[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Starten eines Kraftfahrzeugs gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Der Startvorgang wird in Kraftfahrzeugen durch Betätigung eines Zündanlaßschalters
durchgeführt, wobei herkömmliche Zündanlaßschalter fünf ausgangsseitige Kontakte besitzen,
auf die in Abhängigkeit von der Stellung des Zündanlaßschalters die am Eingangskontakt
anliegende Batteriespannung durchgeschaltet wird. Zum Starten des Kraftfahrzeugs wird
der im Zündanlaßschalter steckende Zündschlüssel in eine Endposition gegen eine federnde
Rückstellkraft gedreht, wodurch die Batteriespannung auf den ausgangsseitigen Kontakt
des Zündanlaßschalters gelegt wird, der mit dem Starter des Kraftfahrzeugs in Verbindung
steht. Sobald der Motor läuft, wird der Zündschlüssel losgelassen, so daß dieser selbsttätig
aus der Startposition in die Fahrtposition zurückkehrt und dabei eine den Fahrtzustand
repräsentierende Klemme auf die Batteriespannung durchschaltet. Die weiteren ausgangsseitigen
Klemmen eines herkömmlichen Zündanlaßschalters repräsentieren den Parkzustand oder
Schaltzustände, in denen unterschiedliche Gruppen von elektrischen Verbrauchern bei
stehendem Motor eingeschaltet werden können.
[0003] Ein derart vielpoliger Zündanlaßschalter ist in seinem mechanischen Aufbau verhältnismäßig
aufwendig und erfordert aufgrund der hohen Kontaktzahl auch eine entsprechend aufwendige
Verdrahtung.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Starten eines Kraftfahrzeugs
zu schaffen, das unter Verwendung eines möglichst einfach aufgebauten Zündanlaßschalter
realisierbar ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erhält man mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
[0006] Eine Steuerlogik stellt fest, ob sich der Zündanlaßschalter in Startstellung oder
in Nullstellung befindet, wobei in der Startstellung der Starter des Motors aktiviert
ist und eine Abschaltung anderer elektrischer Verbraucher erfolgt, so daß während
des Startvorgangs eine unnötige Belastung des Bordnetzes bzw. der Batterie vermieden
wird. Außerdem erkennt die Steuerlogik, wenn sich der Zündanlaßschalter weder in der
Startstellung noch in der Nullstellung befindet, so daß daraus auf den Zustand

Fahrt" geschlossen werden kann und die abgeschalteten Verbraucher wieder eingeschaltet
werden können. Das erfindungsgemäße Verfahren arbeitet mit einem Zündanlaßschalter,
welcher nur zwei ausgangsseitige Kontakte besitzt, auf die die Batteriespannung in
der jeweils entsprechenden Schlüsselstellung durchgeschaltet wird. Dadurch ergibt
sich ein sehr einfacher Aufbau für den Zündanlaßschalter und eine wesentlich einfachere
Verdrahtung gegenüber den fünfpoligen herkömmlichen Zündanlaßschalter.
[0007] Besonders vorteilhaft ist es, den Startvorgang nach kurzer Betätigung der Startstellung
selbsttätig ablaufen zu lassen. Dabei wird ein in der Startstellung des Zündanlaßschalters
an der entsprechenden Ausgangsklemme abgegebener Startimpuls als Startanforderung
gewertet, so daß über die Steuerlogik eine Abschaltung der nicht benötigten elektrischen
Verbraucher und eine Betätigung des Starters erfolgen kann, bis der Motor läuft. Der
Startvorgang wird für den Fahrer dadurch sehr komfortabel, wobei außerdem eine zu
kurze oder eine über den eigentlichen Startvorgang andauernde Betätigung der Startstellung
ohne negativen Einfluß bleibt, da der Startvorgang selbsttätig abläuft.
[0008] Aus der DE 30 05 100 C2 ist eine Vorrichtung für einen Verbrennungsmotor bekannt,
die eine selbsttätige Durchführung eines Startvorganges ermöglicht. Dabei handelt
es sich um eine Stop-Start-Vorrichtung, die nicht über den Zündanlaßschalter betätigt
wird, sondern über eine spezielle Start-Taste. Der dabei verwendete Zündanlaßschalter
entspricht den herkömmlichen Zündanlaßschaltern.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann weiterhin vorgesehen sein, daß durch Nullstellung
des Zündanlaßschlalters zu jedem Zeitpunkt eine sofortige Unterbrechung des Startvorgangs
möglich ist. Eine unbeabsichtigte Betätigung des Starters kann dadurch sofort wieder
rückgängig gemacht werden.
