(19)
(11) EP 1 007 230 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
20.03.2002  Patentblatt  2002/12

(21) Anmeldenummer: 97949888.8

(22) Anmeldetag:  07.11.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B07C 3/18
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE9702/608
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9822/229 (28.05.1998 Gazette  1998/21)

(54)

VERFAHREN ZUR KODIERUNG VON SENDUNGEN

METHOD FOR CODING MAILING ITEMS

PROCEDE DE CODAGE D'ENVOIS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 20.11.1996 DE 19648005

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
14.06.2000  Patentblatt  2000/24

(73) Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • LOHMANN, Boris
    D-78476 Allensbach (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 282 359
US-A- 4 757 189
FR-A- 2 654 650
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kodierung von Sendungen mittels aufgebrachten lesbaren Kodezeichen.
    Bei der automatischen Verarbeitung von Postsendungen werden heute Informationen durch die Maschine auf die Sendung aufgebracht. Dies kann durch Aufdruck eines Balkencodes (oder andere Kodes) oder durch Aufdruck von Klartext geschehen.
    Die aufgedruckte Information kann
    • Zielinformation enthalten, also Information über den Sendungsempfänger, die z.B. zur Sortierung herangezogen wird,
    • eine Kennzeichnung der Sendung enthalten, so daß ein späteres Wiedererkennen möglich wird. Eine solche Kennzeichnung wird häufig als Identifikationscode (ID-Kode) bezeichnet und ist z.B. bei der Offline Bearbeitung erforderlich.
    • Information über den Absender enthalten
    • Statistische oder sonstige Information enthalten.


    [0002] Üblich sind auch Kombinationen aus zwei oder mehreren der genannten Informationstypen. Zur Verringerung des Risikos von Lesefehlern wird häufig zusätzlich redundante Information aufgebracht. Dabei sollen Druck- und Lesetechnik so einfach und billig wie möglich sein, die Lesesicherheit möglichst hoch. Bei Verwendung von Balkencodes ist heute die einfachste und dabei relativ sichere Methode der einzeilige Druck eines fluoreszierenden Bar/No-Bar-Codes mit einem Balkenabstand von z. B. 1,5 mm.
    Die Kodierung und die Zeichenanzahl und -abstände werden bisher so festgelegt, daß für die häufigsten Sendungen mit größerer Standardgröße die Kodierungen, insbes, Identifikationskodierungen, eindeutig sind und den dafür vorhandenen Platz möglichst ausfüllen.
    Befinden sich unter den Sendungen auch Sendungen mit geringerer Länge als die Standardlängen, so kann es vorkommen, daß bei Beibehaltung der vereinbarten Kodezeichenabstände der zur Verfügung stehende Platz für den ID-Kode nicht mehr ausreicht.
    Eine Verkleinerung der Kodezeichen und -abstände würde eine Verteuerung der Lese- und Drucktechnik sowie eine Verminderung der Lesesicherheit zur Folge haben.

    [0003] Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt deshalb das Problem zugrunde, Sendungen mit unterschiedlicher Größe unter Beibehaltung der für große Sendungen gewählten Kodezeichengröße und -abstände eindeutig zu kodieren.

