[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auflösen von Faserbändern nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Für das OE-Spinnen wird ein Faserband mittels einer Auflösewalze, die an ihrem Umfang
Kämmelemente, zum Beispiel Sägezähne oder Nadeln trägt, bis zur Einzelfaser aufgelöst.
Das Faserband wird der Auflösewalze von einer Speiseeinrichtung gleichmäßig zugeführt.
Eine bekannte Speiseeinrichtung weist dazu eine geriffelte Walze sowie einen Zuführtisch
oder eine Speisemulde auf, die beide zusammenwirken und eine Klemmstelle bilden. An
der Umlenkkante des Zuführtisches gelangt das Faserband in den Wirkbereich der auf
dem Umfang der Auflösewalze umlaufenden Kämmelemente. Hier wird das Faserband umgelenkt
und als sogenannter Faserbart ausgekämmt. Die Auflösewalze wird üblicherweise mit
einer Umfangsgeschwindigkeit von 20 bis 30 m/sec angetrieben. Um eine ungleichmäßige
Auflösung des Faserbandes und ein vermehrtes Herauslösen von nicht oder nur unvollständig
aufgelösten Faserbüscheln aus dem Faserband zu vermeiden, werden hohe Umfangsgeschwindigkeiten
der Auflösewalze gewählt.
[0003] Die Kämmelemente sind so auf dem Umfang der Auflösewalze angeordnet, daß ihre zur
Rotationsachse der Auflösewalze idealerweise gleich beabstandeten Spitzen auf einer
gedachten wendelförmigen Kurve liegen, vergleichbar einem eingängigen oder mehrgängigen
Gewinde. Die Kämmelemente bzw. deren Brustflächen sind üblicherweise unter einem Winkel
von 15° bis 20° in Laufrichtung der Auflösewalze geneigt, um das Einziehen der Fasern
in die durch den wendelförmigen Verlauf der Spitzen zwischen den Kämmelementen gebildeten
Gassen zu unterstützen.
[0004] Ein derartiger sogenannter positiver Brustwinkel der Kämmelemente erschwert jedoch
das Ablösen der Fasern von der Auflösewalze zum Weitertransport im Luftstrom. Zur
Unterstützung beim Ablösen der Fasern von den Kämmelementen der Auflösewalze wird
die Transportluftgeschwindigkeit jeweils höher als die Umfangsgeschwindigkeit der
Auflösewalze eingestellt. Die Fasern werden zu einem Drallgeber wie dem Spinnrotor
oder den Friktionswalzen gefördert und dort zur Garnstärke gesammelt, abgezogen und
gedreht.
[0005] Eine als Friktionsspinneinrichtung ausgebildete Open-End-Spinnvorrichtung mit zwei
Friktionswalzen wird beispielsweise in der DE 195 26 845 A1 beschrieben.
[0006] Aus der DE 24 40 224 B2 ist es bekannt, im Bereich des Faserbartes Luft radial zur
Auflösewalze hin zu blasen, um den Faserbart an die Kämmelemente der Auflösewalze
zu drücken. Dies soll verhindern, daß der frei hängende Faserbart sich von der Garnitur
wegbewegt und die Auflösung schlechter wird. Eine gleichmäßige Dosierung der Luftzufuhr
an allen Spinnstellen ist jedoch sehr schwierig zu bewerkstelligen. Nachteilig ist
dabei auch, daß der Andrückluftstrom Kurzfasern mitreißt und der zusätzliche ständige
Druckluftverbrauch die Betriebskosten nachhaltig erhöht.
[0007] Die DE 31 27 415 A1 offenbart eine Zuführ- und Auflöseeinrichtung, die durch die
Verwendung von als Zahnleiste ausgebildeten feststehenden Stützelementen das Faserband
im Bereich der Garnitur der Auflösewalze halten und das Verschieben des Faserbartes
in axialer Richtung der Auflösewalze verhindern soll.
