[0001] Die Erfindung betrifft ein Deckengliedertor mit einem Torblatt aus mehreren in Bewegungsrichtung
aufeinanderfolgenden, aneinander angelenkten Paneelen nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Derartige Deckengliedertore werden nicht nur für Hallentore, sondern in verstärktem
Maße auch für Garagentore verwendet, weil sie gegenüber anderen überkopf bewegbaren
Toren hinsichtlich ihres Raumbedarfs beim Übergang zwischen Schließstellung und Offenstellung
keinen nennenswerten Raum im Gebäudeinneren benötigen und hinsichtlich der benötigten
Sturzhöhe oberhalb der zu schließenden Toröffnung weniger anspruchsvoll als ein Rolltor,
aber anspruchsvoller als ein Kipp- oder Schwingtor sind, welches letzteres beim Übergang
zwischen den Endstellungen Platz innerhalb und ggf. auch außerhalb der Toröffnung
benötigt.
[0002] Die CH-PS 343 624 zeigt ein Deckengliedertor nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Nachteilig benötigt dieses jedoch einen großen Bauraum seitlich neben den Paneelen,
der nach außen durch eine Zarge abgedeckt wird und im Deckenbereich oberhalb der Durchfahrhöhe
der Toröffnung. Ein Schwingtor benötigt einen seitlich neben dem Tor und im Deckenbereich
geringeren Bauraum.
[0003] Da zunehmend der Wunsch besteht, alte Schwingtore in vorhandenen Garagen durch Deckengliedertore
zu ersetzen, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den Bauraum seitlich neben
den Paneelen des Deckengliedertores und im Deckenbereich zu minimieren. Diese Aufgabe
wird erfindungsgemäß durch die Ausbildung eines Deckengliedertors mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0004] Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen sind in den Ansprüchen 2 bis 9 beschrieben.
[0005] Beim Einsatz von Zugmitteln, deren Höhe geringer ist als ihre Breite und dem Anordnen
der Umlenkrolle horizontal flach oberhalb der Laufschienen, wobei die Zugmittel und
die Umlenkrollen die Gesamtkonstruktion des Deckengliedertores nicht oder nur gering
nach außen überragen, wird erreicht, daß sowohl der seitliche Bauraum neben den Paneelen
als auch der benötigte Bauraum im Deckenbereich äußerst gering gehalten werden kann.
Der Bauraum im Deckenbereich kann noch dadurch minimiert werden, indem das Zugmittel
und/oder die Umlenkrolle direkt oder indirekt auf der oberen Laufschiene geführt werden.
Dann muß vorteilhaft kein Freiraum zwischen diesen Teilen und den Laufschienen mehr
vorgesehen werden. Eine vorteilhafte Ausbildung des erfindungsgemäßen Zugmittels ist
die Ausbildung als Mehrfachschraubenfeder, bei der mehrere Schraubenfedern horizontal
parallel nebeneinanderliegen. Um einen freien Eingriff und damit eine Quetschgefahr
zwischen Zugmittel und Laufschienen zu verhindern, erfolgt die Führung von Zugmittel
und/oder Umlenkrolle oberhalb der Laufschiene in einer Führungsschiene. Diese Führungsschiene
wird vorzugsweise als U-förmig gebogener Blechkanal mit nach oben ragenden Wänden
ausgebildet. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn das Zugmittel und/oder
die Umlenkrolle mit Gleitstücken, vorzugsweise aus Kunststoff, ausgebildet werden.
Dieses bringt den Vorteil, daß beim Bewegen des Tores die Schleifgeräusche zwischen
Zugmittel und Umlenkrolle und Führungsschiene minimiert werden.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- die Seitenansicht eines Deckengliedertores,
- Fig. 2
- die Ausbildung und Anordnung der Zugeinrichtung oberhalb der oberen Führungsschiene
und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf Fig. 2.
[0007] Ein Deckengliedertor mit einem Torblatt aus mehreren in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgend
aneinandergelenkten Paneelen 1 ist in Fig. 1 dargestellt. Die Paneelen 1 weisen seitlich
angeordnete Rollen 2 auf, die in seitlichen Laufschienen 3, 4 geführt sind. Eine dieser
seitlichen Laufschienen 3 erstreckt sich vertikal und nach einem Bogenübergang horizontal.
In ihnen werden die Rollen 2 geführt, die im unteren Bereich der Paneele bzw. im Kopplungsbereich
zwischen den Paneelen angeordnet sind. Eine weitere Laufschiene 4 ist horizontal oberhalb
der ersten Laufschiene 3 angeordnet und erstreckt sich horizontal in Richtung der
Toröffnung weiter. In ihr werden die Rollen 5, die an der Oberkante des im geschlossenen
Zustand des Deckengliedertors obersten Paneels 6 geführt.
