[0001] Bleichaktivatoren sind wichtige Bestandteile in Waschmitteln, Fleckensalzen und Maschinengeschirrspülmitteln.
Sie ermöglichen eine bleichende Wirkung bereits bei Temperaturen unter 60°C, indem
sie mit einer Quelle für Wasserstoffperoxid - meist Perborate oder Percarbonate -
unter Freisetzung einer organischen Peroxysäure reagieren.
[0002] Als Bleichaktivatoren geeignet sind eine Vielzahl reaktiver organischer Verbindungen
mit einer O-Acyl- oder N-Acylgruppe. Repräsentative Beispiele wie N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED), Glucosepentaacetat (GPA), Xylosetetraacetat (TAX), Natrium-4-benzoyloxybenzolsulfonat
(SBOBS), Natriumtrimethylhexanoyloxybenzolsulfonat (STHOBS), Tetraacetylglucoluril
(TAGU), Tetraacetylcyansäure (TACA), Di-N-acetyldimethylglyoxin (ADMG) und 1-Phenyl-3-acetylhydantoin
(PAH) sind in den Patentschriften GB-A-836 988, GB-A-907 356, EP-A-0 098 129 und EP-A-0
120 591 beschrieben.
[0003] Mittlerweile haben kationische Bleichaktivatoren, die eine quartäre Ammoniumgruppe
enthalten, an Bedeutung gewonnen, da sie hocheffektive Bleichaktivatoren sind. Solche
kationischen Bleichaktivatoren sind beispielsweise in GB-A-1 382 594, US-A-4 751 015,
EP-A-0 284 292 und EP-A-0 331 229 beschrieben.
[0004] Ammoniumnitrile der Formel

wobei R
1, R
2 und R
3 Alkyl-, Alkenyl- oder Arylgruppen bedeuten, bilden dabei eine besondere Klasse kationischer
Bleichaktivatoren. Verbindungen dieser Art und deren Verwendung als Bleichaktivatoren
in Bleichmitteln sind beschrieben in EP-A-303 520, EP-A-464 880, EP-A-458 396 und
US-4 883 917. Bei allen dort beschriebenen Verbindungen ist das Stickstoffatom der
Ammoniumgruppe durch Alkyl-, Alkenyl- oder Arylgruppen substituiert. Eine weitere
Klasse von Ammoniumnitrilen ist in der Deutschen Patentanmeldung 19 605 526 beschrieben.
[0005] Üblicherweise werden Bleichaktivatoren in granulierter Form in Waschmitteln eingesetzt,
um eine ausreichende Lagerstabilität zu gewährleisten und um die bleichaktivierende
Wirkung erst im Waschgang freizusetzen.
[0006] Zur Granulierung von Bleichaktivatoren sind in der Vergangenheit zahlreiche Hilfsstoffe
und Verfahren beschrieben worden. In EP-A-0 037 026 wird ein Verfahren zur Herstellung
eines leicht löslichen Aktivatorgranulates mit Aktivgehalten zwischen 90 bis 98 Gew.-%
beschrieben. Dazu wird der pulverförmige Bleichaktivator mit ebenfalls pulverförmigen
Cellulose- oder Stärkeethern homogen vermischt und anschließend mit Wasser oder einer
wäßrigen Lösung des Celluloseethers besprüht, gleichzeitig granuliert und anschließend
getrocknet.
[0007] Nach EP-A-0 070 474 können ähnliche Granulate hergestellt werden, indem wäßrige Aufschlämmungen,
enthaltend den Aktivator und den Celluloseether, sprühgetrocknet werden. Granulate
bestehend aus Bleichaktivator, Celluloseethern und Zusätzen einer organischen C
3-C
6-Carbon- oder Hydroxycarbonsäure werden in WO 90/01 535 und WO 92/13 798 beschrieben.
