[0001] Die Erfindung betrifft eine selbstfahrende Verdichtungsvorrichtung zur Bodenverdichtung
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. 8.
Stand der Technik
[0002] Zur Bodenverdichtung gibt es eine Reihe unterschiedlicher, selbstfahrender Fahrzeuge,
wie eine Tandemvibrationswalze, eine Kombinationswalze, auch Kombiwalze genannt, einen
Müllverdichter und einen Walzenzug.
[0003] Eine Tandemvibrationswalze hat eine Knickgelenksteuerung oder auch eine Schemellenkung.
Das Gelenk für die Knicksteuerung bzw. die Schemellenkung unterteilt das Fahrzeug
in einen vorderen und einen hinteren Fahrzeugteil.
[0004] Bekannte Tandemvibrationswalzen, z.B. CC422, CC222/232 von DAYNAPAC, hatten einen
vorderen Fahrzeugteil mit einer vorderen Bandage, neben der rückwärts versetzt und
leicht erhöht der Führerstand angeordnet war. Dem hinteren Fahrzeugteil war die hintere
Bandage zugeordnet, neben der, zum Knickgelenk hin versetzt, der Primärmotor angeordnet
war.
[0005] Die bekannte Tandemwalze VSH 150 der Firma STAVOSTROJ a.s. hatte einen hinteren Fahrzeugteil
mit einer hinteren Bandage, neben der der Primärmotor angeordnet war. Der vordere
Fahrzeugteil wies die vordere Bandage auf, über der schräg nach vorn versetzt der
Führerstand sich befand. Analog war die bekannte Tandemvibrationswalze BW 161 AD der
Firma BOMAG ausgebildet.
[0006] Die bekannte Tandemvibrationswalze YZDC14 von XUZHOU hatte ebenfalls einen durch
ein Knickgelenk voneinander getrennten vorderen und hinteren Fahrzeugteil. Der vordere
Fahrzeugteil wies die vordere Bandage auf, über der schräg nach oben rückwärts versetzt
der Führerstand angeordnet war, hinter dem dann auf gleicher Höhe der Primärmotor
lag. Der hintere Fahrzeugteil wies die hintere Bandage auf, über der ein Treibstofftank
angeordnet war.
[0007] Aus der GB-A 1 358 126 ist eine Tandemwalze bekannt. Die bekannte Tandemwalze hatte
vor der vorderen sowie hinter der hinteren Bandage eine gegen den Boden absenkbare
Laufanordnung mit je zwei bereiften Rädern. Im angehobenen Zustand hatten diese Räder
Reibkontakt mit den Bandagen, um diese antreiben zu können. Im gegen den Boden abgesenkten
Zustand war der Reibschluß mit der betreffenden Bandage aufgehoben und diese vom Boden
abgehoben. Durch diese Anordnung sollte sich eine verbesserte Manövrierbarkeit der
Walze beim seitlichen Verschieben der Bandagen gegeneinander ergeben. Die Walze hatte
einen vorderen und einen hinteren Fahrzeugteil. Beide Fahrzeugteile waren über ein
Knickgelenk miteinander verbunden. Der Führerstand war auf dem die hintere Bandage
aufweisenden Fahrzeugteil angeordnet. Im Chassis des hinteren Fahrzeugteils, welches
über dem Halterahmen für die hintere Bandage angeordnet war, befand sich der Primärmotor
für den Walzenantrieb. Der Primärmotor trieb einen elektrischen Generator oder eine
Hydraulikpumpe an. Die erzeugte elektrische Leistung bzw. das mit Druck beaufschlagte
Hydrauliköl wurde zu Antriebselementen direkt an der die beiden Laufräder zu einem
Antriebssatz verbindenden Achse geführt. Der Wärme- und Geräuschemissionen verursachende
Primärmotor war hier in unmittelbarer Nähe des Führerstands, d.h. fast neben dem Fahrersitz
angeordnet.
[0008] Aus der DE-A 30 13 430 ist eine weitere Tandemwalze bekannt, welche bis auf die fehlenden
gummibereiften, kraftübertragenden Räder analog zur GB-A 1 358 126 aufgebaut war.
