[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen
herstellenden Textilmaschine mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Merkmalen.
[0002] Solche Kreuzspulen herstellende Textilmaschinen sind beispielsweise durch die DE
196 50 932 A1 bekannt. Derartige, sogenannte Kreuzspulautomaten besitzen eine Vielzahl
von als Spulstellen ausgebildeten Arbeitsstellen, die üblicherweise in Längserstreckung
der Spulmaschine nebeneinander angeordnet sind. Zur Steuerung und Überwachung ist
dabei jeder Spulstelle ein separater Arbeitsstellenrechner zugeordnet. Die einzelnen
Arbeitsstellenrechner sind außerdem über einen Maschinenbus mit einer Zentralsteuereinheit
der Spulmaschine verbunden.
[0003] Zum Ver- und Entsorgen ihrer Arbeitsstellen weisen derartige Kreuzspulautomaten in
der Regel eine Logistikeinrichtung in Form eines Spulen- und Hülsentransportsystems
auf. In diesem Spulen- und Hülsentransportsystem laufen, aufrecht auf den Dornen von
Transporttellern stehend, Ablaufspulen, sogenannte Spinnkopse beziehungsweise Leerhülsen
um.
[0004] Des weiteren verfügen solche Spulmaschinen über ein die Arbeitsstellen selbsttätig
versorgendes Serviceaggregat in Form eines sogenannten Kreuzspulenwechslers.
Der Kreuzspulenwechsler übergibt fertiggestellte Auflaufspulen aus dem Spulenrahmen
der Arbeitsstelle an eine maschinenlange Transporteinrichtung, die die Kreuzspulen
zu einer maschinenendseitig angeordneten Übergabestation befördert. Anschließend wechselt
das Serviceaggregat eine neue Leerhülse in den Spulenrahmen der betreffenden Arbeitsstelle
ein.
[0005] Es ist bekannt, während des Umspulens des Garns von einer Ablaufspule auf eine Auflaufspule
den laufenden Faden durch einen Fadenzugkraftsensor zu überwachen und die Fadenzugkraft
mittels eines Fadenspanners auf einem vorbestimmten Niveau zu halten. Das heißt, mittels
des Fadenspanners wird eine im wesentlichen konstante Fadenzugkraft des laufenden
Fadens eingestellt, um auf diese Weise ein gleichmäßiges Aufspulen des Fadens auf
der Auflaufspule sicherzustellen.
[0006] Aus der DE 41 29 803 A1 ist bekannt, die aktuelle Fadenzugkraft des laufenden Fadens
mit einem Fadenzugkraftsensor zu detektieren. Mittels einer von diesem Fadenzugkraftsensor
durchgeführten Fadenzugkraftmessung am laufenden Faden wird ein Stellsignal für den
Fadenspanner bereitgestellt, der entsprechend dem Stellsignal eine mehr oder weniger
große Bremswirkung auf den laufenden Faden ausübt. Der Fadenspanner besitzt hierzu
eine mit einer variablen Andruckkraft beaufschlagbare Fadenbremseinrichtung. Ein derartiger
Fadenspanner ist beispielsweise aus der DE 41 30 301 A1 bekannt. Durch das Zusammenwirken
des Fadenzugkraftsensors mit dem Fadenspanner wird sichergestellt, daß das Garn mit
einer definierten Fadenzugkraft auf die Auflaufspule gespult wird.
[0007] Bei dem aus der DE 41 29 803 A1 bekannten Fadenzugkraftsensor wird der Faden über
ein Fadenführungselement geführt, das an einem Kopfende einer in einem Magnetfeld
angeordneten Tauchspule angebracht ist. Mit einem derartigen Fadenzugkraftsensor kann
ein Tauchspulenstrom zum Halten der Position der Tauchspule als direkte Größe für
die Fadenzugkraft entnommen werden, da eine proportionale Abhängigkeit zwischen der
Fadenzugkraft und dem Tauchspulenstrom besteht. Durch Auswertung des Tauchspulenstroms
läßt sich somit der Verlauf der Fadenzugkraft überwachen.
