[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen der Brennkammer und/oder
der Rauchgaszüge eines Heizkessels von Verbrennungsrückständen mit einer der Brennkammer
zugeordneten Flammrohröffnung und einer den Rauchgaszügen zugeordneten Reinigungsöffnung
im Rauchgasrohr und eine Vorrichtung dazu.
[0002] Bei der Verbrennung flüssiger oder fester Brennstoffe, wie beispielsweise Öl, Holz
oder Kohle, in einer Brennkammer eines Heizkessels entstehen stets Verbrennungsrückstände
in der Brennkammer und den nachgeordneten Rauchgaszügen, die sich an den entsprechenden
Wandungen des Heizkessels ablagern und die von Zeit zu Zeit entfernt werden müssen,
damit sich der Wirkungsgrad der Heizungsanlage aufgrund der isolierenden Wirkung der
Verbrennungsrückstände nicht wesentlich verschlechtert. Außerdem bewirken die Schwefelverbindungen
enthaltenden Verbrennungsrückstände eine Korrosion in der Brennkammer und den Rauchgaszügen,
die zum Ausfall des Heizkessels führen kann.
[0003] Ein Verfahren zur Reinigung der Brennkammer eines Heizkessels offenbart die DE-C-31
42 364. Bei diesem Verfahren wird während des Betriebes des Heizkessels in Wasser
gelöstes Haushaltswaschmittel mittels einer sogenannten Gartenspritze in den Brennraum
gesprüht. Hiernach läßt man die Lösung bei 50°C während mindestens 10 Minuten einwirken.
Anschließend wird der Heizkessel auf 90° C erwärmt, wodurch das Wasser verdampft und
die abgelösten Rückstände durch die warmen Brenngase über den Kamin aus dem Heizkessel
entfernt werden. Das Ablösen und/oder Entfernen der Rückstände ist hiermit jedoch
nicht in ausreichendem Maße sichergestellt.
[0004] Im weiteren sind aus der DE-A-20 40 529 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung
der Brennkammer einer Ölheizungsanlage bekannt, wobei eine Rußentfernerlösung in die
Heizölzufuhr-Rohrleitung der Ölheizungsanlage gegeben wird. Die Rußentfernerlösung
gelangt in die Brennkammer und verursacht dort eine intensive rußverzehrende Flamme,
deren säurehaltigen Abgase die Rußablagerungen zum Verschwinden bringen. Dieses Verfahren
muß zur Erzielung einer hinreichenden Reinigung praktisch jeden Monat wiederholt werden.
[0005] Ferner ist in der Praxis ein Trockenreinigungsverfahren zum Ablösen der Verbrennungsrückstände
von den Wänden der Brennkammer von Heizkesseln bekannt, bei dem die Wände mit einer
Kesselreinigungsbürste bearbeitet werden. Hierbei erweist es sich als nachteilig,
daß die Oberflächen der zu reinigenden Wände sowie die Dichtungen zwischen den Wänden
durch die Kesselreinigungsbürste beschädigt werden und die reinigende Person einer
hohen Staubbelastung ausgesetzt ist, die nachgewiesene Gesundheitsrisiken mit sich
bringt.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zum Reinigen der Brennkammer und/oder
der Rauchgaszüge eines Heizkessels von Verbrennungsrückständen der eingangs genannten
Art und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, das bzw. die
eine mit einem geringen Arbeitsaufwand verbundene gründliche Reinigung des Heizkessels
ermöglicht, wobei ein Austritt von Ruß aus dem Heizkessel verhindert wird.
[0007] Die Aufgabe wird nach der Erfindung verfahrensgemäß dadurch gelöst, daß
- über ein abgedichtet in die Flammrohröffnung und/oder das Rauchgasrohr eingesetztes
Druckrohr die Brennkammer und/oder die Rauchgaszüge mit einer druckbeaufschlagten
Reinigungsflüssigkeit eingesprüht werden, und
- die von der Reinigungsflüssigkeit gelösten Verbrennungsrückstände mittels eines in
die Flammrohröffnung und/oder das Rauchgasrohr abgedichtet eingesetzten, an eine Saugpumpe
angeschlossenen Absaugschlauches entfernt werden.
