(19)
(11) EP 1 038 999 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.09.2000  Patentblatt  2000/39

(21) Anmeldenummer: 00102514.7

(22) Anmeldetag:  07.02.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7D03D 49/00, D03D 51/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 19.03.1999 DE 29905052 U

(71) Anmelder: LINDAUER DORNIER GESELLSCHAFT M.B.H
88129 Lindau (DE)

(72) Erfinder:
  • Birk, Michael
    88138 Hergensweiler (DE)

   


(54) Einrichtung zur Bedienung von Webmaschinen


(57) Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Bedienung einer Webmaschine, bestehend aus zumindest einer sich über einen Großteil der Webmaschinenbreite erstreckenden Trägerschiene (5), auf der mindestens eine Bedieneinrichtung (1) beliebig verfahrbar ist, aus Mitteln zur drahtlosen und/oder drahtgebundenen Spannungsversorgung der Bedieneinrichtung (1) und aus Mitteln zur Signalübertragung von Steuerbefehlen an die Webmaschinensteuerung.
Eine alternative Ausführung besteht darin, die Bedieneinrichtung (1) als tragbare Fernbedieneinheit (11) auszubilden, die Mittel zur drahtlosen Signalübertragung von Steuerbefehlen an die Webmaschinensteuerung aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Bedienen von wenigstens einer Webmaschine. Webmaschinen sind üblicherweise je nach Funktion und Baugröße mit zwei oder mehreren, über die Maschinenbreite verteilten, fest montierten Bedieneinrichtungen ausgestattet, wobei mehrere Bedieneinrichtungen an der Vorderseite und mehrere Bedieneinrichtungen auf der Rückseite der Webmaschine angeordnet sein können. Über diese Bedieneinrichtungen lassen sich Steuerbefehle für die Webmaschine zur Webmaschinensteuerung übertragen. Mit der Zahl der bedienbaren Funktionen und der dafür notwendigen Bedienschalter und Anzeigen nimmt der Platzbedarf für diese Bedieneinrichtungen ständig zu. Neben diesem Platzbedarf ist aber auch gleichzeitig ein höherer Verdrahtungsaufwand für den Anschluss der Bedieneinrichtungen notwendig.

[0002] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Einrichtung zur Bedienung einer Webmaschine zu schaffen, die eine Mehrfachanordnung von Bedieneinrichtungen vermeidet, wodurch insgesamt gegenüber dem Stand der Technik ein geringerer Platzbedarf und ein geringerer Verdrahtungsaufwand erreicht werden soll.

[0003] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1 und 8 gelöst.

[0004] In einer ersten Ausführungsform wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zumindest eine über einen Großteil der Webmaschinenbreite beliebig auf einer Trägerschiene verfahrbare Bedieneinrichtung vorgesehen ist, die Mittel zur drahtlosen und/oder drahtgebundenen Spannungsversorgung und zur Signalübertragung von Steuerbefehlen an die Webmaschinensteuerung besitzt.
Dadurch wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass der Weber die Bedieneinrichtung an eine von ihm gewünschte und für die jeweilige Bediensituation erforderliche Stelle positionieren kann.

[0005] In einer zweiten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, die Bedieneinrichtung als tragbare Fernbedieneinheit auszubilden, die mit Mitteln zur drahtlosen Signalübertragung von Steuerbefehlen an die Webmaschinensteuerung ausgerüstet ist. Gegenüber der erstgenannten Ausführungsform ist die Einrichtung zur Bedienung der Webmaschine noch weitaus flexibler, da der Weber die notwendigen Bedienoperationen an jedem beliebigen Punkt rings um die Webmaschine durchführen kann, wobei auch eine Signalübertragung über eine Distanz von einigen zehn Metern denkbar ist.

[0006] Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungsfiguren näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1:
die Draufsicht der auf einer Trägerschiene verfahrbaren Bedieneinrichtung,
Figur 2:
die Seitenansicht der in Figur 1 gezeigten Ausführung,
Figur 3:
die Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform der Bedieneinrichtung mit Fernbedieneinheit.


[0008] Eine erste Ausführungsform der Erfindung ist in den Figuren 1 und 2 dargestellt. Die Zeichnungsfiguren zeigen eine Bedieneinrichtung 1, welche auf ihrer Oberseite in bekannter Weise Tastenfelder 2,3 bzw. einzelne Großtasten 4, wie z. B. für die Funktionen "Start" oder "Not Aus", aufweist. Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass diese Bedieneinrichtung 1 auf einer sich vorzugsweise über die gesamte Webmaschinenbreite erstreckenden Trägerschiene 5 beliebig verfahrbar ist, wobei die Trägerschiene sowohl an der Vorderseite als auch an der Rückseite der Webmaschine angeordnet sein kann. Dabei kann die Tragkonstruktion der Trägerschiene mit dem Maschinengestell verbunden sein; sie kann aber auch anderweitig angeordnet und befestigt sein.

