Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Elementes zur
Beleuchtung von Räumen durch gezieltes Lenken von Tageslicht, mit einem optisch transparenten
Grundkörper, durch den das Licht in den jeweiligen Raum einfällt.
Einer guten Ausleuchtung durch Tageslicht in der Arbeits- und Wohnwelt des Menschen
kommt eine sehr hohe Bedeutung zu. Besser als bei üblichen Fenstern genutztes Tageslicht
würde nicht nur eines Erhöhung von Wohlbefinden und Arbeitsproduktivität, sondern
auch eine beträchtliche Energieeinsparung bewirken. Dieses Tatsachen versuchen Architekten
und Lichtplaner zunehmend durch verschiedene Maßnahmen Rechnung zu tragen.
Stand der Technik
[0002] Ein bedeutender Beitrag kann durch Fensterelemente erzielt werden, die das an der
Fassade in hohem Maße vorhandene Licht über das normale Maß hinaus gezielt ins Rauminnere
umlenken.
[0003] Als derartige Licht- bzw. Fensterelemente werden derzeit Prismenelemente, holographische
Systeme o. dgl. verwendet.
[0004] Beispielsweise ist es aus der DE 195 38 651 A1 eine Sonnenschutz-Vorrichtung aus
einem für Sonnenlicht transparenten Material bekannt, das flächig ausgebildet ist
und eine glatte Oberfläche aufweist, die vom Licht bestrahlt wird. Die Unterseite
weist wenigstens eine prismenartige Kontur auf, denen Querschnitt jeweils ein in etwa
rechtwinkliges Dreieck aufweist.
[0005] Aus der Internationalen Patentanmeldung WO 94/25792 ist ein Element zur Beleuchtung
von Räumen durch gezieltes Lenken von Tageslicht, mit einem optisch transparenten
Grundkörper, durch den das Licht in den Raum einfällt, bekannt. Im Grundkörper ist
eine Vielzahl von parallelen Rissen vorgesehen, an denen Licht durch Totalreflexion
in den Raum umgelenkt wird. Diese Risse sind als flache keilförmige Deformationszentren
mit einer Brechungsindex-Änderung gegenüber dem Grundmaterial aus Plastik ausgebildet.
Verfahren zur Herstellung derartiger Elemente sind im Stand der Technik nicht bekannt.
[0006] Die bekannten Elemente erfordern den Einsatz teuerer Grundkörper, die mit einem vergleichsweise
hohen Aufwand weiterverarbeitet werden müssen, so sie bislang keine breite Anwendung
gefunden haben.
Darstellung der Erfindung
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines Elements
zur Beleuchtung von Räumen durch gezieltes Lenken von Tageslicht anzugeben, das die
Herstellung der Elemente kostengünstig ermöglicht.
[0008] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung derartiger Elemente ist im Anspruch
1 beansprucht. Weiterbildungen dieses Verfahrens sind in den Ansprüchen 2 folgende
angegeben.
[0009] Bei dem nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestellten Element ist in dem optisch
transparenten Grundkörper eine Vielzahl von Strukturen vorgesehen, an denen (zusätzliches)
Licht durch Totalreflexion in den jeweiligen Raum umgelenkt wird. Dabei kann die Vielzahl
von Strukturen aus zumindest annähernd parallelen Rissen oder Deformationszentren
bestehen.
[0010] Besonders bevorzugt ist es jedoch, wenn in dem Element keine Risse im eigentlichen
Sinne, sondern Deformationszentren und insbesondere sog. Crazes vorgesehen sind. Unter
Crazes versteht man flache, keilförmige Deformationszentren mit einer Brechungsindex-Änderung
gegenüber dem Grundmaterial, wie sie insbesondere in glasartigen Thermoplasten erzeugt
werden können. Crazes, also flache keilförmige Deformationszentren, entstehen an lokalen
Spannungsüberhöhungen, wie sie u.a. an Rißspitzen auftreten. Sie haben makroskopisch
das Aussehen kleiner Risse und breiten sich wie diese senkrecht zur Hauptzugspannungsrichtung
aus.
[0011] Dabei ist von besonderer Bedeutung, daß der Brechungsindex gegenüber dem Index des
Polymer-Grundmaterials vermindert wird, und gleichzeitig der Übergang Grundmaterial/Craze
scharf ist, so daß man Totalreflexionen an den Crazes erhält, die zusätzliches Licht
durch die Fensterscheibe in den jeweils zu beleuchtenden Raum leiten.
[0012] Insbesondere kann das Thermoplast Polymethylmethacrylat (PMMA) sein. Daneben können
aber auch andere Polymere, wie Polystyrol, Polycarbonat etc. verwendet werden, solange
sie transparent sind, und in ihnen die erfindungsgemäß vorgesehenen Strukturen zum
Einleiten von zusätzlichem Licht in den jeweiligen Raum erzeugt werden können.
[0013] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Elements zur Beleuchtung
von Räumen durch gezieltes Lenken von (zusätzlichem) Tageslicht, wird ein plattenförmiger
Grundkörper aus einem Polymer einer Zugspannung ausgesetzt, die parallel zur Plattenoberfläche
angelegt wird. Hierdurch entstehen insbesondere sog. Crazes, d.h. flache keilförmige
Deformationszentren mit einer Brechungsindex-Änderung gegenüber dem Grundmaterial.
