[0001] Die Erfindung betrifft eine Abdeck-Rosette für den Anschlußbereich einer sanitären
Wandarmatur mit
a) einer an die Montagewand anlegbaren Zierhaube, welche eine mittlere Durchgangsöffnung
aufweist;
b) einer gegenüber der Zierhaube in axialer Richtung verstellbaren Hülse, welche die
Durchgangsöffnung der Zierhaube durchsetzt;
wobei
c) die Innenräume von Zierhaube und Hülse zur Aufnahme eines S-Anschlußstückes, welches
der Verbindung zwischen einer in der Montagewand verlegten Wasser-Hausleitung und
der Wandarmatur dient, sowie zur Aufnahme einer Überwurfmutter, welche der Befestigung
der Wandarmatur an dem S-Anschlußstück dient, ausgebildet sind.
[0002] Bei sanitären Wandarmaturen werden bekanntlich die Anschlußstellen zur Wasser-Hausleitung,
die üblicherweise ein den Anschlußstutzen der Wandarmatur mit dem Hausleitungssystem
verbindendes S-Anschlußstück umfassen, optisch von einer Abdeck-Rosette verkleidet.
Diese Abdeck-Rosette muß einerseits so bewegbar sein, daß in einer Position ein Zugang
insbesondere zu der Überwurfmutter möglich ist, welche an der Wandarmatur angebracht
ist und der Befestigung an dem S-Anschlußstück dient; andererseits muß sie in ihrer
endgültigen Stellung alle Funktionsteile den Blicken des Betrachters entziehen, wobei
Unterschiede der Einbaupositionen des S-Anschlußstückes und der Wandarmatur kompensierbar
sein müssen.
[0003] In der EP 0 499 886 B1 sowie der DE 38 06 492 A1 sind jeweils Abdeck-Rosetten beschrieben,
bei denen im Bereich der Durchgangsöffnung der Zierhaube ein Formdichtring angeordnet
ist, welcher auf ein armaturenseitiges Gewinde aufgedreht wird. Aus geometrischen
Gründen kann die Höhe derartiger Zierhauben nicht beliebig sein; unter ungünstigen
Einbaubedingungen läßt sich daher nicht immer vermeiden, daß ein Teil des S-Anschlußstückes
oder des armaturenseitigen Gewindes sichtbar bleibt.
[0004] Dieses Problem tritt bei Abdeck-Rosetten der eingangs genannten Art weniger auf,
wie sie beispielsweise in der EP 0 537 652 B1 beschrieben sind. Hier wird die Möglichkeit,
unterschiedliche Einbauabstände der Sanitärarmatur von der Wand zu kompensieren, dadurch
vergrößert, daß nicht nur eine Zierhaube zum Verdecken der Funktionsteile im Anschlußbereich
der Wandarmatur verwendet wird, sondern zusätzlich eine zu dieser Zierhaube konzentrische
Hülse, deren Axialposition gegenüber der Zierhaube veränderbar ist. Beim Gegenstand
der EP 0 537 652 B1 ist die Zierhaube ein einstückiges, glockenförmiges Teil, welches
auf einem Außengewinde der Hülse zur Veränderung der axialen Position verschraubbar
ist. Die aus Zierhaube und Hülse bestehende Abdeck-Rosette wird dadurch im Anschlußbereich
der Wandarmatur fixiert, daß durch Verschrauben der Zierhaube auf der Hülse eine gesamte
axiale Länge der Einheit eingestellt wird, bei welcher der freie Rand der Zierhaube
an der Montagewand und der freie Rand der Hülse an der Sanitärarmatur anliegt.
[0005] Wo auf diese Weise eine Verklemmung der gesamten Abdeck-Rosette zwischen Wandarmatur
und Montagewand nicht oder nicht zuverlässig möglich ist, kann die bekannte Abdeck-Rosette
nicht zuverlässig spielfrei in ihrer Lage fixiert werden.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Abdeck-Rosette der eingangs genannten
Art so auszugestalten, daß sie leicht montierbar ist, wobei die Position aller Einzelteile
auch unter ungünstigen Montagebedingungen stets definiert ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
d) die Zierhaube aus zwei lösbar zusammengefügten Teilen besteht;
e) die Hülse ein Innengewinde aufweist, welches zu dem Außengewinde am armaturenseitigen
Ende des S-Anschlußstückes komplementär ist.
