[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Verminderung von Luftströmungsgeräuschen
an schnellfahrenden Aufzugkabinen, die, in Form einer aerodynamisch günstig geformten
Haube, entweder auf dem Kabinendach oder unter dem Kabinenboden oder an beiden Positionen
zugleich angebracht ist. Eine Aufzugkabine ist Teil einer Aufzuganlage, die im wesentlichen
aus folgenden Komponenten besteht: Einem Liftschacht mit Führungsschienen, der erwähnten
Aufzugkabine mit ihrem Kabinenrahmen, einem Gegengewicht, den Tragseilen für Kabine
und Gegengewicht, sowie einer Antriebseinheit mit Treibscheibe, welche diese Tragseile
antreibt. Schnellfahrende Kabinen sind auch an ihrer Unterseite durch über eine Rolle
im Schachtgrund laufende Unterseile mit dem Gegengewicht verbunden. Die Aufzugkabine
ist elastisch in einem Kabinenrahmen gelagert, der an den Tragseilen hängt, über Führungselemente
von den Führungsschienen in Hubrichtung geführt wird, und der den im Betrieb und bei
Pannen auftretenden Belastungen entsprechend stabil gebaut ist.
[0002] Kabinen von Aufzuganlagen sind üblicherweise als strömungstechnisch ungünstige, quaderförmige
Körper mit scharfen Kanten ausgeführt, die sich in meist engen Aufzugschächten bewegen.
Bei Fahrgeschwindigkeiten über etwa 4 m/s verursachen die auftretenden Luftwirbel
und Strömungsablösungen unangenehme bis stark störende Geräusche. Zur Reduktion dieser
Geräusche werden an schnellfahrenden Aufzugkabinen in einer oder beiden Fahrrichtungen
haubenartige Aufbauten mit strömungstechnisch günstiger Form angebracht, mit dem Ziel,
die verdrängte Luftmenge möglichst wirbel- und ablösungsfrei um den Kabinenkörper
herumzuleiten.
[0003] US 5,220,979 offenbart mehrere Lösungen für strömungsverbessernde Anbauten an Aufzugkabinen.
Alle dort beschriebenen Lösungen beinhalten die Merkmale, dass die Anbauten auf der
Seite des Kabineneingangs ebene Flächen in der Fortsetzung der Kabinenfrontwand nach
unten bzw. nach unten und oben aufweisen, und dass deren Wände als stabile Platten
oder Formteile ausgeführt sind.
[0004] GB 2 280 662 beschreibt ebenfalls strömungsverbessernde Einrichtungen zu Aufzugkabinen,
wobei die Passagierkabine schwingungsisoliert in ein geschlossenes, strömungstechnisch
günstig ausgebildetes Gehäuse eingebaut ist. Wie bei US 5,220,979 enthalten auch die
in GB 2 280 662 gezeigten strömungsgünstigen Gehäuse auf der Seite des Kabineneingangs
ebene Flächen als Fortsetzung der Kabinenfrontwand nach oben bzw. nach unten, und
die Wände dieser Gehäuse bestehen aus stabilen Formteilen.
[0005] Beide oben erwähnten Lösungen haben die Nachteile, dass die offenbarten strömungsgünstigen
Anbauten und Gehäuse schwere und sperrige Komponenten sind, die voluminöse Verpackungen
erfordern und schwierig zu transportieren und zu montieren sind und das von der Aufzuganlage
zu bewegende Kabinengewicht massiv erhöhen. Ausserdem ist die Herstellung von Hauben
mit mehrachsig gekrümmten Flächen, wie sie in beiden Schriften dargestellt sind, sehr
aufwendig, insbesondere da diese Hauben auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Kabinenabmessungen
angepasst werden müssen.
[0006] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind strömungsgünstige Aufzugkabinenhauben,
die preisgünstig und flexibel herstellbar, volumenarm zu verpacken sowie leicht zu
transportieren und zu montieren sind und eine geringe Masse aufweisen.