[0009] Die Trägerschiene 5 weist vorzugsweise mindestens eine Stromschiene 6 auf, die sich über die gesamte Länge der Trägerschiene erstreckt und zur Spannungsversorgung der Bedieneinrichtung 1 dient. Gleichzeitig können über die Stromschienen 6 die von der Bedieneinrichtung 1 erzeugten Steuerbefehle, z. B. in Form von digitalen Impulsen, an die Webmaschinensteuerung übertragen werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Bedieneinrichtung 1, als auch die Webmaschinensteuerung mit einer drahtlosen Datenübertragungseinrichtung auszurüsten, so dass die Steuerbefehle drahtlos über Funk oder über optische Signale an die Webmaschinensteuerung übertragen werden. Eine Spannungsversorgung der Bedieneinrichtung 1 und eine Signalübertragung kann alternativ durch induktive Wechselfelder erzielt werden.

[0010] Wie man insbesondere aus Figur 2 erkennt, ist die Trägerschiene 5 als U-Profil ausgebildet, wobei die Stromschienen 6 auf der Oberseite der Trägerschiene gegenüber von entsprechenden an der Bedieneinrichtung 1 angeordneten Schleifkontakten 7 angeordnet sind. Zwecks einer guten Führung der Bedieneinrichtung 1 auf der Trägerschiene 5 weist die Bedieneinrichtung entsprechende Halterungen 8 auf, an welchen Laufrollen 9, 10 angeordnet sind, die für die Führung der Bedieneinrichtung auf der Trägerschiene 5 sorgen. Durch die Rollenlagerung wird eine leichte Verfahrbarkeit der Bedieneinrichtung 1 gewährleistet. Für die Führung der Bedieneinrichtung 1 sind ebenfalls Gleitlagerungen denkbar.

[0011] Gemäß einer in Figur 3 dargestellten zweiten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, die Bedieneinrichtung 1 mit einer tragbaren Fernbedieneinheit 11 auszurüsten. Diese wird z. B. in einem Schacht 13 in der Bedieneinrichtung 1 gehalten, und weist eine Infrarotschnittstelle 14 auf, über welche sie mit der Bedieneinrichtung 1 kommuniziert. Die Fernbedieneinheit 11 weist ein Tastenfeld 12 für die notwendigen Bedienoperationen auf, wobei die Steuerbefehle über Infrarot von der Fernbedieneinheit 11 an die Bedieneinrichtung 1 und weiter zur Webmaschinensteuerung übertragen werden.

[0012] Um die Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, verbleiben Not Aus-Taster und andere wichtige Funktionstasten aber separat an der Bedieneinrichtung 1, um für jedermann jederzeit zugänglich zu sein. Damit die Fernbedieneinheit 11 einer bestimmten Webmaschine zugeordnet werden kann, umfasst diese eine Kodiereinrichtung.

ZEICHNUNGSLEGENDE



[0013] 
1
Bedieneinrichtung
2
Tastenfeld
3
Tastenfeld
4
Tasten
5
Trägerschiene
6
Stromschiene
7
Schleifkontakt
8
Halterung
9
Laufrolle
10
Laufrolle
11
Fernbedieneinheit
12
Tastenfeld
13
Schacht
14
IR-Schnittstelle



Ansprüche

1. Einrichtung zur Bedienung einer Webmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (1) zumindest über einen Großteil der Webmaschinenbreite beliebig verfahrbar ist, dass die Bedieneinrichtung (1) mit Mittel zur drahtlosen und/oder drahtgebundenen Spannungsversorgung ausgerüstet ist und dass die Bedieneinrichtung (1) Mittel zur Signalübertragung von Steuerbefehlen an die Webmaschinensteuerung besitzt.
 
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (1) entlang einer Trägerschiene (5) verfahrbar ist und dass die Trägerschiene (5) Stromschienen (6) besitzt, die mit an der Bedieneinrichtung (1) angeordneten Schleifkontakten (7) zur Spannungsversorgung der Bedieneinrichtung (1) und/oder zur Signalübertragung in Wirkverbindung stehen.
 
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Trägerschiene (5) Mittel zur Erzeugung eines induktiven Wechselfelds angeordnet sind, welches zur Spannungsversorgung der Bedieneinrichtung (1) und/oder zur Signalübertragung dient.
 
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Spannungsversorgung der Bedieneinrichtung (1) und/oder zur Signalübertragung eine Kabelnachführung vorgesehen ist.
 
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (1) eine Funk- oder Infrarotschnittstelle zur Signalübertragung umfasst.
 
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschiene (5) in geeigneter Weise mit dem Maschinengestell verbunden ist.
 
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschiene (5) nicht mit dem Maschinengestell verbunden ist.
 
8. Einrichtung zur Bedienung einer Webmaschine, durch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung als tragbare Fernbedieneinheit (11) ausgebildet ist, die Mittel zur drahtlosen Signalübertragung von Steuerbefehlen an die Webmaschinensteuerung besitzt.
 
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Bedieneinrichtungen (1) Mittel (13) zur Halterung, Signalübertragung und Stromversorgung der Fernbedieneinheit (11) vorgesehen sind.
 
10. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Kodiereinrichtung eine Zuordnung der Fernbedieneinheit (11) zu einer bestimmten Webmaschine erfolgt.
 




Zeichnung










Recherchenbericht