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EP 1 033 108 B9 |
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KORRIGIERTE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis: Bibliographie entspricht dem neuesten Stand |
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Korrekturinformation: |
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Korrigierte Fassung Nr. 1 (W1 B1) |
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Korrekturen, siehe Ansprüche |
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Corrigendum ausgegeben am: |
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28.02.2007 Patentblatt 2007/09 |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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29.03.2006 Patentblatt 2006/13 |
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Anmeldetag: 31.01.2000 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Knochenraspel für eine Femurkopfprothese
Medullary broach for a femoral prosthesis
Râpe à os pour une prothèse fémorale
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Priorität: |
04.03.1999 EP 99810186
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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06.09.2000 Patentblatt 2000/36 |
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Patentinhaber: Zimmer GmbH |
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8404 Winterthur (CH) |
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Erfinder: |
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- Spotorno, Lorenzo
17024 Finale Ligure (IT)
- Lechner, Markus
8134 Adliswil (CH)
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Vertreter: Manitz, Finsterwald & Partner GbR |
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Postfach 31 02 20 80102 München 80102 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 378 044 US-A- 4 921 493
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EP-A- 0 563 585
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Knochenraspel für eine Femurkopfprothese gemäss Oberbegriff
des Anspruches 1. Eine solche Knochenraspel ist aus EP 0 563 585 A1 bekannt.
[0002] Die bekannten Raspeln haben einen länglichen, konischen Körper mit einem rechteckigen
Querschnitt. Am Körper sind Schneidrippen ausgebildet, welche quer zur Längsachse
des Körpers angeordnet sind und welche die gleiche Querschnittform und Abmessung aufweisen.
[0003] Bei der Anwendung der Raspel wird im Wesentlichen die gleiche Menge über die Länge
abgetragen. Als nachteilig erweist sich, dass hierbei insbesondere in Bereichen mit
grösserem Konuswinkel eine übermässige Menge abgetragen wird oder ein Blockieren der
Raspel stattfindet, obwohl sie sich selbst durch allseitig angreifende Kräfte noch
nicht zentriert hat. Für einen Operateur ist es daher schwierig, den Widerstand der
Raspel beim Einschlagen richtig zu interpretieren.
[0004] Die Erfindung wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe eine
Knochenraspel für eine Femurprothese zu verbessern.
[0005] Eine Eigenschaft liegt darin, dass bei gegebener Schneidengeometrie der Spanraum
bei kleinerem Schneidenabstand überproportional abnimmt. Die Spanräume zwischen den
Schneiden mit kleinem Abstand, welche an Orten mit einem grösseren Konuswinkel angebracht
sind, füllen sich relativ schnell und verhindern einen zu grossen lokalen Abtrag.
Beim Einschlagen der Raspel gleichen sich die radial an der Raspel auftretenden Kräfte
derart aus, dass eine Selbstführung in der Markraumhöhle entsteht, bei der die relativ
dünnwandige Kortikalis medial im proximalen Teil erhalten bleibt.
[0006] Im Gegensatz zu Hohlraspeln und Raspeln mit einem übergrossen Spanraum werden die
Knochenspäne wegen der gezielt angepassten Hinterschneidungen nicht aus der Markraumhöhle
ausgetragen, sondern mit jedem neuen Einschlagen tiefer gestossen und in den nicht
an der Raspel anliegenden Bereichen verdichtet, bis die Raspel vollumfänglich Kontakt
zu angeschnittenem oder zu verdichtetem Knochenmaterial hat.
[0007] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Figuren erläutert.
[0008] Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine Ansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemässen Knochenraspel;
- Fig. 2
- eine Einzelheit A in Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Einzelheit B in Fig. 1 und
- Fig. 4
- eine Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer in einem Femurknochen eingesetzten
Knochenraspel.
[0009] Die hier in Rede stehende Knochenraspel entspricht in der Form praktisch einer Femurkopfprothese,
so dass eine Prothese in die vorbereitete Höhle direkt eingesetzt oder einzementiert
werden kann.
