[0001] Die Erfindung betrifft eine Antennenspule in Miniaturausführung, insbesondere für
drahtlose elektronische Fahrzeug-Schließsysteme. Eine solche Antennenspule ist zusammen
mit der zugehörigen Ansteuerelektronik im Fahrzeugschlüssel untergebracht und muß
demzufolge in den Außenabmessungen sehr klein sein, wobei die Tendenz zur weiteren
Minaturisierung noch immer anhält. Dabei müssen bestimmte Hochfrequenzkennwerte, wie
Empfindlichkeit und Richtcharakteristik eingehalten werden. Die Zuverlässigkeitseigenschaften
müssen den hohen Anforderungen des Automobilbaues entsprechen.
[0002] Es sind verschiedene Ausführungsformen solcher Miniaturspulen bekannt geworden, wobei
die Probleme bei Luftspulen und bei solchen mit Magnetkern, wie im vorliegenden Falle,
ähnlich sind und nachfolgend unabhängig von der tatsächlich ausgeführten Baugröße
auch das technische Potential zur Miniaturisierung diskutiert wird.
[0003] Es ist eine Chip-Induktivität, insbesondere eine HF-Drossel mit einem relativ großen
Wickelraum bekannt, bei welchem die magnetische und die tragende Funktion von einem
Ferritkern mit rechteckigem Querschnitt übernommen wird, welcher in der Nähe seiner
Enden Verbreiterungen aufweist, an welchen aufgesteckte Metallteile anliegen, welche
zugleich Auflage- und Kontaktelemente sind (DE 43 32 638). Hier läßt sich das für
Drosseln erforderliche hohe Wickelvolumen ohne Platzvergeudung unterbringen. Der Miniaturisierung
insgesamt sind aber durch die komplizierte Kernform und die problematische Form der
Auflage- und Kontaktelemente mit ihren rechteckigen, genau auf den Kern passenden
Durchbrüchen Grenzen gesetzt.
[0004] Großes Minaturisierungspotential hat eine Stabkerndrossel mit einem Ferritkern, an
dessen Enden vierkantige Kappen, vorzugsweise aus Metall, aufgesteckt und mit der
Fortsetzung der Wicklung auf dem Ferritkern bewickelt sind. Die Wicklung auf den Kappen
ist verzinnt und bildet zugleich die SMD-Kontaktierung (DE 195 20 858 A1). Nachteilig
ist hier der enge Übergang zwischen der Wicklung mit HF-Funktion und derjenigen mit
Kontaktfunktion, weshalb hier auch wegen einer möglichen Ausbreitung des Zinnlotes
über die Kappen hinaus mit einer starken Exemplarstreuung der elektrischen Kennwerte
gerechnet werden muß.
[0005] Bei einer bekannten Antennenspule liegt diese in einem trogartigen Kunststoffgehäuse,
und die herausgeführten Wicklungsenden sind um T-förmige Kontaktierungsfortsätze gewickelt,
welche sich parallel zur Montagefläche erstrecken, so daß der untere Drahtwickel um
diese Fortsätze den SMD-Kontakt bildet (DE 195 47 091 A1).
[0006] Bei einer gleichfalls trogförmigen Anordnung sind stirnseitig nach außen offene,
U-förmige Blechstreifen eingesetzt, deren einer Schenkel in axialer Richtung über
das Kunststoffteil hinausragt, mit den Wicklungsenden umwickelt ist und somit einen
SMD-Kontakt bildet (DE 196 07 092 A1). Bei beiden technischen Lösungen ist der bewickelte
Kern umfangsmäßig zu etwa drei Vierteln von dem trogfömigen Gehäuse umgeben, was einen
guten Schutz und gute Festigkeitseigenschaften ergibt. Der Miniaturisierung sind hierbei
ebenfalls Grenzen gesetzt, da die Wandung des

Troges" nicht beliebig dünn gemacht werden kann. Weiterhin benötigen die SMD-Kontakte
im erstgenannten Fall viel Platz auf der Leiterplatte in seitlicher Richtung und im
zweitgenannten Fall in axialer Richtung.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Antennenspule mit weiterem Miniaturisierungspotential
und zugleich hoher Zuverlässigkeit zu schaffen, bei welcher auch die weiteren erwähnten
Nachteile des Standes der Technik vermieden werden.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen beschriebene Erfindung gelöst.
[0009] Die erfindungsgemäße Lösung zeichnet sich durch eine hohe HF-Empfindlichkeit und
gute Richtcharakteristik aus. Sie ist kompakt, sehr stoß- und schlagfest und zur Direkteinlötung
sowohl auf flexiblen als auch auf nicht flexiblen Leiterplatten geeignet. Die Konstruktion
der Antennenspule ist zur Automatenfertigung geeignet.
[0010] Bei 5-m-Falltests zeigte die erfindungsgemäße Antennenspule infolge ihrer Gesamtkonstruktion
eine für das verwendete Miniatur-Ferritteil unerwartete Festigkeit.
[0011] Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert Die beigefügten
Zeichnungen stellen dar:
- Fig. 1:
- eine Seitenansicht einer teilweise bewickelten Antennenspule auf einer Leiterplatte;
- Fig. 2:
- eine Draufsicht auf eine nicht bewickelte Antennenspule;
- Fig. 3:
- einen Querschnitt etwa in der Mitte der nicht bewickelten Antennenspule und
- Fig. 4:
- einen Querschnitt durch den die Kontaktierung bildenden Metallstreifen.
[0012] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine tatsächlich ausgeführte erfindungsgemäße Antennenspule
in etwa 10facher Vergrößerung, während die Schnittdarstellungen der Figuren 3 und
4 etwa 20fach vergrößert sind.
[0013] Ein Kunststoffkörper 1, beispielsweise aus einem LCP