[0007] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass solche strömungsgünstigen Kabinenhauben
nicht aus stabilen Formteilen, sondern aus einer membranartigen, flexiblen und faltbaren
Folie hergestellt werden. Kabinenhauben dieser Ausführungsart weisen im Vergleich
mit bekannten strömungsverbessernden Kabinenaufbauten folgende wesentliche Vorteile
auf:
- Für ihre Herstellung sind keine Spezialmaschinen, Pressformen oder Modelle erforderlich,
wie dies bei stabilen Formteilen der Fall ist. In Anbetracht der zahlreichen Varianten
von Kabinenabmessungen werden dadurch entscheidende Kosteneinsparungen erreicht.
- Die zusammengefaltete flexible Haube ist volumenarm und kostengünstig zu transportieren
und leicht zu montieren.
- Dank der dünnen, meabranartigen Haubenwand, bleibt die von der Aufzugsanlage zusätzlich
zur Kabine zu bewegende Haubenmasse minimal.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand von zwei Ausführungsbeispielen mit Bezug auf
beiliegende Zeichnungen näher erläutert:
- Fig. 1
- zeigt eine Aufzugkabine mit zwei erfindungsgemässen, strömungstechnisch günstigen
Aufzugkabinenhauben aus membranartiger, flexibler Folie.
- Fig. 2
- zeigt eine Aufzugkabine mit aufgebauter Stützkonstruktion aus stabförmigen Elementen,
die die flexible Haubenwand stabilisiert.
- Fig. 3
- zeigt einen Horizontalschnitt durch eine erfindungsgemässe Aufzugkabinenhaube.
- Fig. 4
- zeigt die Befestigung der membranartigen Haubenwand an den vertikal orientierten Stäben
der Stützkonstruktion.
- Fig. 5
- zeigt anhand eines vertikalen Teilschnitts durch die Aufzugkabinenhaube die Befestigung
der Haubenwand am Grundrahmen der Stützkonstruktion und am Kabinendach.
- Fig. 6
- zeigt einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemässe Aufzugkabinenhaube mit in
die membranartige Haubenwand integrierten, schlauchähnlichen Luftkammern als Stützkonstruktion.
[0009] Fig. 1 zeigt zwei erfindungsgemässe Aufzugkabinenhauben (1) aus membranartiger, flexibler
Folie, die an einer Aufzugkabine (2) über dem Kabinendach (3) wie auch unter dem Kabinenboden
(4) angebracht sind. Die Folie ist reissfest und besteht vorzugsweise aus Kunststoff,
z. B. PVC, aus Zeltstoff, Gummi oder dergleichen. Die Aufzugkabine ist an Führungsschienen
(5) mittels Führungsrollen (6) geführt und zwischen Tragseilen (7) und sogenannten
Unterseilen (8) aufgehängt. Dargestellt ist eine bevorzugte Ausführungsform der strömungsgünstigen
Haube, die einer leicht abgestumpften Pyramide gleicht, deren Grundfläche dem Kabinengrundriss
entspricht, und bei der die Seitenflächen so stark gewölbt sind, dass vertikale Querschnitte
durch ihr Zentrum annähernd eine halbe Ellipse bilden. Die Kuppe der Haube liegt über
oder unter dem Zentrum der Kabine. Die Kabinenhaube ist üblicherweise aus mehreren
geeignet zugeschnittenen Teilflächen zusammengeschweisst. Selbstverständlich sind
auch anders geformte strömungsgünstige Hauben mit der erfindungsgemässen Technik realisierbar.
[0010] In den Seitenwänden der Aufzugkabinenhauben (1) erkennbar sind verschliessbare Öffnungen
(9), die an geeigneten Stellen in die membranartige Haubenwand eingearbeitet sind
und den Durchtritt für zu evakuierende Passagiere ermöglichen, sowie die Räume über
dem Kabinendach und unter dem Kabinenboden für Servicearbeiten zugänglich machen.