[0008] Somit bietet das Verfahren die Möglichkeit die Brennkammer und/oder die Rauchgaszüge
zur Reinigung bzw. Lösung von den Verbrennungsrückständen einzusprühen und gleichzeitig
die gelösten Verbrennungsrückstände sowie die Reinigungsflüssigkeit zu entfernen,
wodurch der Arbeitsaufwand zur Reinigung des Heizkessels wesentlich reduziert ist.
Eine besonders effektive Reinigung der Brennkammer und der Rauchgaszüge ist durch
die simultane Zu- und Ableitung der Reinigungsflüssigkeit und der gelösten Verbrennungsrückstände
sowohl durch die Flammrohröffnung als auch durch das Rauchgasrohr sichergestellt.
Die Verwendung einer Reinigungsflüssigkeit sowie insbesondere das abgedichtete Einsetzen
sowohl des Druckrohres als auch des Absaugschlauches verhindern den Austritt von Ruß
aus dem Heizkessel während der Reinigung, wodurch ein die Reinigung durchführender
Monteur keiner gesundheitsgefährdenden Belastung ausgesetzt ist.
[0009] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird die Reinigungsflüssigkeit
über an dem freien Ende des Druckrohres angeordnete Zerstäuberdüsen in der Brennkammer
und/oder den Rauchgaszügen vernebelt. Die vernebelte Reinigungsflüssigkeit schlägt
sich an den Wänden der Brennkammer und/oder den Rauchgaszügen nieder und kriecht in
die Verbrennungsrückstände, wodurch diese gelöst werden. Im weiteren sind durch das
vernebelte Auftragen der Reinigungsflüssigkeit die Oberflächen der Brennkammer und/oder
der Rauchgaszüge sowie Dichtungselemente innerhalb des Heizkessels vor einer Beschädigung
aufgrund einer Druckbeaufschlagung oder sonstigen mechanischen Einwirkung durch die
Reinigungsflüssigkeit geschützt.
[0010] In einer besonders kostengünstigen Ausgestaltung der Erfindung wird als Reinigungsflüssigkeit
an einem Auslaufventil eines Leitungswassernetzes entnommenes Leitungswasser verwendet.
Alternativ wird die Reinigungsflüssigkeit mittels einer Niederdruckpumpe einem Vorratsbehälter
entnommen.
[0011] Um das unerwünschte Eintragen kleinster Partikel, die sowohl die Oberflächen der
Brennkammer und/oder der Rauchgaszüge als auch die Zerstäuberdüse des Druckrohres
beschädigen können, zu verhindern, wird zweckmäßigerweise die Reinigungsflüssigkeit
vor dem Eintritt in das Druckrohr gefiltert.
[0012] Bevorzugt wird nach dem Einsprühen mit der Reinigungsflüssigkeit ein Korrosionsschutzmittel
in die Brennkammer und/oder die Rauchgaszüge geleitet. Hierdurch wird nach der Reinigung
eine Konservierung der Brennkammer und/oder der Rauchgaszüge erzielt.
[0013] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die gelösten
Verbrennungsrückstände in ein Abwasser-Kanalnetz gepumpt. Alternativ werden zweckmäßigerweise
die gelösten Verbrennungsrückstände über einen Abscheider in einen Schlammbehälter
gepumpt. An Orten, an denen die Einleitung der Verbrennungsrückstände in ein Abwasser-Kanalnetz
unzulässig ist, können diese zur Entsorgung in dem Schlammbehälter gesammelt und abtransportiert
werden.
