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(11) |
EP 1 017 890 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.12.2002 Patentblatt 2002/50 |
| (22) |
Anmeldetag: 18.09.1998 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: D03J 1/14 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/CH9800/400 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9901/5723 (01.04.1999 Gazette 1999/13) |
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| (54) |
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM VEREINZELN VON LITZEN
METHOD AND DEVICE FOR SEPARATING HEALDS
PROCEDE ET DISPOSITIF DE SEPARATION DES TORONS
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE ES FR GB IT LI PT |
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Priorität: |
23.09.1997 CH 223897
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.07.2000 Patentblatt 2000/28 |
| (73) |
Patentinhaber: Stäubli AG Pfäffikon |
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8808 Pfäffikon SZ (CH) |
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Erfinder: |
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- TANNO, Daniel
CH-7000 Chur (CH)
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| (74) |
Vertreter: EGLI-EUROPEAN PATENT ATTORNEYS |
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Horneggstrasse 4 8008 Zürich 8008 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 448 957 EP-A- 0 646 668 FR-A- 2 514 039
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EP-A- 0 478 513 DE-A- 2 124 017 GB-A- 2 109 426
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Vereinzeln von Litzen,
die an Ösen auf Tragschienen zu einem Stapel aufgereiht sind.
[0002] Aus der EP 0 448 957 ist eine Vorrichtung der genannten Art bekannt, bei der die
an Tragschienen eingehängten Litzen seitlich aus einer durch die Tragschienen gebildeten
Ebene in einem Bereiche ausgelenkt und dabei elastisch verformt werden. Anschliessend
wird dieser seitlich ausgelenkte Bereich, in einer zur genannten Ebene geneigten Richtung,
längs einer Bahn vom Stapel wegbewegt, bis diese Bahn in die genannte Ebene eindringt
und die seitliche Verformung der Litze wieder aufgehoben ist. Da durch die Bewegung
des Bereiches längs der genannten Bahn, die Litze auch aus ihrer eigenen, z.B. durch
die Ösen definierten, Ebene teilweise ausgelenkt wird, folgen weitere Bereiche der
Litze verzögert nach. Beispielsweise entfernen sich die Ösen auf den Tragschienen
vom Stapel später als der seitlich ausgelenkte Bereich. Für den Fall, dass Teile der
Litze an der benachbarten Litze im Stapel haften und sich deshalb nicht in der gewünschten
Weise vom Stapel wegbewegen, ist ein messerartiger Schwenkhebel vorgesehen, der sich
in einer Ebene parallel zu derjenigen der Litze im Stapel bewegt und solche Teile
vom Stapel löst. Für jeden Stapel sind zwei Trennvorrichtungen oben und unten und
ein Schwenkhebel dazwischen vorgesehen.
[0003] Aus der EP 0 646 668 A1 geht eine hierzu prinzipiell gleich aufgebaute Vorrichtung
hervor. Mit dieser Vorrichtung kann ein Vereinzelungsverfahren durchgeführt werden,
bei dem jeweils die vorderste Litze eines Stapels separiert und zu einer Transporteinheit
- beispielsweise ein mit Aufnahmestifte für die Litzen versehenes Endlosband - bewegt
wird. Zur Vereinzelung der Litzen vom Stapel wird zunächst die jeweils vorderste Litze
ausgelenkt. Anschliessend wird die Litze über den gesamten Transportweg zum Endlosband
dadurch in Transportrichtung bewegt, dass ein oder mehrere Transportmittel im Bereich
zwischen den beiden Ösen der Litze gegen letztere in einer - in bezug auf eine zu
den Tragschienen - schräg verlaufenden Richtung drücken.
[0004] Diese vorbekannten Vorrichtungen können nicht vollständig zufriedenstellen, weil
einerseits der Stapel - in Richtung der Tragschienen gesehen - auf der Trennvorrichtung
aufliegt, so dass die Litzen durch die Bewegung der Trennvorrichtung abgenützt oder
verletzt werden können. Andererseits werden die Litzen für den Transport längs den
Tragschienen mehr oder weniger weit neben den Tragschienen erfasst oder angetrieben,
so dass sich die Ösen auf den Tragschienen schräg stellen können und die Reibung zwischen
Tragschiene und Öse wächst.
