[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Werkzeug, insbesondere ein Kombiwerkzeug
zum manuellen Abbinden eines gepreßten Materialballens in einer Ballenpresse, die
zum Verarbeiten von Verpackungsmaterialien wie Kartonagen oder dergleichen gepreßten
Materialien vorgesehen ist, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 bzw. des
Patentanspruches 4.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Ballenpressen mit vertikal wirkendem Preßstößel zum
Herstellen von gepreßten und manuell abgebundenen Materialballen, insbesondere aus
Kartonagen, Folien und anderen Verpackungsmaterialien, bekannt, bei denen das auf
Vorratsrollen bevorratete und an bzw. in der Rückwand eines Preßschachtes geführte
Umreifungsband, das aus Flachband, einer Schnur oder Draht besteht, mittels eines
Bandziehers über die nach dem Preßvorgang entstandene, vorzugsweise von der Preßplatte
niedergehaltene Ballenoberseite nach vorn bis zu einer Sockelleiste gezogen wird und
dann mit einem vor dem Preßbeginn durch einen, auf oder in dem Preßschachtboden befindlichen,
Führungskanal gezogenen und vorzugsweise an der Sockelleiste befestigten freien Schlaufenende
des Umreifungsbandes nach dessen Lösen verbunden wird. Das Umreifungsband besteht
aus Kunststoff, aus Kunststoff mit Einlagen oder z. B. aus Draht, der einen geringen
Durchmesser oder eine geringe Dicke besitzt.
Aus der Praxis sind auch Vorrichtungen für Ballenpressen üblich und bekannt, bei denen
die fertig gepreßten Materialballen mittels einer Folie oder eines Gewebes umhüllt
werden.
[0003] Zur Durchführung der einzelnen Arbeitsschritte zum manuellen Abbinden des fertig
gepressten Materialballens mit mehreren Umreifungsbändern sind dabei eine Vielzahl
von einzelnen Arbeitsmitteln notwendig, wie beispielsweise ein Bandzieher, welcher
als Ziehnadel ausgebildet sein kann, ein Spanner, z. B. in Form eines Ratschenspanners
nach dem DE 296 16 888 U1, und ein Schneidmesser.
Diese einzelnen Arbeitsmittel müssen für einen Bediener der Ballenpresse immer griffbereit
liegen. Zusätzlich kann noch das Problem auftreten, □ass durch die Verwendung unterschiedlicher
Bindematerialien weitere Arbeitsmittel notwendig sind, beispielsweise wenn stärkeres
Drahtmaterial verwendet wird.
Der nach dem voranstehenden Fertigungsablauf notwendige Einsatz verschiedener, einzelner
Arbeitsmittel erfordert neben einer guten Arbeitsorganisation, auch bei eingearbeiteten
Bedienungspersonal, einen nicht unbedeutenden Aufwand an Fertigungshilfszeiten.
[0004] Bekannt und Praxis ist weiterhin, □ass das feste Verbinden der Enden des Umreifungsbandes
nach dem Spannen durch verknoten oder unter Zuhilfenahme einer sogenannten Bandklemme
erfolgt. Als Voraussetzung für das Spannen muß jedoch nach dem vorbestimmten Verknotungs-
bzw. Klemmpunkt noch ein entsprechend langes Ende vom Umreifungsband folgen, damit
der Bediener einer Ballenpresse, mit einer oder zwei Händen dieses überstehende Ende
greifend, das Umreifungsband nach- und zuziehen (Spannen und Klemmen) kann; das so
gespannte Umreifungsband hat dann jedoch nicht die Vorspannung, die es erhält, wenn
der Bediener ein Spannwerkzeug verwendet. Diese Arbeitsweise ist zeitaufwendig, die
gepreßten Ballen sind relativ locker oder schütteln sich während ihres Transportes
von der Ballenpresse bis zum Altstoffverwerter auf, was zudem negativ auf die Nutzung
von Transportraum wirkt.
