TECHNISCHES GEBIET
[0001] Bei der Erfindung handelt es sich einen Ausgleichskolben für den axialen Schubausgleich
von einer Welle einer Turbine.
STAND DER TECHNIK
[0002] Die Wellen von Turbomaschinen, also Dampf- und Gasturbinen, weisen bei Betrieb einen
gewissen axialen Schub auf. Dieser axialer Schub muss durch eine entsprechende Lagerung
der Welle ausgeglichen bzw. aufgenommen werden. In der klassischen Bauweise von Dampfturbinen
mit Reaktionen ab ca. 20 % werden die Wellen mit Schubausgleichskolben und mit Axiallagern
ausgestattet. Die Schubausgleichskolben, welche in jeder Teilturbine vorhanden sind,
gleichen den Schub bei jedem Lastfall so aus, dass die Belastung des Axiallagers innerhalb
bestimmter Grenzen bleibt. Die Verwendung von Schubausgleichskolben bringt aber zahlreiche,
konstruktive Nachteile bei dem Bau einer Turbine mit sich. Der Ausgleichskolben, welcher
in einem Teil der Maschine integriert ist, steht meistens über Rohrleitungen mit dem
Medium, welches die Turbine antreibt, in Verbindung. Er verursacht aber diverse Verluste,
da er durch die Einwirkung von Temperatur und Druck notwendigerweise vergrösserte
Radialspiele aufweisen muss. Die Schubausgleichskolben beschränken die optimale Länge
der Maschine und wirken sich auch negativ auf wellendynamische Eigenschaften aus.
So kann die Wahl des Durchmessers der Labyrinthe der Beschauflung nicht beliebig klein
gewählt werden, was zu weiteren Verlusten führt.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0003] Ziel der Erfindung ist es, die oben genannten Nachteile zu überwinden. Aufgabe der
Erfindung ist es, einen Ausgleichskolben zum Ausgleich des axialen Schubes einer Welle
von einer Turbine zu schaffen, mit welches es möglich ist, die Länge der Welle der
Maschine zwischen den Lagerstellen und den Durchmesser der Labyrinthe der Beschauflung
im Hinblick auf einen erhöhten Wirkungsgrad der Turbine flexibler zu gestalten.
[0004] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass der Ausgleichskolben in einem Gehäuse
ausserhalb des Gehäuses der mindestens einen Turbine angeordnet ist und eine Zu- und
eine Ableitung existieren, welche die Druckflächen des Ausgleichskolbens so mit dem
Medium der mindestens einen Turbine verbinden, dass der Ausgleichskolben einer axialen
Verschiebung der Welle entgegenwirkt.
[0005] Vorteilhaft können die Radialspiele innerhalb des Ausgleichskolbengehäuses sehr klein
gehalten werden, wenn sich in der Zu- und Ableitung ein Kühler befindet, so dass auf
die Druckflächen des Ausgleichskolben im wesentlich nur der Druck und nicht die Temperatur
wirkt. Die erfindungsgemässe Anordnung des Ausgleichskolbens ausserhalb des Gehäuses
der Turbine gibt einen grösseren Spielraum für die optimale Gestaltung insbesondere
der Länge der Welle und der Radial- und Axialspiele der Labyrinthe der Beschauflung
und einen vorteilhaft kleineren Abstand zum Lager der Welle.
[0006] Die weiteren Ausführungsformen sind Gegenstände der abhängigen Ansprüche.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0007] Es zeigen:
- Fig.1
- ein Schaltschema einer erfindungsgemässen Anordnung eines Schubausgleichskolbens an
einem freien Wellenende mit einer Turbine mit einer Druckstufe,
- Fig.2
- ein Schaltschema einer erfindungsgemässen Anordnung von einem Schubausgleichskolben
mit zwei Teilkolben und zwei auf der Welle angeordneten Turbinen unterschiedlicher
Druckstufen.
[0008] Es werden nur die für die Erfindung wesentlichen Elemente dargestellt.
WEG ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0009] In der Figur 1 wird ein Ausgleichskolben 4 zum Ausgleich des axialen Schubes einer
Welle 1 von einer Turbine 2 dargestellt, welcher erfindungsgemäss ausserhalb des Turbinengehäuses
angeordnet ist. Die Turbine 2 wird mit einer Frischdampfleitung 11 mit Dampf versorgt
und der von der Turbine 2 entspannte Dampf wird durch eine Ableitung 12 wieder weggeleitet.
Zwischen der Turbine 2 und dem Ausgleichskolben 4 befindet sich das Axiallager 3.
Der Ausgleichskolben 4 ist in einem Kolbengehäuse 9 angeordnet. Um einen axialen Schubausgleich
zu erreichen ist es notwendig, die Druckflächen des Ausgleichskolbens 4 durch Leitungen
5,6 mit dem Medium, welches die Turbine 2 betreibt, zu verbinden. In der Figur 1 sind
die Leitung 5,6 deshalb mit der Frischdampfzuleitung 11 und der Ableitung 12 verbunden.
