[0001] Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Desintegrationshilfsmittel für
kompakte Formkörper, die wasch- und reinigungsaktive Eigenschaften aufweisen. Insbesondere
betrifft die Erfindung sogenannte Sprengmittelgranulate für den Einsatz in wasch-
und reinigungsaktiven Formkörpern wie beispielsweise Waschmitteltabletten, Geschirrspülmitteltabletten,
Fleckensalztabletten oder Wasserenthärtungstabletten für den Gebrauch im Haushalt,
insbesondere für den maschinellen Gebrauch.
[0002] Wasch- und Reinigungsmittelformkörper sind im Stand der Technik breit beschrieben
und erfreuen sich beim Verbraucher wegen der einfachen Dosierung zunehmender Beliebtheit.
Tablettierte Wasch- und Reinigungsmittel haben gegenüber pulverförmigen eine Reihe
von Vorteilen: Sie sind einfacher zu dosieren und zu handhaben und haben aufgrund
ihrer kompakten Struktur Vorteile bei der Lagerung und beim Transport. Auch in der
Patentliteratur sind Wasch- und Reinigungsmittelformkörper folglich umfassend beschrieben.
Ein Problem, das bei der Anwendung von wasch- und reinigungsaktiven Formkörpern immer
wieder auftritt, ist die zu geringe Zerfalls- und Lösegeschwindigkeit der Formkörper
unter Anwendungsbedingungen. Da hinreichend stabile, d.h. form- und bruchbeständige
Formkörper nur durch verhältnismäßig hohe Preßdrucke hergestellt werden können, kommt
es zu einer starken Verdichtung der Formkörperbestandteile und zu einer daraus folgenden
verzögerten Desintegration des Formkörpers in der wäßrigen Flotte und damit zu einer
zu langsamen Freisetzung der Aktivsubstanzen im Wasch- bzw. Reinigungsvorgang.
[0003] Das Problem der zu langen Zerfallszeiten von hochverdichteten Formkörpern ist insbesondere
aus der Pharmazie bekannt, wo seit langem bestimmte Desintegrationshilfsmittel, sogenannte
Tablettensprengmittel, eingesetzt werden, um die Zerfallszeiten zu verkürzen. Unter
Tablettensprengmitteln bzw. Zerfallsbeschleunigem werden gemäß Römpp (9. Auflage,
Bd. 6, S. 4440) und Voigt
"Lehrbuch der pharmazeutischen Technologie" (6. Auflage, 1987, S. 182-184) Hilfsstoffe verstanden, die für den raschen Zerfall
von Tabletten in Wasser oder Magensaft und für die Freisetzung der Pharmaka in resorbierbarer
Form sorgen.
[0004] "Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis" (5. Auflage, 1991, S. 942) teilt die Zerfallsbeschleuniger bzw. Sprengmittel dabei
nach ihrem Wirkungsmechanismus in unterschiedliche Substanzklassen ein, wobei die
wichtigstens Zerfallsmechanismen der Quellungsmechanismus ("swelling"), der Verformungsmechanismus
("deformation"), der Dochtmechanismus ("wicking"), der Abstoßungsmechanismus ("repulsion")
sowie die Entwicklung von Gasblasen bei Kontakt mit Wasser (Brausetabletten) sind.
Beim Quellungsmechanismus quellen die Partikel durch das hinzutretende Wasser auf
und vergrößern ihr Volumen. Dadurch verursacht treten lokale Spannungen auf, die sich
über die gesamte Tablette hinweg ausdehnen und so zum Zerfall der verdichteten Struktur
führen. Der Verformungsmechanismus unterscheidet sich vom Quellungsmechanismus dadurch,
daß die aufquellenden Partikel vorher durch die Kompression bei der Tablettierung
verdichtet wurden und nun bei Wasserzutritt wieder ihre ursprüngliche Größe erreichen.
Beim Dochtmechanismus wird Wasser durch den Zerfallsbeschleuniger in das Formkörperinnere
hineingesaugt und lockert dabei die Bindungskräfte zwischen den Partikeln, was ebenfalls
zum Zerfall des Formkörpers führt. Der Abstoßungsmechanismus unterscheidet sich hiervon
zusätzlich dadurch, daß die durch das in die Poren hineingesaugte Wasser freigesetzten
Partikel sich gegenseitig durch sich ergebende elektrische Kräfte abstoßen. Ein grundsätzlich
anderer Mechanismus liegt den "Brausetabletten" zugrunde, die Wirkstoffe oder Wirkstoffsysteme
enthalten, die bei Berührung mit Wasser gasförmige Stoffe freisetzen, welche den Formkörper
zerbersten lassen. Zusätzlich ist noch der Einsatz von Hydrophilierungsmitteln, die
für die bessere Benetzung der Komprimatpartikel in Wasser und damit für einen schnelleren
Zerfall sorgen, bekannt.
[0005] Während sich Substanzen, die nach den beiden letztgenannten Mechanismen wirken, leicht
von jeweilig anderen Zerfallsmechanismen abgrenzen lassen, sind die Effekte, die dem
Quellungs- und Verformungsmechanismus sowie dem Doch- und Abstoßungsmechanismus zugrunde
liegen, nicht immer eindeutig voneinander zu trennen, weshalb aus praktischen Gründen
eine Einteilung in Hydrophilierungsmittel, gasfreisetzende Systeme und quellende Sprengmittel
sinnvoller ist.
[0006] Zur ersten Gruppe zählen beispielsweise Polyethylenglycolsorbitanfettsäureester,
zur zweiten Gruppe Systeme aus schwachen Säuren und carbonathaltigen Mitteln, insbesondere
Citronenund/oder Weinsäure in Kombination mit Hydrogencarbonat oder Carbonat. Aber
auch Magnesiumperoxid, das mit Wasser Sauerstoff freisetzt, wird als Desintegrationsmittel
verwendet.
[0007] Die weitaus größte Gruppe von Desintegrationsmitteln wirkt durch Quellung und/oder
Dochteffekte. Zu diesen Mitteln zählen insbesondere Stärken, Cellulose und Cellulose-Derivate,
Alginate, Dextrane, quervernetzte Polyvinylpyrrolidone, Gelatine, Formaldehydkasein,
aber auch typisch anorganische Substanzen wie die unterschiedlichsten Tonmineralien
(beispielsweise Bentonit) sowie Aerosil® (Kieselsäure) und gewisse Ionenaustauscherharze
(Amberlit®).
[0008] Auf dem Gebiet der Wasch- oder Reinigungsmittel können gemäß der Lehre des europäischen
Patents EP-B-0 523 099 auch die Sprengmittel eingesetzt werden, die von der Arzneimittelherstellung
her bekannt sind. Als Sprengmittel genannt werden quellfähige Schichtsilikate wie
Bentonite, Naturstoffe und Naturstoff-Derivate auf Stärke- und Cellulose-Basis, Alginate
und dergleichen, Kartoffelstärke, Methylcellulose und/oder Hydroxypropylcellulose.
Diese Sprengmittel können mit den zu verpressenden Granulaten vermischt, aber bereits
auch in die zu verpressenden Granulate eingearbeitet werden.
[0009] Die internationale Patentanmeldung WO-A-96/06156 gibt ebenfalls an, daß der Einbau
von Sprengmitteln in Wasch- oder Reinigungsmitteltabletten von Vorteil sein kann.
Wiederum werden hier als typische Sprengmittel mikrokristalline Cellulose, Zucker
wie Sorbit, aber auch Schichtsilikate, insbesondere feinteilige und quellfähige Schichtsilikate
von der Art der Bentonite und Smektite genannt. Auch zur Gasbildung beitragende Substanzen
wie Citronensäure, Bisulfat, Bicarbonat, Carbonat und Percarbonat werden als mögliche
Zerfallhilfsmittel aufgeführt.
