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EP 1 040 980 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
(43) |
Veröffentlichungstag: |
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04.10.2000 Patentblatt 2000/40 |
(22) |
Anmeldetag: 18.03.2000 |
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(84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL LT LV MK RO SI |
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Priorität: |
01.04.1999 DE 19914875
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Anmelder: ALSTOM LHB GmbH |
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38239 Salzgitter (DE) |
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Erfinder: |
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- Beier, Günter, Dipl.-Ing.
38259 Salzgitter (DE)
- Asche, Günter
38268 Lengede (DE)
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Betätigungseinrichtung für eine Schiebewandanordnung eines Eisenbahngüterwagens |
(57) Die Erfindung betrifft eine Betätigungseinrichtung für eine Schiebewandanordnung
eines Eisenbahngüterwagens, wobei die Schiebewandteile in Schließstellung in einer
gemeinsamen Ebene liegen und durch eine untere Betätigungseinrichtung wahlweise in
eine vor der gemeinsamen Ebene liegende, parallel zu dieser befindliche Schiebeebene
bewegbar und in dieser in Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar sind und jedem Schiebewandteil
eine am Güterwagen drehbare Betätigungswelle zugeordnet ist. Die Betätigungswelle
4 ist mit einer Schwenklaufschiene 3 bestückt. Jedem Schiebewandteil 1 ist ferner
eine an diesem Wandlaufschiene 5 zugeordnet, die in Schließstellung eines Schiebewandteiles
1 mit der auf der Betätigungswelle 4 angeordneten Laufschiene 3 des anderen in Verschiebestellung
befindlichen Schiebewandteiles 1 fluchtet. Die radiale Mittelachse zwischen der Schließstellung
und der Verschiebestellung der auf der Betätigungswelle 4 angeordneten Schiene 3 ist
zum Wagen geneigt angeordnet.
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Betätigungseinrichtung für eine Schiebewandanordnung
eines Eisenbahngüterwagens, wobei die Schiebewandteile in Schließstellung in einer
gemeinsamen Ebene liegen und durch eine untere Betätigungseinrichtung wahlweise in
eine vor der gemeinsamen Ebene liegende, parallel zu dieser befindlichen Schiebeebene
bewegbar und in dieser in Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar sind und jedem Schiebewandteil
eine am Güterwagen drehbare Betätigungswelle zugeordnet ist, die zwei radial, in einem
geeigneten Winkel zueinander angeordnete Schienen trägt, wobei die innenliegende Schiene
in Schließstellung als Stützschiene und in Verschiebestellung als Laufschiene, die
außenliegende Schiene als Laufschiene für das andere zu verschiebende Wandteil dient
(DE 31 32 002 C2). Das Ausschwenken der Schiebewandteile erfolgt horizontal, was bei
Schiebewänden, die im oberen Wandbereich steil gebaut werden, ausreichend ist, da
sie aneinander vorbeigleiten können.
[0002] Will man jedoch das Umgrenzungsprofil auch möglichst voll in den oberen Ecken ausnutzen,
muß die Schiebewand zwangsläufig dem Umgrenzungsprofil folgen. Sie weist damit flachere
Winkel auf bis hin zu einer sich im oberen Bereich der Horizontalen nähernden Wand.
Hierfür sind Schiebewandanordnungen bekannt, bei der die Schiebewandteile zum Öffnen
aus ihrer Schließstellung in die Verschiebestellung gleichzeitig von der Wagenlängsmitte
nach außen und nach oben weggeführt werden. So werden in der DE 195 07 238 A1 die
Schiebewandteile über eine Umsetzwelle und eine auf dieser im Bereich der Laufrollen
angeordnete Stützschiene in die Schiebestellung angehoben und nach außen verschwenkt.
Dabei werden die Laufrollen von der Stützschiene auf die am Außenlangträger des Untergestells
fest angeordnete durchlaufende Laufschiene angehoben und ausgeschwenkt. Im oberen
Schiebewandbereich gleitet jedes Schiebewandteil in Führungen des Daches schräg nach
oben und außen. In dieser angehobenen und ausgeschwenkten Stellung der Schiebewand
kann diese über das in Schließstellung befindliche andere Schiebewandteil verschoben
werden. Der Steg der Stützschiene liegt in seiner Schließstellung etwa horizontal,
in der Verschiebestellung etwa vertikal, die fiktive Mittelachse zwischen diesen Stellungen
ist zum Wagen geneigt.
[0003] Eine untere Betätigungseinrichtung ähnlicher Art zeigt die DE 35 24 721 A1 für Eisenbahngüterwagen
mit Spreizhauben. Auch hier befindet sich das an der Umsetzwelle befestigte Umsetzelement
in Schließstellung in einer im wesentlichen horizontalen, in Verschiebestellung in
einer vertikalen Lage. Die Länge des an der Umsetzwelle angeordneten Umsetzelementes
ist so ausgelegt, daß die Spreizhaube außer der Umsetzbewegung zwischen der Schließstellung
und der Verschiebestellung eine Hubbewegung ausführen kann, um über die in Schließstellung
befindliche Spreizhaube hinweg verfahren zu können.
