(19)
(11) EP 1 020 563 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
26.01.2005  Patentblatt  2005/04

(21) Anmeldenummer: 99890380.1

(22) Anmeldetag:  09.12.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E01B 27/17, E01B 35/00

(54)

Gleisbaumaschine mit einer Abtasteinrichtung zum Abtasten der Gleis-Ist-Lage

Mobile track maintenance machine with measuring unit for recording the track position

Machine de construction de voie ferrée mobile avec unité de mesure pour l'enregistrement de la position de la voie


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 18.01.1999 AT 5699

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
19.07.2000  Patentblatt  2000/29

(73) Patentinhaber: Franz Plasser Bahnbaumaschinen- Industriegesellschaft m.b.H.
1010 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Theurer, Josef
    1010 Wien (AT)
  • Brunninger, Manfred
    4203 Altenberg (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
GB-A- 2 268 529
US-A- 4 497 255
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Gleisbaumaschine zur Bearbeitung eines Gleisoberbaus unter Zerstörung einer vor dem Arbeitseinsatz eines Arbeitsaggregates vorhandenen Gleis-Ist-Lage eines Gleises und Bildung einer hinter dem Arbeitsaggregat befindlichen Gleis-Soll-Lage, bestehend aus einem auf Schienenfahrwerken abgestützten und mit dem Arbeitsaggregat verbundenen Maschinenrahmen sowie aus einer Meßpunkte sowie eine Meßsehne aufweisenden Abtasteinrichtung zum Abtasten der Gleis-Ist-Lage.

    [0002] Eine derartige Gleisbaumaschine ist durch GB 2 268 529 bekannt und wird zur Reinigung der Schotterbettung eines Gleises eingesetzt. Die Maschine setzt sich aus einem bezüglich der Arbeitsrichtung vorderen Siebwagen und einem diesem folgenden Arbeitsrahmen zusammen, der eine Räumkette zur Schotteraufnahme sowie ein Gleishebeaggregat als Arbeitsaggregat aufweist. Beide Rahmenteile der Maschine sind jeweils mit einem Längs- und Querneigungsmesser verbunden. Dem Siebwagen ist außerdem noch eine auf dem Gleis abrollbare Meßachsen aufweisende Abtasteinrichtung mit einem Pfeilhöhengeber zur Erfassung der Seitenlage des Gleises zugeordnet.

    [0003] Durch die mit dem Siebwagen verbundene Abtasteinrichtung wird in gleichmäßigen Meßabschnitten sowohl die jeweilige Längs- als auch Querneigung der Gleis-Ist-Lage aufgemessen und unter Zuordnung zum jeweiligen örtlichen Meßpunkt abgespeichert. Auf diese Weise wird ein Längshöhenprofil der Ist-Lage des Gleises gebildet. Sobald die Räumkette und die Gleishebeeinrichtung die jeweiligen örtlichen Meßpunkte erreicht haben, werden die zuvor gespeicherten Soll-Höhenwerte über den Maschinenrahmen abgegeben. Zur Höhen- und Seitenlagekontrolle sind die Räumkette und die Gleishebeeinrichtung durch als Potentiometer ausgebildete Weggeber mit dem Maschinenrahmen verbunden.

    [0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer gattungsgemäßen Maschine, die unter Einsatz lediglich konstruktiv einfacher Mittel eine zuverlässige Aufmessung der Gleis-Ist-Lage zur richtungsmäßigen Steuerung eines Arbeitsaggregates ermöglicht.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Maschine der eingangs beschriebenen Art dadurch gelöst, daß die Abtasteinrichtung aus zwei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten Tasteinheiten gebildet ist, wobei die Distanzierung von wenigstens drei Meßpunkten der vorderen bzw. ersten Tasteinheit zueinander identisch ist mit der Distanzierung der Meßpunkte der zweiten Tasteinheit zueinander, und daß eine Wegmeß- und Speichereinrichtung für eine wegabhängige Wiedergabe eines in einem Meßpunkt der ersten Tasteinheit gemessenen Meßwertes bezüglich der Seitenlage des Gleises zur Steuerung eines Meßpunktes der zweiten Tasteinheit vorgesehen ist.