[0008] Dabei können die Zacken eines Stützelementes in die zwischen den Garniturelementen
vorhandenen Garniturgassen eingreifen. Die Verwendung des Stützelementes als Kämmelement
erfordert parallele Zahnreihen auf dem Umfang der Auflösewalze, wie sie in Fig. 8
der DE 31 27 415 A1 dargestellt sind. Parallele Zahnreihen sind jedoch für ein effektives
Auskämmen ungeeignet. Aus diesem Grunde konnte sich die Vorrichtung in den letzten
zwei Jahrzehnten nicht durchsetzen.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bekannte Vorrichtungen zur Auflösung von
Faserbändern für die Speisung einer OE-Spinnvorrichtung zu verbessern.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0011] Vorteilhafte Ausführungen der Vorrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Die erfindungsgemäße Ausbildung der Vorrichtung führt zu einer besonders intensiven
Einwirkung und Wechselwirkung der Kämmelemente der Auflösewalze und der Unterstützungswalze
auf das Fasermaterial. Das Fasermaterial wird einerseits besser in den Wirkbereich
der Kämmelemente eingezogen sowie besser in die Gassen zwischen den Kämmelementen
gedrückt und der Wirkung der Kämmelemente stärker ausgesetzt, andererseits aber auch
das Herauslösen der Fasern aus der Auf lösewalze durch die Reibung der zusätzlichen
Kämmelemente unterstützt. Ein Ausweichen des Faserbartes vor den Kämmelementen wird
verhindert und die Zahl der gleichzeitig in das Fasermaterial eingreifenden Kämmelemente
und deren Wirkung auf das Fasermaterial vorteilhaft erhöht. Die Auflösung des Fasermaterials
wird nachhaltig verbessert. Die Anordnung der Kämmelemente auf der Auflösewalze in
Form eines eingängigen oder mehrgängigen Gewindes führt durch den axialen Schub, den
die Gewindegänge auf die Fasern erzeugen, ebenfalls zu einer Unterstützung beim Herauslösen
der Fasern aus der Auflösewalze. Ein sicheres Herauslösen der Fasern aus der Auflösewalze.
Ein sicheres Einhalten der erforderlichen Winkelstellung der Unterstützungswalze gegenüber
der Auflösewalze ohne gegenseitige Berührung ist gewährleistet. Insbesondere wird
eine Berührung bei gleichzeitiger Optimierung der Wirkung der Kämmelemente vermieden,
wenn der Eingriff der Kämmelemente der Unterstützungswalze jeweils in die Mitte des
gassenförmig ausgebildeten Zwischenraumes zwischen den Wendeln der Kämmelemente der
Auflösewalze erfolgt. Es können weiterhin die kostengünstig in großer Serie gefertigten
Auflösewalzen in normaler Ausführung eingesetzt werden.
[0013] Vorzugsweise sind die Kämmelemente so ausgebildet, daß sie einen Brustwinkel α aus
dem Bereich von +5° bis -10° aufweisen. Diese Ausbildung erleichtert das Herauslösen
der Fasern aus der Auflösewalze erheblich und ermöglicht es, den zur Unterstützung
des Herauslösens der Fasern aus der Auflösewalze benutzten Luftstrom mit geringer
Geschwindigkeit fließen zu lassen. Die zum Erzeugen des Luftstromes erforderliche
Druckdifferenz kann auf einen sehr viel niedrigeren Wert als üblich abgesenkt werden.
Vorteilhaft beträgt der Unterdruck einer der Erzeugung des mit den von der Auflösewalze
abgelösten Fasern beaufschlagten Luftstromes dienenden Unterdruckquelle unter 10 mbar,
insbesondere 3 bis 5 mbar. Ein derartig deutlich gegenüber einem Unterdruck von 20
bis 25 mbar bei üblichen Auflösevorrichtungen verminderter Unterdruck für die Erzeugung
des Transportluftstromes führt zu einer beträchtlichen Betriebskostenersparnis bei
der Vielzahl von Spinnstellen einer Spinnmaschine. Diese Ersparnis läßt sich sowohl
bei Friktionsspinnmaschinen wie auch bei Rotorspinnmaschinen erzielen.
