[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Durchgangssperre, insbesondere Personendurchgangssperre,
umfassend ein ortsfestes Tragteil, ein um dieses drehbares Schwenkteil, das einen
Türflügel trägt, ein ebenfalls relativ zum Tragteil drehbares Zwischenglied, eine
zwischen dem Zwischenglied einerseits und dem Tragteil oder dem Schwenkteil andererseits
wirkende Sperreinrichtung, welche Teil einer abschließbaren Verriegelungseinrichtung
ist, und eine zwischen dem Zwischenglied einerseits und dem Schwenkteil oder dem Tragteil
andererseits wirkende Paniksicherung.
[0002] Durchgangssperren der eingangs genannten Art kommen insbesondere in Supermärkten
zum Einsatz. Sie dienen dort dazu, im Kassenbereich die Durchgänge an nicht besetzten
Kassen zu verschließen, wobei allerdings die integrierte Paniksicherung auch bei abgeschlossener
Verriegelungseinrichtung ein Verschwenken des Schwenkteiles ermöglicht, wenn auf dieses
ein Drehmoment oberhalb eines vorgegebenen Schwellenwerts einwirkt.
[0003] Durchgangssperren der gattungsgemäßen Art sind beispielsweise aus dem deutschen Gebrauchsmuster
7713093 sowie der europäischen Patentanmeldung 0849432 bekannt. Beide bekannten gattungsgemäßen
Durchgangssperren leiden dabei allerdings unter nicht unerheblichen Nachteilen. Die
Durchgangssperre gemäß dem deutschen Gebrauchsmuster 7713093 eignet sich infolge der
Anordnung des Schlosses seitlich an dem als Schwenkrohr ausgebildeten Schwenkteil
nicht für solche Kassensperren, bei denen ein aus Plexiglas oder dgl. hergestellter
Türflügel direkt an dem Schwenkteil anliegen soll. Von Nachteil ist ferner die schlechte
Zugänglichkeit des Schlosses, um dieses ab- bzw. auf zusperren. Vor dem Hintergrund
dieser Nachteile ist bei der Durchgangssperre gemäß der europäischen Patentanmeldung
0849432 das Schloß in einer Kappe montiert, welche in dem oberen Ende des als Schwenkrohr
ausgebildeten Schwenkteils längs dessen Achse verschiebbar aufgenommen ist. Mit jener
längs der Schwenkachse verschiebbaren Kappe ist eine Hülse verbunden, welche Teil
der Sperrvorrichtung ist und im gesperrten Zustand das Schwenkrohr und das Zwischenglied
drehfest miteinander verbindet. Bei dieser bekannten Durchgangssperre ist zwar die
Zugänglichkeit des Schlosses verbessert, und der Gestaltung des Türflügels sind keine
Grenzen gesetzt; jedoch eignet sich die aus der EP 0849432 A1 bekannte Durchgangssperre
nicht dazu, in eine Kundenführung integriert zu werden, bei der oberhalb des Schwenkteils
ein Querholm mit dem Tragteil verbunden ist, so wie dies vielfach gewünscht ist.
[0004] Hieraus leitet sich die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufgabenstellung
ab, die darin besteht, eine Durchgangssperre der gattungsgemäßen Art zu schaffen,
die bei hohem Bedienungskomfort bei Bedarf derart in eine Kundenführung integriert
werden kann, daß mindestens ein Querholm oberhalb des Schwenkteiles mit dem Tragteil
verbunden ist.
[0005] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Schloß
der Verriegelungseinrichtung in einem unmittelbar oder mittelbar mit dem Tragteil
verbundenen Lagerteil aufgenommen ist und auf ein auf die Sperreinrichtung wirkendes,
bei entriegeltem Schloß bewegbares Betätigungsglied wirkt. Anders, als dies für beide
der vorstehend gewürdigten bekannten gattungsgemäßen Durchgangssperren gilt, ist somit
bei der erfindungsgemäßen Durchgangseperre das Schloß nicht in einem mit dem Schwenkteil
verschwenkbaren, an diesem parallel zur Schwenkachse verschiebbar geführten Bauteil
aufgenommen. Vielmehr befindet sich das Schloß bei der erfindungsgemäßen Durchgangssperre
in einem unmittelbar oder mittelbar fest mit dem Tragteil, welches insbesondere als
Standrohr ausgeführt sein kann, verbundenen Lagerteil. Unter "mittelbarer" Verbindung
des Lagerteils mit dem Tragteil ist dabei insbesondere eine (unmittelbare) Verbindung
des Lagerteils mit einem das Tragteil nach oben verlängernden, fest mit dem Tragteil
verbundenen Aufsatz zu verstehen. Mit dem Schloß kann ein auf die Sperreinrichtung
der Verriegelungseinrichtung wirkendes Betätigungsglied gesperrt werden. Diese Anordnung
des Schlosses der Verriegelungseinrichtung gestattet insbesondere, daß abweichend
vom Stand der Technik gemäß der EP 0849432 A1 das - bevorzugt als Standrohr ausgebildete
- Tragteil nach oben hin aus dem Schwenkrohr herausragen kann, so daß dort mindestens
ein Querholm einer Kundenführung an dem Tragteil angreifen kann.
