[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kodierung von Sendungen mittels aufgebrachten
lesbaren Kodezeichen.
Bei der automatischen Verarbeitung von Postsendungen werden heute Informationen durch
die Maschine auf die Sendung aufgebracht. Dies kann durch Aufdruck eines Balkencodes
(oder andere Kodes) oder durch Aufdruck von Klartext geschehen.
Die aufgedruckte Information kann
- Zielinformation enthalten, also Information über den Sendungsempfänger, die z.B. zur
Sortierung herangezogen wird,
- eine Kennzeichnung der Sendung enthalten, so daß ein späteres Wiedererkennen möglich
wird. Eine solche Kennzeichnung wird häufig als Identifikationscode (ID-Kode) bezeichnet
und ist z.B. bei der Offline Bearbeitung erforderlich.
- Information über den Absender enthalten
- Statistische oder sonstige Information enthalten.
[0002] Üblich sind auch Kombinationen aus zwei oder mehreren der genannten Informationstypen.
Zur Verringerung des Risikos von Lesefehlern wird häufig zusätzlich redundante Information
aufgebracht. Dabei sollen Druck- und Lesetechnik so einfach und billig wie möglich
sein, die Lesesicherheit möglichst hoch. Bei Verwendung von Balkencodes ist heute
die einfachste und dabei relativ sichere Methode der einzeilige Druck eines fluoreszierenden
Bar/No-Bar-Codes mit einem Balkenabstand von z. B. 1,5 mm.
Die Kodierung und die Zeichenanzahl und -abstände werden bisher so festgelegt, daß
für die häufigsten Sendungen mit größerer Standardgröße die Kodierungen, insbes, Identifikationskodierungen,
eindeutig sind und den dafür vorhandenen Platz möglichst ausfüllen.
Befinden sich unter den Sendungen auch Sendungen mit geringerer Länge als die Standardlängen,
so kann es vorkommen, daß bei Beibehaltung der vereinbarten Kodezeichenabstände der
zur Verfügung stehende Platz für den ID-Kode nicht mehr ausreicht.
Eine Verkleinerung der Kodezeichen und -abstände würde eine Verteuerung der Lese-
und Drucktechnik sowie eine Verminderung der Lesesicherheit zur Folge haben.
[0003] Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt deshalb das Problem zugrunde, Sendungen
mit unterschiedlicher Größe unter Beibehaltung der für große Sendungen gewählten Kodezeichengröße
und -abstände eindeutig zu kodieren.
[0004] Durch die Ermittlung der zum Aufbringen des Kodes zur Verfügung stehenden Fläche
der eingehenden Sendungen und durch die Wahl und anschließendes Aufbringen eines eindeutigen
Kodes mit einer der jeweils ermittelten Fläche für die Kodierung angepaßten Zeichenanzahl
ist es möglich, trotz kleinerer Sendungen die ursprüngliche Zeichengröße und Zeichenabstände
beizubehalten.
Zum Ermitteln der für die Kodierung zur Verfügung stehenden Größe sind verschiedene
Verfahren möglich. So wird beim optischen Abtasten der Sendungsoberfläche am vereinbarten
Ort der unbedruckte Bereich und dessen Größe ermittelt. In vielen Fällen reicht es,
die Länge zu ermitteln, oder es wird einfach die Sendungslänge gemessen und um einen
festen Betrag reduziert.
Gemäß Anspruch 2 ist es vorteilhaft, zur Reduzierung der Stellenanzahl eines ID-Kodes
vorhandene Redundanzinformationen zu reduzieren. Bei einem ID-Kode kann gemäß Anspruch
3 bei kleineren, insbesondere kürzeren Sendungen und deshalb reduzierter Zeichenanzahl
die Eindeutigkeit des ID-Kodes überprüft werden, indem über die Häufigkeit unterschiedlicher,
für den ID-Kode zur Verfügung stehender Längen bisher verarbeiteter Sendungen, die
Auswirkungen auf die aufzubringende Zeichenanzahl haben, eine Statistik geführt wird.
Die Eindeutigkeit ist gegeben, wenn für den betrachteten Zeitraum mit der der Länge
angepaßten ID-Kode-Anzahl alle angefallenen Sendungen eindeutig unterscheidbar sind.
[0005] Nachfolgend wird die Erfindung an Ausführungsbeispielen erläutert.
Beispiel 1 zur Kürzung von ID-Kodes
[0006] Als eindeutiges Sendungskennzeichen soll eine 10-Stellige Dezimalzahl im Klartext
aufgedruckt werden, um täglich 100 Mio Sendungen über einen Zeitraum von 100 Tagen
eindeutig zu unterscheiden. Es ist aufgrund statistischer Erhebungen bekannt, daß
3% der Sendungen zu kurz-sind, um 10 Ziffern aufzunehmen, jedoch ausreichend lang
um mit 9 Ziffern bedruckt zu werden.
Der Vorrat von 10
10 unterscheidbaren Zeichenfolgen beinhaltet nicht nur 10-stellige Zahlen, sondern auch
kürzere, nämlich
109 neunstellige
+108 achtstellige
+...
Zeichenfolgen (eine führende Null muß im Zehnersystem nicht gedruckt werden).
[0007] Damit können bis zu 11,1% der Sendungen mit kürzeren als 10-stelligen Kennzeichen
versehen werden. Dieser Anteil ist größer als 3%, das heißt alle auftretenden Sendungen
können ohne Verlust der Eindeutigkeit und ohne sonstige Nachteile eindeutig gekennzeichnet
werden.
