[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung einer Legierung mit einem Anteil von Partikeln
und ein Verfahren zum Herstellen von Gegenständen aus einer solchen Legierung, insbesondere
mit einem die Verschleißfestigkeit erhöhenden Zusatz von Partikeln in einer Aluminiumlegierung.
[0002] Aluminiumlegierungen mit einem die Verschleißfestigkeit erhöhenden Anteil von Partikeln,
insbesondere in Form von Siliziumprimärkristallen sind beispielsweise als übereutektische
Aluminium-Silizium-Gußlegierungen bekannt. Hieraus lassen sich z. B. ganze Motorblöcke
oder auch nur Zylinderlaufbuchsen gießen. Beim Abkühlen scheiden die Siliziumprimärkristalle
aus. Die Verschleißfestigkeit z. B. der Lauffläche wird durch die ausgeschiedenen,
härteren Siliziumprimärkristalle erreicht, die durch spezielle Behandlungsverfahren,
insbesondere Ätzverfahren oberflächlich freigelegt werden. Nachteilig ist bei diesen
übereutektischen Aluminium-Silizium-Gußlegierungen, daß die Siliziumprimärkristalle
in Form scharfkantiger, zum Teil nadeliger Kristalle und in unterschiedlicher, von
der Erstarrungsgeschwindigkeit abhängiger Größe und Verteilung vorliegen, so daß die
mechanische Bearbeitung Sonderwerkzeuge erfordert, um den durch die harten Siliziumprimärkristalle
bedingten Verschleiß in Grenzen zu halten.
[0003] Das Herstellen ganzer Zylinderblöcke aus einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
ist teuer, da dieses Material einen erhöhten Aufwand beim Gießen und, wie vorstehend
erwähnt, wegen der ausgeschiedenen Siliziumprimärkristalle einen hohen Bearbeitungsaufwand
erfordert.
[0004] Um diese Bearbeitungsschwierigkeiten an großen Gußteilen zu vermeiden, ist es auch
bereits bekannt, beispielsweise in einen aus einer herkömmlichen, gut gießbaren Aluminiumlegierung
hergestellten Zylinderblock Zylinderlaufbuchsen aus einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
einzusetzen, insbesondere zu umgießen.
[0005] Während die verschleißfesten, übereutektischen Aluminium-Silizium-Gußlegierungen
für Zylinderblöcke überwiegend einen Siliziumgehalt von etwa 17 Gew.-% aufweisen,
können die getrennt hergestellten Zylinderlaufbuchsen Siliziumgehalte von 20 bis 30
Gew.-% aufweisen, wobei in diesem Fall beispielsweise zunächst ein Barren durch Sprühkompaktieren
einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung oder pulvermetallurgisch aus einem
Pulver einer solchen übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung hergestellt und
anschließend die Laufbuchse daraus durch Warmstrangpressen hergestellt wird. Diese
übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierungen und die Herstellungsverfahren für
Zylinderlaufbuchsen sind in der deutschen Patentschrift 43 28 619 und der deutschen
Offenlegungsschrift 44 38 550 beschrieben.
[0006] Werden nur die Zylinderlaufbuchsen aus einer verschleißfesten, übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
hergestellt, ist sowohl beim Sprühkompaktieren einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
als auch bei dem pulvermetallurgischen Verfahren nachteilig, daß vollständig aus einer
übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung bestehende Barren schwierig warm verformbar
sind und aufgrund der ausgeschiedenen Siliziumprimärkristalle und intermetallischen
Phasen einen hohen Werkzeugverschleiß verursachen.
