[0001] Die Erfindung betrifft eine ausziehbare Scherentreppe gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Ausziehbare Scherentreppen der hier angesprochenen Art sind bekannt. In Figur 4 ist
eine derartige Scherentreppe S dargestellt. Sie weist zwei Scherenholme auf, die deckungsgleich
hintereinanderliegen, so daß lediglich ein Scherenholm H ersichtlich ist. Die Scherentreppe
S weist an jedem Scherenholm H einen Abstützpunkt A auf, der zur Abstützung der Scherentreppe
im Bereich einer Öffnung vorgesehen ist. Die Öffnung wird in Figur 4 durch eine Dachbodenöffnung
D realisiert, in die ein Lukenkasten L eingesetzt ist, an dessen Stirnbrett sich die
Treppe mit ihren Abstützpunkten A abstützt. Jeder Scherenholm H weist mehrere Scherenelemente
E auf, die in Reihe angeordnet sind. Jedes Scherenelement weist zwei gekreuzte Scherenschenkel
G auf, die in ihrem Kreuzungspunkt K relativ zueinander schwenkbar verbunden sind.
An den Enden N der Scherenschenkel G sind Verbindungspunkte V vorgesehen, so daß sie
mit einem vor- oder nachgeschalteten Scherenelement E schwenkbar verbunden sind. Zwischen
den Scherenholmen H sind Trittstufen T vorgesehen, wobei eine Trittoberstufe T' -in
ausgezogener Stellung der Scherentreppe S- oberhalb des Abstützpunktes A liegt. Die
Abstützpunkte A an den Scherenholmen H fallen mit Verbindungspunkten V des obersten
Scherenelements zusammen, so daß dieser Verbindungspunkt V eines Scherenholms des
obersten Scherenelements unterhalb der Trittoberstufe T' liegt. Betritt nun eine Person
die Scherentreppe S und gelangt zur Trittoberstufe T', so erfolgt eine Krafteinleitung
in Pfeilrichtung F von oben auf die Trittoberstufe T'. Dadurch wird die Kraft F in
zwei Teilkräfte Fa und Fb aufgeteilt, deren Wirklinie mit den Scherenschenkeln G des
obersten Scherenelements zusammenfällt. Durch die Kraft F werden die Verbindungspunkte
V der Scherenelemente E auseinanderbewegt, so daß sich die Treppe bei Belastung zusammenziehen
und vom Boden abheben kann, wodurch ein sicherer Stand der Treppe nicht in allen Fällen
gewährleistet ist. Insbesondere dann, wenn die Reibung zwischen den Scherenschenkeln
in den Kreuzungs- und Verbindungspunkten gering ist, also die Auszieh- und Zusammenklappbewegung
ohne hohen Kraftaufwand erfolgen kann. Zieht sich die bekannte Treppe unter Belastung
zusammen, entsteht eine Gefahr für die Person, die auf der Scherentreppe S steht.
[0003] Die Trittoberstufe T' ist deshalb vorgesehen, da gemäß DIN-Norm eine Austrittshöhe
R vorgeschrieben ist, die ein bestimmtes Maß nicht übersteigen darf. Die Austrittshöhe
R wird bestimmt durch den Abstand der Trittfläche der Trittoberstufe T' zur Ebene
E des Dachbodens.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist auch eine Scherentreppe bekannt, bei der die Trittoberstufe
separat von der übrigen Scherentreppe ausgebildet ist. Das heißt, diese Trittoberstufe
ist separat am Stirnbrett des Lukenkastens angebracht und steht somit nicht in mechanischer
Wirkverbindung mit den übrigen Scherenelementen S. Nachteilig ist hierbei, daß die
separate Trittoberstufe bei einer Einschwenkbewegung der Scherentreppe stört. Andererseits
wurde vorgeschlagen, die separate Trittoberstufe mit einem separaten Betätigungsmechanismus
anzusteuern. Dies ist jedoch sehr aufwendig.