Als Verschliessmittel dienen vorzugsweise Reissverschlüsse; es sind aber auch andere
Verschliessarten, wie Klettverschlüsse, Seil/Ösen-Verschlüsse, etc. anwendbar. Ebenfalls
in Fig. 1 sichtbar sind beidseitig an den Aufzugkabinenhauben (1) vorhandene Einbuchtungen
(10), die den Einbauraum für die Führungsrollen (6) und die in diesem Bereich integrierten
Sicherheitsvorrichtungen freigeben.
[0011] Fig. 2 zeigt eine auf dem oberen Querjoch (11) des Kabinenrahmens (12) befestigte
Stützkonstruktion (13), die der Kabinenhaube aus flexibler Folie die erforderliche
Stabilität verleiht. Erkennbar sind der Grundrahmen (14) der Stützkonstruktion mit
den Befestigungslementen (15) für seine Fixierung am Kabinenrahmen, der kleine obere
Rechteckrahmen (16) für den Durchtritt der Tragseile, sowie eine Anzahl der Haubenform
entsprechend angeordneten und ellipsenförmig gebogenen, vertikal orientierten Stützstäbe
(17). Deren Lage wird teilweise durch die, im vorhergehenden den Abschnitte beschriebenen,
seitlichen Einbuchtungen (10) in der Kabinenhaube bestimmt.
[0012] Der Grundrahmen (14) wird bei Montage mit dem oberen Querjoch (11) des oben erwähnten
Kabinenrahmens (12) fest verschraubt. Da die Aufzugkabine (2) über Schwingungsisolationselemente
(18) in diesem Rahmen gelagert ist, wird mit dieser Art der Haubenbefestigung die
Körperschallübertragung zwischen Haube und Kabine weitgehend vermieden.
Durch Anwendung von Schraubverbindungen an geeigneten Stellen ist die beschriebene
Stützkonstruktion (13) für den Transport in Teile von geeigneter Grösse zerlegbar.
Wird bei Anlagen mit hoher Maximalgeschwindigkeit und mit erhöhten Ansprüchen betreffend
Geräuschreduzierung zusätzlich eine gleiche Haube in umgekehrter Einbaulage unter
dem Kabinenboden angebracht, so wird der Grundrahmen dieser zweiten Haube am unteren
Querjoch des Kabinenrahmens befestigt. Die Durchtrittsöffnung im kleinen Rechteckrahmens
ist hier für die vorgängig erwähnten

Unterseile" des Aufzugsystems erforderlich.
[0013] Fig. 3 zeigt anhand eines Horizontalschnitts durch eine flexible Aufzugkabinenhaube
(1) die Anordnung und Befestigung der durch Verschweissen formgeschnittener Folienkomponenten
vorkonfektionierten Haubenwandteile. Im Normalfall besteht die Haubenwand aus einer
vorderen Hälfte (1.1), einer hinteren Hälfte (1.2), sowie aus zwei Folien (1.3) für
den Abschluss der seitlichen Einbuchtungen. Zu erkennen ist in Fig. 3 auch, wie die
erwähnten Haubenwandteile mit Hilfe von an deren Rändern angebrachten Ösen sowie von
Schnüren (19) an den vertikal orientierten Stützstäben (17) der Stützkonstruktion
befestigt und gespannt werden.
[0014] Fig. 4 zeigt diese Fixierung der Haubenwand an den Stäben mittels Ösen (20) und Schnüren
(19) etwas detaillierter. Die dargestellten Befestigungsstreifen (21) werden bei der
Konfektionierung der Haubenteile an richtiger Position eingeschweisst und enthalten
die erforderliche Anzahl Ösen.
[0015] Aus Fig. 5 erkennt man, wie die flexiblen Haubenwandteile (1.1, 1.2) mit gleicher
Ösen/Schnur-Technik am Grundrahmen der Stützkonstruktion sowie mit Schrauben (22)
und Leiste (23) am Kabinendach (3) fixiert sind.