[0008] Beim Betrieb der Spulmaschine können Betriebszustände auftreten, bei denen der Faden
nicht im Bereich der Fadenbremseinrichtung des Fadenspanners läuft. Der Faden läuft
beispielsweise neben, vor oder hinter der Fadenbremseinrichtung. Da der Umspulvorgang
hierdurch nicht unmittelbar betroffen ist, ist diese Fehlführung des Fadens nicht
immer unmittelbar erkennbar, jedoch ist hierbei nachteilig, daß es durch die fehlende
Regulierung der Fadenzugkraft zu einer fehlerhaften, in der Regel zu weich gewickelten
Auflaufspule kommt.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der gattungsgemäßen
Art anzugeben, mit dem eine hohe Wickelqualität der Auflaufspulen sichergestellt werden
kann.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den im Anspruch 1 genannten
Merkmalen gelöst.
[0011] Dadurch, daß der Anpreßdruck einer auf den Faden wirkenden Fadenbremseinrichtung
des Fadenspanners durch den Arbeitsstellenrechner vorgegeben und ständig mit einem
vorbestimmten Anpreßdruck-Grenzwert verglichen wird, kann sofort festgestellt werden,
wenn der augenblickliche Anpreßdruck den vorgegeben Grenzwert und für eine vorgebbare
Zeitspanne erreicht bzw. überschritten hat.
Auf diese Weise ist zuverlässig gewährleistet, daß jedes Erreichen beziehungsweise
Überschreiten des Grenzwertes über eine vorbestimmte Zeitspanne, das seine Ursache
beispielsweise in einer fehlerhaften Fadenführung haben kann, sofort detektiert wird,
und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Hierdurch wird vorteilhafterweise
vermieden, daß eine Auflaufspule durch einen fehlerhaft geführten Faden zu weich und
somit fehlerhaft gespult wird. Insgesamt erhöht sich damit die Effektivität der Spulmaschine,
da durch frühzeitiges Erkennen eines Problems unmittelbar korrigierend eingegriffen
werden kann. Ferner ist durch das erfindungsgemäße Verfahren sichergestellt, daß alle
hergestellten Auflaufspulen eine im wesentlichen gleichbleibende, hohe Spulenqualität
aufweisen, insbesondere mit einer gleichbleibenden, definierten Fadenspannung aufgespult
sind.
[0012] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist des weiteren vorgesehen, daß der Anpreßdruck
der Fadenbremseinrichtung während eines Hochlaufens der Spule nach einem Spleißvorgang,
in dem Oberfaden und Unterfaden gesucht und automatisch verbunden wurden, überwacht
wird. Hierdurch kann bereits unmittelbar nach Anlaufen der Arbeitsstelle eine unkorrekte
Führung des Fadens, insbesondere im Bereich des Fadenspanners, erkannt werden. Das
heißt, wenn der Faden nicht richtig im Fadenspanner zwischen dessen Bremstellern geführt
ist, wird dies vom Arbeitsstellenrechner aufgrund des Erreichens oder Überschreitens
eines vorgegebenen Anpreßdruckgrenzwertes sofort erkannt und automatisch ein kontrollierter
Fadenschnitt durchgeführt.
Anschließend wird eine vorgebbare Länge des Fadens wieder von der Auflaufspule abgespult
und abgeschnitten. Der Spulprozeß wird schließlich nach dem neuerlichen Verbinden
des Unterfadens mit dem Oberfaden fortgeführt. Durch diese Maßnahme wird vorteilhafterweise
erreicht, daß eine durch eine nicht ordnungsgemäße Führung des Fadens fehlerhaft auf
die Auflaufspule aufgewickelte Fadenmenge sofort wieder von der Auflaufspule entfernt
werden kann. Es wird somit eine gleichbleibende Qualität der gesamten Auflaufspule
sichergestellt. Bevorzugt kann vorgesehen sein, daß nach mehrmaligem wiederholten
Ansprechen der Anpreßdrucküberwachung in der Anlaufphase die Arbeitsstelle Stillgesetzt
und ein entsprechendes Störsignal generiert wird.
[0013] Ferner ist in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die Überwachung
des Anpreßdruckes der Fadenbremseinrichtung auch während des regulären Spulprozesses
durchgeführt wird. Somit kann auch hier, wenn der Faden mit einer Spulgeschwindigkeit
von bis zu 2.000 m/min läuft, durch Überwachen des Anpreßdruckes der Fadenbremseinrichtung
eine ordnungsgemäße Führung des Faden und damit eine definierte Fadenzugkraft sichergestellt
werden. Auch hier erfolgt, wenn der Anpreßdruck für eine vorgebbare Zeitspanne einen
vorgegebenen Grenzwert erreicht oder überschritten hat, ein kontrollierter Fadenschnitt.