[0007] Sowohl bei den bekannten, übereutektischen Aluminium-Silizium-Gußlegierungen zum
Gießen von Motorblöcken, die einen Siliziumgehalt von etwa 17 Gew.-% aufweisen, als
auch bei den durch Sprühkompaktieren oder pulvermetallurgisch hergestellten Zylinderlaufbuchsen
mit einem Siliziumgehalt von bis zu 30 Gew.-% kristallisieren die die Verschleißfestigkeit
bewirkenden Siliziumprimärkristalle und intermetallischen Phasen aus der übereutektischen
Schmelze beim Abkühlen aus und weisen dementsprechend die für Siliziumprimärkristalle
typischen, scharfkantigen und nadelartigen Formen auf. Um den Verschleiß von in den
Zylindern derartiger Motorblöcke gleitenden Kolben durch diese Primärkristalle und
intermetallischen Phasen zu vermindern, wird gemäß der deutschen Patentanmeldung 44
38 550 vorgeschlagen, die Siliziumprimärkristalle und Partikel aus intermetallischer
Phase durch eine mechanische Feinbearbeitung freizulegen und dabei die freigelegten
Plateauflächen der Primärkristalle bzw. Partikel an ihren Rändern ballig oder verrundet
in den Legierungsgrundwerkstoff übergehen zu lassen.
[0008] Der Erfindung liegt demgegenüber das Problem zugrunde, eine Aluminiumlegierung zu
verwenden, die die genannten Nachteile vermeidet, d. h. die leicht, insbesondere durch
Warmverformung und/oder Zerspanung ver- und bearbeitbar ist, und dennoch die beispielsweise
geforderte Verschleißfestigkeit und/oder gleichmäßige Struktur und mechanische Festigkeit
aufweist.
[0009] Zur Lösung dieses Problems wird eine Aluminiumlegierung verwendet, die in einer Matrix
einer gut ver- und bearbeitbaren Aluminiumlegierung einen Zusatz von gleichmäßig verteilten
Partikeln, vorzugsweise Siliziumpartikeln oder von Partikeln einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung, wobei die einzelnen Partikel hohe Silizium-Gehalte,
vorzugsweise bis zum 50 Gew.-% aufweisen, der Silizium-Gehalt in der gut ver- und
bearbeitbaren Aluminiumlegierung, jedoch maximal 12 Gew.-% beträgt.
[0010] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, daß das an sich in einer Aluminiumschmelze
leicht lösliche Silizium daran gehindert werden muß, in der Matrix in Lösung zu gehen,
da beim Ausscheiden von Siliziumprimärkristallen aus der Lösung die den Verschleiß
erhohenden, verhältnismäßig großen Kristalle mit kantigen und nadelartigen Formen
entstehen. Wird also eine gut ver- und bearbeitbare Aluminiumlegierung so mit gleichmäßig
verteilten Siliziumpartikeln und/oder mit Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
gemischt, daß ungelöste Siliziumpartikel und/oder Siliziumprimärkristalle in den Partikeln
der übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung in der Aluminiumlegierung verbleiben,
können diese ursprünglich eingebrachten, in der gut ver- und bearbeitbaren Aluminium-Legierungs-Matrix
nicht in Lösung gegangenen Siliziumpartikel bzw. Siliziumprimärkristalle auch nicht
wieder die beim Auskristallisieren entstehenden, ungünstige Formen annehmen, sondern
behalten ihre ursprüngliche Form bei oder werden sogar ggf. durch oberflächliches
Anlösen abgerundet, so daß sie ihre ausgeprägten Spitzen und Ecken verlieren.
[0011] Entscheidend ist, daß die Matrix aus der gut ver- und bearbeitbaren Aluminiumlegierung
so zusammengesetzt ist, daß aus dieser Aluminiumlegierung keine Siliziumprimärkristalle
auskristallisieren können und daß fein verteilte Siliziumpartikel oder Siliziumprimärkristalle
enthaltende Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung ohne in der
Matrixlegierung in Lösung gegangen zu sein, vorhanden sind.