Die vordere und die hintere Bandagen waren hier in einen schmalen und einen breiten
Bandagenabschnitt zweigeteilt. Jeweils der breite Bandagenabschnitt wurde mit einem
Antriebsmittel hydrostatisch direkt angetrieben. Der für die hydrostatisch arbeitenden
Antriebsmittel notwendige Öldruck wurde mit einem eine Pumpe antreibenden Primärmotor
erzeugt, der nahezu unter dem Fahrersitz, erkennbar am seitlichen Lüftungsgitter in
der dortigen Figur 1, angeordnet war.
[0009] Aus der EP-A 0 711 872 ist eine Tandemwalze mit je einem eine Bandage aufweisenden
vorderen und einem hinteren Fahrzeugteil bekannt. Bei der bekannten Walze war auf
dem vorderen Fahrzeugteil die Fahrerkabine und auf dem hinteren Fahrzeugteil der Primärmotor
angeordnet.
[0010] Aus der US-A 3 416 419 ist eine weitere Tandemwalze bekannt. Die bekannte Walze hatte
zu beiden Seiten der Walze je einen Fahrersitz. Unmittelbar neben den Fahrersitzen
war der Primärmotor derart nahe angeordnet, daß seine Bedienelemente vom Fahrersitz
aus bedient werden konnten.
[0011] Zur Bodenverdichtung werden ferner Walzenzüge verwendet. Historisch gesehen haben
sich Walzenzüge zur Bodenverdichtung aus mit einer Zugmaschine (Traktor) gezogenen
Verdichtungswalzen entwickelt. Diesen historischen Ursprung zeigt noch sehr deutlich
der bekannte Walzenzug SP2012 der Firma BENFORD. Hier ist das Bild eines Traktors
noch deutlich erkennbar. Die Fahrzeuglenkung erfolgte über ein den Walzenzug in zwei
Fahrzeugteile trennendes Knickgelenk. Der eine Fahrzeugteil wies die beiden gummibereiften
Antriebsräder auf, über deren Verbindungsachse der Primärmotor sowie das zum Knickgelenk
hin versetzte Führerhaus angeordnet waren. Als sog. Anhänger wurde eine Bandage als
Verdichtungswalze jetzt nicht mehr nachgezogen, sondern gestoßen. Diese Bandage stellte
jedoch gleichzeitig die "Hinterräder" des Traktors, d.h. nun die "Vorderräder" dar.
Der Primärmotor war zu Servicezwecken von der Stirnseite oder seitlich oberhalb der
Räder über diese hinweg zugänglich. Analog war der bekannte Walzenzug der Firma BOMAG
und der bekannte Walzenzug VV 1000.D der Firma STAVOSTROJ ausgebildet.
[0012] Bei dem bekannten Walzenzug ELFO 345C der Firma BITELLI war der Führerstand direkt
über den gummibereiften Antriebsrädern angeordnet. Der vordere Fahrzeugteil wies die
vordere Bandage auf, über und hinter der der Primärmotor lag.
[0013] Die Firma "CATERPILLAR" hatte bei ihren bekannten Walzenzügen CB-535B Führerstand,
Primärmotor und gummibereifte Antriebsräder im hinteren Fahrzeugteil angeordnet und
die Verdichtungsbandage alleine im vorderen Fahrzeugteil. Der Primärmotor befand sich
hier unter dem Führerstand, der dann zu Servicezwecken weggeklappt werden mußte.
[0014] Aus der DE-A 35 11 332 ist ein weiterer Walzenzug bekannt. Auch dieser Walzenzug
hatte einen hinteren Fahrzeugteil, der durch ein Knickgelenk vom vorderen Fahrzeugteil
getrennt war. Hier trug jedoch der vordere Fahrzeugteil die Fahrerkabine und der hintere,
eine Bandage aufweisende Fahrzeugteil den Primärmotor. Gummibereifte Antriebsräder
waren am vorderen Fahrzeugteil montiert.
[0015] Eine bekannte Müllverdichtungswalze war analog zu einer Tandemvibrationswalze aufgebaut,
wobei oftmals auf eine Vibrationseinrichtung in den Bandagen verzichtet werden konnte.