[0008] Erfindungsgemäß wird also die Hülse in der Montagestellung der Wandarmatur an dem
S-Anschlußstück fixiert. Sie kann auf diesem S-Anschlußstück mit Hilfe der zusammenwirkenden
Gewinde so weit von der Wandarmatur weggedreht werden, daß die Überwurfmutter der
Wandarmatur zugänglich wird. Umgekehrt kann sie auf dem Außengewinde des S-Anschlußstückes
so in Richtung auf die Wandarmatur verschraubt werden, daß sie nicht nur das armaturenseitige
Ende des S-Anschlußstückes sondern auch die Überwurfmutter vollständig den Blicken
des Betrachters entzieht. Da die Verschraubung der Hülse auf dem armaturenseitigen
Außengewinde des S-Anschlußstückes bei dieser "Anschlußphilosophie" bei abgenommener
Zierhaube erfolgen muß, kann die Zierhaube nicht - wie sonst üblich und auch in der
EP 0 499 856 B1 beschrieben - einstückig ausgebildet sein. Dadurch, daß sie erfindungsgemäß
aus zwei lösbar zusammengefügten Teilen besteht, kann sie nach vollständigem Abschluß
der Montagearbeiten von der Seite her um das S-Anschlußstück und die Hülse herum gelegt
und zusammengefügt werden. Diese Montage ist außerordentlich einfach. Jedes Teil hat
seinen zuverlässigen Halt, da die Fixierung der Hülse am S-Anschlußstück und die Fixierung
der Zierhaube an der Hülse erfolgt.
[0009] Vorteilhaft ist, wenn die Zierhaube auf einem Außengewinde der Hülse verschraubbar
ist. Dann kann das Aufsetzen der Zierhaube auf die Hülse in Abstand von der Montagewand
erfolgen; ein zunächst noch vorhandener Spalt zwischen Zierhaube und Montagewand wird
durch entsprechendes Verschrauben der Zierhaube auf der Hülse geschlossen.
[0010] Besonders zweckmäßig und preisgünstig ist dabei diejenige Ausgestaltung, bei welcher
die Zierhaube mindestens ein Einsatzteil aus Moosgummi aufweist, welches mit dem Außengewinde
der Hülse zusammenwirkt. Dieses Moosgummiteil dient dann sowohl als Dichtung als auch
als selbstschneidendes Gewinde, welches das Gegenstück zum Außengewinde auf der Hülse
darstellt.
[0011] Die beiden Teile der Zierhaube sollten optisch möglichst unauffällig aneinandergefügt
werden können. Hierzu empfiehlt es sich, wenn jedes Teil der Zierhaube einen Führungsvorsprung
und eine hierzu komplementäre Führungsbohrung aufweist. Führungsbohrung und Führungsvorsprung
sind so angeordnet und ausgelegt, daß die beiden Teile fluchtend aneinander anliegen,
wenn ihre Führungsvorsprünge in die entsprechenden Führungsbohrungen des jeweils anderen
Teiles eingeführt sind.
[0012] Ein unbeabsichtigtes Lösen der beiden Teile der Zierhaube wird bei derjenigen Ausgestaltung
der Erfindung vermieden, bei welcher jedes Teil der Zierhaube eine hervorstehende
Rastlasche und einen zum Zusammenwirken mit einer derartigen Rastlasche ausgebildeten
Rücksprung aufweist.
[0013] Besonders kostengünstig ist diejenige Ausgestaltung, bei welcher beide Teile der
Zierhaube als identische Hälften ausgebildet sind.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert; es zeigen
- Figur 1
- einen Schnitt durch den Anschlußbereich einer sanitären Wandarmatur;
- Figur 2
- die Unteransicht einer Zierhauben-Hälfte, wie sie Teil einer erfindungsgemäßen Abdeck-Rosette
ist;
- Figur 3
- die Stirnansicht der Zierhauben-Hälfte von Figur 2;
- Figur 4
- schematisch die Unteransicht einer vollständigen, aus zwei Hälften zusammengesetzten
Zierhaube.
[0015] In Figur 1 ist das Armaturengehäuse einer sanitären Wandarmatur nur teilweise dargestellt
und mit dem Bezugszeichen 1 versehen. Bei dieser Wandarmatur handelt es sich um eine
Mischarmatur, die an zwei in Abstand voneinander befindlichen Stellen der Montagewand
an eine Kalt- und eine Warmwasser-Hausleitung angeschlossen ist. In Figur 1 ist nur
ein Anschlußbereich der Wandarmatur dargestellt; ein zweiter, analog gebauter Anschlußbereich
ist in Figur 1 weiter oben zu denken.
[0016] In dem Armaturengehäuse 1 der Wandarmatur ist in an und für sich bekannter Weise
ein Anschlußnippel 2 eingeschraubt, der eine Überwurfmutter 3 haltert. Die Überwurfmutter
3 ist auf ein Außengewinde 5 am einen Ende eines S-Anschlußstückes 4 aufgeschraubt.
