(19)
(11) EP 1 044 812 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.10.2000  Patentblatt  2000/42

(21) Anmeldenummer: 00105721.5

(22) Anmeldetag:  17.03.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B41F 21/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 20.03.1999 DE 19912709

(71) Anmelder: Koenig & Bauer Aktiengesellschaft
97080 Würzburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Koch, Michael
    01462 Cossebaude (DE)
  • Franke, Andrea
    01445 Radebeul (DE)
  • Patzelt, Peter
    01445 Radebeul (DE)
  • Müller, Dietmar
    01640 Coswig (DE)

   


(54) Übergabetrommel mit schwenkbaren Trommelkappen


(57) Die Erfindung betrifft eine Übergabetrommel mit schwenkbaren Trommelkappen zwischen Druckwerken oder nach Lackierwerken von Bogendruckmaschinen.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer flexibel einsetzbaren Übergabetrommel, die mit geringem Umstellaufwand eine für jede zu verarbeitende Materialstärke optimale abschmierfreie Führung von bedruckten oder lackierten Bögen gewährleistet.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Trommelkappe (3) Luftaustrittsöffnungen für den Aufbau eines Luftpolsters zwischen der Trommelkappe (3) und einem zu transportierenden Bogen aufweist, die Übergabetrommel (18) im Trommelinnnenraum durch ein Luftversorgungssystem (15) mit Luftüberdruck beaufschlagbar, der Trommelkappe (3) in Bogenlaufrichtung gesehen im Bereich der Trommelkappen-hinterkante (11) eine den Trommelinnenraum nach außen abschließende Klappe (4) zugeordnet und die Klappe (4) mit dem anderen Ende gelenkig mit der Übergabetrommel (18) verbunden ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Übergabetrommel mit schwenkbaren Trommelkappen zwischen Druckwerken oder nach Lackierwerken von Bogendruckmaschinen.

[0002] Bogenübergabetrommeln von Druckmaschinen müssen so beschaffen sein, dass ein Abschmieren der bedruckten oder lackierten Flächen des Bogens am Trommelmantel vermieden wird. Da sich einerseits die zu transportierenden Bögen in Abhängigkeit von ihrer Biegesteifigkeit beim Transport unterschiedlich verhalten und andererseits je nach vorhergehenden Druckstufen unterschiedliche Bogenführungsmittel bevorzugt werden, wurden verschiedene Bogenführungsvarianten an Übergabetrommeln entwickelt die jeweils nur für bestimmte Materialsorten und Druckvarianten optimal geeignet sind.
Um das Abschmieren von Papierbögen an der Übergabetrommel zu verhindern, wird beispielsweise mit Hilfe von Blasluft, die durch Luftaustrittsöffnungen im Trommelmantel strömt, ein Luftpolster auf der Trommeloberfläche aufgebaut (DE 4 434 778).
Beim Transport von Kartonbögen ist diese Lösung jedoch mit intensivem Einsatz von Blasluft und damit hohen Betriebskosten verbunden und für dickere Kartonsorten nicht mehr geeignet.
Insbesondere für die abschmierfreie Führung biegesteifer Kartonbögen sind deshalb zur Schaffung der benötigten Freiräume für den Bogen anstelle eines zylindrischen Trommelmantels sekantenartig angeordnete Bogenleitbleche aus der EP 230 032 bekannt. Die darin beschriebene Übergabetrommel kann auf die Verarbeitung von Papier umgerüstet werden, indem zusätzliche Bogentragelemente in den Trommelmantel eingefügt werden. Nachteilig wirkt sich dabei aus, dass der Umrüstaufwand infolge manueller Montagearbeiten recht hoch ist und die für den Papiertransport modifizierte Trommel durch das Fehlen eines äußeren Luftpolsters nicht die für jeden Anwendungsfall ausreichende Sicherheit gegen Abschmieren bietet.

[0003] In der DE 3 536 442 wird ein Bogenführungszylinder für ein breites Spektrum von Papiersorten beschrieben, auf dessen Umfang schwenkbare Kappensegmente angeordnet sind, aus denen Blasluft radial austritt und die durch zwischen den Segmenten befindliche Staubleche gegeneinander abgedichtet sind. Von Nachteil sind bei dieser Konstruktion der hohe konstruktive Aufwand, die zusätzlich notwendige manuelle Verstellung des abschließenden Staubleches über ein Schneckengetriebe und die vielen Einstellparameter für den Bediener.

