[0001] Die Erfindung betrifft eine Skibindung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie
einen Ski mit einer Skibindung gemäß Oberbegriff des Anspruchs 18.
[0002] Bei einer aus AT-A-38 94 53 bekannten Skibindung dieser Art ist der Vorderbacken
mit einem L-förmigen Tragkörper direkt auf der Skioberseite montiert oder in einer
fest auf der Skioberseite angebrachten Führungsschiene gehaltert. Eine Trittplatte
auf dem Tragkörper oder auf der Führungsschiene bestimmt die Standhöhe des Skistiefels
im Zehenbereich. Das Koppelelement verbindet den Tragkörper oder die Führungsschiene
des Vorderbackens mit dem Fersenbacken. Der Fersenbacken ist verschiebbar in einer
Führungsschiene gehaltert, die fest auf der Skioberseite montiert ist. Eine Abdeckung
ist auf das Koppelelement aufgeschoben und mit der Führungsschiene des Fersenbackens
verrastet. Die Abdeckung bestimmt die Standhöhe des Skistiefels im Fersenbereich.
Die Skibindung ist wegen der Kopplung des verschiebbaren Fersenbackens mit dem Vorderbacken
technisch aufwendig und vielteilig. Die Standhöhe des Skistiefels ist normal, d.h.nur
so groß, wie es zur Festlegung des Skistiefels in der Skibindung erfordeflich ist.
[0003] Nicht nur im Rennsport, sondern auch bei dem bei Normalskifahrern zunehmendem Carving-Trend
wird zunehmend eine deutlich größere als die normale Standhöhe des Skistiefels benötigt,
die einerseits bei extremen Schrägstellungen des Ski fahrtechnische Vorteile hat und
andererseits größere Hebelarme für die vom Skifahrer in den Ski eingeleiteten Steuerkräfte
ermöglicht. Hierfür sind verschiedene standerhöhende Maßnahmen bekannt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Skibindung der eingangs genannten
Art sowie einen mit einer Skibindung ausgerüsteten Ski anzugeben, bei denen auf baulich
einfache Weise ein Skibindungskonzept mit längsbeweglich gelagertem Fersenbacken gegen
unzweckmäßige Skiversteifungen vermeidet und eine deutlich vergrößerte Standhöhe für
den Skistiefel gegeben sind, wobei eine Anpaßbarkeit der Skibindung an alle gängigen
Skistiefelgrößen und eine einfache Möglichkeit zur Nachrüstung auch einfacher und
kostengünstiger Skibindungen im Hinblick auf größere Standhöhe und beweglichem Fersenbacken
gegeben sein sollen.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. den Merkmalen des
Anspruchs 18 gelöst.
[0006] Der Fersenbacken und der Vorderbacken, die an sich nicht notwendigerweise im Hinblick
auf deutlich überhöhte Standhöhe und Längsbeweglichkeit des Fersenbakkens konzipiert
sein müssen, sind mittels der Bindungsplatten so auf dem Ski montiert, daß die gewünschte
deutlich überhöhte Standhöhe und die Beweglichkeit des Fersenbackens gegeben sind,
die unzweckmäßige Versteifungen des Skis vermeidet. Es kann praktisch jede FersenbackenNorderbacken-Kombination,
auch die preiswerteste, für gehobene Fahransprüche kostengünstig nachgerüstet oder
modifiziert sein. Die Bauhöhe der Bindungsplatten wird gewinnbringend genutzt, um
darin Befestigungseinrichtungen, Bewegungsführungen oder bewegliche Komponenten der
zusätzlichen Funktionen unterzubringen. Die Skibindung ist einfach zu fertigen und
deshalb kostengünstig in ihrer Herstellung. Sie besteht aus wenig Einzelteilen, weil
die Bindungsplatten jeweils Mehrfachfunktionen erbringen.
[0007] Der Ski mit der darauf angebrachten Skibindung stellt eine besonders kostengünstige
Möglichkeit dar, mit einer handelsüblichen, an sich nicht für eine überhöhte Standhöhe
oder/und Beweglichkeit des Fersenbackens konzipierten Skibindung dem Skifahrer Voraussetzungen
für gehobene Fahransprüche zu schaffen.