[0014] Vorzugsweise beträgt die Umfangsgeschwindigkeit der Auflösewalze weniger als 15 m/s,
bevorzugt 4 bis 10 m/s. Dies ermöglicht einen besonders schonenden Auflösevorgang
und vermindert Faserschädigungen und den Verschleiß der Kämmelemente. Auch das Entstehen
von Feinstaub kann so verringert werden. Insbesondere aber lösen sich dadurch die
Fasern, von denen ohnehin nicht alle auf dem kurzen Weg zwischen Faserbart und der
in den Faserleitkanal führenden Öffnung in der Walzenabdeckung auf die Umfangsgeschwindigkeit
der Auflösewalze beschleunigt werden, mit einer deutlich geringeren Geschwindigkeit
als üblich von der Auflösewalze. Die herabgesetzte Umfangsgeschwindigkeit der Auflösewalze,
eine kurze Verweilzeit der Fasern auf dem Umfang der Auflösewalze sowie zusätzlich
das Zusammenwirken mit einer herabgesetzten Geschwindigkeit des Luftstromes zwischen
der Auflösewalze und der OE-Spinnvorrichtung führt zu einer erwünscht niedrigen Geschwindigkeit
der Fasern beim Auftreffen im Spinnzwickel einer Friktionsspinnvorrichtung. Dort treffen
die Fasern auf einen sich bildenden Faden, der üblicherweise mit einer Geschwindigkeit
von lediglich 3 bis 5 m/sec bewegt und abgezogen wird. Beim Auftreffen wird bei der
erfindungsgemäßen Ausführung der Vorrichtung die sonst auftretende erhebliche Stauchung
vermieden und dem daraus resultierenden Effekt, daß die Fasern nicht ausgestreckt
im Fadenverband liegen, vorgebeugt. Dies wirkt sich auf Garnparameter wie zum Beispiel
die Festigkeit vorteilhaft aus.
[0015] Vorzugsweise ist die Unterstützungswalze über einen Zahnradtrieb mit der Auflösewalze
gekoppelt und das Übersetzungsverhältnis zwischen der Auflösewalze und der Unterstützungswalze
beträgt 1:2. Durch die formschlüssige Bauform des Antriebes wird das Übersetzungsverhältnis
auf einfache Weise konstant und sicher eingehalten und damit ein berührungsfreier
Eingriff der Kämmelemente gewährleistet. Die zu den Walzen zugehörigen Zahnräder können
den gleichen Durchmesser wie die jeweilige Walze erhalten. Eine derartige Ausführung
erleichtert zudem den Ein- und Ausbau der beiden Walzen.
[0016] In einer bevorzugten Ausbildung ist jeweils wenigstens ein Teilbereich der Oberfläche
der Kämmelemente als aufgerauhte Oberfläche ausgebildet. Mit einer aufgerauhten Oberfläche
kann die Wirkung der Kämmelemente verstärkt werden.
[0017] Vorteilhaft ist die durch die Anordnung der Kämmelemente gebildete Wendel in ihrem
Verlauf um den Umfang der Walze herum durch kämmelementfreie Abschnitte unterbrochen.
Einem seitlichen Austreten von Fasern aus dem Kämmbereich,erzeugt durch übermäßige
axiale Förderwirkung, wie sie bei geringem Abstand der aufeinander folgenden Kämmelemente
beziehungsweise bei enger Nadelteilung auftreten kann, wird damit vorgebeugt.
[0018] Die vorzugsweise Ausführung der Kämmelemente der Unterstützungswalze als Abschnitte
eines Spitzgewindes läßt sich besonders einfach und kostengünstig herstellen. Nach
dem Aufbringen eines Gewindes auf die Walzenoberfläche kann die Herstellung der Abschnitte
durch Fräsen oder Schleifen erfolgen. Die Ausführung mit nur abschnittsweise auf dem
Umfang der Unterstützungswalze vorhandenen Gewindewendeln unterstützt ein erwünschtes,
der Vergleichmäßigung des Auflösevorganges dienendes axiales Wandern einzelner Fasern
auf dem Umfang der Auflösewalze von einer Kämmelementgasse zur benachbarten Kämmelementgasse,
ohne daß es zu der vorbeschriebenen übermäßigen axialen Förderwirkung mit ihren nachteiligen
Folgen kommt.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ist die Unterstützungswalze
in einer Halterung gelagert, die gleichzeitig die Faserbandzuführeinrichtung trägt.
Durch Verschwenken der Halterung samt Unterstützungswalze mittels eines Handgriffes
können die Kämmelemente der Auflösewalze und der Unterstützungswalze außer Eingriff
kommen und beide Walzen durch axiales Herausziehen ausgebaut werden. Der Ein- und
Ausbau der Auflösewalze und der Unterstützungswalze wird auf diese Weise vereinfacht
und erleichtert. Die Anordnung der Faserbandzuführeinrichtung auf der Halterung und
die Lagerung der Unterstützungswalze in dieser Halterung ermöglicht eine besonders
kompakte Bauweise und eine gute Zugänglichkeit zu den Bauelementen der Auflösevorrichtung.
[0020] Vorteilhaft weisen die Auflösewalze und die Unterstützungswalze Markierungen zum
Positionieren auf. Die Markierungen lassen sich leicht und mit wenig Aufwand erzeugen,
zum Beispiel durch Farbauftrag oder durch Einritzen oder Einschlagen, und erlauben
als Montagehilfe beim Wiedereinbau der beiden Walzen ein schnelles und genaues Reproduzieren
der erforderlichen Winkelstellung bzw. der axialen Position.
