[0001] Die Erfindung betrifft eine bewegliche zwei- oder mehrstückige Herzstückspitze für
eine Weiche nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Derartige Herzstückspitzen werden
vorzugsweise bei Weichen eingesetzt, bei denen der Radius des abzweigenden Gleises
kleiner ist als 760 Meter. Durch die zwei- oder mehrstückig ausgebildete Herzstückspitze
wird erreicht, daß sicheres, geräuscharmes und verschleißreduzierendes Überfahren
der Weiche auch von der Spitze her ermöglicht wird. Derartiges Überfahren von Weichen
kommt häufig bei Fahrwegen für Nahverkehrs- und U-Bahnen vor.
[0002] Um die Stellkräfte zum Verstellen der Herzstückspitze so gering wie möglich zu halten,
greift das Stellorgan soweit wie möglich am vorderen Ende der Hauptspitze an. Da die
Nebenspitze erst weiter nach hinten versetzt angeordnet ist, muß sie über Mitnahmemittel
mit der Hauptspitze verbunden sein. Als Mitnahmemittel haben sich kraftschlüssige
Verbindungen durchgesetzt. Üblicherweise werden Schraubverbindungen, die sich durch
Hauptspitze und Nebenspitze erstrecken, eingesetzt. Um eine Längsverschieblichkeit
zwischen Hauptspitze und Nebenspitze zu ermöglichen, werden diese Schraubverbindungen
üblicherweise mit Bundbuchsen ausgerüstet, die ein gewisses Spiel zwischen Hauptspitze
und Nebenspitze zulassen.
[0003] Nachteilig bei dieser Ausbildung können die Schraubverbindungen durch Ermüdung, Verschleiß
oder unsachgemäße Handhabung brechen, so daß die Nebenspitze nicht mehr der Bewegung
der Hauptspitze folgt. Der Geber zur Anzeige der Schaltstellung der Herzstückspitze
ist üblicherweise räumlich dem Stellorgan zugeordnet, so daß ein Defekt der Anbindung
der Nebenspitze an die Hauptspitze durch den Geber nicht festgestellt werden kann.
Von daher kann das Überfahren einer defekten mehrteiligen Herzstückspitze von der
Spitze her im Extremfall zu Entgleisungen der überfahrenden Fahrzeuge führen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bewegliche zwei- oder mehrstückige
Herzstückspitze derartig auszubilden, daß die vorstehend beschriebene Gefahr ausgeschlossen
wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Aus- und Weiterbildungen sind in den Ansprüchen 2 bis 8 beschrieben.
[0006] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß bei einer
zwei- oder mehrstückigen beweglichen Herzstückspitze mit einfachen Mitteln eine sichere
Anbindung der Nebenspitze an die Hauptspitze erreicht wird. Bei der Ausbildung mit
den Merkmalen nach den Ansprüchen 4 und 5 können sogar bereits im Einsatz befindliche
Weichen mit einer erfindungsgemäßen Anbindung nachgerüstet werden.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf das Herzstück einer Weiche,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Haupt- und Nebenspitze mit einer sich unter ihnen erstreckenden
Lasche, die mit dem Schienenfuß der Hauptspitze verklemmt ist und
- Fig. 3
- einen Schnitt gemäß Fig. 2 mit einer an die Hauptspitze angeschraubten Lasche,
- Fig. 4
- eine vergrößerte Draufsicht auf das Ende der Nebenspitze.
[0008] Um eine ausreichende Übersichtlichkeit in den Figuren zu erhalten, wurden Befestigungsmittel
und Schwellen nicht dargestellt. Fig. 1 zeigt das Herzstück einer Weiche. Zwischen
den Flügelschienen 1, 2 ist die bewegliche Herzstückspitze angeordnet. Dabei ragt
die Hauptspitze 3 weiter vor als die Nebenspitze 4. Die Spitzenbereiche 5, 6 von Hauptspitze
3 und Nebenspitze 4 setzen sich nach hinten zur nicht dargestellten, sich anschließenden
Schiene über Federbereiche 7, 8 fort. Am vordersten Spitzenbereich 5 der Hauptspitze
3 greift die Stellstange 9 des Stellantriebes 10 an. Die Spitzenbereiche 5, 6 von
Hauptspitze 3 und Nebenspitze 4 sind derartig ausgebildet, daß der Spitzenbereich
6 der Nebenspitze 4 in einer Tasche 11 des Spitzenbereichs 5 der Hauptspitze 3 liegt.
