[0001] Die Erfindung betrifft eine Übergabetrommel mit schwenkbaren Trommelkappen zwischen
Druckwerken oder nach Lackierwerken von Bogendruckmaschinen.
[0002] Bogenübergabetrommeln von Druckmaschinen müssen so beschaffen sein, dass ein Abschmieren
der bedruckten oder lackierten Flächen des Bogens am Trommelmantel vermieden wird.
Da sich einerseits die zu transportierenden Bögen in Abhängigkeit von ihrer Biegesteifigkeit
beim Transport unterschiedlich verhalten und andererseits je nach vorhergehenden Druckstufen
unterschiedliche Bogenführungsmittel bevorzugt werden, wurden verschiedene Bogenführungsvarianten
an Übergabetrommeln entwickelt die jeweils nur für bestimmte Materialsorten und Druckvarianten
optimal geeignet sind.
Um das Abschmieren von Papierbögen an der Übergabetrommel zu verhindern, wird beispielsweise
mit Hilfe von Blasluft, die durch Luftaustrittsöffnungen im Trommelmantel strömt,
ein Luftpolster auf der Trommeloberfläche aufgebaut (DE 4 434 778).
Beim Transport von Kartonbögen ist diese Lösung jedoch mit intensivem Einsatz von
Blasluft und damit hohen Betriebskosten verbunden und für dickere Kartonsorten nicht
mehr geeignet.
Insbesondere für die abschmierfreie Führung biegesteifer Kartonbögen sind deshalb
zur Schaffung der benötigten Freiräume für den Bogen anstelle eines zylindrischen
Trommelmantels sekantenartig angeordnete Bogenleitbleche aus der EP 230 032 bekannt.
Die darin beschriebene Übergabetrommel kann auf die Verarbeitung von Papier umgerüstet
werden, indem zusätzliche Bogentragelemente in den Trommelmantel eingefügt werden.
Nachteilig wirkt sich dabei aus, dass der Umrüstaufwand infolge manueller Montagearbeiten
recht hoch ist und die für den Papiertransport modifizierte Trommel durch das Fehlen
eines äußeren Luftpolsters nicht die für jeden Anwendungsfall ausreichende Sicherheit
gegen Abschmieren bietet.
[0003] In der DE 3 536 442 wird ein Bogenführungszylinder für ein breites Spektrum von Papiersorten
beschrieben, auf dessen Umfang schwenkbare Kappensegmente angeordnet sind, aus denen
Blasluft radial austritt und die durch zwischen den Segmenten befindliche Staubleche
gegeneinander abgedichtet sind. Von Nachteil sind bei dieser Konstruktion der hohe
konstruktive Aufwand, die zusätzlich notwendige manuelle Verstellung des abschließenden
Staubleches über ein Schneckengetriebe und die vielen Einstellparameter für den Bediener.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine flexibel einsetzbare Übergabetrommel zu
schaffen, die mit geringem Umstellaufwand eine für jede zu verarbeitende Materialstärke
optimale abschmierfreie Führung von bedruckten oder lackierten Bögen gewährleistet
[0005] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruches gelöst.
[0006] Die beweglichen Klappen zwischen den Hinterkanten radial schwenkbarer Trommelkappen
und dem Trommelkörper schließen den Trommelinnenraum nach außen ab und ermöglichen
dadurch die Erzeugung eines Überdruckes im Trommelinneren durch ein geeignetes Luftversorgungssystem.
Über Luftaustrittsöffnungen in den Trommelkappen entsteht dann das für die abschmierfreie
Bogenführung von bedrucktem oder lackiertem Papier gewünschte äußere Luftpolster.
Für den Transport von Kartonbögen werden die Trommelkappen zusammen mit den erfindungsgemäßen
Klappen nach innen eingeschwenkt. In den dadurch geschaffenen Freiräumen können sich
biegesteife Bögen entspannen, ohne dass die bedruckte oder lackierte Fläche beschädigt
wird.