    [0004] Durch die Ermittlung der zum Aufbringen des Kodes zur Verfügung stehenden Fläche der eingehenden Sendungen und durch die Wahl und anschließendes Aufbringen eines eindeutigen Kodes mit einer der jeweils ermittelten Fläche für die Kodierung angepaßten Zeichenanzahl ist es möglich, trotz kleinerer Sendungen die ursprüngliche Zeichengröße und Zeichenabstände beizubehalten.
    Zum Ermitteln der für die Kodierung zur Verfügung stehenden Größe sind verschiedene Verfahren möglich. So wird beim optischen Abtasten der Sendungsoberfläche am vereinbarten Ort der unbedruckte Bereich und dessen Größe ermittelt. In vielen Fällen reicht es, die Länge zu ermitteln, oder es wird einfach die Sendungslänge gemessen und um einen festen Betrag reduziert.
    Gemäß Anspruch 2 ist es vorteilhaft, zur Reduzierung der Stellenanzahl eines ID-Kodes vorhandene Redundanzinformationen zu reduzieren. Bei einem ID-Kode kann gemäß Anspruch 3 bei kleineren, insbesondere kürzeren Sendungen und deshalb reduzierter Zeichenanzahl die Eindeutigkeit des ID-Kodes überprüft werden, indem über die Häufigkeit unterschiedlicher, für den ID-Kode zur Verfügung stehender Längen bisher verarbeiteter Sendungen, die Auswirkungen auf die aufzubringende Zeichenanzahl haben, eine Statistik geführt wird. Die Eindeutigkeit ist gegeben, wenn für den betrachteten Zeitraum mit der der Länge angepaßten ID-Kode-Anzahl alle angefallenen Sendungen eindeutig unterscheidbar sind.

    [0005] Nachfolgend wird die Erfindung an Ausführungsbeispielen erläutert.

    Beispiel 1 zur Kürzung von ID-Kodes



    [0006] Als eindeutiges Sendungskennzeichen soll eine 10-Stellige Dezimalzahl im Klartext aufgedruckt werden, um täglich 100 Mio Sendungen über einen Zeitraum von 100 Tagen eindeutig zu unterscheiden. Es ist aufgrund statistischer Erhebungen bekannt, daß 3% der Sendungen zu kurz-sind, um 10 Ziffern aufzunehmen, jedoch ausreichend lang um mit 9 Ziffern bedruckt zu werden.
    Der Vorrat von 1010 unterscheidbaren Zeichenfolgen beinhaltet nicht nur 10-stellige Zahlen, sondern auch kürzere, nämlich

    109 neunstellige

    +108 achtstellige

    +...

    Zeichenfolgen (eine führende Null muß im Zehnersystem nicht gedruckt werden).

    [0007] Damit können bis zu 11,1% der Sendungen mit kürzeren als 10-stelligen Kennzeichen versehen werden. Dieser Anteil ist größer als 3%, das heißt alle auftretenden Sendungen können ohne Verlust der Eindeutigkeit und ohne sonstige Nachteile eindeutig gekennzeichnet werden.

    Beispiel 2 zur Kürzung von ID-Kodes



    [0008] Die zu druckende Information sei in Bar/No-Bar-Technik zu drucken und bestehe aus 40 Bit Zielinformation und 40 Bit ID-Code.
    Mit der Vereinbarung, daß ein gedruckter Balken eine binäre "Eins" und ein ausgelassener Balken eine binäre "Null" bedeuten, enthält der verfügbare Vorrat von

    240 Zeichenfolgen.

    239 Folgen der Länge 39 Balken,

    238 Folgen der Länge 38 Balken,

    usw.
    Können auf kurze Sendungen z.B. nur 75 anstatt 80 Balken aufgebracht werden, so stehen immer noch mehr als 3% der Zeichenfolgen (235/240 = 0,031) für diese Fälle zur Verfügung.

    Beispiel 3 zur Kürzung beliebiger Kodes versehen mit Redundanz



    [0009] Zur Fehlerminderung werden der zu druckenden Information Redundanzzeichen hinzugefügt. Dabei stehen wahlweise drei Verfahren zur Verfügung. Die Gesamtmenge der druckbaren Zeichenfolgen setzt sich also aus drei Teilmengen von Zeichenfolgen unterschiedlicher Länge zusammen. Abhängig von der gemessenen Sendungslänge wird eine Zeichenfolge aus derjenigen Teilmenge gewählt, die auf dem zur Verfügung stehenden Raum gerade noch druckbar ist.

