maleinsäure und Vinylalkohol oder Vinylalkoholderivaten (wie
sie in DE 43 00 772 C2 beschrieben sind) oder solche aus (Meth) acryl säure, 2-Alkylallylsulfonsäure
und Zuckerderivaten (wie in DE 42 21 381 C1 beschrieben) oder solche aus (Meth)acrylsäure,
Maleinsäure, Vinylalkoholderivaten und Monomeren mit Sulfonsäuregruppen (beschrieben
in DE 19 516 957 A).
[0068] Des weiteren sind Polyethylengkykol und/oder Polypropylenglykol mit einem Molekulargewicht
von 900 - 30.000 geeignet, sowie carboxylierte Polysaccharide, Polyaspartate und Polyglutamat.
[0069] Auch Mischungen mit verschiedenen organischen Buildern wie z.B. Zitronensäure sind
möglich.
[0070] Übliche Bleichmittel sind Natriumperborattetrahydrat und Natriumperboratmonohydrat,
Natriumpercarbonat, Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate, sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze, Persäuren, wie Perbenzoate. Peroxyphthalate, Diperazelainsäure
und Diperdodecandisäuren. Der Gehalt an Bleichmitteln in Tabletten beträgt vorzugsweise
10-60 Gew.% und insbesondere 15-50 Gew.%.
[0071] Um beim Waschen unter 60°C und darunter eine gute Bleichwirkung zu erzielen, können
Aktivatoren eingearbeitet werden. Geeignete Bleichaktivatoren sind die mit H
2O
2 organische Persäuren bildenden N-Acyl und O-Acylverbindungen, vorzugsweise N, N'-tetraacylierte
Diamine, Carbonsäureanhydride und Ester von Polyolen wie Glucosepentaacetat. Ferner
können acetylierte Mischungen aus Sorbitol und Mannitol verwendet werden. Besonders
geeignet als Bleichaktivatoren sind N,N,N',N' -Tetraacetylethylendiamin (TAED), 1,5-
Diacetyl-2,4-dioxo-hexahydro-1,2,5-triazin (DADHT) und acetylierte Sorbitol-Mannitol-Mischungen
(SORMAN).
[0072] Neben nichtionischen, anionischen und amphoteren Tensiden können in Waschmittelformulierungen
auch kationische Tenside anwesend sein, beispielsweise quaternäre Ammoniumverbindungen
mit C
8 - C
16 N-Alkyl- bzw. N-Alkenylgruppen und N-Substituenten wie Methyl-, Hydroxyethyl- bzw.
Hydroxypropylgruppen.
[0073] Als Tablettierhilfsmittel kommen Polyalkylenglykole und Magnesiumstearate in Betracht.
[0074] Beispiele für weitere übliche Waschmittelzusätze und Hilfsstoffe sind Enzyme, Magnesiumsilikate,
Aluminiumaluminate, Benzotriazol, Glycerin, Magnesiumstearat, Polyalkylenglykole,
Hexametaphosphat, Phosphonate, Bentonite, Soil Release Polymere, Carboxymethylcellulosen.
[0075] Geschirrspültabletten als eine Ausbildungsform von Reinigungsmittelformulierungen
enthalten in der Regel als Gerüststoffe Polyphosphate, Pyrophosphate, Metaphosphate
oder Phosphonate, Schichtsilikate, amorphe Silikate, amorphe Disilikate und Zeolithe,
sowie Füllstoffe wie Natriumcarbonat, Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Natriumhydrogencarbonat,
Citrat sowie Citronensäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure und Äpfelsäure. Häufig
werden als Hilfgerüststoff Cobuilder und Dispergatoren mitverwendet. Solche Cobuilder
oder Dispergatoren können Polyacrylsäuren oder Copolymere mit Polyacrylsäure und deren
Natriumsalze sein.
