(19)
(11) EP 1 025 966 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.08.2000  Patentblatt  2000/32

(21) Anmeldenummer: 00101215.2

(22) Anmeldetag:  21.01.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B27D 1/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 08.02.1999 DE 19904845

(71) Anmelder: Richter Furniertechnik GmbH & Co. KG
49326 Melle (DE)

(72) Erfinder:
  • Richter, Eberhard
    49326 Melle (DE)

(74) Vertreter: Schirmer, Siegfried, Dipl.-Ing. 
Boehmert & Boehmert, Patentanwalt, Osningstrasse 10
33605 Bielefeld
33605 Bielefeld (DE)

   


(54) Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge


(57) Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge, mit den Schritten:

a) Bereitstellen gemesserter oder gesägter, gestauchter Furnierstreifen mit zwei Stirnseiten und einer Dicke,

b) Einarbeiten von paarweise komplementären Verzinken in die jeweiligen Stirnseiten der Furnierstreifen, wobei in Richtung der Dicke der Furnierstreifen verlaufende Flankenflächen gebildet werden,

c) vollflächiges Benetzen der Flankenflächen mit Klebstoff, und

d) stirnseitiges Zusammenfügen der Furnierstreifen an den Verzinkungen und Aushärten des Klebstoffs unter Bildung einer fortlaufenden Furnierstreifenbahn.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge. Derartige Furnierstreifenbahnen werden beispielsweise als Kantenbänder bzw. Kantenfurniere für Freiformplatten verwendet.

[0002] Es ist bekannt, Kantenfurniere mit einer Stärke von 1,5 mm oder mehr in einem mehrlagigen Prozeß herzustellen. Furniere mit einer Nennstärke von 0,6 oder auch 1,2 mm werden stirnseitig durch Stanzwerkzeuge mit einer Finger- bzw. Zinkenverbindung versehen und mit einem thermisch aktivierten Leimträger verbunden. Diese stirnseitige Zinkenverbindung wird nur durch dieses aufgepreßte Verbindungsmaterial zusammengehalten.

[0003] Das DE-GM 19 69 776 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge. Aus dem DE-GM 75 23 065 sind Furnierbahnen mit komplementären Zahnungen zur Erzielung eines auf Zug beanspruchbaren Verbandes bekannt.

[0004] Obwohl es wünschenswert ist, endlos hergestellte Kantenfürniere auf Rollen aufzunehmen, so daß bei Anwendungen, bei denen die genau benötigte Länge des Furniers nicht oder nur schwierig im voraus zu bestimmen ist (wie beispielsweise bei Freiformplatten), die jeweils benötigte Länge problemlos von einer Vorratsrolle abgezogen werden kann, ist dies aufgrund der vorstehend beschriebenen Zinken/Leimträgerverbindung nur begrenzt möglich, da sich die bekannte Zinkenverbindung nur begrenzt für einen Aufrollprozeß eignet und sich bei den hierbei auftretenden Biegebeanspruchungen (Biegedurchmesser von ca. 0,5 m) leicht löst.

[0005] Daher werden die einzelnen Furnierrollen meist zu Stapeln von beispielsweise 3 oder 4 mm zusammengeleimt. Dieser Vorgang ist relativ aufwendig und störanfällig. Weiterhin bieten diese mehrlagigen Kantensysteme nur eine geringe Flexibilität, die den heutigen Anforderungen bei Freiformplatten und modernen Bearbeitungszentren nicht gerecht wird. Die heutigen Kantenanforderungen an Freiformplatten werden mit herkömmlichen mehrlagigen Systemen häufig nur in mehreren Arbeitsgängen erreicht.

[0006] Als weiterer Nachteil dieser Technik kommt hinzu, daß sich nicht zu vermeidende Farbdifferenzen der einzelnen Furnierlagen optisch störend auswirken. Besonders deutlich treten derartige Farbdifferenzen bei Kantenprofilierungen hervor. Zudem wird bei mehrlagigen Kantenfürnieren sehr viel Klebstoff verbraucht.

