[0001] Die Erfindung betrifft eine Wickelvorrichtung mit einer in die Wickelvorrichtung
einsetzbaren und aus dieser herausnehmbaren Wickelwelle mit Wickelkörper und an beiden
Enden in Richtung der Mittelachse der Wickelwelle vorstehenden Lagerzapfen, wobei
die Wickelvorrichtung zwei Außenlager zur Aufnahme der Lagerzapfen zur drehbaren Lagerung
der Wickelwelle in der Wickelvorrichtung aufweist und jedem Außenlager ein zusätzliches
Lager für die Wickelwelle beabstandet zugeordnet ist.
[0002] Derartige Wickelvorrichtungen sind vielfältig bekannt und dienen beispielsweise zum
Aufwickeln einer kontinuierlich zugeführten Materialbahn, wie einer Kunststoffolie
zu einem sogenannten Coil, der auf der Wickelwelle aufgewickelt wird. Hierzu wird
üblicherweise auf den Wickelkörper der Wickelwelle eine Hülse, beispielsweise aus
Pappe aufgeschoben, die den Kern des späteren Coils bildet.
[0003] Problematisch bei den bekannten Wickelvorrichtungen der eingangs genannten Art ist
die bisher unvermeidliche und zum Teil erhebliche Durchbiegung der Wickelwelle zwischen
ihren an den Lagerzapfen in ihren Endbereichen ausgebildeten Lagerstellen. Diese Durchbiegung
wirkt sich negativ auf die erhaltene Wickelqualität aus.
[0004] Ferner weist die Wickelwelle beim Anwickelvorgang, d. h. bei beginnendem Aufwickeln
der zugeführten Materialbahn den geringsten Durchmesser, nämlich ihren eigenen Durchmesser
bzw. den Außendurchmesser einer auf die Wickelwelle aufgeschobenen Hülse auf. Aufgrund
dieses geringsten Wickeldurchmessers erreicht die Wickelwelle hierbei ihre höchste
Drehzahl. Diese maximale Drehzahl wird jedoch durch die biegekritische Drehzahl der
Wickelwelle begrenzt, die sich aus der sich infolge des Eigengewichts einstellenden
Durchbiegung der Welle ergibt. Diese biegekritische Drehzahl, auf die die Wickelwelle
beim Anwickelvorgang maximal beschleunigt werden darf, begrenzt jedoch die Leistungsfähigkeit
der Wickelvorrichtung, so daß eine weitere Erhöhung der biegekritischen Drehzahl der
Wickelwelle wünschenswert ist.
[0005] Aus der DE 44 39 908 ist eine gattungsgemäße Wickelvorrichtung bekannt, bei der an
den Wellenenden der Wickelwelle eine Kompensationskraft aufgebracht wird, mittels
derer die Durchbiegung der Wickelwelle minimiert werden kann. Hierzu wird vorgeschlagen,
die Wickelwelle mittels ausfahrbarer Zylinder über Stützrollen oder Lagerringe abzustützen
und hierbei die gewünschte Kompensationskraft einzuleiten. Nachteilig bei dieser bekannten
Vorrichtung ist es jedoch, daß stets eine separate Energiequelle für die Zylinder
und zur Erzeugung der Kompensationskraft erforderlich ist, die überdies auch eine
Steuerungs- und Regeleinrichtung bedingt. Der Aufbau der bekannten Vorrichtung gestaltet
sich daher aufwendig und teuer. Zudem ist die bekannte Vorrichtung nur mit großen
Schwierigkeiten in eine Wickelvorrichtung integrierbar, bei der die Wickelwellen häufig
und mit hoher Geschwindigkeit automatisiert ausgewechselt werden müssen.
[0006] Aus der DE 196 36 184 A1 ist eine Tragstruktur bekannt, die in einer Art Lagerkorb
beidseits in zwei axial voneinander beabstandeten Lagern drehbar gelagert ist. Hierdurch
wird zwar ohne zusätzlichen Energie- und Steuerungsaufwand die Durchbiegung der Wickelwelle
verringert, jedoch ist hier ein Einsatz in automatisierten Wickelvorrichtungen und
die Möglichkeit des einfachen Wechselns einer solchen Wickelwelle nicht möglich.
[0007] Aus dem Stand der Technik sind ferner verschiedene Lösungsvorschläge für die Lagerung
auswechselbarer Wellen in einer Vorrichtung, z. B. Wickelwellen in einer Wickelvorrichtung
bekannt, wozu nur beispielhaft auf die DE-AS 1 009 336, US 3 038 680, GB 1 136 137
und DE 75 36 100 verwiesen wird. Allen diesen bekannten Lösungen ist es jedoch zueigen,
daß hier keine Möglichkeiten der Beeinflussung bzw. Verringerung der Durchbiegung
der Wickelwelle gegeben sind, was zu den eingangs erläuterten Problemen führt.
[0008] Die Erfindung hat sich von daher die Aufgabe gestellt, eine Wickelvorrichtung der
eingangs genannten Art vorzuschlagen, bei der mit geringem Aufwand die Durchbiegung
der Wickelwelle minimiert wird, um einerseits die biegekritische Drehzahl der Wickelwelle
zu erhöhen, was sich vorteilhaft auf die Leistungsfähigkeit der Wickelvorrichtung
auswirkt und andererseits über die Minimierung der Durchbiegung auch die Wickelqualität
der Wickelvorrichtung zu verbessern, wobei diese Wickelwelle vorzugsweise automatisiert
in die Wickelvorrichtung einsetzbar und aus dieser herausnehmbar, d. h. austauschbar
sein soll.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Wickelvorrichtung gemäß den Merkmalen
des Patentanspruches 1 gelöst.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindungen sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0011] Im Rahmen der Erfindung wird zur Lösung der gestellten Aufgabe vorgeschlagen, daß
jedes Außenlager mit einer Kupplungseinrichtung ausgestattet ist und die Kupplungseinrichtungen
entlang der Mittelachse der Wickelwelle verschiebbar sind und mit den jeweiligen Enden
der Lagerzapfen verbindbar oder entkoppelbar sind, und die zusätzlichen Lager zwischen
den mit den Außenlagern verbindbaren Enden der Lagerzapfen und dem Wickelkörper auf
den Lagerzapfen der Wickelwelle als Innenlager ausgebildet sind.
