[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Anmachen einer trockenen
oder rieselfähigen Baustoffmischung wie Estrich, insbesondere Fließestrich, Beton,
Putz, Mörtel oder dergleichen mit einer Anmachflüssigkeit, zum Beispiel mit Wasser,
wobei die Baustoffmischung mengenmäßig dosiert und die hinzuzufügende Menge an Anmachflüssigkeit
auf die dosierte Menge der Baustoffmischung abgestimmt wird.
[0002] Eine derartige Verfahrensweise ist bei Chargenmischern bekannt. Einer vorbestimmten
Menge der trockenen oder rieselfähigen Baustoffmischung wird die entsprechende Menge
an Anmachflüssigkeit zugemischt. Auf diese Weise kann das Verhältnis von Baustoffmischung
zu Anmachflüssigkeit sehr genau vorgegeben und ein optimales Ergebnis hinsichtlich
Plastizität, Reaktion von Zuschlagstoffen usw. erzielt werden.
[0003] Bei einem kontinuierlichen Anmachen einer Baustoffmischung mit Anmachflüssigkeit
zum Beispiel mit Hilfe eines Durchlaufmischers wird von einer festen Fördermenge einer
zu diesem Mischer gehörenden Dosiervorrichtung ausgegangen und die Anmachflüssigkeit
demgemäß vorgegeben. Weicht das dabei erzielte Ergebnis zu stark von der eigentlich
angestrebten Konsistenz der angemachten Baustoffmischung ab, erfolgt die Konsistenzeinstellung
(Wasser-Bindemittel-Faktor) durch Regulierung der Menge der Anmachflüssigkeit, was
von dem Verarbeiter an der Baustelle selbst nach individueller Beurteilung durchgeführt
wird. Das Ergebnis hängt also von der Erfahrung und der Aufmerksamkeit des Benutzers
des Durchlaufmischers ab, was nicht selten zu ungenügenden Ergebnissen mit entsprechenden
Nachteilen für den späteren Baukörper führt. Durch dieses bisher bekannte Verfahren
ergibt sich also ein in großen Bereichen schwankender Wasser-Bindemittel-Faktor oder
Wasser-Zement-Faktor, der sogar außerhalb festgelegter Normen liegen kann und dann
zu einem nicht normgerechten Bauwerk führt.
[0004] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Verfahren und auch eine Vorrichtung zum kontinuierlichen
Anmachen einer ein Bindemittel enthaltenden Baustoffmischung mit einer Anmachflüssigkeit
zu schaffen, wobei das Verhältnis von Anmachflüssigkeit zu Bindemittel innerhalb vorgegebener
und/oder genormter Grenzen liegen soll. Es sollen also die Vorteile einer kontinuierlichen
Vermischung einer Baustoffmischung mit Anmachflüssigkeit mit denen eines korrekten
Flüssigkeits-Bindemittel-Faktor kombiniert werden können.
[0005] Die überraschende Lösung dieser scheinbar widersprüchlichen Aufgabe besteht darin,
daß der Verschleiß einer zum Dosieren der Baustoffmischung dienenden Dosiervorrichtung
und damit die Abnahme der Zufuhr der Baustoffmischung abhängig von der Laufzeit und/oder
dem Durchsatz pro Zeiteinheit ermittelt und die Zufuhr der Anmachflüssigkeit proportional
zu diesem Verschleiß der Dosiervorrichtung vermindert und/oder die Drehzahl des Antriebes
der Dosiervorrichtung proportional zu diesem Verschleiß erhöht werden.