Vectra E130", trägt einen Ferritkern 2 aus Mangan-Zink-Ferrit. Wie aus Fig. 2 zu erkennen
ist, ist dieser Kunststoffkörper 1 im Mittelbereich, der die in Fig. 1 zur Hälfte
angedeutete Wicklung 3 trägt, nicht breiter als der Ferritkern 2, bleibt also von
diesem verdeckt, was neben dem Fehlen einer aus dem Stand der Technik bekannten trogförmigen
Einbettung besonders zur Einsparung von Platz und damit zur Möglichkeit der Miniaturisierung
beiträgt. An den Enden des Ferritkernes 2 ist der Kunststoffkörper 1 im Bereich 4
verbreitert und umfaßt den Ferritkern 2 seitlich und bildet zusammen mit den Metallstreifen
5 einen Wicklungsraum 6, der bis zur Auflage auf einer Leiterplatte 7 reicht.
[0014] Die in Figur 1 nur teilweise dargestellte Wicklung 3 umfaßt beispielsweise 333 Windungen
eines 0,071 mm-Kupferlackdrahtes, womit sich beispielsweise bei einer Testfrequenz
von 125 kHz bei 50 mV eine Induktivität von 1,056 mH und eine Güte Q besser als 30
über einen Temperaturbereich von - 40 °C bis + 85 °C ergibt.
[0015] Bei einer speziellen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antennenspule ist der
Querschnitt des Ferritkernes 2 T-förmig (Figur 3), wobei der senkrechte Schenkel 8
des

T" beispielsweise mittels Silikonkleber, in eine entsprechende Tasche des Kunststoffkörpers
1 eingeklebt ist, was durch gleichzeitigen Form- und Stoffschluß ganz wesentlich zu
der erwähnten Beständigkeit im Falltest beiträgt. Wie aus der Fig. 3 zu erkennen ist,
hat der Schenkel 8 einen leicht trapezförmigen Querschnitt. Um eine sogenannte Überbestimmung
zu vermeiden, liegt der Ferritkern 2 mit der Unterseite seines Schenkels 8 auf dem
Kunststoffkörper 1 auf, während seine übrigen, dem Kunststoftkörper 1 zugewandten
Flächen solche Maßtoleranzen haben, daß sich ggf. ein Spalt ergibt, der dann von dem
Silikonkleber ausgefüllt wird.
[0016] Erfindungswesentlich ist schließlich die Kontaktierung der Antennenspule mittels
eines Metallstreifens 5, der in eine Unifangsrille 9 (Figur 4) rund um das verbreiterte
Ende 4 des Kunststoffkörpers 1 eingelegt und vorzugsweise durch Eindrücken in eine
V-förmige Vertiefung 10 dieser Umfangsrille 9 befestigt ist. Die Drahtenden 11 (Figur
1) der Wicklung 3 sind durch Thermokompression mit dem Metallstreifen 5 verbunden.
Die Kontaktierung der Antennenspule auf der Leiterplatte 7 erfolgt durch Weichlötung.
Auch diese Kontaktierung ist fest und zuverlässig, da der Draht der Wicklung 3 nur
eine minimale Strecke frei verläuft, wo im Belastungsfalle schädigende Beschleunigungen
auf ihn einwirken könnten.
1. Antennenspule in Miniaturausführung, insbesondere für elektronische Fahrzeug-Schließsysteme,
bestehend aus einem prismatischen, auf einen Kunststoffkörper (1) aufgeselzten Ferritkern
(2), wobei der Kunststoffkörper (1) an seinen Enden Metallkontakte (5), vorzugsweise
zur Oberflächenmontage (SMD) der Antennenspule, trägt, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kunststoffkörper (1) im Bereich der Längenausdehnung des Ferritkernes (2) nicht
breiter ist als dieser und mit diesem zusammen mit dem Spulendraht (3) umwickelt ist.
2. Antennenspule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gegenüber dem Ferritkern
(2) verbreiterten Enden (4) des Kunststoffkörpers (1) jenen bis zum Wicklungsbeginn
umfassen und in ihrer Höhe zusammen mit den Metallkontakten (5) den Wicklungsraum
(6) für die spätere Montage der Antennenspule auf einer Leiterplatte (7) bestimmen.
3. Antennenspule nach einem der bisherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Metallkontakte aus jeweils einem Metallstreifen (5) bestehen, welcher in eine Umfangsrille
(9) rund um das verbreiterte Ende (4) des Kunststoffkörpers (1) eingelegt ist, wobei
die beiden Enden des Metallstreifens (5) V-förmig in eine Vertiefung (10) in der Umfangsrille
(9) eingedrückt sind.
4. Antennenspule nach einem der bisherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ferritkern (2) einen T-förmigen Querschnitt hat und der senkrechte Schenkel (8) des

T" in eine Tasche des Kunststoffkörpers (1) eingeklebt ist.