Die Zuleitung 5 dient zur Entnahme des Dampfes bei einem hohen Druck, und die Ableitung
6 zur Zurückführung des Mediums zur Ableitung 12 der Turbine 2 bei einem niedrigeren
Druck. Der Ausgleichskolben 4 ist so angeordnet, dass die Druckdifferenz, welche auf
die Turbine 2 wirkt, auf die Druckflächen des Ausgleichskolbens 4 axial in entsprechend
entgegengesetzter Richtung wirkt. Durch die Anordnung des Ausgleichskolbens 4 ausserhalb
des Turbinengehäuses 8 ist es möglich, den Dampf vor dem Auftreffen auf die Druckflächen
des Ausgleichskolbens 4 von der Temperatur her abzusenken und so in wesentlichen nur
den Druck auf die Flächen wirken zu lassen. Zu diesem Zweck ist ein Kühlelement 7
in die Zuleitung 5, welche zum Ausgleichskolben 4 führt, eingebaut. Es ist auch denkbar,
das Kühlelement 7 wegzulassen und die Zuleitung 5 nur durch natürliche Konvektion
zu kühlen. Dies ist möglich, da die Durchflussmengen zu den Zu- 5 und Ableitungen
6 klein gehalten werden. Für die Ausgestaltung des erfindungsgemässen Ausgleichskolbens
4 sind verschiedene Möglichkeiten denkbar, das Medium der Turbine 2, beispielsweise
den Dampf einer Dampfturbine, abzukühlen.
[0010] Prinzipiell ist es möglich, den Dampf auf eine Temperatur abzusenken, die oberhalb
der Sättigungstemperatur des Dampfes liegt. Damit bleibt der Dampf in der Gasphase
und der Ausgleichskolben 4 in dem Kolbengehäuse 9 wirkt als Gaslabyrinth. Vorteilhaft
sind die Reibungsverluste in dem Ausgleichskolbens 4 dann sehr gering. Diese Variante
eignet sich insbesondere bei niedrigen Drücken und einer niedrigen Temperatur des
Mediums, also beispielsweise bei einer Mitteldruck- oder Niederdruckturbine.
[0011] In einer zweitem Ausführungsform wird beispielsweise der Dampf einer Dampfturbine
auf eine Temperatur unterhalb der Sättigungstemperatur erniedrigt. In diesem Fall
tritt eine Kondensation des Dampfes ein und der Ausgleichskolben 4 wirkt als Flüssigkeitslabyrinth.
Vorteilhaft können die Leckageverluste des Ausgleichskolbens 4 dann sehr gering gehalten
werden. Diese Variante eignet sich insbesondere bei hohen Drücken des Mediums, also
beispielsweise bei einer Hochdruckturbine.
[0012] Selbstverständlich können in einem Kraftwerk bei mehreren Turbinen 2 diese beiden
prinzipiellen Ausführungsformen auch nebeneinander bei verschiedenen Ausgleichskolben
4 vorliegen.
[0013] In der Figur 2 wird eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemässen Ausgleichskolbens
4 dargestellt. In der Figur existieren auf der Welle 1 zwei Turbinen 2 in einem Turbinengehäuse
8, welche bei unterschiedlichen Drücken arbeiten. Dementsprechend ist es notwendig,
bei den Turbinen 2 auch verschiedene Teilkolben 10 bei dem Ausgleichskolben 4 vorzusehen,
die jeweils dem axialen Schub der entsprechenden Turbinen 2 entgegenwirken. Der Ausgleichkoben
4 hat in dieser Ausführungsform entsprechend den Druckstufen der Turbinen 2 zwei Teilkolben
10. Dies geschieht nur beispielsweise und kann je nach Ausführungsart der Turbine
variieren. In den Zuleitungen 5 existiert jeweils wieder ein Kühlelement 7, welches
die Temperatur des Mediums herabsetzt. Es ist denkbar, dies mit den bereits in der
Figur 1 beschriebenen Möglichkeiten zu tun.
[0014] Durch die Herabsetzung der Temperatur des Mediums wirkt im wesentlichen der Druck
an den Druckflächen des Ausgleichskolbens 4. Dies wirkt sich positiv auf die Radialspiele
des Turbinengehäuses 8 des Ausgleichskolbens 4 aus, verringert somit die Verluste
und verbessert den Durchfluss durch die Labyrinthe des Ausgleichskolbens. Zudem ist
es durch die Auslagerung des Ausgleichskolben 4 nun möglich, die Gestaltung der Turbine
2 (Lagerabstand zum Axiallager 3, Radialspiele der Labyrinthe der Beschauflung, Länge
der Welle innerhalb der Turbine 2) flexibler im Hinblick auf einen optimalen Wirkungsgrad
zu gestalten.
BEZUGSZEICHEN
[0015]
- 1
- Welle
- 2
- Turbine
- 3
- Axiallager
- 4
- Ausgleichskolben
- 5
- Zuleitung
- 6
- Ableitung
- 7
- Kühlelement
- 8
- Turbinengehäuse
- 9
- Kolbengehäuse
- 10
- Teilkolben
- 11
- Frischdampfzuleitung
- 12
- Turbinenableitung der Dampfes
1. Ausgleichskolben (4) für den axialen Schubausgleich einer Welle (1) von mindestens
einer in einem Turbinengehäuse (8) angeordneten Turbine (2) einer bestimmten Druckstufe,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Ausgleichskolben (4) ausserhalb des Turbinengehäuses (8) der mindestens einen
Turbine (2) angeordnet ist.
2. Ausgleichskolben (4) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Zu- (5) und eine Ableitung (6) existieren, welche den Ausgleichskolben (4) mit
dem Medium der mindestens einen Turbine (2) verbinden.
3. Ausgleichskolben (4) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
es einen Ausgleichskolben (4) für die Welle (1) von mehrere Turbinen (2) mit unterschiedlichen
Druckstufen gibt, der Ausgleichskolben (4) pro Druckstufe der Turbine (2) einen Teilkolben
(10) aufweist, und jeder Teilkolben (10) des Ausgleichskobens (4) durch Zu- (5) und
Ableitungen (6) mit dem Medium der korrespondierenden Turbine (2) verbunden ist.
4. Ausgleichskolben nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Zuleitungen (5), die zum Ausgleichskolben (4) führen, ein Kühlelement (7) angeordnet
ist.
5. Ausgleichskolben nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Ausgleichskolben (4) an einem Ende der Welle (1) angeordnet ist.