[0010] In den beiden letztgenannten Dokumenten des Standes der Technik werden zwar keine
expliziten Angaben darüber gemacht, welche genaue Teilchengrößenverteilung die einsetzbaren
Sprengmittel aufweisen sollen; Angaben bezüglich der Mikrokristallinität der Cellulose
und der Feinteiligkeit der Schichtsilikate weisen den Fachmann aber vor allem im Zusammenhang
mit der aus der Herstellung von Arzneimitteltabletten bekannten Literatur darauf hin,
daß herkömmliche Sprengmittel in feinteiliger Form eingesetzt werden sollen. Dies
stimmt damit überein, daß bis heute keine gröberen, beispielsweise durch Granulation
feinteiliger Pulver gewonnenen Produkte, die ausdrücklich als Sprengmittel für Tabletten
angeboten werden, im Handel erhältlich sind.
[0011] In den europäischen Patentanmeldungen EP-A-0 466 485, EP-A-0 522 766, EP-A-0 711
827, EP-A-0 711 828 und EP-A-0 716 144 wird die Herstellung von reinigungsaktiven
Tabletten beschrieben, wobei kompaktiertes, partikuläres Material mit einer Partikelgröße
zwischen 180 und 2000 µm eingesetzt wird. Die resultierenden Tabletten können sowohl
eine homogene wie auch eine heterogene Struktur aufweisen. Gemäß EP-A-0 522 766 werden
zumindest die Teilchen, welche Tenside und Builder enthalten, mit einer Lösung oder
Dispersion eines Binders/Zerfallhilfsmittels, insbesondere Polyethylenglykol, umhüllt.
Andere Binder/Zerfallhilfsmittel sind wiederum die bereits mehrfach beschriebenen
und bekannten Sprengmittel, beispielsweise Stärken und Stärkederivate, im Handel erhältliche
Cellulose-Derivate wie quervernetzte und modifizierte Cellulose, mikrokristalline
Cellulosefasern, quervernetzte Polyvinylpyrrolidone, Schichtsilikate etc. Auch schwache
Säuren wie Citronensäure oder Weinsäure, welche in Zusammenhang mit carbonathaltigen
Quellen bei der Kontaktierung mit Wasser zu Sprudeleffekten führen und nach der Definition
nach Römpp zu der zweiten Klasse der Sprengmittel zählen, können als Coatingmaterial
eingesetzt werden.
[0012] Auch in diesen Fällen werden keine expliziten Angaben zu der Teilchengrößenverteilung
der Sprengmittel gemacht. Allerdings wird das Sprengmittel jeweils auf die Oberfläche
von granularen Partikeln aufgebracht. Dies geschieht entweder wie angegeben in flüssiger
bis disperser Form oder in fester Form. Der Fachmann weiß hierbei, daß zum Überziehen
von Partikeln mit festen Teilchen, das sogenannte "Abpudern", möglichst feinteilige,
nämlich puderartige Feststoffe, welche üblicherweise auch relativ hohe Mengen an Staubanteilen
aufweisen, einzusetzen sind.
[0013] Gemäß der EP-A-0 711 827 führt der Einsatz von Partikeln, welche zum überwiegenden
Teil aus Citrat bestehen, das eine bestimmte Löslichkeit in Wasser aufweist, in zweiter
Linie auch zu einem beschleunigten Zerfall der Tabletten. Es wird vermutet, daß durch
die Auflösung des Citrats die Ionenstärke während einer Übergangszeit lokal erhöht
wird, wodurch die Gelierung von Tensiden zurückgedrängt und als Folge davon der Zerfall
der Tablette nicht behindert wird. Citrat stellt somit gemäß dieser Patentanmeldung
kein klassisches Sprengmittel dar, sondern dient als Antigeliermittel.
[0014] Die genannten Lösungsvorschläge führen bei der Tablettenherstellung von Arzneimitteln
zum gewünschten Erfolg. Im Wasch- und Reinigungsmittelbereich tragen sie zwar zu einer
Verbesserung der Zerfallseigenschaften von wasch- oder reinigungsaktiven Tabletten
bei; jedoch ist die erreichte Verbesserung in vielen Fällen nicht ausreichend. Dies
gilt insbesondere dann, wenn der Anteil an klebrigen organischen Substanzen in den
Tabletten, beispielsweise an anionischen und/oder nichtionischen Tensiden, steigt.
Zusätzlich kann der Einsatz der Zerfallshilfsmittel in wasch- und reinigungsaktiven
Formkörpern zu spezifischen Problemen führen, die Arzneimitteln völlig unbekannt sind.
[0015] Ein besonderes Problem resultiert aus der Verwendung von Cellulose als Desintegrationshilfsmittel
in wasch- und reinigungsaktiven Formkörpern. Bei einer zu großen Primärteilchengröße
der Cellulose ergibt sich das Problem der Rückstandsbildung auf den behandelten Textilien.
Insbesondere bei dunklen Textilien sind die Ablagerungen der vergleichsweise großen
Cellulose-Primärpartikel, die in der Waschflotte nach dem Zerfall des Formkörpers
aus dem Sprengmittelkompaktat freigesetzt werden, nach dem Trocknen deutlich zu erkennen.
[0016] Wie aus pharmazeutischen Anwendungen bekannt ist, resultiert lediglich eine geringe
Sprengmittelwirkung, wenn Cellulose nur in feinpulvriger Form in die Formkörper eingearbeitet
wird, weshalb Zerfallhilfsmittel und insbesondere Cellulose zumeist sowohl in granularer
als auch in pulvriger Form in die Formkörper eingebracht werden (vgl.
"Angewandte Biopharmazie ", wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 1973, Seite 382). Bei der Herstellung
von Wasch- und Reinigungsmittelformkörpern hat sich die zusätzliche Zugabe von Cellulosepulver
allerdings als unnötig und in Einzelfällen sogar hinderlich für den Zerfall der Formkörper
erwiesen. Zur Herstellung granularer Sprengmittel auf Cellulosebasis werden üblicherweise
Cellulosepulver mit Teilchengrößen oberhalb von 150 µm zu Granulaten mit einer Korngröße
zwischen 0,4 und 2,0 mm kompaktiert und in dieser Form mit den übrigen Bestandteilen
zu wasch- und reinigungsaktiven Formkörpern verpreßt.
[0017] Die US-amerikanische Patentschrift US 4,106,991 beschreibt ein Granulationsverfahren
zur Herstellung von Enzymgranulaten, bei dem die Wandablagerungen im Granulator verringert
sind, bei dem die Bildung zu großer Teilchen durch eine langsame Wachstumsgeschwindigkeit
verhindert wird und bei dem die Feuchtigkeitsempfindlichkeit des zu granulierenden
Pulvers vermindert ist. Bei dem Verfahren werden Cellulosefasern, Bindemittel, Enzym
und Füllstoff sowie ein fluides Granuliermittel in eine Granuliervorrichtung eingebracht.
Sämtliche in der US 4,106,991 beschriebenen Enzymgranulate enthalten sowohl Titandioxid
als auch Natriumchlorid. Ferner umfaßt die eingesetzte Cellulose auch Primärteilchengrößen
oberhalb 100 µm.
[0018] Die deutsche Offenlegungsschrift DE-A- 2 321 693 beschreibt eine zur Verwendung mit
Textilwaschmitteln geeignete, optische Aufheller enthaltende Tablette, die einen Gehalt
von 1 bis 25 Gew.-% an mikrokristalliner bis faserförmiger Cellulose aufweist. Die
Tabletten enthalten außerdem Kartoffelstärke, Mg- oder Ca-Seifen von Fettsäuren, mineralische
Trennmittel sowie gegebenenfalls Netzmittel. Die Tabletten weisen eine geringe Zerfallszeit
in kaltem Wasser auf. Die Festigkeitseigenschaften der Tabletten werden durch die
Cellulose verbessert, so daß diese auch den Erfordernissen stärkerer mechanischer
Beanspruchung genügen.