[0006] Es wird also die jeweilige "individuelle" Gesetzmäßigkeit des Verschleißes einer
insbesondere zu einem Durchlaufmischer gehörenden Dosiervorrichtung erfaßt und bei
der Steuerung oder Regelung der Menge der Anmachflüssigkeit so berücksichtigt, daß
der richtige Flüssigkeits-Bindemittel-Faktor jeweils trotz einer Zunahme des Verschleißes
und einer damit einhergehenden Verminderung des Durchsatzes beziehungsweise der dosierten
Fördermenge erhalten bleibt. Es kann also durch die erfindungsgemäße Verfahrensweise
die Menge der Anmachflüssigkeit eng an die tatsächliche Zufuhr der Baustoffmischung
und die darin enthaltenen Bindemittel angepaßt werden, so daß die vorgegebenen DIN-Normen
oder erlaubten Toleranzen eingehalten werden können, ohne daß ein Benutzer aufgrund
persönlicher oder optischer Beurteilungen manuelle Einstellungen der Zufuhr der Anmachflüssigkeit
mit entsprechenden Fehlermöglichkeiten durchführen muß. Da der Verschleiß der Dosiervorrichtung
jeweils ermittelt wird, kann dieses Verfahren für unterschiedliche Dosiervorrichtungen
und/oder Durchlaufmischer zur Anwendung kommen, weil jeweils die solchen Dosiervorrichtungen
eigenen Verschleißverhalten gezielt berücksichtigt werden.
[0007] Besonders günstig ist es, wenn zum Ermitteln der Zunahme des Verschleißes der Dosiervorrichtung
diese wiederholt nach der Beförderungen vorgegebener Fördermengen oder eine vorgegebenen
Durchsatzes und/oder nach vorgegebenen Betätigungs- oder Laufzeiten jeweils bezüglich
ihrer verschiedenen Verschleißzustände vermessen und die in einem solchen Verschleißzustand
jeweils erbrachte Fördermenge ermittelt werden und wenn die so ermittelte verschleißbedingte
Abnahme des von der Dosiervorrichtung geförderten Durchsatzes einer elektronischen
Steuer- oder Rechnereinheit eingegeben wird, welche die Zufuhr für die Anmachflüssigkeit,
beispielsweise ein Ventil oder dergleichen, an die verminderte Förderleistung angepaßt
regelt oder ansteuert. Es kann also beispielsweise durch Versuche für jeweilige Typen
von Dosiervorrichtungen deren übliches Verschleißverhalten und damit die ihnen eigene
Abnahme des Durchsatzes ermittelt und die entsprechende dadurch festgestellte Kurve
in die Steuerung für die Zufuhr der Annachflüssigkeit einprogrammiert werden. Somit
können alle Vorrichtungen mit einer derartigen Dosiervorrichtung von vorneherein über
diejenige Zeitdauer, die die Dosiervorrichtung trotz des zunehmenden Verschleißes
benutzt wird, das richtige Verhältnis von Baustoffmischung und Bindemittel zu Anmachflüssigkeit
einhalten. Auch durch eine Erhöhung der Drehzahl der Dosiervorrichtung, beispielsweise
einer Dosierschnecke, kann die Zunahme von deren Verschleiß und die damit einhergehende
Abnahme der Fördermenge oder des Durchsatzes kompensiert werden. Günstig ist in jedem
Falle, daß die Zumischung der Menge an Anmachflüssigkeit nicht mehr von individueller
Erfahrung abhängt, sondern an vorgegebene Maschinengrößen, nämlich den Verschleiß
und damit die Abnahme des Durchsatzes von vorneherein programmiert angepaßt ist. Durch
die Verwendung einer elektronischen Steuer- oder Rechnereinheit und die Eingabe der
entsprechenden Werte ergibt sich der weitere Vorteil, daß der Benutzer jeweils einen
Nachweis über die Qualität der angemachten Baustoffmischung führen kann, weil die
jeweils zusammengeführten Mengen an Baustoff einerseits und an Anmachflüssigkeit andererseits
im Rechner gespeichert und abgerufen werden können.
[0008] Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann darin bestehen,
daß die insbesondere durch Versuche auch für verschiedene Produkte oder Baustoffmischungen
ermittelte Zunahme des Verschleißes der Dosiervorrichtung von Zeit zu Zeit, beispielsweise
bei Wartungsarbeiten, überprüft und/oder nachgemessen und dabei gegenüber den zuvor
im Versuch ermittelten oder eventuell auch rechnerisch erfaßten Mengen eventuell festgestellte
Abweichungen der Steuer- oder Rechnereinheit eingegeben werden.
