[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Walze, insbesondere zum Glätten von Papierbahnen,
mit einen insbesondere aus Metall bestehenden harte Walzenkern, der an seiner Außenseite
mit einer elastischen Bezugsschicht versehen ist, die aus einem elastischen Matrixmaterial
und in das Matrixmaterial eingebetteten Fasern besteht. Weiterhin ist die Erfindung
auf ein Verfahren zum Herstellen einer solchen Walze gerichtet.
[0002] Elastische Walzen dieser Art werden beispielsweise bei der Satinage von Papierbahnen
verwendet. Dabei bildet jeweils eine elastische Walze zusammen mit einer harten Walze
einen Preßspalt, durch den die zu bearbeitende Papierbahn hindurchgeführt wird. Während
die harte Walze eine beispielsweise aus Stahl oder Hartguß bestehende sehr glatte
Oberfläche besitzt und für die Glättung der ihr zugewandten Seite der Papierbahn zuständig
ist, bewirkt die auf die gegenüberliegende Seite der Papierbahn einwirkende elastische
Walze eine Vergleichmäßigung und Verdichtung der Papierbahn im Preßnip. Durch die
Elastizität dieser zweiten Walze wird somit eine zu starke Verdichtung der Papierbahn
verhindert, die zu einem speckigen Aussehen der Papierbahn führen würde. Die Größenordnung
der Walzen liegt bei Längen von 6 bis 12 m bzw. Durchmessern von 800 bis 1500 mm.
Sie halten Linienkräften bis zu 600 N/mm und Druckspannungen bis 50 N/mm
2 stand.
[0003] Da die Tendenz bei der Papierherstellung dahin geht, daß die Satinage im Online-Betrieb
erfolgt, d.h. daß die die Papiermaschine oder Streichmaschine verlassende Papierbahn
unmittelbar durch die Papierglättvorrichtung (Kalander) geführt wird, werden an die
Walzen der Glättvorrichtung insbesondere bezüglich der Temperaturbeständigkeit höhere
Anforderungen als bisher gestellt. Durch die im Online-Betrieb erforderlichen hohen
Transportgeschwindigkeiten der Papierbahn und die damit verbundenen hohen Rotationsgeschwindigkeiten
der Kalanderwalzen wird deren Biegewechselfrequenz erhöht, was wiederum zu erhöhten
Walzentemperaturen führt. Diese im Online-Betrieb entstehenden hohen Temperaturen
führen zu Problemen, die bei bekannten elastischen Walzen bis zur Zerstörung des Kunststoffbelages
führen können. Zum einen sind bei bekannten Kunststoffbelägen maximale Temperaturdifferenzen
von ca. 20°C über die Breite der Walze zulässig und zum anderen besitzen die für die
Beschichtung üblicherweise verwendeten Kunststoffe einen wesentlich höheren Temperaturausdehnungskoeffizienten
als die üblicherweise verwendeten Stahlwalzen bzw. Hartgußwalzen, so daß durch eine
Temperaturerhöhung hohe axiale Spannungen zwischen der Stahlwalze bzw. Hartgußwalze
und der mit ihr verbundenen Kunststoffbeschichtung auftreten.
[0004] Durch diese hohen Spannungen verbunden mit insbesondere punktuell auftretenden Erhitzungsstellen
innerhalb der Kunststoffbeschichtung können sogenannte Hot-Spots auftreten, an denen
ein Ablösen oder sogar ein Aufplatzen der Kunststoffschicht erfolgt.
[0005] Diese Hot-Spots treten insbesondere dann auf, wenn zusätzlich zu den mechanischen
Spannungen und der relativ hohen Temperatur Kristallisierungspunkte in Form von beispielsweise
fehlerhaften Klebungen, Ablagerungen oder überdurchschnittliche Einbuchtungen des
elastischen Belages, beispielsweise durch Falten oder Fremdkörper an der Papierbahn,
vorhanden sind. In diesen Fällen kann die Temperatur an diesen Kristallisierungspunkten
von üblichen 80°C bis 90°C bis auf über 150°C steigen, wodurch die erwähnte Zerstörung
der Kunststoffschicht erfolgt.
[0006] Aus der
WO 98/54405 ist eine Walze mit einem harten Walzenkern bekannt, der an seiner Außenseite mit
einer elastischen Bezugsschicht versehen ist. Die elastische Bezugsschicht besteht
dabei aus einer Vielzahl von Schichten, wobei jeweils abwechselnd eine unverstärkte
Schicht auf eine mit Fasern verstärkte Schicht folgt.