[0014] Die Aufgabe wird in konstruktiver Hinsicht bei einer Vorrichtung zum Reinigen der
Brennkammer und/oder der Rauchgaszüge eines Heizkessels von Verbrennungsrückständen
mit einer der Brennkammer zugeordneten Flammrohröffnung und einer den Rauchgaszügen
zugeordneten Reinigungsöffnung im Rauchgasrohr, insbesondere zur Durchführung des
vorgenannten Verfahrens erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
- ein mit Reinigungsflüssigkeit beaufschlagtes Druckrohr abgedichtet in die Flammrohröffnung
und/oder das Rauchgasrohr eingesetzt ist, und
- ein an eine Saugpumpe angeschlossener Absaugschlauch für die von der Reinigungsflüssigkeit
gelösten Verbrennungsrückstände abgedichtet in die Flammrohröffnung und/oder das Rauchgasrohr
eingesetzt ist.
[0015] Die Vorrichtung stellt somit ein mit einem geringen Arbeitsaufwand zu installierendes
System zur Reinigung des Heizkessels dar, das das Einbringen von Reinigungsflüssigkeit
durch das Druckrohr und das gleichzeitige Ableiten der Reinigungsflüssigkeit sowie
der gelösten Verbrennungsrückstände mittels des Absaugschlauches sicherstellt. Dadurch,
daß sowohl das Druckrohr als auch der Absaugschlauch abgedichtet in die am Heizkessel
vorhandene Flammrohröffnung und/oder das Rauchgasrohr eingesetzt werden, ist der Austritt
von Ruß aus dem Heizkessel während der Reinigung verhindert.
[0016] Bevorzugt ist in die Flammrohröffnung und/oder das Rauchgasrohr eine elastische Manschette
zur abgedichteten Aufnahme des Druckrohres und des Absaugschlauches eingesetzt. Zweckmäßigerweise
weist die elastische Manschette in ihrem Inneren eine mit Luft zu beaufschlagende
Blase auf. Weiterhin steht die Blase mit einer Pumpe in Verbindung. Zweckmäßigerweise
ist die Pumpe als Handballenpumpe ausgeführt. Die Manschette ist durch die Beaufschlagung
mit Luft weitestgehend an die Ausmaße der Flammrohröffnung und/oder des Rauchgasrohres
sowie die Durchmesser des Druckrohres und des Absaugschlauches anzupassen, womit die
gegenseitige Abdichtung gewährleistet ist.
[0017] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung trägt das Druckrohr an dem in
die Flammrohröffnung und/oder das Rauchgasrohr eingesetzten Ende eine Zerstäuberdüse.
Die Zerstäuberdüse bewirkt eine Vernebelung der in den Heizkessel einzutragenden Reinigungsflüssigkeit.
[0018] Damit die Reinigungsflüssigkeit innerhalb des Heizkessels in allen Richtungen verteilt
wird, ist zweckmäßigerweise die Zerstäuberdüse kugelförmig ausgebildet.
[0019] Bevorzugt ist die Reinigungsflüssigkeit Leitungswasser und das Druckrohr steht über
einen Druckschlauch mit einem Auslaufventil eines Leitungswassernetzes in Verbindung.
Diese kostengünstige Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht die Verwendung des in
den meisten Heizungsräumen zur Befüllung der Heizungsanlage ohnehin vorhandenen Auslaufventils
des Leitungswassernetzes zur Bereitstellung der Reinigungsflüssigkeit.
[0020] Ist in der Nähe des Heizkessels kein Auslaufventil des Leitungswassernetzes vorhanden
oder soll eine spezielle Reinigungsflüssigkeit verwendet werden, dann steht das Druckrohr
alternativ über einen Druckschlauch mit einer zwischengeschalteten Niederdruckpumpe
mit einem Vorratsbehälter für die Reinigungsflüssigkeit in Verbindung.
[0021] Um schwer zugängige Stellen innerhalb des Heizkessels zu erreichen bzw. das Einführen
des Druckrohres in die Flammrohröffnung und/oder das Rauchgasrohr des Heizkessels
zu erleichtern, ist bevorzugt das Druckrohr in sich flexibel und in seiner Länge variabel.