[0005] Die Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen gekennzeichnet ist, soll nun die Aufgabe
lösen, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, die die Litzen beim Abtrennen
und nachfolgenden Transport weg vom Stapel sorgfältig behandeln und möglichst wenig,
insbesondere auf Reibung, beanspruchen.
[0006] Dies kann dadurch erreicht werden, dass die vorderste Litze im Stapel in einem Bereiche
der Litze seitlich ausgelenkt und anschliessend über eine erste Distanz vom Stapel
entfernt wird. Dann wird die vorderste Litze auch in weiteren Bereichen in einer vom
Stapel wegweisenden Richtung vom Stapel entfernt und schliesslich wird die Litze im
Bereiche ihrer Ösen angetrieben, längs den Tragschienen um eine zweite Distanz weiter
vom Stapel weg transportiert. Während die Litze seitlich ausgelenkt wird, wird der
Stapel zurückgedrängt.
[0007] Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann deshalb ein als Trennmesser ausgebildetes
Trennorgan zum Abtrennen der vordersten Litze vom Stapel, einen Stapeldrücker zum
Zurückdrängen des Stapels und einen Trennfinger, zum Abtrennen der Litze vom Stapel
auf einem grossen Teil ihrer Länge, aufweisen. Ferner kann sie ein Transportorgan
aufweisen, das im Bereiche der Ösen der Litzen angeordnet ist. Es ist hierbei bevorzugt,
wenn das Transportorgan auch zum Stützen der Tragschienen gegen die Schwerkraft ausgebildet
ist.
[0008] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind insbesondere darin zu sehen, dass
sämtliche Litzentypen zuverlässig abgetrennt werden, ohne beschädigt und verkratzt
zu werden. Dies wird dadurch erreicht, dass die Litze beim Abtrennen keine Bewegung
relativ zum Trennmesser ausführt. Der Antrieb des Trennmessers und des Stapeldrückers
lässt sich durch Kulissen so steuern, dass nur ein einziger gemeinsamer Antrieb für
beide Elemente vorgesehen werden kann, was entsprechende Einsparungen bei den Kosten
sowie eine wenig aufwendige Vorrichtung garantiert. Da möglichst wenig Reibung zwischen
den Litzen und der Trennvorrichtung auftritt, bleibt der Verschleiss auch über längere
Zeit gesehen klein. Die erfindungsgemässe Vorrichtung eignet sich zudem auch dafür,
mindestens zweifach nebeneinanderstehend, für mindestens zwei Stapel ausgeführt zu
werden. Dabei können verschiedene Bewegungen koordiniert ablaufen und dementsprechend
auch gemeinsame Antriebe vorgesehen werden.
[0009] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Beispiels und mit Bezug auf die beiliegenden
Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figuren 1 und 2
- je eine perspektivische und vereinfachte Darstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Figur 3
- eine Ansicht eines Teils der Vorrichtung,
- Figuren 4, 5 und 6
- je eine schematische Darstellung verschiedener Stellungen des Teils gemäss Fig. 3,
- Figuren 7, 8, 9, 10, 11
- je eine schematische Darstellung verschiedener Stellungen eines weiteren Teils der
Vorrichtung,
- Figuren 12 und 13
- je ein Teil der Vorrichtung und
- Figuren 14, 15 und 16
- je einen weiteren Teil der Vorrichtung in verschiedenen Stellungen.