    [0006] Durch die Anordnung zweier bezüglich der Distanzierung der Meßachsen identischen Tasteinheiten kann auf besonders einfache und störungsfreie Art die mit der ersten Tasteinheit aufgemessene Gleis-Ist-Lage im Bereich des hinteren Abschnittes der zweiten Tasteinheit reproduziert werden. Damit ist beispielsweise die Neuschwellenablage eines Gleisumbauzuges derart steuerbar, daß das neue Gleis problemlos in der aufgemessenen Gleis-Ist-Lage verlegbar ist. In besonders vorteilhafter Weise kann als Meßsehne der zweiten Tasteinheit der Maschinenrahmen verwendet werden.

    [0007] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und den Zeichnungen.

    [0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben.

    [0009] Es zeigen:

    Fig. 1 und 2 eine vereinfachte Seitenansicht eines Gleisumbauzuges mit zwei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten Tasteinheiten einer Abtasteinrichtung zum Abtasten der Gleislage,

    Fig. 3 und 4 eine schematisch vereinfachte Draufsicht auf die beiden Tasteinheiten,

    Fig. 5 einen vergrößerten Querschnitt durch die Maschine gemäß der Schnittlinie V in Fig. 2, und

    Fig. 6 eine schematisch vereinfachte Draufsicht auf ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Abtasteinrichtung.



    [0010] Eine in den Fig. 1 und 2 ersichtliche, allgemein als Gleisumbauzug bezeichnete Gleisbaumaschine 1 weist einen durch Schienenfahrwerke 2 auf einem aus Schienen 3 und Schwellen 4 gebildeten Gleis 5 verfahrbaren Maschinenrahmen 6 auf. Dieser besteht in seinem bezüglich der Arbeitsrichtung (Pfeil 7) hinteren Bereich aus zwei durch ein Rahmengelenk 8 gelenkig miteinander verbundenen und in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten Rahmenteilen 9,10 zum Überbrücken einer Umbaulücke 11. Der vordere Bereich der Gleisbaumaschine 1 setzt sich aus einer Anzahl von weiteren. gelenkig miteinander verbundenen Rahmenteilen 12 zusammen. Im Bereich des genannten Rahmengelenkes 8 sind Spreizantriebe 13 vorgesehen, mit denen die beiden Rahmenteile 9,10 zum Anheben des im Bereich des Rahmengelenkes 8 befindlichen Schienenfahrwerkes 2 gegeneinander verspreizbar und in Gleisbögen um eine vertikale Achse 44 schwenkbar sind.

    [0011] Der vordere Endbereich der Maschine 1 dient zur Zwischenlagerung von alten Schwellen 4 bzw. Neuschwellen 14, die mit Hilfe eines auf der Maschine 1 in deren Längsrichtung verfahrbaren Portalkranes 15 zu einer Schwellenübergabeeinheit 16 transportierbar sind. Eine obere Förderbandeinheit 17 ist für den Transport der Neuschwellen 14 entgegen der Arbeitsrichtung zur Umbaulücke 11 vorgesehen, während mit einer darunter befindlichen Förderbandeinheit 18 die alten Schwellen 4 in Richtung zur Schwellenübergabeeinheit 16 transportierbar sind. Zur Verlegung der Neuschwellen 14 ist eine durch Antriebe 19 höhen- und seitenmäßig relativ zum Rahmenteil 9 verschiebbare Neuschwellen-Ablagevorrichtung 20 als Arbeitsaggregat 21 vorgesehen. Die Aufnahme der alten Schwellen 4 erfolgt durch eine Altschwellen-Aufnahmevorrichtung 22. Eine durch Antriebe 23 höhen- und seitenverstellbare Planierkette 24 dient zur Aufnahme von zwischen den alten Schwellen 4 positioniertem Bettungsschotter und dessen Abtransport über Förderbänder 25.