[0019] Zur Vermeidung der Rückstandsbildung auf Textilien empfiehlt sich der Einsatz einer
feinteiligeren Cellulose, der diese Problematik nicht innewohnt. Leider läßt sich
ein solches Cellulosepulver mit Primärteilchengrößen unter 100 µm nicht kompaktieren,
da die gewonnenen Granulate so instabil sind, daß sie beim Abmischen mit den übrigen
Bestandteilen der Waschund Reinigungsmittel-Formkörper zerfallen, so daß letztlich
Cellulosepulver in die Formkörper eingepresst wird, das alleine keine nennenswerte
Sprengwirkung besitzt.
[0020] Dementsprechend bestand die Aufgabe der Erfindung darin, ein Hilfsmittelgranulat
für wasch- und reinigungsaktive Formkörper bereitzustellen, das einerseits die Rückstandsproblematik
nicht aufweist, sich aber andererseits in Granulatform in die zu verpressenden Gemische
einarbeiten läßt, ohne dabei seine wirksame Form zu verlieren. Ebenso bestand die
Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren zur Herstellung solcher Sprengmittelgranulate
für die Einarbeitung in Wasch- und Reinigungsmittel-Formkörper zu entwickeln.
[0021] Es wurde nun gefunden, daß die Stabilitätsprobleme eines auf Cellulose mit Teilchengrößen
unter 100 µm basierten Sprengmittelgranulats dadurch umgangen werden können, daß die
Cellulose mit mikrokristalliner Cellulose oder anderen Inhaltsstoffen von Wasch- und
Reinigungsmitteln zusammen granuliert wird.
[0022] Gegenstand der Erfindung ist daher in einer ersten Ausführungsform ein Hilfsmittelgranulat
für wasch- und reinigungsaktive Formkörper, das
a) 10 bis 95 Gew.-% Cellulose und/oder Cellulosederivate mit Teilchengrößen unter
100 µm
b) 5 bis 90 Gew.-% mikrokristalliner Cellulose und/oder eines oder mehrerer Inhaltsstoffe
von Wasch- und Reinigungsmitteln aus der Gruppe der Gerüststoffe, der Bleichmittel
und Bleichaktivatoren, der Schauminhibitoren und der soil-release Polymere, mit Ausnahme
solcher Hilfsmittelgranulate, welche 40 Gew.-% Cellulose (50 µm Primärteilchengröße),
10 Gew.-% Granulat aus mikrokristalliner Cellulose (FMC), 28,2 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
und 21,8 Gew.-% wasserfreie Zitronensäure enthalten.
[0023] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden unter Hilfsmittelgranulaten alle diejenigen
Hilfs- und insbesondere Sprengmittel verstanden, die per se in feinteiliger Pulverform
vorliegen und durch einen Sprühtrocknungs-, Granulier-, Agglomerier-, Kompaktier-,
Pelletieroder Extrusionsprozeß in eine grobkörnigere Form überführt wurden. Hierzu
zählen nicht nur Sprengmittel in granularer, sondern beispielsweise auch solche in
cogranulierter Form.
[0024] Die Begriffe "Teilchengröße" und "Primärteilchengröße" werden im Rahmen der vorliegenden
Erfindung als Synonyme verwendet, wenn sie zur Beschreibung der Cellulose in Pulverform
dienen. Die durch Granulierung der Cellulosepulver erhaltenen Granulate haben selbstverständlich
Teilchengrößen, die größer sind als die Primärteilchengröße des eingesetzten Cellulosepulvers.
Der Begriff "Teilchengröße" bzw. "Primärteilchengröße" bedeutet dabei, daß die entsprechenden
Pulver ein Sieb der angegebenen Maschenweite vollständig passieren und weniger als
1 Gew.-% Rückstand, bezogen auf das gesiebte Pulver, auf dem Sieb zurücklassen.
[0025] Die Hilfsmittelgranulate der vorliegenden Erfindung weisen dabei eine Reihe von Vorteilen
auf, die sie gegenüber herkömmlichen Sprengmitteln hervorheben. So sind Rückstandsprobleme
auf Wäsche, die mit Waschmittelformkörpern gewaschen wurde, welche das erfindungsgemäße
Hilfsmittelgranulat enthielten, nicht zu beobachten. Auch quantitativ zeigen sich
gegenüber ansonsten analog zusammengesetzten Waschmitteltabletten, die als Sprengmittel
Cellulosegranulate aus Cellulose von Primärteilchengrößen oberhalb 150 µm enthielten,
bessere Remissionswerte, höhere Weißgrade und ein verbesserter "weicher Griff" der
Wäsche.
[0026] Die Cellulose, die als Komponente a) in den erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulaten
enthalten ist, weist die formale Bruttozusammensetzung (C
6H
10O
5)
n auf und stellt formal betrachtet ein β-1,4-Polyacetal von Cellobiose dar, die ihrerseits
aus zwei Molekülen Glucose aufgebaut ist. Geeignete Cellulosen bestehen dabei aus
ca. 500 bis 5000 Glucose-Einheiten und haben demzufolge durchschnittliche Molmassen
von 50.000 bis 500.000. Erfindungswesentlich ist eine Teilchengröße der Cellulose
vor der Granulation von weniger als 100 µm, wobei Primärteilchengrößen unter 70 µm
oder unterhalb von 50 µm bevorzugt sind. Als Komponente a) verwendbar sind im Rahmen
der vorliegenden Erfindung auch Cellulose-Derivate, die durch polymeranaloge Reaktionen
aus Cellulose erhältlich sind. Solche chemisch modifizierten Cellulosen umfassen dabei
beispielsweise Produkte aus Veresterungen bzw. Veretherungen, in denen Hydroxy-Wasserstoffatome
substituiert wurden. Aber auch Cellulosen, in denen die Hydroxy-Gruppen gegen funktionelle
Gruppen, die nicht über ein Sauerstoffatom gebunden sind, ersetzt wurden, lassen sich
als Cellulose-Derivate einsetzen. In die Gruppe der Cellulose-Derivate fallen beispielsweise
Alkalicellulosen, Carboxymethylcellulose (CMC), Celluloseester und -ether sowie Aminocellulosen.
[0027] Die genannten Cellulosederivate werden vorzugsweise nicht allein als Komponente a)
eingesetzt, sondern in Mischung mit Cellulose verwendet. Der Gehalt dieser Mischungen
an Cellulosederivaten beträgt vorzugsweise unterhalb 50 Gew.-%, besonders bevorzugt
unterhalb 20 Gew.-%, bezogen auf die Komponente a). Besonders bevorzugt wird als Komponente
a) reine Cellulose eingesetzt, die frei von Cellulosederivaten ist. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform enthalten die Granulate als Komponente a) 15 bis 80 Gew.-%,
vorzugsweise 20 bis 70 Gew.-% und insbesondere 25 bis 60 Gew.-% Cellulose mit einer
Teilchengröße unter 70 µm, vorzugsweise unter 50 µm.
[0028] Die erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulate enthalten mikrokristalline Cellulose und/oder
die Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln in Mengen zwischen 5 und 90 Gew.-%,
bezogen auf das Hilfsmittelgranulat wobei solche Granulate ausgenommen sind, welche
40 Gew.-% Cellulose (50µm Primärteilchengröße), 10 Gew.-% Granulat aus mikrokristallines
Cellulose (FMC), 28,2 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat und 21,8 Gew.-% wasserfreie Zitronensäure
enthalten. Bevorzugt eingesetzte Mengen dieser Inhaltsstoffe liegen im Bereich von
10 bis 70 Gew.-%, wobei Mengen zwischen 20 und 60 Gew.-% und insbesondere zwischen
30 und 50 Gew.-% wiederum bevorzugt sind.
