[0001] Die Erfindung betrifft ein rotierbares Tragelement nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Es kann sich dabei um beidseitig gelagerte Tragelemente, wie beispielsweise Wickelwellen,
Wickelzapfen oder Tragrohre, aber auch um lediglich einseitig gelagerte Tragelemente
wie z.B. Wickelköpfe handeln. Die Trägerfunktion kann mit oder ohne Spannvorrichtungen
in den üblichen Bauformen erfolgen.
[0002] Gattungsgemäße Tragelemente bestehen zumindest aus einem Tragkörper, welcher wegen
der tragenden Funktion aus einem Material mit hohen Festigkeitswerten, wie Biegewechselfestigkeit
und Elastizitätsmodul, gefertigt ist. Mit dem Tragkörper ist eine Ummantelung aus
einem meist metallischen Material verbunden, die als Verschleißschutzschicht dient
und zur Erzielung geringerer Rauhtiefen und guter Oberflächenhärten einer nachträglichen
Oberflächenveredelung, wie beispielsweise anodisieren, zugänglich ist, ohne eine tragende
Funktion erfüllen zu müssen. Das Material der Ummantelung hat dabei in der Regel eine
höhere Härte als das Material des Tragkörpers und ist entsprechend spröde und weniger
biegewechselfest. Im bestimmungsgemäßen Einsatz sind Tragelemente insbesondere durch
ihre schnelle Rotation erheblichen Biegewechselbelastungen ausgesetzt. Dies führt
vielfach zu einem Bruch der Ummantelung, obgleich die Belastbarkeit des Tragkörpers
noch nicht erreicht ist. Die dabei entstehenden Risse oder Bruchstellen führen zu
einer erhöhten Unfallgefahr durch Schnittverletzungen. Auch wird durch Materialaufwerfungen
an diesen Stellen häufig die Handhabung aufzuschiebender Teile, wie z.B. von Wickelhülsen
oder Aufsteckadaptern erschwert, die an diesen Aufwerfungen hängen bleiben können.
Schließlich ist der optische Eindruck solcher Tragelemente mit beschädigter Ummantelung
nicht befriedigend. Zur Vermeidung solcher Beschädigungen werden daher in der Praxis
Tragelemente vielfach so dimensioniert, daß sie in bezug auf Festigkeit auf ihr schwächstes
Material ausgelegt werden, was in der Regel die Ummantelung ist. Damit können die
normalerweise höheren Biegewechselfestigkeiten der verwendeten Tragkörper nicht genutzt
werden.
[0003] Die Erfindung befaßt sich daher mit dem Problem, ein gattungsgemäßes Tragelement
anzugeben, das ein verbessertes Einsatzverhalten zeigt, insbesondere im Einsatz weniger
zu Verletzungen führende oder die Handhabung erschwerende Beschädigungen erhält.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Tragelement mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0005] Indem in der Ummantelung zumindest ein sich ringförmig um ihren Umfang erstreckender
Entlastungsbereich als materialfreier Bereich oder entsprechender Bereich verringerter
Materialdicke vorgesehen wird, ist dort eine Zone geschaffen, die ein gezieltes Nachgeben
der Ummantelung ermöglicht, ohne daß unerwünschte Erscheinungen wie Risse oder Materialaufwerfungen
etc. entstehen. Sind die Entlastungsbereiche durch eine verringerte Materialdicke
der Ummantelung ausgebildet, so reißt die Ummantelung bei Überschreiten der maximalen
Biegewechselfestigkeit des Ummantelungsmaterials dann gezielt in diesen als Sollbruchstellen
ausgelegten Bereichen. Durch die geringere Materialdicke in diesen Bereichen kommt
es dennoch nicht zu Aufwerfungen oder scharf vorstehenden Kanten. Ist die Ummantelung
mit einem oder mehreren sich ringförmig um ihren Umfang erstreckenden materialfreien
Bereichen versehen, führt dies durch die dabei entstehenden kürzeren Ummantelungsstücke
als bei einer durchgehenden Ummantelung dazu, daß keine Risse mehr auftreten und die
Ummantelung so ausgelegt werden kann, daß sie den gleichen Biegewechselbelastungen
wie der Tragkörper standhält.
[0006] Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus den Unteransprüchen und in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung die im folgenden erläutert
werden; es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch ein erfindungsgemäßes Tragelement,
- Fig. 2
- eine Vergrößerung des Ausschnitts II in Fig. 1 teilweise im Schnitt und
- Fig. 3
- eine Ansicht entsprechend Fig. 2 in einer anderen Ausführungsform.
[0007] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Tragelement handelt es sich um eine Wickelwelle zum
Auf- und Abwickeln von flexiblem Flachmaterial auf entsprechenden Wickelhülsen. Die
Wickelwelle weist einen Tragkörper 1 auf mit einem zur Aufnahme einer Wickelhülse
dienenden Mittelbereich und beiderseitigen Lagerbereichen 2. Der Mittelbereich des
Tragkörpers 1 ist von einer Ummantelung 3 umgeben, die mehrere länglich-oval-förmige,
sich in Richtung der Drehachse 4 der Wickelwelle erstreckende Ausnehmungen 5 aufweist,
durch die als Spannleisten 6 ausgebildete Spannelemente hindurchtreten. Die Spannleisten
6 sind mittels eines nicht dargestellten Expansionsmechanismus in radialer Richtung
nach außen beweglich und dienen dem Festspannen und Fixieren der auf die Wickelwelle
aufzuschiebenen Wickelhülse.