Um diese bestehende Probleme einzudämmen, wird beim Spannen des Umreifungsbandes z.B.
ein Ratschenspanner eingesetzt, der zur sicheren Handhabung eine feste Standfläche
benötigt. Letztere ist dann meistens die obere Fläche der den gepreßten Ballen niederhaltenden
Preßplatte, auf die der Ratschenspanner oder eine gleichwirkende Bandspannvorrichtung
aufgesetzt und mindestens zeitweilig mit der Preßplatte fest verbunden, z.B. in einer
Führung geführt und arretiert, wird.
Das derart gespannte Umreifungsband hat dann zwar eine bessere Vorspannung, dem vorbestimmten
Verknotungs- bzw. Klemmpunkt muß jedoch ebenso, wie beim Spannen mit den Händen, ein
entsprechend langer Abschnitt des Umreifungsbandes folgen.
Der Verbrauch des Umreifungsbandes erhöht sich auch dadurch, □ass das Schneidmesser
oft ebenfalls an der Pressplatte in der Nähe zur Standfläche des Ratschenspanners
oder an diesem selbst angeordnet ist.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
das Handling des manuellen Abbindens eines gepreßten Materialballens fertigungstechnisch
zu vereinfachen, zudem für das manuelle Abbinden einen geringeren Arbeitszeitaufwand
sowie einen sparsameren Umgang mit dem Umreifungsband zu ermöglichen.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Verfahren vor, bei dem das straffe
Spannen des an seinen Enden verbundenen oder durchschlauften Umreifungsbandes (3)
mittels eines Spannhebels erfolgt, an dem das Umreifungsband zum Spannen zeitweilig
festlegbar ist und welcher zum Spannen mit einem seiner ausgebildeten Endbereiche
an oder auf der Pressplatte anlegbar sowie durch Bewegung seines anderen ebenfalls
ausgebildeten Endbereiches um den Anlegepunkt schwenkbar ist.
[0007] Eine spezielle Weiterbildung des neuen Verfahrens besteht darin, dass das Ziehen
des Umreifungsbandes über den gepressten Materialballen hinweg nach vorn und mindestens
das Spannen des an seinem Ende bzw. Enden verbundenen bzw. Eingeschlauften Umreifungsbandes
sowie vorzugsweise das Abtrennen des dem Verknotungs- bzw. Klemmpunkt folgenden, zur
Vorratsrolle führenden Abschnittes des Umreifungsbandes nacheinander mit ein und demselben
Spannhebel erfolgt; wobei das in seiner Grundform von einem Bandzieher ausgehende,
durch die Erfindung weitergebildete und letztlich entstandene Werkzeug zur Durchführung
des neuen Verfahrens zumindest vortrefflich als Spannmittel für ein besagtes strafferes
Spannen des Umreifungsbandes einsetzbar ist.
[0008] Zur Durchführung des Verfahrens ist ein neuartig gestaltetes Werkzeug, insbesondere
ein Kombiwerkzeug, vorgesehen, das mindestens ein, vorzugsweise zwei Funktionsmittel
umfasst; mindestens ein Spannmittel, vorzugsweise ein Spannhebel mit zumindest ausgebildeten
Endbereichen, vorzugsweise weist eines der ausgebildeten Enden des Spannhebels noch
einen hakenförmig gestalteten Teilbereich auf, so dass das Spannmittel unter Einbindung
eines Bandziehers zu einem Kombiwerkzeug wird. In Weiterung umfasst das Kombiwerkzeug
zudem vorzugsweise noch eine Schneideinheit, die vorteilhaft ein Schneidmesser ist.