[0022] Nach einer Weiterbildung des Erfindungsgedankens steht das Druckrohr oder der Druckschlauch
mit einem Vorratsbehälter für ein Korrosionsschutzmittel in Verbindung. Zweckmäßigerweise
ist zwischen dem Vorratsbehälter und dem Druckrohr oder dem Druckschlauch ein Dreiwegeventil
geschaltet. Das zur Konservierung der Brennkammer und/oder der Rauchgaszüge des Heizkessels
benötigte Korrosionsschutzmittel wird somit separat bereitgestellt und mittels des
Dreiwegeventiles erfolgt eine Umschaltung von der Zufuhr der Reinigungsflüssigkeit
zur Zuleitung des Korrosionsschutzmittels.
[0023] Eine einfache Möglichkeit, die Zufuhr der Reinigungsflüssigkeit in unmittelbarer
Nähe des Heizkessels zu dosieren oder zu unterbrechen, wird dadurch erreicht, daß
zwischen dem Druckrohr und dem Druckschlauch ein Ventil oder ein Absperrhahn angeordnet
ist.
[0024] Bevorzugt ist der Absaugschlauch in sich flexibel und in seiner Länge variabel ausgeführt.
Zweckmäßigerweise trägt der Absaugschlauch in dem in die Flammrohröffnung und/oder
das Rauchgasrohr eingesetzten Bereich auf seiner Oberseite eine nach unten abgewinkelte
Blattfeder. Alternativ trägt der Absaugschlauch an dem in die Flammrohröffnung und/oder
das Rauchgasrohr eingesetzten Ende ein Gewicht. Diese Maßnahmen stellen sicher, daß
sich das in den Heizkessel ragende Ende des Absaugschlauches, zur Erfassung der gelösten
Verbrennungsrückstände sowie der restlichen Reinigungsflüssigkeit in unmittelbarer
Bodennähe befindet.
[0025] Bevorzugt steht der Absaugschlauch zur Ableitung der Reinigungsflüssigkeit und der
gelösten Verbrennungsrückstände mit einem Abwasser-Kanalanschluß in Verbindung. Ein
solcher Abwasser-Kanalanschluß ist zur Entleerung der Heizungsanlage in den meisten
Fällen in der Umgebung des Heizkessels vorhanden.
[0026] Alternativ ist der Absaugschlauch zur Ableitung der Reinigungsflüssigkeit und der
gelösten Verbrennungsrückstände mit mindestens einem Abscheider gekoppelt. Zweckmäßigerweise
ist mindestens einer der Abscheider an einen Schlammbehälter angeschlossen. Hierdurch
ist das Auffangen der bei der Reinigung des Heizkessels anfallenden Rückstände sowie
deren Entsorgung gegeben.
[0027] Damit der Abtransport der gelösten Verbrennungsrückstände über eine weite Strecke
möglich ist, ist zweckmäßigerweise zur Ableitung der Reinigungsflüssigkeit und der
Verbrennungsrückstände in den Schlammbehälter eine Pumpe vorgesehen. Bevorzugt ist
die Pumpe als Schlammpumpe ausgebildet.
[0028] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
[0029] Die Erfindung wird im folgenden anhand mehrerer Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die zugehörigen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1.
- eine Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2.
- eine Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer zweiten Ausführungsform,
- Fig. 3.
- eine Darstellung einer Vorrichtung nach Fig. 1 in einer alternativen Ausgestaltung,
- Fig. 4.
- eine vergrößerte Darstellung einer Einzelheit IV nach Fig. 1 und
- Fig. 5.
- eine vergrößerte Darstellung einer Einzelheit V nach Fig. 2.
[0030] Der Heizkessel 1 umfaßt eine Brennkammer 2 mit Rauchgaszügen 3 sowie eine der Brennkammer
2 zugeordnete Flammrohröffnung 4 und ein den Rauchgaszügen 3 zugeordnetes Rauchgasrohr
5. In das Rauchgasrohr 5 ist im Bereich des Heizkessels 1 eine Reinigungsöffnung 6
eingelassen.