[0029] Als alleinige Komponente b) oder als Bestandteil dieser Komponente kann mikrokristalline
Cellulose verwendet werden. Diese Cellulose weist Primärteilchengrößen von ca. 5 µm
auf und wurde zu Granulaten mit einer mittleren Teilchengröße von 200 µm kompaktiert.
Diese Kompaktate sind stabil, lassen sich mit anderen Stoffen abmischen, ohne dabei
in die Primärteilchen zu zerfallen und sind geeignet, ihrerseits mit der feinteiligen
Cellulose {Komponente a)} stabile Hilfsmittelgranulate auszubilden, die bei der Abmischung
mit anderen Stoffen stabil sind. Auf diese Weise ist es im Rahmen der vorliegenden
Erfindung möglich, ein vollständig Cellulose-basiertes Hilfsmittelgranulat herzustellen,
dem die Rückstandsproblematik herkömmlicher Cellulosedesintegrationsmittel nicht innewohnt.
In der Waschflotte zerfallen diese Hilfsmittelgranulate in die Primärteilchen, wodurch
keine Cellulosepartikel mit Teilchengrößen über 100 µm in der Waschflotte verbleiben.
Bevorzugt sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung Hilfsmittelgranulate, in denen
als Komponente b) 5 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 60 Gew.-% und insbesondere
20 bis 50 Gew.-% mikrokristalliner Cellulose, bezogen auf das Hilfsmittelgranulat,
enthalten sind.
[0030] Als Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln {alleinige Komponente b) oder
Bestandteil derselben} können die erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulate Inhaltsstoffe
von Wasch- und Reinigungsmitteln aus der Gruppe der Gerüststoffe, der Bleichmittel
und Bleichaktivatoren, der Schauminhibitoren und der soil-release-Polymere enthalten,
wobei die Verwendung von Hilfsstoffen, die neben ihrer Funktion, das Granulat mit
der Cellulose zu stabilisieren, noch weitere Aufgaben im Wasch- und Reinigungsprozeß
wahrnehmen, bevorzugt ist. Die Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln, die
in den erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulaten enthalten sind, werden aus der Gruppe
der Gerüststoffe, der Bleichmittel und Bleichaktivatoren, der Schauminhibitoren und
der soil-release-Polymere ausgewählt.
[0031] Bevorzugt einzusetzende Komponenten b) aus dieser Gruppe sind die Bleichmittel und
Bleichaktivatoren, wobei Hilfsmittelgranulate bevorzugt sind, die als Komponente b)
10 bis 70, vorzugsweise 20 bis 60 und insbesondere 30 bis 50 Gew.-% eines Bleichmittels
oder Bleichaktivators enthalten. Ein bevorzugtes Hilfsmittelgranulat enthält dabei
als Bestandteil oder alleinigen Inhaltsstoff der Komponente b) den Bleichaktivator
Tetraacetylethylendiamin (TAED).
[0032] Die erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulate weisen vorzugsweise keine Feinanteile
unterhalb 0,1 mm auf und enthalten vorzugsweise insgesamt nur 0 bis 5 Gew.-% an Partikeln
mit Teilchengrößen unter 0,2 mm. Bevorzugte Granulate bestehen zu mindestens 90 Gew.-%
aus Partikeln mit einer Größe von mindestens 0,3 mm und höchstens 2,0 mm.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
der erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulate, bei dem
a) 10 bis 95 Gew.-% Cellulose und/oder Cellulosederivate mit Teilchengrößen unter
100 µm und
b) 5 bis 90 Gew.-% mikrokristalliner Cellulose und/oder eines oder mehrerer Inhaltsstoffe
von Wasch- und Reinigungsmitteln aus der Gruppe der Gerüststoffe, der Bleichmittel
und Bleichaktivatoren, der Schauminhibitoren und der soil-release-Polymere
unter kompaktierenden Bedingungen granuliert werden mit Ausnahme solcher Hilfsmittelgranulate,
welche 40 Gew.-% Cellulose (50 µm Primärteilchengröße), 10 Gew.-% Granulat aus mikrokristalliner
Cellulose (FMC), 28,2 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat und 21,8 Gew.-% wasserfreie Zitronensäure
enthalten.
[0034] Hierzu werden die Komponenten a) und b) vermischt, wobei die Cellulose aufgrund der
Rückstandsproblematik den genannten Teilchengrößekriterien entsprechen muß, während
die Komponente b) hinsichtlich der Teilchengröße keinen Beschränkungen unterliegt.
Im Interesse einer intensiven und homogenen Durchmischung der beiden Komponenten kann
es aber vorteilhaft sein, vor dem Kompaktiervorgang die Komponente b) ebenfalls auf
Teilchengrößebereiche unter 1 mm, insbesondere unter 500 µm und besonders bevorzugt
unter 200 µm zu vermahlen.
[0035] Die Granulation unter kompaktierenden Bedingungen kann nach sämtlichen dem Fachmann
geläufigen Verfahren durchgeführt werden, wobei sich die unterschiedlichsten Apparate
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignen. Die Granulation unter kompaktierenden
Bedingungen ist im Rahmen dieser Anmeldung mit Ausdrücken wie Granulation, Agglomeration,
Kompaktierung, Extrusion und Pelletierung gleichzusetzen.
[0036] Als Apparate, in denen das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden kann, eignen
sich beispielsweise die unterschiedlichsten Mischertypen wie beispielsweise Eirich®-Mischer
der Serien R oder RV (Warenzeichen der Maschinenfabrik Gustav Eirich, Hardheim), die
Fukae® FS-G-Mischer (Warenzeichen der Fukae Powtech, Kogyo Co., Japan), die Lödige®
FM-, KM- und CB-Mischer (Warenzeichen der Lödige Maschinenbau GmbH, Paderborn) oder
die Drais®-Serien T oder K-T (Warenzeichen der Drais-Werke GmbH, Mannheim). Weitere
geeignete Granulieraapparate sind Pelletpressen, die in bevorzugten Ausführungsformen
als Ringmatrizenpressen eingesetzt werrden. Als besonders vorteilhaft und im Rahmen
der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugt hat sich die Walzenkompaktierung erwiesen,
bei der man das trockene Vorgemisch der Komponenten a) und b) durch zwei im gegenläufigen
Sinn rotierende Walzen zu einer blattförmigen Schülpe kompaktiert, die durch nachfolgende
Vermahlung und Siebung auf Granulate mit Teilchengrößen unter 2 mm gebracht wird.
[0037] Es folgt eine kurze Beschreibung der als Komponente b) einzusetzenden Inhaltsstoffe
von Wasch- und Reinigungsmitteln, wobei die Substanzen aus der Gruppe der Gerüststoffe,
der Bleichmittel und Bleichaktivator, der Schauminhibitoren und der soil-release-Polymere
nacheinander beschrieben werden.
[0038] Als Gerüststoffe, die in den erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulaten und im Verfahren
zur Herstellung dieser Hilfsmittelgranulate als alleiniger Bestandteil oder Inhaltsstoff
der Komponente b) enthalten sein können, sind insbesondere Silikate, Aluminiumsilikate
(insbesondere Zeolithe), Carbonate, Salze organischer Di- und Polycarbonsäuren sowie
Mischungen dieser Stoffe zu nennen.
[0039] Geeignete kristalline, schichtförmige Natriumsilikate besitzen die allgemeine Formel
NaMSi
xO
2x+1 ·H
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Derartige kristalline
Schichtsilikate werden beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 164
514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate der angegebenen Formel sind
solche, in denen M für Natrium steht und x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere
sind sowohl β-als auch δ-Natriumdisilikate Na
2Si
2O
5·yH
2O bevorzugt, wobei β-Natriumdisilikat beispielsweise nach dem Verfahren erhalten werden
kann, das in der internationalen Patentanmeldung WO-A-91/08171 beschrieben ist.
