(19)
(11) EP 1 004 719 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.05.2000  Patentblatt  2000/22

(21) Anmeldenummer: 99122815.6

(22) Anmeldetag:  17.11.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E04B 2/96, E04D 3/08, F16B 23/00, F16B 41/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 23.11.1998 DE 29820872 U

(71) Anmelder: SCHÜCO International KG
33609 Bielefeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Steege, Dieter
    32107 Bad Salzuflen (DE)
  • Götz, Olaf
    33609 Bielefeld (DE)

(74) Vertreter: Stracke, Alexander, Dipl.-Ing. et al
Jöllenbecker Strasse 164
33613 Bielefeld
33613 Bielefeld (DE)

   


(54) Befestigungsschraube


(57) Die Befestigungsschraube (11) ist so gestaltet, daß sie nach der Montage des durch die Befestigungsschraube festzulegenden Bauteils in einfacher Weise einbruchhemmend ausgebildet werden kann.
Die Befestigungsschraube (11) ist zu diesem Zweck mit einem Doppelkopf ausgerüstet. Sie weist einen mit dem Gewindeschaft verbundenen Kopf (12) und einen äußeren Kopf (18) auf, der mit einer Mitnahmevorrichtung für ein Betätigungswerkzeug ausgerüstet ist. Nach erfolgter Verschraubung z.B. von Deckleisten (9) an einer durch Pfostenprofile und Riegelprofile gebildeten Unterkonstruktion wird mit dem Betätitungswerkzeug der äußere Schraubenkopf (18) entfernt, so daß mit dem Betätigungswerkzeug die Befestigungsschraube (11) nicht demontiert werden kann.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Befestigungsschraube, bestehend aus einem Gewindeschaft und einem mit einer Mitnahmevorrichtung für ein Betätigungswerkzeug versehenen Kopf, insbesondere zur Festlegung von Abdeckschalen oder Abdeckprofilen zur Halterung von Glasscheiben oder Füllungsplatten in Fassaden- oder Glasdachkonstruktionen.

[0002] Die Mitnahmevorrichtung für ein Betätigungswerkzeug kann als einfacher Schlitz, als Kreuzschlitz, als Innenmehrkantausnehmung oder als Außenmehrkant ausgebildet sein.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Befestigungsschraube der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß sie nach der Montage des durch die Befestigungsschraube festzulegenden Bauteils in einfacher Weise einbruchhemmend ausgebildet werden kann.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Schraubenkopf als Doppelkopf ausgebildet ist, der äußere Kopf die Mitnahmevorrichtung aufweist und zwischen dem äußeren und dem weiteren Kopf eine Sollbruchstelle vorgesehen ist.

[0005] Die erfindungsgemäße Befestigungsschraube bietet die Möglichkeit, die im äußeren oder am äußeren Kopf vorgesehene Mitnahmevorrichtung für ein Betätigungswerkzeug von dem zweiten, unmittelbar mit dem Gewindeschaft verbundenen Kopf nach der Montage der Befestigungsschraube zu entfernen, so daß dann die Schraube ein einbruchhemmendes Element bildet.

[0006] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Befestigungsschraube wird nach dem Einschrauben mit dem Betätigungswerkzeug dem äußeren Kopf ein Drehmoment aufgegeben, durch das der äußere Kopf vom benachbarten Kopf im Bereich der Sollbruchstelle getrennt wird.

[0007] Bei der Verwendung der erfindungsgemäßen Befestigungsschraube kann das Gewinde zur Aufnahme des Gewindeschaftes der Befestigungsschraube mittels eines gewindeformenden Werkzeuges vorgeschnitten sein. In diesem Fall muß die Abscherspannung, um den äußeren Schraubenkopf von dem zweiten Kopf zu trennen, lediglich entsprechend der Anpreßkraft der Befestigungsschraube an der festgelegten Deckschale oder an dem festgelegten Deckprofil bemessen sein und nicht auf das Gewindeeinschraubmoment ausgerichtet sein.

[0008] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

[0009] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Befestigungsschraube sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden beschrieben. Es zeigen:
Figur 1
ein Pfostenprofil einer Fassade in perspektivischer Darstellung mit zugeordneten Bauteilen.
Figur 2
die in der Fig. 1 aufgezeigten Bauteile nach der Montage in einem Horizontalschnitt,
Figur 3
eine mittels der erfindungsgemäßen Befestigungsschraube festgelegte Deckleiste im Schnitt in einer Betriebslage, in der der äußere mit einer Mitnahmevorrichtung für ein Betätigungswerkzeug ausgerüstete Kopf noch nicht abgetrennt ist, und die
Figuren 4 und 5
Ausführungsformen für die Gestaltung des Doppelkopfes der Befestigungsschraube.


