[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Vlieses insbesondere zur
Verwendung für Unterspannbahnen für Bedachungen, bestehend aus einem thermoplastischen
Kunststoff, bei welchem Verfahren
- eine Schmelze aus dem Kunststoff hergestellt,
- die Schmelze mittels eines Extruders kontinuierlich zu Fasern versponnen
- und aus den Fasern ein Vlies gebildet und insbesondere punktförmig gebondet wird z.
B., indem
- das Vlies durch einen entsprechenden Kalander geführt wird.
[0002] Aus den Druckschriften DE-A-196 42 252 und DE-A-44 43 157 sind Dachunterspannbahnen
bekannt, die wasserdicht und gleichzeitig wasserdampfdurchlässig sein sollen. In beiden
Fällen sind hierfür mehrlagige Schichten für die Unterspannbahn vorgesehen. Im erstgenannten
Fall sind mindestens drei Vliesschichten auf Basis von thermoplastischen Kunststoffen
vorgesehen, wobei eine Vliesschicht hydrophob ausgerüstet ist. Im zweiten Fall wird
ein Verbund aus einem Meltblown-Feinstfaservlies mit mindestens einer stabilisierenden
Trägerschicht zu einer dampfdiffusionsoffenen Dachunterspannbahn verbunden. Mit dem
gegebenenfalls kalandrierten Meltblown will man eine hohe Wasserdichtigkeit und zugleich
eine relativ hohe Wasserdampfdurchlässigkeit erreichen. In beiden Fällen werden die
Anforderungen nur teilweise erreicht, die an die Wasserdichtigkeit und Wasserdampfdurchlässigkeit
bei gleichzeitiger hoher mechanischer Festigkeit und guter Verarbeitbarkeit gestellt
werden.
[0003] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen eines
Vlieses der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem sich ein Vlies herstellen
läßt, das den vorstehenden Anforderungen, die an Unterspannbahnen für Bedachungen
gestellt werden, entspricht.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß
- für das Vlies ein Hydrophobierungsmittel verwendet wird.
[0005] Das Mittel kann durch Besprühen, Tauchen oder Tränken des Vlieses aufgebracht werden.
Nach einer erfindungsgemäßen Weiterbildung (Anspruch 2) wird jedoch bevorzugt, daß
das Hydrophobierungsmittel bereits an/in den Fasern des Kunststoffs verwendet wird
und an der Oberfläche der Vliesfasern seine Wirksamkeit entfaltet. Insbesondere wird
das Hydrophobierungsmittel jedoch der Schmelze des Kunststoffs zugesetzt (Anspruch
3). Es hat sich gezeigt, daß mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Vliese herstellbar
sind, die ausreichend wasserdicht und wasserdampfdurchlässig sind.
[0006] Als Kunststoff für das Vlies kommt Polyethylen in Betracht. Polypropylen wird jedoch
bevorzugt. Insbesondere soll nach der Erfindung als Hydrophobierungsmittel ein Fluorcarbon,
vorzugsweise Scotchgard FX-1801 oder Scotchgard FX-1808 von Fa. 3M verwendet und vorzugsweise
in die Schmelze eingemischt werden. Durch das Einmischen des Hydrophobierungsmittels
in die Schmelze werden in allen Bereichen des Vlieses wirksame hydrophobe Eigenschaften
erzielt, und eine Nachbehandlung durch Tränken, Besprühen etc. entfällt.
[0007] Nach einer erfindungsgemäßen Weiterbildung (Anspruch 7) ist vorgesehen, daß das Hydrophobierungsmittel
(z. B. Scotchgard FX-1801 von Fa. 3M) in einer Konzentration von 0,5 - 1,1 Gew.-%
- bezogen auf das Gesamtgewicht der Schmelze - verwendet wird. In diesem Konzentrationsbereich
erreicht man ein hohes Maß an Wasserdichtigkeit in Verbindung mit guter Dampfdurchlässigkeit.