[0004] Es ist erkennbar, daß diese und andere bekannte Einrichtungen nicht geeignet sind
für das eingangs beschriebene, bewährte Prinzip der Schiebewandbetätigung durch eine
Schwenkwelle, deren in Schließstellung zur Wagenmitte geneigte Schiene in der Verschiebestellung
als Laufschiene für das zu verschiebende Wandteil dient, gemäß DE 31 32 002 C2, eine
Lösung anzubieten, die sowohl ein Aneinandervorbeifahren als auch ein Überfahren einer
in Schließstellung befindlichen durch eine andere Schiebewand gewährleistet. Bei der
Ausführungsform gemäß DE 31 32 002 C2 sind auf der Betätigungswelle jedes Wandteiles
zwei Laufschienen angeordnet, die das wechselweise Öffnen und Verschieben gewährleisten.
Diese Ausführung mit doppelten Schwenklaufschienen in Stahlausführung ist allerdings
gewichts- und kostenintensiv.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter Beibehaltung des Prinzips einer
unteren Schiebewandbetätigung mit einer Schwenkwelle für jedes Schiebewandteil, die
eine Schwenklaufschiene für das Verschieben dieses Wandteiles aufweist, eine Lösung
zu erreichen, die sowohl ein Aneinandervorbeifahren als auch ein Überfahren einer
in Schließstellung befindlichen durch eine andere Schiebewand gewährleistet. Darüber
hinaus soll eine Lösung ohne doppelte Schwenklaufschienen erreicht werden.
[0006] Nach der Erfindung wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Hauptanspruches gelöst.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung ergibt sich aus dem Unteranspruch.
[0007] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Die zugehörige
Zeichnung zeigt in
- Fig. 1
- eine Schnittstellung der Betätigungseinrichtung in Schließ- und Verschiebestellung.
[0008] In Fig. 1 ist das Schiebewandteil 1 mit ausgezogenen Linien in seiner Schließstellung
gezeichnet. Es weist Laufrollen 2 auf, die mit der Schiene 3 einer am Güterwagen gelagerten
Betätigungswelle 4 zusammenwirken, wobei jedem Wandteil 1 eine gleichartig ausgebildete
Welle 4 zugeordnet ist. Mit Hilfe dieser Umsetzwelle kann das Wandteil 1 zwischen
den beiden mit ausgezogenem bzw. mit strichpunktierten Linien eingezeichneten Stellungen
verschwenkt werden. Für das Verschieben ist an dem Unterholm jedes Schiebewandteiles
1 eine Wandlaufschiene 5 angeordnet, beispielsweise in Leichtmetallausführung. Die
Wandlaufschienen 5 sind derart angeordnet, daß bei gedrehter Betätigungswelle 4 eines
Wandteiles 1 die Schiene 3 dieser Welle mit der Wandlaufschiene 5 des benachbarten
Wandteiles fluchtet. Zur Erreichung eines Hubes des zu verschiebenden Wandteiles ist
die Mittelachse zwischen der Schließstellung und der Verschiebestellung der auf der
Betätigungswelle 4 angeordneten Schiene 3 zum Wagen hin geneigt, wobei die Neigung
a dieser Achse etwa 22° zur Vertikalen beträgt. Der Öffnungswinkel b zwischen der
Schließ- und Verschiebestellung beträgt etwa 80°. Durch diese Anordnung und Ausgestaltung
ist sowohl der erforderliche Horizontal- als auch Vertikalhub gegeben. Das Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 1 zeigt schließlich auch Nocken 6, durch die das Andrücken und Abstützen
der Wandteile 1 an dem Wagenkasten erfolgt sowie eine Wandaushebesicherung mittels
Klaue 7.
Bezugszeichenliste
[0009]
- 1
- Wandteil
- 2
- Laufrolle
- 3
- Schiene
- 4
- Betätigungswelle
- 5
- Wandlaufschiene
- 6
- Nocken
- 7
- Klaue
1. Betätigungseinrichtung für eine Schiebewandanordnung eines Eisenbahngüterwagens, wobei
die Schiebewandteile in Schließstellung in einer gemeinsamen Ebene liegen und durch
eine untere Betätigungseinrichtung wahlweise in eine vor der gemeinsamen Ebene liegende,
parallel zu dieser befindlichen Schiebeebene bewegbar und in dieser in Fahr-zeuglängsrichtung
verschiebbar sind und jedem Schiebewandteil eine am Güterwagen drehbare Betätigungswelle
zugeordnet ist, deren in Schließstellung zur Wagenmitte geneigte Schiene in der Verschiebestellung
als Laufschiene für das zu verschiebende Wandteil dient und mit einer Laufschiene
des anderen, in Schließstellung befindlichen Wandteils fluchtet, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Schiebewandteil (1) eine an diesem befestigte Wandlaufschiene (5) zugeordnet
ist, die in Schließstellung eines Schiebewandteiles (1) mit der auf der Betätigungswelle
(4) angeordneten Laufschiene (3) des anderen in Verschiebestellung befindlichen Schiebewandteiles
(1) fluchtet und die radiale Mittelachse zwischen der Schließstellung und der Verschiebestellung
der auf der Betätigungswelle (4) angeordneten Schiene (3) zum Wagen hin geneigt ist.
2. Betätigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung (a) der radialen Mittelachse zwischen der Schließstellung und der
Verschiebestellung der Schiene (3) im Bereich von 22° zur Vertikalen liegt.
3. Betätigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungswinkel (b) zwischen der Schließstellung und der Verschiebestellung
der auf der Betätigungswelle (4) angeordneten Schiene (3) im Bereich von 80° liegt.