Dadurch wird eine gleichmäßige Kontur der gesamten Herzstückspitze erreicht und die
eigentliche Spitze am Spitzenbereich 6 der Nebenspitze 4 wird nicht zu stark geschwächt.
Aus kinematischen Erfordernissen gleiten die Spitzenbereiche 5, 6 von Hauptspitze
3 und Nebenspitze 4 beim Verstellen der Herzstückspitze gegeneinander.
[0009] Querverschraubungen 12, 13 erstrecken sich durch die Spitzenbereiche 5, 6 von Hauptspitze
3 und Nebenspitze 4. Die Verschraubungen wirken in bekannter Weise mit Bundbuchsen
zusammen, so daß eine Längsverschiebung zwischen Hauptspitze 3 und Nebenspitze 4 möglich
ist. Die Verschraubungen mit den Bundbuchsen sind nur schematisch dargestellt.
[0010] Beim Ausführungsbeispiel ist im Übergang zwischen den Spitzenbereichen 5, 6 und den
Federbereichen 7, 8 der Hauptspitze 3 und der Nebenspitze 4 eine sich unter den Unterseiten
dieser erstreckende Lasche 14, 15 angeordnet. Die Lasche 14 gemäß Fig. 2 weist einen
Klemmriegel 16 und ein Klemmstück 17 auf, die jeweils den Fuß 18 der Hauptspitze 3
übergreifen. Über eine Schraubverbindung, bestehend aus Schraube 19 und Mutter 20,
erfolgt die Verspannung am Fuß 18 der Hauptspitze 3. Der Fuß 21 der Nebenspitze 4
wird von der Lasche 14 untergriffen. Ein sich nach oben erstreckender Mitnehmer 22
hintergreift den Fuß 21 der Nebenspitze 4. Der Mitnehmer 22 weist einen geringen Abstand
23 zur Außenkante des Fußes 21 der Nebenspitze 4 auf. Dadurch wird das Gleiten der
Hauptspitze 3 zur Nebenspitze 4 beim Verstellen der Herzstückspitze mit geringsten
Reibungswiderständen ermöglicht. Eine derartige Ausbildung eignet sich besonders zum
Nachrüsten bereits hergestellter oder verlegter Weichen.
[0011] Die Lasche 15 gemäß Fig. 3 entspricht vom grundsätzlichen Aufbau der Lasche 14 gemäß
Fig. 2. Diese Lasche 15 ist jedoch an der der Nebenspitze 4 gegenüberliegenden Außenseite
24 der Hauptspitze 3 angeschraubt. Die Lasche 15 ist U-förmig ausgebildet, wobei ein
Schenkel 25 an der Außenseite 24 der Hauptspitze 3 anliegt und hier mit einer Schraube
26 verschraubt ist, welche über ein Sicherungsblech 27 gesichert wird. Diese, wie
auch die nachfolgend beschriebenen Ausbildungen, eignen sich besonders, wenn sie bereits
von Anfang an konstruktiv vorgesehen werden.
[0012] Bei der Ausbildung nach Fig. 4 übergreift eine Lasche 28 das spitzenseitige Ende
29 der Nebenspitze 4. Sie ist mit einer Schraubverbindung, bestehend aus Schraube
30, Mutter 31 und Sicherungselement vor dem Ende 29 der Nebenspitze 4 mit der Hauptspitze
3 verbunden. Im Ausführungsbeispiel durchdringt die Schraube 30 eine Bohrung durch
die Hauptspitze 3. Selbstverständlich müssen Lasche 28 und Mutter 31 unterhalb des
Eingriffsbereiches des überfahrenden Radkranzes liegen.
[0013] Andere Varianten der formschlüssigen Anbindung der Nebenspitze 4 an die Hauptspitze
3 können erzielt werden, daß die Nebenspitze 4 zumindest mit ihrer Unterseite in einer
sich längs erstreckenden Kammer der Hauptspitze 3 geführt wird oder indem die Hauptspitze
3 mit einem Kulissenelement ausgebildet ist, das in eine sich längs erstreckende Kammer
an der Unterseite der Nebenspitze eingreift.