Die beiden Bandagen wiesen hier gegenüber einem glatten Bandagenmantel eine stark
hervorgehobene Noppung auf (Stampffußbandagen).
[0016] Eine Kombinationswalze war ebenfalls analog zu den oben bereits beschriebenen Walzentypen
aufgebaut, sie hatte jedoch gummibereifte Antriebsräder. Diese waren jedoch derart
ausgebildet, daß ebenfalls eine Verdichtung mit ihnen durchführbar war. Statt je eines
linken und rechten Antriebsrads waren nun mehrere gummibereifte Räder dicht nebeneinander
auf einer Achse angeordnet.
Aufgabe der Erfindung
[0017] Aufgabe der Erfindung ist es, eine selbstfahrende Verdichtungsvorrichtung gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 mit einem vorderen und einem hinteren gelenkig verbundenen
Fahrzeugteil zu schaffen, welche dem Fahrzeugführer einerseits einen einwandfreien
Einblick in den Bereich vor und hinter seinen Bandagen bzw. Antriebsrädern gibt und
bei der andererseits eine gute Zugänglichkeit zum Primärmotor als Teil einer Antriebseinheit
für die Verdichtungsvorrichtung gegeben ist, wobei dieser Primärmotor zudem noch derart
angeordnet ist, daß Lärm- und Abwärmebelastung für den Fahrzeugführer minimal sind.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Verdichtungsvorrichtung zu schaffen,
welche auch beim Kurvenfahren sich stabil verhält und somit ein ruhiges Fahrverhalten
aufweist.
Lösung der Aufgabe
[0018] Die erste Aufgabe wird dadurch gelöst, daß Führerstand und Antriebsräder in einem
Fahrzeugteil zusammen angeordnet sind und der Primärmotor zwischen dem Führerhaus
und den Antriebsräder aufweisenden Antriebsrädersatz, jedoch nicht zwischen den Antriebsrädern,
auch nicht über diesen und auch nicht unter dem Führerhaus angeordnet ist.
[0019] Erst durch diese Anordnung des Primärmotors ist es möglich geworden, die gesamte
Verdichtungsvorrichtung, welche bevorzugt als Walzenzug verwendbar ist, kompakt auszubilden.
Durch diese kompakte Ausbildung erhöht sich insbesondere die Wendigkeit der Verdichtungsvorrichtung,
welche durch die Lösung der zweiten Aufgabe erst möglich wird, sowie ihr Einsatz auch
auf stark geneigtem Gelände. Durch diese kompakte Ausgestaltung verbessert sich auch
wesentlich die Sicht des Fahrzeugführers; er kann die Fahrbahn bis auf einen Meter
vor der vorderen bzw. hinteren Bandage bzw. den Antriebsrädern einsehen.
[0020] Da die oben genannte Primärmotoranordnung eine Motorabluftführung zur Fahrzeughinterseite
hin ermöglicht, ergibt sich eine nur geringe Lärm- und Abwärmebelastung für den Fahrzeugführer
im Führerstand. Die Reduzierung ist hier relevant mit Blick auf die Mehrzahl der oben
aufgeführten bereits bekannten Verdichtungsvorrichtungen, bei denen die Motorlüftung
direkt hinter dem Führerstand nach oben oder zur Seite erfolgte.
[0021] Als weiterer Vorteil ergibt sich bei der oben erläuterten Motoranordnung, daß die
Steuerungsleitungen auf kurzem und sicherem, insbesondere verknickungsfreiem Weg zum
hydraulischen Aggregat geführt werden können, da die Leitungen nicht über das Knickgelenk
laufen müssen.
[0022] Da der Primärmotor zwischen dem Führerstand und den Antriebsrädern angeordnet ist,
ist er wesentlich leichter zugänglich als bei den bekannten Vorrichtungen, welche
den Motor zwischen den Antriebsrädern bzw. unter dem Führerstand angeordnet hatten.