[0010] Bei direkt eingesetzten Prothesen kann die zugehörige Knochenraspel im Bereich von
Längsrippen der Prothese ein Untermass aufweisen, das beispielsweise der halben Rippenhöhe
der Prothese entspricht. Ein Untermass von 20 % bis 70 % ist je nach Konfiguration
der Längsrippen denkbar.
[0011] Die Fig. 1 zeigt eine Raspel mit einem länglichen Körper, dessen Seitenflächen 10,
11, 12, 13 im Wesentlichen einen rechteckigen Querschnitt bilden und der sich zum
distalen Ende hin verjüngt, mit einer Mehrzahl von ersten Schneidrippen 1, die quer
zur Längsachse 2 des Körpers und in einem ersten Abstand a parallel gestuft in der
Richtung der Längsachse am Körper angeordnet sind, mit zweiten Schneidrippen 3, die
in einem zweiten Abstand b parallel zueinander an mindestens einer Seitenfläche des
Körpers ausgebildet sind und mit einem Abschnitt 4, der am distalen Ende ausgebildet
und mit einer glatten Oberfläche versehen ist. Die ersten Schneidrippen 1 sind an
der lateralen und medialen Seite sowie an der posterioren und anterioren Seite des
Körpers ausgebildet. Die zweiten Schneidrippen 3 sind im Bereich mit dem grösseren
Konuswinkel an der medialen Seite des Körpers ausgebildet. Wie in den Figuren 2 und
3 ersichtlich, sind die Abstände der zweiten Schneidrippen 3 kleiner als die Abstände
der ersten Schneidrippen 1. Mit Vorteil wird für die zweiten Schneidrippen 3 ein Abstand
b gewählt, der einem Bruchteil des Abstandes a der ersten Schneidrippen 1 mit einem
ganzzahligen Kehrwert entspricht, z.B. 1/2, 1/3. Somit weisen die ersten und zweiten
Schneidrippen 1 und 3 bei ähnlicher Schneidengeometrie eine unterschiedliche Spanungstiefe
7, 8 auf, die zusätzlich durch die Wahl des Freiwinkels veränderbar ist, so dass unterschiedliche
Mengen abgetragen werden. Im proximalen Bereich sind auf der posterioren und der anterioren
Seite jeweils Abschnitte 5 mit glatter Oberfläche vorgesehen.
[0012] Zum besseren Verständnis der Erfindung ist in Fig. 4 ein Femurknochen dargestellt,
in welchen eine derartige Raspel eingesetzt ist. Beim Einsetzen der Raspel in den
Hohlraum im Knochen 6 erfolgt eine Vororientierung durch den Abschnitt 4 am distalen
Ende. Beim Einschlagen der Raspel wird durch die Schneidrillen 1 und 3 Material abgetragen,
wobei im Bereich des grösseren Konuswinkels an der medialen Seite weniger Material
abgetragen wird. Hier wird die Raspel an der medialen Seite geführt, wodurch das Einschlagen
vereinfacht wird. Das durch die Schneidrillen 1 und 3 abgetragene Material wird mittels
dem Abschnitt 4 am distalen Ende der Raspel bzw. den Abschnitten 5 am proximalen Ende
der Raspel verdichtet. Zur Kontrolle der Stellung der einzusetzenden Prothese bezüglich
der Hüftschale kann eine Kontrollkugel (nicht dargestellt) auf die Raspel aufgesetzt
werden. Nachdem die Raspel entfernt ist, kann eine Femurkopfprothese in den vorbereiteten
Hohlraum direkt eingesetzt oder einzementiert werden.
[0013] Die Führung beim Schneiden und die Freigabe von zerspantem Material beim Herausschlagen
der Raspel kann durch die Veränderung des Schneidwinkels α der Schnittflächen 9 zur
Längsachse 2 der Raspel und durch eine Veränderung des Freiwinkels der Schneiden 1,
3 zusätzlich verändert werden. So wird beispielsweise mit einem Schneidwinkel α >
90° weniger geschnitten und mehr verdichtet, während mit einer Verkleinerung des Freiwinkels
durch eine Verkleinerung des Spanraumes die geschnittene Menge begrenzt und beim Rückziehen
leichter abgegeben wird.