[0021] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den nachfolgend anhand der Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen entnehmbar.
[0022] Es zeigen:
- Fig. 1
- die Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Auflöseeinrichtung mit einem Schnitt durch
eine Friktionsspinneinrichtung,
- Fig. 2
- die Auflöseeinrichtung der Fig. 1 in Seitenansicht, teilweise im Schnitt,
- Fig. 3 bis 6
- unterschiedliche Ausführungsformen der Kämmelemente.
[0023] In der Fig. 1 ist eine Auflösevorrichtung 1 dargestellt, die über einen Faserleitkanal
2 mit einer OE-Spinnvorrichtung 3 verbunden ist. Das Fasermaterial wird in Form eines
Faserbandes 4 über einen Zuführtisch 5 mittels einer Speisewalze 6 einer Auflösewalze
8 zugeführt. Eine Feder 27 drückt den Zuführtisch 5 gegen die Speisewalze 6. Dadurch
wird eine Klemmstelle 7 gebildet, die vom Faserband 4 durchlaufen werden muß. Nach
Durchlaufen der Klemmstelle 7 gelangt das Faserband 4 in den Wirkbereich der Auflösewalze
8 und wird an der Vorderkante des Zuführtisches 5 umgelenkt. Die Kämmelemente 9 der
Auflösewalze 8 kämmen das als Faserbart 10 in den Wirkbereich der Auflösewalze 8 hineinragende
Fasermaterial und lösen Fasern aus dem Faserverband heraus. Der Zuführtisch 5 ist
auf einer Halterung 12 angeordnet, in der unterhalb des Zuführtisches 5 eine Unterstützungswalze
13 gelagert ist. Die Unterstützungswalze 13 greift mit ihren Kämmelementen 14 in den
Wirkbereich der Kämmelemente 9 der Auflösewalze 8 ein und schafft so einen gemeinsamen
Wirkbereich 11 mit der Auflösewalze 8. Sowohl die Kämmelemente 9 der Auflösewalze
8 wie auch die Kämmelemente 14 der Unterstützungswalze 13 sind als Nadeln ausgebildet,
die senkrecht auf dem Walzenumfang stehend angeordnet sind. Die Nadeln haben in dieser
Stellung den Brustwinkel 0°. Sie können aber auch als Zähne, insbesondere als Zähne
einer Ganzstahlgarnitur, ausgebildet sein.
[0024] Während die Rotation der Auflösewalze 8 in der Darstellung der Fig. 1 im Uhrzeigersinn
erfolgt, dreht die Unterstützungswalze 13 in entgegengesetzter Richtung. Die Drehrichtung
der Walzen ist durch Richtungspfeile verdeutlicht. Die Lage von Auflösewalze 8 und
Unterstützungswalze 13 ist so eingestellt, daß die Spitzen der Kämmelemente 14 der
Unterstützungswalze 13 im Wirkbereich 11 jeweils in den freien Raum zwischen den Kämmelementen
9 der Auflösewalze 8 eingreifen, und umgekehrt die Kämmelemente 9 der Auflösewalze
8 im Wirkbereich 11 jeweils in den freien Raum zwischen den Kämmelementen 14 der Unterstützungswalze
13 eingreifen. Dadurch durchlaufen alle Fasern des Faserbartes 10 den Wirkbereich
11 der Kämmelemente 9, 14 und werden weitgehend gleich stark von den Kämmelementen
9, 14 bearbeitet.
[0025] Hinter dem Wirkbereich 11 werden die aus dem Faserbart 10 ausgekämmten Fasern durch
eine Öffnung in der Walzenabdeckung 15, die nahe am Wirkbereich 11 liegt, mit Unterstützung
eines Luftstromes von der Auflösewalze 8 abgelöst und durch den Faserleitkanal 2 in
den von zwei Siebtrommeln 16 gebildeten Spinnzwickel einer als Friktionsspinnvorrichtung
ausgebildeten OE-Spinnvorrichtung 3 transportiert. Der Abstand zwischen Wirkbereich
11 und der Öffnung in der Walzenabdeckung 15 ist gering gehalten, so daß die meisten
Fasern auf diesem kurzen Weg nicht auf die Umfangsgeschwindigkeit der Auflösewalze
8 beschleunigt werden.