    [0012] Während der Überstellfahrten sind die beiden Förderbandeinheiten 17,18 unterhalb des Rahmenteiles 9 über Fahrwerke 26 auf dem Gleis 5 abstützbar. Eine durch die beiden Fahrwerke 26 gebildete und über Gelenkverbindungen 27 mit dem Rahmenteil 9 verbundene Abstützeinheit 28 ist durch Antriebe 29 relativ zum Rahmenteil 9 höhen- und seitenverstellbar ausgebildet.

    [0013] Zum Abtasten einer in Arbeitsrichtung vor der Umbaulücke 11 befindlichen Gleis-Ist-Lage 30 (Seitenlage) ist eine aus zwei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten und voneinander distanzierten Tasteinheiten 31,32 gebildete Abtasteinrichtung 33 vorgesehen. Die zur Aufmessung der Gleis-Ist-Lage 30 vorgesehene, bezüglich der Arbeitsrichtung vorgeordnete erste Tasteinheit 31 setzt sich aus einer Anzahl von gelenkig mit dem Maschinenrahmen 6 verbundenen, durch Spurkranzrollen 34 am Gleis 5 abrollbaren Meßachsen 39 sowie zwei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten Meßsehnen 36 zusammen. Die Meßachsen 39 bilden in Verbindung mit den Meßsehnen 36 einzelne Meßpunkte 351 bis 356.

    [0014] Wie insbesondere in Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist die in Arbeitsrichtung vordere Meßsehne 36 zwischen der vordersten Meßachse 39 und einer etwa mittigen, mit einem Winkelmesser 37 ausgestatteten Meßachse 39 gespannt. Die nachfolgende zweite Meßsehne 36 ist zwischen der mit dem Winkelmesser 37 verbundenen Meßachse 39 und der hintersten Meßachse 39 der vorderen Tasteinheit 31 gespannt. Der Winkelmesser 37 dient zur Erfassung eines von den beiden Meßsehnen 36 eingeschlossenen Seitenlagewinkels γ. Die Meßpunkte 352, 353 und 354 werden durch mit der jeweiligen Meßachse 39 verbundene Weggeber 38 gebildet, mit denen unter Bildung eines Meßwertes x1, x2, x3, die Distanz zwischen dem jeweiligen Meßpunkt 352, 353 bzw. 354 zur Meßsehne 36 registriert wird.

    [0015] Wie in Fig. 4 ersichtlich, erstreckt sich der eine Meßsehne 36 verkörpernde vordere Rahmenteil 9 von einem Gelenkpunkt 40 des vorderen Schienenfahrwerkes 2 zum Rahmengelenk 8. Die zweite, durch den Rahmenteil 10 verkörperte Meßsehne 36 erstreckt sich vom Rahmengelenk 8 zu einem Gelenkpunkt 40 des hinteren Schienenfahrwerkes 2. Zur Erfassung eines von beiden Meßsehnen 36 bzw. Rahmenteilen 9,10 bezüglich einer Horizontalebene eingeschlossenen Seitenlagewinkels γ' ist ein weiterer Winkelmesser 37 vorgesehen. Durch die Gelenkpunkte 40, das Rahmengelenk 8, die beiden Fahrwerke 26 und das Arbeitsaggregat 21 (Neuschwe!ien-Ablagevorrichtung 20) werden die Meßpunkte 351 bis 356 der zweiten Tasteinheit 32 definiert. Zur Erfassung des jeweiligen Seitenlagemeßwertes x1', x2', x3' sind Weggeber 38 vorgesehen. Diese sind zur Erfassung einer in Horizontalebene und Maschinenquerrichtung erfolgenden Relativverschiebung der Abstützeinheit 28 bzw. der Neuschwellen-Ablagevorrichtung 20 relativ zum Rahmenteil 9 ausgebildet.

    [0016] Die Distanzierung der einzelnen Meßachsen 39 der ersten Tasteinheit 31 bezüglich der Maschinenlängsrichtung zueinander ist identisch mit der Distanzierung der einzelnen Meßpunkte 351 bis 356 der zweiten Tasteinheit 32 zueinander.