[0009] Es kann also ein unterschiedliches Verschleißverhalten verschiedener Produkte oder
Baustoffmischungen erfasst und bei dem erfindungsgemäßen Verfahren berücksichtigt
werden.
[0010] Ergibt sich beispielsweise anläßlich von Wartungsarbeiten, daß die Dosiervorrichtung
zwar verschlissen aber noch weiter verwendbar ist, kann der konkrete Verschleißzustand
als Korrekturfaktor oder auch als Bestätigung der zuvor eingegebenen diesbezüglichen
Werte verwendet werden. Nach einem bestimmten Grad des Verschleißes kann dann die
Dosiervorrichtung ersetzt oder auch repariert, beispielsweise durch Auftragschweißen
wieder auf die Ausgangswerte ihrer Förderleistung oder ihres Durchsatzes gebracht
werden. Dann sind selbstverständlich der Steuer- oder Rechnereinheit oder dem Speicher
entsprechende Verschleißwerte einer solchen reparierten Dosiervorrichtung einzugeben,
die durch Versuche ermittelt werden oder auf Erfahrungswerten beruhen können.
[0011] Als Dosiervorrichtung kann eine Dosierschnecke gewählt und deren Umfangsverlust im
Laufe der Betätigung und/oder die Verminderung der von ihr abgegebenen Baustoffmischung
gemessen und der Steuer- oder Rechnereinheit beziehungsweise einem dieser zugehörigen
Speicher eingegeben werden. Eine Dosierschnecke ist nämlich eine besonders zweckmäßige
und innerhalb eines Dosierkanales gut anwendbare robuste Dosiervorrichtung, bei welcher
die Zunahme des Verschleißes durch Abnahme des Außendurchmessers auch sehr einfach
festgestellt und nachgemessen werden kann.
[0012] Eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Anmachen einer trockenen oder rieselfähigen
Baustoffmischung wie Estrich, Beton, Mörtel, Putz oder dergleichen mit einer Anmachflüssigkeit,
zum Beispiel mit Wasser, mit einer Zuführeinrichtung für die Baustoffmischung, einer
Dosiervorrichtung und einer dieser nachgeschalteten Mischkammer insbesondere eines
Durchlaufmischers mit einer Zufuhr für das Anmachwasser sowie mit einer Steuerung
für die Zufuhr des Anmachwassers kann zur Lösung der vorstehend genannten Aufgabe
dadurch gekennzeichnet sein, daß in der Zufuhrleitung für das Anmachwasser ein regelbarer
Ventil oder Absperrorgan vorgesehen ist, welches mit der Steuerung verbunden ist,
die einen elektronischen Speicher und/oder eine programmierbare Rechnereinheit zum
Speichern der - pro Zeiteinheit oder durchsatzabhängig - jeweils verschleißbedingt
abnehmenden, der Mischkammer tatsächlich zugeführten Menge der Baustoffmischung aufweist,
so daß die Menge des durch die Zufuhr und den Einlauf zugefügten Anmachwassers der
jeweiligen Menge der Baustoffmischung entsprechend gesteuert zuführbar ist.