[0026] Die beiden Siebtrommeln 16 der OE-Spinnvorrichtung 3 sind auf einer feststehenden
Saugeinrichtung 17 gelagert, die von einer aus Vereinfachungsgründen nicht dargestellten
Unterdruckquelle gespeist wird. Jeweils ein Saugschlitz 18 ist zum Spinnzwickel gerichtet.
Die durch die Saugschlitze 18 einströmende Luft wird dem Spinnzwickel durch die Öffnung
in der Walzenabdeckung 15 und den Faserleitkanal 2 zugeführt. Der sich bildende Faserstrang
dreht sich durch die Reibung an den Siebtrommeln 16 und erzeugt ein Garn. Das Garn
wird von einer nicht dargestellten Abzugsvorrichtung abgezogen und auf eine Spule
gewickelt.
[0027] In der in Fig. 2 dargestellten Seitenansicht ist zu erkennen, daß die Kämmelemente
9, 14 der Auflösewalze 8 und der Unterstützungswalze 13 wendelförmig verlaufend angeordnet
sind.
[0028] Die Steigungsrichtung der Wendel der Auflösewalze 8 ist entsprechend den Drehrichtungen
der Auflösewalze 8 und der Unterstützungwalze 13 entgegengesetzt zur Steigungsrichtung
der Unterstützungswalze 13.
[0029] Auflösewalze 8 und Unterstützungswalze 13 sind so zueinander angeordnet, daß die
in einer Wendel angeordneten Kämmelemente 14 der Unterstützungswalze 13 im Wirkbereich
11 jeweils in den gassenförmig ausgebildeten Zwischenraum zwischen zwei benachbarten
Wendeln der ebenfalls wendelförmig verlaufend angeordneten Kämmelemente 9 der Auflösewalze
8 in die Mitte der Gasse eingreifen. Die Auflösewalze 8 und die Unterstützungswalze
13 weisen an ihrer Stirnseite Markierungen 19 auf, die wie in Fig. 1 dargestellt fluchtend
eingestellt werden und so ein schnelles Reproduzieren der erforderlichen Winkelstellungen
erlauben. Der Antrieb der Unterstützungwalze 13 erfolgt durch einen Zahnradtrieb mit
einem mit der Auflösewalze 8 umlaufenden Zahnrad 20 und einem mit der Unterstützungswalze
13 umlaufenden Zahnrad 21. Mit dem in Fig. 1 erkennbaren Hebel 22 kann die Halterung
12 entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt werden, so daß Kämmelemente 9, 14 und Zahnräder
20, 21 außer Eingriff kommen und die Auflösewalze 8 und die Unterstützungswalze 13
durch axiales Herausziehen ausgebaut werden können.
[0030] Fig. 3 zeigt die als Kämmelemente wirkenden Zähne 23 einer Ganzstahlgarnitur auf
einer herkömmlichen Auflösewalze. Die Zähne 23 sind mit einem positiven Brustwinkel
α ausgebildet, wie er bei Auflösewalzen üblicherweise eingesetzt wird, um das Einziehen
der Fasern zwischen die Kämmelemente der Auflösewalze zu unterstützen, der jedoch
das Herauslösen der Fasern aus der Auflösewalze erheblich erschwert.
[0031] Fig. 4 zeigt Zähne 24 einer Ganzstahlgarnitur mit negativem Brustwinkel α, die als
erfindungsgemäße Kämmelemente 9, 14, 24 wirken können. Der negative Brustwinkel α
der Zähne 24 erleichtert das Herauslösen der Fasern aus der Auflösewalze 8 wesentlich.
Die Anordnung und die Funktion der Unterstützungswalze 13 sorgt dabei für ein ausreichendes
Einziehen der Fasern des Faserbartes 10 in die Gassen zwischen den Kämmelementen 9.
Die Zähne 24 weisen an ihren beiden Seiten in einem Teilbereich 30 eine aufgerauhte
Oberfläche auf. Diese aufgerauhte Oberfläche kann zum Beispiel durch Strahlbehandlung
oder auch durch Beschichtung mit Diamantkorn erzeugt werden und erhöht durch ihre
Rauheit die Auflöse- und Mitnahmewirkung der Kämmelemente 9 auf das Fasermaterial.