[0012] Die Matrixiegierung braucht somit nicht insgesamt übereutektisch zu sein, um Siliziumpartikel
zu enthalten, wie dies bei den bekannten, verschleißfesten Aluminium-Silizium-Legierungen
erforderlich ist, sondern kann vorzugsweise einen Zusatz von maximal 12 Gew.-% Silizium
in Form von Siliziumpartikeln und/oder Siliziumprimärkristallen in den Partikeln der
übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung enthalten, vorausgesetzt die zu einem
Gegenstand verarbeitete Aluminiumlegierung enthält einen Mindestanteil Siliziumpartikel
und/oder Siliziumprimärkristalle enthaltende Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung,
mindestens 5 Gew.-% Siliziumpartikel und/oder Siliziumprimärkristalle in den Partikeln
der übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung bezogen auf die Gesamtmenge, da
festgestellt wurde, daß ein solcher Anteil von nicht aus der Matrixlegierung ausgeschiedenen
Siliziumpartikeln, bzw. Siliziumprimärkristallen ausreicht, um die gewünschte Verschleißfestigkeit
zu erzielen.
[0013] Der Anteil Siliziumpartikel in der Matrixlegierung beträgt vorzugsweise 5 bis 20
%.
[0014] Vorzugsweise kann die Matrixlegierung als warmverformbare Aluminiumknetlegierung
eine Zusammensetzung der Art AlMgSiCu aufweisen und mit einem Zusatz von gleichmäßig
verteilten Siliziumpartikeln und/oder Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
von weniger als 20 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge vor einer Warmverformung versehen
sein. Die Aluminiumknetlegierungen sind gut warmverformbare Legierungen, deren Warmverformbarkeit
auch nicht durch den Zusatz von Siliziumpartikeln oder von Partikeln einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung verloren geht. Dieser Zusatz von gleichmäßig verteilten
Siliziumpartikeln oder von Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
kann verhältnismäßig hoch sein, insbesondere falls ein Teil dieser Siliziumpartikel
oder der Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung während einer
Warmverformung und/oder Wärmebehandlung in Lösung geht. Wichtig ist indessen, daß
ein Restanteil von gleichmäßig verteilten und nicht in Lösung gegangenen Siliziumpartikeln
und/oder von Siliziumprimärkristallen in den Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung,
von mindestens etwa 5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge erhalten bleibt, wobei diese
Siliziumpartikel oder die Siliziumprimärkristalle in den Partikeln einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung ohne ausgeprägte Spitzen und Ecken vorliegen. Möglicherweise
kann durch eine Wärmebehandlung oder Warmverformung ein Anlösen und teilweises Auflösen
der Siliziumpartikel oder der Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
eintreten, während die nicht aufgelösten Siliziumpartikel oder Siliziumprimärkristalle
der Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung mit einem Anteil
von vorzugsweise mindestens 5 Gew.-% vorliegen und keine ausgeprägten Spitzen und
Ecken aufweisen.
[0015] Die Korngröße der Siliziumpartikel in der Aluminiumlegierung liegt vorzugsweise bei
höchstens 80 µm, die Korngröße der Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
liegt vorzugsweise bei höchstens 250 µm während die der Siliziumprimärkristalle in
den Partikeln der übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung bei höchstens 20 µm
liegt.
[0016] Der Gegenstand kann nach der spangebenden Verformung oder der Warmverformung einer
Wärmebehandlung unterzogen werden. Es ist denkbar, daß diese Wärmebehandlung dazu
führen kann, daß die in die Aluminiumlegierung eingelagerten Siliziumpartikel und/oder
die Partikel sowie die darin enthaltenen Siliziumprimärkristalle der übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung oberflächlich mit der Aluminiumlegierung reagieren, wodurch
ausgeprägte Spitzen und Ecken abgetragen werden. Diese Wirkung kann auch bereits beim
Sprühkompaktieren, das ja mit der Temperatur einer Aluminiumlegierungsschmelze beginnt,
erreichbar sein. Ebenso kann auch eine Warmverformung allein bereits die gewünschte
Veränderung der Oberfläche der Siliziumpartikel und/oder der Siliziumprimärkristalle
in den Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung bewirken.