Bei der bekannten Anordnung zwischen den Antriebsrädern war zwar eine Zugänglichkeit
von der Stirnseite her gegeben. An dieser Stelle befand sich jedoch das hydraulische
Aggregat für die Antriebsräder. Die Steuerung für die Hydraulikflüssigkeit und deren
Druck erfolgt durch den Primärmotor. Versuche haben nun gezeigt, daß die hier verwendeten
Hydrauliksysteme so gut wie keine Wartung benötigen. Der Primärmotor, und nicht das
Hydrauliksystem mit den hydraulischen Antriebselementen, benötigt jedoch mit Ölwechsel,
Filterreinigung, Düseneinstellung, ... eine regelmäßige Wartung, welche dann bei der
erfindungsgemäßen Anordnung einfach, schnell und problemlos durchführbar ist.
[0023] Ein ruhiges und stabiles Fahrverhalten der Verdichtungswalze, insbesondere beim Kurvenfahren,
wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 8 gelöst, in dem eine gelenkige Verbindung
des vorderen und hinteren Fahrzeugteils mit einer Integration einer Torsionsfederverbindung
zwischen den beiden Fahrzeugteilen vorgesehen ist.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0024] Im folgenden werden Beispiele der erfindungsgemässen selbstfahrenden Verdichtungsvorrichtung
anhand der Zeichnungen an mehreren Beispielen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Verdichtungsvorrichtung als Walzenzug mit
einer Deponiewalze und mit seitlich abgenommenen Verkleidungsblechen,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der in Figur 1 dargestellten Verdichtungsvorrichtung mit seitlichen Verkleidungsblechen, wobei hier
der Primärmotor in einer vertikalen Lage als Einbauvariante angedeutet und die vordere
Bandage als Verdichtungsbandage insbesondere zur Fahrbahnverdichtung ausgebildet ist,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht einer Tandemwalze als Variante zu den in den Figuren 1 und 2 dargestellten Walzenzügen,
- Fig. 4
- eine Draufsicht in Blickrichtung IV in Figur 5 auf ein Gelenk zwischen dem vorderen und hinteren Fahrzeugteil einer in den Figuren 2 und 3 dargestellten Verdichtungsvorrichtung,
- Fig. 5
- einen Querschnitt entlang der Linie V - V in Figur 5 und
- Fig. 6
- eine Ansicht in Blickrichtung VI in Figur 5, wobei zum besseren Funktionsverständnis die nicht sichtbare Bandage des vorderen
Fahrzeugteils, welche auf der Rückseite des Schnittes liegt, strichpunktiert eingetragen
ist.
[0025] Die in
Figur 1 dargestellte selbstfahrende erfindungsgemässe Verdichtungsvorrichtung ist als Walzenzug
2 zur Müll- bzw. Bodenverdichtung ausgebildet. Der Walzenzug
2 hat einen Führerstand
1, eine vordere Bandage
3 zur Bodenverdichtung und zwei links und rechts des Vorrichtungsrahmens
5 angeordnete gummibereifte Antriebsräder
7, von denen in
Figur 1 jedoch in Fahrtrichtung nur das linke zu sehen ist. Die beiden gummibereiften Antriebsräder
7 bilden einen Antriebsrädersatz
6. Die vordere Bandage
3 ist hier beispielsweise mit Stampffüssen
8 auf ihrem Mantel ausgebildet. Der Walzenzug
2 ist durch ein Knickgelenk
9 in einen vorderen und einen hinteren Fahrzeugteil
11 bzw.
12 unterteilt. Das Gelenk
9 ist über eine Lenkeinrichtung
13 im Führerstand
1 durch einen Fahrzeugführer
15 zur Fahrtrichtungseinstellung über ein in
Figur 4 dargestelltes Lenkgestänge
53a und
53b verstellbar. Der Führerstand
1 und die Antriebsräder
7 sind im Fahrzeugteil
12 zusammen angeordnet. Der Primärmotor
17 ist zwischen dem Führerhaus
1 und den Antriebsrädern
7 ebenfalls in diesem Fahrzeugteil
12 angeordnet. Der Primärmotor
17 stellt einerseits die zum Verfahren der Verdichtungsvorrichtung sowie zur Bodenverdichtung
notwendige Energie zur Verfügung. Der Primärmotor
17 ist in der Regel ein Verbrennungsmotor (Dieselmotor). Er kann direkt über ein Getriebe
als Zwischenmittel auf die Antriebsräder
7 wirken. Meistens wirkt der Primärmotor
17 jedoch auf eine (nicht dargestellte) hydrostatische Pumpe oder einen (nicht dargestellten)
elektrischen Generator. Die erzeugte elektrische Leistung bzw. die mit Druck beaufschlagte
Flüssigkeit wird unter Zwischenschaltung einer Regeleinheit über elektrische bzw.