[0040] Einsetzbar sind auch amorphe Natriumsilikate mit einem Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. Die Löseverzögerung
gegenüber herkömmlichen amorphen Natriumsilikaten kann dabel auf verschiedene Weise,
beispielsweise durch Oberflächenbehandlung, Compoundierung, Kompaktierung/ Verdichtung
oder durch Übertrocknung hervorgerufen worden sein. Im Rahmen dieser Erfindung wird
unter dem Begriff "amorph" auch "röntgenamorph" verstanden. Dies heißt, daß die Silikate
bei Röntgenbeugungsexperimenten keine scharfen Röntgenreflexe liefern, wie sie für
kristalline Substanzen typisch sind, sondern allenfalls ein oder mehrere Maxima der
gestreuten Röntgenstrahlung, die eine Breite von mehreren Gradeinheiten des Beugungswinkels
aufweisen. Es kann jedoch sehr wohl sogar zu besonders guten Buildereigenschaften
führen, wenn die Silikatpartikel bei Elektronenbeugungsexperimenten verwaschene oder
sogar scharfe Beugungsmaxima liefern. Dies ist so zu interpretieren, daß die Produkte
mikrokristalline Bereiche der Größe 10 bis einige Hundert nm aufweisen, wobei Werte
bis max. 50 nm und insbesondere bis max. 20 nm bevorzugt sind. Derartige sogenannte
röntgenamorphe Silikate, welche ebenfalls eine Löseverzögerung gegenüber den herkömmlichen
Wassergläsern aufweisen, werden beispielsweise in der deutschen Patentanmeldung DE-A-
44 00 024 beschrieben. Insbesondere bevorzugt sind verdichtete/kompaktierte amorphe
Silikate, compoundierte amorphe Silikate und übertrocknete röntgenamorphe Silikate.
[0041] Der eingesetzte feinkristalline, synthetische und gebundenes Wasser enthaltende Zeolith
ist vorzugsweise Zeolith A und/oder P. Als Zeolith P wird Zeolith MAP® (Handelsprodukt
der Firma Crosfield) besonders bevorzugt. Geeignet sind jedoch auch Zeolith X sowie
Mischungen aus A, X und/oder P. Der Zeolith kann als sprühgetrocknetes Pulver oder
auch als ungetrocknete, von ihrer Herstellung noch feuchte, stabilisierte Suspension
zum Einsatz kommen. Für den Fall, daß der Zeolith als Suspension eingesetzt wird,
kann diese geringe Zusätze an nichtionischen Tensiden als Stabilisatoren enthalten,
beispielsweise 1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf Zeolith, an ethoxylierten C
12-C
18-Fettalkoholen mit 2 bis 5 Ethylenoxidgruppen, C
12-C
14-Fettalkoholen mit 4 bis 5 Ethylenoxidgruppen oder ethoxylierten Isotridecanolen.
Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 10 µm (Volumenverteilung;
Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere
20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser.
[0042] Selbstverständlich ist auch ein Einsatz der allgemein bekannten Phosphate als Buildersubstanzen
möglich, sofern ein derartiger Einsatz nicht aus ökologischen Gründen vermieden werden
sollte. Geeignet sind insbesondere die Natriumsalze der Orthophosphate, der Pyrophosphate
und insbesondere der Tripolyphosphate.
[0043] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form ihrer Natriumsalze
einsetzbaren Polycarbonsäuren, wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Weinsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein
derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen
aus diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus
diesen.
[0044] Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumperborattetrahydrat und das Natriumperboratmonohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure.
[0045] Um beim Waschen bei Temperaturen von 60 °C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung
zu erreichen, können Bleichaktivatoren als alleiniger Bestandteil oder als Inhaltsstoff
der Komponente b) eingearbeitet werden. Als Bleichaktivatoren können Verbindungen,
die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise
1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls substituierte
Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet sind Substanzen, die O- und/oder
N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls substituierte Benzoylgruppen
tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin
(TAED), acylierte Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin
(DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide,
insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere
n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat (n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride,
insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin,
Ethylenglykoldiacetat und 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran.
[0046] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
sogenannte Bleichkatalysatoren in die Formkörper eingearbeitet werden. Bei diesen
Stoffen handelt es sich um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze bzw. Übergangsmetallkomplexe
wie beispielsweise Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Salenkomplexe oder -carbonylkomplexe.
Auch Mn-, Fe-, Co-, Ru-, Mangelnde Offenbarung-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit stickstoffhaltigen
Tripod-Liganden sowie Co-, Fe-, Cu- und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren
verwendbar.
[0047] Als Schauminhibitoren, die Bestandteil der Komponente b) sein können, oder alleine
als Komponente b) Verwendung finden, kommen beispielsweise Seifen natürlicher oder
synthetischer Herkunft in Betracht, die einen hohen Anteil an C
18-24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidische Schauminhibitoren sind z.B. Organopolysiloxane
und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid.
Mit Vorteilen werden auch Gemische aus verschiedenen Schauminhibitoren verwendet,
beispielsweise solche aus Silikonen, Paraffinen oder Wachsen. Vorzugsweise sind die
Schauminhibitoren an eine granulare, in Wasser lösliche bzw. dispergierbare Trägersubstanz
gebunden. Insbesondere sind dabei Mischungen aus Paraffinen und Bistearylethylendiamiden
bevorzugt.
[0048] Zusätzlich können die Mittel als Komponente b) oder deren Bestandteil auch Komponenten
enthalten, welche die Öl- und Fett-auswaschbarkeit aus Textilien positiv beeinflussen
(sogenannte soil repellents). Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn ein Textil
verschmutzt wird, das bereits vorher mehrfach mit einem erfindungsgemäßen Waschmittel,
das diese ölund fettlösende Komponente enthält, gewaschen wurde. Zu den bevorzugten
öl- und fettlösenden Komponenten zählen beispielsweise nicht-ionische Celluloseether
wie Methylcellulose und Methylhydroxy-propylcellulose mit einem Anteil an Methoxyl-Gruppen
von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropoxyl-Gruppen von 1 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen
auf den nichtionischen Celluloseether, sowie die aus dem Stand der Technik bekannten
Polymere der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure bzw. von deren Derivaten, insbesondere
Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder Polyethylenglykolterephthalaten oder anionisch
und/oder nichtionisch modifizierten Derivaten von diesen. Besonders bevorzugt von
diesen sind die sulfonierten Derivate der Phthalsäure- und der Terephthalsäure-Polymere.
Bevorzugt einsetzbar ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch Carboxymethylstärke
(CMS) als Komponente b) oder als ein Bestandteil dieser Komponente.
[0049] In einer weiteren Ausführungsform sieht die Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen
Hilfsmittelgranulate für wasch- und reinigungsaktive Formkörper als Desintegrationsbeschleuniger
in solchen Wasch- und Reinigungsmittelformkörpern, insbesondere Waschmitteltabletten,
vor.
[0050] Die Erfindung betrifft somit auch wasch- und reinigungsaktive Formkörper, insbesondere
Waschmitteltabletten, die 1 bis 40, vorzugsweise 2,5 bis 30 und insbesondere 5 bis
20 Gew.-% eines erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulats enthalten.
[0051] Diese Formkörper werden durch Vermischen des Hilfsmittelsgranulats mit den übrigen
Bestandteilen des Wasch- und Reinigungsmittels und nachfolgendes formgebendes Verpressen
erhalten.