[0010] Der Erfindung liegt außerdem die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahren zu schaffen.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe wird durch die im Anspruch 4 aufgeführten Merkmale erhalten.
Ein Zündanlaßschalter mit zwei Ausgangsklemmen, von denen die eine die Startstellung
und die andere die Nullstellung des Zündanlaßschalters repräsentiert, hat aufgrund
der geringen Anzahl von Kontakten und Schaltstellungen einen sehr einfachen Aufbau.
Außerdem wird gegenüber herkömmlichen vielpoligen Zündanlaßschaltern eine wesentlich
einfachere Verdrahtung erreicht. Für die Fahrtstellung wird an dem Zündanlaßschalter
kein spezieller Kontakt benötigt, da eine Steuerlogik erkennt, ob eine der beiden
Ausgangsklemmen des Zündanlaßschalters aktiviert ist, d. h. ob an einer der beiden
Ausgangsklemmen die Batteriespannung anliegt, oder ob sich der Zündanlaßschalter in
einer Neutralstellung, die die Fahrtstellung repräsentiert, befindet.
[0012] Der Zündanlaßschalter kehrt nach Betätigung des Startkontakts selbsttätig in die
neutrale Fahrtstellung zurück. Dies kann auf einfache Weise mittels der Rückstellkraft
einer im Zündlastschloß angeordneten Feder erfolgen.
[0013] Die mit dem Zündanlaßschalter verbundene Steuerlogik ist an ihrem Ausgang mit einem
Multiplexschaltgerät verbunden, über das die elektrischen Verbraucher des Kraftfahrzeugs
ein- oder ausgeschaltet werden können. Am Ausgang der Steuerlogik können die drei
Positionen des Zündanlaßschalters durch entsprechende, die jeweilige Position kennzeichnende
Signale angezeigt werden, so daß das Multiplexschaltgerät die der jeweiligen Position
des Zündanlaßschalters entsprechende An- oder Abschaltung von elektrischen Verbrauchern,
zu denen auch der Starter (Anlasser) gehört, vornehmen kann.
[0014] Das Multiplexschaltgerät ist vorzugsweise mit steuerbaren Halbleiterschaltern zum
Ein- und Abschalten der elektrischen Verbraucher bestückt. Über das Multiplexschaltgerät
kann außerdem bei einer Überbelastung des Bordnetzes eine Abschaltung von elektrischen
Verbrauchern in einer bestimmten Rangfolge vorgenommen werden. Somit kann das Multiplexschaltgerät
nicht nur in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Zündanlaßschalter, sondern auch
in Verbindung mit einem Bordnetzsteuergerät vorteilhaft genutzt werden.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Blockschaltbildes
näher erläutert.
[0016] Das Blockschaltbild umfaßt einen Zündanlaßschalter 1 mit einer Eingangsklemme 2 und
zwei Ausgangsklemmen 3, 4. An der Eingangsklemme 2 liegt die Batteriespannung B
+ an, während die Ausgangsklemmen 3, 4 mit dem Eingang einer Steuerlogik 5 verbunden
sind. Die Steuerlogik 5 steuert ein ausgangsseitig angeschlossenes Multiplexschaltgerät
6, welches zum An- oder Abschalten mehrerer elektrischer Verbraucher L1 bis Ln vorgesehen
ist. Das An- oder Abschalten der elektrischen Verbraucher L1 bis Ln erfolgt mittels
im Multiplexschaltgerät 6 angeordneten Halbleiterschaltern.
Die elektrischen Verbraucher L1 bis Ln umfassen den Starter (Anlasser) des Motors,
das Bordnetzsteuergerät, das Radio und weitere elektrische Einrichtungen.
[0017] Zum Starten wird der Zündschlüssel 7 aus der Nullstellung 8 in die Startstellung
9 gegen die Rückstellkraft einer Feder 10 gedreht, so daß wenigstens kurzzeitig die
Batteriespannung B
+ an der Ausgangsklemme 4 anliegt. Die Steuerlogik 5 erkennt die Startstellung des
Zündanlaßschalters und veranlaßt über das Multiplexschaltgerät 6 eine autonome Durchführung
des Startvorganges. Elektrische Verbraucher werden abgeschaltet, soweit diese für
den Startvorgang nicht erforderlich sind. Gleichzeitig wird der Starter so lange betätigt,
bis der Motor läuft. Die elektrischen Verbraucher werden dann wieder zugeschaltet,
soweit entsprechende Schaltanforderungen für die elektrischen Verbraucher vorliegen.
