[0001] Die Erfindung betrifft Elektroden für Hochspannungszündungen bei verschiedenen Anwendungen,
insbesondere bei der Zündung von Verbrennungsmotoren, sowie Zündkerzen mit diesen
Elektroden.
[0002] Bekannte Mittelelektroden bestehen aus einem Mantel aus Nickellegierung und einem
Kern aus Kupfermetall. Diese Mittelelektroden sind auf eine Lebensdauer von etwa 60.000
km ausgelegt. Soll diese Lebenszeit verlängert werden, muß die Mittelelektrode an
der Zündfläche beispielsweise mit Edelmetall versehen werden; die Mittelelektrode
kann aber auch massiv aus beispielsweise Silber, Silber-Nickel-Faserverbund o. ä.
ausgeführt sein.
[0003] Bei Zündkerzen mit Seitenelektroden muß die Außenfläche der Mittelelektrode aus gleichen
Gründen mit Edelmetall versehen werden; diese Edelmetallarmierungen erfordern einen
hohen Fertigungsaufwand.
[0004] Hinzu kommt, daß bei Mittelelektroden mit Durchmessern von 2 mm und kleiner dieser
Aufwand noch wesentlich höher ist, was wiederum einer wirtschaftlichen, insbesondere
automatisierten Herstellung äußerst abträglich ist.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, unter Umgehung der aus dem Stand der Technik
bekannten Nachteile Mittelelektroden zur Verfügung zu stellen, die hohe Lebensdauer
aufweisen, aber bei denen der Edelmetallanteil wesentlich geringer als bei Elektroden
ist, die massiv aus Edelmetall hergestellt werden; die vorzugsweise Durchmesser von
5 mm und weniger, insbesondere von 2 mm und weniger besitzen; die für die Massenproduktion
von Zündkerzen geeignet sind und deren Herstellung vereinfacht ist.
[0006] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch die Elektroden gemäß den Ansprüchen 1 bis
4 bzw. durch die Zündkerzen gemäß Ansprüchen 5 bis 8 gelöst.
[0007] Die erfindungsgemäßen Elektroden und die vorzugsweise daraus gefertigten Zündkerzen
weisen bezüglich ihrer Herstellung und Funktion erhebliche Vorteile gegenüber dem
Stand der Technik auf. So werden beispielsweise in einfacher Weise Seitenelektroden-Konzepte
realisierbar; die bisher schwierige Edelmetallamierung der Elektroden entfällt mit
der Folge der einfachen Herstellung der erfindungsgemäßen Mittelelektroden; die Schweißbarkeit
der erfindungsgemäß verwendeten Werkstoffkombinatiönen wird durch beispielsweises
Auftreffen von Nickel auf Nickel vereinfacht.
[0008] Neben der Einsparung von Edelmetallen im Verhältnis zu Massivelektroden tritt deutliche
Steigerung der Lebensdauer der aus den erfindungsgemäßen Elektroden gefertigten Zündkerzen
auf. Besonders vorteilhaft ist das erfindungsgemäße Konzept bei Herstellung und Einsatz
von dünnen Mittelelektroden (Quenching) oder die Ausbildung von dicken Mittelelektroden
durch die Verwendung von Edelmetall-Doublé-Rohrabschnitten, was der Vergrößerung der
Abbrandfläche dient. Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen.
Fig. 1 stellt im Querschnitt eine einstückige, aus einem stababschnittsförmigen oder
manteldrahtabschnittsförmigen Verbundwerkstoff gefertigte Mittelelektrode dar;
Fig. 2 ist eine schematische Querschnittsdarstellung einer anderen Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Mittelelektrode; gleiches gilt für die Figuren 2a und 3.
Fig. 4 ist die schematische Darstellung einer Ausführungsform einer Masseelektrode;
die Figuren 5, 6 und 7 geben den zündseitigen Bereich verschiedener erfindungsgemäßer
Zündkerzen in schematischer Darstellung wieder.
[0009] Fig. 1 zeigt eine Mittelelektrode, die einstückig aus einem Stababschnitt bzw. Manteldraht
mit einem Mantel (2) aus Edelmetall wie Platin, einer Platinlegierung, Silber- Palladium
u. ä.und einem gut wärmeleitenden Kern (1) aus oxydationsbeständigen Werkstoff, beispielsweise
Nickel oder Nickellegierung, besteht. Der Durchmesser A der Elektrode beträgt vorzugsweise
< 2 mm vorzugsweise < 1,5 mm. Ein Vorteil besteht darin, daß die Mittelelektrode aus
einem Manteldraht einfach durch Umformen herstellbar ist und sich mit bekannter Keramik-Metallverbindungstechnik
mittels Glaseinschmelzverfahren montieren läßt.