Dieses weist am anderen Ende ein zweites Außengewinde 6 auf, welches dem Anschluß
an der nicht dargestellten Wasser-Hausleitung dient. Die genaue Bauweise des S-Anschlußstückes
4 spielt im vorliegenden Zusammenhang keine Rolle. Funktion des S-Anschlußstückes
4 und verschiedene Bauweisen hierfür sind dem Fachmanne bekannt.
[0017] Die insgesamt mit dem Bezugszeichen 7 versehene Abdeck-Rosette umfaßt zwei Hauptkomponenten:
eine aus zwei identischen Hälften 8a, 8b zusammengesetzte Zierhaube 8 sowie eine zu
dieser koaxiale Hülse 9.
[0018] Die genaue Bauweise der Zierhaube 8 ist den Figuren 2 bis 4 zu entnehmen.
[0019] Wie insbesondere in Figur 4 zu erkennen ist, besteht die Zierhaube 8 aus zwei identischen
Hälften 8a, 8b, die durch eine Rastverbindung lösbar aneinander befestigt sind. Die
Form der Abdeckhaube 8 ist etwas glockenförmig mit einer mittleren Durchgangsöffnung
10, durch welche sich in noch zu beschreibender Weise die Hülse 9 hindurcherstreckt.
[0020] Eine Hälfte 8a der Zierhaube 8 ist in den Figuren 2 und 3 näher dargestellt. In der
Unteransicht von Figur 2 stellt sich die Zierhaubenhälfte 8a als halber Kreisring
dar, der an seinen in Figur 2 nach oben weisenden Stirnflächen radial verlaufende
Wandbereiche 11, 12 aufweist. An den in den Figuren 2 und 3 rechten Wandbereich 12
ist ein zylindrischer Führungsvorsprung 13 angeformt, während in den in Figur 3 linken
Wandbereich 11 eine entsprechende Führungsbohrung 14 eingebracht ist.
[0021] In einem in Figur 3 unterhalb der Führungsbohrung 14 liegenden Bereich, der also
in der Montagestellung der Zierhaube 8 näher an der Montagewand liegt, ist an die
Zierhaubenhälfte 8a eine Rastlasche 15 angeformt, die sich über die Stirnfläche 11
hinauserstreckt. Dies ist insbesondere der Figur 2 zu entnehmen. Komplementär hierzu
ist an dem gegenüberliegenden Ende der Zierhaubenhälfte 8a, unterhalb des Wandbereiches
12 und des hieran angeformten Führungsvorsprunges 13, ein Rastrücken 20 (vergleiche
Figur 2) ausgebildet.
[0022] Zwei Zierhaubenhälften 8a, 8b der in den Figuren 2 und 3 dargestellten Art lassen
sich offensichtlich zu einer vollständigen Zierhaube 8, wie in Figur 4 dargestellt,
dadurch zusammenfügen, daß der Führungsvorsprung 13 von jeder Zierhaubenhälfte 8a
in die entsprechende Führungsbohrung 14 der anderen Zierhaubenhälfte 8b eingeführt
wird und daß gleichzeitig die Rastlasche 15 jeder Zierhaubenhälfte 8a, 8b hinter dem
entsprechenden Rastrücken 20 der jeweils anderen Zierhaubenhälfte 8a, 8b eingerastet
wird.
[0023] Die Hülse 9 weist einen in Figur 1 nach links, also zur Montagewand hin zeigenden
Hauptbereich 9a und einen hierzu koaxialen, in Figur 1 nach rechts zum Armaturengehäuse
1 weisenden zylindrischen Hals 9b auf, der in der Wandstärke verringert ist. Der Hauptbereich
9a der Hülse 9 ist mit einem Innengewinde 16 auf das Außengewinde 5 des S-Anschlußstückes
4 aufgeschraubt. Der zylindrische Hals 9b der Hülse umgibt und verdeckt die Überwurfmutter
3.
[0024] Der Außendurchmesser des Hauptbereiches 9a der Hülse 9 entspricht dem Durchmesser
der Durchgangsöffnung 10 der Zierhaube 8. An der äußeren Mantelfläche der Hülse 9,
welche diesen Durchmesser aufweist, befindet sich ein Außengewinde 17.