[0005] Aus der DR 297 07 364 U1 ist eine ausziehbare Scherentreppe bekannt, die jedoch keine
Trittoberstufe aufweist, die über den Abstützpunkten der Scherentreppe liegt, die
am Stirnbrett des Lukenkastens angelenkt ist. Aus der GB 567 500 ist ebenfalls eine
Scherentreppe bekannt, die keine Trittoberstufe aufweist, die über den Abstützpunkten
beziehungsweise lukenkastenseitigen Befestigungspunkten liegt.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Scherentreppe der eingangs genannten Art
anzugeben, die für den Benutzer der Scherentreppe eine Sicherheit gegen ungewolltes
Zusammenklappen der Scherentreppe bietet.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einer ausziehbaren Scherentreppe gelöst, die die Merkmale
des Anspruchs 1 aufweist. Es ist eine ausziehbare Scherentreppe vorgesehen, die mindestens
einen Abstützpunkt zur Abstützung im Bereich einer Öffnung, insbesondere Dach- oder
Wandöffnung, aufweist. Die Scherentreppe weist weiterhin zwei parallel und in einem
Abstand zueinander angeordnete, zwischen sich Trittstufen aufweisende Scherenholme
auf, von denen jeder mehrere, in Reihe angeordnete Scherenelemente umfaßt. Jedes Scherenelement
besitzt zwei gekreuzte Scherenschenkel, welche in ihrem Kreuzungspunkt relativ zueinander
schwenkbar verbunden sind und die an ihren Enden mit den Scherenschenkeln eines vor-
und/oder nachgeordneten Scherenelements schwenkbar in Verbindungspunkten verbunden
sind. Die Scherentreppe weist außerdem zumindest eine als Trittoberstufe definierte
Trittstufe auf, die in ausgezogener Stellung der Scherentreppe oberhalb des Abstützpunktes
liegt. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß ein Scherenschenkel mindestens eines der
Scherenholme einen Fortsatz aufweist, der an seinem dem Scherenschenkel abgewandten
freien Endbereich den Abstützpunkt aufweist. Somit wird bei belasteter Trittoberstufe
die Kraft, insbesondere die Gewichtskraft einer Person, derart in die Scherenschenkel
der Scherentreppe eingeleitet, daß sich die Verbindungspunkte zweier Scherenelemente
nicht voneinander entfernen können, wodurch ein Zusammenziehen der belasteten Scherentreppe
verhindert wird. Mit anderen Worten, der Abstützpunkt der Scherentreppe fällt nicht
mit einem Verbindungspunkt zweier Scherenelemente zusammen, wie dies jedoch im Stand
der Technik vorgesehen ist. Mit der erfindungsgemäßen Scherentreppe wird also verhindert,
daß die Scherentreppe vom Boden bei Belastung abhebt.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Abstützpunkt neben
einer gedachten Strecke zwischen einem Kreuzungspunkt und einem Verbindungspunkt des
den Fortsatz aufweisenden Scherenschenkeis liegt. Der Abstützpunkt kann somit innerhalb
oder außerhalb der Scherenkontur liegen, wobei dennoch sichergestellt ist, daß bei
Belastung der Scherentreppe kein ungewolltes Abheben vom Boden auftritt.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Abstützpunkt oberhalb
oder unterhalb des Kreuzungspunktes des Scherenschenkels liegt, der den Fortsatz aufweist.
Dadurch ist es möglich, die Höhe der Trittoberstufe hinsichtlich einer Bezugsebene,
beispielsweise eines Dachbodens, zu variieren, so daß eine Anpassung der Austrittshöhe,
also der Abstand zwischen der obersten Trittstufe und der Bezugsebene, erfolgen kann.
[0010] Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß der Scherenschenkel
und der Fortsatz einstückig realisiert sind.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß sich der Fortsatz in
Längserstreckung des Scherenschenkels erstreckt, also quasi eine Verlängerung des
Scherenschenkels gebildet ist, wobei die Verlängerung an ihrem dem Scherenschenkel
abgewandten freien Endbereich den Abstützpunkt aufweist. Gemäß dieser Ausgestaltung
liegt der Abstützpunkt außerhalb der Scherenkontur. Alternativ kann vorgesehen sein,
daß der Fortsatz mit dem Scherenschenkel einen Winkel einschließt. Dabei kann sich
der Fortsatz derart vom Scherenschenkel weg erstrecken, daß der Abstützpunkt innerhalb
oder außerhalb der Scherenkontur liegt.