[0009] Mindestens die erfindungsgemäße Gestaltung des Spannmittels als Spannhebel mit ausgebildeten
Endbereichen und insbesondere die Weiterbildung des Spannhebels zum mindestens noch
einen Bandzieher (Ziehnadel) umfassenden Kombiwerkzeug sowie vorzugsweise weiterer
Zuordnung einer Schneideinheit, die vorteilhaft ein Schneidmesser ist, bringen für
einen Bediener einer Ballenpresse nun neben einer verkürzten Arbeitszeit bei der Bedienung
einer Ballenpresse zugleich eine einfachere und sicherere Handhabung bei der Vorbereitung
und während des manuellen Abbindens des fertig gepressten Materialballens.
[0010] Durch das Spannen mittels des neu gestalteten Spannmittels, dem Spannhebel mit ausgebildeten
Endbereichen, kann das Umreifungsband wesentlich straffer als mit herkömmlichen Mitteln
gezogen werden, so daß nach Umreifen und Rückfahren der Preßplatte einer Ballenpresse
nur eine geringfügige Rückexpansion des gepreßten Materialballens erfolgt, wobei die
für den Transport vorgegebenen Außenmaße des gepreßten Materialballens als auch sein
vorgegebenes Gewicht viel besser eingehalten werden.
[0011] Vorteilhaft ist vorgesehen, daß Teilbereiche des Spannhebels und zugleich Teilbereiche
des Bandziehers ein und derselbe Teilbereich am Kombiwerkzeug sind, mit jeweils einer
anderen Funktion. In bevorzugter Weiterung weist das Kombiwerkzeug einen Längssteg
auf, dessen eines Ende hakenförmig und dessen anderes Ende abgewinkelt ausgebildet
ist, wobei in einem Abstand parallel und gleichgerichtet zum abgewinkelten Ende ein
weiterer Schenkel vorzugsweise rechtwinklig von dem Längssteg abragt und wobei am
Längssteg vorzugsweise noch ein Schneidmesser ausgebildet ist.
[0012] Bevorzugt ist weiterhin vorgesehen, daß das Schneidmesser aus niveaugleich von dem
Längssteg des Kombiwerkzeuges abstehenden und in Längsrichtung zum hakenförmigen Ende
weisenden konisch verjüngt ausgebildeten Schneidelementen besteht, zwischen denen
das Umreifungsband zum Abschneiden geführt wird. Durch diese Ausbildung und Anordnung
des Schneidmessers wird die Sicherheit beim Arbeiten für einen Bediener einer Ballenpresse
gegenüber dem herkömmlichen Trennen des Umreifungsbandes erhöht.
[0013] In bevorzugter Ausführungsform wird eine Bandklemme, vorzugsweise aus mehreren Hebeln
bestehend, für das Festklemmen der mit Vorspannung gespannten Umreifungsbandendabschnitte
eingesetzt.
[0014] Vorteilhaft ist vorgesehen, daß das Kombiwerkzeug als Ziehnadel ausgebildet ist.
[0015] Des weiteren ist bevorzugt vorgesehen, daß das um einen Schenkel des Kombiwerkzeuges
gewickelte Umreifungsband spannbar ist, wenn das Kombiwerkzeug in eine im wesentlichen
aufwärts gerichtete Bewegungsrichtung geschwenkt wird, vorzugsweise wird die erforderliche
Spannkraft dann erreicht, wenn dieser weitere, am Längssteg angeordnete Schenkel während
der besagten aufwärts gerichteten Bewegung maximal annähernd einen 90°-Bogen beschrieben
hat.
[0016] Eine bevorzugte Variante besteht noch darin, daß das Kombiwerkzeug mit seinem abgewinkelten
Ende für das Ausführen der Spannbewegung in ein auf der Preßplatte der Ballenpresse
angeordnetes Lagerteil eingelegt und abgestützt ist.