[0008] Gemäß Anspruch 2 ist die Bindungsplatte des Vorderbackens an einer festgelegten Position
des Ski montiert. Stiefelgrößenabhängige Montierpositionen für den Vorderbacken auf
der Bindungsplatte ermöglichen die einfache Anpassung an die jeweilige Skistiefelgröße.
[0009] Wird gemäß Anspruch 3 die Längsführungsbahn, die die Längsverschiebbarkeit des Fersenbackens
bei Skidurchbiegungen zuläßt, innerhalb der Höhenerstreckung der Bindungsplatte untergebracht,
dann läßt sich die Dicke der Bindungsplatte gewinnbringend nutzen und werden freiliegende,
relativ zueinander bewegliche Komponenten vermieden. Die große Bauhöhe innerhalb der
Bindungsplatte läßt es zu, die Bewegungsführung sehr stabil auszulegen, was dem Fahrverhalten
und der Standzeit zugute kommt.
[0010] Wird gemäß Anspruch 4 auch das Koppelelement innerhalb der Höhenerstreckung der Bindungsplatten
angeordnet, dann wird die große Bauhöhe der Bindungsplatten weiterhin gewinnbringend
für die Längsbeweglichkeit des Fersenbackens bei Skidurchbiegungen genutzt.
[0011] Gemäß Anspruch 5 wird der Fersenbacken entweder mit seiner Führungsschiene oder nur
mit einer Grundplatte auf dem Trageinsatz montiert, der in der Bindungsplatte verschiebbar
geführt ist. Das Koppelelement braucht nicht am Fersenbacken anzugreifen, sondern
ist direkt mit dem Trageinsatz gekoppelt, der den skistiefelgrößenabhängigen Abstand
zwischen dem Vorderbacken und dem Fersenbacken einhält.
[0012] Gemäß Anspruch 6 ist der Trageinsatz sozusagen versenkt in der Bindungsplatte angeordnet.
Sein Längsbewegungsspiel innerhalb der Bindungsplatte vermeidet unerwünschte Skiversteifungen
bei Skidurchbiegungen.
[0013] Gemäß Anspruch 7 lassen sich im Zusammenspiel mit den verschiedenen Montierpositionen
für den Vorderbacken auf der Bindungsplatte des Fersenbackens entsprechende Relativpositionen
des Fersenbackens skistiefelgrößenabhängig wählen.
[0014] Bei der Ausführungsform gemäß Anspruch 8 werden weiterhin Teile eingespart, weil
die Führungsschiene des Fersenbackens direkt in der Längsführungsbahn der Bindungsplatte
geführt und sozusagen in diese integriert ist. Das Längsbewegungsspiel der Führungsschiene
vermeidet unerwünschte Skiversteifungen bei Skidurchbiegungen.
[0015] Gemäß Anspruch 9 wird eine Führungsschiene des Fersenbackens benutzt, die einen erweiterten
Stellbereich besitzt, so daß alle gängigen Skistiefelgrößen abgedeckt werden können.
Die Führungsschiene läßt nicht nur die Schubeinstellung für den Fersenbacken bequem
vornehmen, sondern auch die jeweilige, der Skistiefelgröße entsprechende Positionierung
des Fersenbackens.
[0016] Gemäß Anspruch 10 ist das Koppelelement mit der Bindungsplatte für den Vorderbacken
und dem Trageinsatz bzw. der Führungsschiene für den Fersenbacken in jeweils einer
einzigen Angriffsstelle verbunden. Deren gegenseitiger Abstand ist somit unveränderbar.
Anpassungen an unterschiedliche Skistiefelgrößen erfolgen durch entsprechendes Positionieren
des Fersenbackens bzw. des Vorderbackens.