[0052] Die Formkörper können dabei in vorbestimmter Raumform und vorbestimmter Größe gefertigt
werden. Als Raumform kommen praktisch alle sinnvoll handhabbaren Ausgestaltungen in
Betracht, beispielsweise also die Ausbildung als Tafel, die Stab- bzw. Barrenform,
Würfel, Quader und entsprechende Raumelemente mit ebenen Seitenflächen sowie insbesondere
zylinderförmige Ausgestaltungen mit kreisförmigem oder ovalem Querschnitt. Diese letzte
Ausgestaltung erfaßt dabei die Darbietungsform von der Tablette bis zu kompakten Zylinderstükken
mit einem Verhältnis von Höhe zu Durchmesser oberhalb 1.
[0053] Die portionierten Preßlinge können dabei jeweils als voneinander getrennte Einzelelemente
ausgebildet sein, die der vorbestimmten Dosiermenge der Wasch- und/oder Reinigungsmittel
entspricht. Ebenso ist es aber möglich, Preßlinge auszubilden, die eine Mehrzahl solcher
Masseneinheiten in einem Preßling verbinden, wobei insbesondere durch vorgegebene
Sollbruchstellen die leichte Abtrennbarkeit portionierter kleinerer Einheiten vorgesehen
ist. Für den Einsatz von Textilwaschmitteln in Maschinen des in Europa üblichen Typs
mit horizontal angeordneter Mechanik kann die Ausbildung der portionierten Preßlinge
als Tabletten, in Zylinder- oder Quaderform zweckmäßig sein, wobei ein Durchmesser/Höhe-Verhältnis
im Bereich von etwa 0,5 : 2 bis 2 : 0,5 bevorzugt ist. Handelsübliche Hydraulikpressen,
Exzenterpressen oder Rundläuferpressen sind geeignete Vorrichtungen insbesondere zur
Herstellung derartiger Preßlinge.
[0054] Die Raumform einer anderen Ausführungsform der Formkörper ist in ihren Dimensionen
der Einspülkammer von handelsüblichen Haushaltswaschmaschinen angepaßt, so daß die
Formkörper ohne Dosierhilfe direkt in die Einspülkammer eindosiert werden können,
wo sie sich während des Einspülvorgangs auflöst. Selbstverständlich ist aber auch
ein Einsatz der Waschmittelformkörper über eine Dosierhilfe problemlos möglich und
im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt.
[0055] Ein weiterer bevorzugter Formkörper, der hergestellt werden kann, hat eine platten-
oder tafelartige Struktur mit abwechselnd dicken langen und dünnen kurzen Segmenten,
so daß einzelne Segmente von diesem "Riegel" an den Sollbruchstellen, die die kurzen
dünnen Segmente darstellen, abgebrochen und in die Maschine eingegeben werden können.
Dieses Prinzip des "riegelförmigen" Formkörperwaschmittels kann auch in anderen geometrischen
Formen, beispielsweise senkrecht stehenden Dreiecken, die lediglich an einer ihrer
Seiten längsseits miteinander verbunden sind, verwirklicht werden.
[0056] Möglich ist es aber auch, daß die verschiedenen Komponenten nicht zu einer einheitlichen
Tablette verpreßt werden, sondern daß Formkörper erhalten werden, die mehrere Schichten,
also mindestens zwei Schichten, aufweisen. Dabei ist es auch möglich, daß diese verschiedenen
Schichten unterschiedliche Lösegeschwindigkeiten aufweisen. Hieraus können vorteilhafte
anwendungstechnische Eigenschaften der Formkörper resultieren. Falls beispielsweise
Komponenten in den Formkörpern enthalten sind, die sich wechselseitig negativ beeinflussen,
so ist es möglich, die eine Komponente in der schneller löslichen Schicht zu integrieren
und die andere Komponente in eine langsamer lösliche Schicht einzuarbeiten, so daß
die erste Komponente bereits abreagiert hat, wenn die zweite in Lösung geht. Der Schichtaufbau
der Formkörper kann dabei sowohl stapelartig erfolgen, wobei ein Lösungsvorgang der
inneren Schicht(en) an den Kanten des Formkörpers bereits dann erfolgt, wenn die äußeren
Schichten noch nicht vollständig gelöst sind, es kann aber auch eine vollständige
Umhüllung der inneren Schicht(en) durch die jeweils weiter außen liegende(n) Schicht(en)
erreicht werden, was zu einer Verhinderung der frühzeitigen Lösung von Bestandteilen
der inneren Schicht(en) führt.
[0057] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht ein Formkörper
aus mindestens drei Schichten, also zwei äußeren und mindestens einer inneren Schicht,
wobei mindestens in einer der inneren Schichten ein Peroxy-Bleichmittel enthalten
ist, während beim stapelförmigen Formkörper die beiden Deckschichten und beim hüllenförmigen
Formkörper die äußersten Schichten jedoch frei von Peroxy-Bleichmittel sind. Weiterhin
ist es auch möglich, Peroxy-Bleichmittel und gegebenenfalls vorhandene Bleichaktivatoren
und/oder Enzyme räumlich in einem Formkörper voneinander zu trennen. Derartige mehrschichtige
Formkörper weisen den Vorteil auf, daß sie nicht nur über eine Einspülkammer oder
über eine Dosiervorrichtung, welche in die Waschflotte gegeben wird, eingesetzt werden
können; vielmehr ist es in solchen Fällen auch möglich, den Formkörper im direkten
Kontakt zu den Textilien in die Maschine zu geben, ohne daß Verfleckungen durch Bleichmittel
und dergleichen zu befürchten wären.
[0058] Ähnliche Effekte lassen sich auch durch Beschichtung ("coating") einzelner Bestandteile
der zu verpressenden Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzung oder des gesamten
Formkörpers erreichen. Hierzu können die zu beschichtenden Körper beispielsweise mit
wäßrigen Lösungen oder Emulsionen bedüst werden, oder aber über das Verfahren der
Schmelzbeschichtung einen Überzug erhalten.
[0059] Neben dem erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulat, das die Desintegration der wasch-
und reinigungsaktiven Formkörper erleichtert und beschleunigt, können die erfindungsgemäßen
Formkörper sämtliche üblichen Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten.
Werden erfindungsgemäße Hilfsmittelgranulate verwendet, die als Komponente b) bestimmte
Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten, so kann auf die weitere
Zugabe dieser Stoffe bei der Herstellung des Formkörpers verzichtet werden. Es kann
aber auch bevorzugt sein, solche Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln sowohl
als Komponente b) in die Hilfsmittelgranulate als auch zusätzlich in den Formkörper
einzuarbeiten. Neben den bereits oben als Bestandteil des Hilfsmittelgranulats genannten
Bestandteilen können die erfindungsgemäßen Formkörper weitere Bestandteile enthalten,
die nicht über das Hilfsmittelgranulat in den Formkörper eingebracht werden. Als wasch-
und reinigungsaktive Substanzen, die in die Formkörper inkorporiert werden, sind hier
insbesondere Tenside und Enzyme zu nennen.
[0060] In den erfindungsgemäßen Wasch- und Reinigungsmittelformkörpern können anionische,
nichtionische, kationische und/oder amphotere Tenside eingesetzt werden. Bevorzugt
sind aus anwendungstechnischer Sicht Mischungen aus anionischen und nichtionischen
Tensiden, wobei der Anteil der anionischen Tenside größer sein sollte als der Anteil
an nichtionischen Tensiden. Der Gesamttensidgehalt der Formkörper liegt bei 5 bis
60 Gew.-%, bezogen auf das Formkörpergewicht, wobei Tensidgehalte über 15 Gew.-% bevorzugt
sind.
[0061] Als anionische Tenside werden beispielsweise solche vom Typ der Sulfonate und Sulfate
eingesetzt. Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen dabei vorzugsweise C
9-13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden. Ebenso sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren
(Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern-
oder Talgfettsäuren geeignet.
