[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Drehmomentadaption für ein Motormomentenmodell
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Motormomentenmodelle zur Ermittlung von Motormomenten sind allgemein bekannt und
werden in Motor-, Getriebe- und Fahrwerkssteuergeräten verwendet. Herkömmliche Motormomentenmodelle
errechnen das Motormoment aus Kennfeld- und Sensoreingangsgrößen, wie der Motortemperatur,
der Last- und/oder der Drehzahl.
[0003] Was jedoch in bisherige Modelle, insbesondere als Sensorgröße, nicht einfließt, ist
das nach einer Trennkupplung im Antriebsstrang anliegende Abtriebsmoment.
[0004] Durch die rein modellmäßige Berechnung des Motormoments kann es vorkommen, daß dieses
Motormoment aufgrund von Leistungstoleranzen bei Serienmotoren um bis zu 20 % vom
tatsächlichen Motormoment abweicht. Da die Motormomente in den einzelnen Getriebesteuergeräten
jedoch als Eingangsgrößen für Regelungs- oder Steuervorgänge verwendet werden, werden
damit natürlich auch die entsprechenden Motor-, Getriebe- und Fahrwerksregelungen
bzw. -steuerungen unsauber.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung zur Drehmomentadaption
für ein Motormomentenmodell anzugeben, mit der das Motormoment genau bestimmt werden
kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0007] Insbesondere wird ein Sensor zur Bestimmung des zwischen einer Kupplung und den Antriebsrädern
auf einer Antriebswelle anliegenden Momentes verwendet. Der Sensor ist vorzugsweise
auf der Abtriebs- oder Kardanwelle selbst angeordnet und überträgt das an dieser Welle
auftretende Motormoment berührungsfrei.
[0008] Ein von dem Sensor proportional zum erfaßten Abtriebsmoment erzeugtes Signal wird
an eine Steuereinrichtung abgegeben und dient zur Adaption des aus dem Modell bestimmten
Motormoments.
[0009] Mit der vorgenannten Adaption läßt sich die Genauigkeit des Motormoments erheblich
erhöhen, so daß sich im stationären Betrieb nur Abweichungen um bis zu 2 % und im
instationärem Betrieb um bis zu 5 % ergeben.
[0010] Insgesamt verbessert sich also die Genauigkeit des bestimmten Motormoments und damit
die Genauigkeit der damit betriebenen Steuergeräte, beispielsweise die Schaltgenauigkeit
bei Automatikgetrieben (auch bei Halbautomatikgetrieben) und die Regelgenauigkeit
von Fahrwerkseinrichtungen, wie sie insbesondere bei aktivem Bremseingriff zum Tragen
kommen. Als Folge läßt sich auch die Fahrzeugsicherheit erhöhen. Darüber hinaus ist
ein genaues Motormoment auch bei zukünftigen Motorenkonzepten wie einem variablen
Ventiltrieb und einem Benzindirekteinspritzmotor von großem Vorteil.
[0011] Eine einfache Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung wird nachfolgend
mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen
in
- Figur 1
- ein stark schematisiertes Blockdiagramm einer erfindungsgemäßen Vorrichtung und
- Figur 2
- ein Verfahren zur Momentenadaption in erfindungsgemäßer Weise.
[0012] In Figur 1 ist in schematischer Weise ein Verbrennungsmotor 10 in Blockdarstellung
gezeigt, an welchen direkt eine Kupplung 12 angeschlossen ist. Die Kupplung weist
abtriebsseitig eine Abtriebswelle 14 auf, an der ein Momentenerfassungssensor, vorliegend
ein Dehnmeßstreifen 16, angeordnet ist. Radial gegenüberliegend dem Dehnmeßstreifen
16 sind Empfänger 18 angeordnet, die je nach Belastung des Dehnmeßstreifens in Torsionsrichtung
ein entsprechendes Signal berührungslos erzeugen bzw. empfangen und als Signal Md
Antr auf einen CAN-Bus 20 geben.
[0013] An den CAN-Bus sind vorliegend verschiedene Steuergeräte angeschlossen, nämlich eine
digitale Motorelektronik (DME) 22, eine elektrische Getriebesteuerung (EGS) 24 und
eine Antriebsschlupfkontrolle (ASC) 26. In allen Steuergeräten wird das von der Sensor-Empfängereinheit
16/18 abgegebene Moment Md
Antr aufgenommen und bei der Ermittlung eines tatsächlichen Motormoments dezentral berücksichtigt.
[0014] Gemäß Figur 2 ist zu erkennen, daß zunächst ein Motormoment Md
Mod aus einem Modell bestimmt wird. Dieses Motormoment wird aus einem Kennfeld ausgelesen,
in dem vorliegend das Moment über der Drehzahl n und der Last aufgetragen ist. Das
so ermittelte Motormoment Md
Mod wird dann über einen Momentenabgleich unter Verwendung des Signals Md
Antr korrigiert und ergibt dezentral in den vorgenannten Steuerungen 22, 24 und 26 ein
korrigiertes Modellmoment Md
Korr, welches eine wesentlich geringere Abweichung vom tatsächlichen Motormoment aufweist
als dies bisher der Fall ist.
[0015] Insgesamt läßt sich mit oben beschriebenen Vorgehensweisen das Motormoment in adaptiver
Weise an das tatsächliche Moment anpassen und sehr genau ermitteln.
1. Vorrichtung zur Drehmomentadaption, bei der zumindest eine Berechnungseinheit vorgesehen
ist, die aus Kennfeld- und/oder Sensoreingangsgrößen, wie der Motortemperatur, der
Last oder der Motordrehzahl, und anhand eines Motormomentenmodells ein Motormoment
ermittelt,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Sensor zur Erfassung eines an einer zwischen einer Kupplung des Verbrennungsmotor
und den angetriebenen Rädern angeordneten Abtriebswelle anliegenden Moments vorgesehen
ist, der Sensor ein dem Moment entsprechendes Signal für die zumindest eine Berechnungseinheit
erzeugt und die Berechnungseinheit derart ausgebildet ist, daß das aus dem Modell
ermittelte Motormoment in Abhängigkeit von dem erfaßten Moment korrigierbar ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sensor auf der Abtriebswelle der Kupplung oder der Kardanwelle angeordnet
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sensor derart ausgeführt ist, um das Sensorsignal berührungsfrei abzugreifen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Teil des Sensors auf der Abtriebswelle ein Dehnmeßstreifen verwendet wird.