[0008] Um eine gute Durchmischung von Kunststoff und Hydrophobierungsmittel zu erreichen,
hat es sich als zweckmäßig erwiesen (Anspruch 8), daß das Hydrophobierungsmittel zunächst
in ein Compound bzw. Batch eingemischt wird, das der Schmelze zugesetzt wird. Das
Compound soll möglichst auf der Grundlage des gleichen Kunststoffs wie die übrige
Schmelze hergestellt werden (Anspruch 9). Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn
das Compound ca. 10 Gew.-% der Schmelze beträgt (Anspruch 10).
[0009] Sehr vorteilhaft ist die Verwendung von Metallocen-Katalysatoren zur Beeinflussung
der Eigenschaften des Kunststoffs bei dessen Herstellung. Insbesondere wird eine hohe
Ausziehbarkeit der Fasern durch die gleichmäßigere Molekülkettenverteilung im Metallocen-PP
erreicht. Als Kunststoff wird deshalb Metallocen-PP bevorzugt (Anspruch 11). Das gleiche
gilt für das Compound (Anspruch 12). Ein besonders wirksames Metallocen-PP ist z.B.
der Typ Achieve 3854 der Fa. Exxon (Anspruch 13). Ebenso kommt Metallocen-PP des Typs
Achieve 3828 von Fa. Exxon in Betracht (Anspruch 14).
[0010] Im Rahmen einer erfindungsgemäßen Weiterbildung hat sich die Wahl des Fadentiters
für das Vlies als wesentlich erwiesen. Der Fadentiter soll möglichst im Bereich von
0,7 bis 2,0 dtex liegen (Anspruch 15), wobei der Bereich von 0,8 bis 1,5 bevorzugt
wird. Ein Fadentiter in diesem Bereich führt zu einer hohen Wasserdichtigkeit ohne
Beeinträchtigung der Wasserdampfdurchlässigkeit.
[0011] Das Flächengewicht des Vlieses soll im Bereich von ca. 50 bis 250 g/m
2 liegen (Anspruch 17). Bevorzugt wird ein Flächengewicht von ca. 160 g/m
2 insbesondere in Verbindung mit einem Fadentiter von 1.1 dtex.
[0012] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Vlies, das nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 - 18 hergestellt ist. Das Vlies kann sowohl einschichtig unmittelbar als Unterspannbahn
ausgebildet werden (Anspruch 20). Es ist jedoch auch möglich, das Vlies mit mindestens
einer weiteren Kunststoffschicht zu verbinden (Anspruch 21). Schließlich sind auch
die weiteren Variationen gemäß Anspruch 22 - 24 möglich.
[0013] Nachstehend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert:
[0014] Zur Herstellung des Vlieses wird Metallocen-PP vom Typ Achieve 3854 der Fa. Exxon
verwendet, um eine hohe Ausziehbarkeit der Fasern durch eine gleichmäßigere Molekülketten-Verteilung
im Metallocen-PP zu erreichen. Auch der Typ 3828 kommt in Betracht.
[0015] Es wird ein Compound bzw. Batch bestehend aus 10 Gew.-% Hydrophobierungsmittel Scotchgard
FX-1801 von Firma 3M und 90 Gew.-% des vorgenannten Metallocen-PP vom Typ Achieve
3854 der Firma Exxon hergestellt.
[0016] Das Compound wird im Gewichtsverhältnis 1:9 in eine Metallocen-PP-Schmelze vom Typ
3854 der Firma Exxon eingemischt.
[0017] Die gemischte Schmelze wird durch einen Extruder in an sich bekannter Weise zu Fasern
versponnen. Aus den Fasern wird ein ein entsprechendes PP-Spinnvlies gebildet, wobei
ein Flächengewicht von 160 g/m
2 bei einem Fadentiter von 1.1 dtex herbeigeführt wird.
[0018] Das Vlies wird zur Verfestigung durch einen Kalander geführt, wobei die Bondierungsart
die Oberflächenstruktur bestimmt. Im vorliegenden Fall wird eine gepunktete Bondierungsstruktur
bevorzugt, damit ein möglichst hoher Prozentsatz des Vlieses dampfdurchlässig bleibt
und dennoch eine hohe mechanische Festigkeit erreicht wird.
[0019] Bei Beregnungsversuchen hat sich gezeigt, daß dieses Vlies einer Beregnung von deutlich
mehr als fünf Stunden standhält, in Verbindung mit einer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit.
Mit größerem Fadentiter-Maß nimmt die Wasserdichtigkeit ab, d. h., daß das Vlies früher
undicht wird.
[0020] Das Vlies weist eine hohe mechanische Festigkeit insbesondere Reißfestigkeit auf,
und auch die Weiterreißfestigkeit erreicht einen hohen Wert.
[0021] Das Vlies ist ohne weitere Bearbeitung unmittelbar als einschichtige Unterspannbahn
zu verwenden.
1. Verfahren zum Herstellen eines Vlieses insbesondere zur Verwendung für Unterspannbahnen
für Bedachungen, bestehend aus einem thermoplastischen Kunststoff, bei welchem Verfahren
- eine Schmelze aus dem Kunststoff hergestellt,
- die Schmelze mittels eines Extruders kontinuierlich zu Fasern versponnen
- und aus den Fasern ein Vlies gebildet und insbesondere punktförmig gebondet wird
z. B., indem
- das Vlies durch einen entsprechenden Kalander geführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
- für das Vlies ein Hydrophobierungsmittel verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hydrophobierungsmittel
an/in den Fasern des Kunststoffs verwendet wird und an der Oberfläche der Vliesfasern
seine Wirksamkeit entfaltet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hydrophobierungsmittel
der Schmelze des Kunststoffs zugesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Polyethylen
als Kunststoff verwendet wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß
Polypropylen als Kunststoff verwendet wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Hydrophobierungsmittel Scotchgard FX-1801 oder Scotchgard FX-1808 der Fa.
3M verwendet und insbesondere in die Schmelze eingemischt wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere nach
Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Hydrophobierungsmittel (z.B. Scotchgard
FX-1801 der Fa. 3M) in einer Konzentration von ca. 0,5-1,5 Gew.-% - bezogen auf das
Gesamtgewicht der Schmelze - verwendet wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Hydrophobierungsmittel zunächst in ein Compound bzw. Batch eingemischt wird,
das der Schmelze zugesetzt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das das Hydrophobierungsmittel
aufnehmende Compound im wesentlichen auf der Grundlage des gleichen Kunststoffs wie
die übrige Schmelze hergestellt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Compound ca. 10 Gew.-% der Schmelze beträgt.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Kunststoff ein Metallocen-PP verwendet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß ein Compound aus Metallocen-PP
verwendet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Metallocen-PP
der Typ Achieve 3854 der Fa. Exxon verwendet wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Metallocen-PP
der Typ Achieve 3828 der Fa. Exxon verwendet wird.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß für die Vliesfasern ein Fadentiter von 0,7 bis 2,0 dtex verwendet wird.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß für die Vliesfäden ein Fadentiter im Bereich von 0,8 bis 1,5 dtex verwendet wird.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Vlies mit einem Flächengewicht im Bereich von ca. 50 bis 250 g/m2 gebildet wird.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere nach
Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies mit einem Flächengewicht von ca.
160 g/m2 insbesondere in Verbindung mit einem Fadentiter von 1.1 dtex gebildet wird.
19. Vlies insbesondere zur Herstellung von Unterspannbahnen für Bedachungen, bestehend
aus einem thermoplastischen Kunststoff sowie hergestellt nach einem Verfahren gemäß
einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 18.
20. Vlies nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies einschichtig als Unterspannbahn
ausgebildet ist.
21. Vlies nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies mit mindestens einer
weiteren Kunststoffschicht verbunden ist.
22. Vlies nach Anspruch 19 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies beidseitig mit
einer zusätzlichen Kunststoffschicht versehen ist.
23. Vlies nach Anspruch 19 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterspannbahn aus
zwei miteinander verbundenen Vliesen und an den beiden Außenseiten des Doppelvlieses
mindestens jeweils eine weitere Kunststoffschicht angebracht ist.
24. Vlies nach einem oder mehreren der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß
auch die zusätzlichen bzw. weiteren Kunststoffschichten hydrophobiert sind.