[0017] Die Pulvermetallurgie erlaubt es, Aluminiumlegierungen beliebiger Zusammensetzung
aus einer Mischung von Pulvern verschiedener Legierungsbestandteile herzustellen,
die durch ein anschließendes Warmverformen homogenisiert werden. Werden dieser Mischung
erfindungsgemäß gleichmäßig verteilte Siliziumpartikel und/oder Partikel einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung von maximal 12 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge beigemischt,
so werden die Siliziumpartikel oder die Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
bei der anschließenden Warmverformung, wie vorstehend beschrieben, gleichmäßig verteilt
und möglicherweise oberflächlich angelöst bzw. teilweise aufgelöst, so daß in dem
warmverformten Gegenstand schließlich mindestens 5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge
gleichmäßig verteilte, nicht in Lösung gegangene Siliziumpartikel und/oder Siliziumprimärkristalle
in den Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung vorhanden sind,
die nicht die Spitzen und Ecken von aus einer übereutektischen Legierungsschmelze
ausgeschiedenen Siliziumprimärkristallen aufweisen, jedoch auf gleiche Weise die Verschleißfestigkeit
der Aluminiumlegierung herbeiführen, die in diesem Fall als warmverformbare Aluminiumknetlegierung
der Zusammensetzung AlMgSiCu ausgebildet ist.
[0018] Das Warmverformen des Barrens bzw. Preßlings kann z. B. durch Warmwalzen oder durch
Warmstrangpressen zu Stangen, Rohren und Profilen oder durch Warmfließpressen erfolgen,
wobei eine sich ggf. anschließende Wärmebehandlung dazu dient, die gewünschten Eigenschaften
der Aluminiumlegierung einzustellen.
[0019] Besonders vorteilhaft ist, daß die auf diese Weise hergestellte, warmverformbare
Aluminiumlegierung dazu geeignet ist, aus warmgewalzten Platten oder warmstranggepreßten
Stangen Butzen herzustellen und daraus durch Warmfließpressen Fertigprodukte wie Zylinderlaufbuchsen
in den geforderten Endabmessungen herzustellen.
[0020] Insbesondere läßt sich ein Preßling, d. h. ein Butzen in Form eines Rundlings oder
eines hohlen Rundlings aus Pulver durch hydrostatisches Pressen herstellen, der angewärmt
und danach durch Fließpressen verformt wird. Ggf. kann sich daran eine Wärmebehandlung
anschließen.
[0021] Vorteilhaft ist es auch, eine Mischung aus einem Pulver aus Legierungsbestandteilen
und Siliziumpartikeln und/oder Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
oder eines Pulvers der Legierung und von Siliziumpartikeln und/oder von Partikeln
einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung in eine beheizte Fließpressform
zu geben, die Pulvermischung bei geschlossener Form hydrostatisch zu verdichten, die
Form danach zu öffnen und eine Warmverformung durch Fließpressen, insbesondere durch
Fließpressen eines Zylinders, durchzuführen.
[0022] Eine weitere Möglichkeit, Barren oder Zylinder herzustellen, besteht darin, ein Pulver
mit Legierungsbestandteilen oder der Legierung und Siliziumpartikel und/oder Partikel
einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung in eine Form zu füllen und bei
einem solchen Druck und einer solchen Temperatur zu sintern, daß die erforderliche
Festigkeit erreicht wird und die Mindestmenge an Siliziumpartikeln oder Siliziumprimärkristallen
in den Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung vorhanden ist.
Auch in diesem Fall kann sich ggf. eine weitere Wärmebehandlung anschließen.
[0023] Alle Verfahrensabschnitte, die in der Wärme durchgeführt werden, sind so aufeinander
abzustimmen, daß durch die Bearbeitungs- und Verarbeitungswärme und/oder die Wärmebehandlung
die gewünschten Eigenschaften erreicht und auf jeden Fall ein Rest von ungelösten
Siliziumpartikeln oder von Siliziumprimärkristallen in den Partikeln einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung, mit einem Anteil von 5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge,
vorhanden ist.