[0031] Nach den Fig. 1 und 4 sind in die Flammrohröffnung 4 ein Druckrohr 7 sowie ein Absaugschlauch
8 abgedichtet eingesetzt. Zur Abdichtung ist eine elastische Manschette 9 mit Öffnungen
für das Druckrohr 7 und den Absaugschlauch 8 vorgesehen. Die Manschette 9 weist in
ihrem Inneren eine Blase auf, die zur Beaufschlagung mit Luft mit einer Handballenpumpe
10 in Verbindung steht.
[0032] Zur Beaufschlagung mit einer Reinigungsflüssigkeit 11 in Form von Leitungswasser
steht das Druckrohr 7 über einen Druckschlauch 12 mit einem Auslaufventil 12 eines
Leitungswassernetzes in Verbindung. Um die Zufuhr der Reinigungsflüssigkeit 11 zu
regeln, ist zwischen dem Druckrohr 7 und dem Druckschlauch 12 ein Ventil 14 angeordnet.
Der Austrag der Reinigungsflüssigkeit aus dem Druckrohr 7 in die Brennkammer 2 erfolgt
über eine kugelförmige Zerstäuberdüse 15, die an dem Ende des Druckrohres angeordnet
ist, das sich in der Brennkammer 2 befindet. Um ein besseres Hantieren mit dem Druckrohr
7 innerhalb der Reinigungskammer 2 zu ermöglichen, ist das Druckrohr 7 flexibel sowie
längenvariabel ausgeführt.
[0033] Zur Ableitung der von der Reinigungsflüssigkeit 11 in der Brennkammer 2 gelösten
Verbrennungsrückstände, die sich am Boden der Brennkammer 2 sammeln, ist der Absaugschlauch
8 an eine Saugpumpe 16 angeschlossen, wobei der Absaugschlauch 8 im weiteren Verlauf
über ein Waschbecken 17 mit einem Abwasser-Kanalnetz 18 in Verbindung steht. Der flexible
Abwasserschlauch 8 trägt an seinem in die Flammrohröffnung 4 eingesetzten Bereich
auf seiner Oberseite eine Blattfeder 36. Die Blattfeder 36 bewirkt, daß das freie
Ende des Absaugschlauches 8 in Richtung des Bodens der Brennkammer 2 gedrückt wird,
wo der Absaugschlauch 8 die gelösten Verbrennungsrückstände aufnimmt.
[0034] Das Druckrohr 7 und der Absaugschlauch 8 lassen sich zur gezielten Reinigung der
Rauchgaszüge 3 gemäß den Fig. 2 und 5 durch die Reinigungsöffnung 6 in das Rauchgasrohr
5 einsetzen. Das Druckrohr 7 sowie der Absaugschlauch 8 durchragen die mit der Handballenpumpe
10 aufblasbare Manschette 9, die nach der Beaufschlagung mit Luft sowohl gegen den
Innendurchmesser des Rauchgasrohres 5 als auch gegen das Druckrohr 7 und den Absaugschlauch
8 abdichtet. In den mit dem Auslaufventil 13 verbundenen Druckschlauch 12 ist ein
Dreiwegeventil 19 eingesetzt, an das ein Vorratsbehälter 20 für ein Korrosionsschutzmittel
angeschlossen ist, wobei die Zufuhr des Korrosionsschutzmittels und das gleichzeitige
Absperren der Zufuhr der Reinigungsflüssigkeit 11 durch entsprechendes Umschalten
des Dreiwegeventils 19 sichergestellt ist.
[0035] Nach einer alternativen Ausgestaltung gemäß Fig. 3 wird die Reinigungsflüssigkeit
11 einem Vorratsbehälter 21 entnommen, der mit einer oberseitigen Einfüllöffnung 22
und einer unterseitigen Entleerungsöffnung 23 für die Reinigungsflüssigkeit 11 versehen
ist, wobei der Entleerungsöffnung 23 ein Absperrhahn 24 zugeordnet ist. Der in den
Vorratsbehälter 21 eingesetzte Druckschlauch 12 trägt an seinem freien Ende einen
Filter 25, der das Eintragen von Partikeln aus dem Vorratsbehälter 21 bzw. der Reinigungsflüssigkeit
11 in den Druckschlauch 12 verhindert.