Anschließend wird ein Störsignal generiert, das eine notwendige Überprüfung und/oder
Reparatur der betreffenden Arbeitsstelle anzeigt.
[0014] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in
den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0016] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Arbeitsstelle (Spulstelle) einer Kreuzspulen herstellenden
Textilmaschine,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung des Arbeitsstellenrechners einer Spulstelle, der mit
einem Fadenzugkraftsensor, einem Fadenspanner sowie einer Fadenschneideinrichtung
in Verbindung steht.
[0017] Figur 1 zeigt in Seitenansicht eine mit 10 bezeichnete Spulstelle einer Kreuzspulen
herstellenden Textilmaschine 1. Derartige, als Kreuzspulautomaten bekannte Textilmaschinen
verfügen über eine Vielzahl nebeneinander angeordneter Spulstellen (Arbeitsstellen)
10, auf denen Ablaufspulen 12 (nachfolgend auch Spinnkopse genannt) zu großvolumigen
Auflaufspulen 14 (nachfolgend auch Kreuzspulen genannt) umgespult werden. Die Spinnkopse
12 gelangen hierbei über eine Transporteinrichtung 16 zu den einzelnen Spulstellen
10. Die Transporteinrichtung 16 umfaßt, wie an sich bekannt, eine Vielzahl, im einzelnen
nicht näher bezeichneter Transportstrecken, auf denen, auf Transporttellern 20 aufgesteckt,
Spinnkopse 12 oder Leerhülsen 18 befördert werden.
[0018] Von einem sich in Spulposition I befindenden Spinnkops 12 wird ein Faden 22 abgezogen.
Der vom Spinnkops 12 abgezogene Faden 22 passiert auf seinem Weg zur Kreuzspule 14
in Fadenlaufrichtung 24 zunächst einen Unterfadensensor 28, der über eine Signalleitung
30 mit einem Arbeitsstellenrechner 32 verbunden ist.
[0019] Mittels dieses Unterfadensensors 28 wird zum Beispiel nach einem Fadenbruch oder
einem kontrollierten Fadenschnitt, vor Einleitung der Oberfadensuche, festgestellt,
ob überhaupt ein Unterfaden 34 vorhanden ist.
[0020] Oberhalb des Unterfadensensors 28 ist ein Fadenspanner 36 angeordnet. Der Fadenspanner
36 umfaßt, wie in Figur 2 angedeutet ist, zwei Bremsteller 114, 116, die auf den laufenden
Faden 22 einen Anpreßdruck APD ausüben. Der Fadenspanner 36 wird zu diesem Zweck vom
Arbeitsstellenrechner 32 über eine Steuerleitung 38 definiert angesteuert.
[0021] Außerhalb des regulären Fadenlaufweges ist eine Fadenendenverbindungseinrichtung
40, die beispielsweise als pneumatischer Spleißer ausgebildet ist, angeordnet. Die
Spleißeinrichtung 40 ist über eine Signalleitung 42 ebenfalls mit dem Arbeitsstellenrechner
32 verbunden. Im weiteren Verlauf des Fadenlaufweges ist zur Feststellung von Garnfehlern
ein Fadenreiniger 44 angeordnet. Mittels des Fadenreinigers 44 wird ständig die Qualität
des laufenden Fadens überwacht. Die Signale des Fadenreinigers 44 werden zur Auswertung
über eine Signalleitung 48 dem Arbeitsstellenrechner 32 zugeführt. Beim Auftreten
eines Garnfehlers wird von dem Arbeitsstellenrechner 32 über eine Steuerleitung 50
eine Schneideinrichtung 52 betätigt und der Faden 22 getrennt.
[0022] In Fadenlaufrichtung 24 sind nach dem Fadenreiniger 44 noch ein Fadenzugkraftsensor
54 sowie eine Paraffiniereinrichtung 46 angeordnet. Der Fadenzugkraftsensor 54 ist
dabei über eine Signalleitung 56 ebenfalls mit dem Arbeitsstellenrechner 32 verbunden.