[0013] Da die Steuerung über diesen Speicher oder diese Rechnereinheit diese Abnahmekurve
für die Durchsatzmenge der Dosiervorrichtung enthält, kann sie auch demgemäß die Abgabe
der Anmachflüssigkeit im Rahmen vorgegebener Normen oder Toleranzen automatisch und
dem eingegebenen Programm folgend vornehmen. Da dadurch die jeweils zusammengeführten
Mengen der Baustoffmischung und der Anmachflüssigkeit zu unterschiedlichen Zeiten
im Rechner oder Speicher enthalten sind, können sie auch jederzeit zum Nachweis der
Qualität der angemachten Baustoffmischung abgerufen werden. Somit wird auch der Wasserbedarf
für jedes Produkt in seinem Toleranzbereich begrenzt und es wird vermieden, daß Beton
oder Fließestrich oder ein sonstiger Baustoff überwässert oder eventuell mit zu wenig
Wasser angemacht wird. Vielmehr kann entsprechend dem jeweiligen Verbrauch an Trockenmaterial
oder an Baustoffmischung das erforderliche Anmachwasser mittels der Steuer- oder Rechnereinheit
programmiert und genau zugeführt werden. Da beide Größen oder Mengen über einen zentralen
Kontroller oder Speicher in der Maschine erfaßt werden, ergibt sich die gewünschte
genaue Regelung und Zuordnung der für die Anmachmischung erforderlichen Mengen. Dabei
können in diesem Kontroller oder Rechner auch die sonstigen für den Wasser-Zement-Faktor
oder den Wasser-Bindemittel/Trockenmaterial-Faktor sowie der gesamte Material- und
Wasserverbrauch hinterlegt werden.
[0014] Bei einer derartigen Vorrichtung zum kontinuierlichen Anmachen einer trockenen oder
rieselfähigen Baustoffmischung kann zur Lösung der Aufgabe und zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens auch vorgesehen sein, daß eine Steuerung für die Drehzahl
des Antriebsmotors vorgesehen ist und daß diese Steuerung einen elektronischen Speicher
und/oder eine programmierbare Rechnereinheit zum Speichern der - pro Zeiteinheit oder
durchsatzabhängig - jeweils verschleißbedingt abnehmenden, mittels der Dosiervorrichtung
dosierten Menge der Baustoffmischung aufweist, so daß die verschleißbedingte Abnahme
der zudosierten Baustoffmischung durch eine Erhöhung der Drehzahl des Antriebsmotors
kompensierbar ist.
[0015] Es kann also auch die verschleißbedingte Abnahme der zudosierten Baustoffmischung
durch eine Erhöhung der Drehzahl des Antriebsmotors kompensiert werden, d.h. durch
eine erhöhte Motordrehzahl kann die zudosierte Menge wieder auf den gewünschten Wert
gebracht werden, obwohl die Dosierschnecke aufgrund ihres Verschleißes eigentlich
eine verminderte Menge fördert.
[0016] Dabei ist es auch möglich, daß eine Steuerung eines regelbaren Ventiles oder Absperrorganes
und eine Steuerung für die Drehzahl des Antriebsmotors vorgesehen ist und ein elektronischer
Speicher und/oder eine programmierbare Rechnereinheit zum Speichern der - pro Zeiteinheit
oder durchsatzabhängig - jeweils verschleißbedingt abnehmenden Zufuhr der Baustoffmischung
zum kombinierten Erhöhen der Drehzahl des Antriebsmotors und Vermindern der Wasserzufuhr
vorgesehen ist.
[0017] Es ist also auch möglich, die verschleißbedingte Abnahme der dosierten Baustoffmischung
dadurch zu kombinieren, daß die Zufuhr der Anmachflüssigkeit vermindert und die Motordrehzahl
erhöht werden, um jeweils wieder das richtige Mischungsverhältnis herzustellen.
[0018] Vor allem bei Kombination einzelner oder mehrerer der vorbeschriebenen Merkmale und
Maßnahmen kann also die trockene oder rieselfähige Baustoffmischung mittels einer
volumetrischen Dosierung, bevorzugt mittels einer Dosierschnecke in die Mischkammer
eines kontinuierlich arbeitenden Durchlaufmischers eingebracht werden. Über die Motordrehzahl
und die dichte der Baustoffmischung wird die Menge berechnet und mittels dem im Rechner
oder Speicher hinterlegten Wasserwert oder Wasser-Bindemittel-Trockenmaterial-Faktor
die richtige Menge der Anmachflüssigkeit über eine Regeleinheit eingestellt. Die Abnützung
oder der Verschleiß der volumetrischen Zudosierung bzw. der Dosierschnecke wird dabei
von diesem Rechner berücksichtigt, so daß die Werte automatisch abhängig von dieser
Abnutzung oder dem Verschleiß korrigiert werden.