Während in WO 90/01 535 die organische Carbonsäure in den Granulatkern eingearbeitet
wird, um seine Löslichkeit zu beschleunigen, wird in WO 92/13 798 die Carbonsäure
in einer zusätzlichen Coatingstufe auf das fertige Granulat aufgebracht. Der saure
Schutzmantel soll ein Spotting des Bleichmittels verhindern und zur Farbschonung des
Gewebes beitragen. In WO 94/03 395 wird zum gleichen Zweck die Verwendung saurer Polymerverbindungen
mit einer Wasserlöslichkeit > 5 g/l (bei 20°C) und Molmassen von 1000 bis 250 000
beansprucht. Ebenfalls bekannt (GB-A 1 507 312) sind Granulate von Bleichaktivatoren,
in denen Gemische von Seifen und freien Fettsäuren als Granulierhilfsmittel zum Einsatz
kommen.
[0008] Ein wasserfreies Herstellverfahren ist aus EP-A-0 075 818 bekannt. Dazu wird der
Bleichaktivator zusammen mit einem organischen Bindemittel, z.B. einem Fettalkoholethoxylat,
durch Kompaktierung unter Druck zu Teilchen mit Durchmessern von 0,5 bis 3 mm verpreßt.
[0009] Für die meisten der genannten Granulierverfahren ist Voraussetzung, daß der zu granulierende
Bleichaktivator ein Feststoff ist und einen hohen Schmelzpunkt aufweist. Dies ist
notwendig, damit er bei der Herstellung nicht mit dem Binder oder vorhandenem Wasser
abreagiert und zersetzt wird. So werden z.B. in DE-OS 2 048 331 solche Aktivatoren
bevorzugt, die einen Schmelzpunkt von vorzugsweise mindestens 100°C, insbesondere
wenigstens 150°C aufweisen.
[0010] Als Bindemittel wurden bisher überwiegend organische Verbindungen verwendet. Hieraus
können sich jedoch Probleme ergeben, die die Verwendung der Granulate einschränken.
[0011] Werden oberflächenaktive Verbindungen eingesetzt, wie Seifen, Fettsäuren, anionische
Tenside oder Fettalkoholethoxylate, so sind die damit hergestellten Granulate zum
Einsatz in Maschinengeschirrspülmitteln ungeeignet, da unter Waschbedingungen Schaumprobleme
auftreten, Dies ist selbst bei Verwendung normalerweise schwach schäumender hochethoxylierter
Fettalkohole der Fall. Zum Einsatz in Maschinengeschirrspülmitteln werden daher überwiegend
Aktivatorgranulate verwendet, deren Bindemittel aus Celluloseethern besteht. Die biologische
Abbaubarkeit dieser Produktgruppe ist jedoch mäßig.
[0012] Ein weiteres Problem stellen geeignete Granulate zum Einsatz in Fleckensalzen dar.
Moderne Formulierungen bestehen aus Mischungen von Percarbonat und Bleichaktivator-Granulaten.
Um eine exotherme Zersetzung dieser Mischungen bei Herstellung und Lagerung zu unterbinden,
werden häufig Inertmaterialien, wie Natriumcarbonat, -hydrogencarbonat oder -sulfat
zugegeben. Für diesen Anwendungsbereich wären inerte Binde- oder Coatingmittel von
großen Interesse.
[0013] Anorganische Materialien als Träger für Bleichaktivatoren sind an sich bekannt. So
wird in DE-OS 2 733 849 die Adsorption flüssiger Aktivatoren, wie Diacetylmethylamin,
Diacetylbutylamin oder Acetylcaprolactam, an anorganische Adsorbentien, wie Kieselgur,
Magnesium-Aluminium-, Natrium- oder Calciumaluminiumsilikate, aktivierte Kieselsäure
oder Aluminiumoxid, vorgeschlagen.
