[0001] Im Druckmaschinenbau sind als wesentliche Bauformen Satellitendruckmaschinen, Tandemdruckmaschinen
und Reihendruckmaschinen/Aggregatdruckmaschinen bekannt (Walenski; Offsetdruck; Polygraph
Verlag Frankfurt/M; 1991; Seite 64 ff.).
[0002] Bei den Satellitendruckmaschinen sind mehrere Zylindergruppen (Offsetzylinder/Druckformzylinder)
einem mehrfachgroßen Druckzylinder, der mit einer Bogenzuführung und einer Bogenabführung
zusammenwirkt, zugeordnet.
[0003] Bei der Tandembauweise von Druckmaschinen sind mindestens zwei Maschinen durch Übergabezylinder
oder ein Kettensystem verbunden hintereinander angeordnet. Jede Maschine ist dabei
in Fünfzylinderbauart - ein Druckzylinder, zwei Offsetzylinder und zwei Druckformzylinder
- ausgebildet und die erste Maschine ist mit der Bogenzuführung und die zweite Maschine
mit der Bogenabführung verbunden.
[0004] Bei der Aggregatbauweise sind mindestens zwei Dreizylinderdruckwerke - ein Druckzylinder,
ein Offsetzylinder, ein Druckformzylinder - durch mindestens einen Übergabezylinder
miteinander verbunden. Dem ersten Druckwerk ist dabei die Bogenzuführung und dem letzten
Druckwerk die Bogenabführung zugeordnet.
[0005] Es ist auch ein Aggregat-Druckwerk bekannt (DE 197 14 807 A1), welches aus einem
Druckzylinder, einem Übergabezylinder und einem Klischeezylinder mit einem Kammerrakeleinfärbsystem
besteht.
[0006] Dem Nachteil der Unflexibilität der Satellitenmaschinen steht als Vorteil der hohe
Kompaktheitsgrad gegenüber.
Nachteilig bei den Aggregatmaschinen ist die große Bauraum beanspruchende Bauweise,
der allerdings eine hohe Variabilität und eine günstige Fertigungsmöglichkeit gegenübersteht.
Bei den Tandemmaschinen, deren Bauweise fast gänzlich vom Markt verschwunden ist,
sind eine Vielzahl von Bogenübergaben erforderlich und diese Bauweise ist nicht variabel.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Bogendruckmaschine in Aggregatbauweise
in kompakter Bauweise bei hoher Variabilität.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Kennzeichen der Patentansprüche gelöst,
zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen offenbart.
[0009] Nachfolgend werden die erfinderischen Lösungen an einem Ausführungsbeispiel näher
beschrieben.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine Bogendruckmaschine mit Offset- und/oder Flexodruckwerken
Fig. 2 eine Bogendruckmaschine mit Flexodruckwerken.
[0010] Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Bogendruckmaschine ist mit zwei Druckwerken 1 ausgestattet.
Das erste Druckwerk 1.1 ist über ein Anlageaggregat 2 mit einem bekannten, nicht dargestellten
Bogenanleger verbunden. Dem zweiten Druckwerk 1.2 ist entweder ein nicht dargestelltes
drittes Druckwerk oder eine nicht dargestellte Bogenabführung zugeordnet. Jedes Druckwerk
1 enthält zwei einem Druckzylinder 3 zugeordnete Zylindergruppen 4; 5 oder 4; 18 oder
18; 21 und einen Übergabezylinder 8. Der Druckzylinder 3 und der Übergabezylinder
8; 15 sind dabei in einem Unterbau 19 und die Zylindergruppen 4; 5 oder 4; 18 oder
18; 21 in einem Oberbau 20 untergebracht. Der Unterbau 19 ist für alle unterschiedlichen
Oberbaue gleich ausgestaltet.
Die Zylindergruppen 4; 5 sind ausgestattet mit einem Druckformzylinder 6 und einem
nachgeordneten, mit dem Druckzylinder 3 in Wirkverbindung stehenden Offsetzylinder
7. Jedem Druckformzylinder 6 ist ein Farbwerk 13 zugeordnet.
[0011] Nach einer weiteren Lösung ist ein Oberbau 20 eines Druckwerkes 1.1 oder 1.2 mit
einer ersten Zylindergruppe 4 und einer Flexodruckzylindergruppe 18 ausgestattet,
wobei die Flexodruckzylindergruppe 18 aus einem Klischeezylinder 17 mit einem Kammerrakeleinfärbsystem
16 besteht oder jeder Oberbau 20 ist mit zwei Flexodruckzylindergruppen 18; 21 ausgestattet.
Die beiden dem Druckzylinder zugeordneten Zylindergruppen 4; 5 oder 18; 21 sind spiegelbildlich
bezüglich einer Spiegelebene 14 angeordnet; die Spiegelebene ist vertikal bzw. nahezu
vertikal angeordnet.
Der Druckformzylinder 6, der Offsetzylinder 7 und der Klischeezylinder 17 sind einfachgroß;
relativ zum Druckformzylinder 6 ist der Druckzylinder 3 dreifachgroß oder größer dreifachgroß
und der Übergabezylinder 8 doppeltgroß.
