[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verhinderung des Lösens eines lösbaren mechanischen
Befestigungsmittels sowie einen dazu geeigneten Verbindungsstecker.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind insbesondere Spreng- und Federringe als Mittel zur
Verhinderung des Lösens eines lösbaren mechanischen Verbindungsmittels bekannt. Diese
können aber nicht sicherstellen, daß mittels eines Werkzeuges das Befestigungsmittel
bewußt gelöst wird.
[0003] Aus der DE 689 16 617 T2 ist eine Luftsackrückhaltevorrichtung zu entnehmen, der
nach dem Einbau durch eine Schraube scharf, d.h. auslösbar, gemacht wird. Diese Schraube
zum Scharfmachen wird nachfolgend durch eine Abdeckplatte gesichert. Neben zusätzlichen
mechanischen Komponenten für eine solche Abdeckung setzt diese außerdem einen weiteren
Arbeitsgang zum Schließen dieser Abdeckung voraus.
[0004] Für eine Reihe von elektronischen Baugruppen in einem Gehäuse ergibt sich die Forderung,
außerdem zu verhindern, daß das Gehäuse von einem Träger demontiert wird, solange
ein Stecker zur elektrischen Versorgung der Baugruppen noch am Gehäuse angesteckt
ist und somit die Gefahr besteht, daß die Baugruppe noch stromführend bzw. aktiv ist.
[0005] So ist es im Bereich der Insassenschutzsysteme für Kraftfahrzeuge, beispielsweise
Airbags, Gurtstrammer etc. von besonderer Bedeutung, daß in den Werkstätten beispielsweise
ein Airbagsteuergerät mit integriertem Beschleunigungssensor nur mit abgezogenem Anschlussstecker
demontiert werden darf. Läßt beispielsweise ein Monteur bei der Demontage des Steuergerätes
mit aufgestecktem Anschlußstecker dieses Steuergerät fallen, besteht die Gefahr einer
Fehlauslösung des Insassenschutzsystems, da das System beim Aufprall des Steuergerätes
einen crashähnlichen Beschleunigungsverlauf erkennen kann.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Verhinderung des Lösens eines
lösbaren mechanischen Verbindungsmittels zwischen einem Gehäuse, einer elektronischen
Baugruppe und einem Träger anzugeben, solange ein Stecker zur elektrischen Versorgung
der Baugruppe noch am Gehäuse angesteckt ist. Aufgabe ist es weiterhin einen dazu
geeigneten Verbindungsstecker vorzustellen.
[0007] Diese Aufgaben werden durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 sowie den Verbindungsstecker
gemäß Anspruch 2 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildung und eine Verwendung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0008] Kerngedanke der Erfindung ist es am Stecker eine Abdeckung vorzusehen, mit der das
am Gehäuse befindliche Befestigungsmittel abgedeckt wird, so daß dieses nicht gelöst
werden kann, bis der Stecker vom Gehäuse gelöst wird. Die Erfindung wird nachfolgend
anhand von Ausführungsbesiepielen und Figuren näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1 u. 2
- Zwei verschiedene Seitenansichten auf ein Gehäuse mit einem Stecker, der eine Abdeckung
für das am Gehäuse befindliche Befestigungsmittel aufweist,
- Figur 3
- Draufsicht auf das Gehäuse mit dem Stecker im angesteckten Zustand,
- Figur 4
- Draufsicht auf das Gehäuse und den davon gelösten Stecker,
- Figur 5 u. 6
- zwei Seitenansichten einer Baugruppe mit einem Stecker, der gleichzeitig als Abdeckung
dient,
- Figur 7
- Draufsicht auf Gehäuse und Stecker gemäß der Figuren 5 und 6,
- Figur 8
- Gehäuse und Stecker gemäß Figur 7 im demontierten Zustand.
[0009] Die Figur 1 zeigt eine erste Seitenansicht eines an einem Träger 1 befestigten Gehäuses
2 einer darin befindlichen und nicht näher dargestellten elektrischen Baugruppe, wobei
das Gehäuse 2 vorzugsweise über ein Montageflansch 3 mittels Befestigungsmittel 4
am Träger 1 befestigt ist. Am Gehäuse 2 ist der Stecker 5 angesteckt, der seitlich
eine Abdeckung 7 für eines der Befestigungsmittel 4 aufweist, so daß das Befestigungsmittel4
beispielsweise mittels des Steckschlüssels 6, nicht gelöst werden kann, bis der Stecker
5 vom Gehäuse 2 gelöst ist. Die Ausformung des Gehäuses 2 und der Abdeckung 7 können
dabei auf die besonderen Erfordernisse des Einzelfalls angepaßt werden, sollte beispielsweise
auch eine Demontage des als Schraube ausgeführten Befestigungsmittels 4 verhindert
werden, könnte die Abdeckung 7 auch mit Seitenwänden ausgeführt werden, so daß das
Befestigungsmittel 4 von drei Seiten aus abgedeckt wird.