[0036] Für die Einleitung des Korrosionsschutzmittels aus dem Vorratsbehälter 20 in den
Druckschlauch 12 ist das Dreiwegeventil 19 in den Druckschlauch 12 eingesetzt. Zur
Förderung der Reinigungsflüssigkeit 11 oder des Korrosionsschutzmittels ist der Druckschlauch
12 an eine Niederdruckpumpe 26 angeschlossen. Die Regulierung der Zufuhr der Reinigungsflüssigkeit
11 oder des Korrosionsschutzmittels erfolgt mittels des den Druckschlauch 12 mit dem
Druckrohr 7 verbindenden Ventils 14.
[0037] Zur Erzeugung des für das Ableiten der gelösten Verbrennungsrückstände aus der Brennkammer
2 des Heizkessels 1 benötigten Unterdrucks ist ein mit einer Vakuumpumpe 38 gekoppelter
Windkessel 27 vorgesehen. Dieser ist über eine Rohrleitung 28, die mit einem Luftfilter
29 versehen ist, mit einem ersten Abscheider 30 sowie einem zweiten Abscheider 31
gekoppelt, wobei an den zweite Abscheider 31 der Absaugschlauch 8 angeschlossen ist.
Somit werden die gelösten Verbrennungsrückstände über den Absaugschlauch 8 in den
zweiten Abscheider 31 geleitet und separiert. Das hierbei auftretende Spritzwasser
wird in dem ersten Abscheider 30 abgeschieden, so daß die mit dem Windkessel 27 verbundene
Vakuumpumpe durch den Luftfilter 29 gereinigte Luft ansaugt. Die in den beiden Abscheidern
30, 31 angesammelten Rückstände werden über eine Rohrleitung 32 mittels einer Schlammpumpe
33 einem Schlammbehälter 34 zugeführt. In der Rohrleitung 32 ist zwischen dem ersten
Abscheider 30 und der Schlammpumpe 22 ein Absperrhahn 35 angeordnet. Die Entleerung
des Schlammbehälters 24 erfolgt über einen Absperrhahn 37, der im Bodenbereich des
Schlammbehälters 34 angeordnet ist.
[0038] Der Ablauf der Reinigung der Brennkammer und der Rauchgaszüge wird nachfolgend anhand
der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung erläutert. Nachdem das Druckrohr 7 und der
Absaugschlauch 8 in die Manschette 9 eingeführt wurden, wird die Manschette 9 in die
Flammrohröffnung 4 des Heizkessels 1 eingesetzt und mittels der Handballenpumpe 10
mit Luft beaufschlagt, so daß sie abdichtend an der Innenwandung der Flammrohröffnung
4 sowie an dem Druckrohr 7 und dem Absaugschlauch 8 anliegt. Hiernach befinden sich
die Zerstäuberdüse 15 und das freie Ende des Absaugschlauches 8 in der Brennkammer
2, wobei die Blattfeder 36 das freie Ende des Absaugschlauches 8 zum Boden der Brennkammer
2 orientiert. Das andere Ende des Absaugschlauches 8 wird in ein Waschbecken 17 mit
einem Abwasser-Kanalanschluß 18 eingehängt und das Druckrohr 7 wird über das geschlossene
Ventil 14 mit dem Druckschlauch 12 gekoppelt, der an das Auslaufventil 13 des Leitungswassernetzes
angeschlossen ist. Gegebenenfalls kann dem Druckrohr 7 oder dem Druckschlauch 12 ein
Druckminderventil zugeordnet werden.