[0017] Vorteilhaft ist hierzu vorgesehen, daß der Grundkörper des Lagerteiles vorzugsweise
U-förmig ausgebildet ist, in dessen einem von einer Basis abragenden Steg vorzugsweise
ein Loch und in dessen parallel dazu gleichgerichtet abragenden Steg ein geöffnetes
Langloch vorgesehen ist, die gemeinsam ein stützendes Lager für das abgewinkelte Ende
des Kombiwerkzeuges bilden. Das Lagerteil kann zudem nachträglich auf Preßplatten
vorhandener, im Einsatz befindlicher Ballenpressen aufgesetzt oder fest verbunden
werden, wobei in spezieller Ausbildung das Lagerteil über die in der Preßplatte vorhandene
Führungsnut für das Umreifungsband positioniert wird. Vorzugsweise ist das Lagerteil
auf der Preßplatte angeschweißt und zudem ist über jeder dieser Führungsnuten ein
Lagerteil vorgesehen.
[0018] Vorteilhafte Ausführungsformen bestehen noch darin, daß eine Halterung für das Kombiwerkzeug
bei dessen Nichtbenutzung vorgesehen ist, die entweder und vorteilhaft an einer Außenseite
des Preßkastens der Ballenpresse oder an, vorzugsweise auf, der Preßplatte der Ballenpresse
angeordnet ist.
[0019] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Werkzeuges, ein Kombiwerkzeug,
ist schematisch in Zeichnungen dargestellt und im folgenden näher beschrieben. Es
zeigt dabei:
- Fig.1
- ein Kombiwerkzeug in Funktionslage in Vorderansicht;
- Fig.2
- einen als Kombiwerkzeug ausgebildeten Spannhebel in Ansicht;
- Fig.3
- ein Kombiwerkzeug in Funktionslage in Draufsicht und
- Fig.4
- eine Detailansicht eines Lagerteils.
[0020] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und dem in Fig. 1 gezeigten bevorzugten Werkzeug,
dem Kombiwerkzeug 1, zum manuellen Abbinden eines in einer Ballenpresse gepreßten
Materialballens 2 erfolgt das Vor- und Herausziehen der oberen und vorderen Abschnitte
des benötigten Umreifungsbandes 3 und zumindest das straffe Spannen von selbigem sowie
vorzugsweise noch das Abschneiden des freien, oberhalb des Klemmpunktes befindlichen,
zur Vorratsrolle zeigenden Abschnittes des Umreifungsbandes 3.
[0021] In den Figuren 2 bis 4 ist ein erfindungsgemäßes Kombiwerkzeug 1 für eine nicht näher
dargestellte und an sich bekannte Ballenpresse dargestellt. Mit dem Kombiwerkzeug
1 erfolgt dabei entsprechend Figur 1 von einem Bediener der Ballenpresse nach der
Fertigstellung eines gepreßten Materialballens 2, beispielsweise aus Kartonagen, das
manuelle Abbinden, indem ein Umreifungsband 3 in Form von Flachband oder Draht von
einer vorzugsweise an der Pressenvorderseite angeordneten, an sich bekannten und hier
nicht näher dargestellten Vorratsrolle über die nach dem Preßvorgang entstandene,
vorzugsweise von einer Preßplatte 11 niedergehaltene Ballenoberseite 4 von der Rückseite
des Preßschachtes aus nach vorn zu einer Sockelleiste 18 gezogen wird und mit einem
dort vor dem Preßbeginn in einem Führungskanal 19 auf dem Pressenboden 17 unterhalb
der entstehenden Ballenunterseite 5 gezogenen und befestigten freien Schlaufenende
6, welches hier nach dem Pressen vorzugsweise mit einer Bandklemme 7, die aus einem
Hebelsystem besteht, verbunden ist, gekoppelt sowie gespannt und abgelängt wird.