[0023] Während des Spulbetriebes wird mittels des Fadenzugkraftsensors 54 ständig die Fadenzugkraft
des laufenden Fadens 22 überwacht und entsprechend dem vom Fadenzugkraftsensor 54
gelieferten Fadenzugkraftsignal Fsp
ist über den Arbeitsstellenrechner 32 der Fadenspanner 36 angesteuert. Das heißt, die
Bremsteller 114, 116 des Fadenspanners 36 beaufschlagen den Faden 22 mit einem Anpreßdruck
APD
ist, der sicherstellt, daß sich am laufenden Faden 22 eine im wesentlichen konstante
Fadenzugkraft Fsp
ist einstellt, die eine gleichmäßige Packungsdichte der zufertigenden Kreuzspule 14 gewährleistet.
[0024] Auf die Paraffiniereinrichtung 46 folgt in Fadenlaüfrichtung 24 schließlich ein Fadenführer
58, über den der Faden 22 auf eine Spultrommel 60, eine sogenannte Nuttrommel, aufläuft,
die für eine kreuzweise Verlegung des Fadens 22 nach der Wicklungsart "wilde Wicklung"
sorgt. Die Kreuzspule 14 ist über eine nicht näher dargestellte Hülse in einem schwenkbar
gelagerten Spulenrahmen 64 drehbar gelagert und liegt dabei mit ihrem Außenumfang
an der einzelmotorisch angetriebenen Spultrommel 60 an, die die Kreuzspule 14 über
Reibschluß mitnimmt.
[0025] Die Spulstelle 10 besitzt ferner eine Saugdüse 66 sowie ein Greiferrohr 68. Das Greiferrohr
68 dient dabei zum Ergreifen des vom Spinnkops 12 stammenden Unterfadens 34, der bei
einem kontrollierten Fadenreinigungsschnitt oder bei einem Fadenbruch oberhalb des
Fadenspanners in der Regel im Fadenspanner 36 gehalten ist. Das um eine Drehachse
72 verschwenkbare Greiferrohr 68 ist an eine zentrale Unterdruckversorgung 76 der
Spulmaschine 1 angeschlossen, die mit einer Unterdruckquelle 78 in Verbindung steht.
Die Greiferrohrmündung bewegt sich dabei entlang der gestrichelt eingezeichneten Bewegungsbahn
74. Das Verschwenken des Greiferrohrs 68 erfolgt, durch den Arbeitsstellenrechner
32 gesteuert, über eine an sich bekannte und daher nicht näher dargestellte Antriebseinrichtung.
[0026] Die Saugdüse 66 dient zum Aufnehmen eines auf die Kreuzspule 14 aufgelaufenen Oberfadens
80. Hierzu ist die Saugdüse 66 um eine Drehachse 82 derart verschwenkbar, daß ihre
Mündung 84 eine Bewegungsbahn 86 durchläuft. Die Saugdüse 66 ist ebenfalls mit der
Unterdruckversorgung 76 verbunden. Die Schwenkbewegung der Saugdüse 66 wird über den
Arbeitsstellenrechner 32 durch Ansteuern einer an sich bekannten, nicht dargestellten
Antriebseinrichtung, vorzugsweise eines Kurvenscheibenpaketes, ausgelöst.
[0027] Die Spulstelle 10 umfaßt weitere mechanische, elektrische und pneumatische Komponenten,
die im Rahmen der vorliegenden Beschreibung nicht näher erläutert werden sollen.
[0028] In Figur 2 ist schematisch der Arbeitsstellenrechner 32 sowie dessen Verschaltung
mit dem Fadenspanner 36, dem Fadenzugkraftsensor 54 und der Fadenschneideinrichtung
52 dargestellt.
[0029] Der in Fig.2 lediglich stark schematisch dargestellte Fadenspanner 36 ist an sich
bekannt und beispielsweise in der DE 195 26 901 A1 ausführlich beschrieben.
[0030] Als Fadenzugkraftsensor 54 kommt vorzugsweise eine Einrichtung zur Verwendung, wie
sie beispielsweise durch die DE 41 29 803 A1 ebenfalls bekannt ist.
[0031] Eine elektrisch ansteuerbare Fadenschneideinrichtung, wie sie unter der Bezugszahl
52 angedeutet ist, ist im Textilmaschinenbau seit langem Stand der Technik. Solche
Einrichtungen weisen in der Regel eine durch einen Elektromagnet gezielt ausfahrbare
Schneide auf, die bei Bestromung des Elektromagneten gegen einen Anschlag gedrückt
wird und dabei den vor der Schneide vorbeilaufenden Faden zuverlässig durchtrennt.