[0039] Anschließend werden das Auslaufventil 13 und das Ventil 14 geöffnet, wonach vernebelte
Reinigungsflüssigkeit 11 durch die Zerstäuberdüse 15 in die Brennkammer gelangt. Dort
schlägt sich die Reinigungsflüssigkeit 11 auf den Verbrennungsrückständen nieder und
löst diese von der Wandung der Brennkammer 2 und den Rauchgaszügen 3. Im Falle einer
großen Brennkammer 2, wird das Druckrohr 7 in der Manschette 9 verschoben, so daß
die vernebelte Reinigungsflüssigkeit 11 an alle Stellen innerhalb der Brennkammer
2 gelangt.
[0040] Nun wird die Saugpumpe 16 eingeschaltet und die gelösten und auf dem Boden der Brennkammer
2 angesammelten Verbrennungsrückstände werden von dem Absaugschlauch 8 aufgenommen
und über den Abwasser-Kanalanschluß 18 dem Kanalnetz zugeleitet. Das Eintragen der
Reinigungsflüssigkeit und das Absaugen der Verbrennungsrückstände erfolgen solange
gleichzeitig, bis die Brennkammer 2 des Heizkessels 1 vollständig von Verbrennungsrückständen
befreit ist, wobei der Zufluß der Reinigungsflüssigkeit 11 mit dem Ventil 14 reguliert
werden kann. Während dieser Vorgänge kann aufgrund der Reinigungsflüssigkeit 11, die
die gelösten Verbrennungsrückstände bindet, und der abgedichteten Anordnung des Druckrohres
7 sowie des Absaugschlauches 8 kein Staub aus der Brennkammer 2 austreten.
[0041] Zur Beendigung der Reinigung der Brennkammer 2 wird das Auslaufventil 13 geschlossen
und über den Absaugschlauch 8 werden die noch in der Brennkammer 2 verbliebenen gelösten
Verbrennungsrückstände sowie die restliche Reinigungsflüssigkeit 11 abgesaugt. Anschließend
wird die Saugpumpe 16 ausgeschaltet und die Druckluft aus der Manschette 9 entfernt.
Nun kann die Manschette 9 mitsamt dem Druckrohr 7 und dem Absaugschlauch 8 der Flammrohröffnung
4 entnommen werden.
1. Verfahren zum Reinigen der Brennkammer (2) und/oder der Rauchgaszüge (3) eines Heizkessels
(1) von Verbrennungsrückständen mit einer der Brennkammer (2) zugeordneten Flammrohröffnung
(4) und einer den Rauchgaszügen (3) zugeordneten Reinigungsöffnung (6) im Rauchgasrohr
(5),
dadurch gekennzeichnet, daß
- über ein abgedichtet in die Flammrohröffnung (4) und/oder das Rauchgasrohr (5) eingesetztes
Druckrohr (7) die Brennkammer (2) und/oder die Rauchgaszüge (3) mit einer druckbeaufschlagten
Reinigungsflüssigkeit (11) eingesprüht werden, und
- die von der Reinigungsflüssigkeit (11) gelösten Verbrennungsrückstände mittels eines
in die Flammrohröffnung (4) und/oder das Rauchgasrohr (5) abgedichtet eingesetzten,
an eine Saugpumpe (16) angeschlossenen Absaugschlauches (8) entfernt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsflüssigkeit (11) über an dem freien Ende des Druckrohres (7) angeordnete
Zerstäuberdüsen (15) in der Brennkammer (2) und/oder den Rauchgaszügen (3) vernebelt
wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Reinigungsflüssigkeit (11) an einem Auslaufventil (13) eines Leitungswassernetzes
entnommenes Leitungswasser verwendet wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsflüssigkeit (11) mittels einer Niederdruckpumpe (26) einem Vorratsbehälter
(21) entnommen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsflüssigkeit (11) vor dem Eintritt in das Druckrohr (7) gefiltert
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Einsprühen mit der Reinigungsflüssigkeit ein Korrosionsschutzmittel
in die Brennkammer (2) und/oder die Rauchgaszüge (3) geleitet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gelösten Verbrennungsrückstände in ein Abwasser-Kanalnetz (18) gepumpt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gelösten Verbrennungsrückstände über einen Abscheider (31) in einen Schlammbehälter
(34) gepumpt werden.