[0007] Aus der
US 4,466,164 ist eine Walze bekannt, bei der die elastische Bezugsschicht aus einer radial innen
liegenden, mit Fasern verstärkten Schicht und einer radial außen liegenden, unverstärkten
elastischen Schicht besteht. Auch in der
US 3,490,119 ist eine Walze mit einem solchen Aufbau der Bezugsschicht beschrieben.
[0008] In der
DE 197 36 575 A ist eine Walze beschrieben, bei der die Bezugsschicht aus einer Vielzahl unterschiedlicher,
mit Fasern verstärkten Schichten besteht, wobei die aufeinander folgenden, einzelnen
Faserlagen jeweils unterschiedliche Winkel mit der Längsachse des Walzenkörpers einschließen.
[0009] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer
elastischen Walze der eingangs genannten Art sowie eine entsprechende Walze anzugeben,
bei der die Gefahr des Auftretens von Hot-Spots bei zumindest gleichbleibenden mechanischen
Eigenschaften verringert wird.
[0010] Der die Walze betreffende Teil der Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale
des Anspruchs 1 gelöst. Ein entsprechendes erfindungsgemäßes Verfahren ist im Anspruch
4 angegeben.
[0011] Durch die Variierung des Fasergehalts der Bezugsschicht radial von innen nach außen
wird erreicht, daß die Bezugsschicht einen Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzt,
der entsprechend dem Fasergehalt ebenfalls in radialer Richtung von innen nach außen
unterschiedlich ist. Da üblicherweise das Matrixmaterial einen deutlich höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten
hat als das verwendete Fasermaterial, ist somit der jeweils resultierende Wärmeausdehnungskoeffizient
des mit Fasern durchsetzten Matrixmaterials sowohl von dem Wärmeausdehnungskoeffizienten
des Matrixmaterials als auch dem der Fasern abhängig. Je mehr Fasern in dem Matrixmaterial
eingebettet sind, desto mehr gleicht sich der resultierende Wärmeausdehnungskoeffizient
dem Wärmeausdehnungskoeffizienten der verwendeten Fasern an.
[0012] Auf diese Weise ist es möglich, den Wärmeausdehnungskoeffizienten des radial innenliegenden
Bereichs der Bezugsschicht durch einen relativ hohen Fasergehalt so einzustellen,
daß er im wesentlichen gleich ist oder in der gleichen Größenordnung liegt wie der
Wärmeausdehnungskoeffizient des Walzenkerns. Bei einer Erwärmung der Walze im Betrieb
dehnen sich somit die radial innengelegenen Bereiche der Bezugsschicht um im wesentlichen
den gleichen Wert aus, wie der Walzenkern, so daß hohe axiale Längsspannungen zwischen
dem Walzenkern und der Bezugsschicht vermieden werden.
[0013] Da ein hoher Fasergehalt auch die Steifigkeit der Bezugsschicht deutlich erhöht,
muß in den radial außengelegenen Bereichen der Bezugsschicht der Fasergehalt niedriger
gewählt werden, da andernfalls die Oberfläche der Walze zu hart ist und für die Santinage
nicht geeignet wäre. Durch einen insbesondere im wesentlichen kontinuierlich radial
nach außen abnehmenden Fasergehalt innerhalb der Bezugsschicht wird erreicht, daß
bei einer Erhitzung der Walze die innerhalb der Bezugsschicht auftretenden Längsspannungen,
die aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnung der verschiedenen Bereiche der
Bezugsschicht entstehen, an keiner Stelle so groß werden, daß eine Ablösung oder Zerstörung
der Bezugsschicht entsteht.
[0014] Nach einer vorteilhaften Ausführungform der Erfindung ist im radial außengelegenen
Bereich der Bezugsschicht der Fasergehalt im wesentlichen gleich Null. Dadurch wird
erreicht, daß die Oberfläche der Walze möglichst elastisch ist und nach einem entsprechenden
Abschleifvorgang eine sehr glatte Oberfläche besitzt, da die in der Bezugsschicht
vorhandenen Fasern nicht bis an die Oberfläche der Bezugsschicht reichen. Weiterhin
ist auf diese Weise gewährleistet, daß die Oberfläche der Walze nach einer gewissen
Laufzeit nachgeschliffen werden kann, ohne daß die in dem Matrixmaterial vorhanden
Fasern nach dem Schleifvorgang an der Oberfläche der Bezugsschicht aus dieser austreten
und dadurch die Glätte der Oberfläche verringern würden.