[0018] Für die Durchführung des Startvorganges ist es nicht erforderlich, daß der Zündschlüssel
7 ständig in der Startposition 9 gehalten wird, vielmehr kann die Steuerlogik 5 in
Verbindung mit dem Multiplexschaltgerät 6 so ausgebildet sein, daß nach einem kurzzeitigen
Aktivieren der Ausgangsklemme 4 der Startvorgang selbsttätig abläuft. Der Zündschlüssel
7 kann somit in die neutrale Stellung 11 mittels der Feder 10 rückgestellt werden,
und zwar bereits bevor der Startvorgang abgeschlossen ist. Die neutrale Stellung 11
repräsentiert den Zustand

Fahrt", den die Steuerlogik 5 daran erkennt, daß weder die Ausgangsklemme 3 noch die
Ausgangsklemme 4 mit der Batteriespannung B
+ beaufschlagt ist.
[0019] Sobald der Zündschlüssel 7 in die Nullstellung 8 zurückgedreht wird, erkennt die
Steuerlogik 5 aufgrund der an der Ausgangsklemme 3 anliegenden Batteriespannung B
+, daß der Motor abgestellt werden soll. Die Steuerlogik 5 nimmt daraufhin über das
Multiplexschaltgerät 6 die Abschaltung der entsprechenden elektrischen Verbraucher
und insbesondere die Abschaltung des Motors vor.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0020]
- 1
- Zündanlaßschalter
- 2
- Eingangsklemme
- 3
- Ausgangsklemme
- 4
- Ausgangsklemme
- 5
- Steuerlogik
- 6
- Multiplexschaltgerät
- 7
- Zündschlüssel
- 8
- Nullstellung
- 9
- Startstellung
- 10
- Feder
- 11
- neutrale Stellung
- L1 - Ln
- elektrische Verbraucher
- B+
- Batteriespannung
1. Verfahren zum Starten eines Kraftfahrzeugs, wobei der Startvorgang durch Betätigung
eines Zündanlaßschalters (1) in der Weise eingeleitet wird, daß beim Starten des Motors
andere elektrische Verbraucher (L1 bis Ln) abgeschaltet sind, die erst dann, wenn
der Motor gestartet ist, eingeschaltet werden,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerlogik (5) feststellt, ob sich der Zündanlaßschalter (1) in einer
Startstellung (9) oder in Nullstellung (8) befindet, daß die Steuerlogik (5) in der
Startstellung (9) den Starter des Motors aktiviert und eine Abschaltung anderer elektrischer
Verbraucher (L1 bis Ln) vornimmt, und daß die Steuerlogik (5), wenn sich der Zündanlaßschalter
(1) danach weder in Startstellung (9) noch in Nullstellung (8) befindet, den Zustand

Fahrt" erkennt und die abgeschalteten Verbraucher (L1 bis Ln) wieder einschaltet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach kurzer Betätigung der Startstellung (9) der Startvorgang mit zeitweiser
Abschaltung der elektrischen Verbraucher selbsttätig abläuft.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch Nullstellung (11) des Zündanlaßschalters (1) eine sofortige Unterbrechung
des Startvorgangs jederzeit möglich ist.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einem Zündanlaßschalter (1), dessen zum Starten des Motors vorgesehene Ausgangsklemme
(4) mittels eines Tastkontakts gegen eine Rückstellkraft einer Feder (10) aktivierbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Zündanlaßschalter (1) zwei Ausgangsklemmen (3, 4) hat, von denen die eine
in der Startstellung (9) und die andere in der Nullstellung (8) des Zündanlaßschalters
(1) aktiviert ist, während die Fahrtstellung des Zündanlaßschalters (1) eine neutrale
Stellung (11) ist, in der keine der beiden Ausgangsklemmen (3, 4) aktiviert ist, und
daß eine mit den Ausgangsklemmen (3, 4) verbundene Steuerlogik (5) in Abhängigkeit
von den Klemmenspannungen des Zündanlaßschalters (1) den Startvorgang und die An-
und Abschaltung von elektrischen Verbrauchern (L1 bis Ln) in der Startphase steuert.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zündanlaßschalter (1) nach Betätigung der die Startposition repräsentierenden
Ausgangsklemme (4) selbsttätig in die neutrale Fahrtstellung zurückkehrt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerlogik (5) in Abhängigkeit von der Stellung des Zündanlaßschalters
(1) ein Multiplexschaltgerät (6) steuert, das die elektrischen Verbraucher (L1 bis
Ln) ein- oder ausschaltet.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Multiplexschaltgerät (6) steuerbare Halbleiterschalter zum Ein- und Abschalten
der elektrischen Verbraucher (L1 bis Ln) hat.