[0014] Auf diese Weise ist es möglich, anschliessend an den distalen glatten Abschnitt 4
eine Zone mit allseitig zweiten Schneidrippen 3 angrenzen zu lassen, die mehr verdichten
als schneiden.
1. Knochenraspel für eine Femurkopfprothese mit einem länglichen sich gegen distal verjüngenden
Körper, dessen Seitenflächen (10,11, 12, 13) einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt
bilden, mit einer Mehrzahl von ersten Schneidrippen (1), die quer zur Längsachse (2)
des Körpers verlaufen und in einem ersten Abstand a parallel gestuft längs der Längsachse
angeordnet sind, und mit zweiten Schneidrippen (3) die in einem zweiten Abstand b
parallel gestuft an mindestens einer Seitenfläche des Körpers ausgebildet sind, wobei
die ersten und zweiten Schneidrippen (1, 3) eine unterschiedlich grosse Spanungstiefe
(7, 8) aufweisen, um unterschiedliche Mengen abzutragen,
dadurch gekennzeichnet, dass im proximalen Bereich auf der posterioren und anterioren Seite (10, 11) jeweils ein
Abschnitt (5) mit glatter Oberfläche vorgesehen ist.
2. Raspel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Schneidrippen (1 und 3) gruppenweise angeordnet sind.
3. Raspel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Schneidrippen (3) an der medialen Seite des Körpers im Bereich des grösseren
Konuswinkels angeordnet sind.
4. Raspel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abstand b kleiner als der erste Abstand a ist.
5. Raspel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Schneidrippen (3) eine geringere Spanungstiefe (8) als die Spanungstiefe
(7) der ersten Schneidrippen (1) aufweisen.
6. Raspel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Schnittflächen (9) der Schneidrippen (1, 3) mit der Längsachse (2) einen Schneidwinkel
α grösser 90° bilden.
7. Raspel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abstand b ein Bruchteil des ersten Abstandes a ist, dessen Kehrwert einer
ganzen Zahl entspricht.
8. Raspel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidrippen (1, 3) von einer Seitenfläche (10, 11, 12, 13) zu einer benachbarten
Seitenfläche in der Richtung der Längsachse (2) zueinander versetzt sind.
9. Raspel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch einen Abschnitt (4) am distalen Ende, der mit einer glatten Oberfläche versehen ist.
10. Raspel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb des glatten distalen Abschnitts (4) eine Zone mit allseitig zweiten Schneidrippen
(3) angrenzt.
11. Prothesensystem bestehend aus einer Raspel nach einem der Ansprüche 1 bis 10 und einer
Femurkopfprothese mit Längsrippen, die vorgesehen ist für ein Einsetzen nach dem Raspeln
eines Knochenbetts, dadurch gekennzeichnet, dass die Raspel in Bereichen, in denen die Prothese Längsrippen aufweist mit einem Untermass
von 20 % bis 70 % der Rippenhöhe der Prothese versehen ist.
1. Bone rasp for a femur head prosthesis having an elongate body which tapers toward
distal, the side surfaces (10, 11, 12, 13) of which form a substantially rectangular
cross-section, having a plurality of first cutting ribs (1) which extend transversely
to the longitudinal axis (2) of the body and are arranged in parallel graduations
at a first spacing a along the longitudinal axis and having second cutting ribs (3)
which are formed in parallel graduations at a second spacing b at at least one side
surface of the body, with the first and second cutting ribs (1, 3) having a different
depth of cut (7, 8) in order to remove different amounts, characterised in that a respective section (5) with a smooth surface is provided at each of the posterior
and anterior sides (10, 11) in the proximal region.
2. Rasp in accordance with claim 1, characterised in that the first and second cutting ribs (1 and 3) are arranged group-wise.
3. Rasp in accordance with claim 1, characterised in that the second cutting ribs (3) are arranged at the medial side of the body in the region
of the greater cone angle.
4. Rasp in accordance with any one of the claims 1 to 3, characterised in that the second spacing b is smaller than the first spacing a.
5. Rasp in accordance with any one of the claims 1 to 4, characterised in that the second cutting ribs (3) have a smaller depth of cut (8) than the depth of cut
(7) of the first cutting ribs (1).