[0006] Ist gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung das Tragteil der Durchgangssperre
als Standrohr ausgebildet, so wird das Lagerteil bevorzugt durch einen das Standrohr
nach oben hin verschließenden Deckel gebildet. Freilich ist dies keineswegs zwingend.
Beispielsweise kommt als Lagerteil auch eine außen an dem Standrohr befestigte Manschette
bzw. Muffe in Betracht.
[0007] Die vorliegende Erfindung kann unabhängig davon zum Einsatz kommen, ob die Paniksicherung
zwischen dem Zwischenglied und dem Schwenkteil oder aber zwischen dem Zwischenglied
und dem Tragteil wirkt. Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung zeichnet
sich jedoch dadurch aus, daß die Paniksicherung zwischen dem Schwenkteil und dem Zwischenglied
wirkt. In diesem Falle kann insbesondere das Zwischenglied als eine zu dem als Schwenkrohr
ausgebildeten Schwenkteil koaxiale Hülse ausgebildet sein, wobei wiederum bevorzugt
die Hülse auf dem Tragteil oder einem mit diesem verbundenen Bauteil mittels eines
Wälzlagers drehbar geführt ist. Die Hülse kann in diesem Falle eine oder mehrere Nuten
oder Aussparungen umfassen, in welche zumindest in der gesperrten Stellung der Sperreinrichtung
ein Riegel eingreift, der zumindest in dieser Stellung der Sperreinrichtung auch in
Nuten oder Durchbrüche des Tragteils eingreift. Auf diese Weise ist in der gesperrten
Stellung der Sperreinrichtung ein Verdrehen der als Zwischenglied vorgesehenen Hülse
gegenüber dem Tragteil blockiert. Wird die Sperreinrichtung bei entriegeltem Schloß
durch entsprechende Bewegung des Betätigungsgliedes entsperrt, so tritt der Riegel
zumindest aus den Nuten bzw. Durchbrüchen des Tragteiles oder aus den Nuten bzw. Aussparungen
der Hülse heraus, wodurch die Blockierung des Zwischengliedes gegenüber dem Tragteil
aufgehoben wird.
[0008] Eine andere bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß
ein Federelement vorgesehen ist, welches die Verriegelungseinrichtung in ihren gesperrten
Zustand vorspannt. Durch diese Vorspannung ist selbst bei nicht abgeschlossener Verriegelungseinrichtung
ein Verschwenken des Schwenkteiles und mithin des Türflügels nur nach Betätigen des
Betätigungsgliedes der Sperreinrichtung möglich. Auch dies stellt einen signifikanten
Unterschied gegenüber dem Stand der Technik dar.
[0009] Weitere bevorzugte Merkmale der erfindungsgemäßen Durchgangssperre sind in den Unteransprüchen
angegeben. Auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
gehen weitere Ausgestaltungsmerkmale und deren Vorteile hervor.
[0010] Nachstehend wird die vorliegende Erfindung anhand eines in der Zeichnung veranschaulichten
bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Dabei zeigt
- Fig. 1
- in perspektivischer Ansicht eine in eine Kundenführung mit zwei horizontalen Querholmen
integrierte Durchgangssperre gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- in geschnittener, ebenfalls perspektivischer Ansicht den oberen Bereich der Durchgangssperre
gemäß Fig. 1 bei gesperrter Sperreinrichtung und
- Fig. 3
- die Durchgangssperre gemäß den Fig. 1 und 2 bei entsperrter Sperre inrichtung.