[0016] Fig. 6 zeigt schematisch eine weitere mögliche Ausführungsform der flexiblen Kabinenhaube.
Bei dieser wird die erforderliche Stabilität nicht mittels Stützkonstruktion aus gebogenen
Stäben, sondern durch an der Innenseite der vorkonfektionierten Haube fixierte, aufblasbare
schlauchförmige Luftkammern (24) erreicht. Die Fixierung erfolgt mittels an der Haubeninnenwand
angeschweissten Befestigungslaschen (25), wie dies in Fig. 6 , Schnitt VI-VI erkennbar
ist. Die räumliche Anordnung dieser Luftkammern entspricht in etwa derjenigen der
Stützstäbe (17) der Stützkonstruktion (13) in Fig. 2. Die Form der durch Luftdruck
in den Kammern aufgerichteten Haube ergibt sich aus der Form der zugeschnittenen und
miteinander verschweissten Haubenteile. Die Luftkammern bestehen vorzugsweise aus
gewebeverstärkten, flexiblen und luftdichten Schläuchen, die auf beiden Seiten mit
Stopfen (26) verschlossen sind und ein Aufblasventil (27) enthalten. Am Grundrahmen
(14) und am oberen Rechteckrahmen (16) sind Rohrstücke (28) angebracht, die die Enden
der schlauchförmigen Luftkammern aufnehmen und ihnen die gewünschte Anfangsrichtung
aufzwingen.
Der Vorteil dieser Lösung gegenüber der Stützkonstruktion mit starren Stäben liegt
darin, dass die Luftkammern bereits richtig positioniert in die vorkonfektionierte
flexible Haubenwand eingearbeitet werden können. Dadurch kann bei Montage das Befestigen
der Haubenwand an den Stützstäben eingespart werden. Ausserdem kann mit dieser Technik
die Haubenwand einstückig ausgeführt werden.
1. Aufzugkabinenhaube (1) mit strömungstechnisch günstiger Form, die zur Verminderung
von Luftströmungsgeräuschen bei schnellfahrenden Aufzugkabinen (2) über dem Dach (3)
oder unter dem Boden (4) oder an beiden Stellen zugleich an diesen Kabinen angebracht
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Haubenwand aus einer flexiblen und faltbaren Folie
besteht.
2. Aufzugkabinenhaube (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einer der
möglichen Ausführungsformen die Form und die Stabilität dieser Haube durch eine Stützkonstruktion
(13) gewährleistet ist, die mehrere, der Haubenform entsprechend geformte, stabförmige
Elemente enthält.
3. Aufzugkabinenhaube (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einer oder
an mehreren Stellen in der flexiblen Haubenwand verschliessbare Öffnungen (9) für
den Durchtritt von Personen eingearbeitet sind.
4. Aufzugkabinenhaube (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube im
Bereich der Kabinen-Führungsrollen (6) geeignet geformte, in etwa vertikal verlaufende
Einbuchtungen (10) aufweist.
5. Aufzugkabinenhaube (1) nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die in
Anspruch 2 genannte Stützkonstruktion (13) am oberen oder unteren Querjoch (11) des
Kabinenrahmens (12) befestigt ist.
6. Aufzugkabinenhaube (1) nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die flexible
Haubenwand aus montagetechnischen Gründen mehrteilig ausgeführt ist und dass diese
Teile bei Montage mittels eingearbeiteter Ösen (20) und Spannschnüren (19) über die
Stützkonstruktion (13) gespannt und daran befestigt werden.
7. Aufzugkabinenhaube (1) nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die in
Anspruch 2 genannte Stützkonstruktion (13) in für den Transport geeignete Teile zerlegt
werden kann.
8. Aufzugkabinenhaube (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einer der
möglichen Ausführungsformen ihre Stabilität durch an der flexiblen Haubenwand fixierte,
aufblasbare Luftkammern (24) erreicht wird.