(19)
(11) EP 1 038 591 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.09.2000  Patentblatt  2000/39

(21) Anmeldenummer: 00103580.7

(22) Anmeldetag:  19.02.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B05B 15/12, B05B 13/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 19.03.1999 DE 19912571

(71) Anmelder: Göttling, Manfred
42697 Solingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Göttling, Manfred
    42697 Solingen (DE)

(74) Vertreter: Lippert, Hans-Joachim, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Lippert, Stachow, Schmidt & Partner, Kölner Strasse 8
42651 Solingen
42651 Solingen (DE)

   


(54) S-förmig gekrümmter Pistolenträger für eine Pulverbeschichtungskabine


(57) Um den Beschichtungsprozeß in einer drehbaren Pulverbeschichtungskabine zu optimieren und den Anteil des Overspray zu verringern, wird vorgeschlagen, die Pulverpistolen (9, 10) an einem Pistolenträger (11, 12) zu befestigen, der als S-förmig gekrümmter Haltearm ausgebildet ist und um eine vertikale Achse (13, 14) verschwenkt werden kann. Die Pulverpistolen (9, 10) bzw. Pistolenträger (11, 12) sind mittels eines Hubgerätes (17, 18) in vertikaler Richtung verfahrbar.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Pulverbeschichtungskabine mit wenigstens einem drehbaren Kabinenwandträger, der mehrere Wandelemente aufnimmt, die wenigstens zwei Kabinensegmente bilden, wobei der Kabinenwandträger mehrere sich in etwa radial von einer Drehachse erstreckende Seitenwandelemente aufnimmt und wenigstens ein zu den Kabinensegmenten komplementär ausgebildetes, verfahrbares und/oder verschiebbares Abschlußelement vorgesehen ist, das mit jeweils einem durch mehrere Wandelemente begrenzten Kabinensegment einen wenigstens teilweise geschlossenen Beschichtungsraum bildet, wobei die Seitenwandelemente wenigstens an ihren von der Drehachse des Kabinenwandträgers abliegenden sich vertikal erstreckenden Kanten mit Reinigungselementen versehen sind, das Abschlußelement eine konkav zylindrische Kabineninnenwand bildet und das Abschlußelement bzgl. des Kabinenwandträgers so verfahrbar und/oder verschiebbar ist, daß die mit Reinigungselementen versehenen Kanten der Seitenwandelemente bei einer Drehung des Kabinenwandträgers die Innenwand des Abschlußelements bestreichen, wobei weiterhin zum Einbringen des Beschichtungspulvers in die Beschichtungskabine an schwenkbaren Pistolenträgern angeordnete Pulverpistolen vorgesehen sind.

[0002] Eine gattungsgemäße Pulverbeschichtungskabine ist der DE 197 22 773 C1 zu entnehmen.

[0003] Bei dieser Pulverbeschichtungskabine sind die Pulverpistolen an geraden Pistolenträgern angeordnet, die auf drehbaren Pistolenstöcken sitzen. Durch ein Drehen der Pistolenstöcke können die Pulverpistolen durch einen Spalt in den Beschichtungsraum eingeschwenkt werden und das Beschichtungsgut beidseitig mit Pulvermaterial beaufschlagen.

[0004] Bei dieser Art der Pulverapplikation ist ein optimaler Abstand zwischen der Pulverpistole und dem Beschichtungsgut jedoch nur schwer zu erreichen, außerdem kann die Menge des sogenannten "Overspray", das aus der Beschichtungskabine entfernt werden muß, relativ hoch sein.

[0005] Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Pulverbeschichtungskabine derart weiterzubilden, daß die Pulverapplikation auf das Beschichtungsgut optimiert und die Menge des anfallenden "Overspray" reduziert ist.

[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Pistolenträger als S-förmig gekrümmte Haltearme ausgebildet sind.

[0007] Durch diese speziellen Haltearme gelingt es nunmehr, die Pulverpistolen in den Spalt um eine außerhalb der Pulverbeschichtungskabine befindliche vertikale Achse derart einzuschwenken, daß sie sich innerhalb der Beschichtungskabine in einem optimalen Abstand und Winkel zum Beschichtungsgut befinden. Infolgedessen kann die Gleichmäßigkeit und Dicke des Pulverauftrages optimiert werden, wobei gleichzeitig die Menge des Overspray reduziert wird.

[0008] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung können mehrere Pulverpistolen neben- oder übereinander an dem S-förmig gekrümmten Haltearm mittels entsprechender Pistolenstöcke angeordnet sein, eine gleichmäßige und qualitativ hochwertige Beschichtung kann jedoch auch nur mit einer Pistole erfolgen, wenn der S-förmig gekrümmte Haltearm mit einem außerhalb der Beschichtungskabine befindlichen Hubgerät verbunden ist, das den Haltearm und damit die Pulverpistole mit an die Produktionsgeschwindigkeit angepaßter Geschwindigkeit in vertikaler Richtung anhebt und absenkt.