[0011] Fig. 1 zeigt einen Teil einer Einziehvorrichtung für Kettfäden in Litzen und insbesondere
jenen Teil, der das Abtrennen der Litzen von einem Stapel bewirkt. Zwei Stapel 5,
6 von Litzen sind mit ihren oberen und unteren Ösen 7, 8 nebeneinander und im wesentlichen
vertikal auf jeweils zwei Tragschienen 1 2, 3, 4 aufgereiht. Jedem Stapel 5, 6 ist
in einem Bereiche 11 längs den Litzen in der Nähe der unteren Ösen 8 eine Abtrennvorrichtung
9, 10 zugeordnet. In Fig. 1 ist dieser Bereich beispielhaft durch die Stellung der
Abtrennvorrichtung 10 und der Abtrennvorrichtung 10', die lediglich eine andere mögliche
Stellung für die Abtrennvorrichtung 10 markiert, angedeutet. Man erkennt ferner, dass
für jeden Stapel 5, 6 im Bereiche der Ösen 8 ein Transportorgan 12, 13 angeordnet
ist. Solche Transportorgane sind jeder Tragschiene 1, 2, 3, 4 - und damit auch den
oberen Ösen 7 - zugeordnet. Da der Aufbau der einzelnen Transportorgane vorzugsweise
stets identisch sein kann, sind in Fig. 1 lediglich die Transportorgane 12, 13 der
unteren Tragschienen 2, 4 gezeigt. Vor dem Stapel 5, 6 ist auch ein hier doppelt ausgeführter
Trennfinger 14 vorgesehen, der sich in Fig. 1 zwischen der vordersten Litze 15, 16
und der bereits abgetrennten Litze 17, 18 befindet.
[0012] Fig. 2 zeigt dieselben Elemente wie Fig. 1. Ein Unterschied besteht jedoch darin,
dass die bereits abgetrennten Litzen 17, 18 in Transport- bzw. Bewegungsrichtung der
Litzen sich hinter dem Transportorgan 12, 13 befinden. Die Transport- bzw. Bewegungsrichtung
der Litzen ist in dieser Figur durch einen Pfeil 19 angedeutet, der parallel zur Längserstreckung
der Tragschienen verläuft.
[0013] In Fig. 3 ist ein Transportorgan 12, 13 vergrössert gezeigt, wobei die Blickrichtung
dieser Darstellung gegen die Richtung des Pfeiles 19 und in Richtung von einer der
beiden Tragschienen 2, 4 verläuft. Das Transportorgan 12, 13 weist zwei Drehkörper
20, 21 auf, die um je eine Drehachse 22, 23 ortsfest gelagert sind. Die Drehkörper
20, 21 sind mit je ein Zahnrad 24, 25 versehen, die miteinander im Eingriff stehen.
Der Drehkörper 21 weist oberhalb und unterhalb der Tragschiene 2, 4 angeordnete Stützkörper
26, 27 auf, während der Drehkörper 20 mit einem Mitnehmer 28 versehen ist, der sich
neben der Tragschiene 2, 4 befindet.
[0014] Fig. 4 zeigt ein Transportorgan 12, 13 von oben in einer ersten Stellung. Die Stützkörper
26, 27 führen die Tragschiene 2, 4 über eine Nase 29 und bilden mit einer Fläche 30
einen Anschlag für eine abgetrennte Litze 31. Der Mitnehmer 28 gibt einen Durchgang
für die Litze 31 frei.
[0015] Fig. 5 zeigt das Transportorgan 12, 13 gemäss Fig. 4 in der gleichen Stellung, aber
mit der Litze 31 in einer Zwischenstellung am Anschlag an der Fläche 30 vor dem Transportorgan
12, 13.
[0016] Fig. 6 zeigt das Transportorgan 12, 13 gemäss Fig. 4 in einer weiteren Stellung,
bei der der Mitnehmer 28 und die Stützkörper 26, 27 um 90° gedreht sind. Die Litze
31 ist in einer weiteren Stellung - bezüglich ihrer Transportrichtung - hinter dem
Transportorgan 12, 13 angeordnet.
[0017] Fig. 7 zeigt schematisch die wichtigsten Teile der Abtrennvorrichtung 9, 10, nämlich
das Trennmesser 32, das in Richtung des Pfeiles 33 beweglich gelagert und auch angetrieben
ist und den Stapeldrücker 34, der auf einer ortsfesten Achse 35 drehbar gelagert ist.
Man erkennt ferner eine Führung 36 für einen Stapel 37, einen federbelasteten Steuerstift
45 und eine Kulisse 42. Die gezeigte Stellung ist die Ausgangsoder Ruhestellung, in
der der Stapel in einer Ausnehmung 38 am Trennmesser 32 aufliegt.
[0018] Fig. 8 zeigt eine weitere Stellung mit teilweise ausgefahrenem Trennmesser 32, sowie
eine durch die Ausnehmung 38, in oder parallel zu einer Ebene 62, ausgelenkte vorderste
Litze 39 des Stapels 37. Ein auf dem Trennmesser 32 fest angeordneter Bolzen 40 befindet
sich auf einer Kulisse 41 am Stapeldrücker 34.