[0032] Der Arbeitsstellenrechner 32, der im Ausführungsbeispiel über einen Fadenspannungs-Sollwertgeber
90, einen Anpreßdruck-Grenzwertgeber 100, einen Regler 99, einen Komparator 92 sowie
über einen mit einem Zeitglied 96 ausgestatteten Komparator 102 verfügt, ist über
eine Signalleitung 56 mit dem Fadenzugkraftsensor 54, über'eine Stelleitungen 50 mit
der Fadenschneideinrichtung 52 und über eine Stelleitung 38 mit dem Fadenspanner 36
verbunden.
[0033] Wie in Fig.2 angedeutet, wird der Komparator 92 dabei über die über die Signalleitung
56 mit den Fadenzugkraft-Istwerten Fsp
ist sowie über die Signalleitung 91 mit den Fadenzugkraft-Sollwerten Fsp
soll versorgt. Das generierte Komparatorsignal gelangt über die Signalleitung 95 zum Regler
99, der über die Stelleitung 38 dafür sorgt, daß am Fadenspanner 36 ein Anpreßdruck
APD
ist ansteht, der eine konstante Fadenzugkraft Fsp
ist gewährleistet.
Das Reglersignal wird über die Leitung 97 des weiteren auf den Komparator 102 gegeben,
der vorzugsweise mit einem Zeitschaltglied 96 ausgestattet ist. Der Komparator 102
ist über eine Leitung 101 außerdem mit einem Anpreßdruck-Grenzwertgeber 100 verbunden,
sowie ausgangsseitig über die Stelleitung 50 an die Fadenschneideinrichtung 52 angeschlossen.
Funktion des erfindungsgemäßen Verfahrens:
[0034] Während des Umspulprozesses läuft der von der Ablaufspule 12 abgewickelte Fadens
22 auf seinem Weg zur Auflaufspule 14 in der Regel zwischen den Bremstellern 114,
116 des Fadenspanner 36. Durch definiertes Einstellen des Anpreßdruckes APD der Bremsteller
114, 116 wird dabei dafür gesorgt, daß der Faden 22 mit zumindest annähernd konstantes
Fadenzugkraft auf die Kreuzspule 14 aufgespult wird. Die Fadenzugkraft wird während
des gesamten Spulprozesses durch den Fadenzugkraftsensor 54 überwacht.
[0035] In Ausnahmefällen kann es vorkommen, daß der Faden 22 nicht zwischen den Bremstellern
114, 116 geführt ist, sondern vor, hinter oder neben diesen Bremstellern läuft. Da
eine solche Fehlführung des Fadens 22 vom Bedienpersonal oft nicht bemerkt wird, besteht
in diesen Fällen die Gefahr, daß der Faden 22, obwohl die Bremsteller mit maximalem
Anpreßdruck angestellt sind, mit einer zu niedrigen Fadenzugkraft aufgespult wird,
was zu einer fehlerhaften, weil zu weich gespulten Auflaufspule 14 führt.
[0036] Zu einer solchen Fehlführung des Fadens 22 kann es während des regulären Spulbetriebes,
beispielsweise durch Herausspringen des Fadens infolge einer Fadenschlinge kommen.
Eine Fehlführung des Fadens kann allerdings auch durch nicht ordnungsgemäßes Wiedereinführen
des Fadens im Zuge eines Fadenverbindungsvorganges nach einem Fadenschnitt oder einem
Fadenbruch entstehen.
[0037] Erfindungsgemäß wird die Fadenzugkraft des laufenden Fadens 22 ständig über den Fadenzugkraftsensor
54 abgetastet und der ermittelte Fadenzugkraft-Istwert Fsp
ist im Komparator 92 mit einem Fadenzugkraft-Sollwert Fsp
Soll verglichen, der von einem Fadenzugkraft-Sollwertgeber 90 vorgegeben wird. Ausgangsseitig
ist der Komparator 92 mit einem Regler 99 verbunden, der dafür sorgt das am Fadenspanner
36 stets der erforderlich Anpreßdruck APD anliegt.
Das entsprechende Reglersignal, das jeweils einem bestimmten Anpreßdruck APD
ist der Bremsteller 114, 116 des Fadenspanners 36 entspricht, wird außerdem auf einen
weiteren Komparator 102 gelegt, der mit einem Zeitschaltglied 96 ausgestattet ist.