Druckleitungen direkt auf die Antriebsräder
7 wirkende Antriebselemente geführt. Die hydrostatische Pumpe bzw. der elektrische
Generator mit den dazu gehörenden Leitungen zu den Antriebselementen sowie eine eventuell
vorhandene Regelung zur Steuerung des Energieflusses sind dann das Zwischenmittel
(zwischen Primärmotor und Antriebselementen). Es wird hier zwischen dem Primärmotor
und den meistens in unmittelbarer Nähe zu den Antriebsrädern sitzenden Antriebselementen
unterschieden. Der Primärmotor
17 ist bei der Verdichtungsvorrichtung die Einheit, welche Abwärme, Lärm und auch Erschütterungen
erzeugt. Eine Antriebseinheit einer Verdichtungsvorrichtung umfaßt somit den Primärmotor
17, einen diesen mit Energie versorgenden Treibstoffspeicher, eine Motorensteuerung,
eine Umwandlungseinheit zur Umwandlung der vom Motor erzeugten Energie in eine andere
leicht regelbare und transportierbare Energie (elektrischer Strom; unter Druck stehende
Flüssigkeit, ...), Antriebseinheiten, welche die umgewandelte Energie nach deren Regelung
in Bewegungsenergie (in der Regel Rotation) umwandeln, Leitungen zwischen der Umwandlungseinheit
und den Antriebseinheiten sowie eine Ankopplung der Antriebseinheiten an Fahrbewegungselemente
(Antriebsräder sowie gesetztenfalls auch Bandagen). Auf eine Um- und Rückwandlung
der durch den Primärmotor
17 erzeugten Antriebsenergie kann verzichtet werden, wenn dieser direkt ein Getriebe
mit den Fahrbewegungselementen verbunden ist. Sind in der Verdichtungsvorrichtung
Vibrationseinheiten vorhanden, so beziehen diese in der Regel ebenfalls ihre Energie
vom Primärmotor
17; sie können aber auch unabhängig vom Primärmotor
17 angetrieben werden.
[0026] Ein Dieselmotor
17 als Primärmotor ist in
Figur 1 in einer vertikalen Lage angeordnet. Die Belüftung des Dieselmotors
17 erfolgt durch die in
Figur 2 zu sehenden seitlichen Lüftungsschlitze
19. Die erwärmte Abluft tritt durch die (in den
Figuren nicht ersichtlichen) hinteren Abluftschlitze
40 als Luftaustrittseinheit in einer Motorabdeckung
20 aus. Die Lüftungsschlitze
19 können aufgrund der besonderen Motoranordnung seitlich versetzt etwa in der Höhe
der Fahrersitzfläche
21 bzw. auch noch unterhalb dieser Höhe angeordnet werden. Die Abluftschlitze
40 zur Abgabe von erwärmter Kühlluft und die Lüftungsschlitze
19 zum Ansaugen von frischer Kühlluft sind Teil einer Kühleinheit. Der Führerstand
1 ist gegenüber dem Primärmotor
17 in Fahrtrichtung nach vorne versetzt und befindet sich annähernd über dem Knickgelenk
9. Über den Antriebsrädern
(7) ist lediglich mit einer Montagetoleranz eine Schmutzabdeckung
22 angeordnet.
[0027] Durch die hier aufgezeigte Anordnung von Führerstand
1, Fahrersitz und Primärmotor
17 kann der Fahrzeugführer
15 den Boden
23 vor der vorderen Bandage
3 unter einem Winkel von 31° und den Boden
23 hinter den Antriebsrädern unter 29° sehen. In
Figur 1 ist die vordere Bandage
3 als Deponiewalze mit Stampffüssen
8 ausgebildet.