    [0017] Wie in Fig. 5 ersichtlich, ist im Bereich des vorderen Gelenkpunktes 40 des Rahmenteiles 9 eine Distanzmeßeinrichtung 41 zur Erfassung der Distanz zwischen dem von der Maschine 1 befahrenen Gleis 5 und einem Nachbargleis 42 vorgesehen. Diese Distanzmeßeinrichtung 41 besteht aus einem eine Schienenkante des Nachbargleises 42 abtastenden, mit einem Winkelmesser verbundenen Lasertaster 43. Eine weitere derartige Distanzmeßeinrichtung 41 ist im Bereich des hinteren Gelenkpunktes 40 des hinteren Rahmenteiles 10 vorgesehen. Wahlweise kann zur Kontrolle des Seitenabstandes zum Nachbargleis 42 auch im Bereich des Rahmengelenkes 8 eine dritte Distanzmeßeinrichtung 41 vorgesehen sein.

    [0018] Im folgenden wird die Funktionsweise der Gleisbaumaschine 1 bzw. der Abtasteinrichtung 33 näher beschrieben.

    [0019] Im Arbeitseinsatz wird zur Schaffung der Umbaulücke 11 das mit dem Rahmengelenk 8 verbundene Schienenfahrwerk 2 angehoben, indem die beiden Rahmenteile 9,10 unter Beaufschlagung der Antriebe 13 gegeneinander verspreizt werden. Zur Zentrierung der Arbeitsaggregate 21 bezüglich der Gleismitte sind die beiden Rahmenteile 9,10 im Gleisbogen um die vertikale Achse 44 verdrehbar. Im Bereich der Umbaulücke 11 werden bekanntlich die alten Schienen 3 von den alten Schwellen 4 abgehoben und seitlich ausgespreizt. Gleichzeitig werden vorgelagerte Neuschienen 45 nach Ablage der Neuschwellen 14 auf diese abgelegt, so daß das hintere Schienenfahrwerk 2 des Rahmenteiles 10 bereits auf dem neuen Gleis 5 verfahrbar ist.

    [0020] Während des Arbeitseinsatzes wird mit Hilfe der vorderen Tasteinheit 31 kontinuierlich die Seitenlage des Gleises 5, d.h. die Gleis-Ist-Lage 30, in Verbindung mit einer Wegmessung durch eine Wegmeßeinrichtung 46 abgetastet. Die dabei registrierten Meßwerte x1, x2, x3 (Pfeilhöhen) sowie der Seitenlagewinkel γ werden in einer elektronischen Speichereinrichtung 47 abgespeichert und als Soll-Werte x1', x2' und x3' bzw. γ' wegabhängig an den Meßpunkten 352, 353, 354 und 355 der hinteren Tasteinheit 32 abgegeben, sobald die Maschine 1 im Rahmen der kontinuierlichen Arbeitsvorfahrt mit ihren hinteren Meßpunkten den durch die erste Tasteinheit 31 registrierten örtlichen Gleisbereich erreicht hat. Alternativ kann der Meßwert x3 auch zur Messung des Seitenlagewinkels γ verwendet werden.

    [0021] Infolge einer Beaufschlagung der Antriebe 13 entsprechend dem Sollwert γ' werden die beiden Rahmenteile 9 und 10 derart abgewinkelt, daß ihre Längsachsen identisch sind mit der jeweiligen Winkellage der Meßsehnen 36 der ersten Tasteinheit 31. Durch eine entsprechende Beaufschlagung der Antriebe 29 und 19 werden die Neuschwellen-Ablagevorrichtung 20 sowie die Abstützeinheit 28 solange relativ zum Rahmenteil 9 in Maschinenquerrichtung verschoben, bis die jeweiligen Meßwerte x1', x2', x3' mit den durch die erste Tasteinheit 31 erfaßten Meßwerten x1, x2, x3 identisch sind. Damit kann die im vorderen Teil der Maschine 1 durch die erste Tasteinheit 31 aufgemessene Gleis-Ist-Lage 30 exakt zur Bildung einer neuen Gleislage reproduziert werden, so daß das neue Gleis 5 bezüglich seiner Seitenlage der vor dem Arbeitseinsatz der Maschine 1 vorhandenen Gleis-Ist-Lage 30 entspricht.