9. Vorrichtung zum Reinigen der Brennkammer (2) und/oder der Rauchgaszüge (3) eines Heizkessels
(1) von Verbrennungsrückständen mit einer der Brennkammer (2) zugeordneten Flammrohröffnung
(4) und einer den Rauchgaszügen (3) zugeordneten Reinigungsöffnung (6) im Rauchgasrohr
(5), insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
- ein mit Reinigungsflüssigkeit (11) beaufschlagtes Druckrohr (7) abgedichtet in die
Flammrohröffnung (4) und/oder das Rauchgasrohr (5) eingesetzt ist, und
- ein an eine Saugpumpe (16) angeschlossener Absaugschlauch (8) für die von der Reinigungsflüssigkeit
(11) gelösten Verbrennungsrückstände abgedichtet in die Flammrohröffnung (4) und/oder
das Rauchgasrohr (5) eingesetzt ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß in die Flammrohröffnung (4) und/oder das Rauchgasrohr (5) eine elastische Manschette
(9) zur abgedichteten Aufnahme des Druckrohres (7) und des Absaugschlauches (8) eingesetzt
ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Manschette (9) in ihrem Inneren eine mit Luft zu beaufschlagende
Blase aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Blase mit einer Pumpe in Verbindung steht.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpe als Handballenpumpe (10) ausgeführt ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckrohr (7) an dem in die Flammrohröffnung (4) und/oder das Rauchgasrohr
(5) eingesetzten Ende eine Zerstäuberdüse (15) trägt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerstäuberdüse (15) kugelförmig ausgebildet ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsflüssigkeit (11) Leitungswasser ist und das Druckrohr (7) über
einen Druckschlauch (12) mit einem Auslaufventil (13) eines Leitungswassernetzes in
Verbindung steht.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckrohr (7) über einen Druckschlauch (12) mit einer zwischengeschalteten
Niederdruckpumpe (26) mit einem Vorratsbehälter (21) für die Reinigungsflüssigkeit
(11) in Verbindung steht.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckrohr (7) in sich flexibel und in seiner Länge variabel ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckrohr (7) oder der Druckschlauch (12) mit einem Vorratsbehälter (20)
für ein Korrosionsschutzmittel in Verbindung steht.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Vorratsbehälter (20) und das Druckrohr (7) oder den Druckschlauch
(12) ein Dreiwegeventil (19) geschaltet ist.
21. Vorrichtung nach den Ansprüchen 16 und 17, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Druckrohr (7) und dem Druckschlauch (12) ein Ventil (14) oder ein
Absperrhahn angeordnet ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Absaugschlauch (8) in sich flexibel und in seiner Länge variabel ausgeführt
ist
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß der Absaugschlauch (8) in dem in die Flammrohröffnung (4) und/oder das Rauchgasrohr
(5) eingesetzten Bereich auf seiner Oberseite eine nach unten abgewinkelte Blattfeder
(36) trägt.
24. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß der Absaugschlauch (8) an dem in die Flammrohröffnung (4) und/oder das Rauchgasrohr
(5) eingesetzten Ende ein Gewicht trägt.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Absaugschlauch (8) zur Ableitung der Reinigungsflüssigkeit (11) und der gelösten
Verbrennungsrückstände mit einem Abwasser-Kanalanschluß (18) in Verbindung steht.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Absaugschlauch (8) zur Ableitung der Reinigungsflüssigkeit (11) und der gelösten
Verbrennungsrückstände mit mindestens einem Abscheider (30, 31) gekoppelt ist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der Abscheider (30, 31) an einen Schlammbehälter (34) angeschlossen
ist.
28. Vorrichtung nach den Ansprüchen 26 und 27, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ableitung der Reinigungsflüssigkeit (11) und der Verbrennungsrückstände in
den Schlammbehälter (34) eine Pumpe vorgesehen ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpe als Schlammpumpe (33) ausgebildet ist.