[0012] Die Erfindung lehrt, daß zur drehbaren Lagerung der Wickelwelle am Ende jedes Lagerzapfens
ein Außenlager und an den Außenlagern auf der dem Ende des Lagerzapfens abgewandten
Seite beabstandet je ein Innenlager angeordnet sind, so daß die Wickelwelle vierfach
symmetrisch in der Wickelvorrichtung gelagert ist, wodurch die Durchbiegung der solchermaßen
in der Wickelvorrichtung gelagerten Wickelwelle auf ein Minimum reduziert wird. Infolge
der vierfach symmetrisch gelagerten Wickelwelle in einem zweifach statisch unbestimmten
System werden innerhalb der Wickelwelle zwischen den Lagerstellen Spannungen und hieraus
resultierende Momente hervorgerufen, die der Durchbiegung der Wickelwelle infolge
ihres Eigengewichts entgegenwirken, so daß die Durchbiegung der Wickelwelle auf überraschend
einfache Weise minimiert wird.
[0013] Im Rahmen der Erfindung wird unter einer symmetrischen Lagerung eine bezogen auf
den Mittelpunkt der Wickelwelle symmetrische Anordnung der Lager verstanden.
[0014] Um die Wickelwelle bei Erreichen einer gewünschten Aufwickellänge der zugeführten
Materialbahn aus der Wickelvorrichtung entnehmen zu können und ohne Unterbrechung
der Zuführung der Materialbahn durch eine weitere in die Wickelvorrichtung einlegbare
Wickelwelle zu ersetzen, sind die Außenlager mit jeweils einer Kupplungseinrichtung
ausgestattet, die entlang der Mittelachse der Wickelwelle verschiebbar sind und mit
den jeweiligen Enden der Lagerzapfen der Wickelwelle verbindbar oder entkoppelbar
sind. Die als Innenlager dienenden zusätzlichen Lager sind zwischen den mit den Außenlagern
verbindbaren Enden der Lagerzapfen und dem Wickelkörper auf den Lagerzapfen der Wickelwelle
angeordnet. Die Wickelwelle ist von daher dauerhaft mit ihren Innenlagern ausgerüstet
und wird bei Einlegen in die Wickelvorrichtung mittels der an der Wickelwelle angreifenden
Kupplungseinrichtungen zusätzlich mit den jeweiligen Außenlagern der Wickelvorrichtung
verbunden, so daß die erfindungsgemäße vierfach symmetrische Lagerung in der Wickelvorrichtung
mit der daraus resultierenden Minimierung der Durchbiegung der Wickelwelle realisiert
wird. Sobald die Wickelwelle aus der Wickelvorrichtung wieder entnommen werden soll,
werden die Außenlager mittels der Kupplungseinrichtung von der Wickelwelle getrennt,
so daß diese in an sich bekannter Weise aus der Wickelvorrichtung entnommen und gegen
eine andere in die Wickelvorrichtung einsetzbare Wickelwelle ausgetauscht werden kann.
[0015] Durch diese Ausbildung ist es insbesondere auch möglich, Wickelwellen mit verschiedenen
Durchmessern des Wickelkörpers, etwa die weit verbreiteten 3" und 6"-Wickelwellen
in der erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung gleichermaßen verwenden zu können. Lediglich
die Lagerzapfen der Wickelwellen sind hierzu gleich auszubilden.
[0016] Die Innenlager der Wickelwelle sind jeweils von einer auf den der Kupplungseinrichtung
abgewandten Bereich des Lagerzapfens aufgeschobenen Lagerhülse gebildet, die mittels
Lagerelementen drehbar um den Lagerzapfen gelagert sind. Die Lagerhülse bildet hierbei
das äußere Lagergehäuse des Innenlagers, während der Lagerzapfen das innere Gehäuse
des Innenlagers bildet. Es ist auch möglich, auf den Lagerzapfen mindestens eine Innenhülse
aufzuschieben, die zugleich das Innengehäuse des Innenlagers bildet und über die Lagerelemente
drehbar mit der darüber aufgeschobenen Lagerhülse als äußeres Lagergehäuse verbunden
sind. Die Innenlager der Wickelwelle sind hierbei vorteilhaft als Wälzlager ausgebildet,
die auch bei hohem Eigengewicht der Wickelwelle in Verbindung mit der auf dieser Wickelwelle
aufgewickelten Materialbahn die entstehenden Belastungen zuverlässig aufnehmen können.
[0017] Zur Abstützung des Innenlagers der Wickelwelle innerhalb der Wickelvorrichtung ist
eine im Querschnitt etwa U-förmige Aufnahmeschale vorgesehen, in die die Wickelwelle
zur drehbaren Lagerung in der Wickelvorrichtung einlegbar und aus dieser herausnehmbar
ist. Hierdurch wird insbesondere ein automatisiertes Einlegen und Herausnehmen von
Wickelwellen in bzw. aus der erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung ermöglicht.
[0018] Eine besonders stabile Lagerung der Wickelwelle wird dadurch erreicht, daß die Aufnahmeschale
über die Kupplungseinrichtung für das Außenlager hinaus verlängert ist und einen Teil
des Lagerbockes für das Außenlager bildet.