[0019] Fig. 9 zeigt eine weitere Stellung mit weiter ausgefahrenem Trennmesser 32, wobei
der Bolzen 40 auf der Kulisse 41 weiter fortgeschritten und dabei der Stapel 37 um
einige Millimeter gegen die Kraft einer Feder 43 zurückgedrängt ist. Dadurch befindet
sich nun eine Nase 44 des Stapeldrückers 34 zwischen dem Stapel 37 und der teilweise
abgetrennten Litze 39.
[0020] Fig. 10 zeigt eine weitere Stellung, bei der das Trennmesser 32 bereits wieder auf
dem Rückweg ist und der Stapeldrücker 34 über den ausgefahrenen Steuerstift 45 durch
die Kulisse 42 festgehalten ist. Die Kulisse 41 liegt nicht mehr am Bolzen 40 an.
[0021] Fig. 11 zeigt eine Endstellung mit zurückgeschwenktem Stapeldrücker 34 und die in
eine Zwischenstellung (siehe auch Fig. 5) gebrachte Litze 39.
[0022] Fig. 12 zeigt das Trennmesser 32 in perspektivischer und nochmals vergrösserter Darstellung.
Das Trennmesser 32 weist insbesondere den Bolzen 40, die Ausnehmung 38 für die Litzen
und die Kulisse 42 auf. Die Kulisse 42 ist mit einer schrägen Auflauffläche 42a, eine
zum Trennmesser im wesentlichen senkrechte Seitenfläche 42b und eine Endfläche 42c
versehen.
[0023] Fig. 13 zeigt einen Schnitt durch den Steuerstift 45, der auf dem Stapeldrücker 34
so befestigt ist, dass er mit der Kulisse 42 auf dem Trennmesser 32 zusammenwirken
kann. Der Steuerstift 45 besteht im wesentlichen aus einer Kuppe 45a, einer in der
Kuppe 45a angeordneten Feder 45b und einem Stift 45c.
[0024] Fig. 14 zeigt einen Antrieb für einen Trennfinger 14, 14' mit einem kolbenstangenlosen
Pneumatikzylinder 47, einem Schlitten 48 für die Trennfinger 14, 14' und einem Stossdämpfer
49. Die Trennfinger 14, 14' sind auf dem Schlitten 48 um Achsen 63, 63' drehbar gelagert.
Auf den Trennfingern 14, 14' wiederum sind Rollen 50, 50' gelagert, die an einer ortsfesten
Kulisse 51, 51' anliegen. In der Darstellung von Fig. 14 ist die untere Endstellung
52 gezeigt.
[0025] Fig. 15 zeigt den Schlitten 48 in einer Zwischenstellung 53 mit ausgeschwenkten Trennfingern
14, 14', die durch eine hier nicht gezeigte Feder in dieser Stellung gehalten werden.
[0026] Fig. 16 zeigt den Schlitten 48 in der oberen Endstellung 54.
[0027] Die Wirkungsweise der Erfindung ist wie folgt:
Bei dem nachfolgend erläuterten Beispiel für ein erfindungsgemässes Vereinzelungsverfahren
kann die vorderste Litze im Stapel zuerst in einem Bereiche 11 der Litze (vgl. Fig.
1), der zu der Öse 8, in Längsrichtung der Litze gesehen, benachbart ist, seitlich,
d.h. im wesentlichen horizontal und quer zu den Tragschienen, berührt, ausgelenkt
und vom Stapel 5 entfernt werden. Die vorderste Litze nimmt somit eine Zwischenstellung
vor dem Stapel ein, wie dies beispielsweise aus der Fig. 11 für die Litze 39 ersehen
werden kann. Dabei wird auch die dem ausgelenkten Bereich benachbarte Öse auf ihrer
Tragschiene in eine ähnliche vorgeschobene Zwischenstellung verschoben. Die Litze
39 wird im wesentlichen in einer Ebene 62 - die in etwa vertikal zu den Tragschienen
ausgerichtet ist (vgl. Fig. 8) - ausgelenkt und der Stapel 37 leicht zurückgedrängt.