[0014] Weiterhin können nach GB-A-2 249 104 Partikel hergestellt werden, in denen ein an
sich fester Bleichaktivator in fein verteilter Form auf einem anorganischem Trägermaterial
abgelagert ist. Hierzu werden Aktivator und Trägermaterial zunächst innig gemischt
und ein organisches Lösemittel (Ethanol oder Toluol) hinzugefügt,
wobei der Aktivator in Lösung geht. Durch anschließende Abdestillation des Lösemittels
wird der Aktivator in feinst verteilter Form auf dem Träger abgelagert. Die bevorzugte
Korngrößenverteilung der erfindungsgemäßen Partikel liegt zwischen 60 und 250 µm.
[0015] Daneben sind aus EP-A-0 240 057 Bleichaktivator-Granulate bekannt, die durch Vermischen
eines Aktivators mit anorganischen oder organischen Salzen, filmbildenden Polymeren
und geringen Mengen von Smectiten oder Aluminiumsilikaten und anschließender Granulierung
in Gegenwart von Wasser hergestellt werden. Nach erfolgter Granulierung ist eine kostenintensive
Trockenstufe notwendig, um lagerstabile Granulate zu erhalten.
[0016] Bleichaktivatorgranulate, die durch Vermischen und Verpressen von trockenem Bleichaktivator
und Smektiten (Bentonit) in Abwesenheit von Wasser erhalten werden, sind aus DE-A
44 39 039 bekannt. Als Bleichaktivator wird dort im wesentlichen nur TAED benutzt.
Der Einfluß von TAED auf die Waschleistung ist jedoch im wesentlichen unabhängig davon,
ob das TAED in granulierter Form vorliegt oder als Pulver.
[0017] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß bei den Bleichaktivatoren vom Typ des
Ammoniumnitrils sehr große Unterschiede hinsichtlich ihrer Waschleistung zwischen
der Pulverform und der Granulatform bestehen.
[0018] Gegenstand der Erfindung sind somit Bleichaktivatorgranulate bestehend im wesentlichen
aus einem Ammoniumnitril und einem Schichtsilikat.
[0019] Diese Granulate werden erhalten durch Mischen der beiden Komponenten, Verpressen
und Zerkleinern der dabei erhaltenen Agglomerate auf die gewünschte Korngröße.
[0020] Für die Granulate können alle Ammoniumnitrile verwendet werden, die in granulierter
Form einen Schmelzpunkt oberhalb von 60°C aufweisen. Insbesondere kommen dabei die
in der oben erwähnten Literatur beschriebenen Ammoniumnitrile in Frage, insbesondere
die in DE 19 605 526 beschriebenen Verbindungen. Ganz besonders bevorzugt sind Verbindungen
der Formel

worin R
1 und R
2 C
1-C
4 Alkyl, vorzugsweise Methyl und X ein Anion, beispielsweise Chlorid oder Methosulfat,
bedeuten.
[0021] Granulate können ein oder mehrere dieser Ammoniumnitrile enthalten oder zusätzlich
auch Bleichaktivatoren anderer Struktur, beispielsweise N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED), Glucosepentaacetat (GPA), Xylosetetraacetat (TAX), Natrium-4-benzoyloxybenzolsulfonat
(SBOBS), Natriumtrimethylhexanoyloxybenzolsulfonat (STHOBS), Tetraacetylglucoluril
(TAGU), Tetraacetylcyansäure (TACA), Di-N-acetyldimethylglyoxin (ADMG) und 1-Phenyl-3-acetylhydantoin
(PAH).
[0022] Als Bindemittel zur Bildung der Granulate dienen Schichtsilikate, insbesondere Smektite
wie Montmorillonite, Saponite oder Hectorite mit lonenaustauschkapazitäten von bevorzugt
50 bis 100 meq/100 g, daneben Illite, Attapulgite und Kaolinite. Besonders bevorzugt
sind Bentonite, wie sie unter der Bezeichnung ®Laundrosil DGA und Laundrosil EX 0242
der Firma Süd-Chemie, München (DE) im Handel sind. Diese Schichtsilikate können auch
in sauer modifizierter Form eingesetzt werden, wie sie in den Handelsprodukten ®Tonsil
EX 519, Tonsil Optimum 210 FF, Tonsil Standard 310 FF und 314 FF, sowie ®Opazil SO
der Firma Süd-Chemie, München (DE) zur Verfügung stehen.
