[0001] Die Erfindung betrifft eine Pulverbeschichtungskabine mit wenigstens einem drehbaren
Kabinenwandträger, der mehrere Wandelemente aufnimmt, die wenigstens zwei Kabinensegmente
bilden, wobei der Kabinenwandträger mehrere sich in etwa radial von einer Drehachse
erstreckende Seitenwandelemente aufnimmt und wenigstens ein zu den Kabinensegmenten
komplementär ausgebildetes, verfahrbares und/oder verschiebbares Abschlußelement vorgesehen
ist, das mit jeweils einem durch mehrere Wandelemente begrenzten Kabinensegment einen
wenigstens teilweise geschlossenen Beschichtungsraum bildet, wobei die Seitenwandelemente
wenigstens an ihren von der Drehachse des Kabinenwandträgers abliegenden sich vertikal
erstreckenden Kanten mit Reinigungselementen versehen sind, das Abschlußelement eine
konkav zylindrische Kabineninnenwand bildet und das Abschlußelement bzgl. des Kabinenwandträgers
so verfahrbar und/oder verschiebbar ist, daß die mit Reinigungselementen versehenen
Kanten der Seitenwandelemente bei einer Drehung des Kabinenwandträgers die Innenwand
des Abschlußelements bestreichen, wobei weiterhin zum Einbringen des Beschichtungspulvers
in die Beschichtungskabine an schwenkbaren Pistolenträgern angeordnete Pulverpistolen
vorgesehen sind.
[0002] Eine gattungsgemäße Pulverbeschichtungskabine ist der DE 197 22 773 C1 zu entnehmen.
[0003] Bei dieser Pulverbeschichtungskabine sind die Pulverpistolen an geraden Pistolenträgern
angeordnet, die auf drehbaren Pistolenstöcken sitzen. Durch ein Drehen der Pistolenstöcke
können die Pulverpistolen durch einen Spalt in den Beschichtungsraum eingeschwenkt
werden und das Beschichtungsgut beidseitig mit Pulvermaterial beaufschlagen.
[0004] Bei dieser Art der Pulverapplikation ist ein optimaler Abstand zwischen der Pulverpistole
und dem Beschichtungsgut jedoch nur schwer zu erreichen, außerdem kann die Menge des
sogenannten "Overspray", das aus der Beschichtungskabine entfernt werden muß, relativ
hoch sein.
[0005] Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Pulverbeschichtungskabine
derart weiterzubilden, daß die Pulverapplikation auf das Beschichtungsgut optimiert
und die Menge des anfallenden "Overspray" reduziert ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Pistolenträger als S-förmig
gekrümmte Haltearme ausgebildet sind.
[0007] Durch diese speziellen Haltearme gelingt es nunmehr, die Pulverpistolen in den Spalt
um eine außerhalb der Pulverbeschichtungskabine befindliche vertikale Achse derart
einzuschwenken, daß sie sich innerhalb der Beschichtungskabine in einem optimalen
Abstand und Winkel zum Beschichtungsgut befinden. Infolgedessen kann die Gleichmäßigkeit
und Dicke des Pulverauftrages optimiert werden, wobei gleichzeitig die Menge des Overspray
reduziert wird.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung können mehrere Pulverpistolen neben- oder übereinander
an dem S-förmig gekrümmten Haltearm mittels entsprechender Pistolenstöcke angeordnet
sein, eine gleichmäßige und qualitativ hochwertige Beschichtung kann jedoch auch nur
mit einer Pistole erfolgen, wenn der S-förmig gekrümmte Haltearm mit einem außerhalb
der Beschichtungskabine befindlichen Hubgerät verbunden ist, das den Haltearm und
damit die Pulverpistole mit an die Produktionsgeschwindigkeit angepaßter Geschwindigkeit
in vertikaler Richtung anhebt und absenkt.
[0009] Durch unterschiedliche Hubgeschwindigkeiten des Hubgerätes kann in Verbindung mit
der Durchlaufgeschwindigkeit des Beschichtungsgutes die Beschichtungsdicke auf einfache
Art und Weise eingestellt werden.
[0010] Ein weiterer Vorteil der S-förmig gekrümmten Haltearme für die Pulverpistolen besteht
darin, daß der von der Transportvorrichtung für das Beschichtungsgut durchsetzte Spalt
zwischen dem Abschlußelement und den sternförmigen Kabinenwänden in Arbeitsstellung
sehr gering gehalten werden kann, da der S-förmige Bogen des Haltearmes sehr eng um
die Außenkanten der Kabinenwand geführt werden kann.