Anschliessend werden auch die übrigen oder weiteren Bereiche der Litze vom Stapel
weg in die Zwischenstellung verschoben, so dass die Litze 17, 18 (Fig. 1) mit ihrer
gesamten Länge nun eine Zwischenstellung in einer ersten Distanz zur Litze 15, 16
einnimmt, wie sie Fig. 1 für Litzen 17, 18 zeigt. Dann wird die Litze 17, 18 im Bereich
ihrer Ösen erfasst und längs den Tragschienen um eine zweite Distanz weiter vom Stapel
weg transportiert, bis eine Stellung erreicht ist, wie sie die Fig. 2 für die Litzen
17, 18 zeigt.
[0028] Nachfolgend sollen die obigen Vorgänge in Verbindung mit der Vorrichtung genauer
beschrieben werden:
Die Litzen sind an ihren Ösen auf Tragschienen 1, 2, 3, 4 zu Stapeln 5, 6 aufgereiht.
Die Stapel werden - in Transportrichtung der Litzen - jeweils von hinten durch eine
Feder 43 (Fig. 9) beaufschlagt und liegen zur Separierung bereit. Zuerst tritt die
Abtrennvorrichtung 9, 10 in Aktion. In dieser hat das Trennmesser 32 die in Fig. 7
gezeigte Stellung, wobei der Stapel 37 in der Ausnehmung 38 am Trennmesser 32 ansteht.
Ebenso kann der Stapel an einem Trennfinger 14 (Fig. 1) anliegen, der in seiner oberen
Endstellung 54 (Fig. 14) ist. Dann beginnt das Trennmesser 32 die vorderste Litze
39 im Stapel seitlich in seiner Ebene 62 auszulenken und der Bolzen 40 gleitet auf
der Kulisse 41 am Stapeldrücker 34 entlang. Hat der Bolzen 40 einen stärker geneigten
Teil der Kulisse 41 erreicht, so schwenkt der Stapeldrücker 34 schneller gegen den
Stapel 37 hin und drückt diesen um einige Millimeter zurück. Während der Stapeldrükker
34 den Stapel 37 zurückdrängt, läuft der Stift 45c (Fig. 13) des Steuerstiftes 45
auf dem geneigten Teil 42a der Kulisse 42 auf, federt dabei ein und federt jenseits
des senkrechten Teils 42b wieder aus, wenn der Stapeldrücker 34 die in der Fig. 10
gezeigte Stellung erreicht hat. Damit wird der Stapel 37 zurückgehalten. Dies ist
weiter aus der Fig. 9 zu erkennen. Bevor die Litze 39 die in der Fig. 9 gezeigte seitlich
ausgelenkte Stellung erreicht hat, wurde auch der Trennfinger 14 in seine untere Endstellung
52 bewegt und dabei durch die Kulisse 51 eingeschwenkt. Dann beginnt das Trennmesser
32 seine Rückwärtsbewegung. Dabei bleibt der Steuerstift zunächst hinter dem Teil
42b der Kulisse 42 hängen und hält so auch den Stapeldrücker 34 in dieser Stellung
fest, obwohl der Bolzen 40 nicht mehr auf der Kulisse 41 aufliegt. Sobald der Steuerstift
45 am Ende der Kulisse 42 angelangt ist, kann der Stapeldrücker 34 unter der Kraft
einer Feder 46 (Fig. 10) die Litze 39 in die in Fig. 11 gezeigte Zwischenstellung
verschieben. Geht nun der Trennfinger 14 wieder in seine obere Endstellung 54 zurück,
so durchläuft auch er seine Zwischenstellung 53, in der der Trennfinger 14 wieder
ganz ausgeschwenkt ist. Dabei greift der Trennfinger 14 im Bereiche 11 hinter die
Litze 39 ein und bringt auch diejenigen Bereiche der Litze in die Zwischenstellung,
die eventuell noch auf dem Stapel aufliegen. Dann erst hat die Litze die in der Fig.