[0028] Durch die hintere Anordnung der Lüftungsschlitze
40 geht die warme Abluft des Primärmotors
17 in Bezug auf den Ort des Fahrzeugführers
15 nach hinten versetzt weg. Durch die Lüftungsschlitze
19 dringt jedoch, wenn auch durch schallabsorbierende Maßnahmen im Motorraum gedämpft,
Motorenlärm nach außen. Durch die hier gewählte Anordnung ist jedoch der Wärme- und
auch der Schallaustritt vom Fahrzeugführer
15 bzw. von seinem Kopf mit Blick auf die oben erwähnten bekannten Verdichtungsvorrichtungen
weiter entfernt und somit für diesen weniger störend als bei der Mehrzahl der bekannten
Verdichtungsvorrichtungen.
[0029] Da der Primärmotor
17 nun nicht mehr, wie beispielsweise beim bekannten Walzenzug "SP 2012" von "Benford"
und beim bekannten Walzenzug VV 1000.D von "STAVISTROJ", zwischen den beiden gummibereiften
Rädern über deren Hinterachse liegt, kann er sehr tief, in einer Höhe, welche nur
durch die notwendige Bodenfreiheit begrenzt ist, servicefreundlich angeordnet werden.
Durch die tiefe Lage des Primärmotors
17 wird eine tiefe Schwerpunktlage des Walzenzuges erreicht und damit äußerst stabile
Fahreigenschaften. Der Walzenzug kann deshalb auch problemlos auf geneigten Flächen
eingesetzt werden.
[0030] Figur 2 zeigt einen weiteren Walzenzug
27 als Variante zu dem in
Figur 1 dargestellten Walzenzug
2. Im Gegensatz zum Walzenzug
2 hat der Walzenzug
27 als vordere Bandage eine Bandage
29 mit glatter kreiszylindrischer Oberfläche, welche insbesondere zur Fahrbahnverdichtung
verwendet wird. Auch ist hier ein Primärmotor
30 nicht mehr in der Fahrzeuglängsachse, sondern quer zu dieser eingebaut. Auf die in
der
Figur 2 gut zu sehenden Lüftungsschlitze
19 ist bereits oben hingewiesen worden.
[0031] Figur 3 zeigt eine Tandemwalze
33, welche gemäß ihrer Definition eine vordere und eine hintere kreiszylindrische Bandage
35 und
36 mit einer glatten Metalloberfläche zur Bodenverdichtung hat. Die Tandemwalze
33 ist bis auf die verwendeten Bandagen bzw. Antriebsräder identisch mit den oben erläuterten
Verdichtungsvorrichtungen. Ein Primärmotor
37 ist hier analog zur Darstellung in
Figur 2 in einer horizontalen Lage angeordnet. Die seitlichen Motorabdeckungen
39 sind identisch zu den in
Figur 2, jedoch hier in für den Service geöffneter Stellung dargestellt.
[0032] Entgegen den bekannten Walzenzügen und Tandemwalzen besteht bei der erfindungsgemäßen
Verdichtungsvorrichtung kein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Fahrzeugtypen.
Ein Unterschied besteht lediglich nur darin, ob gummibereifte Antriebsräder oder eine
Bandage eingebaut werden. Für den Hersteller von Verdichtungsvorrichtungen ergibt
sich hierdurch eine wesentliche Vereinfachung in der Maschinenherstellung und in der
Lagerhaltung.
[0033] Anstelle des oben beschriebenen Knickgelenks
9 zwischen den beiden Fahrzeugteilen
11 und
12 können selbstverständlich auch Gelenke z.B. für eine Schemellenkung angeordnet werden.
[0034] Ein mögliches Ausführungsbeispiel für die Ausbildung des Knickgelenks
9 zwischen einem vorderen und einem hinteren Fahrzeugteil
45 und
47 ist in den
Figuren 4 bis
6 dargestellt. Vom hinteren Fahrzeugteil
47 ist lediglich eine Chassiswand
49 dargestellt, an der ein Drehlager
50 mittels zweier Flansche
51a und
51b befestigt ist. Mit dem Drehlager
50 ist der vordere Fahrzeugteil
45 gegenüber dem hinteren
47 zur Lenkung mit einem Lenkausschlag von etwa ± 35° verschwenkbar. Die Verschwenkung
erfolgt über ein in
Figur 4 nur angedeutet dargestelltes Lenkgestänge
53a und
53b, welches mit der Lenkeinrichtung
13 zusammenwirkt. Das Lenkgestänge
53a und
53b greift an einem Lenkbügel
54 an.