[0012] Der Übergabezylinder 8 kann auch als allgemein bekannter Wendezylinder 15 ausgebildet
werden.
Die Verbindungslinie 10 der Mittelpunkte 11; 12 von Druckzylinder 3 und Übergabezylinder
8 schließt mit der Horizontalen 9 durch den Druckzylindermittelpunkt 11 einen Winkel
α = 15° ein.
Bezugszeichenaufstellung
[0013]
- 1
- Druckwerk
- 1.1
- erstes Druckwerk
- 1.2
- zweites Druckwerk
- 2
- Anlageaggregat
- 3
- Druckzylinder
- 4
- erste Zylindergruppe
- 5
- zweite Zylindergruppe
- 6
- Druckformzylinder
- 7
- Offsetzylinder
- 8
- Übergabezylinder
- 9
- Horizontale
- 10
- Verbindungslinie
- 11
- Mittelpunkt Druckzylinder
- 12
- Mittelpunkt Übergabezylinder
- 13
- Farbwerk
- 14
- Spiegelebene
- 15
- Wendezylinder
- 16
- Kammerrakeleinfärbsystem
- 17
- Klischeezylinder
- 18
- Flexodruckzylindergruppe
- 19
- Unterbau
- 20
- Oberbau
- 21
- weitere Flexodruckzylindergruppe
1. Bogendruckmaschine in Aggregatbauweise mit mindestens einem Druckwerk, welches einen
einfachgroßen Druckformzylinder, einen nachgeordneten mit einem Druckzylinder zusammenwirkenden
einfachgroßen Offsetzylinder und einen dem Druckzylinder nachgeordneten, die Verbindung
zu dem nachfolgenden Druckwerk oder zur Auslage herstellenden doppeltgroßen Übergabezylinder
enthält, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckzylinder (3) dreifachgroß oder größer
dreifachgroß ist und diesem Druckzylinder (3) ein Offsetzylinder (7) mit einem Druckformzylinder
(6), eine zweite Zylindergruppe (5) bildend, zugeordnet ist.
2. Bogendruckmaschine in Aggregatbauweise mit mindestens einem Druckwerk, welches einen
einfachgroßen Druckformzylinder, einen nachgeordneten mit einem Druckzylinder zusammenwirkenden
einfachgroßen Offsetzylinder und einen dem Druckzylinder nachgeordneten, die Verbindung
zu dem nachfolgenden Druckwerk oder zur Auslage herstellenden doppeltgroßen Übergabezylinder
enthält, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckzylinder (3) dreifachgroß oder größer
dreifachgroß ist und diesem Druckzylinder (3) ein Klischeezylinder (17) mit einem
Kammerrakeleinfärbsystem (16), eine Flexodruckzylindergruppe (18) bildend, zugeordnet
ist.
3. Flexobogendruckmaschine in Aggregatbauweise mit mindestens einem Druckwerk, welches
einen mit einem Druckzylinder zusammenwirkenden einfachgroßen Klischeezylinder einschließlich
einem Kammerrakeleinfärbsystem und einen dem Druckzylinder nachgeordneten, die Verbindung
zu dem nachfolgenden Druckwerk oder zur Auslage herstellenden doppeltgroßen Übergabezylinder
enthält, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckzylinder (3) dreifachgroß oder größer
dreifachgroß ist und diesem Druckzylinder (3) mindestens ein Klischeezylinder (17)
mit einem Kammerrakeleinfärbsystem (16) eine weitere Flexodruckzylindergruppe (21)
bildend, zugeordnet ist.
4. Flexobogendruckmaschine in Aggregatbauweise nach Anspruch 1, 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungslinie (10) von Druckzylinder (3) und Übergabezylinder (8) gegenüber
einer durch einen der Zylindermittelpunkte führenden Horizontalen (9) einen Winkel
α von 15° einschließt.
5. Flexobogendruckmaschine in Aggregatbauweise nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden dem dreifachgroßen Druckzylinder (3) zugeordneten Zylindergruppen
(4; 5 oder 18; 21) spiegelbildlich angeordnet sind.
6. Flexobogendruckmaschine in Aggregatbauweise nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
dass der Übergabezylinder (8) als Wendezylinder (15) ausgebildet ist.
7. Flexobogendruckmaschine in Aggregatbauweise nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Spiegelebene (14) im Bereich einer Vertikalen angeordnet ist.
8. Bogendruckmaschine in Aggregatbauweise nach Anspruch 1 und/oder 2 und/oder 3, dadurch
gekennzeichnet, dass das Druckwerk (1) aus einem Unterbau (19) und einem Oberbau (20)
besteht, der Oberbau (20) wahlweise mit einer Zylindergruppe (4 oder 5), und/oder
zwei Zylindergruppen (4; 5) und/oder einer Flexodruckzylindergruppe (18) und/oder
mehr als einer Flexodruckzylindergruppe (18; 21) und/oder mit einer Zylindergruppe
(4 oder 5) und einer Flexodruckzylindergruppe (18 oder 21) ausgestattet und der Unterbau
für alle Oberbaue gleich ist