[0011] Die in der Zeichnung dargestellte Durchgangssperre umfaßt in bekannter Weise ein
als Standrohr 1 ausgeführtes Tragteil 2 und ein das Schwenkteil 3 darstellendes Schwenkrohr
4. Das mittels eines Fußes F auf dem Boden befestigte Standrohr 1 und das Schwenkrohr
4 sind dabei koaxial zueinander angeordnet.
[0012] Das Schwenkrohr 4 ist um die gemeinsame Achse verschwenkbar gelagert. An ihm ist
ein Türflügel 5 befestigt. Die Integration der Durchgangssperre in die Kundenführung
6 erfolgt dabei dergestalt, daß zwei horizontale Querholme 7 bzw. 8 über jeweils einen
als solches bekannten Verbinder 9 fest mit dem Standrohr 1 verbunden sind, und zwar
zum einen unterhalb und zum anderen oberhalb des Schwenkrohres 4.
[0013] Das Standrohr 1 ist an seinem oberen, aus dem Schwenkrohr 4 herausragenden Ende durch
einen Deckel 10 verschlossen, in welchem ein Schloß 11 aufgenommen ist. Mittels diesem
läßt sich das als Gestänge 12 ausgeführte Betätigungsglied 13 der Sperreinrichtung
14 verriegeln.
[0014] Das Gestänge 12 durchsetzt den das Lagerteil 15 für das Schloß 11 bildenden Deckel
10. Es wird nach oben hin durch einen Knauf 16 abgeschlossen. Das Schloß 11 umfaßt
eine Klaue 17, welche bei abgeschlossener Verriegelungseinrichtung in eine Nut 18
des Gestänges 12 eingreift und dieses auf diese Weise arretiert. Die Anordnung der
Nut 18 an dem Gestänge 12 ist dabei so gewählt, daß das Gestänge in derjenigen Stellung
verriegelt werden kann, die der Sperrstellung der Sperreinrichtung 14 (Fig. 2) entspricht.
Wahlweise könnte eine zweite Nut an dem Gestänge 12 angeordnet werden in einer Stelle,
daß das Gestänge mittels der Klaue 17 auch in derjenigen Stellung verriegelt werden
kann, die der entsperrten Stellung der Sperreinrichtung 14 (Fig. 3) entspricht. Ein
vergleichbares Ergebnis ließe sich erzielen durch Befestigung eines Stellringes auf
dem Gestänge 12, wobei die Höhe des Stellringes derart zu bemessen ist, daß die Klaue
17 bei gesperrter Sperreinrichtung unter den Stellring und bei entsperrter Sperreinrichtung
über den Stellring greift. Ein weiterer Vorteil dieser Gestaltung wäre, daß die durch
die Nut 18 bedingte Schwächung des Gestänges 12 vermieden würde.
[0015] An dem Standrohr 1 ist oberhalb des Schwenkteiles 3 eine Manschette 35 festgelegt,
deren nach unten weisender Ansatz 19 der Aufnahme des Innenrings 20 eines Kugellagers
21 dient, dessen Außenring 22 wiederum in einer entsprechenden Aussparung 23 des als
Hülse 24 ausgebildeten Zwischengliedes 25 aufgenommen ist. Auf ihrer Außenfläche weist
die Hülse 24 eine umlaufende Aussparung 26 auf, die der Aufnahme des oberen Endes
des Schwenkrohres 4 dient.
[0016] Zwischen der Hülse 24 und dem Schwenkrohr 4 wirkt eine Paniksicherung 27. Diese umfaßt
einen Raststift 28, welcher in dem Bolzen 29, der mit dem Schwenkrohr 4 fest verbunden
ist und der Befestigung des Türflügels 5 dient, verschiebbar aufgenommen ist. Unter
der Wirkung einer Feder ist der Raststift 28 gegen die Hülse 24 vorgespannt; er greift
in der Normalstellung in eine der korrespondierenden, auf dem Außenumfang der Hülse
24 vorgesehenen Kerben 36 ein, so wie dies bereits bei bekannten Paniksicherungen
vorgesehen ist.