1 für die Litzen 17, 18 gezeigte Zwischenstellung mit ihrer ganzen Länge erreicht,
aus der sie mit den Transportorganen 12, 13 weiterbefördert wird. Das bedeutet nun,
dass die Litze 31 gemäss Fig. 5 durch die gegeneinander drehenden Drehkörper 20, 21
mitgenommen wird, wobei immer auch die Tragschiene 2, 4, geführt und abgestützt ist.
Indem sich die Drehkörper 20, 21 in Richtung der Pfeile 55, 56 (Fig. 6) drehen, wird
die Litze 31 zuerst durch den Mitnehmer 28 und dann auch durch Abschnitte 57 der Stützkörper
26, 27 vorwärtsbewegt. Dabei stützen zuerst die Abschnitte 58, dann die Abschnitte
57 und 58 und zuletzt wieder nur die Abschnitte 57 die Tragschiene 2, 4 nach oben
und unten gegen die Schwerkraft ab. Seitlich sind die Tragschienen 2, 4 meistens durch
den äusseren Umfang 63 des Mitnehmers 28 und durch einen Körper 59 zwischen den Stützkörpern
26, 27 geführt. Im Körper 59 und in den Stützkörpern 26, 27 ist eine Ausnehmung 60
(Fig. 6) vorgesehen, in der die Öse einen Durchgang findet. Wenn die Ausnehmung 60
gegen die Tragschiene gedreht ist, ist die Tragschiene für kurze Zeit seitlich nicht
geführt. Die Drehkörper 20, 21 werden aber über die in der Fig. 6 gezeigte Stellung
weitergedreht, bis eine volle Umdrehung erfolgt ist und die Stellung gemäss Fig. 4
wieder erreicht ist. Dadurch wird auch die Litze 31 durch den Abschnitt 57 weiter
auf der Tragschiene bewegt. Anschliessend beginnen die beschriebenen Vorgänge für
eine weitere Litze von neuem.
[0029] Um das Verfahren durchzuführen genügt es, wenn eine Steuerung einer erfindungsgemässen
Vorrichtung drei einfache Bewegungen miteinander koordiniert. Es sind dies die Bewegung
des Trennmessers 32, die Bewegung des Schlittens 48 und die Bewegung der Transportorgane
12, 13. Hat das Trennmesser 32 seine Bewegung abgeschlossen, so folgt die Bewegung
des Schlittens von seiner unteren in seine obere Endstellung 54. Danach führen die
Transportorgane 12, 13 eine Bewegung aus, die in einer Drehung um 360° besteht. Auch
die Antriebe können sehr einfach ausgeführt sein, da das Trennmesser 32 und der Schlitten
48 eine lineare Bewegung und die Drehkörper 20, 21 eine Drehbewegung durchführen.
Wie es bereits aus den Fig. 1, 2 und 12 bis 14 ersichtlich ist, können alle Teile
der Vorrichtung bei gemeinsamem Antrieb doppelt ausgeführt und angeordnet werden,
so dass zwei Stapel 5 und 6 auch gleichzeitig behandelt werden können. Für die Trennfinger
14, 14' ist auch ein gemeinsamer Schlitten 48 möglich. Es ist aber ebenso denkbar,
die Vorrichtung nur einfach für einen einzigen Stapel auszuführen.
1. Verfahren zum Vereinzeln von Litzen, die an Ösen auf Tragschienen (1, 2, 3, 4) zu
einem Stapel (5, 6) aufgereiht sind, bei dem die jeweils vorderste Litze (15, 16)
im Stapel seitlich ausgelenkt wird, die vorderste Litze danach in einer vom Stapel
wegweisenden Richtung (19) vom Stapel entfernt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Litze (15, 16) zumindest im Bereiche einer ihrer Ösen (7) erfasst und längs den
Tragschienen weiter vom Stapel weg transportiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vorderste Litze (15, 16) im Stapel (5, 6) zunächst nur in einem Bereich (11)
der Litze berührt und dadurch seitlich ausgelenkt, die Litze (5, 6) danach in weiteren
Bereichen vom Stapel entfernt wird, und dass nachfolgend die Litze im Bereich einer
ihrer Ösen erfasst wird.
3. Verfahren nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Litze im wesentlichen in einer Ebene (62) ausgelenkt und der Stapel zurückgehalten
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ebene (62) im wesentlichen vertikal zu einer der Tragschienen (1, 2, 3, 4) ausgerichtet
ist.