[0024] Es ist möglich, die Siliziumpartikel oder die Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
vorzugsweise mit einem untereutektischen Anteil der Matrixlegierung zuzusetzen, wenn
dafür gesorgt wird, daß ein Siliziumanteil in Form von Siliziumpartikeln und/oder
von Siliziumprimärkristallen in den Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung,
in Höhe von 5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge erhalten bleibt.
[0025] Besonders vorteilhaft ist, daß beliebige Legierungszusammensetzungen möglich sind,
denen die Siliziumpartikel oder die Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
in der erfindungsgemäßen Weise zugesetzt werden, ohne vollständig in Lösung zu gehen,
so daß diese zugesetzten Siliziumpartikel oder die Partikel einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung oder die darin vorhandenen Siliziumprimärkristalle ungelöst
in der Matrixlegierung erhalten bleiben und somit keine Siliziumprimärkristalle aus
der Matrixlegierung ausgeschieden werden. Dies steht im Gegensatz zu den bekannten
übereutektischen Legierungen, bei denen beim Abkühlen aus der Schmelze Siliziumprimärkristalle
ausgeschieden werden, die eine kantige bzw. eckige und nadelartige Form aufweisen.
Hinzu kommt bei den übereutektischen Legierungen, daß eine Wärmebehandlung zu einer
Kornvergrößerung mit Nadelbildung führt, die für den Verschleiß ungünstig ist.
[0026] Demgegenüber werden die der Matrixlegierung erfindungsgemäß zugesetzten Siliziumpartikel
oder Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung allenfalls oberflächlich
angelöst und behalten während einer Wärmebehandlung weitgehend ihre ursprüngliche
Form auch dann, wenn der Siliziumanteil in Form der Siliziumpartikel und/oder Siliziumprimärkristallen
in den Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung nicht mehr als
12 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge, entsprechend dem Eutektikum Aluminium-Silizium,
beträgt.
[0027] Verschleißfeste Zylinderlaufbuchsen lassen sich in eine gut gießbare Aluminiumlegierung,
die zum Gießen von Zylinderblöcken besonders geeignet ist und sich leicht bearbeiten
läßt, eingießen, wobei eine Nachbearbeitung der eingegossenen Zylinderlaufbuchsen
ggf. nicht mehr erforderlich ist, wenn diese aus warmgewalztem oder warmstranggepreßtem
Vormaterial und daraus hergestellten Butzen durch Warmfließpressen hergestellt sind.
Ein ausreichender Stoffverbund zwischen der Aluminiumgußlegierung für den Zylinderblock
und den eingegossenen erfindungsgemäßen Zylinderlaufbuchsen läßt sich mit dem in der
deutschen Patentschrift 43 28 619 beschriebenen Verfahren erreichen, ohne daß bedeutende
Nachteile bei der Verwendung von pulvermetallurgisch hergestellten Barren bzw. Preßlingen,
die anschließend warmverformt wurden, feststellbar waren. Die ggf. erforderliche Oberflächenbehandlung
der Zylinderlaufbuchsen durch Ätzen verändert dabei die Maßhaltigkeit nicht, sondern
dient nur dazu, die verrundeten Siliziumpartikel oder Siliziumprimärkristalle aus
den zugesetzten Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung freizulegen.
1. Verwendung einer Aluminiumlegierung aus einer gut warmverformbaren Aluminiumknetlegierungsmatrix
der Art Al Mg Si Cu mit einer Zusammensetzung, aus der keine Silizium-Primärkristalle
auskristallisieren können, mit einem die Verschleißfestigkeit erhöhenden Zusatz von
gleichmäßig verteilten Siliziumpartikeln und/oder Partikeln einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung zur Herstellung von endmaßnahen Zylinderlaufbuchsen sowie
Hydraulik oder Pneumatik-Arbeitszylindern durch Warmfließpressen, wobei die einzelnen
Partikel hohe Silizium-Gehalte, vorzugsweise bis zu 50 Gew.-% aufweisen, und der Zusatz
maximal 12 Gew.-% Silizium in Form von Siliziumpartikeln und/oder von Siliziumprimärkristallen
in den Partikeln der übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung beträgt, während
die zu dem Gegenstand verarbeitete Aluminiumlegierung nach der Warmverformung oder
einer sich daran anschließenden Wärmebehandlung einen Mindestanteil nicht in Lösung
gegangener und nicht aus der Matrixlegierung ausgeschiedener Siliziumpartikel und/oder
Siliziumprimärkristalle in den Partikeln der übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
bezogen auf die Gesamtmenge von mindestens 5 Gew.-% enthält.