[0062] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester. Unter Fettsäureglycerinestern
sind die Mono-, Di- und Triester sowie deren Gemische zu verstehen, wie sie bei der
Herstellung durch Veresterung von einem Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder
bei der Umesterung von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden. Bevorzugte
sulfierte Fettsäureglycerinester sind dabei die Sulfierprodukte von gesättigten Fettsäuren
mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, beispielsweise der Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure,
Myristinsäure, Laurinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure oder Behensäure.
[0063] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-C
18-Fettalkohole, beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlängen bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind die C
12-C
16-Alkylsulfate und C
12-C
15-Alkylsulfate sowie C
14-C
15-Alkylsulfate bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise gemäß den US-Patentschriften
3,234,258 oder 5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte der Shell Oil
Company unter dem namen DAN® erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0064] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet. Sie werden in Reinigungsmitteln aufgrund
ihres hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen
von 1 bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
[0065] Weitere geeignete Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure,
die auch als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und
die Monoester und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise
Fettalkoholen und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte
Sulfosuccinate enthalten C
8-18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
[0066] Als weitere anionische Tenside kommen insbesondere Seifen in Betracht. Geeignet sind
gesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Stearinsäure, hydrierte Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen
Fettsäuren, z.B. Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische.
[0067] Die anionischen Tenside einschließlich der Seifen können in Form ihrer Natrium-,
Kaliumoder Ammoniumsalze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di-
oder Triethanolamin, vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in Form
ihrer Natriumoder Kaliumsalze, insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
[0068] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0069] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0070] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester, wie sie beispielsweise in der
japanischen Patentanmeldung JP 58/217598 beschrieben sind oder die vorzugsweise nach
dem in der internationalen Patentanmeldung WO-A-90/13533 beschriebenen Verfahren hergestellt
werden.
[0071] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0072] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (I),

in der RCO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
1 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es
sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch reduktive Aminierung eines reduzierenden
Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung
mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester oder einem Fettsäurechlorid erhalten
werden können.
[0073] Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel (II),

in der R für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12
Kohlenstoffatomen, R
1 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest mit
2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
2 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest
steht, dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder
alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder Propxylierte Derivate dieses Restes.
[0074] [Z] wird vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines reduzierten Zuckers erhalten,
beispielsweise Glucose, Fructose, Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose.
Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten Verbindungen können dann beispielweise
nach der Lehre der internationalen Anmeldung WO-A-95/07331 durch Umsetzung mit Fettsäuremethylestem
in Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator in die gewünschten Polyhydroxyfettsäureamide
überführt werden.
[0075] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen
bzw. deren Gemische in Frage. Besonders gut geeignet sind aus Bakterienstämmen oder
Pilzen, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis und Streptomyces griseus gewonnene
enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere
Proteasen, die aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen,
beispielsweise aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase oder Protease und
Cellulase oder aus Cellulase und Lipase oder aus Protease, Amylase und Lipase oder
Protease, Lipase und Cellulase, insbesondere jedoch Cellulase-haltige Mischungen von
besonderem Interesse. Auch Peroxidasen oder Oxidasen haben sich in einigen Fällen
als geeignet erwiesen. Die Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen
eingebettet sein, um sie gegen vorzeitige Zersetzung zu schützen. Der Anteil der Enzyme,
Enzymmischungen oder Enzymgranulate in den erfindungsgemäßen Formkörpern kann beispielsweise
etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis etwa 2 Gew.-% betragen.
[0076] Die Formkörper können als optische Aufheller Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten. Geeignet sind z.B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, z.B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
Aufheller können verwendet werden.
[0077] Ebenso kann sich die Erfindung zunutze machen, daß auch Acidifizierungsmittel wie
Citronensäure, Weinsäure oder Bernsteinsäure, aber auch saure Salze anorganischer
Säuren ("Hydrogensalze"), beispielsweise Bisulfate, vor allem in Kombination mit carbonathaltigen
Systemen zu der Verbesserung der Zerfalleigenschaften der Formkörper beitragen kann.
Im Rahmen dieser Erfindung ist dann aber vorgesehen, daß auch diese Acidifizierungsmittel
in grobkörniger, insbesondere granularer Form, welche möglichst keine Staubanteile
aufweisen und in der Partikelgrößenverteilung derjenigen der Hilfsmittelgranulate
angepaßt sind, vorliegen. Die granularen Acidifizierungsmittel können beispielsweise
in Mengen von 1 bis 10 Gew.-% in den Formkörpern enthalten sein.
[0078] Die erfindungsgemäßen Formkörper, insbesondere die bisher schlecht zerfallenden und
schlecht löslichen Waschmittelformkörper und Bleichmittelformkörper, weisen durch
den Einsatz des erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulats hervorragende Zerfalleigenschaften
auf. Durch die Kompaktierung des Desintegrationshilfsmittels mit einem Waschmittel-Inhaltsstoff
wird eine breitere Verteilung des Hilfsmittelgranulats im gesamten Formkörper erreicht.
Die verbesserte Desintegration kann beispielsweise unter kritischen Bedingungen in
einer üblichen Haushaltswaschmaschine (Einsatz direkt in der Waschflotte mittels herkömmlicher
Dosiervorrichtung, Feinwaschprogramm oder Buntwäsche, Waschtemperatur maximal 40 °C)
oder in einem Becherglas bei einer Wassertemperatur von 25 °C getestet werden. Die
Durchführung der entsprechenden Tests wird im Beispielteil beschrieben. Unter diesen
Bedingungen zerfallen die erfindungsgemäßen Formkörper nicht nur innerhalb von 10
Minuten vollständig; die bevorzugten Ausführungsformen weisen Zerfallzeiten im Becherglastest
von weniger als 3 Minuten, insbesondere von weniger als 2 Minuten auf. Besonders vorteilhafte
Ausführungsformen weisen sogar Zerfallzeiten von weniger als 1 Minute auf. Zerfallzeiten
von weniger als 3 Minuten im Becherglastest reichen aus, um die Waschmittelformkörper
oder die Waschadditivformkörper über die Einspülkammer herkömmlicher Haushaltswaschmaschinen
in die Waschflotte einspülen zu lassen. In einer weiteren Ausführungsforrn der Erfindung
wird deshalb ein Waschverfahren beansprucht, wobei der Formkörper über die Einspülvorrichtung
der Haushaltswaschmaschine in die Waschflotte eingebracht wird. Die Lösezeiten der
Formkörper in der Waschmaschine betragen vorzugsweise weniger als 8 Minuten und insbesondere
weniger als 5 Minuten.
[0079] Die eigentliche Herstellung der erfindungsgemäßen Formkörper erfolgt zunächst durch
das trockene Vermischen der Hilfsmittelgranulate mit den restlichen Bestandteilen
und anschließendes Informbringen, insbesondere Verpressen zu Tabletten, wobei auf
herkömmliche Verfahren (beispielsweise wie in der herkömmlichen Patentliteratur zu
Tablettierungen, vor allem auf dem Wasch- oder Reinigungsmittelgebiet, insbesondere
wie in den obengenannten Patentanmeldungen und dem Artikel "Tablettierung: Stand der
Technik", SÖFW-Journal, 122. Jahrgang, S. 1016-1021 (1996) beschrieben) zurückgegriffen
werden kann.
Beispiele
[0080] Durch Walzenkompaktierung und einen nachfolgenden Mahl- und Siebprozeß wurden die
erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulate 1, 2 und 3 sowie die Vergleichsbeispiele 4,
5 und 6 hergestellt, die eine Zusammensetzung gemäß Tabelle 1 aufwiesen.
[0081] Die Vergleichsbeispiele enthielten dabei entweder eine ungeeignete Komponente a)
(zu große Primärteilchengröße, Beispiel 4), ungeeignete Komponenten b) (Beispiel 6:
zusätzliches Sprudelsystem, welches kein üblicher Inhaltsstoff von Wasch- und Reinigungsmittel
ist) bzw. gar keine Komponente b) (Beispiel 5)
[0082] Im Falle des Vergleichsbeispiels 5 konnte kein stabiles Granulat erhalten werden.