[0008] An der Unterkante des bei geschlossenem Torblatt untersten Paneels 7 sind Koppelstücke
8 angeordnet. Diese Koppelstücke 8 können, wie in Fig. 1 gezeigt, mit den an dieser
Stelle ebenfalls angeordneten Rollen 2 verbunden sein. Seitlich an den Koppelstücken
8 sind Seile 9, die zu einer Gewichtsausgleichseinrichtung gehören, mit einem Ende
lösbar befestigt. Aus Sicherheitsgründen sind jeweils zwei Seile 9 in etwa parallel
angeordnet. Dadurch wird erreicht, daß, sofern eines der Seile 9 reißt, das zweite
Seil weiterhin die volle Funktion der Gewichtsausgleichseinrichtung erfüllen kann.
Eine nahe der Toröffnung obenliegende Umlenkrolle 10 lenkt die Seile 9 von der ursprünglich
etwa vertikalen Richtung in eine etwa horizontale Richtung um. Horizontal oberhalb
der Laufschienen 3, 4 ist ein im Ausführungsbeispiel als Mehrfachschraubenzugfeder
11 ausgebildetes elastisch dehnbares Zugmittel angebracht, das an seinem der Toröffnung
abgewandten Ende direkt oder indirekt über die Laufschienen 3, 4 oder eine Aufhängung,
vorzugsweise verstellbar am Gebäudebereich, festgelegt ist. Der Fixierungspunkt 12
ist lediglich schematisch dargestellt. An seinem der Toröffnung zugewandten Ende trägt
die Mehrfachschraubenzugfeder 11 eine Umlenkrolle 13, die von den Seilen 9 180° umschlungen
wird. Das zweite Ende der Seile 9 ist dann ortsfest toröffnungsnah am Fixierpunkt
14 befestigt. Derartige vorbeschriebene Ausbildungen von Gewichtsausgleichseinrichtungen
sind fachnotorisch bekannt.
[0009] Die Ausbildung und Anordnung des elastisch dehnbaren Zugmittels und der einen Ends
mit ihm verbundenen Umlenkrolle 13 wird in den Fig. 2 und 3 gezeigt. Oberhalb der
oberen Laufschiene 4 ist ein Blechkanal 15 mit einem nach oben offenen U-förmigen
Querschnittsprofil angeordnet. Dieser Blechkanal 15 kann über direktes Verschrauben
oder über Spannklemmen mit der Laufschiene 4 verbunden sein. Innerhalb des Blechkanals
15 liegt eine Mehrfachschraubenzugfeder 11. Im Ausführungsbeispiel besteht diese aus
drei horizontal nebeneinanderliegenden Schraubenzugfedern 16. Die jeweiligen Enden
der Schraubenzugfedern 16 sind über Haltehaken 17 miteinander und den anschließenden
Bauteilen verbunden. Der von der Toröffnung abgewandte Haltehaken 17 ist mit einer
Haltelasche 18 verbunden, die über mehrere hintereinanderliegende Bohrungen 19 direkt
oder indirekt und einstellbar am Gebäude befestigbar ist. Die indirekte Befestigung
kann auch darin bestehen, daß die Haltelasche 18 mit einer der Laufschienen 3, 4 verbunden
wird, die notwendigerweise auch mit dem Gebäude verbunden sein müssen.
[0010] Am vorderen Haltehaken 17 der Mehrfachschraubenzugfeder 11 ist über eine Traggabel
20 die Umlenkrolle 13 befestigt. Diese Umlenkrolle 13 liegt, wie die Mehrfachschraubenzugfeder
11, horizontal flach im Blechkanal 15. Blechkanal 15, Umlenkrolle 13 und Mehrfachschraubenzugfeder
11 sind derartig oberhalb der Laufschiene 4 angeordnet, daß sie diese nur gering nach
außen 21 mit Bezug auf die Gesamtkonstruktion des Deckengliedertores überragen. Im
Ausführungsbeispiel ist dieser überragende Abstand 22 so gering bemessen, daß die
hier liegenden Zweige 23 der Seile 9 noch gerade zur neben den Laufschienen 3, 4 liegenden
Umlenkrolle 10 geführt werden können, ohne an der zugehörigen Wand 24 des Blechkanals
15 zu schleifen.
[0011] Zur Verschleißminderung, aber auch besonders zur Geräuschminderung, sind die Schraubenzugfedern
16 der Mehrfachschraubenzugfeder 11 mit Gleitstücken 25 ausgebildet. Diese Gleitstücke
25 sind mit Bezug auf die beiden außenliegenden Schraubenzugfedern 16 klipsartig ausgebildet.
Die Schenkel dieser Klipse umfassen die beiden außenliegenden Schraubenzugfedern 16
über deren halbem Durchmesser hinaus. Damit wird verhindert, daß die Mehrfachschraubenzugfeder
11 direkt auf dem Boden oder an den Wänden 25, 26 des Blechkanals 15 auf- bzw. anliegt.
Auch die Traggabel 20 für die Umlenkrolle 13 ist mit Gleitstücken versehen. Diese
Gleitstücke sind als Niet 27 aus Kunststoff ausgebildet, die mit ihrem Schaft in entsprechende
Bohrungen der Traggabel 20 eingepreßt sind und deren Kopf von außen auf der Traggabel
20 aufliegt. Dadurch wird erreicht, daß auch die Traggabel 20 zum Halten der Umlenkrolle
13 nicht direkt auf dem Boden des Blechkanals 15 aufliegt.