    Beispiel 4 zur Kürzung durch verschiedene Arten der Kodierung



    [0010] Üblicherweise soll der aufzubringende Kode eine als Dezimalzahl vorliegende Information repräsentieren. Günstig ist es, wenn der Kode mit Hilfe einer kleinen Schablone vom Menschen leicht entzifferbar ist. Bei Verwendung von Bar-No-Bar-Technik bietet sich dazu an, jede Stelle der Dezimalzahl durch eine Gruppe von 4 Balken darzustellen, die dann mit einer 10-zeitigen Tabelle leicht entschlüsselbar ist. Bei Verwendung von 4-state-Baikentechnik kann jede Dezimalstelle durch zwei Balken repräsentiert werden. Eine 3stellige Dezimalzahl erfordert demnach 3*4=12 Balken in Bar-No-Bar-Technik bzw. 3*2=6 Balken in 4-state-Technik. Die Zahl der Balken und somit die erforderliche Drucklänge auf der Sendung kann reduziert werden, indem auf Kosten einer für den Menschen leichten Entschlüsselbarkeit zu einer binären Kodierung übergegangen wird. In binärer Darstellung genügen 10 Balken in Bar-No-Bar-Technik bzw. 5 Balken in 4-state-Balkentechnik, um jede 3stellige Dezimatzahl darzustellen, denn 210 > 1000 und 4 5 > 1000. Entsprechendes gilt, wenn anstelle von Dezimalzahlen Text kodiert werden soll.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Kodierung von Sendungen, bestehend aus den Verfahrensschritten:

    a) Ermitteln der zum Aufbringen der Kodes zur Verfügung stehenden Fläche auf den eingehenden Sendungen,

    b) Aufbringen eines eindeutigen Kodes mit einer der jeweils ermittelten, für die Kodierung zur Verfügung stehenden Fläche angepaßten Zeichenanzahl.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    bei dem eine im Kode enthaltene Anzahl von Redundanzzeichen der zur Verfügung stehenden Fläche angepaßt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1,
    bei dem zur Überprüfung der Eindeutigkeit eines gewählten Identifikationskodes (ID-Kode) eine Statistik über die Häufigkeit unterschiedlicher, für den ID-Kode zur Verfügung stehender Längen bisher in einem festgelegten Zeitraum verarbeiteter Sendungen, die Auswirkungen auf die aufzubringende ID-Kode-Zeichenanzahl haben, geführt wird, um dann festzustellen, ob für den festgelegten Zeitraum mit der der Sendungslänge angepaßten ID-Kode-Zeichenanzahl alle angefallenen Sendungen eindeutig unterscheidbar sind.
     


    Claims

    1. Method of coding items of mail, comprising the method steps:

    a) determining the area available for the application of codes on the incoming items of mail,

    b) applying a unique code with a number of symbols matched to the area determined in each case and available for the code.


     
    2. Method according to Claim 1, in which a number of redundant symbols included in the code is matched to the available area.
     
    3. Method according to Claim 1, in which in order to check the uniqueness of a selected identification code (ID code), statistics are compiled relating to the frequency of different lengths available for the ID code of items of mail which have previously been processed in a defined time period and which have effects on the number of ID code symbols to be applied, in order then to determine whether, for the defined time period and with the number of ID code symbols matched to the length of the item of mail, all the items of mail which have accumulated can be distinguished unambiguously.
     


    Revendications

    1. Procédé de codage d'envois, constitué des étapes de procédé suivantes :

    a) on détermine la surface disponible pour l'apposition du code sur les envois entrants,

    b) on appose un code univoque ayant un nombre de signes adapté à la surface respectivement déterminée disponible pour le codage.


     
    2. Procédé selon la revendication 1,
       dans lequel on adapte un nombre de signes redondants contenu dans le code à la surface disponible.
     
    3. Procédé selon la revendication 1,
       dans lequel, pour tester qu'un code d'identification (code ID) choisi est univoque, on établit une statistique sur la fréquence de différentes longueurs, disponibles pour le code ID, des envois traités jusqu'alors dans un intervalle de temps fixé et ayant un effet sur le nombre de signes de code ID à apposer afin de déterminer si, pour l'intervalle de temps fixé, on peut distinguer sans équivoque tous les envois arrivés grâce au nombre de signes de code ID adapté à la longueur d'envoi.