Der Komparator 102 ist eingangsseitig noch mit einem Anpreßdruck-Grenzwertgeber 100
verbunden, der den maximal zulässigen Anpreßdruck APD
max festlegt.
Wenn der Komparator 102 bei seinem Vergleich feststellt, daß der Anpreßdruck APD
ist eine vorgegebene Zeitspanne t
2-t
1 den vorgegebenen maximalen Anpreßdruck APD
max erreicht oder überschreitet, wird über die Stelleitung 50 die Fadenschneideinrichtung
52 aktiviert und der laufende Faden 22 getrennt.
[0038] Der Arbeitsstellenrechner 32 löst daraufhin noch folgende Aktionen aus:
[0039] Über eine nicht dargestellte Antriebseinrichtung wird sofort der Spulenrahmen 64
von der Spultrommel 60 abgehoben und dadurch verhindert, daß das auf die Umfangsfläche
der Kreuzspule 14 auflaufende Fadenende (Oberfaden 80) durch die Spultrommel 60 so
eingewalzt wird, daß es später durch die Saugdüse 66 nicht mehr aufnehmbar ist. Die
Kreuzspule 14 wird außerdem durch eine (nicht dargestellt) Spulenbremse in den Stillstand
abgebremst. Außerdem wird durch den Unterfadensensor 28 detektiert, ob ein Unterfaden
34 vorliegt. Bei einem positiven Signal des Unterfadensensors 28 wird ein Fadenendenverbindungsvorgang
gestartet.
Dies bedeutet, zunächst wird das Greiferrohr 68 derart angesteuert, daß seine Mündung
in den Fadenlaufweg des Fadens 22 gelangt und den am Fadenspanner 36 festgelegten
Unterfaden 34 greift. Anschließend wird das Greiferrohr 68 entlang der Bewegungsbahn
74 verschwenkt, so daß der gegriffene Unterfaden 34 in die Spleißeinrichtung 40 eingelegt
wird.
Nachfolgend oder gleichzeitig wird die Oberfadenaufnahme gestartet. Zu diesem Zweck
wird die Mündung 84 der Saugdüse 66 an den Umfang der Kreuzspule 14 angeschwenkt und
die Spultrommel 60 entgegen der Aufwickelrichtung angetrieben, so daß die Kreuzspule
14 rückwärts dreht. Durch den an der Mündung 84 der Saugdüse 66 anliegenden Unterdruck
wird der Oberfaden 80 von der Oberfläche der Kreuzspule 14 aufgenommen und gegebenenfalls
mittels einer innerhalb der Saugdüse 66 angeordneten (nicht dargestellten) Fadenschneid-
und Sensoreinrichtung ausgereinigt, das heißt, das fehlerhaft, weil zu weich, auf
die Kreuzspule 14 aufgewickelte Fadenstück wird herausgeschnitten und abgesaugt.
[0040] Anschließend wird die Saugdüse 66 entlang der Bewegungsbahn 86 nach unten verschwenkt,
so daß der Oberfaden 80 ebenfalls in die Spleißeinrichtung 40 eingelegt wird. Der
Oberfaden 80 wird dabei durch die Saugdüse 66 sowohl in Anlage an den Fadenzugkraftsensor
54 gebracht als auch in den Fadenreiniger 44 eingefädelt.
[0041] Über die Stelleitung 42 wird anschließend die Spleißeinrichtung 40 veranlaßt, den
Unterfaden 34 mit dem Oberfaden 80 zu verbinden. Anschließend wird, vom Arbeitsstellenrechner
32 initiiert, der Spulenrahmen 64 wieder abgesenkt, so daß die Kreuzspule 14 wieder
mit der Spultrommel 60 in Kontakt kommt und der Spulprozeß wieder aufgenommen wird.
Die dabei am Faden 22 entstehende Fadenzugkraft (Fadenspannung) wird sofort über den
Fadenzugkraftsensor 54 erfaßt und über die Signalleitung 56 als Fadenzugkraftsignal
Fsp
ist dem Arbeitsstellenrechner 32 zugeleitet, der auch die vorstehend beschriebene Kontrolle
des Anpreßdruckes APD des Fadenspanners 36 durchführt.