[0012] Die Seitenführung der Umlenkrolle 13 erfolgt durch die Anordnung der gespannten Seile
9.
Bezugszeichenliste
[0013]
- 1.
- Paneel
- 2.
- Rolle
- 3.
- Laufschiene
- 4.
- Laufschiene
- 5.
- Rolle
- 6.
- oberstes Paneel
- 7.
- unterstes Paneel
- 8.
- Koppelstück
- 9.
- Seil
- 10.
- Umlenkrolle
- 11.
- Mehrfachschraubenzugfeder
- 12.
- Fixierpunkt
- 13.
- Umlenkrolle
- 14.
- Fixierpunkt
- 15.
- Blechkanal
- 16.
- Schraubenzugfeder
- 17.
- Haltehaken
- 18.
- Haltelasche
- 19.
- Bohrung
- 20.
- Traggabel
- 21.
- außen
- 22
- . Abstand
- 23.
- Zweig
- 24.
- Wand
- 25.
- Gleitstück
- 26.
- Wand
- 27.
- Niet
1. Deckengliedertor mit einem Torblatt aus mehreren in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgend
aneinander angelenkten Paneelen (2, 7), die mit seitlich angeordneten Rollen (2) in
sich vertikal und nach Bogenübergängen horizontal erstreckenden ersten seitlichen
Laufschienen (3) geführt sind, mit Ausnahme des in Schließstellung obersten Paneels
(6), das mit seinen in dieser Stellung im Oberkantenbereich angebrachten Rollen (5)
in zweiten Laufschienen (4) geführt wird, die - bis auf einen der Toröffnung zugewandten
gegebenenfalls abgesenkten und dann abgewinkelten Abschnitt - parallel und oberhalb
der zugewandten horizontalen Abschnitte der ersten Laufschienen (3) angeordnet sind,
und mit vorzugsweise beidseitig angeordneten Gewichtsausgleichseinrichtungen in Gestalt
sich etwa horizontal erstreckender, oberhalb der Laufschienen (3, 4) angeordneter,
elastisch dehnbarer Zugmittel, die einen Endes in einem der Toröffnung abgewandten
Gebäudebereich festgelegt und anderen, der Toröffnung zugewandten Endes mit Umlenkrollen
(13) verbunden sind, über welche Seile (9), die einen Endes ortsfest gehalten sind,
umschlingend, im toröffnungsabgewandten Bereich etwa parallel zu den horizontal verlaufenden
Laufschienen (3, 4) angeordnet sind und toröffnungsnah über weitere Umlenkrollen (10)
umgelenkt zu Festlegepunkten beiderseits am unteren Kantenbereich des im Schließzustand
untersten Paneels (7) geführt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der Zugmittel geringer ist als deren Breite und diese und die Umlenkrollen
(13) horizontal flach oberhalb der Laufschienen (3, 4) diese nicht oder nur gering
nach außen (21) mit Bezug auf die Gesamtkonstruktion des Deckengliedertores überragend
angeordnet sind.
2. Deckengliedertor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugmittel und/oder die Umlenkrolle (13) direkt oder indirekt auf der oberen
Laufschiene (4) geführt wird.
3. Deckengliedertor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugmittel als Mehrfachschraubenzugfeder (11) ausgebildet ist, wobei mehrere
Schraubenzugfedern (16) parallel horizontal nebeneinander liegen.
4. Deckengliedertor nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Führung von Zugmittel und/oder Umlenkrolle (13) oberhalb der Laufschienen
(3, 4) eine Führungsschiene, die vorzugsweise mit den Laufschienen (3, 4) verbunden
ist, angeordnet ist.
5. Deckengliedertor nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene als Blechkanal (15) mit wenigstens einer nach oben abgekanteten
Wand (24, 26) ausgebildet ist.
6. Deckengliedertor nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugmittel und/oder die Umlenkrolle (13) mit Gleitstücken (25) oder Rollen
ausgebildet sind, die auf oder an den Laufschienen (3, 4) oder der Führungsschiene
gleiten bzw. rollen.
7. Deckengliedertor nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene als nach oben offener U-förmig gebogener Blechkanal (15)
ausgebildet ist und eine Mehrfachschraubenzugfeder (11) als Zugmittel quer zur Zugrichtung
mit einem wenigstens auf dem Boden des Blechkanals (15) aufliegenden Gleitstück (25)
versehen ist, das über Klipse vorzugsweise alle einzelnen Schraubenzugfedern (16)
federnd umfaßt.
8. Deckengliedertor nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrolle (13) wenigstens an der auf dem Boden der Führungsschiene aufliegenden
Berührungsfläche mit Gleitstücken ausgebildet ist.
9. Deckengliedertor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitstücke als Niet (27) aus Gleitmaterial, vorzugsweise aus Kunststoff
ausgebildet sind, die mit ihrem Schaft in Bohrungen durch die Berührungsfläche eingepreßt
sind und deren Kopf mit Bezug auf die Umlenkrolle (13) außen liegt.