[0012] Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß der Fortsatz in der
Ebene des Scherenschenkels liegt. Alternativ kann jedoch auch vorgesehen sein, daß
sich der Fortsatz zunächst etwa senkrecht zur Ebene des Scherenschenkels erstreckt,
um dann in einen Bereich überzugehen, der etwa parallel zur Ebene des Scherenschenkels
verläuft.
[0013] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, daß sich
die Scherentreppe an einem Lukenkasten und/oder Lukendeckel mit ihrem Abstützpunkt
abstützt, wobei der Lukenkasten in die Dachboden- oder Wandöffnung einsetzbar ist.
Es wird also eine Bodentreppe realisiert, die einen am Lukenkasten schwenkbeweglich
angeordneten Lukendeckel aufweist, so daß die Dachboden- oder Wandöffnung mit dem
Lukendeckel verschließbar ist.
[0014] Ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeichnet sich dadurch aus, daß beide
Scherenholme einen einen Fortsatz aufweisenden Scherenschenkel besitzen. Somit werden
an der erfindungsgemäßen Scherentreppe zwei Abstützpunkte bereitgestellt, die eine
sichere Befestigung beziehungsweise schwenkbare Anlenkung der Scherentreppe beispielsweise
am Lukenkasten und/oder am Lukendeckel ermöglichen. Der Abstützpunkt beziehungsweise
die Abstützpunkte dienen also einerseits der Befestigung der Scherentreppe und andererseits
vorzugsweise der Schwenkbefestigung, so daß die Scherentreppe zusammen mit dem Lukendeckel
verschwenkt werden kann, wobei insbesondere vorgesehen ist, daß die Scherentreppe
derart am Lukendeckel angelenkt ist, daß bei einer Öffnungsbewegung des Lukendeckels
die Scherentreppe ausgezogen und bei einer Schließbewegung des Lukendeckels die Scherentreppe
zusammengeschoben wird.
[0015] Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer Scherentreppe mit einer Trittoberstufe,
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel einer Scherentreppe,
- Figur 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel einer Scherentreppe, und
- Figur 4
- eine Scherentreppe gemäß dem Stand der Technik.
[0017] In Figur 1 ist in geschnittener Teilansicht eine Decke 1 dargestellt, die eine Öffnung
2 aufweist, so daß eine Dachbodenöffnung gebildet ist. In der Öffnung 2 ist ein Lukenkasten
3 angeordnet und mit geeigneten Mitteln an der Decke 1 befestigt. Der Lukenkasten
3 weist ein Stirnbrett 4 und ein Rückenbrett 5 auf. Außerdem weist der Lukenkasten
zwei Seitenbretter auf, von denen lediglich ein Seitenbrett 6 dargestellt ist.
[0018] Am Stirnbrett 4 des Lukenkastens 3 ist ein Widerlager 7 vorgesehen beziehungsweise
am Stirnbrett 4 befestigt, wobei sich am Widerlager 7 eine ausziehbare Scherentreppe
8 abstützt. Die Scherentreppe 8 weist zwei Scherenholme auf, die parallel und in einem
Abstand zueinander liegen. Beide Scherenholme liegen in Figur 1 deckungsgleich hintereinander,
so daß lediglich ein Scherenholm 9 ersichtlich ist. Jeder Scherenholm 9 weist mehrere
Scherenelemente 10 und 10' auf, die in Reihe zueinander liegen, also in Reihe aneinander
befestigt sind. Jedes Scherenelement 10 weist zwei gekreuzte Scherenschenkel 11 und
12 auf, die in ihrem Kreuzungspunkt 13 relativ zueinander schwenkbar verbunden sind.
An ihren Enden sind die Scherenschenkel 11 und 12 in Verbindungspunkten 14 mit einem
vor- beziehungsweise nachgeordneten Scherenelement 10 schwenkbar verbunden. Durch
die schwenkbare Verbindung in den Kreuzungs- und Verbindungspunkten wird die Aus-
und Einziehbewegung der Scherentreppe 8 ermöglicht.
[0019] Zwischen den Scherenholmen 9 erstrecken sich Trittstufen 15, die im vorliegenden
Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 an den Kreuzungspunkten 13 mit den Scherenholmen
9 verbunden sind.
[0020] In Aufstiegsrichtung 16 gesehen, schließt sich an das oberste Scherenelement 10'
ein Scherenendelement 17 an, welches lediglich zwei halbe Scherenschenkel 11' und
12' aufweist, die in ihrem Kreuzungspunkt 13' schwenkbar miteinander verbunden sind.