[0035] Im oberen und unteren Bereich des Drehlagers
50 ist eine obere und eine untere annähernd horizontal verlaufende Zentralgelenkplatte
55a und
55b angeordnet. Die beiden Zentralgelenkplatten
55a und
55b sind durch eine äußere vordere und durch eine im Knickgelenk
9 verlaufende Halteplatte
57a und
57b miteinander fest verbunden. Beide Halteplatten
57a und
57b verlaufen annähernd vertikal. In der äußeren vorderen Halteplatte
57a ist ein als Torsionsfeder dienender Torsionsstab
61 in einer ersten Platte
62 fest eingesetzt, welche an einer zweiten
63 festgeschraubt ist. Die zweite Platte
63 ist dann an der vorderen äußeren Halteplatte
57a befestigt. Das andere Ende des Torsionsstabs ist mit einem Stutzen
65 des Lenkbügels
54 fest eingeschrumpft. Der Lenkbügel
54 ist mit einem ersten Lager
67a in der zweiten Platte
63 und mit einem zweiten Lager
67b in einem in der inneren Halteplatte
57b angeordneten Innenflansch
69 drehbar gelagert. Der Lenkbügel
54 hat seitliche Verlängerungen
71a und
71b, welche zu je einem der Ausleger
73a und
73b führen, welche eine vordere Bandage
75 halten.
[0036] In
Figur 4, welche eine Draufsicht auf das Knickgelenk
9 zeigt, ist mit strichpunktierten Linien der maximale Lenkeinschlag von hier beispielsweise
±35° nach rechts und nach links angedeutet.
Figur 6 zeigt in strichpunktierten Lagen einen Pendelausschlag des Lenkbügels
54 infolge der Halterung über die Drehstabfeder
61 von hier beispielsweise 10°. In
Figur 6 ist die vordere Bandage
75 zur Verdeutlichung des Pendelausschlags eingezeichnet, obwohl sie in dieser Darstellung
nicht sichtbar ist, da sie sich auf der Rückseite des Schnittes befindet. Als Pendelausschlag
kann ein Winkel zwischen 5° und 20° gewählt werden; die hier vorgeschlagenen 10° haben
sich jedoch im Betrieb bewährt.
[0037] Der vordere und der hintere Fahrzeugteil
45 und
47 sind, wie bereits oben ausgeführt, über das Knickgelenk
9 miteinander verbunden. Der hintere Fahrzeugteil
47 hat in der Regel, wie in den
Figuren 1 und
2 zu sehen ist, Antriebsräder mit einer Gummibereifung. Beim Lenken, d.h. beim Kurvenfahren,
wurden bei der bisher nicht vorhandenen Torsionsfederung im Gelenk zwischen den beiden
Fahrzeugteilen die Schwerpunkte dieser Fahrzeugteile und damit auch der Gesamtschwerpunkt
der Verdichtungsvorrichtung verschoben, was aufgrund der Gummibereifung des hinteren
Fahrzeugteils
47 zu einer starken Neigung führte.
[0038] Durch die erfindungsgemäße Verwendung einer Torsionsfederung im Gelenk ergibt sich
ein rückstellendes Moment, welches die Verdichtungsvorrichtung stabilisiert und somit
zu einem ruhigen Fahrverhalten auch beim Kurvenfahren führt.
[0039] Durch die oben beschriebene konstruktive Gestaltung, bei der der Torsionsstab
61 innerhalb des Lenkbügels
54 angeordnet wird, ergibt sich eine raumsparende Ausbildung des Knickgelenks
9. Auch können die beiden Lager durch Anordnung der festschraubbaren Platten
62 und
63 einwandfrei gespannt und damit spielfrei gemacht werden.
