[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beziehen der Oberfläche einer Sitzfläche
und/oder Rückenlehne eines Sitzmöbels, insbesondere eines Bürodrehstuhls nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine danach hergestellte Sitzfläche oder Lehnenfläche
nach dem Oberbegriff des Anspruches 5.
[0002] Es ist schon seit langem bekannt, die Oberflächen von Sitzmöbeln, also Sitzfläche
und/oder Rückenlehne mit Bezugsstoffen zu beziehen. Will man ein Fixieren des Bezugsstoffes
an der Rückseite von Sitz- oder Lehnenfläche vermeiden, werden meist Zugsäume an den
Rand des Bezugsstoffes angenäht, wie dies z. B. aus der US-A 2,161,448 oder aus DE-85
13 432 U1 bekannt ist. In diese Zugsäume wird eine Spannschnur eingezogen, der Bezugsstoff
über die Oberfläche der Sitzfläche gezogen und die Spannschnur auf der Rückseite zusammengezogen
und nach dem Verspannen festgelegt. Dadurch wird der Bezugsstoff einerseits auswechselbar,
andererseits kann er fest über die Oberfläche gespannt werden. Der Nachteil dieser
bekannten Vorrichtung ist, daß der umgeschlagene Stoff zu einer unerwünschten Überdicke
gerade am Rand des Bezugsstoffes führt. Zudem bereiten die Zugsäume insbesondere beim
Anlegen des Stoffes in den Eckbereichen Schwierigkeiten, da in diesem Bereich stets
zuviel Material vorhanden ist.
[0003] Aus der US-A 2,212,485 ist die Anbringung von Bordüren oder Gummibändern am Rand
von Bezugsstoffen bekannt. Der Stoff wird jedoch umgeschlagen, bevor beabstandet vom
Rand Zugschnüre eingesetzt werden. Die Zugschnüre selbst werden in einer randständigen
Naht oder ebenfalls in Zugsäumen geführt.
[0004] In der US-A 2,586,698 wurde in Fig. 10,11 vorgeschlagen, ergänzend zur Führung der
Spannschnur auch weitere Hilfsmittel in Form von Hülsen anzubringen. Diese Hülsen
erlauben zwar eine reibungsfreiere Führung des Zugbands, tragen jedoch erheblich auf,
so dass sich eine unerwünschte Verdickung einstellt, die das gleichmäßige Anbringen
des Bezugsstoffes behindert.
[0005] Aus der DB 136 699 ist bekannt, einen Kantenbesatz für Spitzen, Strickwaren und andere
Gewebe dadurch herzustellen, daß an der Kante eine Schnur über eine Zick-Zack-Naht
befestigt wird. Die Zick-Zack-Naht ist jedoch nicht geeignet, eine entsprechende Kantensicherung
zu erreichen, insbesondere wenn in der Zick-Zack-Naht eine Spannschnur gehalten werden
soll, die mit entsprechenden Spannkräften beaufschlagt wird. Zudem ist in der Zick-Zack-Naht
die Spannschnur notwendigerweise verschwenkt, was das Ziehen der Spannschnur erschwert.
[0006] Aus der EP 0 223 312 B1 ist es bekannt, die Spannschnur am Rande des Gewebes ohne
Aufdoppelung des Gewebes in einem Überwendlingssaum zu führen. Die Überwendlingsnaht
wird so ausgebildet, daß ein Teil der Stichlinie im Gewebe verläuft, während eine
externe Anhaklinie außerhalb des Gewebes gebildet wird. Dadurch kann zwar über die
Naht ein Kantenschutz erzielt werden, und dennoch sollen die beim Ziehen anfallenden
Kräfte zuverlässig aufgenommen werden. Die randständige Anordnung führt jedoch dazu,
daß beim Aufbringen des Bezugsstoffes auf das Sitzteil es leicht zu Beschädigungen
und einem anschließenden Ausreißen des Randgewebes kommen kann. Da die Spannschnur
in die Naht selbst eingelegt werden muß, sind spezielle Nähmaschinen erforderlich,
die eine Zufuhr der Spannschnur in die Naht ermöglichen, wobei die Naht stets um die
Spannschnur herumgeführt werden muß. Dies bereitet Probleme, wenn die Spannschnur
zu Beginn und am Ende des Annähens an der Umrandung entsprechende zusätzliche Längen
erhält, damit die Schnur zum Spannen ergriffen werden kann. Dadurch läßt sich der
gesamte Ablauf nur schwer automatisieren. Zwar ist es aus dieser Schrift auch bekannt,
ein Hilfsband einzusetzen, jedoch soll dieses Hilfsband lediglich ein Trägermedium
für die Überwendlingsnaht sein, so daß die Überwendlingsnaht nicht unmittelbar auf
das Bezugsmaterial aufgebracht werden muß. Das Hilfsband wird dann nur noch angenäht,
jedoch liegt damit die Spannschnur nicht zwischen Hilfsband und Bezugsmaterial und
es bestehen immer noch die Probleme mit der gleichzeitigen Zufuhr der Spannschnur
in die Naht.