Beispiel 2 zur Kürzung von ID-Kodes
[0008] Die zu druckende Information sei in Bar/No-Bar-Technik zu drucken und bestehe aus
40 Bit Zielinformation und 40 Bit ID-Code.
Mit der Vereinbarung, daß ein gedruckter Balken eine binäre "Eins" und ein ausgelassener
Balken eine binäre "Null" bedeuten, enthält der verfügbare Vorrat von
240 Zeichenfolgen.
239 Folgen der Länge 39 Balken,
238 Folgen der Länge 38 Balken,
usw.
Können auf kurze Sendungen z.B. nur 75 anstatt 80 Balken aufgebracht werden, so stehen
immer noch mehr als 3% der Zeichenfolgen (2
35/2
40 = 0,031) für diese Fälle zur Verfügung.
Beispiel 3 zur Kürzung beliebiger Kodes versehen mit Redundanz
[0009] Zur Fehlerminderung werden der zu druckenden Information Redundanzzeichen hinzugefügt.
Dabei stehen wahlweise drei Verfahren zur Verfügung. Die Gesamtmenge der druckbaren
Zeichenfolgen setzt sich also aus drei Teilmengen von Zeichenfolgen unterschiedlicher
Länge zusammen. Abhängig von der gemessenen Sendungslänge wird eine Zeichenfolge aus
derjenigen Teilmenge gewählt, die auf dem zur Verfügung stehenden Raum gerade noch
druckbar ist.
Beispiel 4 zur Kürzung durch verschiedene Arten der Kodierung
[0010] Üblicherweise soll der aufzubringende Kode eine als Dezimalzahl vorliegende Information
repräsentieren. Günstig ist es, wenn der Kode mit Hilfe einer kleinen Schablone vom
Menschen leicht entzifferbar ist. Bei Verwendung von Bar-No-Bar-Technik bietet sich
dazu an, jede Stelle der Dezimalzahl durch eine Gruppe von 4 Balken darzustellen,
die dann mit einer 10-zeitigen Tabelle leicht entschlüsselbar ist. Bei Verwendung
von 4-state-Baikentechnik kann jede Dezimalstelle durch zwei Balken repräsentiert
werden. Eine 3stellige Dezimalzahl erfordert demnach 3*4=12 Balken in Bar-No-Bar-Technik
bzw. 3*2=6 Balken in 4-state-Technik. Die Zahl der Balken und somit die erforderliche
Drucklänge auf der Sendung kann reduziert werden, indem auf Kosten einer für den Menschen
leichten Entschlüsselbarkeit zu einer binären Kodierung übergegangen wird. In binärer
Darstellung genügen 10 Balken in Bar-No-Bar-Technik bzw. 5 Balken in 4-state-Balkentechnik,
um jede 3stellige Dezimatzahl darzustellen, denn 2
10 > 1000 und 4
5 > 1000. Entsprechendes gilt, wenn anstelle von Dezimalzahlen Text kodiert werden
soll.
1. Verfahren zur Kodierung von Sendungen, bestehend aus den Verfahrensschritten:
a) Ermitteln der zum Aufbringen der Kodes zur Verfügung stehenden Fläche auf den eingehenden
Sendungen,
b) Aufbringen eines eindeutigen Kodes mit einer der jeweils ermittelten, für die Kodierung
zur Verfügung stehenden Fläche angepaßten Zeichenanzahl.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem eine im Kode enthaltene Anzahl von Redundanzzeichen der zur Verfügung stehenden
Fläche angepaßt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem zur Überprüfung der Eindeutigkeit eines gewählten Identifikationskodes (ID-Kode)
eine Statistik über die Häufigkeit unterschiedlicher, für den ID-Kode zur Verfügung
stehender Längen bisher in einem festgelegten Zeitraum verarbeiteter Sendungen, die
Auswirkungen auf die aufzubringende ID-Kode-Zeichenanzahl haben, geführt wird, um
dann festzustellen, ob für den festgelegten Zeitraum mit der der Sendungslänge angepaßten
ID-Kode-Zeichenanzahl alle angefallenen Sendungen eindeutig unterscheidbar sind.
1. Method of coding items of mail, comprising the method steps:
a) determining the area available for the application of codes on the incoming items
of mail,
b) applying a unique code with a number of symbols matched to the area determined
in each case and available for the code.
2. Method according to Claim 1, in which a number of redundant symbols included in the
code is matched to the available area.
3. Method according to Claim 1, in which in order to check the uniqueness of a selected
identification code (ID code), statistics are compiled relating to the frequency of
different lengths available for the ID code of items of mail which have previously
been processed in a defined time period and which have effects on the number of ID
code symbols to be applied, in order then to determine whether, for the defined time
period and with the number of ID code symbols matched to the length of the item of
mail, all the items of mail which have accumulated can be distinguished unambiguously.
1. Procédé de codage d'envois, constitué des étapes de procédé suivantes :
a) on détermine la surface disponible pour l'apposition du code sur les envois entrants,
b) on appose un code univoque ayant un nombre de signes adapté à la surface respectivement
déterminée disponible pour le codage.
2. Procédé selon la revendication 1,
dans lequel on adapte un nombre de signes redondants contenu dans le code à la
surface disponible.
3. Procédé selon la revendication 1,
dans lequel, pour tester qu'un code d'identification (code ID) choisi est univoque,
on établit une statistique sur la fréquence de différentes longueurs, disponibles
pour le code ID, des envois traités jusqu'alors dans un intervalle de temps fixé et
ayant un effet sur le nombre de signes de code ID à apposer afin de déterminer si,
pour l'intervalle de temps fixé, on peut distinguer sans équivoque tous les envois
arrivés grâce au nombre de signes de code ID adapté à la longueur d'envoi.