[0010] Das in den Figuren 1 und 2 dargestellte Pfostenprofil 1, das mit Riegelprofilen 2 ein Rahmenwerk zur Aufnahme von Isolierglasscheiben 3 oder Füllungsplatten, weist zur Fassadenaußenseite hin Auflagedichtungen 4 für die Isolierglasscheiben 3 oder für etwaige Füllungsplatten auf. Die Auflagedichtungen 4 sind in Aufnahmenuten 5 verankert.
Mittig zwischen den beiden Aufnahmenuten 5 weist das Pfostenprofil 1 einen Steg auf, der mit einer Schraubnut 6 versehen ist, in die ein Kunststoffprofil 7 als Isolator eingesetzt ist. Der Falzraum zwischen zwei benachbarten Isolierglasscheiben 3 oder sonstigen Füllungsplatten wird durch eine Halteleiste 9 abgedeckt, die im Bereich der Längsränder mit Dichtungsleisten versehen ist, die zur Anlage an dem Rand der Isolierglasscheiben 3 kommen, wie dies in der Fig. 2 dargestellt ist. Die Halteleiste 9 wird durch Befestigungsschrauben 11 festgelegt, die mit ihrem Gewindeschaft durch Bohrungen der Halteleiste 9 geführt und in die Schraubnut 6 des Pfostenprofils eingeschraubt werden.

[0011] Die Befestigungsschraube 11 ist mit einem Doppelkopf ausgerüstet. Sie weist einen mit dem Gewindeschaft verbundenen Kopf 12 und bei den in den Fig. 1, 2 und 4 dargestellten Ausführungen einen äußeren Kopf 18 auf, der mit der Mitnahmevorrichtung für ein Betätigungswerkzeug ausgerüstet ist.

[0012] Nach erfolgter Verschraubung der Deckleisten 9 an der durch die Pfostenprofile und Riegelprofile gebildeten Unterkonstruktion wird mit dem Betätigungswerkzeug der äußere Schraubenkopf 18 entfernt, so daß mit dem Betätigungswerkzeug die Befestigungsschraube 11 nicht demontiert werden kann.

[0013] Auf die Halteleiste 9 wird eine Deckschale 13 aufgesetzt, die über Schenkel 17 verfügt, die an entsprechenden Rastkanten der Halteleiste 9 formschlüssig durch eine Verrasterung festgelegt werden.

[0014] In der Fig. 2 ist die Fertigmontage der in der Fig. 1 dargestellten Bauteile im Schnitt aufgezeigt. Die Befestigungsschraube 11 weist nicht mehr den äußeren, mit einer Mitnahmevorrichtung versehenen Kopf 18 auf.

[0015] In der Figur 2 sind die Riegelprofile 2 dargestellt, die mit den Pfostenprofilen verbunden sind. Diese Riegelprofile weisen ebenfalls mittig eine Schraubnut auf, in die Befestigungsschrauben eingedreht werden können, die mit einem Doppelkopf ausgerüstet sind.

[0016] In der Fig. 2 sind ferner Klötzchen 8 dargestellt, an denen sich der Rand der Isolierglasscheiben 3 abstützt und die ihrerseits an der Schraubnut bzw. an dem eingesetzten Isolator anliegen.

[0017] Die Fig. 3 zeigt eine Deckleiste 14 im Schnitt, die durch eine sichtbare Verschraubung festgelegt wird. Die Verschraubung wird nicht durch eine aufrastbare Schale abgedeckt.

[0018] Die in der Fig. 3 dargestellte Befestigungsschraube 16 weist einen Doppelkopf auf, der durch einen mit dem Schraubenschaft unmittelbar verbundenen Senkkopf 15 und durch einen äußeren, mit einer Mitnahmevorrichtung ausgestatteten Kopf 19 gebildet wird. Zwischen diesen beiden Köpfen ist eine Sollbruchstelle vorgesehen. Die Figur 4 zeigt in einem vergrößerten Maßstab die Gestaltung eines Doppelkopfes der Befestigungsschraube 11, die in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist. Bei dieser Ausführungsform ist an dem Schraubenschaft der Kopf 12 angeformt, durch den bei der Fassade nach den Fig. 1 und 2 die Halteleiste 9 gegenüber der Unterkonstruktion gehaltert wird. Mit dem Kopf 12 ist über einen Schaft 23 der äußere Kopf 18 verbunden, der mit der Mitnahmevorrichtung 20 für ein Betätigungswerkzeug ausgerüstet ist.