[0019] Nachstehend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der zeichnung näher
beschrieben. Es zeigt in zum Teil schematisierter Darstellung:
- Fig.1
- einen Längsschnitt eines Durchlaufmischers mit horizontaler Dosierschnecke und Mischwelle
und einer vor der Dosierschnecke und deren Dosierrohr angeordneten Zuführeinrichtung
für eine trockene oder rieselfähige Baustoffmischung im Längsschnitt,
- Fig.2
- einen Teil der Dosierschnecke im Neuzustand,
- Fig.3
- den Teil der Dosierschnecke gemäß Fig.2 in einem mittleren Verschleißzustand,
- Fig.4
- den in den Figuren 2 und 3 dargestellten Teil der Dosierschnecke in abgenutztem Zustand
sowie
- Fig.5
- den in Fig.1 dargestellten Durchlaufmischer mit einem Mikrokontroller bzw. einer Steuer-
oder Regeleinheit, über die die Zufuhr der Anmachflüssigkeit abhängig vom Verschleiß
der Dosierschnecke gesteuert oder geregelt wird.
[0020] Eine im ganzen mit 1 bezeichnete Vorrichtung (Fig.5) dient zum Anmachen einer rieselfähigen
Baustoffmischung wie Estrich, Beton, Mörtel, Putz oder dergleichen mit einer Anmachflüssigkeit,
in der Regel mit Wasser. Die Vorrichtung 1 hat dazu eine Zuführeinrichtung 2, die
in Fig.1 und 5 durch einen Eintrittsstutzen und den vertikalen Pfeil Pf1 angedeutet
ist. An dieser Stelle kann die noch trockene Baustoffmischung in die Vorrichtung 1
eingefüllt werden, sei es mittels Säcken, sei es direkt von einem oberhalb angeordneten
Vorrats- oder Silobehälter.
[0021] Die Vorrichtung 1 weist außerdem eine Dosiervorrichtung 3 mit einer Dosierschnecke
4 in einem Dosierrohr 5 und eine dieser nachgeschaltete Mischkammer 6 auf, in welcher
eine Mischwelle 7 mit Mischwerkzeugen 8 untergebracht ist, wobei die Mischwelle 7
in Fortsetzung der Dosierschnecke 4 und einer Förderwelle 9 unterhalb der Zuführeinrichtung
2 verläuft, so daß ein einziger Antriebsmotor 10 zum Antrieb sowohl der Förderwelle
9 als auch der dieser in Förderrichtung folgenden Dosierschnecke 4 als auch der Mischwelle
7 mit den Mischwerkzeugen 8 genügt.
[0022] Insgesamt ist also im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1 und 5 ein horizontal
angeordneter Durchlaufmischer vorgesehen, der auch eine Zufuhr 11 (Fig.5) und einen
Einlauf 12 für das Anmachwasser im Bereich der Mischkammer 6 hat. Dabei erkennt man
in Fig.5 in der Zufuhrleitung 11 für das Anmachwasser ein Ventil oder Absperrorgan
13, welches in noch zu beschreibender Weise mit einem Mikrokontroller beziehungweise
einem Steuergerät oder einer Regeleinheit vorzugsweise in Form eines Rechners verbunden
ist, so daß die Menge des durch die Zufuhr 11 und den Einlauf 12 der Mischung zugefügten
Anmachwassers gesteuert oder geregelt werden kann.
[0023] In Fig.5 ist eine Steuer- oder Regeleinheit 14 dargestellt, die einen elektronischen
Speicher und/oder eine programmierbare Rechnereinheit zum Speichern von pro Zeiteinheit
oder durchsatzabhängig jeweils verschleißbedingt abnehmenden, tatsächlich zugeführten
und dosierten Mengen der Baustoffmischung dient, also die Zufuhr der Anmachflüssigkeit
mit Hilfe des Ventiles oder Absperrorganes 13 in der Weise verändert, wie die Dosierschnecke
4 im Laufe der Zeit aufgrund des Durchsatzes mehr und mehr abgenutzt oder verschlissen
wird.