[0011] Auch die Reinigung der Arme bzw. der Pulverpistolen ist bei der vorgeschlagenen Ausführung
sehr einfach dadurch möglich, daß die Haltearme bei entsprechender Stellung der Kabinenwände
aus dem Beschichtungsraum herausgeschwenkt und gereinigt bzw. ausgewechselt werden
können.
[0012] Das Gelenk zum Verschwenken der S-förmigen Haltearme um eine vertikale Achse ist
vorzugsweise dort angebracht, wo die Haltearme mit dem Hubgerät verbunden sind.
[0013] Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht und wird im nachfolgenden
anhand der Zeichnung im einzelnen erläutert.
[0014] Die Zeichnungsfigur zeigt schematisch drei sternförmig an einem drehbaren Kabinenwandträger
1 angeordnete Kabinenwände 2, 3 und 4, die gemeinsam mit einer teilkreisförmigen Kabinenwand
5, auch als Abschlußelement bezeichnet, einen Beschichtungsraum 6 bilden. Zwischen
den Außenkanten der Kabinenwände 2 und 3 und dem Abschlußelement 5 ist ein Spalt 7
vorhanden, der von einer Transportvorrichtung 8 durchgriffen wird, die das nicht dargestellte
Beschichtungsgut trägt.
[0015] Beidseitig zum Beschichtungsgut befinden sich jeweils auf der Ein- bzw. Auslaufseite
im Inneren des Beschichtungsraumes 6 Pulverpistolen 9, 10, die an einem S-förmig gekrümmten
Pistolenträger bzw. Haltearm 11, 12 angeordnet sind. Die Haltearme 11, 12 sind um
vertikale Achsen 13, 14 verschwenkbar und werden vom Tragarm 15, 16 eines Hubgerätes
17, 18 getragen. Die jeweiligen Tragarme der Hubgeräte und damit die Pistolenträger
und Pulverpistolen sind in vertikaler Richtung verfahrbar.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1
- Kabinenträger
- 2
- Kabinenwand
- 3
- Kabinenwand
- 4
- Kabinenwand
- 5
- Kabinenwand, Abschlußelement
- 6
- Beschichtungsraum
- 7
- Spalt
- 8
- Transportvorrichtung
- 9
- Pulverpistole
- 10
- Pulverpistole
- 11
- Pistolenträger, Haltearm
- 12
- Pistolenträger, Haltearm
- 13
- vertikale Achse
- 14
- vertikale Achse
- 15
- Tragarm
- 16
- Tragarm
- 17
- Hubgerät
- 18
- Hubgerät
1. Pulverbeschichtungskabine mit wenigstens einem drehbaren Kabinenwandträger, der mehrere
Wandelemente aufnimmt, die wenigstens zwei Kabinensegmente bilden, wobei der Kabinenwandträger
mehrere sich in etwa radial von einer Drehachse erstreckende Seitenwandelemente aufnimmt
und wenigstens ein zu den Kabinensegmenten komplementär ausgebildetes, verfahrbares
und/oder verschiebbares Abschlußelement vorgesehen ist, das mit jeweils einem durch
mehrere Wandelemente begrenzten Kabinensegment einen wenigstens teilweise geschlossenen
Beschichtungsraum bildet, wobei die Seitenwandelemente wenigstens an ihren von der
Drehachse des Kabinenwandträgers abliegenden sich vertikal erstreckenden Kanten mit
Reinigungselementen versehen sind, das Abschlußelement eine konkav zylindrische Kabineninnenwand
bildet und das Abschlußelement bzgl. des Kabinenwandträgers so verfahrbar und/oder
verschiebbar ist, daß die mit Reinigungselementen versehenen Kanten der Seitenwandelemente
bei einer Drehung des Kabinenwandträgers die Innenwand des Abschlußelements bestreichen,
wobei weiterhin zum Einbringen des Beschichtungspulvers in den Beschichtungsraum an
schwenkbaren Pistolenträgern angeordnete Pulverpistolen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Pistolenträger (11, 12) als S-förmig gekrümmte Haltearme ausgebildet sind.
2. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pistolenträger (11, 12) bzw. die Pulverpistolen (9, 10) in vertikaler Richtung
verfahrbar sind.
3. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum vertikalen Verfahren der Pistolenträger (11, 12) bzw. der Pulverpistolen
(9, 10) ein außerhalb des Beschichtungsraumes (6) angeordnetes Hubgerät (17, 18) vorgesehen
ist.