[0022] Das Kombiwerkzeug 1 ist hier in spezieller Ausbildung als Ziehnadel ausgebildet und
besteht entsprechend Figur 2 aus einem Teilbereich, dem Längssteg 8, und weist an
seinem einen freien ausgebildeten Ende einen Haken 9 zum Ziehen des Umreifungsbandes
3 und an seinem anderen freien ausgebildeten Ende eine rechtwinklige Abwinkelung,
das abgewinkelte Ende 10 auf. Dieses abgewinkelte Ende 10 dient einerseits als Handgriff
am Kombiwerkzeug 1 beim Ziehen, also als Handgriff der Ziehnadel/Bandzieher, und andererseits
am Kombiwerkzeug 1 als Stützelement und drehbare Achse des anschließend als Spannmittel
eingesetzten Spannhebels, der zum Spannen des Umreifungsbandes 3 auf der Preßplatte
11 aufgesetzt und im speziellen dabei im angeschweißten Lagerteil 16 nur abgestützt
ist.
Das Lagerteil 16 ist hierzu vorzugsweise U-förmig ausgebildet, mit einem von einer
Basis abragenden Steg, der ein Loch 16a aufweist, und einem parallel dazu gleichgerichteten,
ebenfalls abragenden zweiten Steg, mit einem zum Loch 16a korrespondierenden, geöffneten
Langloch 16b, die gemeinsam das Lager für das abgewinkelte Ende 10 des nun als Spannhebel
benutzten Kombiwerkzeuges 1 bilden. Damit kann das Kombiwerkzeug 1 vortrefflich und
vorzugsweise manuell in eine Bewegungsrichtung R geschwenkt und somit das um den weiteren
Schenkel 12 gewickelte Umreifungsband 3 gespannt werden.
Der Abstand des weiteren Schenkels 12 vom abgewinkelten Ende 10 an dem Längssteg 8
ist vorteilhaft so bemessen, das die vorgesehene und beim Spannen zu erzeugende Spannkraft
durch die besagte Schwenkbewegung R des Kombiwerkzeuges 1 mit maximal nur annähernd
90° erzielt wird.
[0023] Zum Abtrennen (Ablängen) des Umreifungsbandes 3 wird dieses in den Schneidelementen
14,15 der hier als Schneidmesser 13 ausgebildeten Schneideinheit des Kombiwerkzeuges
1 geführt, wobei die Schneideinheit 13, 14 und 15 des Kombiwerkzeuges 1 in unmittelbare
Nähe des Klemmpunktes 7 positioniert wird.
[0024] Die Schneidelemente 14 und 15 sind niveaugleich vom Längssteg 8 des Kombiwerkzeuges
1 abstehend angeordnet und vorzugsweise in Längsrichtung des Kombiwerkzeuges 1 nach
innen weisend konisch verjüngt ausgebildet. In einer Weiterung der Schneideinheit
13 sind die Schneidelemente 14 und 15 scherenähnlich ausgebildet, dies wird dann vorgesehen,
wenn für das Umreifen Draht verwendet wird.
[0025] Bei Nichtbenutzung des Kombiwerkzeuges 1 kann dieses in einer nicht näher dargestellten
Halterung, die entweder an einer Außenseite des Preßkastens der Ballenpresse oder
außen an einer Tür oder an der Preßplatte 11 angeordnet ist, gehalten und bis zur
nächsten Benutzung aufbewahrt werden.
[0026] Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern im Rahmen
der Offenbarung vielfach variabel.
So liegt es im Wesen der Erfindung, dass bei Bedarf das besagte Werkzeug bevorzugt
auch als Kombinationswerkzeug ausgebildet wird, d. h. dass die Funktionsteile Spannhebel,
Bandzieher und Schneidmesser separate Bauteile sein können, welche konstruktiv so
ausgebildet sind, dass diese wahlweise miteinander zu dem baulich einstückigen Kombiwerkzeug
verbindbar sind, wobei jedes Funktionsteil für sich wahlweise lösbar ist. Diese Ausgestaltung
hat insbesondere den Vorteil, dass die Betreiber von Pressen die ein besagtes Werkzeug
benötigen, jedoch aber schon im Besitz eines Bandziehers und/oder einer Schneideinheit
/ Schneidmessers sind, nicht alle Funktionsteile nachkaufen müssen, sondern, kostenoptimiert,
nur das jeweils fehlende Funktionsteil anschaffen können; insbesondere wird dies gemäß
Erfahrung das separate Funktionsteil Spannhebel sein.