5. Verfahren nach einen oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Litze zuerst in einem zu einer Öse benachbarten Bereich (11) und nachfolgend
in anderen Bereichen in eine Zwischenstellung vor dem Stapel bewegt und von dort dann
mit mehreren Bereichen gemeinsam, vorzugsweise insgesamt, weiterbewegt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Litze mit einem Transportorgan im Bereich ihrer Ösen erfasst werden, mit dem
auch eine Tragschiene gegen die Schwerkraft gestützt wird.
7. Vorrichtung zur Vereinzelung von Litzen aus einem Litzenstapel, insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, welche ein Trennorgan
zum Abtrennen der vordersten Litze und einen Trennfinger (14) zum Transport der vordersten
Litze aufweist, gekennzeichnet durch einen Stapeldrücker (34) zum Zurückdrängen des Stapels.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennorgan als Trennmesser (32) ausgebildet ist, das zum Abtrennen der vordersten
Litze des Stapels vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Transportorgan (12, 13) im Bereiche der Ösen der Litzen vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportorgan zum Stützen der Tragschiene gegen die Schwerkraft und zu deren
seitlichen Führung ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportorgan zwei Drehkörper (20, 21) aufweist, zwischen denen eine Tragschiene
(1, 2, 3, 4) hindurchgeführt ist.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Stapeldrücker (34) um eine Achse (35) drehbar gelagert ist und eine Kulisse (41)
zum Bewegen durch das Trennorgan aufweist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Stapeldrücker eine Nase (44) zum Vorschieben der Litze (39) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Stapeldrücker einen Steuerstift (45) und das Trennmesser eine Kulisse (42) für
den Steuerstift aufweist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (42) zum Festhalten des Stapels bei rücklaufendem Trennmesser ausgebildet
ist.
1. Method of singularizing healds, which are lined up at eyes on supporting rails (1,
2, 3, 4) to form a stack (5, 6), in which the respectively frontmost heald (15, 16)
in the stack is laterally deflected, the frontmost heald is then removed from the
stack in a direction (19) pointing away from the stack, characterized in that, the heald (15, 16) is seized at least in the region of one of its eyes (7) and transported
further away from the stack along the supporting rails.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the frontmost heald (15, 16) in the stack (5, 6) is firstly contacted only in one
region (11) of the heald and thereby laterally deflected, the heald (5, 6) is then
removed from the stack in further regions, and in that the heald is subsequently seized in the region of one of its eyes.
3. Method according to one or both of the preceding Claims 1 and 2, characterized in that the heald is deflected essentially in one plane (62), and the stack is held back.
4. Method according to Claim 3, characterized in that the plane (62) is oriented essentially vertically to one of the supporting rails
(1, 2, 3, 4).
5. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the heald, first of all in a region (11) adjacent to one eye and subsequently in
other regions, is moved into an intermediate position in front of the stack and is
then moved further from there together with a plurality of regions, preferably as
a body.
6. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the heald are [sic] seized in the region of its eyes with a transport member, with
which a supporting rail is also supported against the force of gravity.
7. Apparatus for singularizing healds from a heald stack, in particular for carrying
out the method according to one or more of the preceding claims, which has a separating
member for separating the frontmost heald, and a separating finger (14) for transporting
the frontmost heald characterized by a stack pusher (34) for pushing back the stack.
8. Apparatus according to Claim 7, characterized in that the separating member is designed as a separating blade (32) which is provided for
separating the frontmost heald of the stack.
9. Apparatus according to one or both of the preceding Claims 7 and 8, characterized in that a transport member (12, 13) is provided in the region of the eyes of the healds.
10. Apparatus according to Claim 9, characterized in that the transport member is designed for supporting the supporting rail against the force
of gravity and for laterally guiding it.
11. Apparatus according to one or both of the preceding Claims 9 and 10, characterized in that the transport member has two rotary bodies (20, 21), between which a supporting rail
(1, 2, 3, 4) is passed through.
12. Apparatus according to one or more of the preceding Claims 7 to 11, characterized in that the stack pusher (34) is rotatably mounted about a pivot (35) and has a detent (41)
for moving by the separating member.