[0024] In den Figuren 2 bis 4 ist dargestellt, wie der Außendurchmesser der Dosierschnecke
4 und der an ihr angebrachten Schneckengänge 4a vom Neuzustand über einen mittleren
Verschleißzustand bis zur Unbrauchbarkeit abnimmt. Der in Fig.4 dargestellte Abnutzungsgrad
ergibt praktisch keine Dosierförderung ausreichender Menge mehr, so daß dann die Dosierschnecke
4 ausgebaut und ersetzt oder beispielsweise durch Auftragschweißen wieder in einen
Zustand versetzt werden muß, der etwa dem Neuzustand entspricht.
[0025] Dieser in den Figuren 2 bis 4 schematisiert dargestellte Verschleiß der zum Dosieren
der Baustoffmischung dienenden Dosiervorrichtung 3 beziehungsweise ihrer Dosierschnecke
4 und damit die Abnahme der Zufuhr der Baustoffmischung zu der Mischkammer 6 abhängig
von der Laufzeit und/oder dem Durchsatz kann dabei - beispielsweise in Versuchen oder
Modellversuchen - ermittelt und die Zufuhr der Anmachflüssigkeit über das Ventil 13
proportional zu diesem Verschleiß und der damit einhergehenden Verminderung des Durchsatzes
vermindert werden. In Fig.5 ist durch die Verbindungslinie 15 schematisiert dieser
Zusammenhang dargestellt, denn diese Linie 15 führt von der Dosiervorrichtung 3 zu
der Steuer-Regel- oder Rechnereinheit 14. In der Praxis wird dabei die durch Versuche
ermittelte Abnützung der Dosierschnecke 4 in den erwähnten Rechner beispielsweise
über eine Tastatur eingegeben, das heißt die Linie 15 ist nur gedacht und stellt keine
Leitung dar.
[0026] Zum Ermitteln der Zunahme des Verschleißes der Dosiervorrichtung 3 gemäß Fig.2 bis
4 kann diese wiederholt nach der Beförderung vorgegebener Fördermengen und/oder nach
vorgegebenen Betätigungs- oder Laufzeiten bezüglich ihrer unterschiedlichen Verschleißzustände
und der in diesen Verschleißzuständen jeweils noch erbrachten Fördermenge vermessen
werden, wonach die so ermittelte verschleißbedingte Abnahme des von der Dosiervorrichtung
3 geförderten Durchsatzes der elektronischen Steuer- oder Rechnereinheit 14 eingegeben
wird. Diese regelt oder steuert dann, wie schon erwähnt, die Zufuhr für die Anmachflüssigkeit
über das Ventil oder Absperrorgan 13, welches mehr oder weniger geöffnet werden kann.
[0027] Dabei kann die insbesondere durch Versuche ermittelte Zunahme des Verschleißes der
Dosiervorrichtung 3 beziehungsweise der Dosierschnecke 4 von Zeit zu Zeit beispielsweise
bei Wartungsarbeiten überprüft und nachgemessen werden, so daß dabei eventuell festgestellte
Abweichungen von der der Steuer- und der Rechnereinheit 14 eingegebenen Werten als
Korrekturwerte benutzt werden können, um die Genauigkeit der Zudosierung der Anmachflüssigkeit
mit Hilfe der Steuer- oder Rechnereinheit 14 wieder zu erhöhen.
[0028] Die im Ausführungsbeispiel vorgesehene Dosierschnecke 4 hat dabei den Vorteil, daß
der Verschleiß besonders einfach über deren Umfangsverlust gemessen werden kann, wobei
der Umfangsverlust aufgrund des Verschleißes proportional der Abnahme der Durchsatzmenge
ist. Diese Gesetzmäßigkeit läßt sich leicht durch Versuche ermitteln und in die Steuer-
oder Rechnereinheit 14 einprogrammieren.
