[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Sammeln und gegebenenfalls Verblocken
von mit Stapelöffnungen versehenen Kunststoffbeuteln mit einer Flügelrad-Übergabevorrichtung
mit in bezug auf eine Umlaufachse radial abstehenden Flügelarmen sowie einer um eine
eigene Drehachse taktweise umlaufend angetriebenen Sammeleinrichtung mit Stapelleisten,
an denen jeweils entsprechend den Stapelöffnungen in den Kunststoffbeuteln paarweise
angeordnete Stapelstifte befestigt sind und ferner einem Abführgreifer für gestapelte
Beutelpakete.
[0002] Aus der DE 38 23 009 C2 geht eine Stapelvorrichtung für Kunststoffbeutel hervor,
bei der eine der Flügelrad-Übergabevorrichtung nachgeordnete Aufnadeleinrichtung einen
Aufnadelkorb mit parallel zur Flügelradachse verlaufender Korbachse und eine Mehrzahl
von parallel zur Korbachse äquidistant angeordneten Auf nadelleisten aufweist. Aufgrund
der im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Drehachsen der Übergabevorrichtung
und der Aufnadeleinrichtung sind besondere Maßnahmen erforderlich, um gestapelte Beutelpakete
einwandfrei abzuführen. Dazu ist neben einem am freien Stapelende angeordneten Abführgreifer
eine Abnadeleinrichtung sowie eine Beutelstapel-Glätteinrichtung erforderlich, die
endlos geführte taktweise arbeitende Antriebsketten mit diese querverbindenden Auflegerstangen
und einen hin- und herbewegbaren Glättbalken mit einer Glättbürste aufweist. Schließlich
sind an Aufnadelleisten über Steuerkurven klemmend und öffnend bewegbare Klemmeinrichtungen
erforderlich.
[0003] Andererseits sind Stapelvorrichtungen in Gestalt von sogenannten Stiftstaplern bekannt
wie diese beispielsweise aus der DE 31 53 675 C2 hervorgeht. Solche Stiftstapelfördereinrichtungen
herkömmlicher Art weisen eine vergleichsweise, mitunter wenigstens 3 m lange Stiftstapelstrecke
auf, in deren Bereich die notwendigen Handhabungen, wie z. B. Verblocken der Beutel
usw. durchgeführt werden können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sammelvorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die sich bei geringsten Kosten durch einen vergleichsweise geringen
Platzbedarf auszeichnet und bei einwandfreien Beutelpaketen geringe Formatumstellzeiten
benötigt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Umlaufachse der Flügelrad-Übergabevorrichtung
und die Drehachse der Sammeleinrichtung im wesentlichen quer zueinander angeordnet
sind. Eine derartige Anordnung bzw. Ausbildung der Flügelrad-Übergabevorrichtung und
Sammeleinrichtung machen es möglich, die Beutel von der Übergabevorrichtung auf engstem
Raum an die Sammeleinrichtung zu übergeben und das auch bei vergleichsweise hohen
Taktzahlen. In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist die Drehachse der Sammeleinrichtung
ebenso wie die Umlaufachse der Flügelrad-Übergabevorrichtung im wesentlichen horizontal
angeordnet und vorzugsweise im wesentlichen auf gleicher Höhe wie diese.
[0006] Durch die horizontale Drehlagerung der beiden Vorrichtungen ist es möglich, dass
die an einem gemeinsamen Tragarm gelagerten Stapelleisten mit ihren freien Enden bis
nahezu an eine Lagerwelle der Flügelrad-Übergabevorrichtung reichen. Hierdurch wird
einerseits eine großflächige Abstützung der einzelnen Beutel auf den Flügelarmen der
Flügelrad-Übergabevorrichtung und andererseits eine einwandfreie Aufnahme der gelochten
Kunststoffbeutel auf den Stapelstiften der Stapelleisten gewährleistet.
[0007] Die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung eignet sich insbesondere dann, wenn
die Stapelleisten nach Art eines Paternosters taktweise umlaufend angetrieben werden
und ferner die beiden Vorrichtungen auf jeweils einem eigenen, vorzugsweise verfahrbaren
Traggestell angeordnet sind und schließlich die gestapelten Beutelpakete in der Abnahmeposition
der Sammeleinrichtung durch ein robotergesteuertes Handlingsystem entnommen werden.
[0008] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Teil einer Beutelherstellmaschine mit nachgeordneter Flügelrad-Übergabevorrichtung
und Sammeleinrichtung,
- Figur 2
- eine vereinfachte Darstellung in Richtung X der Figur 3 und
- Figur 3
- die zugehörige Aufsicht auf die Vorrichtung.