[0010] In Fig. 2 besteht der Mittelelektrodenkörper aus einem serienmäßigen Mittelelektrodenkörper
mit einem Durchmesser von 2,0 bis 3 mm mit Nickelmantel (3) und Kupferkern (4). An
diesen Körner ist zündseitig der stababschnittsförmige Verbundwerkstoff aus Nickelmantel
(5) und Platinkern (6) angeschweißt. Hierbei besitzt der Manteldrahtabschnitt einen
wesentlich kleineren Durchmesser (etwa 1,0 mm) als der herkömmliche Mittelelektrodenkörper
mit dem Durchmesser von 2,0 bis 3 mm.
[0011] Eine weitere Ausführungsform ist in der Figur 2a wiedergegeben; hier ist an dem gleichen
an sich bekannten Mittelelektrodenkörper im stirnseitigen Zündspitzenbereich der Manteldrahtabschnitt
aus dem Verbundwerkstoff mit der gleichen Durchmesserdimensionierung angebracht. Hierbei
besteht der Manteldraht aus dem Edelmetallmantel (7), beispielsweise aus Platin oder
Silber-Palladium, während der Kern (8) aus einem oxydationsbeständigen, gut wärmeleitenden
Werkstoff gebildet ist.
[0012] Eine andere erfindungsgemäße Ausführungsform stellt Fig. 3 dar. Hier ist der zündseitige
Bereich eines üblichen Nickelmantel/Kuperkern-Mittelelektrodenkörpers mit einem vergrößerten
Durchmesser ausgebildet, wobei hier der an sich bekannte Mittelelektrodenkörper im
zündseitigen Bereich zumindest teilweise ringförmig von dem Verbundwerkstoff in Form
eines Doublé-Rohrabschnitts umfaßt ist; der Mantel (9) dieses Doublé-Rohrabschnitts
besteht aus Edelmetall und die Innenseite (10) aus oxydationsbeständigem Material.
Auf diese Weise ist es möglich. Mittelelektroden im zündseitigen Bereich mit größeren
Durchmessern, beispielsweise > 3 mm, in einfacher Weise herzustellen.
[0013] Fig. 4 zeigt eine Masseelektrode in ihrer Ausführung als Ringelektrode, die aus einem
Doublé-Rohrabschnitt aus dem Verbundwerkstoff hergestellt ist, wobei die innere Schicht
aus Edelmetall (11) und der Außenmantel (12) aus oxydationsbesrändigem Material bestehen.
[0014] Fig. 5 gibt im teilweisen Querschnitt den zündseitigen Bereich einer Zündkerze mit
Seitenelektroden wieder. Hierbei ist die Mittelelektrode gemäß Fig. 2a ausgebildet;
der Mantel (13) des stababschnittsförmig ausgebildeten Verbundwerkstoffs besteht hier
wiederum aus Edelmetall. Die Verschweißung auf dem üblichen Mittelelektrodenkörper
bereitet keinerlei Schwierigkeiten, insbesondere wenn der Kern (13a) des Aufsatzes
aus dem gleichen Material, beispielsweise Nickel, wie das anliegende Material des
Mittelelektrodenkörpers besteht.
[0015] Fig. 6 gibt eine Funkenstrecke mit einer Ringelektrode aus Doublé-Rohrabschnitt mit
Edelmetall (14) als innerem Bereich und oxydationsbeständigem Werkstoff (15) als äußerem
Bereich. Die gegenüberliegende Mittelelektrode ist zündseitig ebenfalls mit einem
Doublé-Rohrabschnitt gemäß Fig. 3 versehen; die Mantelfläche (16) besteht hierbei
aus Edelmetall.
[0016] Schließlich wird in Fig. 7 eine besonders bevorzugte Ausführungsform einer Zündkerze
mit einer besonders dünnen Mittelelektrode aus dem stababschnittsförmigen Verbundwerkstoff
mit einem Durchmesser A von < 1,2 mm wiedergegeben, die einstückig ausgebildet in
dem Isolatorglas eingeschmolzen ist.
[0017] Fig. 8 zeigt eine Zündkerze mit einer Funkenstreckenanordnung als Gleit/-Luftfunkenstrecke.