[0017] Alternativ sind gemäß Anspruch 11 an der Vorderbacken-Bindungsplatte und/oder dem
Trageinsatz bzw. der Führungsschiene für den Fersenbacken mehrere Angriffsstellen
für das Koppelelement vorgesehen. Durch Auswahl der jeweils passenden Angriffsstellen
läßt sich bequem eine Anpassung der Skibindung an unterschiedliche Skistiefelgrößen
vornehmen. Als Alternative dieser Merkmalskombination ist es möglich, das Koppelelement
längsverstellbar auszubilden, oder Befestigungsstellen für Angriffsstellen zwischen
dem Koppelelement und der vorderen Bindungsplatte bzw. dem Trageinsatz oder der Führungsschiene
des Fersenbackens auf dem Koppelelement verstellbar auszulegen, um trotz der Verstellbarkeit
mit je einer festen Angriffsstelle an der vorderen Bindungsplatte und dem Trageinsatz
bzw. der Führungsschiene auszukommen.
[0018] Gemäß Anspruch 12 läßt sich die Schubeinstellung an der Führungsschiene für den Fersenbacken
vornehmen, lassen sich jedoch keine nennenswerten Anpassungen des Fersenbackens an
Skistiefelgrößen bewerkstelligen. Diese Einstellungen werden hingegen über das Koppelelement
vorgenommen.
[0019] Alternativ wird gemäß Anspruch 13 der Fersenbacken in nur einer Montierposition auf
dem Trageinsatz festgelegt, und läßt sich der Trageinsatz durch Verstellen des Koppelelements
bzw. dessen Angriffsstelle an die jeweilige Skistiefelgröße anpassen.
[0020] Gemäß Anspruch 14 ist das Koppelelement baulich einfach und funktionssicher.
[0021] Gemäß Anspruch 15 wird ein unbeabsichtigtes Herausziehen des Trageinsatzes bzw. der
Führungsschiene aus der Bindungsplatte für den Fersenbacken vermieden. Dank der Freistellungsräume
ist eine unerwünschte Skiversteifung bei Skidurchbiegungen ausgeschlossen.
[0022] Besonders zweckmäßig sind gemäß Anspruch 16 die Vorderbacken und der Fersenbacken
handelsübliche und preiswerte Bindungsteile, die an sich direkt auf der Skioberseite
montiert werden sollten, erfindungsgemäß jedoch den Vorteil der standerhöhenden Bindungsplatten
und des Koppelelementes nutzen.
[0023] Um das Aulöseverhalten der Skibindungsteile wie gewünscht zum Tragen kommen zu lassen,
sollten gemäß Anspruch 17 Gleitplatten an den Bindungsplatten vorgesehen sein, die
entweder einstückig eingeformt oder zusätzlich eingesetzt sind.
[0024] Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht, teilweise in einem Längsvertikalschnitt, einer Skibindung bzw.
eines mit einer Skibindung ausgestatteten Ski,
- Fig. 2
- eine den Fersenhalterbereich betreffende, weitere Ausführungsform,
- Fig. 3
- einen Querschnitt in der Ebene III-III in Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Querschnitt in der Ebene IV-IV in Fig. 2,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, einer weitere Ausführungsform einer Skibindung
bzw. eines mit einer Skibindung ausgerüsteten Ski, und
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf ein Detail, wobei in dieser Draufsicht zwei Detailvariationen
angedeutet sind.
[0025] Auf einem Alpinski S ist in den Fig. 1 und 3 eine Skibindung B montiert, die in sich
zwei gehobenen Anforderungen bei Skifahrem entsprechende Funktionen zusätzlich zur
sicherheitsauslösenden Festlegung eines nicht gezeigten Skistiefels erfüllt. Einerseits
steht der Skistiefel in der Skibindung B mit deutlich vergrößerter Standhöhe oberhalb
der Skioberseite (der Abstand zwischen der Skiunterseite und der Unterseite des Skistiefels
kann bis zu 5 oder 7 cm betragen), um beispielsweise beim Carving-Fahren in extremen
Schräglagen unerwünschte Kollisionen des Skistiefels mit dem Schnee zu vermeiden,
und um die Steuerkräfte des Fußes bzw. Beins des Skifahrers mit deutlich vergrößerten
Hebelarmen auf die Skikanten zu bringen. Andererseits wird im Skibindungsbereich eine
unerwünschte Versteifung des Ski S bei positiven und negativen Skidurchbiegungen vermieden.