[0042] Wenn der Arbeitsstellenrechner 32 dabei feststellt, daß wiederum für eine vorbestimmte
Zeitspanne ein vorgegebener Grenzwert des Anpreßdruckes erreicht oder überschritten
wird, wird abermals ein kontrollierter Fadenschnitt durchgeführt und anschließend
ein neuer Fadenverbindungsvorgang gestartet.
[0043] Wenn auch nach dem dritten Fadenverbindungsvorgang ein zu hoher Anpreßdruck des Fadenspanners
36 registriert wird, wird die betreffende Spulstelle in Blockierung gesetzt. Ein Rotlicht
an der Spulstelle zeigt dabei an, daß ein manueller Eingriff durch das Bedienungspersonals
notwendig ist.
[0044] Ein Überwachung des Anpreßdruckes des Fadenspanners 36 erfolgt nicht nur während
des Hochlaufens der Arbeitsstelle 10 nach einem Fadenverbindungsvorgang, das heißt
bei einer relativ geringen Spulgeschwindigkeit des Fadens 22 von beispielsweise 100
m/min, sondern auch während des regulären Spulprozesses, bei dem beispielsweise Spulgeschwindigkeiten
von zirka 2000 m/min des Fadens 22 erreicht werden.
[0045] Wird während des regulären Spulbetriebes festgestellt, daß der Anpreßdruck APD
ist für eine vorbestimmte Zeitspanne einen vorgegebenen Grenzwert erreicht oder überschritten
hat, sorgt auch hier der Arbeitsstellenrechner 32, dafür, daß es zu einem kontrollierten
Fadenschnitt und zu einem Stillsetzen der betreffenden Spulstelle 10 kommt.
[0046] Insgesamt wird durch die Überwachung des Anpreßdruckes APD
ist des Fadenspanners 36 erreicht, daß fehlerhaft (zu weich) aufgewickelter Faden 22
sofort erkannt wird und eine Fehlerbeseitigung unmittelbar eingeleitet werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren führt somit insgesamt zu einer Sicherung der Qualität
der von den Spulmaschinen 1 hergestellten Kreuzspulen 14.
1. Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle (10) einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine
(1), mit einem an einen Arbeitsstellenrechner (32) angeschlossenen Fadenzugkraftsensor
(54) zum Überwachen der Fadenzugkraft eines von einer Ablaufspule (12) zu einer Auflaufspule
(14) laufenden Fadens (22) sowie einem Fadenspanner (36) zum Regulieren der Fadenzugkraft,
wobei der Arbeitsstellenrechner (32) entsprechend der vom Fadenzugkraftsensor (54)
ermittelten Fadenzugkraft den Anpreßdruck (APD) einer auf den Faden (22) wirkenden
Fadenbremseinrichtung (114, 116) des Fadenspanners (36) vorgibt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitsstellenrechner (32) den Anpreßdruck (APDist) mit einem vorbestimmten Grenzwert für den Anpreßdruck (APDmax) vergleicht. und wenn der Grenzwert für eine vorgegebene Zeitspanne (t2-t1) erreicht oder überschritten wird, den Spulprozeß unterbricht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwachung des Anpreßdruckes (APDist) während des Hochlaufens der Arbeitsstelle (10) nach einem durchgeführten Spleißvorgang
erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß, wenn der Grenzwert des Anpreßdruckes (APDmax) für die vorgegebene Zeitspanne (t2-t1) erreicht oder überschritten wird, ein kontrollierter Fadenschnitt durchgeführt wird,
eine vorgebbare Länge des Fadens (22) von der Auflaufspule (14) zurückgespult und
abgeschnitten wird, und nach erfolgtem neuen Spleißvorgang der Spulprozeß fortgesetzt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfahrensschritte wenigstens einmal wiederholt werden und bei neuerlichem Erreichen
des Grenzwertes des Anpreßdruckes (APDmax) für die vorgegebene Zeitspanne (t2 -t1) die Arbeitsstelle (10) in Blockierung gesetzt, das heißt, abgeschaltet wird.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwachung des Anpreßdruckes (APDist) während des regulären Spulprozesses der Arbeitsstelle (10) erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erreichen oder Überschreiten des Grenzwertes des Anpreßdruckes (APDmax) für die vorgegebene Zeitspanne (t2-t1) die Arbeitsstelle (10) in Blockierung gesetzt, das heißt, abgeschaltet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgebbare Zeitspanne (t2-t1) zwischen 1s und 3s, insbesondere 2s beträgt.