[0007] Ausgestaltungen gemäß den beiden letztgenannten Schriften DB 136 699 und EP 0 223
312 bereiten auch dann Schwierigkeiten, wenn die Spannschnur während des Einbringens
reißt. Da eine neue Spannschnur jetzt zwischen die Fäden der Naht nur mit einem erheblichen
Aufwand eingefädelt werden könnte, wird entweder eine neue Naht gezogen oder das Stoffstück
entsorgt. Zwar können auch reißfestere Spannschnüre verwendet werden, jedoch führt
deren Verwendung leicht zu Verletzungen der Näher und Näherinnen beim Umgang mit dem
Material.
[0008] Ausgehend von den eingangs genannten Zugsäumen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine einfache und zuverlässige Alternative zur Befestigung von Bezugsmaterialien zu
schaffen, die mit vertretbarem maschinellen Einsatz auch in der Serienproduktion eingesetzt
werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1 sowie bei
einer Sitzfläche oder Lehnenfläche mit den Merkmalen des Anspruches 5 gelöst.
[0010] Die Befestigung der Spannschnur erfolgt jetzt in einem Aufnahmekanal, der zwischen
einem Hilfsband und dem Bezugsmaterial gebildet wird. Dabei werden die Hilfsfäden
in das Bezugsmaterial gesteppt, so daß sich eine zuverlässige Verbindung mit dem Gewebe
und auch im Gewebe ergibt. Das Hilfsband ist als geschlossenes Gewebe besser geeignet,
auch höhere Kräfte aufzunehmen als die Fäden einer bloßen Naht. Dadurch ist es möglich,
die Nähte selbst auf die Seiten des Hilfsbandes zu beschränken, so daß auch die von
den Fäden selbst aufzunehmenden Kräfte in der Naht besser beherrschbar werden. Gegenüber
dem eigentlichen Bezugsmaterial kann es aber auch an seinen Einsatzzweck angepasst
dünner ausgebildet sein. Der Einsatz des Hilfsbands ermöglicht aber vor allem eine
Vereinfachung des maschinellen Einsatzes, da übliche und einfach herzustellende Nähte
an den beiden Seiten des Bandes eingesetzt werden können und gleichzeitig Spannschnur
und Hilfsband von einer Seite dem Bezugsmaterial zugeführt werden können, ohne daß
eine umständliche Einführung der Spannschnur zwischen die Fäden der Naht erforderlich
ist.
[0011] Der zwischen Hilfsband und Gewebe gebildete Kanal besitzt gleichmäßige Gewebeflächen,
so daß auch nachträglich die Spannschnur leicht ersetzt oder bei einer gerissenen
Spannschnur mit vertretbarem Aufwand eingefädelt werden kann, so daß Aufwand und Ausschußrate
verringert werden. Weniger reißfeste und damit günstigere Spannschnüre können so verwendet
werden, wobei gleichzeitig die Verletzungsgefahr der Näherinnen reduziert wird. Schließlich
ist auch die gegenüber vorbekannten Zugsäumen auftretende Stoffeinsparung nicht zu
vernachlässigen, was sich gerade bei industriell gefertigten Produkten wie Bürostühlen
deutlich bemerkbar macht. Nicht nur muss der Polsterstoff nicht erst aufwendig zugeschnitten
werden. Gegenüber dem bedruckten und/oder gewebten Polsterstoff ist sogar das Hilfsband
erheblich günstiger und an seine eigentliche Funktion angepasst zu erhalten, so dass
sich eine günstigere Fertigung ergibt.
[0012] Der maschinelle Aufwand wird bei einer Ausgestaltung nach den Ansprüchen 2 bis 4
dadurch weiter verringert, daß die Hilfsfäden Teil einer Naht sind, die von der dem
Hilfsband gegenüberliegenden Seite gesteppt wird. Damit ist es möglich, Spannschnur
und Hilfsband von einer Seite zuzuführen, so daß es auch keine Probleme bereitet,
Spannschnur und Hilfsband bedarfsweise gesondert abzulängen, während die Naht selbst
an der gegenüberliegenden Seite aufgebracht wird, so daß selbst der Drückerfuß der
Nähmaschine keine Behinderung für das Aufbringen von Hilfsband und Spannschnur bringt.
