[0001] Die Erfindung betrifft ein pulverkraftbetriebenes Setzgerät gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der DE-OS 14 78 837 ist ein Führungszylinder eines Setzgerätes bekannt, der über
eine Innenbohrung und ein Kartuschenlager verfügt. In der Innenbohrung ist ein Treibkolben
axial versetzbar angeordnet. Entgegen der Setzrichtung schliesst sich an die Innenbohrung
das Kartuschenlager an, in dem eine Kartusche mit einer beispielsweise pulverförmigen
Treibladung einsetzbar ist. Zwischen dem Kartuschenlager und der Innenbohrung erstreckt
sich ein zylindrischer Verbindungskanal dessen Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser
des Kartuschenlagers. Der Verbindungskanal weist eine dem Kartuschenlager zugewandte
Mündung auf, die sich in Richtung Kartuschenlager erweitert. Die Mündung wird von
einer umlaufend ausgebildeten Phase gebildet.
[0003] Das Verwenden von Folienkartuschen ist bei diesem bekannten Setzgerät nicht möglich,
da sich die Folienkartusche beim Zünden der Treibladung in den Verbindungskanal hinein
kugelkalottenförmig aufweitet und anschliessend undefiniert platzt. Dabei gelangen
Folienreste in die Innenbohrung des Führungszylinders und verschmutzen dieselbe, sodass
in einer weiteren Folge Funktionsstörungen des Setzgerätes auftreten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein pulverkraftbetriebenes Setzgerät zu
schaffen, mit dem in Folienkartuschen bevorratete Treibladungen ohne Funktionsstörungen
des Setzgerätes einfach und sicher zündbar sind.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch ein pulverkraftbetriebenes Setzgerät, welches
die im kennzeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale aufweist.
[0006] Mit Hilfe des ersten scharfkantigen Umfangsabschnittes wird die Folienkartusche an
einer genau definierten Stelle durch Einreissen zum Aufplatzen gebracht, nachdem sich
in der Folienkartusche ein für das vollständige Verbrennen der Treibladung notwendiger
Druck aufgebaut hat. Der erfindungsgemässe, zweite Umfangsabschnitt wirkt dem Einreissen
der Folie entgegen und sorgt dafür, dass jener Folienabschnitt, welcher in den Verbindungskanal
ragt, sicher an dem restlichen Teil der Folie verbleibt und nicht in die Innenbohrung
des Führungszylinders gelangt.
[0007] Damit der von der gezündeten Kartusche erzeugte Treibladungsdruck ungehindert durch
den Verbindungskanal hindurch in die Innenbohrung des Führungzylinders gelangen kann,
und der Verbindungsbereich zwischen dem eingerissenenen bzw. aufgeplatzten Folienabschnitt
sowie dem restlichen Teil der Folie so gross wie möglich ist, erstreckt sich vorzugsweise
der zweite Umfangsabschnitt höchstens über den halben Gesamtumfang der Mündung.
[0008] Um den in den Verbindungskanal ragenden Folienabschnitt in Form einer Zunge mit zwei
im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Seitenrändern und einem halbkreisförmigen
Endbereich schaffen zu können, ist zweckmässigerweise der erste Umfangsabschnitt der
Mündung im wesentlichen U-förmig und der zweite Umfangsabschitt geradlinig ausgebildet.
[0009] Zum Zwecke einer wirtschaftlichen Herstellung des Verbindungskanals weist vorzugsweise
der sich in Setzrichtung an die Mündung anschliessende Teil des Verbindungskanals
einen von einer kreisrunden Form abweichenden Querschnitt auf.
[0010] Die Erfindung wird anhand einer/mehrerer Zeichnungen, die ein/mehrere Ausführungsbeispiele
wiedergibt/wiedergeben, näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemässes Kartuschenlager mit einem sich daran anschliessenden Verbindungskanal;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf das Kartuschenlager und den Verbindungskanal gemäss Fig. 1.