[0004] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine flexibel einsetzbare Übergabetrommel zu schaffen, die mit geringem Umstellaufwand eine für jede zu verarbeitende Materialstärke optimale abschmierfreie Führung von bedruckten oder lackierten Bögen gewährleistet

[0005] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruches gelöst.

[0006] Die beweglichen Klappen zwischen den Hinterkanten radial schwenkbarer Trommelkappen und dem Trommelkörper schließen den Trommelinnenraum nach außen ab und ermöglichen dadurch die Erzeugung eines Überdruckes im Trommelinneren durch ein geeignetes Luftversorgungssystem. Über Luftaustrittsöffnungen in den Trommelkappen entsteht dann das für die abschmierfreie Bogenführung von bedrucktem oder lackiertem Papier gewünschte äußere Luftpolster.
Für den Transport von Kartonbögen werden die Trommelkappen zusammen mit den erfindungsgemäßen Klappen nach innen eingeschwenkt. In den dadurch geschaffenen Freiräumen können sich biegesteife Bögen entspannen, ohne dass die bedruckte oder lackierte Fläche beschädigt wird.
Damit kann dieselbe Übergabetrommel bei nach außen geschwenkten Trommelkappen mit Luftpolster vorzugsweise für den Transfer von Papier und mit nach innen geschwenkten Trommelkappen ohne Luftpolster vorzugsweise für biegesteifen Karton eingesetzt werden.

[0007] Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 3 näher erläutert. Es zeigen :
Fig. 1 :
einen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Übergabetrommel
Fig. 2 :
einen Teil einer Druckmaschine mit einer Übergabetrommel zwischen den Druckwerken
Fig. 3 :
einen Teil einer Druckmaschine mit drei Übergabetrommeln zwischen den Druck werken


[0008] Die erfindungsgemäße Übergabetrommel kann im Einzelnen wie in Fig. 1 dargestellt aussehen.
An einem drehbaren Trommelkörper 10 sind Seitenteile 1 befestigt, die jeweils auf ihrer Innenseite einen am Umfang verlaufenden Anschlag 2 für zwei schwenkbare Trommelkappen 3 aufweisen, der gleichzeitig die Abdichtung zwischen Trommelkappen 3 und Seitenteilen 1 übernimmt.
Die Trommelkappen 3 besitzen Luftaustrittsöffnungen und sind jeweils an ihren in Bogenlaufrichtung gesehen vorderen Kanten drehbar an diametral gegenüberliegenden Trommelkappengelenken 14 am Trommelkörper 10 gelagert und werden mit Hilfe zweier Pneumatikzylinder 8 entweder in eine ausgeschwenkte äußere Position 3a (Volllinien) oder eine eingeschwenkte innere Position 3b (Strichpunktlinien) bewegt. Die Pneumatikzylinder 8 sind dazu unterhalb der Greiferbrücken 9 am Trommelkörper 10 befestigt und greifen mit den Kolbenstangenköpfen in entsprechende Gelenke 16 auf den jeweiligen Trommelkappenunterseiten ein.
An den Hinterkanten 11 der Trommelkappen 3 befinden sich die erfindungsgemäßen Klappen 4. Sie sind über seitlich angebrachte Rollen 6 in Führungsbahnen 7 an den Trommelkappenunterseiten tangential verschiebbar gelagert und über ein Scharnierband 5 mit Blechen 12 verbunden, die im Bereich der Greiferbrücken 9 am Trommelkörper 10 angesetzt sind.
Für den Transport von Papierbögen werden die zwei Trommelkappen 3 in die äußere Position 3a ausgeschwenkt. Die Seitenteile 1 der Übergabetrommel, die schwenkbaren Trommelkappen 3, die Klappen 4 und die Bleche 12 bilden in dieser Position zwei nach außen geschlossene Trommelinnenräume, die durch geeignete Luftversorgungssysteme 15 mit Luftüberdruck beaufschlagt werden können. Diesen Zweck erfüllen z.B. in den Seitenteilen 1 eingebaute, in Fig. 1 nur angedeutete Ventilatoren. Durch die Seitenteile 1 wird Blasluft ins Trommelinnere geleitet und über Luftaustrittsöffnungen in den Trommelkappen 3 das äußere Luftpolster aufgebaut.
Zur Verringerung unerwünschter Druckverluste befinden sich an den nach innen abgewinkelten Kappenhinterkanten 11 Dichtungsprofile 13, an denen die Klappen 4 in ausgeschwenkter Position 4a anliegen.
Vorzugsweise für den Transport biegesteifer Kartonbögen werden die Trommelkappen 3 pneumatisch nach innen bis an die Bleche 12 geschwenkt (3b) und vergrößem dadurch den zur Entspannung des Bogens benötigten Freiraum zwischen Bogen und Trommelkappe 3.