Die eingesetzte Naht führt gegenüber den vorbekannten Nähten zu einem besseren Gleiten
der Spannschnur, da diese im Gewebe erheblich besser gleiten kann, als zwischen den
Fäden einer Naht. Zudem kann das Gewebematerial des Hilfsbandes mit einer entsprechend
glatten Oberfläche versehen werden, um die Widerstände der Naht beim Spannen zu reduzieren.
Somit ergibt sich nicht nur eine stabilere Festlegung, aufgrund des Abstandes der
Hilfsnähte ist sogar ein größerer Tunnel möglich, der ebenfalls zu einem leichteren
Spannen beiträgt. Daß eine zusätzliche Gewebelage aufgebracht werden muß, fällt im
Vergleich zu den Zugsäumen nicht ins Gewicht, da das Gewebe des Hilfsbandes zweckentsprechend
ausgewählt werden kann und insofern nicht so aufträgt wie das Bezugsmaterial selbst.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine schematische Seitenansicht eines Sitzmöbels mit geschnittener Sitzfläche,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Sitzfläche während des Anbringens des Bezugsmaterials,
- Fig. 3
- einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 2 im Bereich der Doppelkettenstichnaht,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch die Doppelkettenstichnaht, wobei zur besseren Klarheit auf die
Schraffur des geschnittenen Bezugsmaterials und der geschnittenen Spannschnur verzichtet
wurde.
[0014] Figur 1 zeigt ein Sitzmöbel 13, wobei auf einem zeichnerisch nicht dargestellten
Fußgestell, das z.B. eine Spindel 21 tragen kann, eine Sitzfläche 11 und eine Rückenlehne
12 angeordnet sind. Sowohl Sitzfläche 11 als auch Rückenlehne 12 können mit Bezugsmaterial
14 überzogen werden, wenngleich im folgenden die Erfindung lediglich anhand des Beziehens
der Sitzfläche erläutert wird.
[0015] Fig. 1 zeigt, daß das flexible Bezugsmaterial 14 die Oberfläche 10 bedeckt und daß
die in Figur 2 ersichtliche Umrandung 14a am Umfang der Oberfläche 10 nach hinten
gebogen und auf der Rückseite 11b der Sitzfläche 11 zusammengezogen ist. An der Umrandung
14a sind Hilfsfäden 15,16 vorgesehen, mit deren Hilfe dort ein Aufnahmekanal 17 gebildet
wird. In diesem Aufnahmekanal kann eine Spannschnur 18 aufgenommen werden, die gespannt
und festgelegt wird, um die Umrandung 14a zu fälteln und am Umfang oder an der Rückseite
11b der Sitzfläche 11 oder einer Lehnenfläche zusammenzuziehen.
[0016] Gemäß Fig. 4 ist der Aufnahmekanal 17 zwischen einem Hilfsband 19 und dem Bezugsmaterial
14 gebildet, wobei die Hilfsfäden 15,16 an den beiden Seiten des Hilfsbandes 19 entlang
in das Bezugsmaterial genäht sind. Deutlich ist zu erkennen, daß kein Faden der Hilfsfäden
über die Spannschnur 18 gezogen ist. Die Hilfsfäden 15,16 sind Teil einer Doppelkettenstichnaht,
mit der das Hilfsband 19 am Bezugsmaterial befestigt wird. Deutlich zeigt Fig. 4,
daß diese Naht 20 von der dem Hilfsband 19 gegenüberliegenden Seite am Bezugsmaterial
aufgesteppt ist. Dadurch ist es möglich, in Fig. 4 Spannschnur 18 und Hilfsband 19
von oben auf das Bezugsmaterial zu bringen, während das Anbringen der Naht von unten
erfolgen kann. Dadurch ergibt sich eine eindeutige Funktionstrennung zwischen Nähen
und Aufbringen der zum Spannen erforderlichen Elemente, was insbesondere das Ablängen
von Spannschnur und Hilfsband wesentlich erleichtert. Gleichzeitig trägt die Doppelkettenstichnaht
aufgrund der kurzen Nahtlinien auf beiden Seiten des Hilfsbandes 19 dazu bei, die
beim Spannen der Spannschnur 18 entstehenden Kräfte sicher aufzunehmen. Die glatten
Gewebeflächen von Hilfsband 19 und flexiblem Bezugsmaterial, die den Aufnahmekanal
17 im wesentlichen begrenzen, erlauben den Einsatz bekannter Verfahren zum nachträglichen
Einziehen einer anderen Spannschnur oder zum Ersatz einer gerissenen Spannschnur,
da sich die hierfür erforderlichen Hilfsmittel nicht in den Fäden von Nähten verfangen
können.