[0010] Figur 2 zeigt die bereits in Figur 1 beschriebene Baugruppe in einer Seitenansicht
mit Blick auf den Stecker 5, wobei wiederum erkennbar ist, daß die Abdeckung 7 am
Stecker 5 ein lösendes Befestigungsmittel 4 beispielsweise mittels des Steckschlüssels
6 verhindert. Der Stecker 5 wird vorzugsweise mittels eines Hebels 8 montiert, dessen
Wirkungsweise noch deutlicher anhand der im folgenden beschriebenen Figuren 3 und
4 erkennbar ist.
[0011] Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf die Baugruppe 2 gemäß der Figuren 1 und 2, wobei
das Befestigungsmittel 4 gestrichelt unterhalb und damit abgedeckt von der Abdeckung
7 ist. Neben der Abdeckung 7 befindet sich am Stecker 5 auch ein Hebel 8 mit einer
Positionierhilfe 9, mittels der der Stecker ein Anstecken an das Gehäuse 2 ausgerichtet
und durch Drehen des Hebels 8 im Gehäuse 2 arretiert werden kann.
[0012] Figur 4 zeigt den von der Baugruppe 2 gelösten Stecker 5 mit dem Hebel 8 und der
Positionierhilfe 9 sowie der Abdeckung 7. Erkennbar ist nun auch an der Baugruppe
2 der bei vom Gehäuse gelösten Stecker freiliegende Befestigungsmittel 4, welches
nunmehr gelöst werden kann, da die elektrische Baugruppe innerhalb des Gehäuses 2
stromfrei und nicht mehr aktiv ist.
[0013] So kann beispielsweise bei beschleunigungsempfindlichen Sensoren und Steuergeräten
mit solchen Sensoren für Insassenschutzsysteme für Kraftfahrzeuge, beispielsweise
Airbags, Gurtstrammer etc. verhindert werden, daß diese ungewollt ausgelöst werden,
wenn in der Werkstatt das Gehäuse 2 der Baugruppe vom Träger 1 demontiert wird.
[0014] Die Figuren 5, 6, 7 und 8 zeigen eine andere Ausgestaltung, bei der der Stecker 5
gleichzeitig auch als Abdeckung 7 für das am Gehäuse 2 befindliche Befestigungsmittel
4 dient, indem der Körper des Steckers 5 das Befestigungsmittel 4 abdeckt. Die Ansichten
und Bezugszeichen entsprechen den Figuren 1 bis 4. Nachteilig bei dieser Ausgestaltung
ist jedoch, daß der Stecker 5 oberhalb des Befestigungsmittels 4 angeordnet werden
muß und so der mechanische Aufbau im Steckerbereich höher wurde, was aufgrund der
Platzeinsparung oft ungewünscht ist und außerdem die mechanische Verbindung zwischen
Stecker und Baugruppe anfälliger für Erschütterung und mechanische Belastungen macht.
Außerdem besteht keine Möglichkeit, bei aufgestecktem Stecker ein fehlendes Befestigungsmittel
zu erkennen, wo hingegen mit einer separaten Abdeckung 7, wie in den Figuren 1 bis
4 dargestellt, durch optische Öffnungen in der Abdeckung 7 erreicht werden kann, ohne
daß deren Funktion zum Verhindern des Lösens eingeschränkt würde.
1. Verfahren zur Verhinderung des Lösens eines lösbaren mechanischen Befestigungsmittels
(4), insbesondere einer Schraube, zwischen einem Gehäuse (2) einer elektrischen Baugruppe
und einem Träger (1), solange ein Stecker (5) zur elektrischen Versorgung der Baugruppe
noch am Gehäuse angesteckt ist, indem mittels einer am Stecker (5) angeordneten Abdeckung
(7) das am Gehäuse (2) befindliche Befestigungsmittel (4) abgedeckt wird, so daß dieses
nicht gelöst werden kann, bis der Stecker (5) vom Gehäuse (2) gelöst wird.
2. Verbindungsstecker (5) zur elektrischen Versorgung einer in einem Gehäuse (2) angeordneten
Baugruppe, wobei am Gehäuse (2) Befestigungsmittel (4) zur Montage des Gehäuses (2)
auf einem Träger (1) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsstecker
(5) eine Abdeckung (7) aufweist, die mit dem Anstecken des Steckers (5) am Gehäuse
(2) wenigstens eines der Befestigungsmittel (4) abdeckt.
3. Verbindungsstecker nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stecker (5) eine
Positionierhilfe (9) aufweist, so daß beim Einstecken des Steckers (5) in das Gehäuse
(2) dieser ausgerichtet wird.
4. Verwendung eines Verfahrens nach Anspruch 1 und eines Verbindungssteckers gemäß der
Ansprüche 2 oder 3 bei beschleunigungsempfindlichen Sensoren oder Steuergeräten mit
solchen Sensoren für Insassenschutzsysteme für Kraftfahrzeuge zur Verhinderung der
ungewollten Auslösung dieser durch Erschütterungen bei der Demontage des Gehäuses
vom Träger.