Im Kreuzungspunkt 13' ist die als Trittoberstufe 15' bezeichnete oberste Trittstufe
angeordnet, die -in Aufstiegsrichtung 16 gesehen- oberhalb eines Abstützpunktes 18
der Scherentreppe 8 liegt. Mit dem Abstützpunkt 18 stützt sich die Scherentreppe am
Widerlager 7 ab. Insbesondere ist vorgesehen, daß im Abstützpunkt sowohl eine Befestigung
als auch eine Schwenkbefestigung der Scherentreppe 8 erfolgt. In bevorzugter Ausführungsform
weist jeder Scherenholm 9 einen Abstützpunkt 18 auf, so daß dann am Stirnbrett 4 auch
zwei Widerlager 7 vorgesehen sind.
[0021] Der Abstützpunkt 18 ist an einem freien Endbereich 19 eines am Scherenschenkel 11''
ausgebildeten Fortsatzes 20 vorgesehen, wobei der freie Endbereich 19 an der vom Scherenschenkel
11'' des obersten Scherenelements 10' abgewandten Seite liegt. Der Fortsatz 20 ist
im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 als Verlängerung 21 des Scherenschenkels 11''
des Scherenelements 10' realisiert und erstreckt sich in Längserstreckungsrichtung
des Scherenschenkels 11''. Der Scherenschenkel 11'' mit Verlängerung ist also länger
als ein Scherenschenkel 11 ausgebildet. Es ist jedoch auch möglich, daß der halbe
Scherenschenkel 11' des Scherenendelements 17 einen -in Figur 1- nach unten gerichteten
Fortsatz (nicht dargestellt) aufweist, der den Abstützpunkt an seinem freien Endbereich
aufweist. Alternativ kann auch der Scherenschenkel 12'' des Scherenelements 10' einen
Fortsatz aufweisen, der sich in Richtung auf das Stirnbrett 4 erstreckt.
[0022] In Figur 1 liegt der Fortsatz 20 in der Ebene des Scherenschenkels 11'' des obersten
Scherenelements 10', wobei diese Ebene mit der Zeichnungsebene zusammenfällt. Es ist
jedoch auch möglich, am Scherenschenkel 11'' des obersten Scherenelements 10' einen
Fortsatz vorzusehen, der sich zunächst senkrecht zur Zeichnungsebene erstreckt, um
dann in einen Bereich überzugehen, der parallel zur Zeichnungsebene, also parallel
zur Ebene des Scherenschenkels 11'', verläuft. Mit anderen Worten: Es kann ein L-förmiger
Fortsatz vorgesehen sein, wobei dessen Basis senkrecht zur Zeichnungsebene und der
Schenkel des L's parallel zur Zeichnungsebene liegt. In Figur 1 liegt der Abstützpunkt
18 außerhalb der Scherenkontur. Gemäß einem hier nicht dargestellten Ausführungsbeispiel
ist es auch möglich, daß der Abstützpunkt 18 innerhalb der Scherenkontur liegt. Es
kann also ein Fortsatz vorgesehen sein, der einen Winkel mit dem Scherenschenkel 11''
des obersten Scherenelements 10' einschließt. Es kann auch vorgesehen sein, daß der
halbe Scherenschenkel 12' des Scherenelements 17 einen Fortsatz aufweist, der sich
in Richtung auf das Stirnbrett 4 erstreckt.
[0023] Bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel, bei dem der Fortsatz 20 einstückig mit dem
Scherenschenkel 11'' des obersten Scherenelements 10' ausgebildet ist.
[0024] Wichtig ist jedoch, daß der Abstützpunkt 18 nicht mit dem Verbindungspunkt 14' zusammenfällt,
der zwischen dem obersten Scherenelement 10' und dem Scherenendelement 17 vorgesehen
ist. Das heißt, der Abstützpunkt 18 liegt neben einer gedachten Strecke zwischen einem
Kreuzungspunkt 13 beziehungsweise 13' und dem Verbindungspunkt 14' des den Fortsatz
20 aufweisenden Scherenschenkels. In Figur 1 liegt der Abstützpunkt 18 oberhalb des
Kreuzungspunktes 13 des obersten Scherenelements 10'. Gemäß einem hier nicht dargestellten
Ausführungsbeispiel ist es jedoch auch möglich, daß der Abstützpunkt 18 unterhalb
des Kreuzungspunktes 13 des obersten Scherenelements 10' liegt. Hierzu kann beispielsweise
vorgesehen sein, daß der halbe Scherenschenkel 11'-wie vorstehend erwähnt- einen nach
unten gerichteten Fortsatz aufweist, an dessen freien Ende der Abstützpunkt 18 vorgesehen
ist.
