[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kommunikation mit einem Transportsystem,
bei dem zur Eingabe von Fahrzielen und zur Information des Benutzers mindestens eine
Mensch-Maschine-Schnittstelle vorgesehen ist.
[0002] Aus der Patentschrift EP 0 320 583 sind auf den Stockwerken angeordnete Rufregistrier-
und Anzeigeeinrichtungen für Aufzüge mit einer Gruppensteuerungseinrichtung mit Sofortzuteilung
von Zielrufen bekannt geworden, wobei jede Rufregistrier- und Anzeigeeinrichtung eine
Zehner-Tastatur für die Eingabe von Rufen für gewünschte Zielstockwerke und ein Anzeigefeld
für die Anzeige des gewünschten Stockwerkes und der zugeteilten Aufzugskabine aufweist.
[0003] Ein Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass die Mensch-Maschine-Kommunikation
stockwerkzahlorientiert ist. Für die Wahl des richtigen Stockwerkes muss der Benutzer
der Aufzugsanlage die Infrastruktur auf dem jeweiligen Stockwerk kennen. Er muss wissen
dass beispielsweise das Restaurant auf dem vierten Stockwerk oder die Steuerverwaltung
auf dem achten Stockwerk ist. Nur so kann der Benutzer die richtige Stockwerkzahl
wählen.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet
ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden und ein
Verfahren vorzuschlagen, das die Benutzung eines Transportsystems erleichtert.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass die Mensch-Maschine-Kommunikation vereinfacht wird. Der Benutzer des Transportmittels
braucht keine Kenntnisse im herkömmlichen Sinn über sein Fahrziel. Beispielsweise
genügt eine funktionelle Angabe über das Fahrziel des Benutzers. Der Benutzer braucht
keine Ortsangaben zu machen. Die Maschine, bzw. die Steuerung des Transportsystems
stellt die notwendige Information dem Benutzer zur Verfügung. Die Eingabe des Fahrziels
kann rascher erledigt werden, wobei das Transportmittel gesamthaft gesehen, insbesondere
bei grossem Andrang effizienter arbeiten kann. Dem Benutzer können auch zusätzliche,
beispielsweise sein Fahrziel betreffende Hinweise übermittelt werden, wie beispielsweise
Öffnungszeiten von Schaltern oder Geschäften oder Wegangaben. Damit können unnötige
Fahrten oder Umwege vermieden werden. Im weiteren lassen sich die Benutzer aufgrund
ihrer Fahrzielwahl charakterisieren und einteilen, wobei die Art der Ausführung der
Fahrwünsche an den jeweiligen Benutzer bzw. an die jeweilige Benutzergruppe anpassbar
ist. Attribute wie beispielsweise Dringlichkeit, Raumbedarf oder Be-/Entladezeit können
bei der Ausführung des Transportauftrages verwendet werden.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnungen näher erläutert.
[0007] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Transportsystem mit mehreren Fahrzeugen,
- Fig. 2
- eine Mensch-Maschine-Schnittstelle und
- Fig. 3
- die Mensch-Maschine-Schnittstelle zur Vermittlung von Information.
[0008] In den Fig. 1 bis 3 ist mit 1 eine Mensch-Maschine-Schnittstelle bezeichnet, mittels
der ein Benutzer sein Fahrziel einer Steuerung 2 eines Transportsystems bekanntgibt.
Die im wesentlichen aus Rechner und Speicher bestehende Steuerung 2 hat Zugriff auf
eine beispielsweise als Tabelle 3 ausgeführte Informationsquelle mit den realen Ortsangaben
der Fahrziele und den den Ortsangaben zugeordneten Bezeichnern. Das Transportsystem
kann beispielsweise ein Aufzugssystem mit mindestens einem Aufzugsschacht sein, in
dem mehrere Fahrzeuge bzw. Aufzugskabinen mit hoher Autonomie verkehren, wobei die
Fortbewegungsrichtung vertikal und/oder horizontal sein kann. Im einfachsten Fall
besteht das Transportsystem aus einem Aufzug mit einer oder mehreren Aufzugskabinen,
wobei je Aufzugsschacht eine Aufzugskabine verkehrt. An die Steuerung 2 angeschlossen
sind Antriebseinheiten 4 zur Steuerung und Versorgung Fahrzeuge 5, bzw. der Aufzugskabinen.
[0009] Fig. 2 zeigt eine Mensch-Maschine-Schnittstelle in der Form eines Touchscreens 1.
Anstelle des Touchscreens kann auch eine Tastatur mit einem Bildschirm vorgesehen
sein. Im einfachsten Fall genügen entsprechend beschriftete Tasten. Auf dem Touchscreen
1 ist eine Auswahl von Fahrzielen beispielsweise einer Hochschule gezeigt, die einzeln
durch Berühren des Schirms wählbar sind. Weitere Fahrziele sind mittels Fenstertechnik
oder Scrolltechnik abrufbar. Die Fahrziele sind nicht als reale Ortsangaben wie beispielsweise
eine Stockwerkzahl dargestellt, sondern mittels Bezeichnern, die das Fahrziel beispielsweise
funktionell beschreiben. Der Benutzer wählt beispielsweise den Konferenzraum als sein
Fahrziel ohne zu wissen, wo sich der Konferenzraum tatsächlich befindet. Nach der
Wahl des Fahrziels kann die Steuerung 2 vom Benutzer weitere Information beispielsweise
die Teilnehmernummer verlangen.
[0010] Falls beispielsweise als Bezeichner eine Firma vorgesehen ist, wird der Benutzer
am Empfangsschalter der Firma vorangemeldet und kann so höflicher und prompter bedient
werden. Weitere Anwendungsbeispiele sind Spitäler oder Hotels, bei denen unterschiedlichste
Fahraufträge von laufend neuen Benutzern auszuführen sind. Operationssäle oder VIP
Logen können aufgrund der Bezeichner gegenüber sich auf dem gleichen Stockwerk befindlichen
Zimmern mit Vorzug bedient werden. Die Aufzugsbenutzer brauchen keine Kenntnisse der
oftmals komplexen Gebäudeorganisation. Mit den sich leicht merkbaren Bezeichnern finden
sich auch gebäudeunkundige Benutzer leicht zurecht.
[0011] Die reale Ortsangabe ermittelt die Steuerung 2 mittels der Tabelle 3, in der beispielsweise
dem Bezeichner "Konferenzraum" die reale Ortsangabe Stockwerk 23 zugeordnet ist. Die
Steuerung 2 teilt das gewünschte Stockwerk der Aufzugskabine mit den besten Fahrbedingungen
zu und informiert den Benutzer wie in Fig. 3 gezeigt auf dem Touchscreen 1. Die Information
umfasst die Bezeichnung des Transportmittels, im vorliegenden Fall die Aufzugskabine
D, und einen Hinweis auf den Einsteigeort, im vorliegenden Fall einen Richtungspfeil
nach rechts. Weiter umfasst die Information bei mehrtürigen Aufzugskabinen die Türseite
oder bei Transportsystemen mit horizontalem und/oder vertikalem Transport die Koordinaten
des Einsteigeortes. Die Koordinaten von Einsteigeort und/oder Aussteigeort können
allgemein verwendet werden. Bei Transportsystemen, bei denen eine Haltestelle von
mehr als einem Fahrzeug bedient wird, kann die Information auch eine Fahrzeugbezeichnung
umfassen.
[0012] Während der Fahrt werden die angefahrenen Fahrziele angezeigt, wobei die realen Ortsangaben
und/oder die Bezeichner verwendet werden.
[0013] Je nach Gebäudenutzung kann die Tabelle 3 zeitlich verändert werden. Wenn beispielsweise
ein Raum tagsüber als Konferenzraum und abends als Balletsaal genutzt wird, wird der
entsprechende Bezeichner an die Nutzung des Raumes angepasst. Die Auswahl von Fahrzielen
kann auch vom jeweiligen Zusteigeort bzw. Stockwerk abhängig sein oder je Zusteigeort
eine angepasste, bzw. eingeschränkte Tabelle vorgesehen sein. Die Tabelle kann auch
von der momentanen Position des Benutzers oder zu transportierenden Gütern abhängig
sein.
[0014] Andere, leicht merkbare und in Beziehung zum Fahrziel stehende Bezeichner wie beispielsweise
Namen, Telefonnummern, Kuschelworte für Kindergärten, Bilder, Symbole, Piktogramme,
Referenznummern, Zeichen, etc. sind auch möglich.
[0015] Zur Umsetzung der Bezeichner kann anstelle der Tabelle 3 in einem Netzwerk nach einer
Informationsquelle gesucht werden, welche dem Bezeichner eine reale Ortsangabe zuordnen.
[0016] Die Nutzung des Transportmittels kann von einer Bestätigung des gewählten Fahrziels
abhängig gemacht werden. Die Bestätigung kann für jeden Benutzer individuell erteilt
werden. Dazu können Kommunikationsmittel wie Telefon, Bildtelefon, e-mail, etc. verwendet
werden.
1. Verfahren zur Kommunikation mit einem Transportsystem, bei dem zur Eingabe von Fahrzielen
und zur Information des Benutzers mindestens eine Mensch-Maschine-Schnittstelle (1)
vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Eingabe der Fahrziele und/oder zur Information des Benutzers anstelle von
realen Ortsangaben Bezeichner verwendet werden, die die gewünschten Fahrziele in einer
leicht merkbaren Form darstellen und die in Beziehung mit den Fahrzielen stehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die realen Ortsangaben und die den Ortsangaben zugeordneten Bezeichner in einer
Informationsquelle (3) abgelegt sind, auf die eine Steuerung (2) des Transportsystems
Zugriff hat.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bezeichner und deren Zuordnung zu den Ortsangaben zeitlich veränderbar sind.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Benutzer aufgrund ihrer mittels Bezeichnern gewählten Fahrziele charakterisiert
werden, wobei die Art der Ausführung der Fahrwünsche an die Charakterisierung anpassbar
ist.