(19)
(11) EP 1 010 517 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.06.2000  Patentblatt  2000/25

(21) Anmeldenummer: 99120739.0

(22) Anmeldetag:  20.10.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B31B 19/98
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 18.12.1998 DE 19858559

(71) Anmelder: LEMO Maschinenbau GmbH
D-53859 Niederkassel-Mondorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Schneider, Jakob
    53859 Niederkassel (DE)

(74) Vertreter: Pfeiffer, Helmut, Dipl.-Ing. 
Rheinmetall Allee 1
40476 Düsseldorf
40476 Düsseldorf (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Sammeln und Abtransportieren von mit Stapelöffnungen versehenen Kunststoffbeuteln


(57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Sammeln und gegebenenfalls Verblocken von mit Stapelöffnungen versehenen Kunststoffbeuteln (1) mit einer Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) sowie einer nachgeschalteten Sammeleinrichtung (13), wobei eine sichere Übergabe der Kunststoffbeutel (1) auf engstem Raum dadurch erreicht wird, dass die Umlauf- bzw. Drehachse (7, 23) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) und der Sammeleinrichtung (13) im wesentlichen quer zueinander angeordnet sind und auf diese Weise relativ nah beieinander angeordnet werden können.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Sammeln und gegebenenfalls Verblocken von mit Stapelöffnungen versehenen Kunststoffbeuteln mit einer Flügelrad-Übergabevorrichtung mit in bezug auf eine Umlaufachse radial abstehenden Flügelarmen sowie einer um eine eigene Drehachse taktweise umlaufend angetriebenen Sammeleinrichtung mit Stapelleisten, an denen jeweils entsprechend den Stapelöffnungen in den Kunststoffbeuteln paarweise angeordnete Stapelstifte befestigt sind und ferner einem Abführgreifer für gestapelte Beutelpakete.

[0002] Aus der DE 38 23 009 C2 geht eine Stapelvorrichtung für Kunststoffbeutel hervor, bei der eine der Flügelrad-Übergabevorrichtung nachgeordnete Aufnadeleinrichtung einen Aufnadelkorb mit parallel zur Flügelradachse verlaufender Korbachse und eine Mehrzahl von parallel zur Korbachse äquidistant angeordneten Auf nadelleisten aufweist. Aufgrund der im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Drehachsen der Übergabevorrichtung und der Aufnadeleinrichtung sind besondere Maßnahmen erforderlich, um gestapelte Beutelpakete einwandfrei abzuführen. Dazu ist neben einem am freien Stapelende angeordneten Abführgreifer eine Abnadeleinrichtung sowie eine Beutelstapel-Glätteinrichtung erforderlich, die endlos geführte taktweise arbeitende Antriebsketten mit diese querverbindenden Auflegerstangen und einen hin- und herbewegbaren Glättbalken mit einer Glättbürste aufweist. Schließlich sind an Aufnadelleisten über Steuerkurven klemmend und öffnend bewegbare Klemmeinrichtungen erforderlich.

[0003] Andererseits sind Stapelvorrichtungen in Gestalt von sogenannten Stiftstaplern bekannt wie diese beispielsweise aus der DE 31 53 675 C2 hervorgeht. Solche Stiftstapelfördereinrichtungen herkömmlicher Art weisen eine vergleichsweise, mitunter wenigstens 3 m lange Stiftstapelstrecke auf, in deren Bereich die notwendigen Handhabungen, wie z. B. Verblocken der Beutel usw. durchgeführt werden können.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sammelvorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die sich bei geringsten Kosten durch einen vergleichsweise geringen Platzbedarf auszeichnet und bei einwandfreien Beutelpaketen geringe Formatumstellzeiten benötigt.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Umlaufachse der Flügelrad-Übergabevorrichtung und die Drehachse der Sammeleinrichtung im wesentlichen quer zueinander angeordnet sind. Eine derartige Anordnung bzw. Ausbildung der Flügelrad-Übergabevorrichtung und Sammeleinrichtung machen es möglich, die Beutel von der Übergabevorrichtung auf engstem Raum an die Sammeleinrichtung zu übergeben und das auch bei vergleichsweise hohen Taktzahlen. In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist die Drehachse der Sammeleinrichtung ebenso wie die Umlaufachse der Flügelrad-Übergabevorrichtung im wesentlichen horizontal angeordnet und vorzugsweise im wesentlichen auf gleicher Höhe wie diese.

[0006] Durch die horizontale Drehlagerung der beiden Vorrichtungen ist es möglich, dass die an einem gemeinsamen Tragarm gelagerten Stapelleisten mit ihren freien Enden bis nahezu an eine Lagerwelle der Flügelrad-Übergabevorrichtung reichen. Hierdurch wird einerseits eine großflächige Abstützung der einzelnen Beutel auf den Flügelarmen der Flügelrad-Übergabevorrichtung und andererseits eine einwandfreie Aufnahme der gelochten Kunststoffbeutel auf den Stapelstiften der Stapelleisten gewährleistet.

[0007] Die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung eignet sich insbesondere dann, wenn die Stapelleisten nach Art eines Paternosters taktweise umlaufend angetrieben werden und ferner die beiden Vorrichtungen auf jeweils einem eigenen, vorzugsweise verfahrbaren Traggestell angeordnet sind und schließlich die gestapelten Beutelpakete in der Abnahmeposition der Sammeleinrichtung durch ein robotergesteuertes Handlingsystem entnommen werden.

[0008] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1
einen Teil einer Beutelherstellmaschine mit nachgeordneter Flügelrad-Übergabevorrichtung und Sammeleinrichtung,
Figur 2
eine vereinfachte Darstellung in Richtung X der Figur 3 und
Figur 3
die zugehörige Aufsicht auf die Vorrichtung.