[0009] Durch unterschiedliche Hubgeschwindigkeiten des Hubgerätes kann in Verbindung mit der Durchlaufgeschwindigkeit des Beschichtungsgutes die Beschichtungsdicke auf einfache Art und Weise eingestellt werden.

[0010] Ein weiterer Vorteil der S-förmig gekrümmten Haltearme für die Pulverpistolen besteht darin, daß der von der Transportvorrichtung für das Beschichtungsgut durchsetzte Spalt zwischen dem Abschlußelement und den sternförmigen Kabinenwänden in Arbeitsstellung sehr gering gehalten werden kann, da der S-förmige Bogen des Haltearmes sehr eng um die Außenkanten der Kabinenwand geführt werden kann.

[0011] Auch die Reinigung der Arme bzw. der Pulverpistolen ist bei der vorgeschlagenen Ausführung sehr einfach dadurch möglich, daß die Haltearme bei entsprechender Stellung der Kabinenwände aus dem Beschichtungsraum herausgeschwenkt und gereinigt bzw. ausgewechselt werden können.

[0012] Das Gelenk zum Verschwenken der S-förmigen Haltearme um eine vertikale Achse ist vorzugsweise dort angebracht, wo die Haltearme mit dem Hubgerät verbunden sind.

[0013] Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht und wird im nachfolgenden anhand der Zeichnung im einzelnen erläutert.

[0014] Die Zeichnungsfigur zeigt schematisch drei sternförmig an einem drehbaren Kabinenwandträger 1 angeordnete Kabinenwände 2, 3 und 4, die gemeinsam mit einer teilkreisförmigen Kabinenwand 5, auch als Abschlußelement bezeichnet, einen Beschichtungsraum 6 bilden. Zwischen den Außenkanten der Kabinenwände 2 und 3 und dem Abschlußelement 5 ist ein Spalt 7 vorhanden, der von einer Transportvorrichtung 8 durchgriffen wird, die das nicht dargestellte Beschichtungsgut trägt.

[0015] Beidseitig zum Beschichtungsgut befinden sich jeweils auf der Ein- bzw. Auslaufseite im Inneren des Beschichtungsraumes 6 Pulverpistolen 9, 10, die an einem S-förmig gekrümmten Pistolenträger bzw. Haltearm 11, 12 angeordnet sind. Die Haltearme 11, 12 sind um vertikale Achsen 13, 14 verschwenkbar und werden vom Tragarm 15, 16 eines Hubgerätes 17, 18 getragen. Die jeweiligen Tragarme der Hubgeräte und damit die Pistolenträger und Pulverpistolen sind in vertikaler Richtung verfahrbar.

Bezugszeichenliste



[0016] 
1
Kabinenträger
2
Kabinenwand
3
Kabinenwand
4
Kabinenwand
5
Kabinenwand, Abschlußelement
6
Beschichtungsraum
7
Spalt
8
Transportvorrichtung
9
Pulverpistole
10
Pulverpistole
11
Pistolenträger, Haltearm
12
Pistolenträger, Haltearm
13
vertikale Achse
14
vertikale Achse
15
Tragarm
16
Tragarm
17
Hubgerät
18
Hubgerät



Ansprüche

1. Pulverbeschichtungskabine mit wenigstens einem drehbaren Kabinenwandträger, der mehrere Wandelemente aufnimmt, die wenigstens zwei Kabinensegmente bilden, wobei der Kabinenwandträger mehrere sich in etwa radial von einer Drehachse erstreckende Seitenwandelemente aufnimmt und wenigstens ein zu den Kabinensegmenten komplementär ausgebildetes, verfahrbares und/oder verschiebbares Abschlußelement vorgesehen ist, das mit jeweils einem durch mehrere Wandelemente begrenzten Kabinensegment einen wenigstens teilweise geschlossenen Beschichtungsraum bildet, wobei die Seitenwandelemente wenigstens an ihren von der Drehachse des Kabinenwandträgers abliegenden sich vertikal erstreckenden Kanten mit Reinigungselementen versehen sind, das Abschlußelement eine konkav zylindrische Kabineninnenwand bildet und das Abschlußelement bzgl. des Kabinenwandträgers so verfahrbar und/oder verschiebbar ist, daß die mit Reinigungselementen versehenen Kanten der Seitenwandelemente bei einer Drehung des Kabinenwandträgers die Innenwand des Abschlußelements bestreichen, wobei weiterhin zum Einbringen des Beschichtungspulvers in den Beschichtungsraum an schwenkbaren Pistolenträgern angeordnete Pulverpistolen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Pistolenträger (11, 12) als S-förmig gekrümmte Haltearme ausgebildet sind.
 
2. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pistolenträger (11, 12) bzw. die Pulverpistolen (9, 10) in vertikaler Richtung verfahrbar sind.
 
3. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum vertikalen Verfahren der Pistolenträger (11, 12) bzw. der Pulverpistolen (9, 10) ein außerhalb des Beschichtungsraumes (6) angeordnetes Hubgerät (17, 18) vorgesehen ist.
 




Zeichnung