[0076] Übliche Bleichmittel sind Natriumperborattetrahydrat und Natriumperboratmonohydrat,
Natriumpercarbonat, Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate, sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze, Persäuren, wie Perbenzoate. Peroxyphthalate, Diperazelainsäure
und Diperdodecandisäuren. Der Gehalt in den Tabletten beträgt vorzugsweise 10-60 Gew.%
und insbesondere 15-50 Gew.%.
[0077] Schaumarme nichtionische Tenside vom Typ Polyalkylenglykol und Alkylpolyglucoside
werden ebenfalls eingesetzt.
[0078] Beispiele für weitere übliche Waschmittelzusätze und Hilfsstoffe sind auch hier Enzyme,
Magnesiumsilikate, Aluminiumaluminate. Benzotriazol, Glycerin, Magnesiumstearat, Polyalkylenglykole,
Hexametaphosphat sowie Phosphonate.
[0079] Wasserenthärtungstabletten bestehen in der Regel aus Gerüststoffen wie Schichtsilikaten,
amorphen Silikaten, amorphen Disilikaten und Zeolithen, sowie Füllstoffen wie Natriumcarbonat,
Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Natriumhydrogencarbonat, Citrat sowie Citronensäure.
Häufig werden als Hilfgerüststoff Cobuilder und Dispergatoren mitverwendet. Solche
Cobuilder oder Dispergatoren können Polyacrylsäuren oder Copolymere mit Polyacrylsäure
und deren Natriumsalze sein.
[0080] Schaumarme nichtionische Tenside vom Typ Polyalkylenglykol und Alkylpolyglucoside
werden ebenfalls eingesetzt.
[0081] Beispiele für weitere übliche Waschmittelzusätze und Hilfsstoffe sind Magnesiumsilikate,
Polyalkylenglykole und Phosphonate.
[0082] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen noch weiter erläutert.
Alle Angaben beziehen sich auf Gewicht, es sei denn, es ist im Einzelfalle etwas anderes
angegeben.
Beispiele
Beispiele 1-8
[0083]
Tabelle 3
| Beispiele für Sprengmittelzusammensetzungen entsprechend der Lehre des Patents (alle
Mengen in Gew.%) x). |
| Beispiel |
1 Vergleich |
2 Vergleich |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
| Bestandteil: |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Cellulose xx) |
80 |
50 |
80 |
48 |
85 |
70 |
80 |
105 |
| Lineares PAA v) |
20 |
5 |
10 |
5 |
12 |
8 |
8 |
7 |
| Vernetztes PAA vi) |
- |
- |
- |
- |
1 |
- |
- |
- |
| Carboxymethylstärke vii |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
10 |
- |
| Hydroxyethylstärke vii |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
10 |
| Guar vii |
- |
- |
- |
- |
- |
20 |
1 |
- |
| Mikrokristalline Cellulose xxx) |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
23 |
| Nio-Tensid iv) |
- |
- |
10 |
5 |
2 |
2 |
2 |
2 |
| Wasser ad 100% |
- |
45 |
- |
42 |
- |
- |
- |
- |
| x) % Angaben beziehen sich auf die Handelsform der Komponenten mit dem üblichen Wassergehalt. |
| xx) Cellulose mit einer Faserlänge von 150 µm |
| xxx) Mikrokristalline Cellulose mit einer Teilchengröße von ca. 200µm |
| iv) Fettalkoholtensid (C12/14. EO04,7) |
| v) Lineare PAA mit einem mittleren Molgewicht von 40.000 |
| vi) vernetztes PAA mit einem mittleren Molgewicht von 2 Mio |
| vii) handelsüblich |
Beispiel 9:
Phosphathaltige Waschmitteltablette: Festigkeit der Tablette und ihre Zerfallszeit
unter Verwendung der Granulate der vorgenannten Beispiele:
[0084] Phosphathaltige Waschmitteltabletten mit den in Tabelle 3 beschriebenen Zusammensetzung
wurden auf ihre Zerfallszeit und Festigkeit untersucht.