Damit kann dieselbe Übergabetrommel bei nach außen geschwenkten Trommelkappen mit
Luftpolster vorzugsweise für den Transfer von Papier und mit nach innen geschwenkten
Trommelkappen ohne Luftpolster vorzugsweise für biegesteifen Karton eingesetzt werden.
[0007] Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 3 näher erläutert. Es zeigen :
- Fig. 1 :
- einen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Übergabetrommel
- Fig. 2 :
- einen Teil einer Druckmaschine mit einer Übergabetrommel zwischen den Druckwerken
- Fig. 3 :
- einen Teil einer Druckmaschine mit drei Übergabetrommeln zwischen den Druck werken
[0008] Die erfindungsgemäße Übergabetrommel kann im Einzelnen wie in Fig. 1 dargestellt
aussehen.
An einem drehbaren Trommelkörper 10 sind Seitenteile 1 befestigt, die jeweils auf
ihrer Innenseite einen am Umfang verlaufenden Anschlag 2 für zwei schwenkbare Trommelkappen
3 aufweisen, der gleichzeitig die Abdichtung zwischen Trommelkappen 3 und Seitenteilen
1 übernimmt.
Die Trommelkappen 3 besitzen Luftaustrittsöffnungen und sind jeweils an ihren in Bogenlaufrichtung
gesehen vorderen Kanten drehbar an diametral gegenüberliegenden Trommelkappengelenken
14 am Trommelkörper 10 gelagert und werden mit Hilfe zweier Pneumatikzylinder 8 entweder
in eine ausgeschwenkte äußere Position 3a (Volllinien) oder eine eingeschwenkte innere
Position 3b (Strichpunktlinien) bewegt. Die Pneumatikzylinder 8 sind dazu unterhalb
der Greiferbrücken 9 am Trommelkörper 10 befestigt und greifen mit den Kolbenstangenköpfen
in entsprechende Gelenke 16 auf den jeweiligen Trommelkappenunterseiten ein.
An den Hinterkanten 11 der Trommelkappen 3 befinden sich die erfindungsgemäßen Klappen
4. Sie sind über seitlich angebrachte Rollen 6 in Führungsbahnen 7 an den Trommelkappenunterseiten
tangential verschiebbar gelagert und über ein Scharnierband 5 mit Blechen 12 verbunden,
die im Bereich der Greiferbrücken 9 am Trommelkörper 10 angesetzt sind.
Für den Transport von Papierbögen werden die zwei Trommelkappen 3 in die äußere Position
3a ausgeschwenkt. Die Seitenteile 1 der Übergabetrommel, die schwenkbaren Trommelkappen
3, die Klappen 4 und die Bleche 12 bilden in dieser Position zwei nach außen geschlossene
Trommelinnenräume, die durch geeignete Luftversorgungssysteme 15 mit Luftüberdruck
beaufschlagt werden können. Diesen Zweck erfüllen z.B. in den Seitenteilen 1 eingebaute,
in Fig. 1 nur angedeutete Ventilatoren. Durch die Seitenteile 1 wird Blasluft ins
Trommelinnere geleitet und über Luftaustrittsöffnungen in den Trommelkappen 3 das
äußere Luftpolster aufgebaut.
Zur Verringerung unerwünschter Druckverluste befinden sich an den nach innen abgewinkelten
Kappenhinterkanten 11 Dichtungsprofile 13, an denen die Klappen 4 in ausgeschwenkter
Position 4a anliegen.
Vorzugsweise für den Transport biegesteifer Kartonbögen werden die Trommelkappen 3
pneumatisch nach innen bis an die Bleche 12 geschwenkt (3b) und vergrößem dadurch
den zur Entspannung des Bogens benötigten Freiraum zwischen Bogen und Trommelkappe
3.