[0029] In Fig.5 ist noch angedeutet, daß es auch möglich ist, die verschleißbedingte Abnahme
der zudosierten Baustoffmischung durch eine Erhöhung der Drehzahl des Antriebsmotors
10 zu kompensieren, wobei die Verminderung der Wasserzufuhr oder die Erhöhung der
Motordrehzahl wahlweise, eventuell aber auch kombiniert eingesetzt werden können.
[0030] An der Steuer- und Rechnereinheit 14 ist noch ein Eingang 16 angedeutet, über den
der Wasserbedarf, der Toleranzbereich bezüglich des Verhältnisses zwischen Baustofmischung
und Anmachflüssigkeit oder Anmachwasser sowie sonstige experimentell oder empirisch
ermittelte Daten und auch die schon erwähnten Korrekturdaten, beispielsweise aus der
Wartung sowie der Ist-Verbrauch eingegeben werden können. An dem Ausgang 17 kann der
Benutzer den Materialverbrauch, den Füllstand eines im Bereich der Zuführeinrichtung
2 vorgesehenen Vorratsbehälters, den Wasserverbrauch und auch die Laufzeiten des Antriebsmotors
10, also Daten für eine Qualitätssicherung abrufen oder abfragen.
[0031] Zum Anmachen einer trockenen oder rieselfähigen Baustoffmischung mit einer Anmachflüssigkeit
wird die Baustoffmischung mengenmäßig dosiert und die hinzuzufügende Menge an Anmachflüssigkeit
auf diese dosierte Menge der Baustoffmischung abgestimmt. Dabei wird der Verschleiß
einer zum Dosieren der Baustoffmischung dienenden Dosiervorrichtung und damit die
Abnahme der Zufuhr der Baustoffmischung abhängig von der Laufzeit und/oder dem Durchsatz
dieser Dosiervorrichtung 3 ermittelt und die Zufuhr der Anmachflüssigkeit proportional
zu diesem Verschleiß vermindert und/oder die Drehzahl des Antriebsmotors 10 der Dosiervorrichtung
3 proportional zu diesem Verschleiß erhöht, so daß die Baustoffmischung mit einem
kontinuierlich arbeitenden oder Durchlaufmischer angemacht und dennoch ein zutreffendes
Verhältnis zwischen der Baustoffmischung und der Anmachflüssigkeit erhalten werden
können.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Anmachen einer trockenen oder rieselfähigen Baustoffmischung
wie Estrich, insbesondere Fließestrich, Beton, Putz, Mörtel oder dergleichen mit einer
Anmachflüssigkeit, zum Beispiel mit Wasser, wobei die Baustoffmischung mengenmäßig
dosiert und die hinzuzufügende Menge an Anmachflüssigkeit auf die dosierte Menge der
Baustoffmischung abgestimmt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschleiß einer zum Dosieren der Baustoffmischung dienenden Dosiervorrichtung
(3) und damit die Abnahme der Zufuhr der Baustoffmischung abhängig von der Laufzeit
und/oder dem Durchsatz ermittelt und die Zufuhr der Anmachflüssigkeit proportional
zu diesem Verschleiß der Dosiervorrichtung vermindert und/oder die Drehzahl des Antriebes
der Dosiervorrichtung (3) proportional zu diesem Verschleiß erhöht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ermitteln der Zunahme des
Verschleißes der Dosiervorrichtung diese wiederholt nach der Beförderung vorgegebener
Fördermengen und/oder nach vorgegebenen Laufzeiten jeweils bezüglich ihrer unterschiedlichen
Verschleißzustände vermessen und die in einem solchen Verschleißzustand jeweils erbrachte
Fördermenge ermittelt werden, und daß die so ermittelte verschleißbedingte Abnahme
des von der Dosiervorrichtung (3) geförderten Durchsatzes einer elektronischen Steuer-
oder Rechnereinheit (14) eingegeben wird, welche die Zufuhr für die Anmachflüssigkeit,
beispielsweise ein Ventil oder dergleichen, an die verminderte Förderleistung angepaßt
regelt oder ansteuert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die insbesondere durch
Versuche auch für verschiedene Produkte oder Bausuoffmischungen ermittelte Zunahme
des Verschleißes der Dosiervorrichtung (3) von Zeit zu Zeit, beispielsweise bei Wartungsarbeiten,
überprüft und/oder nach gemessen und dabei eventuell festgestellte Abweichungen der
Steuer- oder Rechnereinheit (14) eingegeben werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Dosiervorrichtung
eine Dosierschnecke (4) gewählt und deren Umfangsverlust im Laufe der Betätigung und/oder
die Verminderung der von ihr abgegebenen Baustoffmischung gemessen und der Steuer-
oder Rechnereinheit eingegeben werden.