[0014] Besonders bevorzugt ist es, wenn während des Anlegens der Zugspannung die Plattenoberfläche
zusätzlich mit einem Lösungsmittel und insbesondere einem organischem Lösungsmittel
beaufschlagt wird.
[0015] Die Beaufschlagung mit Spannung sowie gegebenenfalls einem Lösungsmittel kann dabei
bevorzugt bei erhöhter Temperatur erfolgen.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich auch zur Verarbeitung von Endlosmaterial:
[0017] Dabei ist es bevorzugt, wenn zum Aufbringen bzw. Erzeugen der ZugSpannung eine Biegevorrichtung
verwendet wird, durch die das Plattenmaterial als Endlosmaterial durchgeschoben wird.
Kurze Beschreibung der Zeichung
[0018] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exemplarisch beschrieben,
auf die im übrigen hinsichtlich der Offenbarung aller im Text nicht näher erläuterten
erfindungsgemäßen Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- das Grundprinzip zur Beleuchtung von Räumen durch gezieltes Lenken von (zusätzlichem)
Tageslicht
- Fig. 2
- eine Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0019] Fig. 1 zeigt einen Raum 1, der durch ein Fenster 2 beleuchtet wird. Das Fenster 2
weist ein transparentes Element bzw. eine Scheibe 3 auf, das bzw. die für eine - verglichen
mit herkömmlichen Fenstern - zusätzliche Beleuchtung durch gezieltes Lenken von Tageslicht
4 ins Rauminnere sorgt. Hierzu weist die Scheibe 3 - wie die Detailvergrößerung A
zeigt - eine Vielzahl von Strukturen 5 auf, an denen zusätzliches Tages- bzw. Sonnenlicht
4 durch Totalreflexion 6 in den Raum 1 umgelenkt wird.
[0020] Fig. 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäß
vorgesehenen Strukturen 5:
[0021] An eine Scheibe 3 aus einem Polymer, bevorzugt einem glasartigen Thermoplast, beispielsweise
Polymethylmethacrylat, wird eine Zugspannung 6 angelegt, die parallel zur Oberfläche
der Scheibe 3 wirkt. Gleichzeitig wird die Oberfläche der Scheibe 3 mit einem Lösungsmittel
und insbesondere einem organischem Lösungsmittel beaufschlagt und gegebenenfalls einer
erhöhten Temperatur ausgesetzt.
[0022] Hierdurch entstehen flache, keilförmige Deformationszentren, die an lokalen Spannungsüberhöhungen
initiiert werden. Sie haben makroskopisch das Aussehen kleiner Risse und breiten sich
wie diese senkrecht zur Richtung der Zugspannung aus. Dabei wird der Brechungsindex
der Deformationszentren, die auch als Crazes bezeichnet werden, gegenüber dem Brechungsindex
des Polymer-Grundmaterials verringert, so daß man an den scharfen Übergängen Totalreflexion
erhält.
1. Verfahren zur Herstellung eines Elements zur Beleuchtung von Räumen durch gezieltes
Lenken von Tageslicht,
dadurch gekennzeichnet, daß ein plattenförmiger Grundkörper aus einem Polymer einer Zugspannung ausgesetzt wird,
die parallel zur Plattenoberfläche angelegt wird, wodurch sogenannte Crazes, d.h.
flache keilförmige Deformationszentren mit einer Brechungsindex-Änderung gegenüber
dem Grundmaterial erzeugt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß während des Anlegens der Zugspannung die Plattenoberfläche zusätzlich mit einem Lösungsmittel
beaufschlagt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel ein organisches Lösungsmittel ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Beaufschlagung mit Spannung sowie gegebenenfalls einem Lösungsmittel bei erhöhter
Temperatur erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Aufbringen der Zugspannung eine Biegevorrichtung verwendet wird, durch die das
Plattenmaterial als Endlosmaterial durchgeschoben wird.
1. Method for the production of an element for illuminating rooms,
characterized in that a plate-shaped base body made of a polymer is subjected to a tensional force which
is applied parallel to the surface of said plate, whereby so-called crazes, i.e. flat
wedge-shaped deformation centers having a refractive index different from that of
the base material are formed.
2. Method according to claim 1,
characterized in that during the application of the tensional force the plate surface is additionally subjected
to an impact of a solvent.
3. Method according to claim 2,
characterized in that the solvent is an organic solvent.
4. Method according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that a subjection to tension and, if applicable, to an impact of a solvent is performed
at a raised temperature.
5. Method according to one of claims 1 to 4,
characterized in that the tensional force is applied using a bending device through which the plate material
is passed in the form of an endless material.
1. Procédé de fabrication d'un élément pour éclairer des locaux par déviation ciblée
de la lumière du jour,
caractérisé en ce qu'un corps de base en forme de plaque en polymère est soumis à un effort de traction
parallèlement à la surface de la plaque, qui provoque la formation de fendillements,
c'est-à-dire de centres de déformation en forme de coins plats dont l'indice de réfraction
diffère de celui du matériau de base.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que pendant l'application de l'effort de traction, la surface de la plaque est également
aspergée d'un solvant.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le solvant est un solvant organique.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'effort de traction et éventuellement l'aspersion de solvant s'effectuent à chaud.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il utilise, pour exercer l'effort de traction, un dispositif de cintrage à travers
lequel défile le matériau en plaque, qui se présente sous la forme d'une bande de
matériau continue.