[0019] Der Schaft 23 verjüngt sich im dargestellten Ausführungsbeispiel kegelförmig zu dem Kopf 12 und bildet eine Materialschwächung bzw. Einschnürung 21, die auch mit einer anderen geometrischen Außenkontur des sich verjüngenden Schaftes erreicht werden kann.

[0020] Der Schraubenkopf 12 weist eine ringförmige Ausnehmung 22 auf, in die der Schaft 23 eingreift. Im Übergangsbereich vom Schaft 23 zum Boden der Ausnehmung 22 liegt die größte Materialschwächung vor, so daß in diesem Bereich die Sollbruchstelle gegeben ist.

[0021] Die Fig. 5 zeigt in vergrößertem Maßstab den Doppelkopf der in der Fig. 3 darstellten Befestigungsschraube 16. Mit dem Gewindeschaft dieser Schraube ist der Kopf 15 einstückig, der als Senkkopf ausgebildet ist und die Haltefunktion zur Festlegung der Deckleiste 14 übernimmt. Über einen konisch sich zum Kopf 15 verjüngenden Schaft 23 ist mit dem Kopf 15 der äußere Kopf 19 verbunden, der mit der Mitnahmevorrichtung 20 für ein Betätigungswerkzeug ausgerüstet ist.

[0022] Auch bei dieser Ausführung kann der Kopf 15 mit einer Ausnehmung versehen sein, in die der Schaft 23 eingreift.

[0023] Zur Erzielung einer Materialschwächung im Abscherbereich ist bei dieser Konstruktion eine mittige Sackbohrung 24 vorgesehen, die sich vorn äußeren Kopf 19 aus durch den Schaft 23 erstreckt und in den Kopf 15 hineinragt. Durch diese Sackbohrung wird das Abscherdrehmoment, das zum Trennen des äußeren Kopfes 19 von dem Kopf 15 erforderlich ist, beeinflußt.


Ansprüche

1. Befestigungsschraube, bestehend aus einem Gewindeschaft und einem mit einer Mitnahmevorrichtung für ein Betätigungswerkzeug versehenen Kopf, insbesondere zur Festlegung von Halteleisten, Abdeckschalen oder Abdeckprofilen, zur Halterung von Glasscheiben oder Füllungsplatten in Fassaden- oder Glasdachkonstruktionen, dadurch gekennzeichnet, daß der Schraubenkopf als Doppelkopf (12,18;15,19) ausgebildet ist, der äußere Kopf (18,19) die Mitnahmevorrichtung (20) aufweist und zwischen dem äußeren Kopf (18,19) und dem weiteren Kopf (12,15) eine Sollbruchstelle vorgesehen ist.
 
2. Befestigungsschraube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Einschrauben mit dem Betätigungswerkzeug der äußere Kopf (18,19) ein den äußeren Kopf vom benachbarten Kopf (12,15) im Bereich der Sollbruchstelle trennendes Drehmoment aufgebbar ist.
 
3. Befestigungsschraube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Schraubenköpfen (12,18;15,19) ein Schaft (23) vorgesehen ist, der im Übergangsbereich zu dem weiteren Kopf (12,15) die Sollbruchstelle bildet.
 
4. Befestigungsschraube nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (23) sich kegelförmig oder in einer anderen geometrischen Form zu dem Kopf (12,15) verjüngt.
 
5. Befestigungsschraube nach Anspruch 3 oder 4, daß der Schaft (23) in eine Ausnehmung (22) des Kopfes (12,15) eingreift und im Bodenbereich der Ausnehmung die Sollbruchstelle vorgesehen ist.
 
6. Befestigungsschraube nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Kopf (18,19) und der Schaft (23) mit einer Sackbohrung (24) versehen sind.
 
7. Befestigungsschraube nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Sackbohrung (24) mittig angeordnet ist und sich durch den äußeren Kopf (18,19) und durch die Sollbruchstelle bis in den zweiten Kopf (12,15) erstreckt.
 




Zeichnung