In dieser Anordnung ist vorzugsweise die Mittelelektrode wie in Figur 2a beschrieben
eingesetzt. Die Mittelelektrode besteht am zündseitigen Ende aus einem Manteldrahtabschnitt
mit Edelmetallmantel, z.B. Platin und hat einen Kern aus oxidationsbeständigen, gut
wärmeleitenden Kern, z.B. Nickel. Der Manteldrahtabschnitt ist auf eine konventionelle
Mittelelektrode, bestehend aus einem Mantel aus einer Nickellegierung und einem Kupferkern
aufgebracht. Die Mittelelektrode wird am zündseitigen Ende durch den abbrandfesten
Edelmetallmantel vor Verschleiß geschützt, so daß mit dieser Zündkerze hohe Motorlaufzeiten
sicher erreicht werden. Die Körperelektrode kann wie in Position 17 dargestellt unterhalb
der Isolatorfußspitze positioniert sein, oder wie in Position 18 dargestellt mit der
Unterkante der Körperelektrode und der Isolatorfußspitze auf gleicher Ebene liegen,
um Verschleiß der Keramik entgegenzuwirken. Es sind mehrere 2, 3 oder 4 Seitenelektroden
denkbar, auch eine Kombination zweier Elektrodenpaare unterschiedlicher Höhe ist realisierbar.
1. Elektroden für Zündsysteme, insbesondere für Zündkerzen, die zumindest teilweise aus
einem Verbundwerkstoff in stababschnittsförmiger oder doublé-rohrabschnittsförmiger
Ausbildung hergestellt sind, wobei der Mantel aus Edelmetall und der Kern bei stababschnittsförmiger
Ausbildung bzw. die innere Schicht bei doublé-rohrabschnittsförmiger Ausbildung aus
unedlem Metall oder der Mantel aus unedlem Metall und der Kern/die innere Schicht
aus Edelmetall bestehen.
2. Elektrode nach Anspruch 1, ausgebildet als Mittelelektrode mit Durchmessern von 0,5
mm bis 2 mm, wobei die Mittelelektrode einstückig aus dem stababschnittsförmigen Verbundwerkstoff
ausgebildet ist, oder wobei der stababschnittsförmige Verbundwerkstoff stirnseitig
an einer Kupferkernmittelelektrode angeordnet (Fig. 2, 2a).
3. Elektrode nach Anspruch 1, ausgebildet als Mittelelektrode, deren zündseitiger Elektrodendurchmesser
größer als der Durchmesser des Mittelelektrodenkörpers ist, wobei der Verbundwerkstoff
in Form eines Doublé-Rohrabschnitts den zündseitigen Endbereich des Mittelelektrodenkörpers
zumindest teilweise ringförmig umfaßt (Fig. 3).
4. Elektrode nach Anspruch 1, ausgebildet als Masseelektrode in Form einer Ringelektrode,
die aus dem Verbundwerkstoff in Form eines Doublé-Rohrabschnitts gebildet ist (Fig.4).
5. Zündkerze mit zumindest einer der Elektroden nach einem der Ansprüche 1 bis 4.
6. Zündkerze nach Anspruch 5 mit einer Mittelelektrode, deren zündseitiger Elektrodendurchmesser
größer als der des Mittelelektrodenkörpers ist, bei der der Verbundstoff in Form eines
Doublé-Rohrabschnitts den zündseitigen Endbereich des Mittelelektrodenkörpers zumindest
teilweise ringförmig umfaßt, wobei der Mantel (16) aus Edelmetall besteht, wobei diese
Mittelelektrode von einer Ringelektrode umgeben ist, die aus einem Doublé-Rohrabschnitt
ausgebildet ist, dessen innerer Bereich (14) aus Edelmetall, dessen äußerer Bereich
(15) aus oxydationsbeständigem Werkstoff gebildet ist (Fig. 6).
7. Zündkerze nach Anspruch 5 mit Seitenelektroden, wobei der Mittelelektrodenkörper aus
an sich bekanntem Nickelmantel und Kupferkern besteht, wobei an den Körper zündseitig
ein Stababschnitt des Verbundwerkstoffs durch Schweißen aufgebracht ist, und wobei
der Mantel (13) aus Edelmetall und der Kern (13a) aus dem gleichen Material, beispielsweise
Nickel, wie das anliegende Material des Mittelelektrodenkörpers besteht (Fig. 5).
8. Zündkerze nach Anspruch 5, bei der die Mittelelektrode einen Mittelelektrodendurchmesser
von = oder < 1,2 mm aufweist, wobei der Verbundwerkstoff in Form eines Stababschnitts
dieses Durchmessers ausgebildet und in dem Isolatorglas eingeschmolzen ist (Fig. 7).