[0025] Jede Zierhaubenhälfte 8a weist in ihrem oberen Bereich einen halbringförmigen Aufnahmeraum
18 (vergleiche auch Figur 3) für ein komplementär geformtes, halbringförmiges Moosgummiteil
19 auf. Das Außengewinde 17 der Hülse 9 ist von einer Seite her in die beiden sich
zu einem vollständigen Ring ergänzenden Moosgummiteile 19 eingeschraubt, wobei es
sich in diesen Moosgummiteilen 19 sein eigenes Gewinde schneidet.
[0026] Der Anschluß der Wandarmatur an die Hausleitung mit Hilfe des S-Anschlußstückes 4
sowie die Montage der Abdeck-Rosette 8 geschehen in folgender Weise:
[0027] Zuerst wird das S-Anschlußstück 4 mit seinem in Figur 1 linken Außengewinde 6 in
bekannter Weise an der Hausleitung befestigt; Die Drehstellung des S-Anschlußstückes
4 um die Achse des Außengewindes 6 wird so gewählt, daß sich insgesamt der richtige
Abstand zwischen den beiden Anschlußnippeln 2 der Wandarmatur ergibt. Nun wird auf
das in Figur 1 rechte Ende des S-Anschlußstückes 4 die Hülse 9 aufgeschraubt und dort
so weit in Figur 1 nach links verdreht, daß der zylindrische Hals 9b der Hülse 9 den
rechten Bereich des Außengewindes 5 des S-Anschlußstückes 4 freigibt. Nun kann das
Armaturengehäuse 1 mit Hilfe der Überwurfmutter 3, deren Schlüsselflächen in dieser
Relativposition der Hülse 9 freiliegen, an dem wandfernen Ende des S-Anschlußstückes
4 angeschraubt werden. Danach wird die Hülse 9 auf dem Außengewinde 5 des S-Anschlußstückes
4 nach rechts verdreht, bis der zylindrische Hals 9b der Hülse 9 die Überwurfmutter
3 in der in Figur 1 dargestellten Weise vollständig umgibt und seine schmale ringförmige
Stirnfläche am Armaturengehäuse 1 anliegt.
[0028] Abschließend werden die beiden Zierhaubenhälften 8a, 8b von der Seite her um den
Hauptbereich 9a der Hülse 9 gelegt und miteinander in der in Figur 4 gezeigten Weise
verrastet. Durch eine abschließende Verdrehung der so gebildeten vollständigen Zierhaube
8 auf dem Außengewinde 17 des Hauptbereiches 9a der Hülse 9 kann der in Figur 1 linke
Rand der Zierhaube 8 in exakte Anlage an die Außenfläche der Montagewand gebracht
werden.
[0029] Die Demontage der Wandarmatur und der Abdeck-Rosette 8 erfolgen in umgekehrter Weise.
1. Abdeck-Rosette für den Anschlußbereich einer sanitären Wandarmatur mit
a) einer an die Montagewand anlegbaren Zierhaube, welche eine mittlere Durchgangsöffnung
aufweist;
b) einer gegenüber der Zierhaube in axialer Richtung verstellbarer Hülse, welche die
Durchgangsöffnung der Zierhaube durchsetzt,
wobei
c) die Innenräume von Zierhaube und Hülse zur Aufnahme eines S-Anschlußstückes, welches
der Verbindung zwischen einer in der Montagewand verlegten Wasser-Hausleitung und
der Wandarmatur dient, sowie zur Aufnahme einer Überwurfmutter, welche der Befestigung
der Wandarmatur an dem S-Anschlußstück dient, ausgestaltet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
d) die Zierhaube (8) aus zwei lösbar zusammengefügten Teilen (8a, 8b) besteht;
e) die Hülse (9) ein Innengewinde (16) aufweist, welches zu dem Außengewinde (5) am
armaturenseitigen Ende des S-Anschlußstückes (4) komplementär ist.
2. Abdeck-Rosette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zierhaube (8) auf
einem Außengewinde (17) der Hülse (9) verschraubbar ist.
3. Abdeck-Rosette nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zierhaube (8) mindestens
ein Einsatzteil (19) aus Moosgummi aufweist, welches mit dem Außengewinde (17) der
Hülse (9) zusammenwirkt.
4. Abdeck-Rosette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Teil (8a, 8b) der Zierhaube (8) einen Führungsvorsprung (13) und eine hierzu
komplementäre Führungsbohrung (14) aufweist.
5. Abdeck-Rosette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Teil (8a, 8b) der Zierhaube (8) eine hervorstehende Rastlasche (15) und einen
zum Zusammenwirken mit einer derartigen Rastlasche (15) ausgebildeten Rastrücksprung
(20) aufweist.
6. Abdeck-Rosette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
beide Teile (8a, 8b) der Zierhaube (8) als identische Hälften ausgebildet sind.