Tabelle 4
| Zusammensetzung Waschmitteltablette: |
| Rohstoff |
Einsatzmenge in % |
| Natriumtripolyphosphat |
35 |
| Natriumpercarbonat |
19 |
| TAED |
4 |
| Fettalkoholsulfat |
14 |
| Lineares Alkylbenzolsulphonat |
4 |
| Soda |
8 |
| Entschäumer, optischer Aufheller, CMC, Phosphonat |
6 |
| Mikrokristalline Cellulose (200 µm) |
2 |
| Enzymmix |
1 |
| Fettalkoholethoxilat (C12/14,. EO=4,7) |
2 |
| Sprengmittelzubereitung gemäß Beispielen 1 bis 8 |
5 |
Tabelle 5 zeigt die Festigkeit und Zerfallszeit der einzelnen Waschmitteltabletten
bei Verwendung der verschiedenen Sprengmittel:
[0085]
Tabelle 5
| Sprengmittelzusammensetzung entspr. Beispiel |
Zerfallszeit in sec |
Festigkeit in N |
| 1 |
35 |
62 |
| 2 |
25 |
63 |
| 3 |
22 |
53 |
| 4 |
21 |
64 |
| 5 |
19 |
58 |
| 6 |
18 |
56 |
| 7 |
18 |
59 |
| 8 |
17 |
61 |
Beispiel 10:
Phosphatfreie Waschmitteltablette: Festigkeit der Tablette und ihre Zerfallszeit unter
Verwendung eines der Granulate der vorgenannten Beispiele:
10.1.: Granulat aus Beispiel 6 in Zeolith-basierten Rezepturen
[0086]
Tabelle 6
| Rohstoff |
Einsatzmenge in % |
| |
a) |
b) |
| Zeolith P |
39 |
35 |
| Fettalkoholethoxilat (C12/14, EO=4,7) |
4 |
7 |
| Natriumpercarbonat |
16 |
16 |
| TAED |
4 |
4 |
| Fettalkoholsulfat |
10 |
11 |
| Lineares Alkylbenzolsulphonat |
3 |
3 |
| Soda |
4 |
4 |
| Entschäumer, optischer Aufheller, CMC, Phosphonat |
5 |
5 |
| Enzymmix |
1 |
1 |
| Mikrokristalline Cellulose (200 µm) |
4 |
4 |
| Sprengmittelzubereitung gemäß Beispiel 6 |
5 |
5 |
| Natriumcitrat |
5 |
5 |
Tabelle 6.1
| Rezeptur |
Zerfallszeit in sec |
Festigkeit in N |
| a) |
30 |
59 |
| b) |
35 |
51 |
10.2: Granulat aus in Disilikat-basierten Rezepturen
[0087]
Tabelle 7
| Rohstoff |
Einsatzmenge in % |
| |
a) |
b) |
| Amorphes Disilikat |
36 |
30 |
| Fettalkoholethoxilat |
2 |
7 |
| Fettalkoholsulfat |
11 |
15 |
| Lineares Alkylbenzolsulphonat |
4 |
2 |
| Natriumpercarbonat |
16 |
16 |
| TAED |
4 |
4 |
| Acrylat-Maleat-Copolymer |
- |
3 |
| Soda |
7 |
4 |
| Natriumcitrat |
5 |
5 |
| Mikrokristalline Cellulose (200 µm) |
4 |
4 |
| Entschäumer, optischer Aufheller, CMC, Phosphonat |
5 |
4 |
| Enzymmix |
1 |
1 |
| Sprengmittelzubereitung gemäß Beispiel 6 |
5 |
5 |
Tabelle 7.1
| Rezeptur |
Zerfallszeit in sec |
Festigkeit in N |
| a) |
40 |
68 |
| b) |
15 |
48 |
Beispiel 11: Gepreßte Formkörper mit dem Verwendungszweck als a) Fleckensalz der folgenden
Zusammensetzung:
[0088]
Tabelle 8
| Rohstoff |
Einsatzmenge in % |
| Soda-Disilikat Cogranulat |
20 |
| Soda |
41 |
| Nichtionisches Tensid |
4 |
| TAED |
7 |
| Enzymmix |
1 |
| Natriumpercarbonat |
24 |
| Sprengmittelzubereitung gemäß Beispiel 4 |
3 |
b) Wasserenthärter der folgenden Zusammensetzung:
[0089]
Tabelle 9
| Rohstoff |