2. Verwendung der Aluminiumlegierung nach Anspruch 1, mit einer Korngröße der Siliziumpartikel
von höchstens 80 µm, der Korngröße der Partikel einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
von vorzugsweise höchstens 250 µm und der Siliziumprimärkristalle in den Partikeln
der übereutektischen Aluminium-Siliziumlegierung von höchstens 20 µm.
3. Verwendung der Aluminiumlegierung nach Anspruch 1, bei der ein Barren durch Sprühkompaktieren
einer Schmelze einer warmverformbaren Aluminiumlegierung hergestellt und der Aluminiumlegierung
in dem Sprühstrahl Silizium in Form von Siliziumpartikel und/oder Siliziumprimärkristalle
in den Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung von maximal 12
Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge zugesetzt werden.
4. Verwendung der warmverformbaren Aluminiumlegierung nach Anspruch 1 oder 2, bei der
ein Barren aus einem Matrixlegierungspulver mit einem Zusatz von gleichmäßig verteilten
Siliziumpartikeln und/oder von Siliziumprimärkristallen in Partikeln einer übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierung von maximal 12 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge hergestellt
und dieser Barren anschließend warmverformt wird.
5. Verwendung der warmverformbaren Aluminiumlegierung nach Anspruch 1 oder 2, bei der
ein Barren aus einer Mischung von Pulvern verschiedener Legierungsbestandteile mit
einem Zusatz von Silizium in Form von gleichmäßig verteilten Siliziumpartikeln und/oder
Siliziumprimärkristallen in Partikeln einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung
von maximal 12 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge hergestellt und dieser Barren anschließend
warmverformt wird.
6. Verwendung der Aluminiumlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der von warmgewalzten
Platten oder warmstranggepreßten Stangen Butzen gefertigt und daraus durch Warmfließpressen
die Zylinderlaufbuchsen oder Hydraulik- und Pneumatikarbeitszylinder in den geforderten
Endabmessungen hergestellt werden.
7. Verwendung der Aluminiumlegierung nach Anspruch 4 oder 5, bei der ein Preßling in
Form eines vollen Rundlings oder eines hohlen Rundlings aus Pulver durch hydrostatisches
Pressen hergestellt, angewärmt und anschließend durch Warmfließpressen weiterverarbeitet
wird, ggf. mit einer anschließenden Wärmebehandlung.
8. Verwendung der Aluminiumlegierung nach Anspruch 4 oder 5, bei der ein Pulver aus einer
Aluminiumlegierung oder Legierungsbestandteilen und Siliziumpartikeln oder Partikeln
einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung in eine beheizte Warmfließpreßform
gegeben, bei geschlossener Form hydrostatisch verpreßt und anschließend nach Öffnen
der Form warmfließgepreßt wird.
9. Verwendung der Aluminiumlegierung nach Anspruch 4 oder 5, bei der das Pulver aus einer
Aluminiumlegierung oder Legierungsbestandteilen und Siliziumpartikeln und/oder Partikeln
einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung in eine Form gefüllt, unter Druck
und erhöhter Temperatur gesintert und ggf. anschließend einer Wärmebehandlung unterzogen
wird.