[0015] Durch eine geeignete Wahl des Fasergehaltsverlaufs kann auch die Nipbreite wie erforderlich
eingestellt werden. Da bei einer Walze mit einem sehr elastischen Belag die harte
Gegenwalze sich stärker in den weichen Belag der elastischen Walze eindrückt, wird
die Breite des Nips in Laufrichtung der Papierbahn um so größer, je elastischer die
Außenseite der Bezugsschicht der elastischen Walze ist. Somit kann durch die Einstellung
eines bestimmten Fasergehaltverlaufes und insbesondere eines bestimmten Fasergehaltes
an der Oberfläche der Bezugsschicht eine gewünschte Nipbreite erzeugt werden.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben. Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben; in dieser zeigt:
- Fig. 1
- einen Teillängsschnitt durch eine erfindungsgemäß ausgebildete Walze mit elastischer
Bezugsschicht.
[0017] Fig. 1 zeigt einen Teil eines in Längsrichtung geschnittenen, beispielsweise aus
Stahl bestehenden Walzenkerns 1, der an seiner Außenseite mit einer ebenfalls geschnitten
dargestellten elastischen Bezugsschicht 2 versehen ist.
[0018] Die Bezugsschicht 2 besteht aus einem elastischen Matrixmaterial 3, insbesondere
einer Harz/Härter-Kombination, in die eine Vielzahl von Fasern 4 eingebettet sind.
Bei den Fasern 4 kann es sich dabei beispielsweise um Kohlefasern oder um Glasfasern
oder um eine Mischung aus Kohle- und Glasfasern handeln.
[0019] Durch die Fasern 4 wird zum einen die Steifigkeit der Bezugsschicht 2 gegenüber einer
aus reinem Kunststoff bestehenden Bezugsschicht erhöht und gleichzeitig, insbesondere
bei Verwendung von Kohlefasern, die Wärmeleitfähigkeit verbessert.
[0020] Der Fig. 1 ist weiterhin zu entnehmen, daß der Fasergehalt im radial innengelegenen
Bereich 5 der Bezugsschicht 2 deutlich höher ist als in deren radial außengelegenem
Bereich 6. Dadurch wird erreicht, daß die Bezugsschicht 2 in ihrem radial außengelegenen
Bereich 6 elastischer ist als in ihrem radial innengelegenen Bereich 5, so daß beispielsweise
beim Zusammenwirken der elastischen Walze mit einer harten Walze sich diese harte
Walze relativ weit in die elastische Außenfläche der Bezugsschicht 2 einpreßt, wodurch
ein in Umfangsrichtung langer Preßspalt entsteht.
[0021] Weiterhin wird durch die Fasern 4 auch der Wärmeausdehnungskoeffizient der Bezugsschicht
2 wesentlich mitbestimmt. Da der metallische Walzenkern 1 üblicherweise einen deutlich
geringeren Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzt als das Matrixmaterial 3, dehnt sich
das Matrixmaterial 3 bei eine entsprechenden Erwärmung in axialer Richtung deutlich
mehr aus als der Walzenkern 1. Durch die Hinzugabe der Fasern 4, deren Wärmeausdehnungskoeffizient
in der Größenordnung des Wärmeausdehnungskoeffizienten des Walzenkerns 1 liegt, wird
erreicht, daß im Bereich 5 der Bezugsschicht 2, der einen hohen Fasergehalt besitzt,
der resultierende Wärmeausdehnungskoeffizient ähnlich dem des Walzenkerns 1 ist. Dadurch
dehnt sich bei einer entsprechenden Erwärmung der Bereich 5 in axialer Richtung um
einen ähnlichen Wert aus, wie der Walzenkern 1, so daß axial auftretende Längsspannungen
weitgehend vermieden werden.
[0022] Durch den im wesentlich kontinuierlich radial nach außen abnehmenden Fasergehalt
innerhalb der Bezugsschicht 2 ist gewährleistet, daß auch innerhalb der Bezugsschicht
2 die bei einer Erwärmung auftretenden Längsspannungen im Verlauf radial nach außen
jeweils nur geringe Werte besitzen, die durch die Elastizität des Matrixmaterial 3
aufgenommen werden können.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Walzenkern
- 2
- elastische Bezugsschicht
- 3
- Matrixmaterial
- 4
- Fasern
- 5
- innenliegender Bereich der Bezugsschicht
- 6
- außenliegender Bereich der Bezugsschicht
- 7
- Faserlagen
1. Walze, insbesondere zum Glätten von Papierbahnen, mit einem insbesondere aus Metall
bestehenden harten Walzenkern (1), der an seiner Außenseite mit einer elastischen
Bezugsschicht (2) versehen ist, die aus einem elastischen Matrixmaterial (3, 3') und
in das Matrixmaterial (3, 3') eingebetteten Fasern (4) besteht,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Fasergehalt der Bezugsschicht (2) radial von innen nach außen kontinuierlich
abnimmt.
2. Walze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet ,
daß im radial außen gelegenen Bereich (6) der Bezugsschicht (2) der Fasergehalt im wesentlichen
gleich Null ist.
3. Walze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fasern (4) als Glas- und/oder als Kohlefasern ausgebildet sind und/oder daß das
Matrixmaterial (3) ein Kunststoff, insbesondere ein Duroplast oder ein Thermoplast
ist und/oder daß das Matrixmaterial (3) aus einer Harz/Härter-Kombination besteht.
4. Verfahren zum Herstellen einer elastischen Walze mit einem insbesondere aus Metall
bestehenden harten Walzenkern und einer elastischen Bezugsschicht, die aus einem elastischen
Matrixmaterial und darin eingebetteten Fasern besteht, insbesondere zum Herstellen
einer Walze nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass der Fasergehalt der Bezugsschicht in radialer Richtung von innen nach außen kontinuierlich
verringert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Fasern Glas- und/oder Kohlefasern verwendet werden.
1. A roll, in particular for smoothing paper webs, having a hard roll core (1) which
consists in particular of metal and which is provided on its outer side with a resilient
covering layer (2), which consists of a resilient matrix material (3, 3') and of fibres
(4) embedded in the matrix material (3, 3'), characterized in that the fibre content of the covering layer (2) decreases continuously radially from
the inside to the outside.
2. A roll in accordance with claim 1, characterized in that the fibre content is essentially zero in the radially outwardly disposed region (6)
of the covering layer (2).
3. A roll in accordance with any one of the preceding claims, characterized in that the fibres (4) are formed as glass and/or as carbon fibres; and/or in that the matrix material (3) is a plastic, in particular a thermosetting plastic or a
thermoplastic; and/or in that the matrix material (3) consists of a resin/hardener combination.
4. A method for producing a resilient roll having a hard roll core consisting in particular
of metal and a resilient covering layer, which consists of a resilient matrix material
and of fibres embedded therein, in particular for producing a roll in accordance with
any one of the preceding claims, characterized in that the fibre content of the covering layer is decreased continuously in a radial direction
from the inside to the outside.
5. A method in accordance with claim 4, characterized in that the fibres used are glass and/or carbon fibres.
1. Rouleau destiné notamment au lissage de bandes de papier, comportant un noyau de rouleau
dur (1) constitué notamment de métal, dont la face extérieure est pourvue d'une couche
de revêtement élastique (2), qui est constituée d'un matériau de matrice élastique
(3, 3') et de fibres (4) enrobées dans le matériau de matrice (3, 3'),
caractérisé en ce que
la teneur en fibres de la couche de revêtement (2) diminue radialement en continu
de l'intérieur vers l'extérieur.
2. Rouleau selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
dans la zone (6) située radialement à l'extérieur de la couche de revêtement (2),
la teneur en fibres est sensiblement égale à zéro.
3. Rouleau selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les fibres (4) sont des fibres de verre et/ou de carbone, et/ou en ce que le matériau de matrice (3) est une matière plastique, notamment une résine thermodurcissable
ou une matière thermoplastique, et/ou en ce que le matériau de matrice (3) est constitué d'une combinaison de résine et de durcisseur.
4. Procédé destiné à la fabrication d'un rouleau élastique, comportant un noyau de rouleau
dur constitué notamment de métal, et une couche de revêtement élastique qui est constituée
d'un matériau de matrice élastique et de fibres enrobées dans celui-ci, notamment
à la fabrication d'un rouleau selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la teneur en fibres de la couche de revêtement diminue dans la direction radiale en
continu de l'intérieur vers l'extérieur.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
des fibres de verre et/ou de carbone sont utilisées en tant que fibres.