[0019] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Lagerhülse
des Innenlagers eine außenseitig ringförmig umlaufende Nut aufweist und die Aufnahmeschale
einen hiermit korrespondierenden vorstehenden Steg aufweist, der bei in die Aufnahmeschale
eingelegter Wickelwelle in die umlaufende Nut der Lagerhülse formschlüssig eingreift.
Hierdurch werden axiale Verschiebungen der Lagerhülse des Innenlagers der Wickelwelle
während des Wickelvorganges vermieden.
[0020] Zur weiteren Steigerung der Fixierung und Abstützung der Innenlager der Wickelwelle
an der Wickelvorrichtung wird vorgeschlagen, daß die den U-förmigen Querschnitt der
Aufnahmeschale bildenden Stege einen dem Durchmesser der Lagerhülse des Innenlagers
entsprechenden Abstand voneinander aufweisen, so daß die Lagerhülse formschlüssig
in die Aufnahmeschale einlegbar ist und über den verbleibenden Freiraum zwischen den
den U-förmigen Querschnitt der Aufnahmeschale bildenden Stegen problemlos einlegbar
bzw. herausnehmbar ist.
[0021] Um die Wickelwellen der erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung problemlos in diese einzulegen
bzw. aus dieser herauszunehmen, wird vorgeschlagen, daß als Kupplungseinrichtung für
die Außenlager ein in der Wickelvorrichtung gehalterter und axial zur Mittelachse
der Wickelwelle verschiebbarer Zylinder vorgesehen ist, innerhalb dessen eine Pinole
mittels des Außenlagers drehbar gelagert ist und die Pinole bei Verschiebung des Zylinders
in Richtung auf die Wickelwelle mit dem freien Ende des Lagerzapfens in Eingriff kommt
und die Wickelwelle im Außenlager drehbar lagert. Durch Verschieben des Zylinders
in entgegengesetzter Richtung kann dieser Eingriff auch wieder aufgehoben und die
Wickelwelle freigegeben werden.
[0022] Zum Einlegen der Wickelwelle in die erfindungsgemäße Wickelvorrichtung wird die Wickelwelle
mit ihren Lagerzapfen in die jeweils vorgesehenen Aufnahmeschalen der Wickelvorrichtung
eingelegt, wobei sich die auf dem Lagerzapfen der Wickelwelle ausgebildeten Innenlager
bereits an der Wickelvorrichtung abstützen und eine zweifache drehbare Lagerung der
Wickelwelle bewirken. In dieser Position wird sodann durch Vorschieben des Zylinders
mit der darin drehbar gelagerten Pinole in Richtung der Mittelachse der Wickelwelle
eine Verbindung zwischen dem freien Ende des Lagerzapfens der Wickelwelle und dem
die Pinole innerhalb der Wickelvorrichtung drehbar lagernden Außenlager hergestellt,
so daß sich nunmehr in Verbindung mit den Innenlagern die erfindungsgemäße vierfache
symmetrische Lagerung der Wickelwelle ergibt, die die Durchbiegung der Wickelwelle
auf ein Minimum begrenzt. Nach der Beendigung des Wickelvorganges auf die solchermaßen
in der Wickelvorrichtung gelagerte Wickelwelle wird der Zylinder in entgegengesetzter
Richtung verschoben, woraufhin die Pinole außer Eingriff mit dem Lagerzapfen der Wickelwelle
kommt und die Verbindung zu den Außenlagern unterbrochen wird. Nunmehr kann die Wickelwelle
in umgekehrter Richtung aus den Aufnahmeschalen der Wickelvorrichtung entnommen werden.
[0023] Durch diese vorangehend erläuterte konstruktive Gestaltung ist es insbesondere möglich,
einen automatisierten Wechsel der Wickelwellen innerhalb der Wickelvorrichtung vorzunehmen.
Hierzu ist es lediglich erforderlich, die Kupplungseinrichtung und die Auflageschalen
beispielsweise an an sich bekannten Wechselarmen einer Wickelvorrichtung im Bereich
des freien Endes derselben zu befestigen, so daß über eine Verschwenkbewegung der
Wechselarme in eine Aufnahmestellung die Wickelwelle einlegbar und über eine weitere
Verschwenkbewegung der Wechselarme in eine Entnahmestellung die Wickelwelle aus den
Aufnahmeschalen herausnehmbar ist.
[0024] Insbesondere ist durch diese einfache Konstruktion auch eine nachträgliche Ausrüstung
bereits vorhandener Wickelvorrichtungen mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen vierfach
symmetrischen Lagerung zur Minimierung der Durchbiegung der Wickelwelle ermöglicht.
[0025] Eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung sieht vor,
daß die Pinole an ihrem freien Ende einen Spannkonus aufweist, der mit einer entsprechenden
am freien Ende des Lagerzapfens axial in diesen eingebrachten konischen Spannbohrung
in Eingriff bringbar ist. Hierdurch wird eine besonders feste Verbindung zwischen
den Außenlagern und den Lagerzapfen der Wickelwelle für die Schaffung der erfindungsgemäßen
vierfach symmetrischen Lagerung ermöglicht.
[0026] Insbesondere bei sehr leistungsfähigen und große Wickelbreiten aufweisenden erfindungsgemäßen
Wickelvorrichtungen kann darüber hinaus auch vorgesehen sein, daß die Pinole mittels
eines Drehantriebes drehbar antreibbar ist, um bei Eingriff der Pinole in den Lagerzapfen
der Wickelwelle diese Drehbewegung auf die Wickelwelle zu übertragen und somit die
Wickelwelle während des Wickelvorganges drehbar anzutreiben.
[0027] Ferner kann vorgesehen sein, daß auf den dem freien Ende des Lagerzapfens zugewandten
Bereich eine Kupplungshülse aufgebracht ist, die mittels einer Welle-Nabe-Verbindung
verdrehsicher mit dem Lagerzapfen verbunden ist und an deren freien Ende die konische
Spannbohrung ausgebildet ist. Durch diese Ausbildung können insbesondere auch bereits
vorhandene Wickelwellen unterschiedlichen Durchmessers ohne großen Aufwand sowohl
mit einem Innenlager mittels aufgeschobener Lagerhülse als auch mit einem für den
Eingriff der Kupplungseinrichtung vorgesehenen konischen Spannbohrung am freien Ende
des Lagerzapfens mittels der Kupplungshülse ausgerüstet werden.
[0028] Innerhalb der Kupplungshülse kann ein Pneumatikventil für einen Druckluftanschluß
zur Wickelwelle vorgesehen sein, wie er beispielsweise zur Betätigung von aus der
Oberfläche des Wickelkörpers der Wickelwelle ausfahrbaren Klemmbacken zum Festsetzen
einer hierauf aufgeschobenen Hülse für die Aufwicklung der zugeführten Materialbahn
bekannt ist.
[0029] Des weiteren kann die Lagerhülse, die zur Schaffung des Innenlagers drehbar auf dem
Lagerzapfen angeordnet ist, im Bereich ihres der Kupplungshülse zugewandten Endes
mittels eines zusätzlichen Kugellagers gegenüber dem Lagerzapfen drehbar gelagert
sein, um eine Beeinflussung der hieran angrenzenden und verdrehsicher mit dem Lagerzapfen
verbundenen Kupplungshülse zu vermeiden.
[0030] Die mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen vierfach symmetrischen Lagerung der Wickelwelle
erzielbare Reduzierung der Durchbiegung der Wickelwelle kann an den verschiedensten
Bauformen von Wickelvorrichtungen realisiert werden. Sie ist insbesondere sowohl an
sogenannten Kontaktwicklern, bei denen ein direkter Kontakt zwischen einer sogenannten
Kontaktwalze und der Wickelwelle herrscht, wie auch an sogenannten Spaltwicklern,
bei denen die Kontaktwalze und die Wickelwelle einen bestimmten vorgebbaren Spaltabstand
voneinander aufweisen, mit Vorteil einsetzbar, um die Durchbiegung der Wickelwelle
zu minimieren und das Wickelergebnis sowie die Leistung der Wickelvorrichtung zu verbessern.
[0031] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles in der Zeichnung
näher erläutert, ohne jedoch hierauf beschränkt zu sein. Es zeigen:
- Figur 1
- in schematisierter Darstellung die Lagerung einer Wickelwelle innerhalb der erfindungsgemäßen
Wickelvorrichtung,
- Figur 2
- in schematisierter Darstellung die Ansicht gemäß Pfeil V auf die Aufnahmeschale der
erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung,
- Figur 3
- in vergrößerter Darstellung einen Lagerzapfen der Wickelwelle gemäß Figur 1,
- Figur 4
- in schematisierter Darstellung die Durchbiegung der erfindungsgemäß vierfach gelagerten
Wickelwelle,
- Figur 5
- in schematisierter Darstellung die Durchbiegung einer zweifach gelagerten Wickelwelle
gemäß Stand der Technik,
- Figur 6
- in schematisierter Darstellung die Lagerung der Wickelwelle in der erfindungsgemäßen
Wickelvorrichtung.
[0032] Anhand der Darstellungen in den Figuren 4 und 5 soll zunächst die Wirkungsweise der
erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung im Vergleich zum Stand der Technik dargestellt
werden.
[0033] Hierzu zeigt die Figur 5 in schematischer Darstellung das Verformungsbild einer Wickelwelle
1, die gemäß Stand der Technik an ihren beiden Enden in mit 2' gekennzeichneten äußeren
Lagern drehbar in einer Wickelvorrichtung gelagert ist. Aufgrund des Eigengewichts
der Wickelwelle 1 sowie gegebenenfalls bereits auf der Wickelwelle aufgewickelter
zugeführter Materialbahn stellt sich zwischen den Außenlagern 2' eine Durchbiegung
D1 der Wickelwelle ein, infolge derer die mit MA bezeichnete Mittelachse gegenüber
der mit N1 bezeichneten theoretischen Mittelachse der Wickelwelle zwischen den Außenlagern
2' stark abweicht, d. h. die Wickelwelle

hängt" infolge ihres Eigengewichtes zwischen den Außenlagern 2' durch. Diese große
Durchbiegung D1 begrenzt jedoch zum einen die biegekritische Drehzahl der Wickelwelle
beim Anwickelvorgang, was der Geschwindigkeit der zugeführten und aufzuwickelnden
Materialbahn und damit der Leistung der Wickelvorrichtung Grenzen setzt, wie auch
bei fortschreitender Aufwicklung der Materialbahn auf der Wickelwelle die weiter ansteigende
Durchbiegung sich negativ auf das Wickelergebnis auswirkt und beispielsweise zu Faltenbildung
innerhalb der aufgewickelten Materialbahn führen kann.
[0034] Demgegenüber zeigen die Figuren 5 und 6 in schematischer Darstellung eine Lagerung
der Wickelwelle 1, wie sie bei der erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung angewendet
wird. Hierbei ist die Wickelwelle 1 an ihren beiden Enden mit je zwei Lagern 2, 3
in der hier nicht dargestellten Wickelvorrichtung drehbar gelagert, wobei die dem
freien Ende der Wickelwelle 1 zugeordneten Lager als äußere Lager 2 bezeichnet werden.
In einem Abstand von diesen äußeren Lagern 2 und dem freien Ende der Wickelwelle 1
abgewandt, sind des weiteren jeweils als innere Lager 3 bezeichnete Lager vorgesehen,
in denen die Wickelwelle 1 ebenfalls drehbar gelagert ist. Hierdurch ergibt sich im
Vergleich zu der zweifach gelagerten Wickelwelle gemäß Figur 5 eine vierfache Lagerung
der Wickelwelle 1 in der Wickelvorrichtung, wobei die vierfache Lagerung bezüglich
des Mittelpunktes MP der Wickelwelle 1 symmetrisch ausgebildet ist. Diese Lagerung
ist zweifach statisch unbestimmt.
[0035] Infolge des nach wie vor vorhandenen Eigengewichts der Wickelwelle 1 und gegebenenfalls
bereits auf der Wickelwelle aufgewickelter zugeführter Materialbahn stellt sich bei
der vierfach symmetrischen Lagerung der Wickelwelle 1 das in der Figur 4 dargestellte
Verformungsbild ein, bei dem zwar die theoretische Mittelachse der Wickelwelle, die
hier mit N2 bezeichnet ist, gegenüber der bekannten Lagerung gemäß Figur 5 unverändert
ist. Jedoch wird die tatsächlich sich einstellende Durchbiegung D2 der Wickelwelle
1 bei der dargestellten vierfach symmetrischen Lagerung gegenüber der bekannten zweifachen
Lagerung im Ergebnis erheblich verringert.
[0036] Dies ist darauf zurückzuführen, daß bei der bekannten zweifachen Lagerung gemäß Figur
5 die für die Durchbiegung D1 der Wickelwelle 1 verantwortliche Flächenlast zwischen
den Lagern 2' allein durch die beiden an den Lagern 2' angreifenden Lagerkräfte F2
in Figur 6 aufgenommen wird.
[0037] Bei der vierfach symmetrischen Lagerung der Wickelwelle 1 gemäß Erfindung und Darstellung
in Figur 5 wird jedoch die für die Durchbiegung D2 der Wickelwelle verantwortliche
Flächenlast von den Lagerkräften F3 an den inneren Lagern 3 aufgenommen. Die sich
infolge dieser Kräfte entgegengesetzt zur Durchbiegung hochbiegenden freien Enden
der Wickelwelle 1 werden in entgegengesetzter Richtung durch die Lagerkräfte F2 an
den Außenlagern 2 eingespannt. Hierdurch stellen sich innerhalb der Wickelwelle 1
Biegespannungen ein, die in axialer Richtung der Wickelwelle 1 gerichtet sind und
der Durchbiegung der Wickelwelle infolge ihres Eigengewichts und der gegebenenfalls
bereits auf der Wickelwelle aufgewickelten Materialbahn entgegenwirken. Es hat sich
gezeigt, daß hierdurch die Durchbiegung D2 gegenüber der Durchbiegung D1 beim Stand
der Technik gemäß Fig. 5, wie sie sich auch aus einem Vergleich der Flächeninhalte
der schraffierten Flächen gemäß den Darstellungen in Figuren 4 und 5 ergibt, bei der
erfindungsgemäßen vierfach symmetrischen Lagerung der Wickelwelle erheblich verringern
läßt. Hierdurch wird zum einen die biegekritische Drehzahl der Wickelwelle 1 erhöht,
so daß die Geschwindigkeit der zugeführten Materialbahn beim Anwickelvorgang höher
sein kann wie auch das Wickelergebnis gegenüber einer herkömmlich zweifach drehbar
gelagerten Wickelwelle 1 erheblich verbessert werden kann.
[0038] Anhand der weiteren Figuren wird nachfolgend das vorangehend erläuterte Prinzip der
vierfach symmetrisch gelagerten Wickelwelle 1 der Wickelvorrichtung an einem konstruktiven
Beispiel näher erläutert.
[0039] Die Figur 6 zeigt eine Wickelwelle 1 mit einem Wickelkörper 10, die an ihren beiden
Enden mit einem axial in Richtung der Mittelachse MA vorstehenden Lagerzapfen 11 für
die drehbare Lagerung der Wickelwelle 1 in der hier nicht dargestellten Wickelvorrichtung
aufweist. An jedem Lagerzapfen 11 ist in einem dem Wickelkörper 10 zugewandten Bereich
11a, d. h. dem freien Ende der Lagerzapfen 11 abgewandt, ein inneres Lager 3 zur drehbaren
Lagerung der Wickelwelle 1 vorgesehen, wie auch an dem dem Wickelkörper 10 abgewandten
Bereich 11b, d. h. im Bereich des freien Endes des Lagerzapfens 11 ein Außenlager
2 zur drehbaren Lagerung der Wickelwelle 1 vorgesehen ist.
[0040] Um diese vierfach symmetrische Lagerung der Wickelwelle 1 an einer Wickelmaschine
realisieren zu können, bei der die Wickelwelle in an sich bekannter Weise automatisiert
in die Wickelvorrichtung einlegbar und nach Abschluß des Wickelvorganges aus dieser
herausnehmbar ist, sind die inneren Lager 3 dauerhaft mit dem Lagerzapfen 11 der Wickelwelle
1 verbunden, während die Außenlager 2 über eine nachfolgend noch näher erläuterte
Kupplungseinrichtung während des Wickelvorganges mit der Wickelwelle 1 verbindbar
sind und zum Herausnehmen der Wickelwelle aus der Wickelvorrichtung außer Eingriff
mit der Wickelwelle 1 bringbar sind.
[0041] Der Aufbau der dauerhaft mit dem Lagerzapfen 11 der Wickelwelle 1 verbundenen Innenlager
3 ist in näheren Einzelheiten aus den Figuren 1 und 4 ersichtlich. Wie diesen Figuren
entnehmbar ist, sind zur Bildung des Innenlagers 3 auf den Lagerzapfen 11 in seinem
an den Wickelkörper 10 angrenzenden Bereich 11a zunächst mehrere aneinander angrenzende
Ringe 13a, 13b, 13c aufgezogen, die zum Wickelkörper 10 hin von einem Ring 14 in ihrer
Lage fixiert werden und zum freien Ende des Lagerzapfens 11 hin von einem auf den
Lagerzapfen aufgezogenen Kugellager 16 begrenzt werden. Auf den Lagerzapfen 11 ist
im Bereich der aufgezogenen Ringe 13a, 13b, 13c eine Lagerhülse 17 aufgeschoben, die
den außenseitigen Abschluß des Lagerzapfens 11 im Bereich 11a bildet und mittels Wälzlagern
15a, 15b drehbar um die Mittelachse MA der Wickelwelle 1 auf dem Lagerzapfen 11 gelagert
ist. Die Wälzlager 15a, 15b stützen sich hierbei auf den Ringen 13a, 13c innenseitig
ab und sind mittels eines Wellendichtringes 150 abgedichtet. Auf diese Weise ist bereits
das Innenlager 3 für den Lagerzapfen 11 gebildet, wobei die Ringe 13a, 13c das Innengehäuse
des Innenlagers 3 bilden und die Lagerhülse 17 das Außengehäuse des Innenlagers 3
bildet, welche sich um den Lagerzapfen 11 der Wickelwelle 1 frei mittels der Wälzlager
15a, 15b drehen kann.
[0042] Zum freien Ende des Lagerzapfens 11 hin ist in einem mit 11b gekennzeichneten Bereich
eine Kupplungshülse 18 auf den Lagerzapfen 11 aufgezogen, die mittels einer Welle-Nabe-Verbindung
in Gestalt einer Passfeder 18a verdrehsicher mit dem Lagerzapfen 11 verbunden ist.
Die Lagerhülse 17 des Innenlagers 3 ist von daher auch gegenüber der verdrehsicher
mit dem Lagerzapfen 11 verbundenen Kupplungshülse 18 frei drehbar um den Lagerzapfen
11 gelagert. Um hierbei eine gegenseitige Beeinflussung und Schleifvorgänge, die zu
Verschleiß führen könnten, zu verhindern, ist die Lagerhülse 17 im Übergangsbereich
zur Kupplungshülse 18, d. h. an ihrem dem freien Ende des Lagerzapfen 11 zugewandten
Ende mittels des Kugellagers 16 gegenüber dem Lagerzapfen 11 drehbar gelagert, so
daß ein Anliegen an der sich hieran anschließenden Kupplungshülse 18 verhindert wird.
[0043] Zum freien Ende hin weist die Kupplungshülse 18 eine axial von der Stirnseite her
eingebrachte konische Spannbohrung 12 auf, die hieran anschließend in einen zylinderischen
Bohrungsteil 12a übergeht, in welchen ein Pneumatikventil 19 einsetzbar ist, welches
in an sich bekannter Weise zum Anschluß von Druckluft für die Betätigung von bekannten,
hier der Einfachheit halber aber nicht dargestellten Klemmbacken der Wickelwelle 10
zum Festspannen einer hierauf aufgeschobenen Hülse dient.
[0044] Der Einsatz einer solchermaßen aufgebauten Wickelwelle 1 mit dauerhaft an der den
Lagerzapfen 11 ausgebildeten Innenlagern 3 innerhalb einer Wickelvorrichtung, die
ein automatisiertes Einlegen und Herausnehmen der Wickelwelle 1 ermöglicht, ist schematisch
in der Figur 1 dargestellt. Der Einfachheit halber ist hierbei nur der einem Ende
der Wickelwelle 1 zugewandte Teil der Wickelvorrichtung dargestellt, am hier nicht
dargestellten gegenüberliegenden Ende der Wickelwelle 1 ist jedoch im wesentlichen
die gleiche Anordnung vorgesehen.
[0045] In einem Gehäuse 20 einer hier nicht näher dargestellten Wickelvorrichtung ist das
Außenlager 2 mittels einer Kupplungseinrichtung angeordnet, wodurch das Außenlager
2 bei eingelegter Wickelwelle 1 in die Wickelvorrichtung mit dem Lagerzapfen 11 der
Wickelwelle verbindbar und zwecks Herausnehmen der Wickelwelle 1 aus der Wickelvorrichtung
außer Eingriff mit dem Lagerzapfen 11 der Wickelwelle 1 bringbar ist.
[0046] Zu diesem Zweck ist das Außenlager 2, welches zur Aufnahme der hohen Biegemomente
von zwei Lagern 23, 24 gebildet ist, innerhalb eines axial zur Mittelachse MA der
Wickelwelle 1 verschiebbaren Zylinders 22 gemäß Pfeilen P1 angeordnet, so daß über
eine axiale Verschiebung des Zylinders 22 das Außenlager 2 axial verfahrbar ist. Innerhalb
des Zylinders 22 ist eine Pinole 25 drehbar mittels der das Außenlager 2 bildenden
Lager 23, 24 gelagert und weist an ihrem freien Ende einen Spannkonus 25a auf.
[0047] Der Pinole 25 vorgelagert ist an dem Gehäuse 20 der Wickelvorrichtung eine Aufnahmeschale
30 befestigt, die, wie sich in näheren Einzelheiten auch aus der Darstellung gemäß
Figur 2 ergibt, einen etwa U-förmigen Querschnitt aufweist. Über eine Einführöffnung
32 ist die vorangehend bereits erläuterte Wickelwelle 1 zur drehbaren Lagerung innerhalb
der Wickelvorrichtung mit ihren Lagerzapfen 11 in die Aufnahmeschale 30 gemäß Pfeil
P2 einlegbar, wobei sich das dauerhaft mit dem Lagerzapfen 11 der Wickelwelle 1 verbundene
Innenlager 3 mittels seiner Lagerhülse 17 auf einer entsprechend ausgebildeten Auflagefläche
33 der Auflageschale 30 aufliegend abstützt. Zum Einführen und sicheren Halten des
Lagerzapfens 11 innerhalb der Auflageschale 30 sind hierzu die beiden Schenkel 34a,
34b der Auflageschale 30 im Bereich ihrer freien Enden in einem solchen Abstand A
angeordnet, der dem Durchmesser DL der Lagerhülse 17 entspricht, so daß der Lagerzapfen
11 über die zwischen den Schenkeln 34a, 34b ausgebildete Einführöffnung 32 gemäß Pfeil
P2 in die Lagerschale 30 einlegbar ist und dort formschlüssig gehalten wird.