[0011] Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Kartuschenlager 5 schliesst sich entgegen der
Setzrichtung an eine Innenbohrung 2 eines Führungszylinders 1 an. In der Innenbohrung
2 ist ein Treibkolben 3 axial verschiebbar angeordnet. Zwischen der Innenbohrung 2
und dem Kartuschenlager 5 erstreckt sich ein Verbindungskanal 4, der einen von der
kreisrunden Form abweichenden Querschnitt aufweist. Der Verbindungskanal 4 weist eine
dem Kartuschenlager 5 zugewandte Mündung 9 auf, die sich aus zwei Umfangsabschnitten
10, 11 zusammensetzt. Ein erster Umfangsabschnitt 10 ist scharfkantig ausgebildet.
Ein zweiter Umfangsabschnitt 11 ist mit einem Radius versehen, der beispielsweise
0,5 bis 4 mm beträgt. Der erste scharfkantige Umfangsabschnitt 10 und die sich daran
anschliessende Wandung des Verbindungskanals 4 sind im wesentlichen U-förmig ausgebildet.
Der zweite, mit einem Radius versehene Umfangsabschnitt 11 und die sich daran anschliessende
Wandung des Verbindungskanals 4 sind geradlinig ausgebildet. Der erste Umfangsabschnitt
10 entspricht beispielsweise, wie in dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 dargestellt
ist, dem 2-fachen zweiten Umfangsabschnitt 11.
[0012] In dem Kartuschenlager 5 befindet sich eine Folienkartusche 12, die mit einer pulverförmigen
Treibladung 13 gefüllt ist. Gezündet wird die Treibladung 13 mittels zweier Elektroden
7, 8 zwischen denen sich ein Lichtbogen bildet, wenn die Elektroden 7, 8 mit einer
nicht dargestellten elektrischen Stromquelle in Verbindung gebracht werden und Strom
durch die Elektroden 7, 8 fliesst. Die beiden Elektroden 7, 8 sind fest mit einem
Gehäuse 6 eines nicht näher dargestellten Setzgerätes verbunden und durchstossen den
Boden der Folienkartusche 12. Dieser Boden ist wie auch der die Treibladung 13 aufnehmende
Bereich 15 der Folienkartusche aus einer dünnwandigen Folie gebildet.
[0013] Der dem Boden gegenüberliegende, im Bereich der Mündung 9 des Verbindungskanals 4
angeordnete Teil der Folienkartusche 12 ist entlang des ersten, scharfkantigen Umfangsabschnittes
10 eingerissen und ragt als zungenförmig ausgebildeter Folienrest 14 über den mit
einem Radius versehenen zweiten Umfangsabschnitt 11 in den Verbindungskanal 4.
1. Pulverkraftbetriebenes Setzgerät mit einem eine Innenbohrung (2) aufweisenden Führungszylinder
(1) in der ein Treibkolben (3) axial versetzbar angeordnet ist, einem mit dem Führungszylinder
(1) in Verbindung stehenden Kartuschenlager (5), dessen lichte Weite (W) in Setzrichtung
abnimmt und einem das Kartuschenlager (5) mit der Innenbohrung (2) verbindenden Verbindungskanal
(4), dadurch gekennzeichnet, dass eine dem Kartuschenlager ( 5) zugewandte Mündung (9) des Verbindungskanals (4)
einen ersten, scharfkantigen Umfangsabschnitt (10) und einen mit einem Radius versehenen,
zweiten Umfangsabschnitt (11) aufweist.
2. Setzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich der zweite Umfangsabschnitt
(11) höchstens über den halben Gesamtumfang der Mündung (9) erstreckt.
3. Setzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Umfangsabschnitt
(10) im wesentlichen U-förmig und der zweite Umfangsabschitt (11) geradlinig ausgebildet
ist.
4. Setzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der sich in Setzrichtung
an die Mündung (9) anschliessende Teil des Verbindungskanals (4) einen von einer kreisrunden
Form abweichenden Querschnitt aufweist.