[0009] Dabei werden die beweglichen Klappen 4 am Scharnierband 5 zwangsläufig miteingeschwenkt
und unter die jeweils korrespondierenden Trommelkappen 3 geschoben (4b). In dieser
Trommelkappenposition bleiben die Ventilatoren 15 abgeschaltet.
Die Figuren 2 und 3 zeigen zwei Einsatzvarianten für die beschriebene Übergabetrommel18.
Der Bogentransport zwischen jeweils zwei Druckwerken 17 oder auch zwischen Lack- und
Trockenwerken innerhalb von bogenverarbeitenden Offsetdruckmaschinen in Reihenbauweise
erfolgt durch eine oder drei Übergabetrommeln 18, wobei jeweils mindestens eine Übergabetrommel
18 erfindungsgemäß gestaltet ist
Bezugszeichen
[0010]
- 1
- Seitenteil der Übergabetrommel
- 2
- äußerer Trommelkappenanschlag
- 3
- Trommelkappe
- 3a
- Trommelkappe in nach außen geschwenkter Position
- 3b
- Trommelkappe in nach innen geschwenkter Position
- 4
- Klappe
- 4a
- Klappe in nach außen geschwenkter Position
- 4b
- Klappe in nach innen geschwenkter Position
- 5
- Schamierband
- 6
- Rolle
- 7
- Klappenführung
- 8
- pneumatischer Arbeitszylinder
- 9
- Greiferbrücke
- 10
- Trommelkörper
- 11
- Hinterkante der Trommelkappe
- 12
- Befestigungsblech für Trommelklappe
- 13
- Dichtungselement
- 14
- Trommelkappengelenk
- 15
- Luftversorgungssystem, z.B. Ventilator
- 16
- Gelenk
- 17
- Druckwerk
- 18
- Übergabetrommel
1. Übergabetrommel (18) zwischen Druckwerken (17) oder nach Lackierwerken von Bogendruckmaschinen
mit schwenkbaren Trommelkappen (3), wobei
• die Trommelkappe (3) Luftaustrittsöffnungen für den Aufbau eines Luftpolsters zwischen
der Trommelkappe (3) und einem zu transportierenden Bogen aufweist,
• die Übergabetrommel (18) im Trommelinnnenraum durch ein Luftversorgungssystem (15)
mit Luftüberdruck beaufschlagbar ist,
• der Trommelkappe (3) in Bogenlaufrichtung gesehen im Bereich der Trommelkappen-hinterkante
(11) eine den Trommelinnenraum nach außen abschließende Klappe (4) zugeordnet ist,
• die Klappe (4) mit dem anderen Ende gelenkig mit der Übergabetrommel (18) verbunden
ist.
2. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1, wobei die Klappe (4) unterhalb der Trommelkappe
(3) in einer Führung (7) verschieb- und schwenkbar angeordnet ist,
3. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1und 2, wobei die Klappe (4) über Rollen (6) der
Führung (7) zugeordnet ist.
4. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei die Klappe (4) über ein Schamierband (5) mit
einem am Trommelkörper (10) fest angeordneten Blech (12) verbunden ist.
5. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1, bei der sich an der Unterseite der Trommelkappenhinterkante
(11) ein Dichtungsprofil (13) befindet.
6. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei das Luftversorgungssystem (15) aus fest in
den Seitenteilen (1) integrierten Ventilatoren (15) besteht.
7. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei die Trommelkappe (3) im vorderen Bereich über
ein Trommelkappengelenk (14) mit der Übergabetrommel (18) verbunden ist.
8. Übergabetrommel nach Anspruch 1, wobei die Trommelkappe (3) durch einen fest am Trommelkörper
(10) angeordneten Arbeitszylinder (8) schwenkbar ist.
9. Übergabetrommel (18) nach Anspruch 1 und 5, wobei das Dichtungsprofil (13) in der
ausgeschwenkten Position der Trommelkappe (3a) der Klappe (4) und in der eingeschwenkten
Position (3b) dem Blech (12) zugeordnet ist.