[0048] In dieser in die Lagerschale 30 der Wickelvorrichtung eingelegten Position der Wickelwelle
1 ist diese bereits durch Auflage der Innenlager 3 mittels der Lagerhülse 17 auf der
Auflagefläche 33 der Lagerschale 30 zweifach drehbar innerhalb der Wickelvorrichtung
gelagert. Nunmehr wird noch die mittels des Außenlagers 2 drehbar in dem Zylinder
22 gelagerte Pinole durch Vorschub des Zylinders 22 in der Darstellung gemäß Figur
1 nach links in die hier dargestellte Position mit dem freien Ende des Lagerzapfens
11 der Wickelwelle 1 in Eingriff gebracht. Hierbei taucht der am freien Ende der Pinole
ausgebildete Spannkonus 25a in die stirnseitige konische Spannbohrung 12 der Kupplungshülse
18 ein und bewirkt bei Anliegen eines entsprechenden Anpreßdruckes eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen der Kupplungshülse 18 und der Pinole 25, wodurch letztlich auch
eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Lagerzapfen 11 der Wickelwelle 1 und
dem Außenlager 2 hergestellt ist. In dieser in der Figur 1 beispielhaft an einem Ende
der Wickelwelle 1 dargestellten Position mit auf der Auflagefläche 33 der Aufnahmeschale
30 aufliegendem Innenlager 3 und in die konische Spannbohrung 12 eingreifender Pinole
25 ist sodann die gewünschte vierfach symmetrische Lagerung der Wickelwelle 1 hergestellt,
die in der bereits erläuterten Weise die Durchbiegung der Wickelwelle 1 erheblich
verringert.
[0049] Nach der Beendigung des Wickelvorganges wird zum Entnehmen der Wickelwelle der Zylinder
22 in Pfeilrichtung P1 nach rechts gemäß Figur 1 verfahren, wodurch die Pinole 25
außerhalb des Eingriffes mit dem freien Ende des Lagerzapfens 11 gelangt und die Wickelwelle
entgegen Pfeilrichtung P2 aus der Aufnahmeschale 30 entnommen werden kann. Es ist
von daher offensichtlich, daß bei Anordnung der Außenlager 2 innerhalb einer mittels
Zylinder ausgebildeten Kupplungseinrichtung und hieran fortsetzend befestigter Aufnahmeschale
30 insbesondere auch ein automatisiertes Einlegen und Herausnehmen der Wickelwelle
1 aus der Wickelvorrichtung ermöglicht ist. Hierzu wird die in der Figur 1 dargestellte
Anordnung an in bekannter Weise ausgebildeten, hier nicht dargestellten schwenkbaren
Wechselarmen der Wickelvorrichtung befestigt, die aus einer Aufnahmeposition für die
Wickelwelle 1 in eine Entnahmeposition für die Wickelwelle 1 verschwenkbar sind.
[0050] Der Darstellung gemäß Figur 1 ist darüber hinaus zu entnehmen, daß die Anlagefläche
33 der Aufnahmeschale 30 mit einem vorstehenden Steg 33a und die Lagerhülse 17 des
Innenlagers 3 mit einer ringförmig umlaufenden Nut 170 ausgebildet ist, in die beim
Einlegen der Wickelwelle 1 in die Aufnahmeschale 30 der vorstehende Steg 33a an der
Auflagefläche 33 eingreift. Hierdurch wird zum einen eine exakte Führung des Lagerzapfens
11 der Wickelwelle 1 beim Einlegen derselben in die Aufnahmeschale 30 erzielt, wie
auch axiale Bewegungen der in die Aufnahmeschale 30 eingelegten Wickelwelle 1 hierdurch
verhindert werden.
[0051] Bei der dargestellten Wickelvorrichtung können Wickelwellen unterschiedlicher Durchmesser
des Wellenkorpus 10, z. B. 3" oder 6" gleichermaßen verwendet werden, wenn die Lagerzapfen
11 in der beschriebenen Weise ausgebildet sind.
[0052] Die axiale Bewegung des das Außenlager 2 aufnehmenden Zylinders 22 kann beispielsweise
hydraulisch oder pneumatisch erfolgen. Hierzu ist der Zylinder 22 mittels eines ringförmig
umlaufenden Steges 22a gegenüber einer äußeren Zylinderwandung 21 abgedichtet. An
seinem einen axialen Ende ist der Zylinder 22 mittels eines Steges 21a gegenüber der
äußeren Zylinderwandung 21 abgedichtet, während auf der der Wickelwelle zugewandten
Seite die Abdichtung über einen mit 35 gekennzeichneten und über einen Teilabschnitt
des Zylinders 22 verlängerten Teil der Aufnahmeschale 30 bewirkt wird, der mit dem
Gehäuse 20 der Wickelvorrichtung verbunden ist. Die Aufnahmeschale 30 bildet von daher
einen Teil des Lagerbockes für das Außenlager 2, in dem sie einen Teil der Führung
für den Zylinder 22 entlang seines Verschiebeweges in Pfeilrichtung P1 bildet.