[0023] Darüber hinaus können die erfindungsgemäßen Granulate auch noch weitere Hilfsmittel
enthalten, wie zum Beispiel solche, die den pH-Wert während der Lagerung und der Anwendung
beeinflussen. Dazu zählen organische Carbonsäuren oder deren Salze, wie Zitronensäure
in wasserfreier oder hydratisierter Form, Glycolsäure, Bernsteinsäure, Maleinsäure
oder Milchsäure. Daneben sind auch Zusätze möglich, die das Bleichvermögen beeinflussen,
wie Komplexbildner, Polycarboxylate und eisen- bzw. manganhaltige Metallkomplexe,
wie in EP-A-0 458 397 und EP-A-0 458 398 beschrieben.
[0024] Das Gewichtsverhältnis von Ammoniumnitril zu anorganischem Bindematerial beträgt
üblicherweise 50:50 bis 98:2, vorzugsweise 70:30 bis 96:4. Die Menge eventueller Zusatzstoffe
richtet sich insbesondere nach deren Art. So werden acidifizierende Zusätze und organische
Katalysatoren zur Leistungssteigerung der Persäure in Mengen von 0 bis 20 Gew.-%,
insbesondere in Mengen von 1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht, zugesetzt,
Metallkomplexe hingegen in Konzentrationen im ppm Bereich.
[0025] Zur Herstellung der Granulate wird zunächst in einem Mischaggregat (z.B. Pflugscharmischer)
die Mischung aus Ammoniumnitril und Bindemittel innig vermischt. In einem zweiten
Schritt wird das Gemisch zu größeren Partikeln verpreßt. Geeignet hierfür sind u.a.
Walzenkompaktoren. Die Preßlinge werden anschließend der Zerkleinerung (Mahlung) unterworfen
und auf die gewünschte Korngröße zerkleinert. Zu diesem Zweck eignen sich Zahnscheibenwalzen
und/oder Passiersrebe.
[0026] Feinanteil und Grobgut werden abgesiebt und in den Prozeß zurückgeführt. Während
der Grobanteil direkt einer erneuten Zerkleinerung zugeführt wird, wird der Feinanteil
der Kompaktierstufe zugesetzt. Die Korngröße des Produktes liegt im allgemeinen im
Bereich von 100 bis 2000 µm, vorzugsweise 300 bis 1800 µm. Das Schüttgewicht der erfindungsgemäßen
Granulate liegt damit oberhalb 500 kg/m
3, vorzugsweise oberhalb 600 kg/m
3.
[0027] Die auf diese Weise erhaltenen Granulate sind direkt zum Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln
geeignet. In einer besonderen Verwendungsform können sie jedoch mit einer Coatinghülle
versehen werden.
[0028] Hierzu wird das erfindungsgemäße Granulat in einem zusätzlichen Schritt mit einer
filmbildenden Substanz umhüllt, wodurch die Produkteigenschaften erheblich beeinflußt
werden können.
[0029] Als Coatingmaterial geeignet sind alle filmbildenden Substanzen, wie Wachse, Silikone,
Fettsäuren, Seifen, anionische Tenside, nichtionische Tenside, kationische Tenside,
sowie anionische und kationische Polymere, z.B. Polyacrylsäuren. Durch Verwendung
dieser Coatingmaterialien kann u.a. das Auflöseverhalten verzögert werden, um auf
diese Weise Wechselwirkungen zwischen dem Bleichaktivator und dem Enzymsystem zu Beginn
des Waschprozesses zu unterbinden. Soll das bestimmungsgemäße Granulat in Maschinengeschirrspülmitteln
Verwendung finden, eignen sich hierzu vor allem Wachse mit Schmelzpunkten von 40 bis
50°C.