[0009] Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung dient zum Sammeln bzw. Stapeln und gegebenenfalls
Verblocken von Kunststoffbeuteln 1, die in einem im einzelnen nicht dargestellten
Beutelherstellautomaten erzeugt werden. Von diesem sind lediglich ein Vorzugswalzenpaar
2 sowie eine Trennschweißeinrichtung 3 schematisch angedeutet. Hinter dem Beutelherstellautomaten
ist eine Flügelrad-Übergabevorrichtung 4 angeordnet, die ein Flügelrad 5 mit mehreren
Flügelarmen 6 aufweist. Das Flügelrad 5 ist um eine im wesentlichen horizontale Umlaufachse
7 entgegen dem Uhrzeigersinn umlaufend angetrieben, so wie das mit dem Pfeil 8 dargestellt
ist. Konzentrisch zur Umlaufachse 7 befindet sich eine Lagerwelle 9, an der die einzelnen
Flügelarme 6 befestigt sind. Die Flügelrad-Übergabevorrichtung 4 weist ein Traggestell
11 auf, das zumindest in der Bewegungsrichtung der Kunststoffbeutel 1 über Rollen
12 verfahrbar ist. Gegebenenfalls kann das Traggestell auch quer zur Längsrichtung
verstellbar ausgebildet sein, um eine leichte Anpassung an unterschiedliche zu verarbeitende
Kunststoffbeutel zu ermöglichen.
[0010] Hinter der Flügelrad-Übergabevorrichtung 4 ist eine Sammeleinrichtung 13 angeordnet,
die gleichfalls ein Traggestell 14 mit eigenen Laufrollen 15 aufweist, so dass das
Traggestell 14 unabhängig vom Traggestell der Flügelrad-Übergabevorrichtung zumindest
in Längsrichtung verfahrbar, gegebenenfalls aber auch quer dazu verschiebbar ist.
An dem Traggestell 14 ist ein Tragarm 16 zur fliegenden Lagerung von Stapelleisten
17 angeordnet, die paarweise angeordnete Stapelstifte 18 aufweisen. Deren gegenseitiger
Abstand entspricht nicht dargestellten Stapelöffnungen in den Kunststoffbeuteln 1.
Über einen im einzelnen nicht dargestellten Antrieb, der beispielsweise einen Zahnriemen
oder Zahnräder 19 aufweist, lassen sich die Stapelleisten 17 mit den darauf befindlichen
Stapelstiften 18 nach Art eines Paternosters umlaufend antreiben. Für den Antrieb
ist ein als Servomotor ausgebildeter Antriebsmotor 21 vorgesehen. Aus Figur 2 ist
ersichtlich, dass ein um eine Drehachse 23 in Richtung des Pfeils 24 taktweise umlaufend
antreibbares Trägerkreuz 22 in vier Positionen bewegbar ist. Auf diese Weise können
die Stapelleisten 17 mit den darauf befindlichen Stapelstiften 18 jeweils in eine
Übergabeposition 1, eine gegebenenfalls zum Verblocken geeignete Zwischenstellung
II und in eine Entnahmeposition III bewegt werden. Eine oben liegende Position 4 ist
eine Leerposition. In der Entnahmeposition III können die Beutelpakete, beispielsweise
durch ein robotergesteuertes Handlingsystem, das in der Zeichnung nicht dargestellt
ist, entnommen werden.
1. Vorrichtung zum Sammeln und gegebenenfalls Verblocken von mit Stapelöffnungen versehenen
Kunststoffbeuteln mit einer Flügelrad-Übergabevorrichtung mit in bezug auf eine Umlaufachse
radial abstehenden Flügelarmen sowie einer um eine eigene Drehachse taktweise umlaufend
angetriebenen Sammeleinrichtung mit Stapelleisten, an denen jeweils entsprechend den
Stapelöffnungen in den Kunststoffbeuteln paarweise angeordneten Stapelstifte befestigt
sind und ferner einem Abführgreifer für gestapelte Beutelpakete, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlaufachse (7) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) und die Drehachse
(23) der Sammeleinrichtung (13) im wesentlichen quer zueinander angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (23) der Sammeleinrichtung (13) ebenso wie die Umlaufachse (7)
der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) im wesentlichen horizontal angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (23) der Sammeleinrichtung (13) in etwa in gleicher Höhe wie
die Umlaufachse (7) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stapelleisten (17) der Sammeleinrichtung (13) an einem gemeinsamen Tragarm
(16) fliegend gelagert sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Enden der Stapelleisten (17) bis nahezu an eine in der Umlaufachse
(7) der Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) angeordnete Lagerwelle (9) reichen.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einem Trägerkreuz (22) abgestützten Stapelleisten (17) mit den darauf
aufgesteckten Stapelstiften (18) nach Art eines Paternosters taktweise umlaufend angetrieben
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass für den Antrieb der Stapelleisten (7) ein Servomotor (21) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Flügelrad-Übergabevorrichtung (4) und/oder die Sammeleinrichtung (13) jeweils
auf einem eigenen Traggestell (11,14) angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Traggestelle (11 bzw. 14) wenigstens in Längsrichtung
der Bewegungsstrecke der Kunststoffbeutel (1) bzw. einer zulaufenden Kunststoffolienbahn
verfahrbar ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die in einer Abnahmeposition (III) auf einer der Stapelleisten (17) befindlichen
Beutelpakete durch ein robotergesteuertes Handlingsystem entfernbar sind.