[0053] Um die Verschiebebewegung des Zylinders 22 mit der darin angeordneten und im Außenlager
2 drehbar gelagerten Pinole 25 zwecks Verbindung mit der in die Aufnahmeschale 30
eingelegten Wickelwelle bzw. Lösen dieser Verbindung zu ermöglichen, sind zwischen
Zylinder 22 und der äußeren Zylinderwandung 21 zwei Ringräume 220, 221 ausgebildet,
die mittels des vorstehenden Steges 22a abdichtend unterteilt werden. In jeden Ringraum
220, 221 führt eine hier nicht dargestellte Hydraulik- oder Pneumatikleitung ein.
Durch entsprechendes wechselweises Beaufschlagen der Leitungen kann sodann eine Füllung
der Ringräume 220 bzw. 221 erfolgen, die die gewünschte Verschiebung des Zylinders
22 mit der darin drehbar gelagerten Pinole 25 und die Ausübung eines für eine kraftschlüssige
Verbindung mit der Wickelwelle 1 ausreichenden Anpreßdruck gewährleistet.
[0054] Die Pinole 25 ist überdies mittels eines Drehantriebes über Ritzel 26, 25b und einen
nicht näher dargestellten Antriebsmotor drehbar antreibbar, um insbesondere bei sehr
leistungsfähigen Wickelvorrichtungen einen Drehantrieb für die mit der Pinole 25 verbundene
Wickelwelle 1 herzustellen.
1. Wickelvorrichtung mit einer in die Wickelvorrichtung einsetzbaren und aus dieser herausnehmbaren
Wickelwelle (1) mit Wickelkörper (10) und an beiden Enden in Richtung der Mittelachse
(MA) der Wickelwelle (1) vorstehenden Lagerzapfen (11), wobei die Wickelvorrichtung
zwei Außenlager (2) zur Aufnahme der Lagerzapfen (11) zur drehbaren Lagerung der Wickelwelle
(1) in der Wickelvorrichtung aufweist und jedem Außenlager ein zusätzliches Lager
für die Wickelwelle (1) beabstandet zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Außenlager mit einer Kupplungseinrichtung ausgestattet ist und die Kupplungseinrichtungen
entlang der Mittelachse (MA) der Wickelwelle (1) verschiebbar sind und mit den jeweiligen
Enden der Lagerzapfen (11) verbindbar oder entkoppelbar sind, und die zusätzlichen
Lager zwischen den mit den Außenlagern verbindbaren Enden der Lagerzapfen (11) und
dem Wickelkörper (10) auf den Lagerzapfen (11) der Wickelwelle (1) als Innenlager
(3) ausgebildet sind.
2. Wickelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenlager (3) jeweils von einer auf den Lagerzapfen (11) aufgeschobenen
Lagerhülse (17) gebildet sind, die mittels Lagerelementen drehbar um den Lagerzapfen
(11) gelagert sind.
3. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine im Querschnitt etwa U-förmige Aufnahmeschale (30) zur Abstützung des Innenlagers
(3) der Wickelwelle (1) vorgesehen ist, in die die Wickelwelle (1) zur drehbaren Lagerung
in der Wickelvorrichtung einlegbar und aus dieser herausnehmbar ist.
4. Wickelvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerhülse (17) des Innenlagers (3) eine außenseitig ringförmig umlaufende
Nut (170) aufweist und die Aufnahmeschale (30) einen hiermit korrespondierenden vorstehenden
Steg (33a) aufweist, der bei in die Aufnahmeschale (30) eingelegter Wickelwelle (1)
in die umlaufende Nut (170) der Lagerhülse (17) formschlüssig eingreift.
5. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die den U-förmigen Querschnitt der Aufnahmeschale (30) bildenden Stege (34a,
b) einen dem Durchmesser (DL) der Lagerhülse (17) des Innenlagers (3) entsprechenden
Abstand (A) voneinander aufweisen.
6. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmeschale (30) über die Kupplungseinrichtung für das Außenlager (2)
hinaus verlängert ist und einen Teil des Lagerbockes für das Außenlager (2) bildet.
7. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenlager (3) der Wickelwelle (1) als Wälzlager ausgebildet sind.
8. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Kupplungseinrichtung ein in der Wickelvorrichtung gehalterter und axial zur
Mittelachse (MA) der Wickelwelle (1) verschiebbarer Zylinder (22) vorgesehen ist,
innerhalb dessen eine Pinole (25) mittels des Außenlagers (2) drehbar gelagert ist
und die Pinole (25) bei Verschiebung des Zylinders (22) in Richtung auf die Wickelwelle
(1) mit dem freien Ende des Lagerzapfens (11) in Eingriff kommt und die Wickelwelle
(1) im Außenlager (2) drehbar lagert und bei Verschiebung des Zylinders (22) in entgegengesetzter
Richtung die Wickelwelle (1) freigibt.
9. Wickelvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Pinole (25) an ihrem freien Ende einen Spannkonus (25a) aufweist, der mit
einer entsprechenden am freien Ende des Lagerzapfens (11) axial in diesen eingebrachten
konischen Spannbohrung (12) in Eingriff bringbar ist.
10. Wickelvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Pinole (25) mittels eines Drehantriebes drehbar antreibbar ist.
11. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß auf den dem freien Ende des Lagerzapfens (11) zugewandten Bereich (11b) eine
Kupplungshülse (18) aufgebracht ist, die mittels einer Welle-Nabe-Verbindung (18a)
verdrehsicher mit dem Lagerzapfen (11) verbunden ist und an deren freien Ende die
konische Spannbohrung (12) für den Eingriff der Pinole (25) ausgebildet ist.
12. Wickelvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb der Kupplungshülse (18) ein Pneumatikventil für einen Druckluftanschluß
zur Wickelwelle (1) vorgesehen ist.
13. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerhülse (17) an ihrem der Kupplungshülse (18) zugewandten Ende mittels
eines Kugellagers (16) drehbar auf dem Lagerzapfen (11) gelagert ist.