Es liegt auch noch im Wesen der Erfindung, dass das Kombiwerkzeug entweder den Bandzieher
und den Spannhebel oder den Bandzieher und die Schneideinheit oder nur den Spannhebei
und die Schneideinheit umfasst.
[0027] Alle neuen in der Beschreibung und/oder den Zeichnungen offenbarten nicht weiter
dargestellten Einzel- und Kombinationsmerkmale werden als erfindungswesentiich angesehen.
Bezugszeichenverzeichnis
[0028]
- 1
- Kombiwerkzeug
- 2
- Materialballen
- 3
- Umreifungsband
- 4
- Ballenoberseite
- 5
- Ballenunterseite
- 6
- Schlaufenende
- 7
- Bandklemme
- 8
- Längssteg
- 9
- Haken
- 10
- abgewinkeltes Ende
- 11
- Preßplatte
- 12
- Schenkel
- 13
- Schneideinheit vorzugsweise Schneidmesser
- 14
- Schneidelement
- 15
- Schneidelement
- 16
- Lagerteil
- 16a, 16b
- Löcher (mindestens ein geöffnetes Langloch)
- 17
- Pressenboden
- 18
- Sockelleiste
- 19
- Führungskanal
- R
- Bewegungsrichtung (Schwenkbewegung)
1. Verfahren zum manuellen Abbinden eines gepreßten Materialballens in einer Ballenpresse,
die zum Verarbeiten von Verpackungsmaterialien wie Kartonagen oder dergleichen gepreßten
Materialien vorgesehen ist, wobei nach der Fertigstellung eines Materialballens (2)
mittels eines Bandziehers ein Teilabschnitt des auf einer Vorratsrolle befindlichen
Umreifungsbandes (3) über die nach dem Pressvorgang entstandene, vorzugsweise von
einer Preßplatte (11) niedergehaltene, Ballenoberseite (4) von der Rückseite eines
Preßschachtes aus nach vorn zu einer Sockelleiste (18) der Ballenpresse gezogen und
mit einem dort vor dem Preßbeginn am Sockel der Ballenpresse unterhalb der entstehenden
Ballenunterseite (5) befestigten freien Schlaufenende (6) des Umreifungsbandes (3)
nach dessen Lösen zum Zweck des Spannens miteinander verbunden oder durchschlauft
wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das straffe Spannen des an seinen Enden verbundenen oder durchschlauften Umreifungsbandes
(3) mittels eines Spannmittels erfolgt, das als Spannhebel ausgebildet ist, an dem
das Umreifungsband zum Spannen zeitweilig festlegbar ist und welcher zum Spannen mit
einem seiner ausgebildeten Endbereiche an oder auf der Pressplatte anlegbar sowie
durch Bewegung seines anderen ausgebildeten Endbereiches um den Anlegepunkt schwenkbar
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sowohl das Herausziehen des Umreifungsbandes (3) von hinten nach vorn und entlang
des gepressten Materialballens (2), als auch das straffe Spannen des an seinen Enden
verbundenen oder durchschlauften Umreifungsbandes (3) mit ein und demselben Spannhebel,
welcher mindestens zwei Funktionsteile umfassend als Kombiwerkzeug gestaltet ist,
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trennen /Abschneiden des Umreifungsbandes (3) mittels des Kombiwerkzeuges
(1) erfolgt.
4. Werkzeug zum manuellen Abbinden eines in einer Ballenpresse gepressten Materialballens,
insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Werkzeug ein Spannmittel umfasst, das ein Spannhebel mit ausgebildeten Endbereichen
ist.
5. Werkzeug nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spannhebel, mindestens zwei Funktionsteile umfassend, als Kombiwerkzeug (1)
ausgebildet ist.
6. Werkzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kombiwerkzeug (1) einen Bandzieher und einen Spannhebel umfasst.
7. Werkzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kombiwerkzeug (1) einen Bandzieher, ein spannhebelartig ausgebildetes Spannnittel
und eine Schneideinheit umfasst.
8. Werkzeug nach einem der Ansprüche 5 bis 7
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kombiwerkzeug (1) einen Längssteg (8) aufweist, dessen eines Ende (9) hakenförmig
und dessen anderes Ende (10) abgewinkelt ausgebildet ist, wobei in einem Abstand parallel
und gleichgerichtet zum abgewinkelten Ende (10) ein weiterer Schenkel (12) rechtwinklig
von dem Längssteg (8) abragt und wobei am Längssteg (8) eine, bevorzugt als Schneidmesser
geformte Schneideinheit (13) ausgebildet ist.
9. Kombiwerkzeug nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schneidmesser (13) aus niveaugleich von dem Längssteg (8) des Kombiwerkzeuges
(1) abstehenden und in Längsrichtung zum hakenförmigen Ende (9) weisenden konisch
verjüngt ausgebildeten Schneidelementen (14,15) besteht, zwischen denen das Umreifungsband
(3) zum Abschneiden geführt wird.
10. Werkzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kombiwerkzeug (1) als Ziehnadel ausgebildet ist.
11. Werkzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass für das Werkzeug (1) eine Halterung vorgesehen ist, in der das Werkzeug bei dessen
Nichtbenutzung aufbewahrt wird, wobei die Halterung an einer der Außenseiten des Preßkastens
der Ballenpresse angeordnet ist.
12. Werkzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass für das Werkzeug (1) eine Halterung vorgesehen ist, in der das Werkzeug bei dessen
Nichtbenutzung aufbewahrt wird, wobei die Halterung an der Preßplatte der Ballenpresse
angeordnet ist.
13. Werkzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Kombiwerkzeug (1) ein Lagerteil (16) zugeordnet ist, welches zur Benutzung
auf die Preßplatte (11) auflegbar ist, zwecks Abstützung des Kombiwerkzeuges (1) während
der Spannbewegung.
14. Werkzeug nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Lagerteil (16) vorzugsweise u-förmig ausgebildet ist, wobei in dessen von
einer Basis aufstrebenden zwei Stegen je eine Vertiefung, die speziell als korrespondierend
zu einander liegende Löcher (16a, 16b) ausgebildet sind, wobei mindestens eines dieser
Löcher die Form eines geöffneten Langloches (16b) hat, vorgesehen ist, die als stützendes
Lager für das als drehbare Achse des Spannmittels genutzte abgewinkelte Ende (10)
des Kombiwerkzeuges (1) dient.
15. Verfahren nach Anspruch 1 unter Anwendung eines
Werkzeuges nach einem der Ansprüche 4 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das um einen Schenkel (12) des Kombiwerkzeuges (1) gewickelte Umreifungsband
(3) spannbar ist, wenn das Kombiwerkzeug vorzugsweise in eine Bewegungsrichtung (R)
geschwenkt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kombiwerkzeug (1) zur Erzeugung der Bewegungsrichtung (R) für das Spannen
mit einem seiner Enden auf der Preßplatte (11) der Ballenpresse aufgesetzt, insbesondere
in einem dort angeordneten Lagerteil (16) abgestützt ist.
17. Verfahren nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass das abgewinkelte Ende (10) des Kombiwerkzeuges (1) in das Lagerteil (16), welches
vorzugsweise u-förmig ausgebildet ist, mit einem von einer Basis abragenden Steg,
in dem ein Loch (16a) vorgesehen ist, und einem parallel dazu gleichgerichteten, ebenfalls
abragenden zweiten Steg, mit einem zum Loch (16a) korrespondierenden, geöffneten Langloch
(16b), die gemeinsam ein Lager für das abgewinkelte Ende (10) des Kombiwerkzeuges
(1) bilden, eingelegt als drehbare Achse eines schwenkbaren Spannhebels dient.