13. Apparatus according to one or more of the preceding Claims 7 to 12, characterized in that the stack pusher has a lug (44) for advancing the heald (39).
14. Apparatus according to one or more of the preceding Claims 7 to 13, characterized in that the stack pusher has a control pin (45) and the separating blade has a detent (42)
for the control pin.
15. Apparatus according to Claim 14, characterized in that the detent (42) is designed for retaining the stack in position during the return
movement of the separating blade.
1. Procédé pour individualiser des lisses qui sont enfilées en pile (5, 6) contre des
oeillets sur des rails de support (1, 2, 3, 4), la lisse (15, 16) située respectivement
le plus en avant dans la pile étant soumise à un pivotement latéral vers l'extérieur,
la lisse située le plus en avant étant ensuite retirée de la pile dans une direction
(19) se détournant de la pile, caractérisé en ce que la lisse (15, 16) est saisie au moins dans la zone d'un de ses oeillets (7) et est
transportée plus loin le long des rails de support à l'écart de la pile.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la lisse (15, 16) située le plus en avant dans la pile (5, 6) est d'abord mise en
contact uniquement dans une zone (11) de la lisse et est de cette manière soumise
à un pivotement latéral vers l'extérieur, la lisse (5, 6) étant ensuite éloignée de
la pile dans des zones supplémentaires, et en ce que par la suite la lisse est saisie dans la zone d'un de ses oeillets.
3. Procédé selon une des revendications précédentes ou selon les deux revendications
précédentes 1 et 2, caractérisé en ce que la lisse est soumise à un pivotement vers l'extérieur essentiellement dans un seul
plan (62) et la pile est retenue.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le plan (62) est disposé en alignement essentiellement vertical par rapport à un
des rails de support (1, 2, 3, 4).
5. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que la lisse est d'abord déplacée dans une zone (11) voisine d'un oeillet et ensuite
dans d'autres zones dans une position intermédiaire devant la pile et de là, est soumise
à un déplacement ultérieur de manière conjointe avec plusieurs zones, de préférence
dans sa totalité.
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que la lisse est saisie avec un organe de transport dans la zone de ses oeillets, avec
lequel un rail de support est également protégé contre la force de pesanteur.
7. Dispositif pour l'individualisation de lisses à partir d'une pile de lisses, en particulier
pour la mise en oeuvre du procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
qui présente un organe de séparation pour la séparation de la lisse située le plus
en avant et un doigt de séparation (14) pour le transport de la lisse située le plus
en avant, caractérisé par un dispositif (34) exerçant une pression sur la pile, destiné à repousser la pile.
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'organe de séparation est réalisé sous la forme d'une lame de séparation (32) qui
est prévue pour la séparation de la lisse de la pile située le plus en avant.
9. Dispositif selon l'une ou deux des revendications précédentes 7 et 8, caractérisé en ce qu'on prévoit un organe de transport (12, 13) dans la zone des oeillets des lisses.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'organe de transport est réalisé pour protégé le rail de support contre la force
de pesanteur ainsi que pour le guidage latéral dudit rail.
11. Dispositif selon une ou deux des revendications précédentes 9 et 10, caractérisé en ce que l'organe de transport présente deux corps rotatifs (20, 21) entre lesquels est guidé
un rail de support (1, 2, 3, 4).
12. Dispositif selon une ou plusieurs des revendications précédentes 7 à 11, caractérisé en ce que le dispositif (34) exerçant une pression sur la pile est monté en rotation autour
d'un axe (35) et présente une coulisse (41) à des fins de déplacement à travers l'organe
de séparation.
13. Dispositif selon une ou plusieurs des revendications précédentes 7 à 12, caractérisé en ce que le dispositif exerçant une pression sur la pile présente un nez (14) pour le déplacement
vers l'avant de la lisse (39).
14. Dispositif selon une ou plusieurs des revendications précédentes 7 à 13, caractérisé en ce que le dispositif exerçant une pression sur la pile présente une broche de commande (45)
et la lame de séparation présente une coulisse (42) pour la broche de commande.
15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce que la coulisse (42) est réalisée pour maintenir la pile lorsque la lame de séparation
se retire.