    [0022] Als Kontrollmöglichkeit für die genaue Seitenlage des neuen Gleises 5 kann parallel zur Aufmessung der Gleis-Ist-Lage 30 durch die beiden Tasteinheiten 31,32 auch der Abstand zum Nachbargleis 42 gemessen werden. Zu diesem Zweck erfolgt durch die in Arbeitsrichtung erste Distanzmeßeinrichtung 41 eine Registrierung eines Ist-Abstandes, der wiederum wegabhängig abgespeichert und nach Erreichen dieses Gleisabschnittes durch das hintere Schienenfahrwerk 2 im Bereich des Gelenkpunktes 40 als Soll-Abstand an die Distanzmeßeinrichtung 41 abgegeben wird. Bei einer Differenz kann durch entsprechende Beaufschlagung der Antriebe 13 bzw. 19 eine Korrektur durchgeführt werden.

    [0023] In Fig. 6 ist schematisch eine einfache Version einer Abtasteinrichtung 33 dargestellt, wobei der Einfachheit halber und zum besseren Verständnis funktionsgleiche Teile mit denselben Bezugszeichen wie in Fig. 1 bis 5 bezeichnet sind. Die beiden Tasteinheiten 31,32 weisen jeweils drei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordnete Meßpunkte 351, 352 und 353 auf, wobei der Abstand zwischen den beiden Meßpunkten 351 und 352 bzw. 352 und 353 bei beiden Tasteinheiten 31,32 gleich ist. Die beiden vorderen Meßachsen 39 der hinteren Tasteinheit 32 befinden sich noch auf dem alten, das heißt unveränderten Gleis 5, während das mit der Meßsehne 36 verbundene Arbeitsaggregat 21 bezüglich seiner Seitenlage durch den Meßwert x' gesteuert wird. Die zweite Meßachse 39 könnte beispielsweise auch durch einen die Lage der alten, von den Schienen befreiten Schwellen 4 abtastenden Schwellentaster gebildet sein. Das Arbeitsaggregat 21 könnte beispielsweise auch in Verbindung mit einer Schotterreinigungsmaschine eine höhen- und seitenverstellbare Räumkette zur Aufnahme des Bettungsschotters sein. In diesem Fall könnte man auch ein bei Reinigungsmaschinen im Bereich der Umbaulücke übliches Gleishebeaggregat zusammen mit der Position des Arbeitsaggregates 21 steuern, so daß nach dem Arbeitseinsatz des Arbeitsaggregates 21 die vor dem Arbeitseinsatz der Maschine 1 vorhandene Gleis-Ist-Lage wiederhergestellt ist.


    Ansprüche

    1. Gleisbaumaschine (1) zur Bearbeitung eines Gleisoberbaus unter Zerstörung einer vor dem Arbeitseinsatz eines Arbeitsaggregates (21) vorhandenen Gleis-Ist-Lage eines Gleises (5) und Bildung einer hinter dem Arbeitsaggregat (21) befindlichen Gleis-Soll-Lage, bestehend aus einem auf Schienenfahrwerken (2) abgestützten und mit dem Arbeitsaggregat (21) verbundenen Maschinenrahmen (6) sowie aus einer Meßpunkte (351-356) sowie eine Meßsehne (36) aufweisenden Abtasteinrichtung (33) zum Abtasten der Gleis-Ist-Lage, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtasteinrichtung (33) aus zwei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten Tasteinheiten (31,32) gebildet ist, wobei die Distanzierung von wenigstens drei Meßpunkten (351-356) der vorderen bzw. ersten Tasteinheit (31) zueinander identisch ist mit der Distanzierung der Meßpunkte (351-356) der zweiten Tasteinheit (32) zueinander, und daß eine Wegmeß- und Speichereinrichtung (46,47) für eine wegabhängige Wiedergabe eines in einem Meßpunkt (352,353,354) der ersten Tasteinheit (31) gemessenen Meßwertes (x1,x2,x3) bezüglich der Seitenlage des Gleises (5) zur Steuerung eines Meßpunktes (352-354) der zweiten Tasteinheit (32) vorgesehen ist.
     