[0017] Das Verfahren selbst zur Befestigung von Hilfsband 19 und Spannschnur 18 und damit
zum Beziehen der Oberfläche 10 des Sitzmöbels 13 mit dem flexiblen Bezugsmaterial
geschieht dadurch, daß zunächst ein Stück flexiblen Bezugsmaterials 14, das zum Beispiel
Stoff oder Leder sein kann, zugeschnitten wird, wobei der Zuschnitt der Form der zu
beziehenden Oberfläche 10 entspricht. Fig. 2 zeigt, daß das Bezugsmaterial eine zusätzliche
Umrandung 14a am Umfang aufweist, die erforderlich ist, um das Bezugsmaterial über
den Umfang oder den Rand 11a der Sitzfläche zu ziehen. An diese Umrandung werden Hilfsfäden
15,16 gesteppt, um dort einen Aufnahmekanal 17 entlang der Umrandung 14a zu bilden.
In diesen Aufnahmekanal 17, der hier unter Einsatz des Hilfsbandes 19 gebildet wird,
wird eine Spannschnur 18 eingebracht, so daß diese sich entlang des Aufnahmekanals
17 bewegen kann. Um die Spannschnur nach ihrer Befestigung ziehen zu können, werden
zusätzliche Schnurteile an den beiden Enden 18a,18b der Spannschnur 18 vorgesehen,
was gerade bisher im Stand der Technik vor allem der Serienproduktion Schwierigkeiten
bereitet hat.
[0018] Ist das Bezugsmaterial mit Aufnahmekanal und Spannschnur 18 versehen, wird die Oberfläche
10 mit dem zugeschnittenen Stück bezogen. Dabei muß der Aufnahmekanal 17, der in Figur
2 zwar nicht zu sehen ist, jedoch dort sich unter der Naht 20 befindet, außerhalb
der Oberfläche zu liegen kommen. Die Umrandung 14a wird dann am Rand 11a der Oberfläche
10 umgeschlagen und es wird an den beiden Enden 18a,18b der Spannschnur gezogen, so
daß die Länge der Spannschnur 18 im Aufnahmekanal 17 reduziert und die Umrandung 14a
zusammengezogen und gefältelt wird. Anschließend werden die Enden der Spannschnur
nach dem Ziehen fixiert, so daß sich der Bezugsstoff nicht mehr lösen kann. Wird hier
eine Befestigung gewählt, die der Benutzer bedarfsweise lösen kann, läßt sich der
Bezugsstoff leicht abnehmen und reinigen.
[0019] Die Hilfsfäden 15,16 werden beide in das Bezugsmaterial 14 gesteppt, um eine Fixierung
des Hilfsbandes 19 zu ermöglichen. Das Hilfsband wird damit an seinen beiden Seiten
auf das Bezugsmaterial 14 genäht, wobei sich der Aufnahmekanal 17 zwischen Hilfsband
19 und Bezugsmaterial 14 ausbildet. Die Hilfsfäden sind Teil einer gemeinsamen Naht
20, über die die Hilfsfäden auf der dem Hilfsband gegenüberliegenden Seite 14b des
Bezugsmaterials miteinander verbunden sind. Vorzugsweise wird als Naht eine Doppelkettenstichnaht
eingesetzt. Die Anordnung von Doppelkettenstichnaht auf der einen Seite 14b des Bezugsmaterials
und von Hilfsband 19 und Spanuschnur 18 auf der gegenüberliegenden Seite 14c des Bezugsmaterials
erlaubt das Anbringen von Spannschnur und Hilfsband gleichzeitig beim Annähen des
Hilfsbandes 19 mittels der Hilfsfäden 15,16, ohne daß die Naht 20 und Spannschnur
18 bzw. Hilfsband 19 sich gegenseitig behindern. Dadurch lassen sich die Teile leicht
dem Bezugsmaterial zuführen, so daß der hierfür zu treibende maschinelle Aufwand beträchtlich
verringert werden kann.
[0020] Das Festlegen der Schnurenden kann in bekannter Weise durch Klemmstücke, Zusammenbinden
der Enden oder Festlegen der Enden an Hilfsmitteln erfolgen, die an der Rückseite
11b der zu beziehenden Oberfläche 10 angeordnet sind.