[0025] Betritt ein Benutzer die Scherentreppe 8 und tritt dabei auf die Trittoberstufe 15',
wird eine Kraft F in die Scherentreppe 8 eingeleitet, wobei sich die Kraft F in Teilkräfte
aufteilt, deren Wirklinie mit den halben Scherenschenkeln 11' und 12' zusammenfällt.
Dadurch, daß der Abstützpunkt 18 der Scherentreppe 8 nicht mit dem Verbindungspunkt
14' zusammenfällt, wird bei belasteter Trittoberstufe 15' ein Zusammenziehen der Scherentreppe
8 verhindert. Bei Belastung der Trittoberstufe 15' haben die Verbindungspunkte 14'
und 14'' das Bestreben, sich voneinander zu entfernen. Damit dies jedoch möglich wäre,
müßte sich der Scherenschenkel 11'' des obersten Scherenelements 10' um den Abstützpunkt
18 entgegen dem Uhrzeigersinn drehen. Dies ist jedoch nicht möglich, da sich dann
der auf der Scherentreppe 8 stehende Benutzer selbst anheben würde. Mit anderen Worten:
Durch die auf die Trittoberstufe 15' wirkende Kraft F wird der Scherenschenkel 11
außerhalb des Abstützpunktes 18 auf Biegung belastet, so daß die Scherentreppe 8 nach
unten, also im Uhrzeigersinn belastet wird. Steht die Scherentreppe 8 mit ihrem unteren
Ende auf einem Boden auf, wie dies beispielsweise in den Figuren 2 und 3 dargestellt
ist, kann die Scherentreppe 8 jedoch nicht im Uhrzeigersinn um den Abstützpunkt 18
verschwenkt werden. Somit weist die erfindungsgemäße Scherentreppe 8 einen sicheren
Stand auf. Außerdem wird verhindert, daß sich die Scherentreppe bei belasteter Trittoberstufe
15' zusammenziehen kann, da der Abstützpunkt 18 nicht mit dem Verbindungspunkt 14'
zusammenfällt.
[0026] In Figur 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Scherentreppe 8 gezeigt, wobei
im folgenden lediglich auf Unterschiede zum Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 eingegangen
wird. Gleiche Teile in Figur 2 sind mit denselben Bezugszeichen versehen, die auch
in Figur 1 dargestellt sind. Insofern wird auf deren nochmalige Beschreibung verzichtet.
Das Widerlager 7 ist in Figur 2 an einem Lukendeckel 22 angebracht, der am Lukenkasten
3, insbesondere am Stirnbrett 4, schwenkbeweglich angelenkt ist, so daß die Öffnung
2 in der Decke 1 verschließbar oder freigebbar ist.
[0027] Die Scherentreppe 8 ist außerdem mit einem Anlenkhebel 23 am Lukendeckel 22 angelenkt.
Der Anlenkhebel 23 ist also sowohl am Lukendeckel als auch an der Scherentreppe 8
schwenkbeweglich befestigt. Insbesondere ist er treppenseitig in einem Kreuzungspunkt
13 angelenkt. Zwischen dem Anlenkhebel 23 und dem Lukenkasten 3 ist noch eine Federeinrichtung
24 vorgesehen, die die Schließ- und Öffnungsbewegung des Lukendeckels 22 unterstützt.
Es ist ersichtlich, daß sich die Scherentreppe 8 mit ihrem unteren Ende an einem Boden
25 abstützt. Somit ist mit der Scherentreppe 8 die lichte Raumhöhe überbrückbar, die
zwischen dem Boden 25 und der Unterseite der Decke 1 vorliegt.