    2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Meßpunkte (354) der zweiten Tasteinheit (32) als durch Antriebe (19) relativ zum Maschinenrahmen (6) verstellbares Arbeitsaggregat (21) ausgebildet ist.
     
    3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßsehne (36) der zweiten Tasteinheit (32) als Maschinenrahmen (6) ausgebildet ist.
     
    4. Maschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Tasteinheit (31) aus zwei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten Meßsehnen (36) gebildet ist, die jeweils zwischen einem gemeinsamen Winkel-Meßpunkt (355) und einem endseitigen Meßpunkt (351,356) gespannt sind, und daß ein Winkelmesser (37) zur Erfassung eines bezüglich einer Horizontalebene von beiden Meßsehnen (36) eingeschlossenen Seitenlagewinkels (γ) vorgesehen ist.
     
    5. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Maschinenrahmen (6) aus zwei in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordneten, durch ein Rahmengelenk (8) gelenkig miteinander verbundenen Rahmenteilen (9,10) gebildet ist, und ein Winkelmesser (37) zur Erfassung eines bezüglich einer Horizontalebene von beiden Rahmenteilen (9,10) eingeschlossenen Seitenlagewinkels (γ') vorgesehen ist.
     
    6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Meßpunkt (355) der zweiten Tasteinheit (32) durch das Rahmengelenk (8) gebildet ist.
     
    7. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Meßpunkt (354) der zweiten Tasteinheit (32) ein zur Ablage von Neuschwellen (14) ausgebildetes Arbeitsaggregat (21) vorgesehen ist.
     
    8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der zweiten Tasteinheit (32) zwei Distanzmeßeinrichtungen (41) zur Erfassung eines Abstandes zu einem Nachbargleis (42) zugeordnet sind, wobei die erste Distanzmeßeinrichtung (41) in Arbeitsrichtung vor dem vorderen Rahmenteil (9) und die zweite Distanzmeßeinrichtung (41) im Bereich des Rahmengelenkes (8) mit der Maschine (1) verbunden ist.
     


    Claims

    1. A track maintenance machine (1) for treating a permanent way whilst destroying an actual track position of a track (5), existing before the working operation of a working unit (21), and creating a desired track position located behind the working unit (21), consisting of a machine frame (6), supported on on-track undercarriages (2) and connected to the working unit (21), and a tracing device (33) for tracing the actual track positon, the tracing device comprising measuring points (351-356) as well as a measuring chord (36), characterized in that the tracing device (33) is formed by two tracing units (31,32) arranged one following the other in the longitudinal direction of the machine, the mutual spacing of at least three measuring points (351-356) of the front or first tracing unit (31) being identical to the mutual spacing of the measuring points (351-356) of the second tracing unit (32), and that a path measuring and storing device (46,47) is provided for reproducing, subject to the path covered, a measuring value (x1,x2,x3), regarding the lateral position of the track (5) and measured at a measuring point (352,353,354) of the first tracing unit (31), for controlling a measuring point (352-354) of the second tracing unit (32).
     
    2. A machine according to claim 1, characterized in that one of the measuring points (354) of the second tracing unit (32) is designed as a working unit (21) adjustable relative to the machine frame (6) by means of drives (19).
     
    3. A machine according to claim 1 or 2, characterized in that the measuring chord (36) of the second tracing unit (32) is shaped as the machine frame (6).
     
    4. A machine according to claim 1, 2 or 3, characterized in that the first tracing unit (31) is formed by two measuring chords (36), arranged one following the other in the longitudinal direction of the machine, each of which is stretched between a common angle measuring point (355) and a measuring point (351,356) located at the end, and that a goniometer (37) is provided for detecting a lateral position angle (γ) enclosed by both measuring chords (36) with regard to a horizontal plane.
     
    5. A machine according to one of claims 1 to 4, characterized in that the machine frame (6) is formed by two frame parts (9, 10) arranged one following the other in the longitudinal direction of the machine and articulatedly connected to one another by a frame joint (8), and a goniometer (37) is provided for detecting a lateral position angle (γ) enclosed by both frame parts (9,10) with regard to a horizontal plane.
     