1. A process for operating a working station (10) of a textile machine (1) manufacturing
cross-wound bobbins, having a thread tension sensor (54) connected to a working station
computer (32) for monitoring the thread tension of a thread (22) running from a feeding
bobbin (12) to a winding bobbin (14) and also a thread tensioner (36) for regulating
the thread tension, whereby the working station computer (32) sets the contact pressure
(APD) of a thread braking device (114, 116) of the thread tensioner (36) which acts
on the thread (22) corresponding to the thread tension determined by the thread tension
sensor (54),
characterised in that the working station computer (32) compares the contact pressure (APDactual) with a predetermined limiting value for the contact pressure (APDmax) and, if the limiting value for a preset time interval (t2-t1) is achieved or exceeded, interrupts the winding process.
2. A process according to Claim 1,
characterised in that the monitoring of the contact pressure (APDactual) takes place during the running up of the working station (10) after a splicing operation
has taken place.
3. A process according to one of the preceding Claims,
characterised in that if the limiting value of the contact pressure (APDmax) for the set time interval (t2-t1) is reached or exceeded, a controlled thread cut is performed, a presettable length
of the thread (22) is wound back from the winding bobbin (14) and is cut off and after
a new splicing operation has taken place the winding process is continued.
4. A process according to Claim 3,
characterised in that the process steps are repeated at least once and when the limiting value of the contact
pressure (APDmax) for the set time interval (t2-t1) is reached anew the working station (10) is blocked, i.e. is switched off.
5. A process according to one of the preceding Claims,
characterised in that the monitoring of the contact pressure (APDactual) takes place during the regular winding process of the working station (10).
6. A process according to Claim 5,
characterised in that when the limiting value of the contact pressure (APDmax) for the preset time interval (t2 - t1) is reached or exceeded, the working station (10) is blocked, i.e. is switched off.
7. A process according to one of the preceding Claims,
characterised in that the presettable time interval (t2-t1) is between 1 second and 3 seconds, in particular 2 seconds.
1. Procédé de fonctionnement d'un poste de travail (10) d'une machine textile pour la
fabrication de bobines à spires croisées (1), avec un capteur de tension de fil (54)
branché à un ordinateur de poste de travail (32) pour la surveillance de la tension
de fil d'un fil (22) circulant d'une bobine de déroulement (12) à une bobine d'enroulement
(14), de même qu'avec un tendeur de fil (36) pour régulariser la tension de fil, dans
lequel l'ordinateur de poste de travail (32) détermine la force d'application (APD)
d'un dispositif de freinage de fil (114, 116) du tendeur de fil (36) agissant sur
le fil (22) en fonction de la tension de fil déterminée par le capteur de tension
de fil (54),
caractérisé en ce que
l'ordinateur de poste de travail (32) compare la pression d'application (APDist) à une valeur limite prédéterminée de la pression d'application (APDmax) et, quand la valeur limite est atteinte ou dépassée pendant un intervalle de temps
prédéfini (t2-t1), interrompt le processus de bobinage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surveillance de la pression d'application (APDist) s'effectue pendant l'accélération du poste de travail (10) après l'exécution d'un
processus d'épissure.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, quand la valeur limite de la pression d'application (APDmax) est atteinte ou dépassée pendant l'intervalle de temps prédéfini (t2-t1), un sectionnement contrôlé du fil est effectué, une longueur prédéfinissable du
fil (22) est rembobinée depuis la bobine d'enroulement (14) et est coupée et, après
l'exécution d'un nouveau processus d'épissure, le processus de bobinage est poursuivi.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que les étapes du procédé sont répétées au moins une fois et en ce que, lors d'une nouvelle atteinte de la valeur limite de la pression d'application (APDmax) pendant l'intervalle de temps prédéfini (t2-t1), le poste de travail (10) est mis en état de blocage, c'est-à-dire est arrêté.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surveillance de la pression d'application (APDist) a lieu pendant le processus régulier de bobinage du poste de travail (10).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que, lors de l'atteinte ou du dépassement de la valeur limite de la pression d'application
(APDmax) pendant l'intervalle de temps prédéfini (t2-t1), le poste de travail (10) est mis en état de blocage, c'est-à-dire est arrêté.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'intervalle de temps prédéfini (t2-t1) est compris entre 1 s et 3 s, en particulier est égal à 2 s.