Schon vor dem Verpressen zum Waschmittelformkörper bei der Abmischung mit den übrigen
Inhaltsstoffen zerfällt das erhaltene "Granulat" wieder in die Primärteilchen. In
einem weiteren Vergleich wurde von vornherein nicht granulierte, feinpulvrige Cellulose
(50 µm) eingesetzt, die völlig analoge Werte für Tablettenhärte und Zerfallszeiten
(Tabelle 3) wie das Vergleichsbespiel 5 lieferte.
Tabelle 1:
| Hilfsmittelgranulate [Gew.-%]: |
| Hilfsmittelgranulat |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
| Cellulose (50µm Primärteilchengröße) |
80% |
50% |
40% |
|
100% |
40% |
| Cellulose (150µm Primärteilchengröße) |
|
|
|
100% |
|
|
| Granulat aus mikrokr. Cellulose (FMC) |
|
50% |
10% |
|
|
10% |
| NaHCO3 |
|
|
|
|
|
28,2% |
| Zitronensäure, wasserfrei |
|
|
|
|
|
21,8% |
| Carboxymethylstärke |
20% |
|
|
|
|
|
| TAED |
|
|
50% |
|
|
|
[0083] Die auf diese Weise hergestellten Hilfsmittelgranulate wurden mit weiteren Komponenten
zu einem fertigen Wasch- und Reinigungsmittel abgemischt, wobei als Basisgranulat
ein Pulver folgender Zusammensetzung diente:
Tabelle 2:
| Basisgranulat [Gew.-%] |
| |
Menge |
| C9-13-Alkylbenzolsulfonat |
15,4 |
| C13-15-Oxoalkohol mit 3 bis 7 EO |
7,9 |
| Seife |
1,0 |
| optischer Aufheller |
0,2 |
| Natriumcarbonat |
13,9 |
| Natriumsilikat |
4,3 |
| Cobuilder H40 |
4,9 |
| HEDP |
0,6 |
| Zeolith A (wasserfreie Aktivsubstanz) |
25,5 |
| Na-Perborat-Monohydrat |
18,3 |
| Wasser |
8,0 |
[0084] Cobuilder H 40 ist ein Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer der Fa. Stockhausen HEDP
ist das Natriumsalz der Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure
[0085] Die abgemischten Wasch- und Reinigungsmittel wurden anschließend in einer Tablettenpresse
zu Tabletten verpreßt. Die Härte der Tabletten wurde durch Verformung der Tablette
bis zum Bruch gemessen, wobei die Kraft auf die Seitenflächen der Tablette einwirkte
und die maximale Kraft, der die Tablette standhielt, ermittelt wurde.
[0086] Zur Bestimmung des Tablettenzerfalls wurde die Tablette in ein Becherglas mit Wasser
gelegt (600ml Wasser, Temperatur 25°C) und die Zeit bis zum vollständigen Tablettenzerfall
gemessen.
[0087] Die Zusammensetzung der Tabletten sowie die experimentellen Daten zeigt Tabelle 3:
Tabelle 3:
| Waschmitteltabletten [Zusammensetzung in Gew.-%] |
| Tablette |
Beisp. 1 |
Beisp. 2 |
Beisp. 3 |
Beisp. 4 |
Beisp. 5 |
Beisp. 6 |
| Hilfsmittel |
5% |
4% |
10% |
4% |
4% |
8% |
| Basisgranulat |
81,25% |
82,25% |
81,25% |
82,25% |
82,25% |
78,25% |
| Enzym |
2,5% |
2,5% |
2,5% |
2,5% |
2,5% |
2,5% |
| TAED |
7% |
7% |
2% |
7% |
7% |
7% |
| Schauminhibitor |
3,5% |
3,5% |
3,5% |
3,5% |
3,5% |
3,5% |
| soil-release-Polymer |
0,75% |
0,75% |
0,75% |
0,75% |
0,75% |
0,75% |
| |
| Tablettenhärte |
33 N |
20 N |
30-35 N |
30-35 N |
25 N |
25 N |
| Tablettenzerfall |
20 sec |
58 sec |
5-10 sec |
5-10 sec |
> 5 min |
> 5 min |
[0088] Das Vergleichsbeispiel 4 zeigt sowohl bei der Tablettenhärte als auch im Zerfallstest
vergleichbare Werte mit den erfindungsgemäßen Beispielen 1, 2 und 3. Um die Überlegenheit
der erfindungsgemäßen Hilfsmittelgranulate in Wasch- und Reinigungsmittel-Formkörpern
zu zeigen, wurden folgende Waschversuche durchgeführt:
[0089] In die Einspülkammer einer Waschmaschine wurden 2 Tabletten (je 40 g) gegeben. Die
Maschine wurde mit 3,5 kg dunkelblauen Frotteehandtüchern beladen und unter folgenden
Bedingungen betrieben: Leitungswasser von 23°d (äquivalent 230 mg CaO/l), Waschtemperatur
60°C, Flottenverhältnis (kg Wäsche : Liter Waschlauge im Hauptwaschgang) 1 : 5,7 ,
dreimaliges Nachspülen mit Leitungswassr, Abschleudern und Trocknen. Die getrockneten
Handtücher wurden nach 10 Wäschen nach folgenden Kriterien beurteilt:
- Note 1:
- einwandfrei, keine erkennbaren Rückstände
- Note 2:
- tolerierbare, vereinzelte, nicht störende Rückstände
- Note 3:
- erkennbare, bei kritischer Beurteilung bereits störende Rückstände
- ab Note 4:
- deutlich erkennbare und störende Rückstände in steigender Anzahl und Menge
[0090] Zusätzlich wurde die Einspülkammer nach dem Waschvorgang geöffnet und visuell beurteilt.
Hierbei bedeuten:
- Note 1:
- einwandfrei, keine erkennbaren Rückstände, komplett eingespült
- Note 2:
- tolerierbare, vereinzelte, nicht störende Rückstände, sehr fein verteilt
- Note 3:
- erkennbare, bei kritischer Beurteilung bereits störende Rückstände
- Note 4:
- deutlich erkennbare und störende Rückstände in steigender Anzahl und Menge, Agglomerat-
und Klumpenbildung,
[0091] Die einzelnen Waschmitteltabletten wurden wie folgt beurteilt:
Tabelle 4:
| visuelle Beurteilung des Rückstandsverhaltens |
| Tablette |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
| getrocknetes Handtuch |
2 |
2 |
2 |
5 |
* |
* |
| Einspülkammer |
1 |
1 |
1 |
1 |
> 10 |
> 10 |
| |
| Summe |
3 |
3 |
3 |
6 |
> 10 |
> 10 |
| *) Bedingt durch die extrem langen Zerfallszeiten der Beispieltabletten 5 und 6 zeigen
diese keinen Zerfall in der Einspülkammer und lassen sich über die Einspülkammer der
Waschmaschine nicht einspülen. In der Einspülkammer finden sich nach dem Waschgang
die Tabletten nahezu unverändert wieder, weshalb auf den behandelten Textilien keine
Rückstände beobachtet werden können. |
[0092] Die erfindungsgemäßen Formkörper 1, 2 und 3 zeigen durch die Verwendung der feinteiligen
Cellulose in Verbindung mit sehr gutem Tablettenzerfall (siehe Tabelle 3) die besten
Rückstandswerte. Das nicht-erfindungsgemäße Beispiel 4, das ebenfalls eine gute Zerfallsgeschwindigkeit
(siehe Tabelle 3) aufweist, schneidet durch den Einsatz der Cellulose mit 150 µm Primärteilchengröße
deutlich schlechter ab: Die Celluloserückstände auf der Wäsche sind visuell als störende
Rückstände klar zu erkennen.