[0028] Figur 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer Scherentreppe 8, bei dem im folgenden
lediglich auf Unterschiede zu den Scherentreppen 8 in den Figuren 1 und 2 eingegangen
werden soll. Dem in den Figuren 1 und 2 obersten Scherenelement 10' ist -in Aufstiegsrichtung
16 gesehen- ein weiteres Scherenelement 10 nachgeschaltet, welches -in Aufstiegsrichtung
16 gesehen- oberhalb das Scherenendelement 17 trägt. Mithin liegen oberhalb des Abstützpunktes
18 zwei Trittstufen 15 beziehungsweise Trittoberstufen 15'. Es zeigt sich also, daß
die erfindungsgemäße Scherentreppe 8 nach oben über den Abstützpunkt 18 hinaus nahezu
beliebig erweiterbar ist. Dies ist insbesondere vorteilhaft, als daß damit unterschiedliche
Ausstiegshöhen H (Figuren 1 bis 3) überbrückt werden können, die zwischen der Auftrittfläche
der Trittoberstufe 15' und einer Bezugsebene 26 gemessen wird, wobei die Bezugsebene
26 mit der Oberseite der Decke 1 zusammenfällt, also durch einen Boden gebildet wird.
Die Austrittshöhe H ist in einer DIN-Norm festgelegt und darf eine bestimmte Höhe
nicht überschreiten, damit ein sicherer Zugang von der letzten Trittoberstufe 15'
zum darüberliegenden Boden sicher möglich ist, der mit der Bezugsebene 26 zusammenfällt.
1. Ausziehbare Scherentreppe mit mindestens einem Abstützpunkt zur Abstützung im Bereich
einer Öffnung, insbesondere Dachboden- oder Wandöffnung, mit zwei parallel und in
einem Abstand zueinander angeordneten, zwischen sich Trittstufen aufweisenden Scherenholmen,
von denen jeder mehrere, in Reihe angeordnete Scherenelemente aufweist, die jeweils
zwei gekreuzte Scherenschenkel besitzen, welche in ihrem Kreuzungspunkt relativ zueinander
schwenkbar verbunden sind und die an ihren Enden mit den Scherenschenkeln eines vor-
und/oder nachgeordneten Scherenelements in Verbindungspunkten schwenkbar verbunden
sind, wobei zumindest eine als Trittoberstufe definierte Trittstufe -in ausgezogener
Stellung der Scherentreppe- oberhalb des Abstützpunkts liegt, dadurch gekennzeichnet, daß ein unterhalb der Trittoberstufe (15') liegender Scherenschenkel (11';11'';12';12'')
mindestens eines der Scherenholme (9) einen Fortsatz (20) aufweist, der an seinem
dem Scherenschenkel (11';11'';12';12'') abgewandten freien Endbereich (19) den Abstützpunkt
(18) aufweist.
2. Ausziehbare Scherentreppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstützpunkt (18) neben einer gedachten Strecke zwischen einem Kreuzungspunkt
(13;13') und einem Verbindungspunkt (14';14'') des den Fortsatz (20) aufweisenden
Scherenschenkels (11';11'';12';12'') liegt.
3. Ausziehbare Scherentreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstützpunkt (18) oberhalb oder unterhalb des Kreuzungspunktes (13) des
Scherenschenkels (11';11''; 12';12'') liegt, der den Fortsatz (20) aufweist.
4. Ausziehbare Scherentreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Scherenschenkel (11';11'';12';12'') und der Fortsatz (20) einstückig realisiert
sind.
5. Ausziehbare Scherentreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Fortsatz (20) in Längserstreckung des Schenkels (11';11'') erstreckt.
6. Ausziehbare Scherentreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Fortsatz (20) mit dem Scherenschenkel (11';11'';12';12'') einen Winkel einschließt.
7. Ausziehbare Scherentreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fortsatz (20) in der Ebene des Scherenschenkels (11';11'';12';12'') liegt.
8. Ausziehbare Scherentreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Scherentreppe (8) an einem Lukenkasten (3) und/oder Lukendeckel (22)
mit ihrem Abstützpunkt (18) abstützt, wobei der Lukenkasten (3) in die Öffnung (2),
insbesondere Dachboden- oder Wandöffnung, einsetzbar ist.
9. Ausziehbare Scherentreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beide Scherenholme (9) einen den Fortsatz (20) aufweisenden Scherenschenkel
(11';11'';12';12'') besitzen.