[0030] Saure Coatingmaterialien erhöhen die Lagerstabilität der Granulate in hochalkalischen
Formulierungen, die Percarbonate enthalten, und unterdrücken Farbschäden durch Spotting.
Zusätze eines Farbstoffes sind ebenfalls möglich.
[0031] Das Aufbringen der Coatingmaterialien erfolgt in der Regel durch Aufsprühen der geschmolzenen
oder in einem Lösemittel gelösten Coatingmaterialien. Gemäß der Erfindung kann das
Coatingmaterial in Mengen von 0 bis 20, vorzugsweise von 1 bis 10 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht auf den erfindungsgemäßen Granulatkern aufgebracht werden.
[0032] Die erfindungsgemäßen Produkte zeichnen sich durch eine gute Lagerstabilität in pulverförmigen
Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmittelformulierungen aus. Sie sind ideal zum
Einsatz in Vollwaschmitteln, Fleckensalzen, Maschinengeschirrspülmitteln, pulverförmigen
Allzweckreinigern und Gebißreinigern.
[0033] In diesen Formulierungen werden die erfindungsgemäßen Granulate in Kombination mit
einer Wasserstoffperoxidquelle eingesetzt. Beispiele dafür sind Perborat-Monohydrat,
Perborat-Tetrahydrat, Percarbonate sowie Wasserstoffperxoid-Addukte an Harnstoff oder
Aminoxiden. Daneben kann die Formulierung dem Stand der Technik entsprechend weitere
Bestandteile aufweisen, wie organische oder anorganische Builder und Co-Builder, Tenside,
Enzyme, optische Aufheller und Parfüm.
Herstellungs- und Anwendungsbeispiele
Beispiel 1 (Herstellung)
[0034] In einem 50 I Lödige-Mischer werden jeweils 10 kg einer Mischung aus 92 Gew.-% Ammoniumnitril
(Trimethylammoniumacetonitril Toluolsulfonat = Granulat 1 oder N-Cyanomethyl-N-methylpiperazinium
Toluolsulfonat = Granulat 2) und 8 Gew.-% Bentonit (®Laundrosil DGA) mit einer Drehzahl
von 70 U/min über einen Zeitraum von 10 min intensiv gemischt.
Diese homogene Mischung wird anschließend auf einem Walzenkompaktor Pharmapaktor (Fa.
Bepex (DE)) mit einer Preßkraft von 50 bis 60 kN zu Schülpen verpreßt, die dann in
einer zweistufigen Mahlung, Vormahlung mit Zahnscheibenwalzen (Fa. Alexanderwerk (DE))
und Zerkleinerung in einem Passiersieb (Fa. Frewitt (DE)) bei einer Maschenweite von
2000 µm zerkleinert werden.
Man erhält 5,3 kg Granulat mit einer Korngrößenverteilung von 200 bis 1600 µm (Ausbeute:
53 %), sowie 2,8 kg Feinanteil < 200 µm (28 %), die durch erneute Kompaktierung rezykliert
werden können, und 1,9 kg Grobanteil > 1600 µm (19 %), die durch erneute Mahlung aufgearbeitet
werden können.
Beispiel 2 (Lagerstabilität)
[0035] Zur Bestimmung der Lagerstabilität wurden 10 g Standardwaschmittel WMP ohne Bleichsystem
(WfK (DE)) mit 1,5 g Natriumperborat-Monohydrat und 0,5 g Aktivator bzw. Aktivatorgranulat
enthaltend 0,5 g Aktivator homogen vermischt und die Mischung anschließend in Faltschachteln
bei 38°C und 80 % relativer Luftfeuchtigkeit im Klimaschrank gelagert (Schnelltest).
In bestimmten Zeitabständen wurde der verbleibende Aktivator-Gehalt durch iodometrische
Titration ermittelt.