Einsatzmenge in % |
| Zeolith |
15 |
| Natriumhydrogencarbonat |
32 |
| Zitronensäure |
20 |
| Polycarboxylat |
17 |
| Schichtsilikat |
8 |
| Prozeßhilfsmittel |
5 |
| Sprengmittelzubereitung gemäß Beispiel 7 |
3 |
c) Maschinen-Geschirr-Reiniger der folgenden Zusammensetzung:
[0090]
Tabelle 10
| Rohstoff |
Einsatzmenge in % |
| Soda -Disilikat Cogranulat |
20 |
| Tripolyphosphat |
35 |
| Soda |
20 |
| Natriumperborat |
12 |
| TAED |
4 |
| Enzymmix |
2 |
| Prozeßhilfsmittel |
3 |
| Parfum, Farbstoffe |
2 |
| Sprengmittelzubereitung gemäß Beispiel 8 |
2 |
Ergebnisse zur Festigkeit und Zerfallszeit der Reinigungstabletten
[0091]
Tabelle 11
| Physikalische Parameter |
Fleckensalz gemäß Zusammensetzung a) |
Wasserenthärter gemäß Zusammensetzung b) |
MaschinengeschirrReiniger gemäß Zusammensetzung c) |
| Festigkeit in N |
170 |
200 |
180 |
| Zerfallszeit ohne Sprengmittel |
224 s |
147 s |
240 s |
| Zerfallszeit mit Sprengmittel |
100 s |
70 s |
60 s |
1. Verdichtetes Granulat, enthaltend Stärke und/oder Stärkederivate und feinteilige Polymere/Copolymere
von (Meth)acrylsäure oder Salzen derselben und ein oder mehrere flüssige, mit Wasser
gelbildende oder verdickende Tenside.
2. Granulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich nicht wasserlöslich,
in Wasser quellbare hochreine Cellulose und/oder Cellulosederivate enthält.
3. Granulat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch das Verdichten
eine Ausrichtung der Stärke/Stärkederivate und der anisotropen Cellulose bzw. Cellulosederivate
erzeugt wurde.
4. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis
der kombinierten Stärke/Stärkederivate und gegebenenfalls der in Wasser quellbaren
Cellulose/Cellulosederivate und Polymere/Copolymere von (Meth)acrylsäure : flüssigen
Tensid(en) von 100:1 bis 10:1 beträgt.
5. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Tenside
nichtionische und/oder anionische und/oder amphotere Tenside sind.
6. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Stärke/Stärkederivate
und gegebenenfalls in Wasser quellbare hochreine Cellulose/Cellulosederivate und feinteilige
Polymere/Copolymere von (Meth)acrylsäure in einem Gewichtsverhältnis von 100:0,5 bis
100:30, vorzugsweise von 100:1 bis 100:20, ganz besonders bevorzugt in einem Gewichtsverhältnis
von 100:1 bis 100:10 vorhanden sind.
7. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schüttdichte
von 100 g/l bis 800 g/l beträgt, vorzugsweise 200 g/l bis 600 g/l und besonders bevorzugt
300 g/l bis 500 g/l.
8. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die spezifische
Wasseraufnahme 500 bis 2.000 Gew.% beträgt.
9. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es eine nichtlineare
Quellkinetik aufweist.
10. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die feinteiligen
Polymere/Copolymere von (Meth)acrylsäure ausgewählt sind aus linearen Polymeren/Copolymeren
von (Meth)acrylsäure, quervernetzten Polymeren/Copolymeren von (Meth)acrylsäure, Copolymeren
von (Meth)acrylsäure und Maleinsäure, ter- und quattropolymeren Copolymeren, hergestellt
aus (Meth)acrylsäure, Maleinsäure und Vinylalkohol oder Vinylalkoholderivaten, oder
solchen aus (Meth)acrylsäure, ethylenisch ungesättigter Sulfonsäure und Zuckerderivaten,
oder solchen aus (Meth)acrylsäure, Maleinsäure oder Maleinsäureanhydrid, Vinylalkoholderivaten
und sulfonsäuregruppenhaltigen Monomeren, und Mischungen derselben.
11. Granulat nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die feinteilige
Cellulose / Cellulosederivate eine mittlere Teilchengröße zwischen 30 µm und 300 µm
hat und/oder ein Schüttgewicht von 40 g/l bis 300 g/l, bevorzugt von 65 g/l bis 170
g/l aufweist.
12. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet. daß die Stärke
aus der Gruppe der kaltwasserlöslichen Stärken ausgewählt ist.
13. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke
/ Stärkederivate chemisch und/oder physikalisch modifizierte Stärke ist.
14. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke
aus Galaktomannanen, Carboxymethylstärken, Hydroxyethylstärken und Dextrinen ausgewählt
ist.
15. Granulat nach einem der Ansprüche 1 bis 14,dadurch gekennzeichnet, daß das/die flüssige(n)
anionische(n) oder nichtionische(n) Tensid(e) ausgewählt sind aus Fettalkoholethoxylaten
mit 3 bis 15 Mol Ethylenoxid, Anionics vom Typ Fettalkoholsulfat und linearen Alkylbenzolsulfonaten,
sowie Alkylethersulfaten und Mischungen derselben.
16. Verfahren zum Herstellen eines verdichteten Granulats nach einem der Ansprüche 1 bis
15 durch Mischen der Stärke(derivate) und gegebenenfalls der hochreinen Cellulose
/ Cellulosederivate mit dem (den) nichtionischen, anionischen und amphoteren Tensid(en)
und Einmischen des (der) feinteiligen Polymere/Copolymere von (Meth)acrylsäure oder
Salzen derselben und Granulieren und anschließendes Verdichten des Granulats.
17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei das Verdichten des Granulats unter Ausrichtung der
Stärke(derivate) und gegebenenfalls der anisotroper Cellulose / Cellulosederivate
erfolgt.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdichten
mittels Walzen unter Friktion derselben erfolgt.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdichten
mittels Walzenkompaktors, Walzen- oder Würfelpressen oder Extrudern erfolgt.
20. Verwendung des Granulats nach einem der Ansprüche 1 bis 15 bzw. erhalten nach Ansprüchen
16 bis 19 als Sprengmittel für gepreßte Formkörper.
21. Verwendung nach Anspruch 20, wobei das Granulat in Mengen von 0,5 Gew.% bis 10 Gew.%,
vorzugsweise 2 Gew.% bis 7 Gew.% und besonders bevorzugt 3 Gew.% bis 6 Gew.% eingesetzt
wird.
22. Verwendung nach Anspruch 20 oder 21 als Sprengmittel für Waschmitteltabletten.
23. Verwendung nach Anspruch 20 oder 21 als Sprengmittel für Reinigungsmitteltabletten.
24. Verwendung nach Anspruch 23 als Sprengmittel für Reinigungsmitteltabletten für Geschirrspüler.
25. Verwendung nach Anspruch 20 oder 21 als Sprengmittel für Wasserenthärtungstabletten.
26. Verwendung nach Anspruch 20 oder 21 als Sprengmittel für Fleckensalztabletten.