Liste der Bezugszeichen (kein Bestandteil der Anmeldungsunterlagen)
[0021]
- 10
- Oberfläche
- 11
- Sitzfläche
- 11a
- Rand
- 11b
- Rückseite
- 12
- Rückenlehne
- 13
- Sitzmöbel
- 14
- Bezugsmaterial
- 14a
- Umrandung
- 14b
- 19 gegenüberliegende Seite
- 14c
- 19 zugeordnete Seite
- 15,16
- Hilfsfaden
- 17
- Aufnahmekanal
- 18
- Spannschnur
- 19
- Hilfsband
- 20
- Naht
- 21
- Spindel
1. Verfahren zum Beziehen der Oberfläche (10) einer Sitzfläche (11) und/oder Rückenlehne
(12) eines Sitzmöbels (13), insbesondere eines Bürodrehstuhls, mit einem flexiblen
Bezugsmaterial (14) mit den Schritten:
- Zuschneiden eines Stücks flexiblen Bezugsmaterials (14), das der Form der Oberfläche
(10) entspricht, unter Zugabe einer zusätzlichen Umrandung (14a) am Umfang,
- Steppen von Hilfsfäden (15, 16) an die Umrandung (14a), um einen Aufnahmekanal (17)
entlang der Umrandung (14a) zu bilden,
- Anbringen einer Spannschnur (18) im Aufnahmekanal (17), so daß sie sich entlang
des Aufnahmekanals (17) bewegen kann, mit zusätzlichen Schnurteilen an den beiden
Enden (18a, 18b) der Spannschnur (18),
- Beziehen der Oberfläche (10) mit dem Stück, so daß der Aufnahmekanal (17) außerhalb
der Oberfläche zu liegen kommt,
- Umschlagen der Umrandung (14a) am Rand (11a) der Oberfläche (10) und Ausüben von
entgegengesetztem Zug an den beiden Enden (18a, 18b) der Spannschnur (18), so daß
die Länge der Spannschnur (18) im Aufnahmekanal (17) reduziert und die Umrandung (14a)
zusammengezogen und gefältelt wird,
- Festlegen der Enden (18a, 18b) der Spannschnur (18) nach dem Ziehen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsfäden (15, 16) in das Bezugsmaterial (14) gesteppt
werden und dabei ein Hilfsband (19) an seinen beiden Seiten auf das Bezugsmaterial
(14) genäht wird, wobei der Aufnahmekanal (17) zwischen dem Hilfsband (19) und dem
Bezugsmaterial (14) gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsfäden (15, 16) Teil
einer gemeinsamen Naht (20) sind, über die die Hilfsfäden (15, 16) auf der dem Hilfsband
(19) gegenüberliegenden Seite (14b) des Bezugsmaterials (14) miteinander verbunden
sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Naht (20) mit der
das Hilfsband (19) auf das Bezugsmaterial (14) aus Stoff oder Leder aufgenäht wird,
eine Doppelkettenstichnaht ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß das gemeinsame
Anbringen von Spannschnur (18) und Hilfsband (19) gleichzeitig und von einer Seite
(14a) des Bezugsmaterials erfolgt, während das gleichzeitige Annähen des Hilfsband
(19) von der anderen Seite (14b) des Bezugsmaterials (14) erfolgt.
5. Sitzfläche (11) oder Lehnenfläche, hergestellt nach einem der Ansprüche 1-4, mit einer
Oberfläche (10), einem flexiblen Bezugsmaterial (14), das die Oberfläche (10) bedeckt
und eine nach hinten umgebogene Umrandung (14a) am Umfang der Oberfläche (10) aufweist,
wobei an der Umrandung mit Hilfsfäden (15, 16) ein Aufnahmekanal (17) gebildet ist,
in dem eine Spannschnur (18) aufgenommen ist, die gespannt und festgelegt wird, um
die Umrandung (14a) zu fälteln und am Umfang oder an der Rückseite (11b) der Sitzfläche
(11) oder Lehnenfläche zusammenzuziehen,
dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmekanal (17) zwischen dem Hilfsband (19) und
dem Bezugsmaterial (14) gebildet ist, wobei die Hilfsfäden (15, 16) an den beiden
Seiten des Hilfsbands (19) entlang in das Bezugsmaterial (14) genäht sind.
6. Sitzfläche (11) oder Lehnenfläche nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hilfsfäden (15, 16) Teil einer Doppelkettenstichnaht sind, die das Hilfsband (19)
von der dem Hilfsband gegenüber liegenden Seite des Bezugsmaterials (14) an diesem
befestigt.