1. The use of an aluminium alloy consisting of a readily hot-deformable wrought aluminium
alloy matrix of the type Al Mg Si Cu with a composition out of which no silicon primary
crystals can crystallise, with a wear-resistance-increasing addition of uniformly
distributed silicon particles and/or particles of a hypereutectic aluminium/silicon
alloy for the production of cylinder liners and hydraulic or pneumatic working cylinders
which are close to their final dimensions by hot flow pressing, the individual particles
having high silicon contents, preferably of up to 50% by weight, and the addition
is at most 12% by weight silicon in the form of silicon particles and/or of silicon
primary crystals in the particles of the hypereutectic aluminium/silicon alloy, whereas
the aluminium alloy which is processed into the object, after hot deformation or a
subsequent heat treatment, has a minimum content of silicon particles and/or silicon
primary crystals which have not dissolved and have not separated out from the matrix
alloy in the particles of the hypereutectic aluminium/silicon alloy relative to the
total quantity of at least 5% by weight.
2. The use of the aluminium alloy according to Claim 1, having a grain size of the silicon
particles of at most 80 µm, the grain size of the particles of a hypereutectic aluminium/silicon
alloy of preferably at most 250 µm and of the silicon primary crystals in the particles
of the hypereutectic aluminium/silicon alloy of at most 20 µm.
3. The use of the aluminium alloy according to Claim 1, in which a bar is produced by
spray-compacting a melt of a hot-deformable aluminium alloy and silicon in the form
of silicon particles and/or silicon primary crystals is added to the aluminium alloy
in the spray jet in the particles of a hypereutectic aluminium/silicon alloy of at
most 12% by weight relative to the total quantity.
4. The use of the hot-deformable aluminium alloy according to Claim 1 or 2, in which
a bar is produced from a matrix alloy powder with an addition of uniformly distributed
silicon particles and/or of silicon primary crystals in particles of a hypereutectic
aluminium/silicon alloy of at most 12% by weight relative to the total quantity and
this bar is then hot-deformed.
5. The use of the hot-deformable aluminium alloy according to Claim 1 or 2, in which
a bar is produced from a mixture of powders of differing alloying constituents with
an addition of silicon in the form of uniformly distributed silicon particles and/or
silicon primary crystals in particles of a hypereutectic aluminium/silicon alloy of
at most 12% by weight relative to the total quantity and this bar is then hot-deformed.
6. The use of the aluminium alloy according to one of Claims 1 to 5, in which slugs are
produced from hot-rolled plates or hot-extruded rods and the cylinder liners or hydraulic
and pneumatic working cylinders are manufactured therefrom in the required final dimensions
by hot flow-pressing.
7. The use of the aluminium alloy according to Claim 4 or 5, in which a compact in the
form of a solid round compact or a hollow round compact is produced from powder by
hydrostatic pressing, is heated up and then is processed further by hot flow-pressing,
optionally with a subsequent heat treatment.
8. The use of the aluminium alloy according to Claim 4 or 5, in which a powder consisting
of an aluminium alloy or alloying constituents and silicon particles or particles
of a hypereutectic aluminium/silicon alloy is placed in a heated hot flow-pressing
mould, is hydrostatically pressed with the mould closed and then is hot flow-pressed
once the mould has been opened.
9. The use of the aluminium alloy according to Claim 4 or 5, in which the powder consisting
of an aluminium alloy or alloying constituents and silicon particles and/or particles
of a hypereutectic aluminium/silicon alloy is placed in a mould, is sintered under
pressure and at elevated temperature and then optionally is subjected to a heat treatment.
1. Utilisation d'un alliage d'aluminium d'une matrice d'alliage d'aluminium corroyé facilement
déformable à chaud du type Al Mg Si Cu avec une composition à partir de laquelle aucun
cristal primaire de silicium ne peut se séparer à l'état cristallin, avec un additif
augmentant la résistance à l'usure de particules de silicium réparties uniformément
et/ou de particules d'un alliage d'aluminium-silicium hypereutectique pour la fabrication
de chemises de cylindres proches de la cote finale ainsi que de cylindres hydrauliques
ou pneumatiques par extrusion à chaud, moyennant quoi les particules individuelles
ont des teneurs élevées en silicium, atteignant de préférence 50% en poids, et l'additif
représente au maximum 12% en poids du silicium sous forme de particules de silicium
et/ou de cristaux primaires de silicium dans les particules de l'alliage d'aluminium-silicium
hypereutectique, alors que l'alliage d'aluminium usiné pour faire l'objet contient,
après la déformation à chaud ou après un traitement thermique ultérieur, une portion
minimale de particules de silicium qui n'ont pas été dissoutes et qui n'ont pas été
éliminées de l'alliage de la matrice et/ou de cristaux primaires de silicium dans
les particules de l'alliage d'aluminium-silicium hypereutectique d'au moins 5% en
poids par rapport à la quantité totale.
2. Utilisation de l'alliage d'aluminium selon la revendication 1, avec une taille de
grain des particules de silicium de 80 µm maximum, avec la taille de grains des particules
d'un alliage d'aluminium-silicium hypereutectique de 250 µm maximum de préférence
et avec les cristaux primaires de silicium dans les particules de l'alliage d'aluminium-silicium
hypereutectique de 20 µm maximum.
3. Utilisation de l'alliage d'aluminium selon la revendication 1, dans laquelle une billette
est fabriquée par compactage par pulvérisation d'une fonte d'un alliage d'aluminium
déformable à chaud et du silicium sous forme de particules de silicium et/ou de cristaux
primaires de silicium dans les particules d'un alliage d'aluminium-silicium hypereutectique
est ajouté à l'alliage d'aluminium dans le jet de pulvérisation à 12% en poids maximum
par rapport à la quantité totale.
4. Utilisation de l'alliage d'aluminium déformable à chaud selon la revendication 1 ou
2, dans laquelle une billette est fabriquée à partir d'une poudre d'alliage de matrice
avec un additif de particules de silicium réparties uniformément et/ou de cristaux
primaires de silicium dans les particules d'un alliage d'aluminium-silicium hypereutectique
de 12% en poids maximum et cette billette est ultérieurement déformée à chaud.
5. Utilisation de l'alliage d'aluminium déformable à chaud selon la revendication 1 ou
2, dans laquelle une billette est fabriquée à partir d'un mélange de poudres de divers
composants d'alliage avec un additif de particules de silicium réparties uniformément
et/ou de cristaux primaires de silicium dans les particules d'un alliage d'aluminium-silicium
hypereutectique de 12% en poids maximum et cette billette est ultérieurement déformée
à chaud.
6. Utilisation de l'alliage d'aluminium selon l'une des revendications 1 à 5, dans laquelle
des pastilles sont fabriquées à partir de plaques laminées à chaud ou de barres extrudées
à chaud et à partir desquelles les chemises de cylindres ou les cylindres hydrauliques
ou pneumatiques sont fabriqués aux dimensions finales par extrusion à chaud.
7. Utilisation de l'alliage d'aluminium selon la revendication 4 ou 5, dans laquelle
une pièce pressée en forme de rond plein ou de rond creux est fabriquée à partir de
poudre par compression hydrostatique, réchauffée puis usinée ultérieurement, éventuellement
avec un traitement thermique ultérieur.
8. Utilisation de l'alliage d'aluminium selon la revendication 4 ou 5, dans laquelle
une poudre d'un alliage d'aluminium ou de composants d'alliage et de particules de
silicium ou de particules d'un alliage d'aluminium-silicium hypereutectique est introduite
dans un moule d'extrusion à chaud, soumise à une compression hydrostatique dans le
moule fermé et ultérieurement extrudée à chaud après ouverture du moule.
9. Utilisation de l'alliage d'aluminium selon la revendication 4 ou 5, dans laquelle
la poudre d'un alliage d'aluminium ou de composants d'alliage et de particules de
silicium et/ou de particules d'un alliage d'aluminium-silicium hypereutectique est
chargée dans un moule, frittée sous pression et à température élevée et éventuellement
soumise à un traitement thermique ultérieur.