1. Selbstfahrende Verdichtungsvorrichtung (2, 27, 33) zur Bodenverdichtung mit einem Führerstand (1), mit Antriebsmitteln versehene Antriebsräder
(7), einem Primärmotor (17, 30, 37), mit dem wenigstens ein Antriebsmittel direkt oder indirekt über ein Zwischenmittel
antreibbar ist, wenigstens einer Bandage (3, 29) sowie einem Gelenk (9) zur Fahrtrichtungseinstellung, welches die Verdichtungsvorrichtung in einen vorderen
und einen hinteren Fahrzeugteil (11, 12) teilt, wobei der Führerstand (1) und ein Antriebsräder (7) aufweisender Antriebsrädersatz (6) in einem einzigen Fahrzeugteil (12), bevorzugt dem hinteren, zusammen angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Primärmotor (17, 30, 37) zwischen dem Führerstand (1) und dem Antriebsrädersatz (6), jedoch nicht zwischen den Antriebsrädern (7), auch nicht direkt über diesen und auch nicht direkt unter dem Führerstand (1) angeordnet ist.
2. Verdichtungsvorrichtung (2, 27, 33) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Führerstand (1) über dem, insbesondere als Knickgelenk ausgebildeten Gelenk (9) angeordnet ist.
3. Verdichtungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gelenk zweigelenkig ausgebildet ist, um als Schemellenkung zu dienen.
4. Verdichtungsvorrichtung (2, 27, 33) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Primärmotor (17, 30, 37) eine Kühleinheit hat, deren Luftaustrittseinheit (40) an der hinteren Seite der Verdichtungsvorrichtung angeordnet ist und bevorzugt mit
dem vorderen und dem hinteren Fahrzeugteil (11, 12) zusammen einen Walzenzug bilden.
5. Verdichtungsvorrichtung (2, 27, 33) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß über den Antriebsrädern (7) bzw. über dem Antriebsrädersatz (6) lediglich mit einer Montagetoleranz eine Schmutzabdeckung (22) angeordnet ist und die Höhe einer Fahrzeugführersitzfläche (21) im Führerstand (1) über dem Boden (23) nur so hoch angeordnet ist, daß ein auf der Sitzfläche (21) sitzender Fahrzeugführer (15) einen, insbesondere hinter den Antriebsrädern (7) sowie bevorzugt vor der Bandage (3), kauernden Menschen sieht.
6. Verdichtungsvorrichtung (2, 27, 33) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Primärmotor (17, 30, 37) so tief wie möglich, lediglich unter Einhaltung der für eine selbstfahrende Verdichtungsvorrichtung
vorgegebenen Bodenfreiheit angeordnet ist, damit die Vorrichtung eine tiefe Schwerpunktlage
erhält.
7. Verdichtungsvorrichtung (2, 27, 33) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Führerstand (1), Antriebsräder (7) und Primärmotor (17, 30, 37) im hinteren Fahrzeugteil (12) angeordnet sind und bevorzugt anstelle der Antriebsräder (7) bzw. des Antriebsrädersatzes (6) eine durchgehende Bandage (36) montierbar ist.
8. Selbstfahrende Verdichtungsvorrichtung (2, 27, 33), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7, zur Bodenverdichtung mit einem Führerstand
(1), mit Antriebsmitteln versehene Antriebsräder (7), einem Primärmotor (17, 30, 37), mit dem wenigstens ein Antriebsmittel direkt oder indirekt über ein Zwischenmittel
antreibbar ist, wenigstens einer Bandage (3, 29; 75) sowie einem Gelenk (9) zur Fahrtrichtungseinstellung, welches die Verdichtungsvorrichtung in einen vorderen
und einen hinteren Fahrzeugteil (45, 47) teilt, wobei der Führerstand (1) und ein Antriebsräder (7) aufweisender Antriebsrädersatz (6) in einem einzigen Fahrzeugteil (12), bevorzugt dem hinteren, zusammen angeordnet sind, gekennzeichnet durch eine am Gelenk zwischen dem vorderem und dem hinteren Fahrzeugteil (45, 47) angeordneten Torsionsfederung (61).
9. Verdichtungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Torsionsfederung (61) mit einem Pendelausschlag zwischen 5° und 20°, bevorzugt von 10°, als Drehstabfeder
ausgebildet ist, welche vorzugsweise innerhalb eines im Gelenk (9) liegenden Lenkbügels (54) für die Lenkung der Verdichtungsvorrichtung angeordnet ist.