5. Vorrichtung (1) zum kontinuierlichen Anmachen einer trockenen oder rieselfähigen Baustoffmischung
wie Estrich, Beton, Mörtel, Putz oder dergleichen mit einer Anmachflüssigkeit, zum
Beispiel mit Wasser, mit einer Zuführeinrichtung (2) für die Baustoffmischung, einer
Dosiervorrichtung (3) und einer dieser nach geschalteten Mischkammer (6) insbesondere
eines Durchlaufmischers mit einer Zufuhr für das Anmachwasser sowie mit einer Steuerung
für die Zufuhr (11) des Anmachwassers zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß in der Zufuhrleitung (11) für das Anmachwasser
ein regelbarer Ventil oder Absperrorgan (13) vorgesehen ist, welches mit der Steuerung
verbunden ist, die einen elektronischen Speicher und/oder eine programmierbare Rechnereinheit
zum Speichern der - pro Zeiteinheit oder durchsatzabhängig - jeweils verschleißbedingt
abnehmenden, der Mischkammer tatsächlich zugeführten Menge der Baustoffmischung aufweist,
so daß die Menge des durch die Zufuhr (11) und den Einlauf (12) zugefügten Anmachwassers
der jeweiligen Menge der Baustoffmischung entsprechend gesteuert zuführbar ist.
6. Vorrichtung (1) zum kontinuierlichen Anmachen einer trockenen oder rieselfähigen Baustoffmischung
wie Estrich, Beton, Mörtel, Putz oder dergleichen mit einer Anmachflüssigkeit, zum
Beispiel mit Wasser, mit einer Zuführeinrichtung (2) für die Baustoffmischung, einer
Dosiervorrichtung (3) und einer dieser nachgeschalteten Mischkammer (6) insbesondere
eines Durchlaufmischers mit einer Zufuhr für das Anmachwasser sowie mit einer Steuerung
für die Zufuhr (11) des Anmachwassers zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerung für die Drehzahl des
Antriebsmotors (10) vorgesehen ist und daß diese Steuerung einen elektronischen Speicher
und/oder eine programmierbare Rechnereinheit zum Speichern der - pro Zeiteinheit oder
durchsatzabhängig - jeweils verschleißbedingt abnehmenden, mittels der Dosiervorrichtung
(3) dosierten Menge der Baustoffmischung aufweist, so daß die verschleißbedingte Abnahme
der zudosierten Baustoffmischung durch eine Erhöhung der Drehzahl des Antriebsmotors
(10) kompensierbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerung eines
regelbaren Ventiles oder Absperrorganes (13) und eine Steuerung für die Drehzahl des
Antriebsmotors (10) vorgesehen ist und ein elektronischer Speicher und/oder eine programmierbare
Rechnereinheit zum Speichern der - pro Zeiteinheit oder durchsatzabhängig - jeweils
verschleißbedingt abnehmenden Zufuhr der Baustoffmischung zum kombinierten Erhöhen
der Drehzahl des Antriebsmotors (10) und Vermindern der Wasserzufuhr vorgesehen ist.