[0017] Die Sperreinrichtung 14 umfaßt einen Riegel 30, der fest mit dem Gestänge 12 verbunden
ist und sich quer zu diesem erstreckt. Er ist in zwei in dem Standrohr 1 vorgesehenen
Langlöchern 31 geführt. Die Hülse 24 weist im Bereich ihres unteren Endes vier rechtwinklig
zueinander angeordnete Aussparungen 32 auf. In der in Fig. 2 dargestellten gesperrten
Stellung der Sperreinrichtung 14 tritt der Riegel 30 in zwei einander gegenüberliegende
Aussparungen 32 der Hülse 24 ein und blockiert auf diese Weise ein Verdrehen der Hülse
gegenüber dem Standrohr 1. Wird hingegen der Knauf 16 und mit ihm das Gestänge 12
niedergedrückt, so tritt der Riegel 30 aus den Aussparungen 32 der Hülse 24 aus, so
daß die Hülse ungehindert relativ zum Standrohr 1 verdreht werden kann (Fig. 3).
[0018] Das Gestänge 12 ist im Bereich seines unteren Endes in einer Scheibe 33, die fest
mit dem Standrohr 1 verbunden ist, verschiebbar geführt. Auf der Scheibe 33 stützt
sich eine Schraubenfeder 34 ab, die den Riegel 30 der Sperreinrichtung in seine gesperrte
Stellung (Fig. 2) vorspannt. Hierdurch ist unabhängig von der Stellung des Schlosses
11 die Sperreinrichtung - bei geöffnetem wie auch geschlossenem Türflügel 5 - so lange
gesperrt, bis das Gestänge 12 durch Druck auf den Knauf 16 niedergedrückt und hierdurch
die Sperreinrichtung entsperrt wird.
1. Durchgangssperre, insbesondere Personendurchgangssperre, umfassend ein ortsfestes
Tragteil (2), ein um dieses drehbares Schwenkteil (3), das einen Türflügel (5) trägt,
ein ebenfalls relativ zum Tragteil (2) drehbares Zwischenglied (25), eine zwischen
dem Zwischenglied (25) einerseits und dem Tragteil (2) oder dem Schwenkteil (3) andererseits
wirkende Sperreinrichtung (14), welche Teil einer abschließbaren Verriegelungseinrichtung
ist, und eine zwischen dem Zwischenglied (25) einerseits und dem Schwenkteil (3) oder
dem Tragteil (2) andererseits wirkende Paniksicherung (27),
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schloß (11) der Verriegelungseinrichtung in einem unmittelbar oder mittelbar
mit dem Tragteil (2) fest verbundenen Lagerteil (15) aufgenommen ist und auf ein auf
die Sperreinrichtung (14) wirkendes, bei entriegeltem Schloß (11) bewegbares Betätigungsglied
(13) wirkt.
2. Durchgangssperre nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Paniksicherung (27) zwischen dem Schwenkteil (3) und dem Zwischenglied (25)
und die Sperreinrichtung (14) zwischen dem Zwischenglied (25) und dem Tragteil (2)
wirkt.
3. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Lagerteil (15) im oberen Endbereich des Tragteils (2) mit diesem verbunden
ist.
4. Durchgangssperre nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das das Tragteil (2) als Standrohr (1) und das Lagerteil (15) als das Standrohr
(1) nach oben hin verschließender Deckel (10) ausgebildet ist.
5. Durchgangesperre nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Betätigungsglied (13) für die Sperreinrichtung (14) als Gestänge (12) ausgebildet
ist.
6. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Betätigungsglied (13) das Lagerteil (15) durchsetzt.
7. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sperreinrichtung (14) einen Riegel (30) umfaßt, der parallel zur Drehachse
des Schwenkteils (3) verschiebbar geführt ist und im gesperrten Zustand der Sperreinrichtung
in mindestens eine Nut bzw. Aussparung (32) des Zwischengliedes (25) sowie in mindestens
eine Nut bzw. ein Langloch (31) des Tragteils (2) bzw. des Schwenkteils (3) eingreift.
8. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Federelement (34) vorgesehen ist, welches die Verriegelungseinrichtung (14)
in ihren gesperrten Zustand vorspannt.
9. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schwenkteil (3) als Schwenkrohr (4) und das Zwischenglied (25) als zu dem
Schwenkrohr (4) koaxiale Hülse (24) ausgebildet ist.
10. Durchgangssperre nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (24) auf dem Tragteil (2) oder einem mit diesem verbundenen Bauteil
mittels eines Wälzlagers (21) geführt ist.
11. Durchgangssperre nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Gestänge (12) ein Stellring angebracht ist, dessen Stirnflächen mit dem
Schloß (11) zur Verriegelung des Gestänges zusammenwirken.