[0008] Der Tragkörper 1 besteht aus einem Faserverbundwerkstoff hoher Biegewechselfestigkeit,
z.B. carbonfaserverstärktes Reaktionsharz oder Glasfaserverbundwerkstoff wohingegen
die Ummantelung 3 als Verschleißschutzschicht dient und aus einem metallischen Werkstoff,
vorzugsweise Aluminium oder Stahl besteht. Ringförmig um den Umfang der Ummantelung
3 erstrecken sich mehrere Entlastungsbereiche 7, die ein unkontrolliertes Reißen und
Brechen der Ummantelung 3 verhindern. Vorzugsweise sind diese Entlastungsbereiche
7 in den kritischen Belastungszonen der Ummantelung 3 angeordnet, in denen bei herkömmlichen
Tragelementen üblicherweise Beschädigungen der Ummantelung auftreten. Diese kritischen
Belastungszonen befinden sich insbesondere in der Nähe der Spannleisten 6, da die
dortigen Ausnehmungen 5 in der Ummantelung 3 eine zusätzliche Kerbwirkung auf diese
ausüben. Weitere kritische Belastungszonen sind oft im Außenbereich von Tragelementen
nahe der Lagerbereiche 2 angeordnet.
[0009] In den Figuren 2 und 3 ist ein Teil der Wickelwelle aus Fig. 1 in einem vergrößerten
Ausschnitt teilweise geschnitten in zwei unterschiedlichen Ausführungsformen dargestellt.
In Fig. 2 ist erkennbar, daß der abgebildete Entlastungsbereich 7 durch eine nach
außen offene Ringnut 8 gebildet ist. Durch die dadurch verursache bewußte Materlalschwächung
in diesem Bereich wird dort eine Sollbruchstelle vorgesehen, in der die Ummantelung
3 bei Überschreiten der zulässigen Biegewechselfestigkeit reißt, ohne daß dadurch
die Tragkraft des Tragelementes herabgesetzt wird, da diese vom Tragkörper 1 bestimmt
wird. Da in dem Entlastungsbereich jedoch weniger Material als an der übrigen Ummantelung
3 vorhanden ist, kommt es trotz des Reißens nicht zu Materialaufwerfungen, die über
die äußere Oberfläche 9 der Ummantelung 3 vorspringen könnten. Den Bereich verringerter
Materialdicke dabei als nach außen offene Ringnut 8 auszugestalten ist auch insoweit
besonders vorteilhaft, da die Sollbruchstelle hinter die äußere Oberfläche 9 der Ummantelung
3 zurücktritt und die Gefahr einer Verletzung durch Hautkontakt etc. noch weiter herabgesetzt
wird. Außerdem läßt sich eine solche Wickelwelle auf einfache Weise herstellen, indem
die Ummantelung 3, die zunächst noch keine Entlastungsbereiche 7 aufweist, auf den
Tragkörper 1 aufgeschoben und dort aufgeschrumpft oder aufgeklebt wird und erst in
einem weiteren Bearbeitungsschritt die Ringnut 8 eingestochen oder anderweitig eingebracht
wird.
[0010] Vorzugsweise sind die Entlastungsbereiche 7 wie dargestellt mit einer flexiblen Masse
10 zumindest teilweise aufgefüllt. Diese sollte so elastisch sein, daß sie in diesen
Bereichen haften bleibt, auch wenn die Ummantelung 3 dort reißt oder sich Ummantelungsteile
gegeneinander verschieben. Dadurch wird die Verletzungsgefahr weiter gemindert, da
keine scharfen Kanten berührt werden können. Auch optisch macht das Tragelement dann
stets einen zufriedenstellenden Eindruck. Zudem dient das Auffüllen mit einer flexiblen
Masse der Oberflächenglättung der Ummantelung 3, was die Handhabung des Tragelementes
weiter erleichtert. Ferner verhindert die flexible Masse 10 Schmutzansammlungen in
den Entlastungsbereichen 7. Eine Einfärbung der flexiblen Masse 10 in unterschiedlichen
Farben kann der Kennzeichnung unterschiedlicher Tragelemente mit z.B. verschiedenen
Belastungsgrenzen oder verschiedenen Einsatzzwecken dienen und somit die Wahl des
richtigen Tragelementes bei Einbau oder Tragelementwechsel erleichtern. Dieser Hinweis
kann für das Personal einen zusätzlichen Unfallschutz darstellen, da Verwechslung
und die Verwendung falscher Tragelemente ausgeschlossen wird.
[0011] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform, bei der der Entlastungsbereich 7 nicht
als Ringnut, sondern als materialfreier Bereich ausgebildet ist. Auch dieser ist in
vorteilhafter Weise mit einer flexiblen Masse 10 aufgefüllt.
1. Rotierbares Tragelement zur Aufnahme von Wickelhülsen, Aufsteckadaptern oder dergleichen
mit einem Tragkörper (1) und einer diesen umgebenden und mit ihm unlösbar verbundenen
hülsenartigen Ummantelung (3) aus einem von dem des Tragkörpers (1) verschiedenen
Material mit einer höheren Härte als das Material des Tragkörpers (1), dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (3) zumindest einen sich ringförmig um ihren Umfang erstreckenden
Entlastungsbereich (7) aufweist, der durch einen Bereich verringerter Materialdicke
oder einen materialfreien Bereich gebildet wird.
2. Tragelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich verringerter Materialdicke durch eine nach außen offene Ringnut
(8) gebildet ist.
3. Tragelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Entlastungsbereich (7) zumindest teilweise mit einer flexiblen Masse (10)
aufgefüllt ist.
4. Tragelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die flexible Masse (10) zur Kennzeichnung eingefärbt ist.
5. Tragelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragkörper (1) aus einem Faserverbundwerkstoff und die Ummantelung (3) aus
einem metallischen Werkstoff besteht.
6. Tragelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Entlastungsbereich (7) in einer kritischen Belastungszone der Ummantelung
(3) angeordnet ist.