    6. A machine according to claim 5, characterized in that a measuring point (355) of the second tracing unit (32) is formed by the frame joint (8).
     
    7. A machine according to one of claims 1 to 6, characterized in that a working unit (21) designed for laying new sleepers (14) is provided as measuring point (354) of the second tracing unit (32).
     
    8. A machine according to one of claims 1 to 7, characterized in that two distance measuring devices (41) for detecting a distance from a neighbouring track (42) are associated with the second tracing unit (32), the first distance measuring device (41) being connected to the machine (1) preceding the front frame part (9) in the working direction, and the second distance measuring device (41) being connected to machine (1) in the region of the frame joint (8).
     


    Revendications

    1. Machine de construction de voie ferrée (1) servant au traitement d'une superstructure de voie ferrée en détruisant une position réelle de voie ferrée (5) présente avant la mise en oeuvre d'un groupe de travail (21) et en réalisant une position de consigne de voie ferrée se trouvant à l'arrière du groupe de travail (21), se composant d'un châssis de machine (6) soutenu sur des boggies (2) et relié au groupe de travail (21) ainsi que d'un dispositif d'acquisition (33) comprenant des points de mesure (351-356) ainsi qu'un câble de mesure (36) pour l'acquisition de la position réelle de la voie ferrée, caractérisée en ce que le dispositif d'acquisition (33) est constitué de deux unités de palpage (31,32) disposées l'une derrière l'autre dans le sens longitudinal de la machine, l'écartement entre au moins trois points de mesure (351-356) de l'unité de palpage (31) avant (en première position) est identique à l'écartement entre les points de mesure (351-356) de la deuxième unité de palpage (32) et en ce qu'un dispositif de mesure de déplacement et de mémorisation (46,47) est prévu pour une restitution en fonction du déplacement d'une valeur de mesure mesurée (x1, x2, x3) en un point de mesure (352, 353, 354) de la première unité de palpage (31) en ce qui concerne la position latérale de la voie ferrée (5) pour la commande d'un point de mesure (352-354) de la deuxième unité de palpage (32).
     
    2. Machine selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'un des points de mesure (354) de la deuxième unité de palpage (32) est constitué comme groupe de travail (21) pouvant être déplacé par rapport au châssis de machine (6) grâce à des entraînements (19).
     
    3. Machine selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le câble de mesure (36) de la deuxième unité de palpage (32) est constitué comme châssis de machine (6).
     
    4. Machine selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisée en ce que la première unité de palpage (31) est constituée de deux câbles de mesure (36) disposés l'un derrière l'autre dans le sens longitudinal de la machine et qui sont chacun tendus entre un point de mesure d'angle commun (355) et un point de mesure terminal (351, 356) et en ce qu'un capteur angulaire (37) est prévu pour déterminer un angle de position latérale (?) compris entre les deux câbles de mesure (36) par rapport à un plan horizontal.
     
    5. Machine selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que le châssis de machine (6) est constitué de deux parties de châssis (9,10) disposées l'une derrière l'autre dans le sens longitudinal de la machine et reliées l'une à l'autre de manière flexible par une articulation de châssis (8) et en ce qu'un capteur angulaire (37) est prévu pour la détermination d'un angle de position latérale (?') compris entre les deux parties de châssis (9,10) par rapport à un plan horizontal.
     
    6. Machine selon la revendication 5, caractérisée en ce qu'un point de mesure (355) de la deuxième unité de palpage (32) est constitué par l'articulation de châssis (8).
     
    7. Machine selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisée en ce qu'un groupe de travail (21) conçu pour le dépôt de nouvelles traverses (14) est prévu comme point de mesure (354) de la deuxième unité de palpage (32).
     
    8. Machine selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que deux dispositifs de mesure de distance (41) sont associés à la deuxième unité de palpage (32) pour la détermination d'un écartement par rapport à la voie ferrée voisine (42), le premier dispositif de mesure de distance (41) situé devant la partie de châssis avant (9) dans le sens de fonctionnement et le deuxième dispositif de mesure de distance (41) étant relié à la machine (1) au niveau de l'articulation de châssis (8).
     




    Zeichnung