Als Aktivatoren wurden Trimethylammoniumacetonitril Toluolsulfonat (1 ) und N-Cyanomethyl-N-methylpiperazinium
Toluolsulfonat (2) jeweils als Pulver sowie als Aktivatorgranulate Granulat 1 und
Granulat 2 gemäß Beispiel 1 verwendet.
Tabelle 1
| Tage |
|
Restgehalt Aktivator (%) |
|
| |
Ammoniumnitril 1 |
Ammoniumnitril 2 |
Granulat 1 |
Granulat 2 |
| 2 |
98 |
92 |
98 |
98 |
| 7 |
72 |
69 |
92 |
93 |
| 10 |
41 |
37 |
87 |
85 |
| 14 |
20 |
14 |
82 |
80 |
[0036] Dieses Beispiel zeigt, daß die Ammoniumnitrile in pulverisierter Form schnell an
Aktivgehalt verlieren. in granulierter Form dagegen sind die Aktivatoren lagerstabil.
Beispiel 3 (Bleichaktivität)
[0037] Die Bleichaktivität der erfindungsgemäßen Granulate wurde unter praxisnahen Bedingungen
in einer Mehrkomponenten-Waschmaschine Öko-Lavamat 6753 (AEG, Nürnberg) an Bleichtestgeweben
in Gegenwart reiner Testwäsche geprüft. Entsprechend der Dosiervorschrift für Wasserhärtebereich
3 wurden 70 g Referenzwaschmittel (WMP) in die dafür vorgesehenen Einspülkammern der
Waschmaschine gegeben. Als Bleichkomponente wurden in die dafür vorgesehene Einspülkammer
8,0 g Percarbonat gegeben sowie
2,93 g Bleichaktivatorgranulat 1 (92 %ig) gemäß Beispiel 1,
3,37 g Bleichaktivatorgranulat 2 (92 %ig) gemäß Beispiel 1,
2,52 g Bleichaktivatorgranulat 3 (92 %ig) auf Basis TAED gemäß Beispiel 1 aus DE-A
44 39 039.
[0038] Zum Vergleich wurden die Ammoniumnitrile Trimethylammoniumacetonitril Toluolsulfonat
(1 ) und N-Cyanomethyl-N-methylpiperazinium Toluolsulfonat (2) sowie TAED (3) in nicht
granulierter Form geprüft:
2,7 g Bleichaktivator Pulver 1
3,1 g Bleichaktivator Pulver 2
2,3 g Bleichaktivator TAED Pulver
[0039] Als Ballaststoff wurden 2 kg Frotteegewebe verwendet , als Testanschmutzungen 10
bleichbare Anschmutzungen (Tee, Rotwein, Curry, Gras der Wäschereiforschung Krefeld).
Die Wäsche wurde im Hauptwaschgang bei 40°C gewaschen. Die Auswertung erfolgt durch
Bestimmung des Weißgrades nach der Wäsche durch Addition der Remissionsdifferenzen,
gemessen mit ELREPHO 2000 (Datacolor).
Tabelle 2
| Remissionsdifferenzen |
| Granulat 1 |
Granulat 2 |
Granulat 3 |
Pulver 1 |
Pulver 2 |
Pulver 3 |
| 310 |
285 |
194 |
55 |
63 |
200 |
| T = 40°C; Tee, Rotwein, Curry, Gras |
[0040] Dieses Beispiel zeigt, daß bei den Ammoniumnitrilen durch die Granulierung eine sehr
wesentliche Steigerung der Bleichleistung erreicht werden kann. Dies ist überraschend,
weil bei dem in der Praxis weit verbreiteten Aktivator TAED die Granulierung keinen
wesentlichen Einfluß auf die Bleichleistung hat.
1. Bleichaktivatorgranulat aus einem oder mehreren Ammoniumnitrilen und Schichtsilikat,
erhalten durch Mischen der beiden Komponenten, Verpressen und Zerkleinern der dabei
erhaltenen Agglomerate auf die gewünschte Korngröße.
2. Bleichaktivatorgranulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich zu den Ammoniumnitrilen Bleichaktivatoren anderer Struktur enthält.
3. Bleichaktivatorgranulat nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es als Ammoniumnitril eine Verbindung der Formel

enthält, wobei R
1 und R
2 C
1-C
4-Alkyl und X ein Anion bedeuten.
4. Bleichaktivatorgranulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es als Schichtsilikat natürliche oder sauer modifizierte Bentonite enthält.
5. Bleichaktivatorgranulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es im wesentlichen aus Ammoniumnitril und Schichtsilikat im Gewichtsverhältnis 50:50
bis 98:2 besteht.
6. Bleichaktivatorgranulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Korngröße von 100 bis 2000 µm aufweist.
7. Bleichaktivatorgranulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat bis zu 20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Granulats ein oder mehrere
Zusätze in Form von anorganischen Säuren, organischen Säuren, Komplexbildnern, Ketonen
und Metallkomplexen enthält.
8. Wasch-, Reinigungs-, Bleich- und Desinfektionsmittel, enthaltend ein Bleichaktivatorgranulat
gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7.
1. Bleach activator granules consisting of one or more ammonium nitriles and phyllosilicate,
obtained by mixing the two components, compressing them and comminuting the resulting
agglomerates to the desired particle size.
2. The bleach activator granules as claimed in claim 1, which, in addition to the ammonium
nitriles, comprise bleach activators having another structure.
3. The bleach activator granules as claimed in claim 1, wherein the ammonium nitrile
present is a compound of the formula

in which R
1 and R
2 are C
1-C
4-alkyl and X is an anion.
4. The bleach activator granules as claimed in claim 1, wherein the phyllosilicate present
comprises natural or acid-modified bentonites.
5. The bleach activator granules as claimed in claim 1, which essentially consist of
ammonium nitrile and phyllosilicate in the weight ratio from 50:50 to 98:2.
6. The bleach activator granules as claimed in claim 1, which have a particle size of
from 100 to 2000 µm.
7. The bleach activator granules as claimed in claim 1, which comprise up to 20% by weight,
based on the weight of the granules, of one or more additives in the form of inorganic
acids, organic acids, complexing agents, ketones and metal complexes.
8. A detergent, cleaning composition, bleach or disinfectant comprising bleach activator
granules as in one or more of claims 1 to 7.
1. Granulat d'activateur de blanchiment constitué d'un ou de plusieurs ammoniumnitriles
et d'un silicate lamellaire, obtenu par mélange des deux composants, pressage et broyage
des agglomérats ainsi obtenus à la taille de grains souhaitée.
2. Granulat d'activateur de blanchiment selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il contient en plus des ammoniumnitriles des activateurs de blanchiment d'une autre
structure.
3. Granulat d'activateur de blanchiment selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'il contient comme ammoniumnitrile un composé de formule

dans laquelle R
1 et R
2 représentent un groupe alkyle en C
1 à C
4 et X un anion.
4. Granulat d'activateur de blanchiment selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il contient comme silicate lamellaire des bentonites naturelles ou modifiées par un
acide.
5. Granulat d'activateur de blanchiment selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est essentiellement constitué d'ammoniumnitrile et de silicate lamellaire dans
le rapport en poids 50 : 50 à 98 : 2.
6. Granulat d'activateur de blanchiment selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il présente une taille de grains de 100 à 2000 µm.
7. Granulat d'activateur de blanchiment selon la revendication 1, caractérisé en ce que le granulat contient jusqu'à 20 % en poids, par rapport au poids du granulat d'un
ou de plusieurs additifs sous la forme d'acides inorganiques, d'acides organiques,
de complexants, de cétones et de complexes métalliques.
8. Agent détergent, nettoyant, de blanchiment et de désinfection, contenant un granulat
d'activateur de blanchiment selon une ou plusieurs des revendications 1 à 7.