[0026] Die Skibindung B weist einen Vorderbacken V und einen Fersenbacken F auf, die beide
einer handelsüblichen, an sich zur direkten Montage auf der Skioberseite bestimmten,
preisgünstigen Skibindungsgattung angehören können, aber nicht müssen. Unter dem Vorderbacken
V und dem Fersenbacken F ist auf der Skioberseite 6 je eine standerhöhende Bindungsplatte
P1 bzw. P2 mit Befestigungseinrichtungen 7, 12 fest montiert.
[0027] Auf der Bindungsplatte P1 ist der Vorderbacken V mit einer Grundplatte 1 (oder einer
Führungsschiene) an einer Montierposition 3 mit Befestigungseinrichtungen festgelegt.
Auf der mit 4 bezeichneten Oberfläche der Bindungsplatte P1 sind in Skilängsrichtung
verteilt mehrere, unterschiedlichen Skistiefelgrößen zugeordnete Montierpositionen
3, 3' vorgesehen oder möglich. Die mit 5 bezeichnete Unterfläche der Bindungsplatte
P1 sitzt zweckmäßigerweise direkt auf der Skioberseite 6. Im Hinblick auf eine möglichst
geringfügige Versteifung des Ski S in dem Bindungsbereich ist die Unterfläche 5 in
Skilängsrichtung kürzer als die Oberfläche 4.
[0028] Auf der hinteren Bindungsplatte P2, die ähnlich ausgebildet ist wie die Bindungsplatte
P1, ist der Fersenbacken F mit seiner Führungsschiene 8 bzw. einer Grundplatte in
einer Montierposition 9 mit Befestigungseinrichtungen festgelegt, und zwar in Fig.
1 und 3 auf einem plattenartigen Trageinsatz T, der in der Bindungsplatte P2 in einer
Längsführungsbahn B in Längsrichtung verschiebbar geführt und gegen Abheben nach oben
gesichert ist. Beispielsweise (Fig. 3) besitzt der Trageinsatz T untere, seitlich
vorspringende Führungsleisten 20, die nach oben durch nach innen ragende Flansche
14 abgedeckt sind. Der Trageinsatz T ist erheblich länger als die Führungsschiene
8 des Fersenbackens, die im wesentlichen nur eine Längsverstellung des Fersenbackens
zur Schubeinstellung zuläßt. Zur Anpassung an unterschiedliche Skistiefelgrößen sind
auf dem Trageinsatz T mehrere Montierpositionen 9, 9' für den Fersenbacken vorgesehen
oder möglich.
[0029] In entspanntem Zustand des Ski S sind in der Längsführungsbahn B vor und hinter dem
Trageinsatz T Freiräume 13 vorgesehen, die ein Längsbewegungsspiel des Trageinsatzes
T in der Längsführungsbahn B bestimmen, und zwar relativ zu gegebenenfalls vorgesehenen
Endanschlägen 24 der Längsführungsbahn B (Fig. 2).
[0030] Ein längsstabiles Koppelelement K, z.B. ein Band 15 mit beidendigen, nach oben weisenden
Einhängehaken 16, verbindet den Trageinsatz T mit der Bindungsplatte P1 für den Vorderbacken
V. Die Verbindung ist hergestellt zwischen jeweils einer Angriffsstelle 17 in der
Bindungsplatte P und einer Angriffsstelle 19 im Trageinsatz T. Auf diese Weise wird
bei positiven und negativen Skidurchbiegungen aus der in Fig. 1 gezeigten entspannten
Lage des Ski S Skiversteifungen vermieden, weil der Trageinsatz T im Rahmen seines
Längsbewegungsspiels in der Längsführungsbahn B verfährt, und dennoch der eingestellte
Abstand zwischen dem Fersenbacken und dem Vorderbacken eingehalten bleibt.
[0031] In Fig. 1 ist die Oberseite des Trageinsatzes T in etwa fluchtend mit der Oberfläche
10 der Bindungsplatte P gezeigt. Der Trageinsatz T könnte jedoch auch geringfügig
nach oben vorstehen oder sogar gegenüber der Oberfläche 10 noch weiter versenkt sein
als gezeigt. Die Bindungsplatte P2 ist mit ihrer Unterfläche 11 direkt auf der Skioberseite
6 festgelegt, und zwar mit Befestigungsmitteln 12.
[0032] In Fig. 3 (und Fig. 4) ist die Bindungsplatte P2 gleich breit wie der Ski S. Die
Bindungsplatten P1, P2 könnten jedoch auch schmaler und/oder nach oben divergierend
oder konvergierend ausgebildet sein.
[0033] Bei der Ausführungsform der Fig. 1 und 3 wird der skistiefelgrößenabhängige Abstand
zwischen Vorder- und Fersenbacken V, F eingestellt mit Hilfe der unterschiedlichen
Montierpositionen 3, 3', 9, 9'. Der Abstand der Bindungsplatten P1, P2 ist nicht veränderbar,
wie auch die Relativposition des Trageinsatzes T in Bezug auf die Bindungsplatte P1.
[0034] Bei der Ausführungsform der Fig. 2 und 4 ist die Bindungsplatte P1 und die Montierbarkeit
des Vorderbackens V auf dieser Bindungsplatte P1 wie in Fig. 1, und deshalb nicht
gezeigt. Im Unterschied zur Ausführungsform der Fig. 1 und 3 ist in den Fig. 2 und
4 der in Fig. 1 gezeigte Trageinsatz T weggelassen und dafür der Fersenbacken F mit
seiner Führungsschiene 8' direkt in der Längsführungsbahn B der hinteren Bindungsplatte
P2 montiert, derart, daß die Führungsschiene 8' längsverschieblich in der hinteren
Bindungsplatte P2 geführt wird und in der in Fig. 2 gezeigten, entspannten Lage des
Ski S ein Längsbewegungsspiel nach vorne und hinten hat, mit dem zumindest die relativen
Bewegungen des Fersenbackens F bei maximalen positiven und negativen Skidurchbiegungen
relativ zur hinteren Bindungsplatte P2 möglich sind, ohne daß die Führungsschiene
8' an den Endanschlägen 24 abgefangen wird. Die Führungsschiene 8' des Fersenbackens
F (s. auch Fig. 6) hat eine Mehrfachfunktion, weil sie einerseits die Schubeinstellung
des Fersenbackens in einem relativ kleinen Einstellbereich X ermöglicht, weiterhin
jedoch auch die Einstellung der Position des Fersenbackens in einem in Längsrichtung
erweiterten Einstellbereich Y auf die jeweilige Skistiefelgröße zuläßt und direkt
für die Führung des Fersenbackens F in der Längsführungsbahn B sorgt. Das Koppelelement
K ist nur an einer einzigen Angriffsstelle mit der Führungsschiene 8' verbunden. Anpassungen
an unterschiedliche Skistiefelgrößen erfolgen, wie erwähnt, innerhalb des verlängerten
Einstellbereiches Y der insgesamt gegenüber Normalausführungen deutlich verlängerten
Führungsschiene 8'. Für diese Einstellungen sind Rastmittel 21 vorgesehen.
[0035] In Fig. 5 sind auf der Bindungsplatte P1 mehrere Montierpositionen 3, 3' für den
Vorderbacken V vorgesehen oder möglich. Im Unterschied zu den vorgenannten Ausführungsformen
ist in Fig. 5 das Koppelelement K beispielsweise mit der Bindungsplatte P1 wahlweise
in mehreren Angriffsstellen 17, 17' verbindbar, indem der Einhängehaken 16 in jeweils
eine der Angriffsstellen 17, 17' zum Eingriff gebracht wird.
[0036] In der Längsführungsbahn B der hinteren Bindungsplatte P2 ist in Fig. 5 der Fersenbacken
F mit einer relativ kurzen Führungsschiene 8 direkt geführt, wobei diese Führungsschiene
8 nur den normalen Verstellbereich X gemäß Fig. 6 besitzt, der zur Schubeinstellung
dient. Den unterschiedlichen Skistiefelgrößen entsprechend wird in diesem Fall das
Koppelelement 15 in eine passende Angriffsstelle 17, 17' in der Bindungsplatte P1
eingehängt.
[0037] Damit der Fersenbacken F der jeweiligen Skistiefelgröße entsprechend positionierbar
ist, hat die kurze Führungsschiene 8 in der Längsführungsbahn B nicht nur die beidendigen
Freiräume 13 zur Verfügung, sondern ein zusätzliches Längsspiel 23, das dem Verstellhub
des Fersenbackens zwischen der größten und der kleinsten Skistiefelgröße entspricht.
In Fig. 5 befindet sich der Fersenbacken, z.B. in einer Einstellung für die größte
Skistiefelgröße.
[0038] Das Koppelelement K ist mit dem Einhängehaken 18 in der Angriffsstelle 19 mit der
kurzen Führungsschiene 8 fest verbunden. Alternativ oder additiv könnten jedoch zur
Erhöhung der Variations- bzw. Einstellweite auch mehrere, wahlweise nutzbare Angriffsstellen
19, 19' für das Koppelelement K an der Führungsschiene 8 vorgesehen sein. Zur Schubeinstellung
werden die Rasteinrichtungen 21 der kurzen Führungsschiene 8 benutzt.
[0039] Alternativ verdeutlicht Fig. 5 ferner eine Ausführungsform, bei der ein nur eine
einzige Montierposition für die kurze Führungsschiene 8 oder eine Grundplatte des
Fersenbackens F zulassender, relativ kurzer Trageinsatz T' in der Längsführungsbahn
B verschiebbar geführt ist. In diesem Fall ist der Fersenbacken F mit seiner Führungsschiene
8 (gestrichelt gezeigt) auf diesem kurzen Trageinsatz T' montiert, der zusätzlich
zu den beidendigen Längsbewegungs-Freiräumen 13 auch den erweiterten Bewegungsspielraum
23 in der Längsführungsbahn B hat, der mittels des Koppelelementes K und mehreren
Angriffsstellen für dieses eine Anpassung an unterschiedliche Skistiefelgrößen ermöglicht.
[0040] In Fig. 5 ist angedeutet, daß auf der Bindungsplatte P1 (wie auch an der Bindungsplatte
P2, dort nicht gezeigt) eine Gleitplatte 22 für den Skistiefel angebracht oder einstückig
eingeformt sein kann.
[0041] Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die verlängerte Führungsschiene 8' der Fig. 2, die
die Schubeinstellung und die Einstellung der Position des Fersenbackens für unterschiedliche
Skistiefelgrößen zuläßt. Gestrichelt ist die kurze Führungsschiene 8 gemäß Fig. 5
angedeutet, die nur die Schubeinstellung innerhalb des Einstellbereiches X zuzulassen
braucht, weil zur Anpassung an die jeweilige Skistiefelgröße ohnedies die Führungsschiene
8 insgesamt in der Längsführungsbahn versetzbar ist durch Variieren zwischen den Angriffsstellen
17, 17' und/oder19, 19' des Koppelelements 15.
[0042] Anstelle mehrerer unterschiedlicher Angriffsstellen 17, 17' bzw. 19, 19'für das Koppelelement
K bzw. dessen Einhängehaken 16, 18, könnte das Koppelelement K in sich längenveränderbar
ausgebildet sein, beispielsweise indem die Einhängehaken 16 und/oder 18 entlang des
bandartigen Koppelelementes K versetzbar sind. Dann würde mit einer Angriffsstelle
17 bzw. 19 in der Bindungsplatte P1 bzw. an der Führungsschiene 8 bzw. dem Trageinsatz
T' ausgekommen werden.
[0043] Die Bindungsplatten P1, P2 könnten aus unterschiedlichen Werkstoffen oder Werkstoffkombinationen
bestehen, so z.B. aus Kunststoff, Holz oder Metall, insbesondere Leichtmetall. Das
Koppelelement K ist bisher nur als längsstabil und mit bandartigem Charakter gekennzeichnet.
Da das Koppelelement K beim Skifahren an sich nur Zugkräften ausgesetzt ist, braucht
es eigentlich nur zugfest zu sein, während es in Druckrichtung durchaus nachgiebig
ausgebildet sein könnte. Eine bandartige Struktur ist nicht unbedingt erforderlich,
es könnte sich genauso gut um eine Schiene oder ein Kabel oder ein Kabelpaar (Bowdenzug)
handeln, ähnlich den Bremsseilen bei einem Fahrrad, und sogar einfach längenverstellbar.
[0044] In den Fig. 1 und 2 ist im Inneren der hinteren Bindungsplatte P2 ein Bewegungsraum
für das Koppelelement K angedeutet. Die Bindungsplatten P1, P2 brauchen nicht wie
gezeichnet massiv ausgebildet zu sein, sondern könnten durchaus als Hohlkonstruktionen
ausgebildet sein, oder abnehmbare Abdeckungen besitzen, um zu Einstellungen oder zur
Montage leichteren Zugang ins Innere zu gestatten. Zur Montage der könnten nach oben
offene Schächte eingeformt sein. Die unterschiedlichen Montierpositionen 3, 3', 9,
9' könnten bereits vorgefertigte Bohrungsmuster sein, wobei nicht benötigte Bohrungen
durch leicht entnehmbare Stopfen verschlossen werden könnten. Schließlich ist es denkbar,
jede Bindungsplatte P1, P2 aus mehreren, trennbaren Lagen oder Schichten auszubilden,
so daß der Skifahrer bzw. Bindungsmonteur unterschiedliche Standhöhen wählen oder
die Standhöhe verändern kann.
1. Skibindung (B) für Alpinski (S), mit auf der Skioberseite (6) in einem auf die Skistiefelgröße
abgestimmten gegenseitigen Abstand angebrachten Vorderbacken (V) und Fersenbacken
(F), wobei der Fersenbacken (F) in Skilängsrichtung verschiebbar geführt und mit dem
in Skilängsrichtung arretierten Vorderbacken (V) über ein längsstabiles Koppelelement
(K) gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Vorderbacken (V) und unter dem Fersenbacken (F) jeweils eine standerhöhende
Bindungsplatte (P1, P2) fest auf der Skioberseite (6) montiert ist, daß die Bindungsplatte
(P2) des Fersenbackens (F) eine Längsführungsbahn (B) für den Fersenbacken (F) aufweist,
und daß das Koppelelement (K) den Fersenbacken (F) mit der Bindungsplatte (P1) des
Vorderbackens (V) kuppelt.
2. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindungsplatte (P1) für den Vorderbacken (V) mehrere stiefelgrößenabhängige
Montierpositionen (3, 3') für den Vorderbacken (V) bzw. für eine Grundplatte (1) des
Vorderbackens (V) aufweist.
3. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsführungsbahn (B) innerhalb der Höhenerstreckung der Bindungsplatte (P2)
untergebracht ist.
4. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (K) innerhalb der Höhenerstreckung der Bindungsplatten (P1,
P2) angeordnet ist.
5. Skibindung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindungsplatte (P2) für den Fersenbacken (F) einen in der Längsführungsbahn
(B) verschiebbaren, vorzugsweise plattenförmigen, Trageinsatz (T, T') aufweist, auf
dem der Fersenbakken (F) mit einer Führungsschiene (8) oder einer Grundplatte montiert
ist, und daß das Koppelelement (K) am Trägereinsatz (T, T') angreift.
6. Skibindung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Trageinsatz (T, T') in der Oberfläche der Bindungsplatte (P2) versenkt angeordnet
ist, vorzugsweise mit einem Längsbewegungsspiel (2 x 13), das mindestens dem Relativhub
zwischen dem Vorderbacken (V) und dem Fersenbacken (F) bei maximalen positiven und
negativen Skidurchbiegungen entspricht.
7. Skibindung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Trageinsatz (T) mehrere stiefelgrößenabhängige Montierpositionen (9, 9')
für den Fersenbacken (F) aufweist.
8. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß direkt in der Längsführungsbahn (B) eine Führungsschiene (8, 8') des Fersenbackens
(F) verschiebbar geführt ist, daß das Koppelelement (K) an der Führungsschiene (8,
8') angreift, und daß für die Führungsschiene (8, 8') ein Längsbewegungsspiel (2 x
13) in der Längsführungsbahn (B) vorgesehen ist, das mindestens dem Relativhub zwischen
dem Fersenbacken (F) und dem Vorderbacken (V) bei maximalen positiven oder negativen
Skidurchbiegungen entspricht.
9. Skibindung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene (8) einen erweiterten Stellbereich (Y) zumindest mit mehreren
stiefelgrößenabhängigen Verrastpositionen (21) für den Fersenbacken (F) aufweist.
10. Skibindung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (K) mit der Bindungsplatte für den Vorderbacken (V) und dem
Trageinsatz bzw. der Führungsschiene für den Fersenbacken (F) in jeweils einer einzigen
Angriffsstelle verbunden ist..
11. Skibindung nach wenigstens einem der Ansprüche 5, 6, 7, 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß an der Bindungsplatte für den Vorderbacken (V) und/oder dem Trageinsatz bzw.
der Führungsschiene für den Fersenbacken (F) jeweils mehrere in Skilängsrichtung verteilte
Angriffsstellen für das Koppelelement (K) vorgesehen sind, in denen das Koppelelement
wahlweise zum Angriff bringbar ist.
12. Skibindung nach den Ansprüchen 8 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene (8) innerhalb eines normalen Verstellbereiches des Fersenbackens
(F) Verrastpositionen (21) zur Schubeinstellung aufweist, und, und daß das Längsbewegungsspiel
zusätzlich einen stiefelgrößenabhängigen maximalen Verstellhub (23) des Fersenbackens
(F) in der Führungsbahn (B) umfaßt.
13. Skibindung nach den Ansprüchen 5 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Trageinsatz (T') nur eine Montierposition (9) für den Fersenbacken (F) aufweist,
und daß das Längsbewegungsspiel zusätzlich auch einen schuhgrößenabhängigen maximalen
Verstellhub (23) des Trageinsatzes (T') in der Führungsbahn (B) umfaßt.
14. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (K) flachbandartig (15) ausgebildet ist und vordere und hintere,
in Richtung von der Skioberseite (6) nach oben weisende Einhängehaken (16) besitzt.
15. Skibindung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsführungsbahn (B) vordere und hintere Endanschläge aufweist, und daß
bei entspanntem Ski zwischen dem Trageinsatz bzw. der Führungsschiene und jedem Endanschlag
ein Freistellungsraum vorgesehen ist.
16. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorderbacken (V) und der Fersenbacken (F) handelsübliche, an sich direkt
auf der Skioberseite (6) montierbare Bindungsteile sind.
17. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Oberflächen der Bindungsplatten (P1, P2) Gleitplatten vorgesehen, vorzugsweise
einstückig eingeformt oder zusätzlich eingesetzt, sind.
18. Ski mit einer Skibindung aus handelsüblichen Vorderbacken und Fersenbacken, jeweils
mit Montiereinrichtungen zur direkten Montage auf der Skioberseite, dadurch gekennzeichnet, daß die handelsüblichen Vorderbacken (V) und Fersenbacken (F) mit ihren Montiereinrichtungen
auf vorderen und hinteren, standerhöhenden, fest auf der Skioberseite (6) angebrachten
Bindungsplatten (P1, P2) montiert sind, wobei der Fersenbacken (F) an seiner Bindungsplatte
(P2) in Skilängsrichtung verschiebbar geführt ist, und daß ein längsstabiles Koppelelement
(K) vorgesehen ist, das den Fersenbacken (F) mit der Bindungsplatte (P1) für den Vorderbacken
(V) kuppelt.