[0009] Dabei werden die beweglichen Klappen 4 am Scharnierband 5 zwangsläufig miteingeschwenkt und unter die jeweils korrespondierenden Trommelkappen 3 geschoben (4b). In dieser Trommelkappenposition bleiben die Ventilatoren 15 abgeschaltet.
Die Figuren 2 und 3 zeigen zwei Einsatzvarianten für die beschriebene Übergabetrommel18. Der Bogentransport zwischen jeweils zwei Druckwerken 17 oder auch zwischen Lack- und Trockenwerken innerhalb von bogenverarbeitenden Offsetdruckmaschinen in Reihenbauweise erfolgt durch eine oder drei Übergabetrommeln 18, wobei jeweils mindestens eine Übergabetrommel 18 erfindungsgemäß gestaltet ist

Bezugszeichen



[0010] 
1
Seitenteil der Übergabetrommel
2
äußerer Trommelkappenanschlag
3
Trommelkappe
3a
Trommelkappe in nach außen geschwenkter Position
3b
Trommelkappe in nach innen geschwenkter Position
4
Klappe
4a
Klappe in nach außen geschwenkter Position
4b
Klappe in nach innen geschwenkter Position
5
Schamierband
6
Rolle
7
Klappenführung
8
pneumatischer Arbeitszylinder
9
Greiferbrücke
10
Trommelkörper
11
Hinterkante der Trommelkappe
12
Befestigungsblech für Trommelklappe
13
Dichtungselement
14
Trommelkappengelenk
15
Luftversorgungssystem, z.B. Ventilator
16
Gelenk
17
Druckwerk
18
Übergabetrommel



Ansprüche

1. Übergabetrommel (18) zwischen Druckwerken (17) oder nach Lackierwerken von Bogendruckmaschinen mit schwenkbaren Trommelkappen (3), wobei

• die Trommelkappe (3) Luftaustrittsöffnungen für den Aufbau eines Luftpolsters zwischen der Trommelkappe (3) und einem zu transportierenden Bogen aufweist,

• die Übergabetrommel (18) im Trommelinnnenraum durch ein Luftversorgungssystem (15) mit Luftüberdruck beaufschlagbar ist,

• der Trommelkappe (3) in Bogenlaufrichtung gesehen im Bereich der Trommelkappen-hinterkante (11) eine den Trommelinnenraum nach außen abschließende Klappe (4) zugeordnet ist,

• die Klappe (4) mit dem anderen Ende gelenkig mit der Übergabetrommel (18) verbunden ist.


 
2. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1, wobei die Klappe (4) unterhalb der Trommelkappe (3) in einer Führung (7) verschieb- und schwenkbar angeordnet ist,
 
3. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1und 2, wobei die Klappe (4) über Rollen (6) der Führung (7) zugeordnet ist.
 
4. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei die Klappe (4) über ein Schamierband (5) mit einem am Trommelkörper (10) fest angeordneten Blech (12) verbunden ist.
 
5. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1, bei der sich an der Unterseite der Trommelkappenhinterkante (11) ein Dichtungsprofil (13) befindet.
 
6. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei das Luftversorgungssystem (15) aus fest in den Seitenteilen (1) integrierten Ventilatoren (15) besteht.
 
7. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei die Trommelkappe (3) im vorderen Bereich über ein Trommelkappengelenk (14) mit der Übergabetrommel (18) verbunden ist.
 
8. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei die Trommelkappe (3) durch einen fest am Trommelkörper (10) angeordneten Arbeitszylinder (8) schwenkbar ist.
 
9. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1 und 5, wobei das Dichtungsprofil (13) in der ausgeschwenkten Position der Trommelkappe (3a) der Klappe (4) und in der eingeschwenkten Position (3b) dem Blech (12) zugeordnet ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht