(57) Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge, mit den Schritten:
a) Bereitstellen gemesserter oder gesägter, gestauchter Furnierstreifen mit zwei Stirnseiten
und einer Dicke,
b) Einarbeiten von paarweise komplementären Verzinken in die jeweiligen Stirnseiten
der Furnierstreifen, wobei in Richtung der Dicke der Furnierstreifen verlaufende Flankenflächen
gebildet werden,
c) vollflächiges Benetzen der Flankenflächen mit Klebstoff, und
d) stirnseitiges Zusammenfügen der Furnierstreifen an den Verzinkungen und Aushärten
des Klebstoffs unter Bildung einer fortlaufenden Furnierstreifenbahn.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter
Länge. Derartige Furnierstreifenbahnen werden beispielsweise als Kantenbänder bzw.
Kantenfurniere für Freiformplatten verwendet.
[0002] Es ist bekannt, Kantenfurniere mit einer Stärke von 1,5 mm oder mehr in einem mehrlagigen
Prozeß herzustellen. Furniere mit einer Nennstärke von 0,6 oder auch 1,2 mm werden
stirnseitig durch Stanzwerkzeuge mit einer Finger- bzw. Zinkenverbindung versehen
und mit einem thermisch aktivierten Leimträger verbunden. Diese stirnseitige Zinkenverbindung
wird nur durch dieses aufgepreßte Verbindungsmaterial zusammengehalten.
[0003] Das DE-GM 19 69 776 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn
unbegrenzter Länge. Aus dem DE-GM 75 23 065 sind Furnierbahnen mit komplementären
Zahnungen zur Erzielung eines auf Zug beanspruchbaren Verbandes bekannt.
[0004] Obwohl es wünschenswert ist, endlos hergestellte Kantenfürniere auf Rollen aufzunehmen,
so daß bei Anwendungen, bei denen die genau benötigte Länge des Furniers nicht oder
nur schwierig im voraus zu bestimmen ist (wie beispielsweise bei Freiformplatten),
die jeweils benötigte Länge problemlos von einer Vorratsrolle abgezogen werden kann,
ist dies aufgrund der vorstehend beschriebenen Zinken/Leimträgerverbindung nur begrenzt
möglich, da sich die bekannte Zinkenverbindung nur begrenzt für einen Aufrollprozeß
eignet und sich bei den hierbei auftretenden Biegebeanspruchungen (Biegedurchmesser
von ca. 0,5 m) leicht löst.
[0005] Daher werden die einzelnen Furnierrollen meist zu Stapeln von beispielsweise 3 oder
4 mm zusammengeleimt. Dieser Vorgang ist relativ aufwendig und störanfällig. Weiterhin
bieten diese mehrlagigen Kantensysteme nur eine geringe Flexibilität, die den heutigen
Anforderungen bei Freiformplatten und modernen Bearbeitungszentren nicht gerecht wird.
Die heutigen Kantenanforderungen an Freiformplatten werden mit herkömmlichen mehrlagigen
Systemen häufig nur in mehreren Arbeitsgängen erreicht.
[0006] Als weiterer Nachteil dieser Technik kommt hinzu, daß sich nicht zu vermeidende Farbdifferenzen
der einzelnen Furnierlagen optisch störend auswirken. Besonders deutlich treten derartige
Farbdifferenzen bei Kantenprofilierungen hervor. Zudem wird bei mehrlagigen Kantenfürnieren
sehr viel Klebstoff verbraucht.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen einer
Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge anzugeben, die auch bei größeren Furnierstärken
im Bereich von mehreren Millimetern problemlos auf eine Rolle aufgewickelt werden
kann, und bei der Verarbeitung enge Biegungsradien zuläßt.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst.
[0009] Durch die vollflächige Verleimung der Stanzflächen in den Zinkenverbindungen erhalten
die Furnierstreifen in diesem kritischen Bereich eine wesentlich höhere Wi-. derstandsfähigkeit
bei Biegebeanspruchung, so daß die Bildung einer Rolle problemlos möglich ist.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Furnierstreifen
aus stirnseitig gestauchtem Kantholz hergestellt werden oder alternativ nach dem Messern
oder Sägen stirnseitig gestaucht werden. Bevorzugt haben die gestauchten Furnierstreifen
eine Dicke von 0,5 bis 8 mm und weiter bevorzugt eine Dicke von 1,5 bis 6 mm.
[0011] Die Verzinkungen in den Furnierstreifen werden vorzugsweise durch Stanzen hergestellt.
[0012] Bevorzugt ist vorgesehen, daß die sich nach dem Messern bzw. Sägen übereinander befindlichen
Furnierstreifen voreinander gestürzt gestanzt werden. Dadurch ergibt sich eine über
die Verzinkungen hinweg weitgehend ununterbrochen fortlaufende Holzmaserung, so daß
die Verzinkungen praktisch unsichtbar werden.
[0013] Zweckmäßigerweise werden die Furnierstreifen stirnseitig unter hohem Druck und Einwirkung
von Wärme miteinander verpreßt.
[0014] Es kann vorgesehen sein, daß aus zwei oder mehr erfindungsgemäßen Furnierstreifenbahnen
eine mehrschichtige gestauchte Furnierstreifenbahn gebildet wird.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß aus der Furnierstreifenbahn
eine Rolle gebildet wird. Alternativ kann vorgesehen sein, daß aus der Furnierstreifenbahn
Abschnitte mit vorbestimmter Länge gebildet werden, deren Länge beispielsweise 3 bis
6 m betragen kann.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Furnierstreifenbahn,
die in unbegrenzter Länge in Rollen- oder Abschnittsform vorliegt, mit einer zusätzlichen
Trägerschicht und/oder mit einer zusätzlichen Aufdoppelung versehen wird.
1. Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge, mit den Schritten:
a) Bereitstellen gemesserter oder gesägter, gestauchter Furnierstreifen mit zwei Stirnseiten
und einer Dicke,
b) Einarbeiten von paarweise komplementären Verzinkungen in die jeweiligen Stirnseiten
der Furnierstreifen, wobei in Richtung der Dicke der Furnierstreifen verlaufende Flankenflächen
gebildet werden,
c) vollflächiges Benetzen der Flankenflächen mit Klebstoff, und
d) stirnseitiges Zusammenfügen der Furnierstreifen an den Verzinkungen und Aushärten
des Klebstoffs unter Bildung einer fortlaufenden Furnierstreifenbahn.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen aus stirnseitig
gestauchtem Kantholz hergestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen nach dem
Messern oder Sägen stirnseitig gestaucht werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Furnierstreifen eine Dicke von 0,5 bis 8 mm aufweisen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen
eine Dicke von 1,5 bis 6 mm aufweisen.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verzinkungen in den Furnierstreifen durch Stanzen hergestellt werden.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Furnierstreifen nach dem Messern/Sägen und/oder Stauchen voreinander gestürzt gestanzt
werden.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Furnierstreifen in Schritt d) stirnseitig unter hohem Druck und Einwirkung von Wärme
miteinander verpreßt werden.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß aus
zwei oder mehr Furnierstreifenbahnen eine mehrschichtige Furnierstreifenbahn gebildet
wird.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß aus
der Furnierstreifenbahn durch Aufwickeln auf einen Kern eine Rolle gebildet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß aus der Furnierstreifenbahn
Abschnitte mit vorbestimmter Länge gebildet werden.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Furnierstreifenbahn mit einer zusätzlichen Trägerschicht versehen wird.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Furnierstreifenbahn mit einer zusätzlichen Aufdoppelung versehen wird.