6. Rasp in accordance with any one of the claims 1 to 5 characterised in that cutting surfaces (9) of the cutting ribs (1, 3) form a cutting angle α greater than
90° with the longitudinal axis (2).
7. Rasp in accordance with claim 4, characterised in that the second spacing b is a fraction of the first spacing a, the reciprocal value of
which corresponds to a whole number.
8. Rasp in accordance with any one of the claims 1 to 7, characterised in that the cutting ribs (1, 3) are displaced with respect to one another in the direction
of the longitudinal axis (2) from one side surface (10, 11, 12, 13) to an adjacent
side surface.
9. Rasp in accordance with any one of the claims 1 to 8, characterised by a section (4) at the distal end which is provided with a smooth surface.
10. Rasp in accordance with claim 9, characterised in that a zone with second cutting ribs (3) on all sides is adjacent above the smooth distal
section (4).
11. Prosthesis system consisting of a rasp in accordance with any one of the claims 1
to 10 and a femur head prosthesis with longitudinal ribs, which is provided for an
insertion after the rasping of a bone bed, characterised in that the rasp is provided with an under-dimensioning of 20 % to 70 % of the rib height
of the prosthesis in regions in which the prosthesis has longitudinal ribs.
1. Râpe à os pour une prothèse de tête fémorale, comportant un corps allongé qui va en
se rétrécissant en direction distale, dont les surfaces latérales (10, 11, 12, 13)
forment une section transversale sensiblement rectangulaire, une pluralité de premières
nervures de coupe (1) qui s'étendent transversalement à l'axe longitudinal (2) du
corps et qui sont agencées parallèlement à une première distance a échelonnées le
long de l'axe longitudinal, et comportant des secondes nervures (3) qui sont réalisées
parallèlement à une seconde distance b échelonnées sur au moins une surface latérale
du corps, les premières et les secondes nervures de coupe (1, 3) présentant des profondeurs
de coupe (7, 8) de différentes tailles, afin d'enlever différentes quantités, caractérisée en ce qu'il est prévu dans la zone proximale, sur les côtés postérieur et antérieur (10, 11),
une portion respective (5) présentant une surface lisse.
2. Râpe selon la revendication 1, caractérisée en ce que les premières et les secondes nervures de coupe (1 et 3) sont agencées par groupes.
3. Râpe selon la revendication 1, caractérisée en ce que les secondes nervures de coupe (3) sont agencées sur le côté médial du corps dans
la zone du plus grand l'angle de cône.
4. Râpe selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la seconde distance b est inférieure à la première distance a.
5. Râpe selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que les secondes nervures de coupe (3) présentent une profondeur de coupe (8) inférieure
à la profondeur de coupe (7) des premières nervures de coupe (1).
6. Râpe selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que les surfaces de coupe (9) des nervures de coupe (1, 3) forment avec l'axe longitudinal
(2) un angle de coupe α supérieur à 90°.
7. Râpe selon la revendication 4, caractérisée en ce que la seconde distance b est une fraction de la première distance a dont la valeur inverse
correspond à un nombre entier.
8. Râpe selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que d'une surface latérale (10, 11, 12, 13) à une surface latérale voisine, les nervures
de coupe (1, 3) sont décalées les unes par rapport aux autres dans la direction de
l'axe longitudinal (2).
9. Râpe selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisée par une portion (4) à l'extrémité distale, qui est pourvue d'une surface lisse.
10. Râpe selon la revendication 9, caractérisée en ce qu'une zone présentant sur tous les côtés des secondes nervures de coupe (3) est adjacente
au-dessus de la portion lisse distale (4).
11. Système de prothèse constitué par une râpe selon l'une des revendications 1 à 10 et
par une prothèse de tête fémorale, pourvue de nervures longitudinales, qui est prévue
pour la mise en place après un râpage d'un lit osseux, caractérisé en ce que dans des zones dans lesquelles la prothèse comprend des nervures longitudinales,
la râpe présente une dimension inférieure de 20 % à 70 % à la hauteur de nervure de
la prothèse.