[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge anzugeben, die auch bei größeren Furnierstärken im Bereich von mehreren Millimetern problemlos auf eine Rolle aufgewickelt werden kann, und bei der Verarbeitung enge Biegungsradien zuläßt.

[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst.

[0009] Durch die vollflächige Verleimung der Stanzflächen in den Zinkenverbindungen erhalten die Furnierstreifen in diesem kritischen Bereich eine wesentlich höhere Wi-. derstandsfähigkeit bei Biegebeanspruchung, so daß die Bildung einer Rolle problemlos möglich ist.

[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Furnierstreifen aus stirnseitig gestauchtem Kantholz hergestellt werden oder alternativ nach dem Messern oder Sägen stirnseitig gestaucht werden. Bevorzugt haben die gestauchten Furnierstreifen eine Dicke von 0,5 bis 8 mm und weiter bevorzugt eine Dicke von 1,5 bis 6 mm.

[0011] Die Verzinkungen in den Furnierstreifen werden vorzugsweise durch Stanzen hergestellt.

[0012] Bevorzugt ist vorgesehen, daß die sich nach dem Messern bzw. Sägen übereinander befindlichen Furnierstreifen voreinander gestürzt gestanzt werden. Dadurch ergibt sich eine über die Verzinkungen hinweg weitgehend ununterbrochen fortlaufende Holzmaserung, so daß die Verzinkungen praktisch unsichtbar werden.

[0013] Zweckmäßigerweise werden die Furnierstreifen stirnseitig unter hohem Druck und Einwirkung von Wärme miteinander verpreßt.

[0014] Es kann vorgesehen sein, daß aus zwei oder mehr erfindungsgemäßen Furnierstreifenbahnen eine mehrschichtige gestauchte Furnierstreifenbahn gebildet wird.

[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß aus der Furnierstreifenbahn eine Rolle gebildet wird. Alternativ kann vorgesehen sein, daß aus der Furnierstreifenbahn Abschnitte mit vorbestimmter Länge gebildet werden, deren Länge beispielsweise 3 bis 6 m betragen kann.

[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Furnierstreifenbahn, die in unbegrenzter Länge in Rollen- oder Abschnittsform vorliegt, mit einer zusätzlichen Trägerschicht und/oder mit einer zusätzlichen Aufdoppelung versehen wird.


Ansprüche

1. Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge, mit den Schritten:

a) Bereitstellen gemesserter oder gesägter, gestauchter Furnierstreifen mit zwei Stirnseiten und einer Dicke,

b) Einarbeiten von paarweise komplementären Verzinkungen in die jeweiligen Stirnseiten der Furnierstreifen, wobei in Richtung der Dicke der Furnierstreifen verlaufende Flankenflächen gebildet werden,

c) vollflächiges Benetzen der Flankenflächen mit Klebstoff, und

d) stirnseitiges Zusammenfügen der Furnierstreifen an den Verzinkungen und Aushärten des Klebstoffs unter Bildung einer fortlaufenden Furnierstreifenbahn.


 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen aus stirnseitig gestauchtem Kantholz hergestellt werden.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen nach dem Messern oder Sägen stirnseitig gestaucht werden.
 
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen eine Dicke von 0,5 bis 8 mm aufweisen.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen eine Dicke von 1,5 bis 6 mm aufweisen.
 
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzinkungen in den Furnierstreifen durch Stanzen hergestellt werden.
 
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen nach dem Messern/Sägen und/oder Stauchen voreinander gestürzt gestanzt werden.
 
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifen in Schritt d) stirnseitig unter hohem Druck und Einwirkung von Wärme miteinander verpreßt werden.
 
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß aus zwei oder mehr Furnierstreifenbahnen eine mehrschichtige Furnierstreifenbahn gebildet wird.
 
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß aus der Furnierstreifenbahn durch Aufwickeln auf einen Kern eine Rolle gebildet wird.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß aus der Furnierstreifenbahn Abschnitte mit vorbestimmter Länge gebildet werden.
 
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifenbahn mit einer zusätzlichen Trägerschicht versehen wird.
 
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Furnierstreifenbahn mit einer zusätzlichen Aufdoppelung versehen wird.