[0032] Die in den Fig. 5 und 6 dargestellten Ausführungen der Unterstützungswalze 28, 29
weisen Kämmelemente 25, 26 auf, die zum Beispiel durch Fräsbearbeitung an einer Walze
mit Spitzgewinde erzeugt sind. Die Ausführungsform der Unterstützungswalze 28 weist
pro Gewindegang vier Kämmelemente 25 und die Ausführungsform der Unterstützungswalze
29 pro Gewindegang zwei Kämmelemente 26 auf. Die durch Fräsen entstandenen Bearbeitungsflächen
unterbrechen die Wendeln des jeweiligen Spitzgewindes und erzeugen die als Kämmelemente
25, 26 wirkenden Formen.
[0033] Als Ausführungsbeispiel in Fig. 1 ist eine Friktionsspinneinrichtung gewählt. Der
Erfindungsgegenstand kann auch vorteilhaft in Rotorspinneinrichtungen eingesetzt werden,
wie sie zum Beispiel aus der DE 43 09 947 A1 bekannt sind. Die Erfindung ist nicht
auf die dargestellten Ausführungsformen und Anwendungsbeispiele beschränkt.
1. Vorrichtung zum Auflösen von Faserbändern (4) zur Speisung einer OE-Spinnvorrichtung
(3) mit einer Faserbandzuführeinrichtung zu einer rotierenden, auf ihrem Umfang wendelförmig
verlaufende Kämmelemente (9, 24) aufweisenden Auflösewalze (8) und mit einer von der
Faserbandzuführeinrichtung gebildeten Klemmstelle (7), wobei die Kämmelemente (9,
24) in das an der Klemmstelle (7) geklemmte und als Faserbart (10) in den Wirkbereich
der Kämmelemente (9, 24) ragende Fasermaterial eingreifen,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine ebenfalls wendelförmig verlaufende Kämmelemente (14, 24, 25, 26) aufweisende,
gegenläufig zur Auflösewalze (8) drehende und mit dieser in einem gemeinsamen Wirkbereich
(11) kämmende Unterstützungswalze (13, 28, 29) in Faserflußrichtung nach der Klemmstelle
(7) angeordnet ist,
daß ein Eingriff der Kämmelemente (14, 24, 25, 26) der Unterstützungswalze (13, 28,
29) jeweils in den gassenförmig ausgebildeten Zwischenraum zwischen den Wendeln der
Kämmelemente (9, 24) der Auflösewalze (8) erfolgt
und daß das Übersetzungsverhältnis zwischen der Drehzahl der Auflösewalze (8) und
der Drehzahl der Unterstützungswalze (13, 28, 29) und das Verhältnis von Steigungshöhe
der durch die Anordnung der Kämmelemente (9, 24) der Auflösewalze (8) gebildeten Wendel
zu entsprechender Steigungshöhe der Unterstützungswalze (13, 28, 29) gleich groß ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Eingriff der Kämmelemente
(14, 24, 25, 26) der Unterstützungswalze (13, 28, 29) jeweils in die Mitte des gassenförmig
ausgebildeten Zwischenraumes zwischen den Wendeln der Kämmelemente (9, 24) der Auflösewalze
(8) erfolgt.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kämmelemente (9) einen Brustwinkel α von +5° bis -10° aufweisen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine Unterdruckquelle, die der Erzeugung
eines mit von der Auflösewalze (8) abgelösten Fasern beaufschlagten Luftstromes dient
und auf einen Unterdruck von unter 10 mbar, insbesondere von 3 bis 5 mbar, eingestellt
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Umfangsgeschwindigkeit der Auflösewalze (8) weniger als 15 m/s, insbesondere 5 bis
10 m/s, beträgt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Unterstützungswalze (13, 28, 29) über einen Zahnradtrieb mit der Auflösewalze (8)
gekoppelt ist und das Übersetzungsverhältnis zwischen der Auflösewalze (8) und der
Unterstützungswalze (13, 28, 29) 1:2 beträgt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
wenigstens ein Teilbereich der Oberfläche der Kämmelemente (9, 14, 24, 25, 26) als
aufgerauhte Oberfläche ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
durch die Anordnung der Kämmelemente (14, 25, 26) der Unterstützungswalze (28, 29)
gebildete Wendel in ihrem Verlauf um den Umfang der Walze herum durch kämmelementfreie
Abschnitte unterbrochen ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kämmelemente (25, 26) der Unterstützungswalze (28, 29) als Abschnitte eines Spitzgewindes
ausgebildet sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Unterstützungswalze (13, 28, 29) in einer Halterung (12) gelagert ist, die gleichzeitig
die Faserbandzuführeinrichtung trägt.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auflösewalze (8) und die Unterstützungswalze (13, 28, 29) Markierungen (19) zum Positionieren
aufweisen.