[0014] Es ist auch denkbar, daß die Hauptspitze die Nebenspitze wenigstens abschnittsweise
untergreift und hier mit einem nach oben gerichteten Bolzen in ein Langloch an der
Unterseite der Nebenspitze, das als Sackloch ausgebildet sein kann, eingreift. In
gleicher Weise kann die Nebenspitze die Hauptspitze wenigstens abschnittsweise untergreifen
und hier mit einem nach oben gerichteten Bolzen in ein Langloch, das als Sackloch
ausgebildet sein kann und an der Unterseite der Hauptspitze angeordnet ist, eingreifen.
[0015] Auch ein Anschweißen eines Formschlußelementes an die Hauptspitze 3 und/oder die
Nebenspitze 4 ist möglich.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1.
- Flügelschiene
- 2.
- Flügelschiene
- 3.
- Hauptspitze
- 4.
- Nebenspitze
- 5.
- Spitzenbereich
- 6.
- Spitzenbereich
- 7.
- Federbereich
- 8.
- Federbereich
- 9.
- Stellstange
- 10.
- Stellantrieb
- 11.
- Tasche
- 12.
- Querverschraubung
- 13.
- Querverschraubung
- 14.
- Lasche
- 15.
- Lasche
- 16.
- Klemmriegel
- 17.
- Klemmstück
- 18.
- Fuß
- 19.
- Schraube
- 20.
- Mutter
- 21.
- Fuß
- 22.
- Mitnehmer
- 23.
- Abstand
- 24.
- Außenseite
- 25.
- Schenkel
- 26.
- Schraube
- 27.
- Sicherungsblech
- 28.
- Lasche
- 29.
- Ende
- 30.
- Schraube
- 31.
- Mutter
1. Bewegliche zwei- oder mehrstückige, wenigstens eine Hauptspitze (3) und eine Nebenspitze
(4) aufweisende Herzstückspitze für eine Weiche einer Gleisschiene mit einem an der
Hauptspitze (3) angreifenden Stellorgan, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens die Hauptspitze (3) und die Nebenspitze (4) quer zur Schienenerstreckung
formschlüssig, jedoch zueinander längsverschieblich miteinander verbunden sind.
2. Bewegliche Herzstückspitze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptspitze (3) und die Nebenspitze (4) quer zur Schienenerstreckung zusätzlich
kraftschlüssig miteinander verbunden sind.
3. Bewegliche Herzstückspitze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die kraftschlüssige Verbindung über eine oder mehrere vorzugsweise mit Bundbuchsen
versehene Querverschraubungen (12,13) erfolgt.
4. Bewegliche Herzstückspitze nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußverbindung über eine sich unter den Unterseiten von Hauptspitze
(3) und Nebenspitze (4) erstreckende Lasche (14,15) erfolgt, die mit der Hauptspitze
(3) verbunden ist und die Nebenspitze (4) durch einen sich nach oben erstreckenden
Mitnehmer (22) hintergreift.
5. Bewegliche Herzstückspitze nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußverbindung über eine vor dem Ende (29) der Nebenspitze (4) mit
der Hauptspitze (3) verbundene Lasche (28) erfolgt, die sich über die Nebenspitze
(4) erstreckt.
6. Bewegliche Herzstückspitze nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lasche (14, 15, 28) mit der Hauptspitze (3) durch Verschrauben, Verklemmen
oder Schweißen verbunden ist.
7. Bewegliche Herzstückspitze nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nebenspitze (4) zumindest mit seiner Unterseite in einer sich längs erstreckenden
Kammer der Hauptspitze (3) geführt wird oder die Hauptspitze (3) mit einem Kulissenelement
in eine sich längs erstreckende Kammer an der Unterseite der Nebenspitze (4) eingreift.
8. Bewegliche Herzstückspitze nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptspitze (3) oder die Nebenspitze (4) die Nebenspitze (4) oder die Hauptspitze
(3) wenigstens abschnittsweise untergreift und hier mit einem nach oben gerichteten
Bolzen in ein Langloch, das als Sackloch ausgebildet sein kann, an der Unterseite
der Nebenspitze (4) oder der Hauptspitze (3) eingreift.