[0009] Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung dient zum Sammeln bzw. Stapeln und gegebenenfalls Verblocken von Kunststoffbeuteln 1, die in einem im einzelnen nicht dargestellten Beutelherstellautomaten erzeugt werden. Von diesem sind lediglich ein Vorzugswalzenpaar 2 sowie eine Trennschweißeinrichtung 3 schematisch angedeutet. Hinter dem Beutelherstellautomaten ist eine Flügelrad-Übergabevorrichtung 4 angeordnet, die ein Flügelrad 5 mit mehreren Flügelarmen 6 aufweist. Das Flügelrad 5 ist um eine im wesentlichen horizontale Umlaufachse 7 entgegen dem Uhrzeigersinn umlaufend angetrieben, so wie das mit dem Pfeil 8 dargestellt ist. Konzentrisch zur Umlaufachse 7 befindet sich eine Lagerwelle 9, an der die einzelnen Flügelarme 6 befestigt sind. Die Flügelrad-Übergabevorrichtung 4 weist ein Traggestell 11 auf, das zumindest in der Bewegungsrichtung der Kunststoffbeutel 1 über Rollen 12 verfahrbar ist. Gegebenenfalls kann das Traggestell auch quer zur Längsrichtung verstellbar ausgebildet sein, um eine leichte Anpassung an unterschiedliche zu verarbeitende Kunststoffbeutel zu ermöglichen.

[0010] Hinter der Flügelrad-Übergabevorrichtung 4 ist eine Sammeleinrichtung 13 angeordnet, die gleichfalls ein Traggestell 14 mit eigenen Laufrollen 15 aufweist, so dass das Traggestell 14 unabhängig vom Traggestell der Flügelrad-Übergabevorrichtung zumindest in Längsrichtung verfahrbar, gegebenenfalls aber auch quer dazu verschiebbar ist. An dem Traggestell 14 ist ein Tragarm 16 zur fliegenden Lagerung von Stapelleisten 17 angeordnet, die paarweise angeordnete Stapelstifte 18 aufweisen. Deren gegenseitiger Abstand entspricht nicht dargestellten Stapelöffnungen in den Kunststoffbeuteln 1. Über einen im einzelnen nicht dargestellten Antrieb, der beispielsweise einen Zahnriemen oder Zahnräder 19 aufweist, lassen sich die Stapelleisten 17 mit den darauf befindlichen Stapelstiften 18 nach Art eines Paternosters umlaufend antreiben. Für den Antrieb ist ein als Servomotor ausgebildeter Antriebsmotor 21 vorgesehen. Aus Figur 2 ist ersichtlich, dass ein um eine Drehachse 23 in Richtung des Pfeils 24 taktweise umlaufend antreibbares Trägerkreuz 22 in vier Positionen bewegbar ist. Auf diese Weise können die Stapelleisten 17 mit den darauf befindlichen Stapelstiften 18 jeweils in eine Übergabeposition 1, eine gegebenenfalls zum Verblocken geeignete Zwischenstellung II und in eine Entnahmeposition III bewegt werden. Eine oben liegende Position 4 ist eine Leerposition. In der Entnahmeposition III können die Beutelpakete, beispielsweise durch ein robotergesteuertes Handlingsystem, das in der Zeichnung nicht dargestellt ist, entnommen werden.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Sammeln und gegebenenfalls Verblocken von mit Stapelöffnungen versehenen Kunststoffbeuteln mit einer Flügelrad-Übergabevorrichtung mit in bezug auf eine Umlaufachse radial abstehenden Flügelarmen sowie einer um eine eigene Drehachse taktweise umlaufend angetriebenen Sammeleinrichtung mit Stapelleisten, an denen jeweils entsprechend den Stapelöffnungen in den Kunststoffbeuteln paarweise angeordneten Stapelstifte befestigt sind und ferner einem Abführgreifer für gestapelte Beutelpakete, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlaufachse (7) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) und die Drehachse (23) der Sammeleinrichtung (13) im wesentlichen quer zueinander angeordnet sind.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (23) der Sammeleinrichtung (13) ebenso wie die Umlaufachse (7) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) im wesentlichen horizontal angeordnet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (23) der Sammeleinrichtung (13) in etwa in gleicher Höhe wie die Umlaufachse (7) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) angeordnet ist.
 
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stapelleisten (17) der Sammeleinrichtung (13) an einem gemeinsamen Tragarm (16) fliegend gelagert sind.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Enden der Stapelleisten (17) bis nahezu an eine in der Umlaufachse (7) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) angeordnete Lagerwelle (9) reichen.
 
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einem Trägerkreuz (22) abgestützten Stapelleisten (17) mit den darauf aufgesteckten Stapelstiften (18) nach Art eines Paternosters taktweise umlaufend angetrieben sind.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass für den Antrieb der Stapelleisten (7) ein Servomotor (21) vorgesehen ist.
 
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) und/oder die Sammeleinrichtung (13) jeweils auf einem eigenen Traggestell (11,14) angeordnet sind.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Traggestelle (11 bzw. 14) wenigstens in Längsrichtung der Bewegungsstrecke der Kunststoffbeutel (1) bzw. einer zulaufenden Kunststoffolienbahn verfahrbar ausgebildet ist.
 
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die in einer Abnahmeposition (III) auf einer der Stapelleisten (17) befindlichen Beutelpakete durch ein robotergesteuertes Handlingsystem entfernbar sind.
 




Zeichnung










Recherchenbericht